Freiheit und Gerechtigkeit

Zur Zeit gibt es eine merkwürdige Diskussion: Die CDU, heißt, setze auf Freiheit, die SPD hingegen auf Gerechtigkeit. Komische Alternative. Wenn man die Wahl zwischen beidem hat, wird sich doch wohl jeder vernünftige Mensch für die Freiheit entscheiden, oder ? Naja, den meisten scheint das nicht so eindeutig zu sein, wie mir. Sie ist leider ziemlich heruntergekommen, die Freiheit. Kein Wunder, wenn ausgerechnet die Partei, die nichts so sehr fürchtet, wie freie Menschen – also solche, die vom vorgegeben Pfad deutscher Spießbürgerlichkeit (heute: Leitkultur) abweichen – sich als letzte Verfechterin der Freiheit aufführen kann. Von der SPD ist da nichts zu hoffen – wie alle staatstragenden Linken seit Marx opfert sie gerne die Freiheit, um dann durchzusetzen, was sei für gerecht hält. Aber leider ist sie damit nur Sprachrohr von vielen Leuten, die mit ihrer Freiheit eben auch gar nix anzufangen wissen und denen sie auch völlig egal ist. So erklärt sich auch die Sehnsucht zurück nach DDR-Zeiten: Ist ja tatsächlich auch egal, ob man in einem totalitären oder in einem freien Land vor der Glotze hockt. Wenn Freiheit nichts anderes ist als die Wahl zwischen links- und rechtsdrehenden Joghurtkulturen (oder ähnlich weit reichenden Dingen), dann braucht die ja wirklich kein Mensch. Trotzdem bleibt das Wort an sich schon schön: Freiheit. Vielleicht erlebt sie ja irgendwann ein Comeback.

Hausarbeit verschwunden!

Eine neue Studie hat ergeben, dass Frauen heute 5 Stunden pro Woche weniger Hausarbeit machen als noch 1992, Männer hingegen nur 4 Minuten mehr. Fragt sich also: Was ist mit all der Arbeit passiert? Bei etwa 20 Mio erwachsenen Frauen in Deutschland wären in den letzten 14 Jahren schließlich sage und schreibe 100 Mio Hausarbeitsstunden in der Woche einfach verschwunden. Ein Teil davon ist sicher “outgesourct” worden, an bezahlte Putzfrauen zum Beispiel. Ein anderer Teil wurde vermutlich wegrationalisiert: Mehr Unterhosen als früher landen wohl ungebügelt in der Schublade, und in den Ecken wird nur noch 2x im Jahr geputzt. Andererseits war die überpenibel-adrette Hausfrau mit Kittelschürze auch 1992 schon passé. Wenn der Trend so weitergeht – und dafür spricht vieles, wenn ich mich selbst so anschaue – müssen wir uns vielleicht irgenwann Gedanken um die Qualitätssicherung machen. Oder kommt doch irgendwann das Essen aus der Tube?

http://www.taz.de/pt/2006/07/25/a0079.1/text.ges,1

Coca Cola – Zero Gehirn

Coca Cola will jetzt auch die Jungs vom kalorienfreien Trinken überzeugen: “Zero Zucker” soll das neue Gebräu enthalten (was ja nix neues ist, seit es Cola light gibt). Interessant ist hingegen die Kampagne, die zur Zeit überall plakatiert ist und die geheimsten Wünsche junger Männer ausspricht: Eine Freundin mit Zero “Wir müssen reden” nämlich. Eine Freundin, die reden will, als Horrorvision? Das lässt ja tief blicken. Mein Eindruck: Zero Gehirn bei den Kampagnenmachern. Den Mädels kann man da nur empfehlen, auf Bionade umzusteigen. Das liegt sowieso im Trend und ist allemal besser, als auf’s reden zu verzichten.