Vaterschaft vielfältig gestalten

“Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr” – noch nie war dieses Sprichwort so wahr wie heute. Das alte Rollenmodell des patriarchalen Familienoberhauptes ist wohl endgültig passé. Doch was an seine Stelle treten soll, ist noch ziemlich unklar. Ist ein Vater einfach die männliche Version einer Mutter? In Zeiten, in denen die Gleichstellung von Frauen und Männern politische Zielvorgabe ist, erscheint das vielen als die plausibelste Lösung. Doch der Blick auf das wirkliche Leben zeigt, dass die Situation weitaus komplizierter ist.

Mit meinem Artikel “Abschied vom Traummann” beginnt eine Diskussionsreihe über Familienbilder in der Zeitschrift “Publik Forum”. Weiterlesen hier: http://www.antjeschrupp.de/abschied_vom_traummann.htm

Zukunft der Frauenbewegung: Neuauflage

Da die neuen deutschen Alphamädchen derzeit so viel mediale Furore machen, freue ich mich sehr, dass mein Büchlein „Zukunft der Frauenbewegung“ jetzt in der zweiten Auflage ist! Als es im Jahr 2004 herauskam – also in grauen postfeministischen, bzw. wie sich jetzt herausstellt prä-neo-feministischen Zeiten – fragten mich viele Leute ganz erstaunt: Ja, hat denn die Frauenbewegung überhaupt eine Zukunft? Heute dürfte das wohl kaum jemand mehr bezweifeln. Vielmehr stellt sich immer deutlicher die Frage: Was für eine? Ich bin eigentlich ganz guter Hoffnung, dass wir nun doch endlich über die F-Klasse-Forderung nach mehr Geld und Karriere für Mittelschichts-Frauen hinauskommen und wieder die Frage nach dem guten Leben für alle diskutieren. Wurde ja auch Zeit. Im Übrigen habe ich letzte Woche Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ gelesen. Ich fand das Buch gar nicht so skandalös, wie dauernd getan wird (sind wir denn schon wieder so spießig, dass uns ein paar blutige Tampons und Sperma-Spritzer aus der Fassung bringen?). Ins Auge gesprungen ist mir vor allem folgender Satz (auf Seite 128), wo die 18 Jahre alte Protagonistin sagt: „Es gibt eigentlich nichts, womit meine Mutter kein Problem hat.“ Das scheint mir ein guter Hinweis darauf zu sein, was die „jungen Frauen“ an den „älteren Frauen“ stört – dass wir nämlich zu viel über Probleme und Forderungen reden, die an andere (die Männer, den Staat) zu stellen wären, anstatt die Lösungen und Ideen stark zu machen, die der Feminismus schon lange formuliert und ausprobiert hat. Und zwar nicht nur, aber natürlich auch, im Hinblick auf guten Sex! Oder anders gesagt: Charlotte Roche weist uns auf das Fehlen weiblicher Autorität hin – und genau das ist, jedenfalls meiner Ansicht nach, der Dreh- und Angelpunkt, um den es in punkto „Zukunft der Frauenbewegung“ geht. Vielleicht kennt Ihr ja die ein oder andere „Jungfeministin“, der Ihr das Büchlein (es kostet auch nur 5 Euro) schenken könnt…
Mehr Infos zum Büchlein unter: http://www.antjeschrupp.de/frauenbewegung_einleitung.htm

1968 und die Frauen

Die Revolte von 1968 feiert ihren 40. Geburtstag – und da stellt sich natürlich auch mal wieder die Frage, wie das damals mit den Frauen war. Gut verstanden haben sie sich ja nicht, die Revolutionäre und die Feministinnen (oder, wie Jutta Ebeling diese Woche auf einer Podiumsdiskussion sagte): Die 68 waren eine Männerinszenierung und sind es bis heute geblieben. Bekanntlich führte das testosteron-geprägte Revoluzzertum zu einem gewissen Unbehagen seitens der Mitkämpferinnen und die beharrliche Ignoranz gegen das erwachende feministische Bewusstsein zuerst zum berühmten Tomatenwurf und dann später zur Separationspolitik der Frauenbewegung (die – und deshalb ist das Thema nicht nur von historischem Interesse, jüngere Frauen heute noch abschreckt). Ich habe besagte Podiumsdiskussion besucht, bei der neben Jutta Ebeling auch Daniel Cohn-Bendit, Christina Thürmer Rohr, Sibylla Flügge und Joscha Schmierer dabei waren. Und sowenig die Männer und Frauen dieser Generation sich vor vierzig Jahren verstanden haben, so wenig kommen sie auch heute noch zusammen. Ich habe da so eine Idee, woran das liegen könnte… Zum Weiterlesen: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-15-118.htm