Soeben habe ich – mit etwas Verspätung, zugegeben, aber ich habe in den letzten Jahren so viele „neue Feminismus“_Bücher gelesen, dass ich erstmal keine Lust mehr hatte – das „Neue deutsche Mädchen“- Buch von Jana Hensel und Elisabeth Raether gelesen. Was mich dabei regelrecht schockiert hat ist, wie darin Liebesbeziehungen zwischen Frauen und Männern geschildert werden: So viel „Coolness“, so wenig Vertrauen, so viel Angst und Unsicherheit, der verzweifelte Versuch, nur ja nicht „abhängig“ zu erscheinen, nur nichts von „ihm“ zu verlangen (sind Männer heute wirklich so schreckhaft und rennen dauernd gleich weg) – also ich war sehr berührt. Zwar enden die Geschichten versöhnlich, beide scheinen zuletzt doch noch jemand Nettes gefunden zu haben, aber trotzdem ist es irgendwie schockierend. Ich bin ja grade mal 15 Jahre älter, und soweit ich mich erinnere, habe ich die Liebesverhältnisse in meinen Zwanzigern sehr anders erlebt: Natürlich nicht ohne Dramen und Tränen, aber mit sehr viel weniger Distanziertheit. Daher meine Frage an alle 20-30-Jährigen, die das hier lesen: Sind Liebesbeziehungen zwischen Frauen und Männern heute wirklich so schlimm? Und was tut ihr dagegen?



One Response to “Sind Liebesbeziehungen wirklich so schlimm heute?”  

  1. 1 Carsten

    Es mag vielleicht daran liegen, dass ich (schon) 39 bin und daher zu einer anderen Generation gehöre als die Mittzwanziger – obgleich ich mich keineswegs „alt“ fühle (bis auf die wenigen Morgende, an denen ich nach nur 5 Stunden Schlaf aus dem Bett muss). Dennoch finde ich es sehr schade, dass „Coolness“ und ein geringes Maß an Vertrauen in einem Atemzug mit dem Wort „Liebesbeziehung“ genannt werden. Ich lebe seit 13 Jahren in einer Liebesbeziehung mit einer wundervollen Frau, die seit nunmehr fast 10 Jahren meine Ehefrau ist. „Coolness“ hat da nie eine Rolle gespielt, Vertrauen schon viel mehr. Wenn „Distanziertheit“ in einer Liebesbeziehung wichtig ist, ist es keine.
    Sehr schöner Blog, übrigens. Mein Kompliment.


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