Monat: April 2009

  • Von der Leyen: Unten durch

    Am Anfang war ich noch ganz angetan von Ursula von der Leyen. Ist doch schön, dachte ich, wenn sich auch in der CDU ein paar moderne Karrierefrauen tummeln. Okay, es war etwas nervig, wie sie ihre sieben Kinder vor sich her trug und ständig das „Vereinbarkeit ist doch kein Problem“-Mantra verkündete, aber gut. Und bisher…

  • Erzieherinnen und Erzieher braucht das Land

    Nachdem in Punkto Kinderbetreuung für unter Dreijährige lange Zeit Familien und öffentliche Einrichtungen gegeneinander ausgespielt wurden, hat jetzt endlich ein Umdenken eingesetzt. Mit ungefähr vierzig Jahren Verspätung vollzieht die deutsche Gesellschaft das, was Feministinnen schon lange vorschlagen: Ab 2013 haben Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihr Kind. Um dies auch nur…

  • Filmreif: Paul Verhoevens Jesus-Buch

    Wenn ein Hollywood-Prominenter ein Buch über Jesus schreibt, ist erstmal Skepsis angebracht – normalerweise folgt dann ziemlicher Schwulst. Nicht so bei Paul Verhoeven. Der niederländische Filmemacher, der durch Kassenschlager wie Basic Instinct berühmt geworden ist, kennt sich gut aus in der Materie. Er kennt die einschlägigen theologischen Debatten und Theorien und ist seit 1986 Mitglied…

  • Das Ende der Bohème

    Das war ja wohl der Hammer-Vorspann in der taz vom vergangenen Mittwoch (8. April): Im New Yorker Hotel Chelsea schrieb William Burroughs „Naked Lunch“. Bob Dylan blieb vier Jahre lang. Sid Vicious ermordete seine Freundin in Zimmer 103. Das New Yorker Hotel Chelsea ist das Künstlerhotel. Investoren wollen jetzt ein Luxushotel daraus machen – doch die…

  • Der Sinn und Unsinn des Zwitscherns

    Worauf es beim Mitmachen im Web 2.0 ankommt Wenn Sie das Wort „Zwitschern“ hören – woran denken Sie dann spontan? An die Vögel, die endlich den Frühling trällern? Oder daran, dass Sie schon seit mehreren Stunden keinen neuen Status-Update gepostet haben? Je nach Antwort könnten Sie, bildlich gesprochen, auf einer von zwei Eisschollen stehen, die…

  • Die Rückkehr der Vielehe

    Warum wir längst nicht mehr monogam sind – und warum das auch nicht schlimm ist Bei einer Debatte über das neue Unterhaltsrecht hörte ich neulich eine interessante Formulierung: Einige Diskussionsteilnehmerinnen klagten darüber, dass viele Frauen, die jahrelang als Hausfrauen für Kinder und Ehemann gearbeitet hatten, nun um ihre finanzielle Absicherung fürchten müssen. Woraufhin andere die…