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	<title>Kommentare zu: Kann eine Feministin die Grünen wählen?</title>
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	<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/</link>
	<description>Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz - von Antje Schrupp</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Sep 2010 19:01:39 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Andrea</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-549</link>
		<dc:creator>Andrea</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 10:23:54 +0000</pubDate>
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		<description>Gesitige KONZEPTE können ganz schön FIES sein, vor allem gegenüber unseren Kindern. Wer von seinem Kind verlangt nach ´OBEN´ zu kommen, der nimmt es nicht für VOLL und nimmt es auch nicht ernst.

Ich persönlich möchte, dass meine Tochter glücklich ist, ganz egal, wie sie das macht und ich bin GUT weitergekommen damit, sie hat Selbstvertrauen, kann sich DURCHSETZEN und ist SOZIAL KOMPETENT.

Außerdem habe ich nicht mehr das Recht mich einzumischen, nachdem sie über 18 Jahre ist, aber dieses MENSCHENRECHT scheinen die meisten PolitikerInnen vergessen zu haben und wollen uns dauernd MANIPULIEREN. Scheiß drauf, was anderes haben die nicht verdient (A. 48 J., noch immer Alt-68-igerin)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gesitige KONZEPTE können ganz schön FIES sein, vor allem gegenüber unseren Kindern. Wer von seinem Kind verlangt nach ´OBEN´ zu kommen, der nimmt es nicht für VOLL und nimmt es auch nicht ernst.</p>
<p>Ich persönlich möchte, dass meine Tochter glücklich ist, ganz egal, wie sie das macht und ich bin GUT weitergekommen damit, sie hat Selbstvertrauen, kann sich DURCHSETZEN und ist SOZIAL KOMPETENT.</p>
<p>Außerdem habe ich nicht mehr das Recht mich einzumischen, nachdem sie über 18 Jahre ist, aber dieses MENSCHENRECHT scheinen die meisten PolitikerInnen vergessen zu haben und wollen uns dauernd MANIPULIEREN. Scheiß drauf, was anderes haben die nicht verdient (A. 48 J., noch immer Alt-68-igerin)</p>
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		<title>Von: GwenDragon</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-542</link>
		<dc:creator>GwenDragon</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 09:41:32 +0000</pubDate>
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		<description>@Michale F.
»Ich bin allerdings überrascht, dass bisher niemand die – für mich ins Auge springende – sexuelle Konnotation des Plakatslogans thematisiert hat.«

Hmm, einen Hinweis auf den seltsamen phallischen Pfeil (wie er ja auch dem männlichen Marszeichen anhängt) habe ich mir verkniffen, aber im Kopf waberte das schon leicht belustigend herum. Aber ist ein Pfeil ist doch Richtungsweiser und nichts anderes – das wäre sonst zu viel Tiefenpsychologie.

Nur Sex + oben-unten, darauf kam ich nicht. 

»Mich wundert es, dass da keine der Frauen im Wahlkampfteam Einspruch erhoben hat.«
Wird da heute noch so genau bei Werbung hingesehen? Und wer sagt denn, dass Frauen im Wahlkampfteam (immer) feministisch denken oder mit solcher Einstellung durchs Leben gehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Michale F.<br />
»Ich bin allerdings überrascht, dass bisher niemand die – für mich ins Auge springende – sexuelle Konnotation des Plakatslogans thematisiert hat.«</p>
<p>Hmm, einen Hinweis auf den seltsamen phallischen Pfeil (wie er ja auch dem männlichen Marszeichen anhängt) habe ich mir verkniffen, aber im Kopf waberte das schon leicht belustigend herum. Aber ist ein Pfeil ist doch Richtungsweiser und nichts anderes – das wäre sonst zu viel Tiefenpsychologie.</p>
<p>Nur Sex + oben-unten, darauf kam ich nicht. </p>
<p>»Mich wundert es, dass da keine der Frauen im Wahlkampfteam Einspruch erhoben hat.«<br />
Wird da heute noch so genau bei Werbung hingesehen? Und wer sagt denn, dass Frauen im Wahlkampfteam (immer) feministisch denken oder mit solcher Einstellung durchs Leben gehen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Michael F.</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-538</link>
		<dc:creator>Michael F.</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 18:22:40 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank für diesen Kommentar. Insbesondere die Frage, ob &quot;oben&quot; eigentlich für die/den Einzelne/n die richtige Position sein muss, um Dinge zu verändern, finde ich sehr berechtigt.

Ich bin allerdings überrascht, dass bisher niemand die - für mich ins Auge springende - sexuelle Konnotation des Plakatslogans thematisiert hat. Schon das Pink und die Röckchen, wie GwenDragon bemerkt hat, sind ja nicht gerade Steckenpferde feministischer Ikonographie, sondern symbolisieren und reproduzieren ziemlich banal binäre Denkweisen: Rock/Hose - Rosa/Blau - Frau/Mann - und durch den Slogan kommt eben unten/oben beim Sex hinzu. Das Problematische der gönnerhaften Geste, die in der Formulierung ohnehin steckt, wird - für mich - durch die sexuelle Konnotation noch betont. Klassisch macho: Überlegenheitskomplex plus Zotigkeit. Mich wundert es, dass da keine der Frauen im Wahlkampfteam Einspruch erhoben hat.

Wem das Vermuten einer sexuellen Anspielung zu weit hergeholt vorkommt, den darf ich z.B. an die alljährlichen Zweideutigkeiten auf den grünen CSD-Aufklebern erinnern ... &quot;Auch gut zu Vögeln&quot; verbindet ja auch ein ernsthaftes grünes Anliegen, Naturschutz, mit einer Anzüglichkeit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für diesen Kommentar. Insbesondere die Frage, ob &#8222;oben&#8220; eigentlich für die/den Einzelne/n die richtige Position sein muss, um Dinge zu verändern, finde ich sehr berechtigt.</p>
<p>Ich bin allerdings überrascht, dass bisher niemand die &#8211; für mich ins Auge springende &#8211; sexuelle Konnotation des Plakatslogans thematisiert hat. Schon das Pink und die Röckchen, wie GwenDragon bemerkt hat, sind ja nicht gerade Steckenpferde feministischer Ikonographie, sondern symbolisieren und reproduzieren ziemlich banal binäre Denkweisen: Rock/Hose &#8211; Rosa/Blau &#8211; Frau/Mann &#8211; und durch den Slogan kommt eben unten/oben beim Sex hinzu. Das Problematische der gönnerhaften Geste, die in der Formulierung ohnehin steckt, wird &#8211; für mich &#8211; durch die sexuelle Konnotation noch betont. Klassisch macho: Überlegenheitskomplex plus Zotigkeit. Mich wundert es, dass da keine der Frauen im Wahlkampfteam Einspruch erhoben hat.</p>
<p>Wem das Vermuten einer sexuellen Anspielung zu weit hergeholt vorkommt, den darf ich z.B. an die alljährlichen Zweideutigkeiten auf den grünen CSD-Aufklebern erinnern &#8230; &#8222;Auch gut zu Vögeln&#8220; verbindet ja auch ein ernsthaftes grünes Anliegen, Naturschutz, mit einer Anzüglichkeit.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: creezy</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-532</link>
		<dc:creator>creezy</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 10:19:47 +0000</pubDate>
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		<description>ich verstehe dieses plakat nicht als grundsätzlichen diskussionsgeber zum thema „mehr frauen an die macht“, da ist jeder frau ihre lebensgestaltung nun wahrlich selbst zu überlassen, das ist kein diskussionsthema mehr für mich.

ich sehe das plakat einzig in dem zusammenhang, wie unten links im slogan angespochen, mit der krise. wer sind denn tatsächlich die hauptsächlich unter einer finanzkrise am ehesten leidenden? das sind leider auch hierzulande noch frauen, frauen sind die, die in der hauptsache von mindestlöhnen leben müssen (die von unternehmern noch clever durch neue finanzmodelle dennoch unterboten werden), es sind hauptsächlich frauen, die zwischen vier minijobs/monat hin- und herspringen müssen, es sind frauen, die zuerst entlassen werden, es sind frauen, die sich heute kaum trauen dem arbeitgeber zu sagen „ich bin schwanger“ (zumindest bevor die schwangerschaft sichtbar wird).

„oben“ heißt in der heutigen zeit nicht mehr für frauen, karriere zu leben. „oben“ heißt doch lediglich für frauen überhaupt wieder etwas am mittelstand partizipieren zu dürfen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ich verstehe dieses plakat nicht als grundsätzlichen diskussionsgeber zum thema „mehr frauen an die macht“, da ist jeder frau ihre lebensgestaltung nun wahrlich selbst zu überlassen, das ist kein diskussionsthema mehr für mich.</p>
<p>ich sehe das plakat einzig in dem zusammenhang, wie unten links im slogan angespochen, mit der krise. wer sind denn tatsächlich die hauptsächlich unter einer finanzkrise am ehesten leidenden? das sind leider auch hierzulande noch frauen, frauen sind die, die in der hauptsache von mindestlöhnen leben müssen (die von unternehmern noch clever durch neue finanzmodelle dennoch unterboten werden), es sind hauptsächlich frauen, die zwischen vier minijobs/monat hin- und herspringen müssen, es sind frauen, die zuerst entlassen werden, es sind frauen, die sich heute kaum trauen dem arbeitgeber zu sagen „ich bin schwanger“ (zumindest bevor die schwangerschaft sichtbar wird).</p>
<p>„oben“ heißt in der heutigen zeit nicht mehr für frauen, karriere zu leben. „oben“ heißt doch lediglich für frauen überhaupt wieder etwas am mittelstand partizipieren zu dürfen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Grüne &#171; Apanat&#8217;s Weblog</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-531</link>
		<dc:creator>Grüne &#171; Apanat&#8217;s Weblog</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 09:49:40 +0000</pubDate>
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		<description>[...] By apanat  Die Gleichberechtigungspolitik der Grünen ist von Antje behandelt und dort auch dikutiert worden. Ich möchte hinzufügen, dass ich dabei nicht nur an [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] By apanat  Die Gleichberechtigungspolitik der Grünen ist von Antje behandelt und dort auch dikutiert worden. Ich möchte hinzufügen, dass ich dabei nicht nur an [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Kann eine Feministin die Grünen wählen? &#171; Maedchenmannschaft</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-517</link>
		<dc:creator>Kann eine Feministin die Grünen wählen? &#171; Maedchenmannschaft</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 17:02:04 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Text ist bereits auf antjeschrupp.com [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Text ist bereits auf antjeschrupp.com [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: GwenDragon</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-508</link>
		<dc:creator>GwenDragon</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 12:55:33 +0000</pubDate>
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		<description>Das Plakat wirft schon Rätsel für mich auf.
Welche Frau identifiziert sich bitte mit solch seltsamen Bildsymbolen wie den kleidtragenden Personen im Aufzug oder was dieser geschlossene(!) Raum um die beiden sonst bedeuten mag. Dann auch noch mit einem Quietsch-Rosa-Pink-Pfeil – wohl als Frauen- und/oder Feminismusfarbe gedacht? – zu werben ist seltsam. Ich übersehe schon lange diese Frauen-im-Kleid-Zeichen in Bezug auf Werbung, zudem diese starr stehende „Frau“ sowieso an jeder Klotür prangt und sich optisch als Symbol erheblich abgenutzt hat.

Und ich muss mich fragen: Wer ist in der Krise? Die Frauen bei den Grünen? Die Männer? Der Feminismus? Die Wirtschaft? Das Bildungswesen? Die Demokratie? Ist die Krise der fehlende Aufzug für Frauen in ‚Höhere Positionen‘?
Welche Frauen, wenn überhaupt diese als Zielgruppe gemeint waren, wollen die Grünen damit erreichen? Die Akademikerin, die Sekretärin, die Bäckerin, die Einzelerziehende?
Ja, was heißt denn bitte ‚Nach Oben‘? In die Chefetage der Firma? Der eigene Chef sein? Parteivorsitzende werden? Gleicher Lohn, gleiches Gehalt kann auch für die Eine ein Oben bedeuten, während die andere den Posten als Abteilungsleiterin in einem Forschungslabor eines Raumfahrunternehmens als höheres Ziel anstrebt. Die junge Migrantin mit Hauptschulabschuss sieht das auch wohl anders, vielleicht als Abitur mit Studienchance oder nur als das Finden einer Lehrstelle. Die Rollifahrerin sieht in einem Oben vielleicht die Überwindung der mangelnden Akzeptanz für behinderte Frauen im Arbeitsleben oder das Ziel als Frau mit Assistenz selbstbestimmt leben zu können. 

Nach Oben, nicht Vorn oder Weiter, wie es früher hieß.
Ein Oben impliziert auch ein Unten, damit wird schön auf der Wippe der Macht und Dominanz geschaukelt. Männer Oben, Frauen Unten. Oder sehen das Frauen gar doch anders? Das ist wohl eine Frage des Umfelds und der eigenen Erfahrung.

Nach Oben. Die Grünen wollen sicherlich auch dort (wieder) hin. Mit uns kommt Ihr Frauen nach Oben oder ihr bringt Uns als Partei nach Oben und Wir vertreten euch. All dies kann es bedeuten.

Wie dieses Oben aussieht, bleibt wohl der Fantasie und den Wünschen der Betrachterin überlassen. Aber vielleicht ist das Plakat auch nur ein Wegweiser. Ein pseudo-feministisches Navi im Dschungel der Frauen als Wahlvolk umwerbenden Parteien? Oder als Wegweiser für Unentschlossene?
Frauen – Da geht’s lang! Wohin? Na, nach Dort! Ach so. Wir zeigen dir, wohin es geht! 
Denn das Ausrufungszeichen nimmt ja einen gewissen Befehlston vorweg.

Und wie begrenzt ist dieses Oben? Es ist ja nicht nach oben offen, sondern stößt als Pfeil an die Barriere der extrafetten Überschrift.

Interessante Assoziationen wecken diese beiden Plakate schon, wenn ich sie mir so ansehe.

Für mich selbst als Wählerin hat das Oben der Grünen gar keine Aussage und Bedeutung.
Nach Oben. Was bedeutet das für mich? Vertreten Grüne meine Interessen? In Bezug auf Ökologie: ja, auf Frauenpolitik: teilweise, in Bezug auf das eigene Leben: wenig, im Arbeitsleben: Nein.
Natürlich sollte frau so nicht denken, als Feministin. Obwohl Wählen auch eine gewisse Portion Eigennutz beinhalten kann und sollte. 

Frau Feministin kann wählen? Nur welche? Sie könnte sie ja noch auswählen zwischen: Die Linke, Die Frauen und Die Grünen/B90. Alle haben mehr oder weniger frauenbezogene Politik mit teilemanzipatorischem Anspruch. Von der Wurzel her feministisch sind alle schon lange nicht mehr oder nie gewesen. 

Für mich stellt sich eher die Frage: „Muss eine Feministin Grün wählen?“
Nein, aber sie kann. Wenn sie weiß, warum.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Plakat wirft schon Rätsel für mich auf.<br />
Welche Frau identifiziert sich bitte mit solch seltsamen Bildsymbolen wie den kleidtragenden Personen im Aufzug oder was dieser geschlossene(!) Raum um die beiden sonst bedeuten mag. Dann auch noch mit einem Quietsch-Rosa-Pink-Pfeil – wohl als Frauen- und/oder Feminismusfarbe gedacht? – zu werben ist seltsam. Ich übersehe schon lange diese Frauen-im-Kleid-Zeichen in Bezug auf Werbung, zudem diese starr stehende „Frau“ sowieso an jeder Klotür prangt und sich optisch als Symbol erheblich abgenutzt hat.</p>
<p>Und ich muss mich fragen: Wer ist in der Krise? Die Frauen bei den Grünen? Die Männer? Der Feminismus? Die Wirtschaft? Das Bildungswesen? Die Demokratie? Ist die Krise der fehlende Aufzug für Frauen in ‚Höhere Positionen‘?<br />
Welche Frauen, wenn überhaupt diese als Zielgruppe gemeint waren, wollen die Grünen damit erreichen? Die Akademikerin, die Sekretärin, die Bäckerin, die Einzelerziehende?<br />
Ja, was heißt denn bitte ‚Nach Oben‘? In die Chefetage der Firma? Der eigene Chef sein? Parteivorsitzende werden? Gleicher Lohn, gleiches Gehalt kann auch für die Eine ein Oben bedeuten, während die andere den Posten als Abteilungsleiterin in einem Forschungslabor eines Raumfahrunternehmens als höheres Ziel anstrebt. Die junge Migrantin mit Hauptschulabschuss sieht das auch wohl anders, vielleicht als Abitur mit Studienchance oder nur als das Finden einer Lehrstelle. Die Rollifahrerin sieht in einem Oben vielleicht die Überwindung der mangelnden Akzeptanz für behinderte Frauen im Arbeitsleben oder das Ziel als Frau mit Assistenz selbstbestimmt leben zu können. </p>
<p>Nach Oben, nicht Vorn oder Weiter, wie es früher hieß.<br />
Ein Oben impliziert auch ein Unten, damit wird schön auf der Wippe der Macht und Dominanz geschaukelt. Männer Oben, Frauen Unten. Oder sehen das Frauen gar doch anders? Das ist wohl eine Frage des Umfelds und der eigenen Erfahrung.</p>
<p>Nach Oben. Die Grünen wollen sicherlich auch dort (wieder) hin. Mit uns kommt Ihr Frauen nach Oben oder ihr bringt Uns als Partei nach Oben und Wir vertreten euch. All dies kann es bedeuten.</p>
<p>Wie dieses Oben aussieht, bleibt wohl der Fantasie und den Wünschen der Betrachterin überlassen. Aber vielleicht ist das Plakat auch nur ein Wegweiser. Ein pseudo-feministisches Navi im Dschungel der Frauen als Wahlvolk umwerbenden Parteien? Oder als Wegweiser für Unentschlossene?<br />
Frauen – Da geht’s lang! Wohin? Na, nach Dort! Ach so. Wir zeigen dir, wohin es geht!<br />
Denn das Ausrufungszeichen nimmt ja einen gewissen Befehlston vorweg.</p>
<p>Und wie begrenzt ist dieses Oben? Es ist ja nicht nach oben offen, sondern stößt als Pfeil an die Barriere der extrafetten Überschrift.</p>
<p>Interessante Assoziationen wecken diese beiden Plakate schon, wenn ich sie mir so ansehe.</p>
<p>Für mich selbst als Wählerin hat das Oben der Grünen gar keine Aussage und Bedeutung.<br />
Nach Oben. Was bedeutet das für mich? Vertreten Grüne meine Interessen? In Bezug auf Ökologie: ja, auf Frauenpolitik: teilweise, in Bezug auf das eigene Leben: wenig, im Arbeitsleben: Nein.<br />
Natürlich sollte frau so nicht denken, als Feministin. Obwohl Wählen auch eine gewisse Portion Eigennutz beinhalten kann und sollte. </p>
<p>Frau Feministin kann wählen? Nur welche? Sie könnte sie ja noch auswählen zwischen: Die Linke, Die Frauen und Die Grünen/B90. Alle haben mehr oder weniger frauenbezogene Politik mit teilemanzipatorischem Anspruch. Von der Wurzel her feministisch sind alle schon lange nicht mehr oder nie gewesen. </p>
<p>Für mich stellt sich eher die Frage: „Muss eine Feministin Grün wählen?“<br />
Nein, aber sie kann. Wenn sie weiß, warum.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: umamibuecher</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-507</link>
		<dc:creator>umamibuecher</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 07:07:18 +0000</pubDate>
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		<description>tigerfood: Ich meine auch nicht das Wählen gehen, sondern das Wählen lassen - also die Mitgestaltung der Gesellschaft. Solange gesellschaftsprägende Positionen in der Gesellschaft so zeitraubend sind, dass Frauen auf ein Privat- und/oder Familienleben verzichten müssen, um sie auszuüben, werden wohl weiterhin viele Frauen lieber verzichten. 

Mit der Verbrauchermacht ist ja nicht nicht allzuweit her, wie man z.B. am Verschwinden der frischen Milch in den Supermarktregalen erkennen kann. Trotz Beschwerden der VerbraucherInnen gibt es nur noch eklige ESL-Milch, auf Druck der großen Supermarktketten.

Frauen, die keine Lust auf 60-Stunden-Jobs haben, aber dennoch an der gesellschaftlichen Entwicklung teilhaben wollen, haben es schwer, und da hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht viel getan. 

Und es ist durchaus ein Dilemma, das wir unsere Töchter bestens ausbilden lassen, sie als Mütter aber wieder ihre Zeit mit Kinder bespaßen verbringen. 

Der Zeitgeist in der Arbeitswelt hat sich ja in der vergangenen 20 Jahren eher nachteilig entwickelt und es gibt immer noch nicht genügend anspruchsvolle Teilzeitstellen für Frauen und Männer. Wer einen guten Job (behalten) will, darf nicht pünktlich seinen Arbeitsplatz verlassen, sondern muss möglichst lange am Schreibtisch sitzen bleiben, ob noch was zu tun ist oder nicht. Das meine ich mit Zeitgeist und den zu verändern, wäre doch jede Anstrengung wert. Aber dass wir das im Nischendasein schaffen, bezweifele ich - auch wenn ich es selbst dort gelegentlich sehr gemütlich finde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>tigerfood: Ich meine auch nicht das Wählen gehen, sondern das Wählen lassen &#8211; also die Mitgestaltung der Gesellschaft. Solange gesellschaftsprägende Positionen in der Gesellschaft so zeitraubend sind, dass Frauen auf ein Privat- und/oder Familienleben verzichten müssen, um sie auszuüben, werden wohl weiterhin viele Frauen lieber verzichten. </p>
<p>Mit der Verbrauchermacht ist ja nicht nicht allzuweit her, wie man z.B. am Verschwinden der frischen Milch in den Supermarktregalen erkennen kann. Trotz Beschwerden der VerbraucherInnen gibt es nur noch eklige ESL-Milch, auf Druck der großen Supermarktketten.</p>
<p>Frauen, die keine Lust auf 60-Stunden-Jobs haben, aber dennoch an der gesellschaftlichen Entwicklung teilhaben wollen, haben es schwer, und da hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht viel getan. </p>
<p>Und es ist durchaus ein Dilemma, das wir unsere Töchter bestens ausbilden lassen, sie als Mütter aber wieder ihre Zeit mit Kinder bespaßen verbringen. </p>
<p>Der Zeitgeist in der Arbeitswelt hat sich ja in der vergangenen 20 Jahren eher nachteilig entwickelt und es gibt immer noch nicht genügend anspruchsvolle Teilzeitstellen für Frauen und Männer. Wer einen guten Job (behalten) will, darf nicht pünktlich seinen Arbeitsplatz verlassen, sondern muss möglichst lange am Schreibtisch sitzen bleiben, ob noch was zu tun ist oder nicht. Das meine ich mit Zeitgeist und den zu verändern, wäre doch jede Anstrengung wert. Aber dass wir das im Nischendasein schaffen, bezweifele ich &#8211; auch wenn ich es selbst dort gelegentlich sehr gemütlich finde.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: tigerfood</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-506</link>
		<dc:creator>tigerfood</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 06:10:34 +0000</pubDate>
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		<description>@umamibuecher 

&quot;Waldorfschule, Yogakurs und Ökogemüse&quot; muss ja nicht heißen, dass eine Frau nicht wählen geht. (Da es mehr weibliche als männliche Wahlberechtigte gibt, haben Frauen an dieser entscheidenden Stelle großen Einfluss auf die politischen Verhältnisse.) Und es muss auch nicht heißen, dass eine Frau nicht einkaufen geht. (Angeblich bestimmen Frauen über 70% aller Kaufentscheidungen und üben damit einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Wirtschaft aus.)

Mit der Prägung des &quot;Zeitgeistes&quot; für die Töchter ist es so eine Sache. Diesen Zeitgeist machen sich die Töchter ja auch selber, innerhalb ihrer Generation. Dass Eltern da nicht immer als Vorbild hergenommen werden, manchmal sogar eher als Beispiel dafür, wie man es genau n i c h t machen will, ist ja ein bekanntes Phänomen.

Eine Tochter, die sich an nach oben strebenden Frauen orientieren will, aber bei der eigenen Mutter unter Umständen solche Ambitionen nicht entdecken kann, findet seit ein paar Jahrzehnten immer mehr weibliche Vorbilder außerhalb ihrer Familie. Ist das denn nichts?

Ich sehe da eigentlich kein Dilemma.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@umamibuecher </p>
<p>&#8222;Waldorfschule, Yogakurs und Ökogemüse&#8220; muss ja nicht heißen, dass eine Frau nicht wählen geht. (Da es mehr weibliche als männliche Wahlberechtigte gibt, haben Frauen an dieser entscheidenden Stelle großen Einfluss auf die politischen Verhältnisse.) Und es muss auch nicht heißen, dass eine Frau nicht einkaufen geht. (Angeblich bestimmen Frauen über 70% aller Kaufentscheidungen und üben damit einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Wirtschaft aus.)</p>
<p>Mit der Prägung des &#8222;Zeitgeistes&#8220; für die Töchter ist es so eine Sache. Diesen Zeitgeist machen sich die Töchter ja auch selber, innerhalb ihrer Generation. Dass Eltern da nicht immer als Vorbild hergenommen werden, manchmal sogar eher als Beispiel dafür, wie man es genau n i c h t machen will, ist ja ein bekanntes Phänomen.</p>
<p>Eine Tochter, die sich an nach oben strebenden Frauen orientieren will, aber bei der eigenen Mutter unter Umständen solche Ambitionen nicht entdecken kann, findet seit ein paar Jahrzehnten immer mehr weibliche Vorbilder außerhalb ihrer Familie. Ist das denn nichts?</p>
<p>Ich sehe da eigentlich kein Dilemma.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Antje Schrupp</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2009/09/07/kann-eine-feministin-die-grunen-wahlen/#comment-505</link>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 20:41:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://antjeschrupp.com/?p=738#comment-505</guid>
		<description>@umamibuecher - mit diesen Bedenken hast du Recht, und die Gefahr (oder Versuchung), sich aus der &quot;bösen Welt&quot; rauszuziehen ist groß. Aber die Alternative ist nicht &quot;nach oben&quot; kommen und &quot;mitmachen&quot;, sondern überlegen und ausprobieren, wo und wie man sich am sinnvollsten engagiert. Und ich finde es immer richtig, sich die eigenen spontanen Impulse nicht zu verbieten, sondern zu überlegen, ob sich daraus etwas Wahres über die Welt erkennen lässt und dann zu entscheiden, was daraus folgen müsste...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@umamibuecher &#8211; mit diesen Bedenken hast du Recht, und die Gefahr (oder Versuchung), sich aus der &#8222;bösen Welt&#8220; rauszuziehen ist groß. Aber die Alternative ist nicht &#8222;nach oben&#8220; kommen und &#8222;mitmachen&#8220;, sondern überlegen und ausprobieren, wo und wie man sich am sinnvollsten engagiert. Und ich finde es immer richtig, sich die eigenen spontanen Impulse nicht zu verbieten, sondern zu überlegen, ob sich daraus etwas Wahres über die Welt erkennen lässt und dann zu entscheiden, was daraus folgen müsste&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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