Hannah Arendt über die Liebe

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Gerade ist mir folgender Text von Hannah Arendt wieder in die Hand gefallen, in dem sie sich mit der Unterscheidung zwischen Ehe, Liebe und Freundschaft auseinander setzt und analysiert, wie Frauen und Männer mit dem Thema umgehen. Den Gedankenschnipsel schrieb sie im Dezember 1950 in ihr Notizbuch.

Liebe ist ein Ereignis, aus dem eine Geschichte werden kann oder ein Geschick. Die Ehe als Institution der Gesellschaft zerreibt dies Ereignis, wie alle Institutionen die Ereignisse aufzehren, auf denen sie gegründet waren. Institutionen, die sich auf Ereignisse gründen, halten der Zeit so lange stand, als die Ereignisse nicht völlig aufgezehrt sind. Vor solchem Verzehrt-werden sind nur Institutionen sicher, die auf Gesetzen basieren. Solange die Ehe, immer zweideutig in dieser Hinsicht, als unscheidbar galt, war sie doch wesentlich auf dem Gesetz, nicht auf dem Ereignis der Liebe gegründet und damit eine echte Institution. inzwischen ist die Ehe zur Institution der Liebe geworden und als solche ist sie noch um ein weniges hinfälliger als die meisten Institutionen der Zeit. Die Liebe wiederum ist seit ihrer Institutionalisierung ganz und gar heimat- und schutzlos geworden.

Dagegen protestieren Männer wie Frauen, jeder auf seine Weise. Beide versuchen, die zunehmende Flüchtigkeit der Liebe, ihre zunehmende Substanzlosigkeit zu verhindern. Die Frauen, indem sie aus der Liebe, die ein Ereignis ist, ein Gefühl machen, was nicht nur die Liebe degradiert, weil ein Göttliches zu einem Menschlichen gemacht wird, sondern auch alle Gefühle degradiert, weil sie offenbar dem Feuer der Liebe, an dem sie gemessen werden, nicht standhalten.

Der Irrtum kommt daher, dass die Liebe sich im Herzen des Menschen einnistet; das menschliche Herz ist die Wohnung, aber nicht die Heimat! der Liebe; das Missverständnis ist zu glauben, die Liebe entspringe dem Herzen und sei daher, mit einem weiteren Missverständnis, vom Herzen wie ein Gefühl hervorgebracht. Diesem Gefühl geben die Frauen – die besten gerade, die die Institutionalisierung der Liebe durch die Ehe mit Recht fürchten – sich hin, mit dem Erfolg, dass die Liebe im Gefühl und von ihm verzehrt wird, dass der dazugehörende Mann sich so schnell wie möglich retten muss, denn es geht im wirklich ans Leben!, und dass die Frauen, meist nur gelinde enttäuscht über die Flucht des für das Gefühl eher störenden Mannes, aus der „Liebe“ ihren Lebensunterhalt machen. Inhalt eines Lebens kann die Liebe aber nur werden, wenn sie mindestens ein halb Dutzend Kinder hervorgebracht hat, zwecks täglicher Beschäftigung. Dann aber geht der ganze Humbug in der entstehenden ernsten Arbeit ohnehin zum Teufel. Die Frauen, deren Lebensinhalt die Liebe als solche ist, gehen meist an Tagträumerei oder, in selteneren Fällen, an Langeweile zugrunde.

Der Protest der Männer führt zu dem Umdenken der Liebe in Freundschaft. Zu diesen gehören wesentlich Kants Definition der Ehe, deren Gegenseitigkeit ein Kontrakt der Freundschaft verbürgt; dieser Kontrakt hat nur leider zum Inhalt, was keine Freundschaft schon rein physisch je zu leisten vermag. Auch Nietzsches Bemerkung, dass der größte Teil der Ehe der Unterhaltung gilt, weist in diese Richtung: Sie schlägt vor, Kriterien der Freundschaft zu Kriterien der Ehe zu machen. Keine Freundschaft aber kann tragen, was eine Ehe zumutet. Die Liebe kann es ertragen, wenn die Ehe als Institution durch freien Entschluss zweier Menschen vernichtet wird; dies heißt aber, dass das Zusammen der beiden Menschen die Geschichte und das Geschick des Ereignisse frei entwickelt, ohne alle Garantien und treu nur in dem Nicht-vergessen des Ereigneten und Geschickten. Und es heißt weiter, dass Freundschaft gerade nicht anerkannt wird, denn in der Freundschaft gilt die Treue zum Freunde als das Höchste, sie ist der Freiheit der Liebe also gerade entgegengesetzt. Wenn der Freundschaft zugemutet wird das tägliche Zusammen der Ehe oder der Liebe, geht sie zugrunde. – Die Ehe als reine, legal gesicherte Institution kann das Zusammen mühelos ertragen, nicht nur um der Kinder willen, sondern weil ein solches Tragen oder Ertragen gar nicht zum Problem wird. Sie wahrt ja immer die absolute Distanz der Partner, die in der Liebe durchbrannt wird und in der Freundschaft dauernd überbrückt.

Zur Abgrenzung: Gefühle habe ich; die Liebe hat mich. Freundschaft ist wesensmäßig abhängig von ihrer Dauer – eine zwei Wochen alte Freundschaft existiert nicht; die Liebe ist immer ein „coup de foudre“.

aus: Hannah Arendt: Denktagebuch, Dezember 1950.

Seit Ingeborg Nordmann und Ursula Ludz die zwei Bände “Denktagebuch” mit den Notizen Arendts 2002 herausgegeben haben (Piper Verlag) sind sie für mich ohnehin eine ständige Quelle der Inspiration. Der Neupreis von 118 Euro ist natürlich krass, aber dem Aufwand, der nötig war, um diese Dokumente zugänglich zu machen, durchaus angemessen. Immerhin bekommt man dafür 1200 Seiten ungeschminktes Philosophieren – denn beim Niederschreiben dachte Arendt sicher nicht daran, dass jemand das mal so unbearbeitet lesen würde. Von daher ist es auch ein bisschen wie durchs Schlüsselloch gucken. Inzwischen bekommt man die Bücher gebraucht immerhin schon für um die 60 Euro.


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Gespräch über Gott und die Welt

Mit einer Frage von Benni auf Formspring begann vor ein paar Tagen dieses Gespräch über Gott und die Welt, das dann in philosophischen Überlegungen zu Immanenz und Transzendenz mündete. Ich finde es interessant genug, um hier sortiert auch im Blog dokumentiert zu werden. Vielleicht möchten sich ja andere auch noch daran beteiligen…

Benni: Stimmt es, dass Du „Gott“ und „Gutes Leben für Alle“ synonym verwendest? Hab das irgendwo gelesen von Dir. Vielleicht in diesem e-mail-Wechsel?

Antje: Hm, ja, schon. Aber nicht im Sinne einer Definition. Eher mache ich die Erfahrung, dass man es tatsächlich oft synonym verwenden kann. Je nach Kontext, mit wem man spricht. Also Leute, denen „Gott“ nichts sagt, die will ich nicht missionieren, sondern umschreibe, was ich meine, mit „gutes Leben für alle“. Was genau das ist, muss natürlich unbestimmt bleiben, man kann es ebenso wenig fassen, wie „Gott“. Und andersrum: Leuten, die „Gott“ so verwenden, dass es dem „guten Leben für alle“ widerspricht, denen widerspreche ich, dass es das dann wohl nicht sein kann.

Benni: Dann ist „Gott“ für Dich was komplett Immanentes? Ist das so wie bei Spinoza? Also Gott als in der Welt allgegenwärtige „Substanz“ und nicht als etwas außerhalb der Welt stehendes? Weil sonst würde das ja nicht zusammengehen, oder?

Antje: Nein, nicht immanent. (Spinoza kenn ich nicht.) Eher geht es darum, eine Beziehung zwischen immanent und transzendent zu beschreiben. Gott/das „gute Leben für alle“ ist durchaus transzendent im Sinne von nicht verfügbar, nicht kontrollierbar, nicht herstellbar, nicht beweisbar. Aber man kann sich zu ihm in Beziehung setzen, sich daran orientieren (auch wenn er/es nicht existiert im Sinne von „Beweisbarkeit“), herbeisehnen, darauf hin arbeiten usw. Interessanter Weise sind ja die Einwände dieselben: „Gott gibt es nicht“ „Das gute Leben für alle gibt es nicht“. Ist mir egal, weil ich trotzdem so tue als ob, gewissermaßen :) Was findest du an Spinoza interessant?

Benni: Die radikale Immanenz seiner Weltsicht (obwohl religiös formuliert). Und seine Sprache, die von der Mathematik (Axiom, Satz, Beweis, …) inspiriert ist und gleichzeitig inhaltlich aber jeden Formalismus hinter sich lässt – das spricht einen Computer-Nerd mit geisteswissenschaftlichem Interesse wie mich natürlich an. Und schließlich, dass er den berühmteren Zeitgenossen Descartes aber so was von alt aussehen lässt, insbesondere was dessen Dualismus angeht. Er ist sozusagen der Beweis, dass der schon immer falsch war, nicht erst von heute aus betrachtet. Außerdem wird er von zeitgenössischen postoperaistischen Philosophen gerne als Basis ihrer Erzählungen genutzt, das hat mich auf die Spur gebracht.

Wieso glaubst Du, dass die Möglichkeit eines guten Lebens für alle nicht beweisbar sei? Zumindest für die materielle Seite ist das ja anhand verfügbarer Güter relativ einfach möglich.

Antje: Ja klar. Aber das gute Leben hat ja nicht nur eine materielle Seite. Es bringt auch nichts, zu versuchen, es zu „beweisen“, viel interessanter ist an einer Praxis zu arbeiten, wie man ihm näher kommt bzw. sich an dieser Idee im Alltag orientieren kann. Leute, die angeblich genau wissen, wie das gute Leben aussieht und wie es allgemein implementiert werden kann, sind mir genauso suspekt wie diejenigen, die angeblich genau wissen, was Gott will.

Benni: Ja klar. „Beweisen“ ist das falsche Wort. Für mich ist es halt einfach nur plausibel aus den Daten ableitbar. Das ist doch schon was anderes als „glauben“. Schwächt das nicht das Streben nach dem guten Leben, wenn man es als bloßen „Glauben“ betrachtet?

Antje: Für mich ist Gott auch plausibel aus den Daten ableitbar :)) – kleiner Scherz… „Glauben“ (im biblischen Sinn) ist ja auch nicht glauben im Sinne von vermuten, annehmen, mutmaßen (als Gegenteil von Wissen), sondern heißt eigentlich (wörtliche Bedeutung von „pistis“ in Griechisch) „vertrauen“. So gesehen ist Glauben keine Schwächung (das wäre er nur verglichen mit dem stärkeren „Wissen“), sondern eine Stärkung (verglichen mit Hoffnungslosigkeit, Pessimismus, Zweifeln): Es gibt zwar Unwägbarkeiten und ich habe in der Tat keine Garantie, dass es klappt, aber ich vertraue darauf, dass es gehen kann. Aus den verschiedensten Gründen (eigene Erfahrungen, Erzählungen von anderen etc.)

Benni: Ok, ich brauch erst mal einen Schritt zurück: Was genau ist denn das „Gute Leben für Alle“ für Dich? Ich würde darunter das alte „Jeder nach ihren Bedürfnissen, jede nach ihren Fähigkeiten“ verstehen. Du auch?

Antje: Ich finde es schwierig, da eine Definition zu finden. Für mich ist „gutes Leben für alle“ eher so was wie ein Kriterium zur Beurteilung einer Situation, einer Idee, eines Vorschlags: Dient dies oder das dazu, das gute Leben für alle zu befördern oder nicht? Wenn es abstrakt, also vom Kontext losgelöst definiert wird, kann jede „Maßnahme“ auch für andere Zwecke instrumentalisiert werden. Auch was jemandes Bedürfnis ist und was jemandes Fähigkeiten sind steht ja nicht abstrakt fest, sondern muss jeweils in einer Situation verhandelt werden. Mir würde es schon reichen, wenn wir uns darauf verständigen könnten, dass das „gute Leben für alle“ der Maßstab sein soll und nicht irgendwas anderes, so wie meistens. Und zwar eben wirklich, und nicht instrumentell…

Benni: Und Du glaubst nicht, dass „Gutes Leben“ hauptsächlich etwas mit Erfüllung von Bedürfnissen und Einsetzen von Fähigkeiten zu tun hat? Womit denn sonst noch so?

Antje: Damit sicher auch. Noch wichtiger sind aber gelingende Beziehungen. These: Ein einzelner Mensch im Paradies hat kein gutes Leben (hab ich auch aus der Bibel, aber nicht nur daher :)) Jetzt könnte man Beziehungen natürlich unter „Bedürfnisse“ subsumieren, aber der springende Punkt ist, dass die Figur des „Anderen“ dabei nicht expliziert ist. Gutes Leben ist Bezogenheit, und vor allem die Fähigkeit/Möglichkeit, sich auf Anderes zu beziehen. Das Andere ist vielleicht auch ein Synonym für Gott.

Benni: „Schwächung“ meinte ich in Bezug auf das transzendente Moment. Mit der Immanenz haben wir alle zu tun, Transzendenz ist aber keine gemeinsame menschliche Basis. Glaubst Du nicht, dass das eine Schwächung für das Anliegen des Guten Lebens Aller ist?

Antje: Ich denke schon, dass Transzendenz eine gemeinsame menschliche Basis ist, aber nicht alle machen sich das klar. Die Vorstellung, wir wären ganz auf die Immanenz (also letztlich auf uns selbst und das, was schon da ist) angewiesen, finde ich beängstigend. Es entspricht auch nicht meinen Erfahrungen.

Benni: Mit „dem Anderen“ kann ich glaube ich deswegen wenig anfangen, weil das für mich impliziert, der Mensch sei erst mal da und dann käme diese(s|r) „Andere“ dazu. „Mensch“ heißt aber für mich immer schon Bezogenheit und Gesellschaftichkeit.

Antje: Bezogenheit und Gesellschaftlichkeit sind aber nicht automatisch auch Bezogenheit auf das ANDERE. Es gibt auch Gesellschaften, die auf Gleichheit, Übereinstimmung, Normen, Konventionen usw. bauen. (bzw. jede Bezogenheit/Gesellschaftlichkeit hat vermutlich Anteile von beidem). Dieser Aspekt der Offenheit für bzw. Interessiertheit an der Andersheit der anderen (und nicht an ihrer Uns-Ähnlichkeit bzw. Uns-Gleichheit) ist es, den ich betonen will. Die anderen sind für uns eben auch immer ein Stück weit „transzendent“, d.h. unverständlich, fremd, irritierend, falsch, doof und es gehört Übung dazu, damit gut leben und umgehen zu können. Aber es ist eine Vorraussetzung für gutes Leben für alle…

Benni: Für mich beinhaltet die Gesellschaftlichkeit des Menschen immer beides zusammen: Bezogenheit aufeinander als Gleiche (weil Menschen) und als Verschiedene (weil _unterschiedliche_ Menschen). Dann meint „Das Andere“ nur den zweiten Teil?

Antje: Nein, die „Gleichheit“ gibt es natürlich auch und in politischen Strukturen ist sie wichtig, aber sie ist nur ein Modell, das heißt, sie kommt im wirklichen Leben nie vor (es gibt sie nicht, in konkreten Situationen haben wir es IMMER mit Ungleichheit zu tun). Ich würde eher zwischen zwei Varianten von „anderen“ unterscheiden: Das „andere“ bezogen auf mich (Beispiel: das Andere wird interpretiert im Hinblick darauf, wie es sich von mir unterscheidet, was ihm natürlich nicht gerecht wird – Beispiel „Frausein“ in Abgrenzung zum „Mannsein“ definieren oder Muslime über ihre Unterschiede zu Christen). Oder das „andere“ bezogen auf alles, auf das Noch-Nicht, auf die eigenständige, vom Vergleich zu mir unabhängige Differenz. In politischen Diskussionen wird das Andere meistens im ersteren Sinne verstanden. Das Konzept „Transzendenz“ hilft mir vielleicht, das „andere“ im zweiteren Sinn zu verstehen.

Benni: Ok, ich glaube, wir verstehen unter Transzendenz was ganz Unterschiedliches. Für mich ist das etwas, das außerhalb der Welt ist und deswegen meiner Erkenntnis und meinem Handeln nicht zugänglich, das unabhängig vom Menschen Wahrheit beansprucht.

Antje: Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass ich Immanenz bzw. Transzendenz nicht absolut definiere, sondern kontextbezogen. Ich stimme z.B. Luisa Muraro zu, die sagt, Gott sei kontingent. Also nur in einer bestimmten konkreten Situation da und relevant, nicht absolut. Von daher ist seine/ihre Transzendenz auch auf die jeweilige Situation bezogen, und in gewisser Weise könnte man sagen, ein Kind, das an den Weihnachtsmann glaubt und sich auf die von ihm gebrachten Geschenke freut, übt sich in Transzendenz ein. Nun kann man hingehen und sagen: Der Weihnachtsmann ist aber nur der verkleidete Papa, also – ätsch – immanent. Und das dann weiter treiben bis wohin auch immer und sich darüber streiten, ob man irgendwo an eine Grenze kommt, wo es dann „wirklich“ transzendent ist. Das interessiert mich eben nicht. Denn in einer konkreten Situation ist die Transzendenz so oder so eine Realität. Und der Witz ist, dass keine Situation denkbar ist, in der keine dieser „kontingenten Transzendenz“ vorhanden ist. Die Herausforderung besteht nicht darin, dass diese immer letzten Endes doch „immanent“ ist, was sein kann oder auch nicht sein kann, sondern dass man in der Lage ist, mit diesem „transzendenten Aspekt“ in jeder Situation etwas Vernünftiges und Sinnvolles anzufangen. Dafür ist es – in der Situation – vollkommen egal, ob irgendwann mal rauskommen wird, dass es doch immanent war oder nicht.

Warum genau ist Dir radikale Immanenz wichtig? Was hast Du gegen Transzendenz?

Benni: Ich glaube, wir verstehen da einfach was Unterschiedliches drunter. Deine Einstellung immer nach dem konkreten zu gucken, auf die menschlichen Beziehungen, fällt für mich durchaus unter radikale Immanenz. Das was für Dich schon Transzendenz ist, also alles was über das Jetzt hinaus weist, Hoffnung zum Beispiel, ist für mich noch nicht Transzendenz. Keine Ahnung, ob das irgendeiner „offiziellen“ Definition entspricht, ich habe es jedenfalls schon oft in dieser Form verwendet gesehen. Was dann noch übrig bleibt für Transzendenz ist eben alles was sich außerhalb der Welt abspielt, alles Spirituelle, Göttliche oder auch nur übermenschlich wahre. Jede Berufung auf Instanzen außerhalb menschlicher Beziehungen (oder der Naturgesetze). Dagegen hab ich etwas, weil das vom Miteinander ablenkt und von den konkreten Problemen. Meistens wird sowas strategisch eingesetzt um Herrschaftsansprüche durchzusetzen. Früher war es halt „Gottes Wille“, dass der eine Knecht sei und der andere Herr, heute ist es „der Weltmarkt“ zum Beispiel (wobei der Fall beim Weltmarkt komplizierter liegt als bei Gott, weil da die Transzendenz versteckt ist und quasi-natürlich auftritt).


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Lesenswert: Marge Piercys “Menschen im Krieg”

Eigentlich mag ich keine Kriegsgeschichten. Egal ob Filme oder Bücher, sie sind mir entweder langweilig oder zu pathetisch und sowieso zu männerlastig. Wobei ich auch keinen wirklichen Unterschied zwischen Kriegsgeschichten und Antikriegsgeschichten erkennen kann. Der tausend-Seiten-Wälzer „Menschen im Krieg“ stand deshalb ein paar Jahre ungelesen bei mir im Regal. Ich hatte ihn irgendwann günstig bei Buchticket eingetauscht, und auch nur deshalb, weil er von Marge Piercy ist.

Piercy hat Anfang der 1970er Jahre das grandiose Buch „Die Frau am Abgrund der Zeit“ geschrieben, ein Meilenstein in der Abteilung Science Fiction (eins meiner Lieblingsthemen). Danach las ich von ihr „Er, Sie, Es“, ebenfalls ein SciFi, in dem es um die Frage von Beziehungen zwischen menschlichen und künstlichen Lebensformen geht. Und dann schrieb sie auch noch „Sex Wars“, einen Roman, in dem es um die Debatten über freie Liebe geht, die Victoria Woodhull in den USA im 19. Jahrhundert ausgelöst hat. Woodhull ist aber nun eine meiner historischen Lieblingsfrauen, ich habe ihre deutsche Biografie geschrieben, und es hat mich sehr gefreut, wie bis in die Details korrekt Piercy die damalige Geschichte nacherzählt hat. Also: Wenn überhaupt jemals ein Kriegsroman, dann von dieser Autorin. Ich nahm den Wälzer mit in den Urlaub und wurde nicht enttäuscht.

Piercy zeichnet den Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive verschiedener Personen nach: Zum Beispiel Jacqueline, eine aufgeklärte Französin, die sich erst durch die Verfolgung als Jüdin identifiziert und Résistance-Kämpferin wird. Ihre jüngere Schwester Naomi, die als Zwölfjährige alleine in die USA geschickt wird, damit sie in Sicherheit ist. Jack, der eigentlich Maler ist, aber als amerikanischer Spion nach Frankreich geht. Seine Schwester Bernice, deren Leidenschaft das Fliegen ist, und für die der Krieg die berufliche Chance ihres Lebens bedeutet. Murray, der als Soldat im Pazifik kämpfen muss. Louise, eine amerikanische Bestsellerautorin, die Propagandaberaterin wird und schließlich als Kriegsberichterstatterin nach Europa geht. Ihr Ex-Mann Oscar, der eigentlich Wissenschaftler ist, aber jetzt kriegsrelevante Forschung betreibt. Und noch einige andere.

Die Geschichten geben vor allem Einblick in die alltägliche Kultur der damaligen amerikanischen Gesellschaft, die geprägt war von Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus, aber gleichzeitig doch Möglichkeiten der Entfaltung und der persönlichen Freiheit eröffnete. Mir ist schleierhaft, wie Piercy das alles so lebendig und detailgetreu schildern konnte, obwohl sie doch gar nicht dabei war. Vieles, was unter Geschichtsunterrichts-Vokabeln eher abstrakt bekannt ist, wird hier plastisch vorstellbar, etwa das Leben in Frankreich unter der Besatzung oder das in London nach dem Blitzkrieg. Mir jedenfalls ging es so, dass ich beim Lesen oft Aha-Erlebnisse hatte – in dem Sinne, dass ich eigentlich jetzt erst richtig verstehe, was viele Sachen, die ich längst wusste, auch wirklich bedeuteten (oder zumindest bedeuten konnten).

Auch so manches interessante Hintergrundwissen schnappt man beim Lesen ganz beiläufig auf: Etwa, wie Frauen propagandistisch aufgefordert wurden, „Männerarbeit“ in der Kriegsindustrie zu leisten, nur um sie dann nach Kriegsende zurück an den Herd zu schicken. Oder die soziale Ausgrenzung jüdischer Menschen, die aber natürlich kein Vergleich mit dem Holocaust war. Die Kontrollfixiertheit der amerikanischen Militärmaschinerie, die kaum zur Zusammenarbeit mit örtlichen Widerstandsgruppen fähig und bereit war (nicht die einzige aktuelle Parallele, die sich aufdrängt). Die Fixiertheit auf ein bestimmtes Familienmodell, das in der Praxis aber kaum taugte. Die Unsichtbarkeit von Lesben. Die Allgegenwart sexueller Gewalt und ihre Tabuisierung. Und das alles wird erzählt mit einem sensiblen Blick auf die Geschlechterdifferenz und ohne pauschale Lösungen und Schuldzuweisungen.

Sehr, sehr lesenswert.


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Die letzte Königin des Kongo

Inschrift: „Dieses Denkmal wurde aufgestellt, um das Andenken an Dona Santa von der Elefantennation zu ehren, der Königin aller Königinnen unserer Maracatus, die Recife in ihren imperialen Hof verwandelte. João Paulo Lima e Silva, Bürgermeister von Recife, Dezember 2008.“

Es gibt nicht viele Denkmäler, die an Frauen erinnern, und schon gar nicht an Frauen mit afrikanischen Wurzeln. Deshalb weckte dieses hier, das ich beim Stadtrundgang durch Recife – am Praça das Cinco Pontas – sah, meine Aufmerksamkeit. Wer ist Dona Santa? Da das Denkmal erst vor zwei Jahren aufgestellt wurde, stand nichts darüber in meinem Reiseführer, aber das Internet half weiter.

Maracatus gelten im Allgemeinen als Karnevalsvereine oder Musikgruppen, was sie heutzutage größtenteils auch sind. Zumindest die älteren von ihnen sind jedoch eigentlich religiöse Gemeinschaften, die afrikanische Traditionen pflegen und deren „Königinnen“ oder „Könige“ im Candomblé initiiert sind (Religionen mit afrikanischen Wurzeln in Brasilien interessieren mich schon länger, über den Candomblé habe ich vor Jahren mal ein Radiofeature gemacht). Der „Maracatu Nação Elefante“, dessen Königin Dona Santa war, soll bereits 1800 gegründet worden sein.

Die Anthropologin Katarina Real, die den Karneval von Recife erforscht hat, führt die Ursprünge der Maracatus auf die Tradition der so genannten „Krönung des Königs des Kongo“ zurück. Die Portugiesen hatten den von ihnen aus Afrika verschleppten Menschen zunächst noch erlaubt, eigene religiöse Rituale abzuhalten und ihre kulturellen Traditionen weiter zu pflegen. Eines der größten Probleme dabei war jedoch, dass in Afrika die familiären Ahnenreihen sehr wichtig waren (und dort bis heute sind), mit der Sklaverei aber die Blutsfamilien auseinander gerissen wurden und die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft nach ihrer wirtschaftlichen Verwertbarkeit durcheinander gewürfelt wurden.

In Brasilien bestand eine Art, damit umzugehen, darin, von der Blutsverwandtschaft unabhängige Gemeinschaften oder „Nationen“ zu gründen, die sich um jeweils ein Oberhaupt mit vorwiegend religiösem Charakter gruppieren. Dies sind von Anfang an mehr Frauen als Männer gewesen, ich habe Schätzungen gefunden, die davon ausgehen, dass die Geschlechterverteilung heute etwa zwei Drittel zu ein Drittel sein soll. Aus den afrikanischen Ahnen wurden nach und nach Gottheiten, deren „Tochter“ oder „Sohn“ man jeweils ist. Auf diese Weise sind afrikanische religiöse Kulturen in Brasilien quasi „universalisiert“ worden, das heißt, man kann sich ihnen unabhängig von der eigenen familiären Herkunft anschließen. Heutzutage lassen sich auch Menschen ohne afrikanische Wurzeln in diese Kulte initiieren.

Im Bundestaat Pernambuco entwickelte sich in diesem Zusammenhang offenbar das Ritual der „Krönung“ des Königs oder der Königin „des Kongo“ („Kongo“ war lediglich eine Sammelbezeichnung, die die Portugiesen für alles „Afrikanische“ verwendeten). Im Zusammenhang mit diesen Krönungen fanden in Pernambuco Prozessionen des „königlichen Hofes“ statt mit König und Königin, Prinzen, Hofdamen, Fahnenträgern, Orchester und so weiter – hieraus entstanden ganz offensichtlich die Karnevalsumzüge. Dabei benutzten die Beteiligten abgelegte Kleidungsstücke der Portugiesen, weshalb die Kleidung der Maracatu-Umzüge bis heute an barocke europäische Mode erinnert.

Dona Santa, Königin des Maracatu "Nação Elefante"

Dona Santa soll die letzte gewesen sein, die nach diesem alten Ritual als Königin der „Elefantennation“ gekrönt wurde, und zwar am 27. Februar 1947. Da war sie bereits 59 Jahre alt. Geboren wurde sie als Maria Júlia do Nascimento in Recife am 25. März 1877 – elf Jahre, bevor die Sklaverei in Brasilien endgültig verboten wurde. Sowohl ihre Eltern als auch ihre Großeltern stammten aus Afrika. Schon als junge Frau war sie in diversen Maracatus aktiv und wurde zur Königin des Maracatu „Gekrönter Löwe“ ernannt. Doch sie wechselte zur „Elefantennation“, als ihr Mann dort König wurde, und trat nach dessen Tod seine Nachfolge an.

Die „Regierungszeit“ von Dona Santa war eine schwierige Periode, denn unter der Militärdiktatur von Getulio Vargas und auch noch in den 1950er und 1960er Jahren waren die afrikanischen Kulte in Brasilien verboten und ihre Mitglieder wurden verfolgt. Auch die katholische Kirche ging inzwischen gegen sie vor (anfangs hatte sie versucht, die Afrikaner und Afrikanerinnen zum Christentum zu bekehren, indem sie deren Gottheiten mit christlichen Heiligen parallelisierte. Daraus entstand der typisch brasilianische Synkretismus, bei dem sich katholische und afrikanische religiöse Kulte vermischen und man nicht genau weiß, ob zum Beispiel in der Figur der Maria der unbefleckten Empfängnis wirklich diese verehrt wird oder die Meeresgöttin Yemanja, oder ob der heilige Georg in seiner Rüstung nicht eigentlich der Kriegsgott Ogum ist.)

Dona Santa schaffte es offenbar, die afrikanisch-brasilianischen Traditionen trotz dieser Verfolgungen lebendig zu halten, praktizierte im Untergrund und nutzte Karnevalsumzüge, um in Wirklichkeit dabei Candomblé-Rituale abzuhalten. Ihre „absolute Herrschaft“ (wie es in vielen Artikeln bewundernd heißt), dauerte 16 Jahre. Sie starb 1962, im Alter von 85 Jahren. Ihren Nachlass hat sie dem „Museu do Homem do Nordeste“ in Recife vermacht (das ich leider nicht besucht habe, mache ich dann nächstes Mal :))


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Julian Assange, Schweden und die wildgewordenen Feministinnen

„Eine Feministin, eine Staatsanwältin und ein weiblicher Fan“ haben laut FAZ.net den Wikileaks-Gründer Julian Assange ins Gefängnis gebracht. Mit Vorwürfen, die – wie seit Tagen kopfschüttelnd von vielen Seiten erklärt wird – nach deutschem Rechtsempfinden und überhaupt nach gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar sind.

Assange ist in Schweden eines minderschweren Falles von Vergewaltigung angeklagt, obwohl er keine Frau gewaltsam zum Sex gezwungen hat, sondern lediglich ohne Kondom mit zwei Frauen schlief, die ihn jeweils in ihre Wohnung zum Übernachten eingeladen hatten. Ist diese Anklage ein Beispiel dafür, dass wild gewordene „Radikalfeministinnen“ es aber nun wirklich zu weit treiben, wie in vielen Internetkommentaren gemutmaßt wird?

Meiner Ansicht nach hat das Ganze weniger mit Feminismus zu tun als mit dem schwedischen Staatsverständnis und mit der dortigen Vorstellung, dass alles, was eine Gesellschaft kulturell und moralisch für richtig oder falsch hält, von Staats wegen durchgesetzt gehört. Während man in Deutschland „dem Staat“ gegenüber, aus historischen Gründen, im Allgemeinen eher skeptisch eingestellt ist, sehen die meisten Schwedinnen und Schweden den Staat positiv: nicht als Gegenpart zum „Bürger“, sondern als legitimen verlängerten Arm ihrer selbst.

Deshalb gibt es in Schweden wenig Datenschutz-Aktivismus, denn man ist der Meinung, der Staat werde schon verantwortlich mit den Informationen umgehen. Und deshalb ist dort die Bereitschaft, ordentlich Steuern zu zahlen, relativ hoch, weil die Menschen überzeugt sind, der Staat werde das Geld schon sinnvoll ausgeben. Man hat in Schweden auch wenig dagegen, wenn der Staat nicht nur unerwünschtes Verhalten verbietet, sondern auch erwünschtes Verhalten herbeiführt – berühmtes Beispiel sind die „Vätermonate“, die in Schweden erfunden wurden, und die bedeuten, dass Elterngeld nur dann in voller Höhe ausbezahlt wird, wenn Vater und Mutter ihre Erwerbsarbeit zu je gleichen Teilen unterbrechen.

In diesem Kontext des allgemeinen Vertrauens in „den Staat“ und seine Institutionen ist auch die Anklage gegen Assange zu sehen. Hintergrund ist hier das juristische Konstrukt einer „minderschweren Vergewaltigung“, die nach schwedischem Recht auch dann vorliegen kann, wenn sich das „Opfer“ während des Sexualaktes nicht eindeutig gewehrt hat oder sogar Zustimmung signalisierte.

Dass Gewalt nicht nur dann stattfinden kann, wenn sie körperlich ist, müsste sich doch inzwischen allgemein herumgesprochen haben. Es gibt strukturelle Gewalt, psychische Gewalt und so weiter. Gerade im Bezug auf Gewalt in intimen Beziehungen und im Zusammenhang mit Sexualität spielt das eine große Rolle, da die allermeisten Vergewaltigungen ja eben nicht im dunklen Park stattfinden, sondern von Verwandten, Bekannten und Freunden verübt werden.

Es ist jedenfalls durchaus denkbar, dass Assange zum Beispiel eine Einladung zur Übernachtung als Einladung zum Sex missverstanden hat und die betreffende Frau den Sex zwar nicht wollte, aber auch nicht lautstark dagegen protestierte, zum Beispiel aus Scham oder weil sie sich überrumpelt fühlte. Damit will ich, wohlgemerkt, nicht behaupten, dass es so gewesen ist. Wie es gewesen ist, können wir alle nicht wissen. Es könnte aber so gewesen sein. Und wenn es so gewesen wäre, dann wäre das Verhalten Assanges falsch gewesen. Er hätte eine Situation ausgenutzt, sich gegen die Bedürfnisse und Wünsche der betreffenden Frau ignorant gezeigt, und das wäre nicht in Ordnung gewesen.

Die Frage, um die es hier geht, ist: Wäre das ein Fall fürs Gericht?

Offensichtlich – die näheren Umstände des Gesetzes sind mir nicht bekannt – versucht man in Schweden tatsächlich, solche Settings nicht nur „moralisch“, sondern auch juristisch erfassen. Also jene komplexen Ebenen menschlicher Beziehungen, in denen zu es nicht klar und eindeutig um physische Gewaltanwendung geht (die den „Vorteil“ hat, dass man sie beweisen und nachweisen kann), sondern um subtile Dynamiken, die es einem Menschen ermöglichen, seinen Willen und seine Bedürfnisse unter Missachtung des Willens und der Bedürfnisse anderer auszuleben. Wie gesagt: Ob das im Fall von Julian Assange so war oder nicht, ist derzeit nicht bekannt, das herauszufinden wäre ja Thema eines eventuellen Prozesses.

In Schweden meint man, solche Dinge sind justiziabel, der Staat müsse sich darum kümmern. Nach dem Empfinden der meisten Menschen in Deutschland handelt es sich dabei eher um private Angelegenheiten nach dem Motto: Soll die Frau doch lernen, deutlich Nein zu sagen. Über dieses Staatsverständnis wäre also zu diskutieren. Als Anarchistin sehe ich persönlich das schwedische Modell ebenfalls skeptisch. Gerade das komplexe Phänomen „Gewalt in intimen Beziehungen“ lässt sich meiner Ansicht nach nicht juristisch in den Griff kriegen – warum habe ich kürzlich in einem Vortrag aufgeschrieben.

Zumal ja rechtliche Festschreibungen immer auch die Gefahr des Missbrauchs beinhalten – ein Thema, das die Frauenbewegung meiner Ansicht nach ruhig offensiver diskutieren könnte. Als in den 1990er Jahren die Debatten über Kindesmissbrauch geführt wurden, hat Katharina Rutschky das Thema „Missbrauch des Missbrauchs“ zur Sprache gebracht. Ich habe es immer schade gefunden, dass ihre Thesen in Frauenbewegungskreisen oft nicht diskutiert, sondern pauschal zurückgewiesen worden sind.

Auch im vorliegenden Fall ist es natürlich möglich, dass die Beschuldigungen gegen Assange falsch sind. Es ist möglich, dass der Sex einvernehmlich stattfand, und zwar nicht nur in dem (deutschen) Sinne, dass keine physische Gewalt angewendet wurde, sondern auch in dem (schwedischen) Sinne, dass Assange die Frauen nicht überrumpelte, dass er seinen Star-Status nicht ausnutzte und das Kondom nur deshalb wegließ, weil die Frau ebenfalls nicht wollte, dass er es benutzt. Und es ist natürlich auch möglich, dass es sich bei der Anklage um eine bewusste Diffamierung wegen Wikileaks und Co handelt.

Aber es ist eben auch das Gegenteil möglich: dass Assange seine eigenen Bedürfnisse über die der betreffenden Frauen gestellt hat. Und das würden wir hoffentlich alle falsch finden. Doch es wäre ein rein ethisches Vergehen, es wäre in Deutschland nicht justiziabel. In Schweden aber schon. Nicht, weil es da so viele Radikalfeministinnen gibt. Sondern weil man in Schweden dem Staat einfach ungeheuer viel Autorität gibt.

Update: Einen guten Überblick über die Diskussion gibt es bei der Mädchenmannschaft: http://maedchenmannschaft.net/was-schreib-ich-nur-uber-julian-assange/

 

PS: Dieser Artikel erschien auch in der Zeitung “Graswurzelrevolution”, GWR 355, Januar 2011.


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