Gleich und Gleich ergibt Arm und Reich. So ein Mist.

Das Ende der Alleinverdiener-Ehe führt zu mehr materieller Ungleichheit. Ich habe über dieses Problem vor Jahren mal in einem Aufsatz von Nancy Fraser gelesen und erwähne es seither bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Jetzt ist es auch statistisch belegt und führt hoffentlich zu weiterführenden Diskussionen.

Nach einer neuen Studie ist nämlich eine der Hauptursachen für die wachsende Kluft von Arm und Reich, dass sich die Unterschiede im Familieneinkommen nahezu verdoppeln, wenn nicht mehr nur der Mann, sondern auch die Frau voll erwerbstätig ist. Denn Paare finden sich tendenziell nach sozialer Schicht zusammen – Gutverdiener heiraten Gutverdienerinnen, Schlechtverdienerinnen heiraten Schlechtverdiener. Für das Familieneinkommen ist das logischerweise ein sehr großer Unterschied im Vergleich zur alten “Hausfrauenehe”. Das ist eines der vielen Beispiele dafür, dass bloße Emanzipation, die Gleichstellung der Frauen mit den Männern, keine gute Idee ist, wenn ansonsten alles beim Alten bleibt.

Meiner Ansicht nach haben wir es hier nicht nur mit einem Geldverteilungsproblem zu tun. Gestern Abend nahm ich in Düsseldorf an einer Podiumsdiskussion zum Frauentags-Jubiläum teil. Eine der Mitdiskutantinnen war Tina Müller, eine Topmanagerin bei Henkel. Natürlich ging es auch wieder um die Frage nach Frauen in Führungspositionen. Müller steuerte eine Beobachtung bei, die ich in dem Zusammenhang interessant finde: Sie hält es für fraglich, ob die Forderung nach mehr Männern in Haus- und Fürsorgearbeit wirklich dazu beitragen würde, dass mehr Frauen in Top-Positionen kämen. Denn ihrer Beobachtung nach wollen beruflich erfolgreiche Frauen keine “Hausmänner” haben, sondern Partner, die ebenfalls auf irgend eine Weise “Karriere” machen.

Man könnte das jetzt natürlich einfach mit stereotypen Rollenmustern erklären, aber ich glaube, das ist nicht alles. Man braucht nämlich nicht die Sozialisation (von der Biologie ganz zu schweigen), um die Wünsche und Motivationen zu erklären, die Frauen angeben, wenn sie Führungspositionen anstreben: Dass es ihnen vor allem darum geht, einflussreich zu sein, etwas Sinnvolles zu tun, oder dass sie einfach Spaß an ihrem Beruf haben. Worum es ihnen  hingegen so gut wie gar nicht geht, das ist inhaltsleerer Status – der berühmte dicke Dienstwagen, der privilegierte Clubzugang, der Orden an der Brust. Ich wüsste nicht, was daran erklärungsbedürftig ist, es ist ja doch einfach vernünftig. Genau anders herum wird ein Schuh draus: Der alte Statusbegriff ist erklärungsbedürftig – und ich finde die These nicht steil, das er etwas mit der patriarchalen Vorstellung von “Höherwertigem” und “Niedrigem” zu tun hat.

Die Freiheit der Frauen hat damit Schluss gemacht. In einer Welt, die aus freien, wenn auch unterschiedlichen Menschen besteht, ist Statusdenken eigentlich antiquiert. Allerdings haben sich die gesellschaftlichen Institutionen noch nicht entsprechend verändert. Immer noch ist Status eine der wesentlichen “Belohnungen”, die man für das Erreichen einer Führungsposition bekommt (neben mehr Geld und mehr Einfluss). Das ist meiner Ansicht nach auch ein wesentlicher Grund, warum Frauen nicht so super-enthusiastisch Führungspositionen anstreben und sich sehr genau überlegen, ob sie das wollen und welchen Preis sie bereit sind, dafür zu zahlen. Nicht, weil sie so schüchtern wären, sondern weil es für sie eben weniger zu “gewinnen” gibt als für Männer (alten Schlags). Die “Belohnungen” entsprechen nur teilweise dem, was Frauen (und auch immer mehr “postpatriarchale” Männer) tatsächlich als Belohnung ansehen.

Ich denke, auch das Verhalten in der Wahl des Partners spielt hier hinein. In der alten Ordnung gehörte zur “männlichen Statusbildung” nämlich durchaus auch das “Heiraten nach unten” (Chefarzt und Krankenschwester usw.) Die nicht-erwerbstätige Ehefrau war ein Statussymbol, mit dem der Mann zeigen konnte, dass er so viel verdiente, dass seine Frau es “nicht nötig hatte”, selbst Geld zu verdienen. Diese Fassade wurde teilweise sogar dann aufrecht erhalten, wenn das reale Einkommen gar nicht so hoch war: Im Zuge der Verbürgerlichung der Arbeiterbewegung war der Kampf für das Statussymbol “Hausfrau” ein wesentlicher Bestandteil.

Frauen hingegen – und vermutlich auch immer mehr vernünftige Männer – mögen diese Art von Überlegenheit innerhalb ihrer Beziehungen nicht. Sie wollen mit ihrer Partner_innen-Wahl nicht irgend einen Status festigen, sondern sie wählen nach Vorlieben. Sie schätzen Partner und Partnerinnen mit ähnlichen Interessen, mit ähnlichem Bildungsstand – und damit eben, so wie unsere Gesellschaft organisiert ist, zwangsläufig leider auch mit ähnlichem Einkommen.

Darin liegt durchaus etwas Tragisches: Der egalitäre Impuls, der von Frauen ausgeht, wenn sie Beziehungen “auf Augenhöhe” und ohne Hierarchie bevorzugen, führt im Rahmen der gegebenen Strukturen faktisch zu mehr Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Weil sie dann eben den alten sozialen Ausgleich (reicher Mann heiratet arme Frau) nicht mehr bedienen. Oder anders herum: Männer mit wenig eigenem Erwerbseinkommen haben viel schlechtere Chancen, sich “reich” zu heiraten, als (früher) Frauen ohne eigenes Erwerbseinkommen.

Ich habe keine Lösung für das Problem, aber ich finde, wir sollten darüber offen diskutieren. Klar ist: Gleichstellungspolitik muss Hand in Hand gehen mit einer größeren sozialpolitischen Perspektive. Wenn das “Individuum” als soziale Grundeinheit an die Stelle der “Familie” treten soll (und das sollte es meiner Ansicht nach definitiv!) – dann ist das im Hinblick auf ein “gutes Leben für alle” nur ein Fortschritt, wenn wir gleichzeitig andere Wege finden, die materielle Ungleichheit zu verringern.

Update: Hier noch Ergebnisse einer aktuellen OECD-Studie zu dem Thema


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61 Gedanken zu „Gleich und Gleich ergibt Arm und Reich. So ein Mist.

  1. Ich würde vermuten, dass weibliche Hypergamy in unser Gehirn eingespeichert ist und insofern nicht zu umgehen sein wird.
    Aufgrund der hohen Kosten einer Schwangerschaft und der nachfolgenden Versorgung/des Stillens wäre es bei evolutionärer Betrachtung eher verwunderlich, wenn sie nicht nach einem guten Versorger suchen würden, der zumindest auf dem Stand ist, den sie bisher schon haben. Dass das durch eine moderne Welt eigentlich unnötig wird ändert dann nichts an den noch immer bestehenden Vorgaben, da die Evolution recht langsam bei so etwas ist.

  2. Antje,
    Ich bin froh hast Du dieser Ungleichheit mal hervor gebracht.
    Es tangiert nämlich nicht nur den “Geldtopf” und dessen Möglichkeiten,denn das ist einerlei, sondern auch das Gestalten/Mitgestalten/Welt gestalten, in der Welt von Heute und Morgen.Flügellahm machen ist schrecklich. Man/Frau kann noch so viele Ideen haben und anders Denken wollen, ohne Infra-Struktur ist es fast nicht möglich etwas in Bewegung zu setzen.Also zieht man/Frau sich eher zurück als oft anecken zu müssen.Profis-Halbprofis-Laien zusammen spielen, diskutieren und kreieren lassen ist schön, kommt aber eher selten vor.Sorte sucht Sorte und kommuniziert unter sich,ein Tag hat “nur” 24 Stunden, Gesprächsstoff hat es genug. Warum sich also mit anderem sprich: Hindernisse auseinander setzen?! Analphabeten hat es noch viele, Behinderten, Pflegebedürftigen und Einsamen auch. Von oben herunter kommen war und ist immer schwer. Siehe drosseln und/oder verzichten auf zuviel Energie, C0 2, usw. Man/Frau wird überhört wenn sie Ernst macht. Der Quantensprung ist einfach zu gross geworden, es überbordet.

  3. Ja schön, aber wieso soll der Niedriglohnsektor deshalb irrelevant sein? Davon kann man sich ja nicht mal selbst ernähren (ein Freund von mir hat derzeit ein ALG I von rund 600 Euro, zum Glück noch sporadische Aufträge aus seiner früheren Selbständigkeit).

    Diese Fassade wurde teilweise sogar dann aufrecht erhalten, wenn das reale Einkommen gar nicht so hoch war: Im Zuge der Verbürgerlichung der Arbeiterbewegung war der Kampf für das Statussymbol „Hausfrau“ ein wesentlicher Bestandteil.

    Klar hat die Arbeiterschaft früher auch weniger verdient als das Bürgertum. Aber das Ernähren der Hausfrau war kein Bluff, sondern hat mit Tariflohn und bezahlbaren Mieten tatsächlich einigermaßen funktioniert. Es funktioniert auch heute noch, wenn man z.B. Facharbeiter in der Industrie ist und nicht in den teureren Großstädten wohnt. Leiharbeit natürlich ausgenommen.

    Aber Leiharbeit und Niedriglohnsektor scheinen ja nicht das Problem zu sein, sondern das Paarungsverhalten der Frauen, wenn es nach dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft geht. Anscheinend ist denen nichts zu blöd.

    Jedenfalls spielt das Institut der deutschen Wirtschaft die Schere zwischen Arm und Reich auch sonst gern runter: http://www.nachdenkseiten.de/?p=3985

    Ich frage mich ernsthaft, wieso Du das unterstützt. Bist Du jetzt neoliberal?

  4. Je mehr man drüber nachdenkt, umso haarsträubender wird es.

    Der Vollständigkeit halber eine rhetorische Frage: Gibt es eigentlich eine vergleichbare IdW-Studie zu den Auswirkungen von Erbschaften auf Arm und Reich in Deutschland?

    Hast Du eigentlich ein Abo von Boeckler impuls?
    http://www.boeckler.de/32006.html

  5. Du schriebst:

    Nach einer neuen Studie ist nämlich eine der Hauptursachen für die wachsende Kluft von Arm und Reich, dass sich die Unterschiede im Familieneinkommen nahezu verdoppeln, wenn nicht mehr nur der Mann, sondern auch die Frau voll erwerbstätig ist. Denn Paare finden sich tendenziell nach sozialer Schicht zusammen – Gutverdiener heiraten Gutverdienerinnen, Schlechtverdienerinnen heiraten Schlechtverdiener.

    Aber wenn ich hier als Trollbot beschimpft werde, hat sich die weitere Diskussion ja wohl erübrigt.

  6. Statussymbole

    “…Das ist meiner Ansicht nach auch ein wesentlicher Grund, warum Frauen nicht so super-enthusiastisch Führungspositionen anstreben und sich sehr genau überlegen, ob sie das wollen und welchen Preis sie bereit sind, dafür zu zahlen….”

    Das halte ich für ein ebensolches Gerücht, wie die vielbeschworene Frauenfreundschaft. Ich bin weiblich, habe auch schon mehrfach in Frauenabteilungen gearbeitet und kann diese “idealistische” Karrierehaltung, die man den Frauen so gern zuordnen möchte, nicht bestätigen. Da wird genauso Kleinholz gehackt wie bei den Männern und je näher Frau an die Machttöpfe kommt umso mehr wird gebissen und getreten. Frau will genauso oft einfach nur etwas zu sagen haben, wie Mann. Was die Waffen anbetrifft, so neigen Frauen nach meiner Beobachtung eher zu hinterhältigen Subtilitäten während Männer da eher auf Konfrontation gehen. Unter dem Strich kann mir keiner erzählen, dass da gekuschelt wird, weder hüben noch drüben.

    Offensichtlich nicht männliche, sondern menschliche Eigenschaften.

    Wenn ich ansonsten sehe, wie viel Sozialismus und Gesetzespakete sich um die sogenannte Frauenbefreiung stricken müssen, bis hin zur Quotengängelung der Arbeitgeber, so ich darin eher Einengung als Befreiung, ganz besonders übrigens in Bezug auf Kinder und/oder alte und pflegebedürftige Menschen.

    Herzlichst westfriends

  7. @Irene – Ich versteh es immer noch nicht. Bestreitest du dass das wahr ist, dass Leute aus sozialen Schichten sich gegenseitig heiraten? Und dass das auf die Familie bezogen die Einkommensunterschiede größer macht? Ich weiß einfach wirklich nicht, worauf du hinaus willst.

  8. @westfriends – Dass diejenigen Frauen, die in Führungspositionen sind, sich dort ähnlich verhalten wie Männer ist aber kein Gegenargument gegen meine These, dass weniger Frauen als Männer diese Positionen mit gleichem Enthusiasmus anstreben als Männer. Denn die, die das nicht tun, kommen ja nicht dorthin, das heißt, man trifft sie dort auch nicht. Dass es tendenziell Unterschiede in den Prioritätensetzungen von Frauen und Männern gibt, kam kürzlich wieder bei einer Studie heraus. http://www.rp-online.de/beruf/bildung/Frauen-im-Beruf-zuverlaessiger-als-Maenner_aid_973228.html

  9. Danke Antje für den Beitrag :)

    Ich schreib gerade an einer kleinen Diskursanalyse und auch da wird den Frauen/FeministInnen gern vorgeworfen, dass ihre Emanzipation nicht zu mehr Gerechtigkeit sondern zu mehr Ungerechtigkeit führen würde.
    Unter Einbezug des sozialen Milieus (irgendwie finde ich Schicht unpassend) ergibt das mehr Sinn. Denn die Strukturen sind ja wenig auf gleichberechtigte Menschen ausgelegt, sondern galt die sog. Hausfrauenehe als Ausgleich. Jetzt ändert sich das Ideal schneller als die Struktur.
    Wir bräuchten also mehr feministisch/gleichberechtigt angelegte Ökonomie!

    Was hälst du von der idee?

  10. Die Unterschiede werden noch größer, wenn man den Bereich “Kinder” noch hinein nimmt. Meine Frau und meine Wenigkeit haben uns gleichberechtigt (hoffe ich mal jetzt ;-)) für das Prinzip “einer bekommt Gehalt, einer bleibt zu hause” entschieden.

    Macht schon mal halb so viel Einkommen wie die Kollegenpaare unserer “Bildungs-Einkommensklasse”. Nun haben wir noch zwei Kinder. Da bleibt grob über den Daumen nur noch ein drittel bis ein viertel soviel Geld “Luxus” im Topf.

    Nun war das alles unsere freiwillige Wahl und wir fühlen uns finanziell gut positioniert und ansonsten überglücklich mit unserem Leben, daher ist das ein “rechnen auf hohem Niveau”, aber der Unterschied ist in der Tat da. (Deswegen denke ich auch immer aus dem Bauch heraus überlegt, das “normal Doppelverdiener mit Kind” die Kinderbetreuung ruhig grösstenteils selber zahlen können. Kinder bekommen ist ja auch freiwillig (ich habe meine weder für die Rente noch für die Gesellschaft “bekommen” sondern aus reinem egoistischem Lebensglückplan) und wer doppeltes Einkommen haben möchte, der kann auch etwas mehr zahlen. Aber jetzt ist mir der Themenfaden komplett entglitten… *hust*

  11. @Irene – Ich versteh es immer noch nicht. Bestreitest du dass das wahr ist, dass Leute aus sozialen Schichten sich gegenseitig heiraten?

    Nein. Aber ich bestreite, dass das IdW die Studie zwecks Förderung der Erkenntnis oder gar der Gerechtigkeit verbreitet. Und bevor man ein neoliberales Institut so enthusiastisch-zustimmend zitiert, wäre etwas Misstrauen angebracht. (So wie auch bei arbeitgebernahen Studien, die anhand von irgendwelchen Zahlen beweisen, dass Frauen selbst an ihrer Armut schuld sind, weil sie lieber Pädagogik als Raumfahrttechnik studieren. Auf diesem Niveau bewegt sich die Aussage von IdW und SpOn zum Paarungsverhalten nämlich.)

    Was ich bestreite: Dass früher der Aufstieg durch Heirat eine völlig übliche Option für Frauen war. Zum einen, weil sowieso nicht alle Menschen heiraten.

    Und zum anderen mag es ja vielleicht sein, dass früher mehr Professoren und Chefärzte ihre Sekretärin geheiratet haben als heute. Aber seine Zugehfrau hat der Chef auch vor 50 Jahren eher nicht geheiratet. Der Aufstieg durch Heirat funktionierte wohl nur sehr begrenzt. Die Arbeiterinnen waren den Bürgerssöhnchen auch früher schon nicht fein genug, und der Adel schottet sich sowieso traditionell ab.

    Falls Frauen heute weniger nach oben heiraten, könnte das einfach damit zu tun haben, dass die Töcher der Mittelschicht besser ausgebildet sind als früher und nicht mehr Sekretärin oder Oberschwester werden, sondern Abi machen und studieren.

    Das ist jedenfalls eine geschlossen bürgerliche Argumentation, die Du da bringst. Soweit ich sie überhaupt ernst nehmen kann. Sich reich heiraten und hochschlafen klingt ja mehr nach einem schlechten Arztroman oder nach Pretty Woman als nach der Wirklichkeit.

    Disclaimer: Ich hab den Film nicht gesehen.

  12. (Fortsetzung)

    Falls Frauen heute weniger nach oben heiraten, könnte das einfach damit zu tun haben, dass die Töcher der Mittelschicht besser ausgebildet sind als früher und nicht mehr Sekretärin oder Oberschwester werden, sondern Abi machen und studieren.

    … und den Männern innerhalb ihrer eigenen Schicht beruflich ebenbürtig sind.

    Adieu, Arztoman.

  13. Ich finde, dass jeder das Recht auf eigene Prioritäten hat. Ich halte nichts von dieser Gleichmacherei, die m.E. sogar extrem ungerecht ist, weil sie den bzw. die einzelnen ihrer Individualität beraubt. Wenn also Frauen ihr Leben so organisieren, weil sie mehrere Lebensziele mit gleicher Priorität haben und ihr Leben entsprechend organisieren dann ist das ihr gutes Recht.

    Vielleicht ist es auch die stille Erkenntnis, dass sich manche Dinge eben doch nicht so einfach unter einen Hut bringen lassen, wie das die mainstream-medien tagtäglich herausposaunen. Eigentlich tun sie sogar das nicht mehr. Der ZEIT-gemäße Trend geht gegen das Kind im Tenor: Am besten, man bekommt gar keine.

    Eine Gesellschaft, die auf dem Individuum als sozialer Grundeinheit basiert, hat fertig. Es wird nicht funktionieren, weil keine Nachhaltigkeit im Plan vorgesehen ist. Die einzige Form, die diese Nachhaltigkeit von Natur aus im Programm hat, ist die Familie. Mal ganz davon abgesehen, dass Menschen an sich soziale Wesen sind, bei denen das Bedürfnis nach Bindung eigentlich zur Grundausstattung gehört. Sie verlieren nur immer mehr ihre Bindungsfähigkeit, weil diese gezielt zerstört wird.

    Mal abgesehen davon, dass ich weder soziale Grundeinheit noch das Elter sein will.

  14. @Khaos.Kind – Davon halte ich extrem viel! Genau darauf will ich ja auch mit dem Blogpost hinaus: Die Gleichstellung der Frauen darf nicht isoliert von allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen gesehen werden, weil das “alte” System eben ein komplexes System von gegenseitigen Querverbindungen war.

    @Irene – das mit dem “Reich heiraten” ist ja auch nur der eine, eher untergeordnete Aspekt. Der Hauptaspekt ist der Vergleich zwischen “Hausfrauenehe” und “Beide-Verdienen-Ehe”: Nehmen wir mal den Unterschied zwischen einem Verdienst von 10.000 im Jahr und einem von 100.000 im Jahr. Bei der Hausfrauenehe ist genau das das Familieneinkommen, zuzüglich des Wohlstands-Zugewinns durch die unbezahlte Arbeit der Hausfrau, der bei beiden gleich ist. Im zweiten Fall gibt es ein Familieneinkommen von 20.000 im Jahr für die einen und von 200.000 für die anderen. Statt 90.000 Abstand also nun 180.000 Abstand. Damit ist die soziale Schere eben größer geworden – auch wenn sich das Lohnniveau insgesamt nicht verändert hätte.

  15. @westfriends – Ich denke, zwischen Individualität und Bezogenheit dürfte es gar keinen Widerspruch geben. Mein Plädoyer bezog sich auf die ökonomische Absicherung, also ich bin dafür, dass alle Menschen eigenes Geld haben und nicht nur über ihren Status als Zugehörige zu einer Gemeinschaft (also Ehefrau via Ehemann oder so). Dem steht die grundsätzliche Wichtigkeit der Bezogenheit und damit auch der Generationenfolge imho nicht entgegen. Es geht beides.

  16. Du vergleichst also ein armes Ehepaar mit einem reichen Ehepaar, und stellst fest, dass das reiche Ehepaar mehr Kohle hat. Und dafür brauchen wir das DiW?

    Wenn ich 100.000 Euro im Jahr habe und dann einen heirate, der das auch hat – ich bezweifle mal, dass das den Lebensstil wesentlich verändert. Man spart zu zweit bisschen Miete, aber das wars dann auch.

  17. @Irene Ich habe ja geschrieben, dass ich die Idee für dieses Problem ursprünglich von Nancy Fraser habe. Das ist auch schon ein paar Jahre her.

  18. Als echtes DDR-Kind klingt für mich der Begriff „Hausfrauenehe“ auch heute noch fremd. Damals war es bei uns nur in seltenen Fällen geduldet, dass Frauen zu Hause blieben und nur der Mann das Geld verdiente. Und das ist auch in den Nachwendejahren so geblieben, jedenfalls in meiner Umgebung.

    Hier hat sich auch nichts an der (Ehe)-Partner-Wahl verändert. Nur das sie schwieriger geworden ist, den oder die Richtige/n zu finden. (aber das ist ein anderes Thema)

  19. Wie auch immer, die sozialen Unterschiede enstehen nicht durch Heirat, sondern werden allenfalls verfestigt. Vorausgesetzt, beide behalten ihren Job.

    Was ist denn die Konsequenz aus diesen Gemeinplätzen? Findest Du, dass ein Single mit 100.000 Euro Einkommen weniger Steuern zahlen sollte als später, wenn er mit jemand verheiratet ist, der ebenfalls 100.000 Euro verdient?

    Eine Luxussteuer für den Erfolg auf dem Heiratsmarkt sozusagen?

    Eine Luxussteuer a la Rotes Wien fände ich ja sinnvoller…

  20. Diese Sicht der Dinge teile ich so nicht. (Und sie ist mir in etwa so unangenehm wie die Rede von den “Dopperverdienern”).

    Wenn früher Frau nix verdient hat und Mann 4000 Mark, dann hatten sie in der Summe genauso viel, wie wenn heute beide arbeiten und jeder 1000 Euro verdient. (lassen wir mal Inflation und Euro-Sprung fürs Beispiel außen vor).

    Die traditionelle Ungleichheit wurde nur “beziehungsintern” abgeschafft (was ich schon als großen Erfolg ansehe). Nach außen, verglichen mit allen anderen Paaren, bleibt sie, wie sie war. Bzw. ich sehe nicht, was da ursächlich nach außen eine Veränderung bewirken sollte…

    Klar gibt es eine zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich – das aber dem Paarungsverhalten anzulasten, empfinde ich als recht entlegen. Bzw. bin geneigt, mit Irene darin ein Interessen-gesteuertes Verbreiten verschleiernder Ablenkungsdiskurse zu vermuten.

  21. Denn ihrer Beobachtung nach wollen beruflich erfolgreiche Frauen keine „Hausmänner“ haben, sondern Partner, die ebenfalls auf irgend eine Weise „Karriere“ machen.

    Man könnte das jetzt natürlich einfach mit stereotypen Rollenmustern erklären, aber ich glaube, das ist nicht alles.

    (…)

    Sie wollen mit ihrer Partner_innen-Wahl nicht irgend einen Status festigen, sondern sie wählen nach Vorlieben. Sie schätzen Partner und Partnerinnen mit ähnlichen Interessen, mit ähnlichem Bildungsstand

    Verstehe ich dich richtig – die Tatsache, dass beruflich erfolgreiche Frauen keine Hausmänner wollen, erklärst du damit, dass sich Gleich und Gleich gern gesellt? (Ich bin verwirrt, weil Fragestellung und Antwort in deinem Text so weit auseinanderliegen und dazwischen unvermittelt etwas ganz anderes erörtert wird.)

    Wäre nicht eine überzeugendere Erklärung, dass Frauen sich ihre Partner nicht unwesentlich nach Status aussuchen und ein Mann mit niedrigerem Status für die meisten Frauen einfach unattraktiv ist?

  22. Sowas kommt dabei raus, wenn man die Gleichstellung der Geschlechter isoliert betrachtet und die Gleichstellung der sozialen Schichten nicht angreifen will.

    Natürlich führt es zu Ungerechtigkeiten, wenn die Geschlechter zwar einander auf dem Arbeitsmarkt gleichberechtigt sind, aber nicht gleich bezahlt werden und so gravierende Einkommensunterschiede nicht angegangen, sondern hingenommen werden. Dass sich Paare nach sozialer Schicht zusammenfinden, ist dabei sehr vernünftig und endlich scheint damit auch das (bisher) gewünschte Machtgefälle in Beziehungen überwunden zu werden, wonach auch reiche Männer gegen jede Vernunft arme Frauen heiraten wollen, um sie zu alimentieren und – ja- durch das Ernährenmüssen ihren Status sichern (und deren Einkommen) und ihrem männlichen Selbstbild nacheifern (es aber immer seltener können). Dass es aber diese sozialen Schichten überhaupt gibt, ist ein ebenso fundamentales Problem, wie das der grundgesetzlich garantierten Gleichstellung der Frauen mit den Männern. Eine Gleichberechtigung zwischen Arm und Reich sieht das Grundgesetz aber leider nicht vor. Die Hierarchisierung der Gesellschaft nach sozialen bzw. ökonomisch privilegierten und weniger privilegierten Schichten, wobei die Geschlechterdifferenzen eben nur ein (!) willkürlich-künstlicher Widerspruch sind, der sich diese Aufteilung begünstigt, wird ja nicht allein damit beendet, dass Prinzen kein Aschenputtel mehr auf´s Märchenschloss entführen (und tödlich beleidigt sind, wenn sie nicht in den Ecken putzt), sondern Prinzen ihre Prinzessinnen heiraten und umgekehrt (und Schweinehirten die Dienstmagd), sondern eben erst, wenn die Dienstmagd genauso reich ist wie der Prinz ist. Hier darf der Feminismus nicht einknicken und sich darüber freuen, dass Frauen jetzt auch reich werden können so wie es früher nur Männer zugedacht war, wenn es noch reichlich Frauen gibt, die es nicht sind und nicht werden können, weil wir verdammt nochmal in einer ausbeuterischen Klassengesellschaft leben, an der nur die “oben” profitieren und das tun werden, egal welchen Geschlechts sie sind.

  23. Ist Ungleichheit nicht eher eine relative Kategorie als eine Absolute? Wenn einer 10.000 und der andere 100.000 verdient (oder bekommt), ist das das 10-fache. Nach Heirat mit 20.000 und 200.000, Überraschung, immer noch das 10-fache. Man könnte sogar argumentieren, das im unteren Einkommensbereich sowas noch eine deutlichere Verbesserung (in ökonomischer Hinsicht) darstellt. Ansonsten hätte ich noch weitere driver von Ungleichheit, z.B. Inflation (bzw. prozentuale Lohnsteigerung): Wenn 1950 der eine 500 und der andere 5.000 verdiente, betrug der Unterschied 4.500. Wenn sich beide Gehälter vervierfachen in 50 Jahren, verdient einer jetzt 2.000 und einer 20.000, der Abstand beträgt also 18.000 (oder immer noch das 10-fache). Also deutlich zugenommene Ungleichheit?

  24. @Claudia @Irene – Das “Paarungsverhalten” als einen der Mechanismen zu benennen, die die soziale Spaltung noch vergrößern, heißt doch nicht, die eigentlichen Ursachen – materielle Ungleichheit und Einkommensschere generell – quasi zu entschuldigen. Im Gegenteil: Wenn ich darauf hinweise, dass individuelle Einkommensunterschiede durch Paarfindung noch mal kumuliert werden, heißt das doch nur, dass es umso wichtiger ist, diese Einkommensunterschiede zu verringern.

    @ke – Ja, das sind tatsächlich zwei Themen, die in meinem Blogpost noch etwas unschlüssig nebeneinander stehen. Die Idee war mir ja auch gerade erst gekommen, dass beides etwas miteinander zu tun haben könnte. Mein Vorschlag ist genau, dass wir die alte und auf den ersten Blick plausible These, dass Frauen sich ihre Partner nach Status aussuchen, noch einmal überdenken. Jedenfalls brachte mich Tina Müller vorgestern bei dieser Podiumsdiskussiond dazu, das zu überdenken. Sie sagte was in der Art wie: Wenn ich nach einem anstrengenden und aufregenden Tag nach Hause komme, will ich dort doch keinen Mann treffen, der den ganzen Tag zuhause war. Ich finde, das klingt nicht nach Status, sondern nach dem Wunsch einer bestimmten Art von Beziehung: Also dass man sich austauschen will und dazu einen Partner braucht, der auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen und Kenntnisse hat, etwa darüber, was es bedeutet, Managerin zu sein, oder Vorgesetzter. Also eine andere Art von Beziehung als der (etwas klischeehaft) patriarchale Abteilungsleiter, der zuhause eine devote Hausfrau vorfand, die ihn bewunderte, die Pantoffeln brachte und keine Widerworte gab. Verstehst du, worauf ich hinaus will?

    @A @Irene – Ich finde, dass finanzielle Ungleichheit nicht nur eine relative Kategorie ist. Sondern es geht dabei auch darum, was ich mir absolut leisten kann, also um die reine Geldmenge, jedenfalls in einem bestimmten Bereich unterhalb der Top-Luxus-Wohlhabenden. Daher spielt der absolute Abstand zwischen Niedrig- und Hochlohn durchaus eine Rolle, auch wenn sich die Relationen nicht verändern.

  25. Eigentlich würde ich jetzt gerne zwei Studien in Auftrag geben, um folgende Sachfragen zu klären:
    1. Hat es in den vergangenen 50 Jahren (also von vor der Frauenbewegung bis heute) eine Veränderung bei der Eheschließung im Bezug auf sozialen Status gegeben? Meine Vermutung wäre: Paare finden sich heute im Schnitt eher sozial und daher auch einkommensmäßig “homogener” zusammen als früher. Aber das müsste natürlich erstmal verifiziert (oder falsifiziert) werden.
    2. Welche Gründe geben Frauen in Führungspositionen für ihre Partnerwahl an? Warum suchen sie sich diesen oder jene aus, was sind ihre Kriterien? Welche Qualität in Partnerschaften ist ihnen wichtig? Und gibt es dabei Unterschiede im Bezug auf andere Bevölkerungsgruppen? (Frauen ohne Führugnspositionen, Männer mit und ohne Führungspositionen, ältere Frauen und Männer usw.) Das Ergebnis würde mich sehr interessieren.
    Leider hab ich nicht genug Geld, um solche Studien in Auftrag zu geben :)

  26. Wo steigt die Ungleichheit an? Früher hat der Chefarzt sagen wir mal doppelt so viel verdient wie der Bauarbeiter. Damit hatte die Familie des Chefarztes doppelt so viel Geld wie die Familie des Bauarbeiters. Heute verdient Familie Chefarzt und Chefärztin jeweils doppelt so viel, wie Familie Bauarbeiter und Bauarbeiterin. Verdienen also nach Mädchen Milch immer noch doppelt so viel wie zu Zeiten des zu hause bleibenden Muttchens. Wo ist die Verschlechterung der Verhältnisse?

    Ich glaube zudem nicht, dass die “nach unten heiraten” These jemals zugetroffen hat. Natürlich wollten Männer auch schon damals Frauen aus gleichem oder besseren Stand heiraten, nur das sich der Stand eben nicht am Job festmachen lies, sondern z.B. am Namen und an den Eltern.

    Bessere Bildung und ein guter Beruf erlaubt es Frauen überhaupt erst ihren eigenen Status ernsthaft zu verändern, etwas, was vorher nur Männern möglich war.

  27. Vielleicht gibt es ja doch irgendwann eine Welt, in der aufgrund eines Grundeinkommens die Unterschiede nicht mehr so eklatant aussehen werden. Und wir auch bzgl. der Ausbildung alle mitgenommen haben werden. Und wo es nicht mehr um Konkurrenz und Leistungsstress (->Volkskrankheut Depression nicht zu) geht sondern um ein kooperatives Miteinander. Dann bräuchten wir auch weniger zu arbeiten und hätten auch nicht immer den drohenden Fachkräftemangel vor Augen.
    Meine Gedanken dazu: Ist „Konkurrenz“ als Motor für immer bessere Produkte nur ein Mythos?
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/29/ist-konkurrenz-als-motor-fur-immer-bessere-produkte-nur-ein-mythos/

  28. wir sollten nicht aus den Augen verlieren:
    1. die Selektionsentscheidung trifft die Frau und nicht der Mann. In diesem Sinne sind es die Frauen, die bestimmt Muster gestaltet haben. Die Stewardess, die den Beruf gelernt hat, um sich in passender Umgebung einen wohlhabenden Versorger zu angeln, usw. und so fort. Es ist eben nicht der Mann, der sich etwas “nimmt”, sondern die Frau, die sich in Ermangelung realer Alternativen in der Vergangenheit, in ihren “Träumen verwirklicht” hat.

    2. Frauen streben konsequent nach Überlegenheit in Beziehungen. Nicht in finanzieller Hinsicht, aber im Sinne von informeller Macht. Die Frau (ich empfehle den amerikanischen Paarpsychologen Schnarch) kann nicht mit einem Mann zusammen sein, der ihr strukturell (Reife) überlegen ist. Dieses Verhalten ist auch eine logische Konsequenz des Patriarchats und damit eigentlich überholt. Die Konsequenzen, die diese Selektion zeitigt, gehen dabei weit über das Geschlechterverhältnis hinaus.

    3. für Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit auf der Welt sorgt die Frau mit ihrer Selektionsentscheidung oder Diskriminierung. Sie kann Waffendealer, Drogenhändler, Sklavenhalter etc. elegant wegselektieren, wenn sie es denn will. Die Welt sieht dementsprechend aus.

  29. Ich empfinde mich hier jedenfalls, wenn ich nicht mitschreibe, keineswegs “nach unten” lesend. Wollt das nur sagen, weil es uuunnnnsss hier gibt. Und ich danke euch für das öffentliche Gespräch!

  30. Hallo Isi,

    die Gleichstellung aller sozialer Schichten hatten wir doch schon und die sozialistische Planwirtschaft, die Dir offensichtlich vorschwebt, funktioniert nicht.
    Auch nicht, wenn sie im feministischem Gewand daher kommen sollte.

    Es lebe der Unterschied!

    Und das sage ich als (freiheitsliebender) Arbeiter.

  31. Hallo Max,

    “Ich glaube zudem nicht, dass die „nach unten heiraten“ These jemals zugetroffen hat. Natürlich wollten Männer auch schon damals Frauen aus gleichem oder besseren Stand heiraten, nur das sich der Stand eben nicht am Job festmachen lies, sondern z.B. am Namen und an den Eltern.”

    Ich vermute, für Männer war und ist es immer noch viel selbstverständlicher, als Alleinverdiener das Geld heranzuschaffen, als es dies für Frauen ist.

    Von einem Mann erwarten viele Frauen eben, das er sich nicht versorgen und aushalten läßt, sondern das er ein gewisses Einkommen und Status hat, ansonsten kommt er als Partner nicht in Frage.

    Und da Männer von diesen Erwartungen der Frauen wissen, ist die Welt wie sie ist, und eine staatlich verordnete Gleichmacherei (wie anders sollte es sonst gehen?) wird nichts besser machen.

  32. @Claudia @Irene – Das „Paarungsverhalten“ als einen der Mechanismen zu benennen, die die soziale Spaltung noch vergrößern, heißt doch nicht, die eigentlichen Ursachen – materielle Ungleichheit und Einkommensschere generell – quasi zu entschuldigen.

    Für Dich vielleicht nicht. Aber ich beziehe mich ja auf das Institut der deutschen Wirtschaft und Spiegel Online und darauf, dass Du denen so enthusiastisch zustimmst.

    Jens Berger und Wolfgang Lieb haben den SpOn-Artikel genauso aufgefasst wie ich und entsprechend kommentiert:
    Das Allerletzte: Wirtschaftsinstitut: Paarungsverhalten als Ursache für die Kluft zwischen Arm und Reich

    Anmerkung Jens Berger: “Der Inhalt der IW-Studie ist zweifelsohne brisant und weist auf eine Rückkehr der Klassengesellschaft hin. Wenn SPIEGEL und IW nun aber schlussfolgern, dass dieser Rollback nicht die Folge, sondern die Ursache für die wachsende Schere zwischen Arm und Reich ist, so zeugt dies schon von einer phänomenalen Realitätsverdrängung. Es ist ja nicht immer einfach, den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität zu erkennen, aber mit diesem Stück haben sich SPIEGEL und IW wahrlich selbst auf der nach unten offenen Niveauskala übertroffen.”

    Ergänzung Wolfgang Lieb: “Dem Institut der deutschen Wirtschaft ist offenbar kein Argument zu blöd, um die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich zu verschleiern. Der empirische Blödsinn dass sich der Prozentsatz der erwerbslosen Paare und der Anteil der vollerwerbstätigen Paare erhöht hat, fehlt dazu noch jede Logik. Wenn mehr Arme und mehr Reiche untereinander heiraten, dann heißt es doch nur, dass es eben mehr Arme und mehr Reiche gibt – eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft eben.”
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=8880#h20

  33. @antje
    nein, auf vererbung sind wir nicht mehr angewiesen. die menschen “lernen” und sie belohnen bestimmtes soziales verhalten mit fortpflanzung. die prägung ist viel nachhaltiger inzwischen als die vererbung.

  34. Pingback: Frau Lila » Texte » Gleich und Gleich ergibt Arm und Reich. So ein Mist

  35. “Welche Gründe geben Frauen in Führungspositionen für ihre Partnerwahl an? ”

    Es gibt eine Studie zu europäischen Frauen in wirklichen Toppositionen, die etwa Ministerämtern, Dax-Vorständen etc. entsprechen – das niemanden ausser die Frauen-sind-die-besseren-Menschen-Fraktion überraschende Ergebnis:

    Die Frauen haben sehr häufig einen Hausmann als Gatten.

  36. Eine Frau, die annähernd so gut oder besser wie man selber verdient, ist übrigens ein guter Garant dafür, nach der Scheidung nicht komplett ruiniert zu werden bzw. als eine Art Sklave sein Leben fristen zu müssen – das kann einem ansonsten auch nach der Unterhaltsrechtsreform noch passieren. Insofern sollten Männer in eigenem Interesse auf das Einkommen ihrer Gattin viel mehr achten, finde ich.

    Übrigens sehe ich auch nicht ganz, dass die Schere zwischen arm und reich größer wird, da es auch schon früher unverheiratete arme Männer und reiche Singles gab.

    Es gibt nur weniger Leute im Mittelmaß, also verheiratete Alleinverdiener und Frauen, die sich reicher heiraten.

  37. @secuni:

    Es gibt dafür das hübsche Konzept der “Meme” – Verhaltens- und Denkstrukturen, die ebenso wie “Gene” eine das Individuum überdauernde Präsenz und Stabilität besitzen und für die das Individuum nur die reproduktive Maschine ist. Ziemliches interessantes Konzept … es beruht natürlich darauf, dass faktisch das Schreibmaterial uninteressant ist, sei es nun eine Aminosäure oder ein Buch …

  38. @ Antje (#28)

    Solche oder ähnliche Studien gibt es bestimmt schon irgendwo. Ich habe gerade – leider ohne Erfolg – nach einer gesucht, laut der auch Frauen mit (sehr) hohem Bildungsniveau keinen Partner haben möchten, der ein niedrigeres Bildungsniveau hat alt sie. Das kann man mit der Haltung “wenn ich nach Hause komme möchte ich keinen Mann, der den ganzen Tag zu hause gesessen hat” nicht gut erklären. Schließlich könnte eine Professorin auch am Alltag eines Krankenpflegers Anteil nehmen. Streben nach Status, das auch über den Partner definiert wird, ist die wahrscheinlichere Erklärung.

    Ohne Gewähr, ob ich mich richtig erinnere :-( Leider weiß ich weder wie die Fragen noch wie die Zahlen genau aussahen. Habe vor ca. 5 Jarhen in der taz davon gelesen, glaube ich…

    @ alle zum Thema relatives vs absolutes Einkommen:

    Was gesamtgesellschaftliche Ungleichheit angeht, zählt nur die prozentuale Einkommensschere. Wenn alle doppelt so viel Geld hätten, dabei die Güter und Diesntleistungen, die angeboten sind gleich blieben, hätten sie gleich viel Kaufkraft wie vorher, da sich Preise aus Angebot und Nachfrage ergeben. Wenn also alle Leute als doppelverdienende Paare/Familien zusammen wohnen würden, während früher nur einer gearbeitet hat, würde das tatsächlich die Schere zwischen arm und reich nicht erhöhen. Aber da es dazu noch Singles, Alleinerziehende und Alleinverdienerhaushalte gab und gibt, verändert sich das Bild: Im Vergleich zu allen anderen Haushalten sind die Haushalte mit zwei Gutverdiener_innen besser dran als die mit einem Gutverdiener_in. Und Haushalte mit zwei Gutverdiener_innen gab es vor einigen Jahrzehnten kaum.

    Außerdem sind schlecht ausgebildete Menschen öfter arbeitslos. Hartz IV wird bekanntlich gekürzt, wenn ein_e Partner_in die Familie halbwegs über Wasser halten kann. Geringverdinende befinden sich also häufiger unfreiwillig in Alleinverdienerhaushalten.

  39. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, möchtest Du materielle Gleichstellung zwischen den Geschlechtern über Beziehungsgestaltung erreichen?
    Genau darum geht es doch. Diese Verbindung zwischen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und Beziehung voneinander zu trennen und somit in der Lebensgestaltung in der Lage zu sein, frei zu wählen.

    Und das Menschen weitgehend in ihrer Schicht verbleiben und sich nur mit geringen Differenzen im Status nach oben oder unten zusammentun, ist doch nur natürlich. Und kein Politikum. Meiner Meinung nach auch kein Problem. Der Mensch fühlt sich wohl, wenn er sich in seinem sozialen Umfeld gut einsortieren kann. Da ist es egal, ob es soziale Umfelde gibt, die 100 mal besser materiell versorgt sind, wenn man keinen Kontakt hat und in seinem Bereich nichts vermisst.

    Ich glaube, hier geht es nicht um Geschlechterdifferenz, sondern wieder Richtung materielle Gleichschalterei, von der ich einfach nix halte. Merk frau, gell. ;-)

  40. Zitat Antje “Bestreitest du dass das wahr ist, dass Leute aus sozialen Schichten sich gegenseitig heiraten? Und dass das auf die Familie bezogen die Einkommensunterschiede größer macht?”

    Größer wozu? Zu was setzt Du in Relation? Etwa pro Familie? Ein reines Familieneinkommen besagt GAR NICHTS, wenn Du nicht berücksichtigst, wieviele Menschen der Familie angehören.

    In meiner Welt wünsche ich mir daß jeder Mensch als Individuum gesehen wird. D.h. tatsächlich findet, egal, wer sich mit wem zusammentut, keine Steigerung des Einkommens (zu was auch immer) statt.

    Anders mag das sein, wenn man die Beziehungsaufnahme unter materiellen Gesichtspunkten abschließt und ein höheres/niedrigeres Einkommen des/r Patners/in als persönlichen Verlust oder Zugewinn betrachtet. Weil man es abzieht. *uaaaahhh*

  41. @Sylvia – Nein, das hast du ganz falsch verstanden. Lies den Blogpost einfach nochmal. Richtig ist, dass ich die Aufspaltung in Armut und Reichtum für ein Problem halte, zumal auf Seiten der Armen wohl die wenigsten “nichts vermissen”, die meisten vermissen da Geld. Und natürlich kann man das Problem NICHT durch Beziehungsgestaltung lösen. Lösen muss man es auf wirtschaftspolitischer Ebene. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass dieses Problem materieller Ungerechtigkeit (nicht zwischen Frauen und Männern sondern zwischen Armen und Reichen) durch die Art der bevorzugten PartnerInnenwahl noch verstärkt wird.

  42. “Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass dieses Problem materieller Ungerechtigkeit (nicht zwischen Frauen und Männern sondern zwischen Armen und Reichen) durch die Art der bevorzugten PartnerInnenwahl noch verstärkt wird.”

    Ist das wirklich so? Ich sehe keine Verstärkung des Problems. Dem kann ich nicht folgen. Was sind denn die Synergieeffekte, die so eklatant die Einkommensdifferenzen verstärken sollen?

    Oder willst Du sagen, gingen die Frauen nicht auch noch mit einem guten Gehalt nach Hause, wäre die Schere zwischen einkommensstark (ich möchte das mal umbenennen) und einkommensschwach nicht sooo groß?

    Sind die Frauen also schuld, wenn sie dann mal gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen, daß die Unterschiede in der Gesellschaft wachsen? Verflixt. Schon wieder was, was wir uns aufbürden können. Aber unser Buckel ist ja breit genug. Auf ein bißchen mehr oder weniger Schuld kommt es da nicht mehr an. ;-)

  43. Ich habe mal vor über einem Jahr einen Beitrag geschrieben, Stallgeruch.
    http://www.endlosrekursion.de/560/stallgeruch/

    Es ging darum, das wir uns beruflich und damit auch letztlich sozial, immer wieder in unserer Herkunftsgruppe einfinden. Hatte ich das hauptsächlich auf den Gedanken des beruflichen Werdegangs bezogen, so ist dein Beitrag hier die logische und sinnvolle Konsequenz, die ich damals noch nicht formulieren konnte.

    Aus meinen Überlegungen würde auch resultieren, dass es nichts mit Mann oder Frau zu tun hat, nichts mit Schuld oder Gesellschaft, sondern einfach, das es unterschiedliche soziale Gruppen gibt und wir dort hintentendieren, wo wir uns am wohlsten fühlen, zu Hause sind.

  44. Liebe Antje Schrupp,
    vielen Dank für diesen lesenswerten Artikel zu einem interessanten Problem!
    Auch Menachem für seinen Kommentar gilt mein Dank, da er das geschrieben hat, was ich beim Lesen des Artikels gedacht habe.
    “Frauen hingegen – und vermutlich auch immer mehr vernünftige Männer – mögen diese Art von Überlegenheit innerhalb ihrer Beziehungen nicht. Sie wollen mit ihrer Partner_innen-Wahl nicht irgend einen Status festigen, sondern sie wählen nach Vorlieben. Sie schätzen Partner und Partnerinnen mit ähnlichen Interessen, mit ähnlichem Bildungsstand – und damit eben, so wie unsere Gesellschaft organisiert ist, zwangsläufig leider auch mit ähnlichem Einkommen.”
    Ich glaube, das Wort “Status” ist in diesem Zusammenhang verwirrend. Die einen denken dabei an “Orden/dickes Auto”, die anderen an “soziale Herkunft”. Pisa hat ja ganz deutlich gezeigt, dass nirgends auf der Welt die soziale Herkunft das spätere Bildungs- und damit auch Berufsleben bestimmt, wie in D´land. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die heutigen (wenigen) Führungspositionen, die mit Frauen besetzt sind, unweigerlich auch mit Frauen aus “höheren” sozialen Schichten besetzt sind.
    Ein Kind aus Arbeitermilieu hat weniger Chancen nicht aufgrund weniger Intelligenz oder Können, sondern aufgrund seines/ihres Habitus (Stallgeruch). Die Umgangsformen stellen für den/die spätere/n Erwachsene/n schlicht eine andere Kultur dar.
    Vielleicht ist es genau dieser Punkt, der über die Partner_innenwahl entscheidet und nicht ein wie auch immer gemessener “Status”.
    Warum Frauen in gleicher Position immer noch weniger Einkommen erzielen ist damit natürlich nicht zu beantworten. Aber darum geht es hier ja auch nicht.
    Ein schönes Wochenende!

  45. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Trampen, Pornos und Orgasmusfakten: Die Blogschau

  46. Der britische Bildungsminister David Willets argumentiert ganz ähnlich in einem kürzlich erschienen Artikel im Telegraph. Der Artikel hat eine etwas reißerische Überschrift. Die Kernthese ist, dass Gleichstellungspolitik insbesondere Frauen aus der Mittelschicht genutzt hat. Kombiniert mit dem Paarungsverhalten führt das dann zu einer wachsenden Schere in den Haushaltseinkommen.

    http://www.telegraph.co.uk/education/educationnews/8420098/David-Willets-feminism-has-held-back-working-men.html

  47. @Menachem:

    “Aus meinen Überlegungen würde auch resultieren, dass es nichts mit Mann oder Frau zu tun hat, nichts mit Schuld oder Gesellschaft, sondern einfach, das es unterschiedliche soziale Gruppen gibt und wir dort hintentendieren, wo wir uns am wohlsten fühlen, zu Hause sind.”

    Das wäre das alte “Schuster, bleib bei Deinen Leisten.” – aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass zumindest zu Zeiten meiner Jugend sehr viele Eltern so dachten und die Bildungsanstrengungen ihrer Kinder vereitelten, indem sie die erst gar nicht förderten oder gar abschätzig beurteilten.

    Das Problem ist aber, dass der “Stallgeruch” als Kriterium für den Ort, wo man sich wohlfühlt, das eine ist – als Kriterium dafür, ob man Teilhabe an Verdienstmöglichkeiten oder Machtmitteln hat, aber etwas ganz anderes.

    Ersteres finde ich OK – letzteres nicht.

  48. Pingback: Führt das Ende der Alleinverdiener-Ehe zu mehr Ungleichheit? « Jakoblog — Das Weblog von Jakob Voß

  49. Aus meinem Kommentar ist dann doch ein ganzer Blogartikel geworden: Ich kann den Zusammenhang zwischen Ende des Alleinverdiener-Modells und Zunahme der Ungleichkeit zwischen Haushalten (sic!) zwar nachvollziehen. Aber es ist eben nur einer von vielen Zusammenhängen, der die eigentlichen Ursachen beider Probleme verschleiert.

  50. Pingback: Der Feminismus ist schuld? Aber ja doch, gern geschehen! « Aus Liebe zur Freiheit

  51. Ich denke auch, dass deine Beobachtung stimmt – die reichen Paare sind reicher geworden, die armen Paare ärmer. Die Verhältnisse stabilisieren sich durch die Heiratspraxis der Personen. Die Karrierefrauen heiraten Karrieremänner. Reich und Reich gesellt sich gern.

    Ich frage mich ob die erwähnten gleichen Interessen ausschlaggebend sind oder das Geld. Vielleicht beides, denn die Interessen werden vom Milieu mitbestimmt, aber nur das kanns nicht sein – Bildungsgrad und Karriere hängen nicht so stark zusammen. Ich kenne viele hochgebildete Menschen die keine Karriere machten und heute wenig verdienen.

    Ich finde das Konzept vom unternehmerischen Selbst hier passend. Wir sind alle Unternehmer am Markt. Die vom Mann ökonomisch-unabhängigen Frauen verhalten sich nun, wie der Mann, gemäß dem neoliberalen Ideal: Die Frauen sind nun ebenfalls “normale” Unternehmer. Sie verkaufen ihre Arbeitskraft nicht mehr als Hausfrau an ihren Ehemann, sondern (wie die Männer, normal) an den Arbeitgeber/Auftraggeber/Markt.

    Die “erfolgreichen” Frauen wollen keinen “Loser” als Mann. Sie sind stolz, dass “sie es geschafft haben” und suchen sich ihren Partner bei “Elitepartner” oder gleich den ebenfalls “erfolgreichen” Kollegen.

    Die Frauen in sogenannten “Frauenberufen” sind zwar nicht mehr direkt abhängig vom Geldbeutel des Gatten, aber er erwirbt meist immernoch den Großteil des gemeinsamen Einkommens, wodurch sich eine indirekte ökonomische Abhängigkeit herausbildet. Sie kann den Mann verlassen oder den Chef. Unbequem. Vielleicht suchen sich deshalb viele Frauen und Männer in “Frauenberufen”.

    Ich glaube ein symmetrisches Einkommen eines Paares ist für beide entspannter – keine Probleme durch ein Einkommensgefälle. Das alte Patriarchat hatte das so nicht zugelassen.

    Dabei sind sog. “Frauenberufe” oft viel wert- und sinnvoller als die typischen “Männerberufe” – aber das sind eigentlich ja keine Kategorien des kapitalistischen Denkens.

    Auch auf die Gefahr hin zu langweilen oder zu nerven, will ich hinzufügen, dass die kapitalistische Gesellschaft immer Armut und Reichtum produzieren, je nach dem wie sehr der Staat da verwaltend eingreift, oder wie in diesem Fall die Heiratspraxis, da ist im Ganzen niemand verantwortlich – oder eben alle, ist irgendwie das gleiche.

    Jari

  52. Eines lässt sich aus dem obigen Post schon mal gar nicht herauslesen, nämlich die in einem Kommentar vertretene Auffassung, hier würden neoliberale Positionen vertreten.

    Trotz aller erfreulichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten handelte es sich meines Erachtens immer noch um eine (Einkommens-)Klassenfrage. Da macht’s auch keinen Unterschied, wenn “reiche” Oberärzte weiterhin “arme” Krankenschwestern heiraten.

    .

  53. Pingback: Woher komme ich – wohin gehe ich « Gemeinsamleben Weblog

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