Mütter und Freiheit. Oder wer verändert die Welt?

Barbara Vinken, Barbara Streidl und ich (von links) bei der Diskussion in München. Foto: Ingrid Arnold

Am Mittwoch fand im Münchener Gasteig eine von Frauenstudien e.V. veranstaltete Diskussion zum Thema Mutterbilder zwischen Barbara Vinken (Literaturwissenschaftlerin und Autorin des Buches “Die deutsche Mutter”) und mir statt, die Barbara Streidl toll moderiert hat. Ingrid Arnold hat im Blog des Journalistinnenbundes schon was darüber geschrieben.

Ich glaube, es war eine ganz gute Diskussion, weil wir zwar in vielen Punkten unterschiedlicher Meinung waren, aber nicht im Sinne eines plattitüdigen Pro und Contra, wo man die Argumente der anderen immer schon vorher kennt.

Von vornherein bestand zwischen uns und dem Publikum Einigkeit in den offensichtlichen Essentials: Wir brauche flächendeckende gute öffentliche Kinder- und Babybetreuung, keine finanzielle Förderung der patriarchalen Versorgerehe, also Abschaffung des Ehegattensplittings.

Gegenseitige Zustimmung zwischen Vinken und mir gab es auch bei unseren jeweiligen wesentlichen Anliegen: Bei ihr die Kritik an dem spezifisch deutschen “Müttermythos”, also der Vorstellung, Mütter müssten zum Wohl der Kinder die Hauptbetreuungsarbeit übernehmen, der prinzipiellen Skepsis gegenüber öffentlicher Kinderbetreuung und damit die tendenzielle Unvereinbarkeit von Mutterschaft und Berufstätigkeit. Bei mir die Betonung, dass das Neudenken von Mutterschaft in einen größeren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext gehört, bei dem auch die Erwerbsarbeit und die Verteilung von Einkommen neu organisiert werden muss.

Uneinigkeit bestand aber in dem Weg dahin. Ich sehe nämlich in der Entscheidung vieler Frauen (nicht nur, aber vor allem Mütter) für Teilzeitarbeit nicht nur Ausdruck von “Müttermythos”, sondern auch eine größere Distanziertheit gegenüber dem “Erwerbsarbeitsmythos” und glaube, dass man daraus einen Hebel für gesellschaftliche Veränderungen machen kann – indem etwa auch Männer Geschmack an Teilzeitarbeit finden können oder indem Frauen in ihren Berufen bestimmte Ansprüche an Vereinbarkeit stellen – mehr Flexibilität, weniger Anwesenheitsfetischismus etc. – um die Vereinbarkeit beiderer Tätigkeitsbereich zu verbessern. Barbara Vinken widersprach dem vehement, weil sie der Ansicht ist, damit würde nur die Fixierung auf bestimmte Mütterbilder erhalten. Die notwendigen Veränderungen müssten nicht von den Frauen vorangetrieben werden, sondern von Männern oder der Politik.

Interessant fand ich noch, dass ich Barbara Vinken, die sich mit der Situation in Frankreich gut auskennt, nach einer Vermutung fragen konnte, die ich schon länger habe. Etwas scherzhaft sage ich nämlich manchmal, dass die Kinderbetreuung in Frankreich nur deshalb so gut ist, weil die Männer befürchten, wenn es keine Krippenplätze gäbe, müssten sie am Ende selber mit anpacken. In der Tat bestätigte Vinken, dass die Versorgung von Kindern in Frankreich ganz eindeutig Aufgabe der Mütter und nicht der Väter ist.

Dies ist nun ein wesentlicher Unterschied zu Deutschland, wo viele eine bessere Verteilung von Fürsorgearbeit auf beide Geschlechter anstreben. Ich denke, beides hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil in Frankreich ist sicher, neben der größeren Dringlichkeit, für eine öffentliche Infrastruktur zu sorgen, dass väterrechtliche Polemiken dort nicht so stark werden können.

Allerdings finde ich unter’m Strich hier den deutschen Weg doch besser, nicht nur aus Gerechtigkeitsgründen. Sondern weil ich glaube, dass ein volkswirtschaftliches Umdenken leichter vonstatten gehen kann, wenn auch zunehmend Männer persönliche Erfahrungen mit Care- und Fürsorgearbeit haben.

PS: Passend zum Thema auch dieser Kommentar von Barbara Dribbusch in der heutigen taz. Man muss doch nicht alles in die Phase zwischen 30 und 40 packen!

Update: Bei Frau Lila gibt es jetzt auch den Audiomitschnitt der Diskussion zum Download”

Hört bitte mal auf, von „Frauenrechten“ zu reden

Auch sehr aufschlussreich: Diese Auswahl bekommt man bei Fotolia, wenn man das Stichwort "Frauenrechte" eingibt. Facepalm allerorten.

In Zusammenhang mit den Wahlen in Tunesien poppt jetzt dauernd wieder das merkwürdige Wort „Frauenrechte“ auf. Die seien möglicherweise in Gefahr, schreibt etwa die taz, wenn eine islamistische Partei die Regierungsbildung übernimmt. Von „Frauenrechten“ ist aber auch sonst gerne die Rede. Aber was soll das bitteschön sein, „Frauenrechte“?

Verwendet wird das Wort im Allgemeinen dafür, dass Frauen Rechte haben wie die Männer auch. Allerdings: Dann handelt es sich nicht um „Frauenrechte“, sondern ganz einfach um allgemeine Rechte. Die Alternative dazu sind Rechte als männliches Privileg. Also Männerrechte.

Genau das sind jedenfalls die zwei Varianten, die der Rechtsstaat hervorgebracht hat: Männerrechte und allgemeine Rechte. Wobei letztere historisch aus ersteren hervorgegangen sind. Die meisten Rechtsstaaten basierten zunächst auf Männerrechten, die später zu allgemeinen Rechten ausgeweitet wurden.

Ein Land, in dem der Staat auf „Frauenrechten“ basiert – also auf einem Rechtssystem, aus dem Männer qua Geschlecht ausgeschlossen sind – hat es meines Wissens noch niemals irgendwo auf der Welt gegeben. Was es gab, sind Gesellschaften, die unterschiedliche Rechte und Pflichten für Frauen und Männer kennen, aber die gelten normalerweise nicht als rechtsstaatlich.

Von daher: Hört bitte auf, von Frauenrechten zu reden. Frauenrechte gibt es nicht. Es gibt Männerrechte und allgemeine Rechte (wobei beide Varianten normalerweise noch weitere Kriterien kennen, die Menschen von Rechten ausschließen, etwa Alter, Staatszugehörigkeit, früher auch Hautfarbe oder Klassenzugehörigkeit. Der Ausschluss von anderen ist dem Rechtsstaat inhärent und betrifft nicht nur die Frauen).

Die Rede von den angeblichen „Frauenrechten“ (und die Tatsache, dass das Wort auch Linken und sonstigen Frauenfreund_innen leicht über die Lippen kommt) ist entlarvend. Sie macht nämlich deutlich, dass zwischen „Männerrecht“ und „allgemeinem Recht“ noch immer kein prinzipieller Unterschied gemacht wird. Indem der Begriff „Frauenrecht“ gebraucht wird, um ein System allgemeiner (also wirklich gleicher) Rechte zu bezeichnen, erklärt man die Frage, ob nur Männer Rechte haben oder wirklich alle Menschen, im wörtlichen Sinn zu einem „Frauenproblem“. Also zu etwas, worum man sich kümmern kann, wenn man nett ist oder etwas „für die Frauen“ tun möchte.  Aber man begreift es nicht als etwas, das das eigene politische Universum im Kern berührt.

Mental befinden wir uns offenbar immer noch im Begriffszustand jener Schul- und Geschichtsbücher, die die Abschaffung des Klassenwahlrechts unter dem Begriff „Einführung des allgemeinen Wahlrechts“ kategorisiert haben (noch zu meiner Schulzeit, wie ist das eigentlich heute?)

Aber so wird das nie was mit der Revolution.

Das Geborensein denken

Zwei neue Bücher zum Thema Geburt.

Immer mal wieder gab es einen Versuch, die Gebürtigkeit des Menschen als grundlegendes Paradigma von Philosophie, Politik und Wissenschaft (kurz: der Kultur generell) zu verankern – grandios zum Beispiel von Hannah Arendt – aber es scheint wie verflixt: Irgendwie will es nicht in die Köpfe und in den Mainstream hinein. Offenbar hat sich das Phantasma der Kopfgeburten, der Autonomie, der abstrakten, von aller Materie “befreiten” Rationalität so tief in das westliche Denken hineingekrallt, dass es immer wieder hochpoppt.

Bis heute ist im Mainstreamdenken das Thema ausgelagert. Dass wir alle Geborene sind, also dem Wesen nach abhängig, dass wir unsere pure Existenz einer Frau aus Fleisch und Blut verdanken, die uns in ihrem Körper ausgetragen und zur Welt gebracht hat, dass wir nur überlebt haben, weil andere uns über viele Jahre hinweg ohne nennenswerte Gegenleistung versorgt, genährt, gewaschen und beschützt haben, und dass genau das die Art und Weise ist, wie das Lebendige funktioniert – ja, das wissen wir zwar irgendwo, aber verdrängen es doch gerne. Jedenfalls spielt es keine Rolle im “erwachsenen” Alltag, weder der Einzelnen noch der Politik insgesamt.

Weil noch immer Autonomie das vorherrschende Paradigma ist, wird auch alles, was mit dem Thema Mutterschaft zusammenhängt, tendenziell als Ärgernis angesehen. Diese lästige Sache mit dem Kinderkriegen hält Frauen davon ab, Karriere zu machen, zum Beispiel. Immerhin ist man sich heute darüber einig, dass dieses Ärgernis nicht mehr allein das private Pech von Frauen ist, die schwanger werden, sondern dass hier auch die Väter gefragt sind, oder die Gesellschaften, die die Nachteile durch entsprechende Gesetze abmildern sollen. Aber irgendwie ist diese Welt noch immer so eingerichtet, als ob es eigentlich besser wäre, man könnte Menschen anders fabrizieren. Am Besten so, dass sie fix und fertig einfach in ausgewachsenem Zustand auf die Welt plumpsen. Das wäre dann nämlich alles viel leichter zu organisieren. Auch die Gleichberechtigung der Geschlechter könnte dann viel einfacher hergestellt werden.

In der Literatur hingegen, die Geschichten erzählt statt Theorien zu erfinden, ist häufiger vom Gebären und Geborenwerden die Rede. 150 Beispiele aus der Literatur durch die Jahrhunderte hat Schweizer pensionierte Deutschlehrer Rainer Stöckli gesammelt. Zusammen mit Ina Praetorius hat er sie als Buch herausgebracht. In der Mitte findet sich ein Aufsatz von Praetorius, in dem sich des Dilemmas der “Geburtsvergessenheit” annimmt. Quer durch die Philosophiegeschichte zeichnet sie nach, wie die Gebürtigkeit, und damit auch die Materie, die Natur, die Frauen aus der Normalität ausgeschlossen wurden und zu welchen verqueren Schlussfolgerungen das geführt hat. Und sie bietet Alternativen an, wie man das Ganze neu ordnen könnte. Sehr lesenswert.

Wer sich dem Thema lieber gleich philosophierend als schmökernd annähern möchte, kann auch Praetorius’ neuen Aufsatzband lesen. In “Immer wieder Anfang” hat sie verschiedene Texte zum geburtlichen Denken versammelt und spielt dessen Bedeutung durch für das Verständnis von Religion, von Wirtschaft, von Menschenwürde. Dabei ist auch eine Auseinandersetzung mit Calvin sowie Würdigungen der Philosophinnen Jeanne Hersch und Luce Irigaray.

Ina Praetorius/Rainer Stöckli: Wir kommen nackt ins Licht, wir haben keine Wahl. Das Gebären erzählen, das Geborenwerden. 150 Szenen aus der Schönen Literatur zwischen 1760 und 2011. Appenzeller Verlag, Herisau 2011, 38,80 Euro.

Ina Praetorius: Immer wieder Anfang. Texte zum geburtlichen Denken, Grünewald, Ostfildern 2011, 16,90 Euro.


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Was ist “Verletzung der Privatsphäre”?

In der Papier-Sonntaz gibt es (leider nicht online) einen Artikel von Johannes Gestert mit dem Titel “Die Enthüllung”, der sich kritisch mit der Gesichtserkennung bei  Facebook auseinandersetzt.

Darin gibt es einen Absatz, der meines Erachtens sehr deutlich den kulturellen Konflikt zeigt, um den es meiner Meinung nach beim Stichwort “Privatsphäre” geht:

Der Fotograf Wolfram Hahn hat für ein Fotoprojekt junge Leute über ihre Onlineprofile befragt. Manche fanden ihn unverschämt, als er sie auf ihre Bilder ansprach. Als würde er in ihre Privatsphäre eindringen. Dabei stand alles im Netz.

Die Vorannahme hinter dieser Argumentation ist: Wenn etwas im Netz steht, dann kann es nicht mehr privat sein, dann kann jeder alles mit diesen Daten machen. Es wird so dargestellt, als sei das Rechts- und Unrechtsempfinden der hier zitierten Jugendlichen dumm und naiv. Wenn ihr das Zeug ins Netz stellt, dürft ihr euch nicht beschweren, wenn andere das entgegen euren Intentionen verwenden.

Dies Argumentation ist aber unsinnig, sobald man sie etwa aus dem Netz heraus in die analoge Welt überträgt. Dann würde sie nämlich sinngemäß bedeuten: Du veranstaltest eine Party und lässt dabei auch fremde Leute in dein Haus. Dann musst du dich auch nicht wundern, wenn die deinen Weinkeller austrinken.

Im analogen Leben gibt es durchaus ein Bewusstsein dafür, dass man nicht alles, was man machen kann, auch machen darf. Dass nicht alles, wozu man Zugang hat, einem auch gehört und beliebig verwendet werden darf. Warum sollte das im Internet nicht möglich sein? Warum soll die Erwartung der Jugendlichen, dass ein Fotograf versteht, dass private Fotos, die in einem sozialen Netzwerk gepostet werden, nicht dazu gedacht sind, für seine professionellen Projekte verwendet zu werden, falsch sein? Und wie kommt er dazu, diejenigen, die ihn auf seine ungehörigen Übergriffe hinweisen, für naiv und dumm zu erklären?

Das eigentliche Problem liegt vielleicht darin, dass wir dieses Bewusstsein davon, dass sich manches eben “nicht gehört”, selbst wenn kein Polizist dabei steht, der das verhindert, auch im analogen Leben zunehmend verlieren. Und das wiederum führt dazu, dass viele dieser Jugendlichen, die da angepisst reagieren, wenn jemand ihre im Netz zugänglichen Dateien entgegen ihrer offensichtlichen Intention verwendet, selbst auch eher skrupellos sind, wenn es sich um die Daten anderer handelt.

Aber. Die Lösung kann nicht sein, überall Zäune zu bauen und Polizisten hinzustellen, bei privaten Parties einen Türsteher zu engagieren, der von allen Gästen erstmal eine Unterlassungserklärung bezüglich des Weinkellers unterschreiben lässt, oder sonstwelche “Zugangsbeschränkungen” zu installieren. Sondern nur, dass wir das entsprechende zivilisatorische Bewusstsein stärken – indem wir uns bemühen, nicht übergriffig zu sein und auch andere darauf hinweisen, wenn sie die grundlegende Maxime jeder Kultur missachten: Dass man schlicht und ergreifend nicht alles tun darf, was man tun kann.

Dazu habe ich ja auch früher schonmal gebloggt.


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Wozu meine Verlegerin gut ist

Der neue Coup von Amazon, dass Autorinnen dort direkt ihre Bücher herausbringen können (ohne über Verlage zu gehen), war eigentlich absehbar. Neu ist das Modell ja  nicht, interessant eigentlich nur durch die Marktgröße von Amazon, das natürlich in einer anderen Liga spielt als Books on Demand. Aber auch schon vor dem Internet gab es Verlage, die jedes beliebige Buch herausgebracht haben, solange der Autor oder die Autorin nur genug Geld mitbrachte.

Worum es jetzt bei der Amazon-Sache geht, ist daher nicht wirklich ein neues Verfahren – Autorinnen kommen ohne Umweg über eine Verlegerin auf den Markt – sondern um das Prestige dieses Vorgehens. Wer bisher Bücher bei Books on Demand herausbrachte oder in einem dieser einschlägig bekannten “Wir-drucken-alles”-Verlage, hatte in Wahrnehmung der meisten kein richtiges Buch geschieben. Richtiger Autor war nur, wer in einem richtigen Verlag ein Buch hatte. Und je richtiger desto besser, Suhrkamp oder Ullstein ist besser, als Frauenoffensive oder Orlanda.

Es ging also im Verlagswesen schon lange nicht mehr um die Tätigkeiten, die ursprünglich mal der Grund für die Entstehung von Verlagen waren: Druck und Vertrieb von Papier. Weil das ungeheuer teuer und aufwändig war und spezialisiertes Know-How brauchte, konnten das einzelne Autoren nicht leisten und waren also auf Verlage angewiesen. Die Verlage kontrollierten den Zugang von Texten zum Markt: Sie entschieden, was gedruckt wurde und was nicht, nach politischen, nach subjektiven oder nach ökonomischen Kriterien, je nachdem.

Dies alles, diese ganze ursprüngliche Entstehungsbedingung des Verlagswesens ist bereits seit Erfindung des Internet abgeschafft, überflüssig. Wäre nur das die Aufgabe eines Verlags, wären Verlage schon längst ausgestorben.

Allerdings hatte sich zwischenzeitlich ein zweites Geschäftsfeld etabliert, nämlich die Verteilung von Status. Wer in einem “guten” Verlag veröffentlicht, bekommt – unabhängig von der Qualität des Buches – automatisch Aufmerksamkeit. Die großen Buchhandlungen haben ihre festen Regale, in denen da immer alles Neue von diesem und jenem Verlag steht, ganz unabhängig von der Qualität des Buches. Dasselbe gilt weitgehend für die Verteilung von Rezensionen in etablierten Medien.

Auf das alles könnte ich gut verzichten. Aber Verlage haben noch eine andere, positive Funktion: Sie bieten eine gewisse “Vorsortierung”. Ich zum Beispiel veröffentliche in etablierten Frauenbuchverlagen (bei Ulrike Helmer und bei Christel Göttert), und das hat den Vorteil, dass meine Bücher direkt ein interessiertes Publikum erreichen und gezielt auf dieses zugeschnitten vermarktet werden. Durch die verschiedenen Spezialisierungen und weltanschaulichen Ausrichtungen von Verlagen, sind sie Wegweiser für bestimmte Standards, und diese Funktion ist gut. Ob man denselben Nutzen nicht heute in Zeiten des Internet auch anders haben könnte, ist natürlich fraglich.

Der Hauptgrund, warum ich auf eine Verlegerin nicht verzichten will, ist aber der Austausch, die inhaltliche Debatte, und natürlich das Lektorat. Ein Buch zu schreiben ist oft eine einsame Angelegenheit. Durch die Diskussion mit meinen Verlegerinnen, durch das Hin und Her im Prozess des Lektorates, sind alle meine Bücher bisher wesentlich besser geworden. Auch haben die Verlegerinnen einen ganz anderen Blick auf ein mögliches Marketing, auf griffige Titel (“Methusalems Mütter” war zum Beispiel Ulrike Helmers Idee, nicht meine), sie kennen die Marktlage, sie können “Benchmarking” betreiben, also beurteilen, was momentan gefragt ist und was eher nicht.

Diese Kooperation zwischen Autorin und Verlegerin, diese Verbindung zwischen subjektivem, persönlichen Denken und Schaffen, und seiner Vermittlung nach draußen hin, in die Welt mit ihrem  Zeitgeist, ihrem Mainstream, ihren Moden und so weiter ist für mich das Herzstück heutiger Verlagsarbeit. Dass da eine ist, die mich darauf hinweist, wenn Sätze und Gedanken unverständlich sind, die darauf besteht, dass potenzielle Leserinnen und Leser das verstehen, die kritisch nachfragt, ob das, was ich da geschrieben habe, überhaupt stimmt oder richtig ist. Und so weiter.

Und ich glaube tatsächlich, dass es der Qualität vieler Bücher abträglich wäre, wenn es diese Kooperation nicht mehr gäbe. Möglicherweise sterben Verlage aus, weil Druck und Vertrieb von Büchern tatsächlich besser von Amazon abgewickelt werden können. Und möglicherweise sterben sie jetzt noch schneller aus, weil Amazon das Selbstverlegen von Büchern quasi gesellschaftsfähig macht und das Geschäftsmodell “Wir verleihen Autoren Status” damit zusammenbricht.

Aber ich hätte dann eine Idee für ein neues Geschäftsfeld: Verlage könnten DienstleisterInnen werden für Autoren und Autorinnen, die sich der Begrenztheit ihrer eigenen Fähigkeiten und Sichtweisen bewusst sind und ihre längeren Texte gerne einem professionellen “Realitätscheck” unterziehen möchten, bevor sie sie in die breite Öffentlichkeit entlassen. Vielleicht wäre das Geschäftsmodell dann umgekehrt wie heute: Nicht die Autorin bekommt einen bestimmten Betrag pro verkauftem Buch von der Verlegerin bezahlt, sondern andersrum.


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Endlich. Eine Bank.

Nachdem es nun Herbst geworden ist und die Gelegenheiten zum Wandern wohl rar werden (ich bin Schönwetter-Outdoor), möchte ich zum Saisonabschluss an dieser Stelle mal ein fettes Dankeschön ins Internet schreiben, für all diejenigen, die dafür sorgen, dass an vielen schönen Stellen mitten in der Landschaft Bänke stehen. Stellvertretend für viele sei hier die Vereinsgemeinschaft “Waldweihnachtsmarkt” Wenighösbach (im Spessart) genannt, die uns neulich mit ihrer Bank eine wundervolle, sonnenbeschienene Pause ermöglicht hat.

Danke schön!

Diese Plaketten finde ich übrigens wunderbar. Sie regen die Phantasie an. Wer mögen wohl die Menschen sein, die dahinter stehen? Wahrscheinlich sind es Leute, die selbst gerne in dieser Gegend spazieren gehen, die hier wohnen und ihre Umwelt wohnlich gestalten. Denn Natur ist schön, aber eben nur in Kombination mit Kultur. Die Mischung macht’s. Und ich rubriziere das jetzt mal unter “Wirtschaftspolitik”.

Schöne Aussicht.


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Muslime und Schwule: ein konstruierter Gegensatz

Aufsätze über Sexualpolitiken nach dem 11. September.

Als der marokkanische Gelehrte Muhammad as-Saffar in den 1840er Jahren Paris besuchte, stellte er verwundert fest: „Tändeleien, Romanzen und Umwerbungen finden bei den Franzosen nur mit Frauen statt, denn sie tendieren nicht zu Knaben oder jungen Männern. Vielmehr gilt ihnen das als extrem schädlich.“

Homophobie, also die moralische Ablehnung sexueller Beziehungen unter Menschen desselben Geschlechts (vor allem unter Männern) ist – zumindest in der Form, wie wir sie kennen – eine Erscheinung, die wesentlich zur westlich-abendländischen Kultur gehört. Trotzdem ist im Zuge der zunehmenden Islamfeindlichkeit nach den Anschlägen vom 11. September vor allem der Islam in den Ruch der Homophobie gekommen.

Fragen nach der Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebensformen waren zum Beispiel im so genannten Integrationsfragebogen vorgesehen. Aus den großen Schwulenverbänden gibt es immer wieder Stimmen, die eine spezielle Schwulenfeindlichkeit in muslimischen Communities und unter Jugendlichen unterstellen. Die Ursachen dafür werden generell im „Islam“ ausgemacht und manchmal auch in den „rückständigen“ Migrationskulturen generell.

Koray Yilmaz-Günay hat in diesem Band nun Texte zusammengestellt – teilweise ältere, teilweise neu geschriebene – die das als Konstruktion, als Klischee entlarven. Kritisiert wird die Tendenz von Teilen der Schwulenbewegung, einerseits unverhohlen rassistisch zu sein, gleichzeitig aber durch die „Zurschaustellung“ von „dunkelhäutig-exotischen“ Liebhabern Weltoffenheit zu demonstrieren. Andere Texte setzen sich mit der Islamfeindlichkeit als „Elitendiskurs“ auseinander – also mit dem Phänomen, dass das Abheben auf die angebliche Homophobie der „Anderen“ Rassismus auch in aufgeklärt intellektuellen Szenen quasi salonfähig wird.

Der Vorwurf einer speziell muslimischen Homophobie nimmt dabei eine ganz ähnliche Rolle ein wie die Behauptung, der Islam sei seinem Wesen nach frauenfeindlich. Vor der Folie des Fremden gibt sich der Mainstream besonders aufgeklärt, doch wie die eingangs geschilderte Begebenheit im Paris des 19. Jahrhunderts zeigt, spricht man hier weniger über den Islam als über sich selbst. Getreu dem Motto: Die größten Kritiker der Elche waren eben früher selber welche. Und sind es außerdem auch heute noch. In den USA, so las ich in einem der Texte mit Entsetzen, gebe es inzwischen den Ausdruck „I’m not gay seat“. Gemeint ist der Sessel, den zwei Jungen zwischen sich frei lassen, wenn sie zusammen ins Kino gehen – wer sich da drauf setzt, ist schwul!

Das Problem ist, dass die rechtliche Emanzipation homosexueller Lebensformen in den westlichen Kulturen bisher nicht wirklich zu einer kritischen Hinterfragung normativer Sexualmoralen geführt hat. Bislang wurden nur die Grenzen des normativ Akzeptierten ein bisschen verschoben. Die westliche Kultur ist noch immer von ihrem Wesen her homophob, und zwar auf eine Weise, die sich nicht mit den in anderen Kulturen natürlich auch vorhandenen problematischen Aspekten von Sexualmoral parallelisieren lassen. Ebenso wie die westliche Kultur auch der weiblichen Freiheit noch immer skeptisch bis feindlich begegnet, trotz (oder vielleicht sogar gerade wegen) der erfolgreich durchgesetzten rechtlichen Gleichstellung von Frauen.

Das Tragische an der ganzen Geschichte ist, dass durch genau solche Diskussionslinien der tatsächliche, alltägliche Kampf für die Freiheit der einzelnen Menschen, für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen, erschwert wird. Wenn junge Muslime immer wieder hören, der Islam sei gegen Homosexualität, der Islam sei gegen Feminismus – dann steigt ja logischerweise die Gefahr, dass sie genau das werden, um ihre muslimische Identität zu behaupten: homophob und frauenverachtend. Wir bringen durch unsere Diskurse das selbst hervor, was wir angeblich kritisieren und bekämpfen.

Eine sinnvolle Auseinandersetzung mit diesen Themen kann nicht vor dem Hintergrund der Frage: „Welche Religion und Kultur ist besser oder schlechter für Frauen und für Homosexuelle“ geführt werden. Sie kann nur geführt werden vor dem Hintergrund der Frage: „Welche Traditionen, Denkfiguren und Alltagspraxen hat die eine und die andere Religion und Kultur, die uns dabei helfen können, gemeinsam in eine freiere und lebenswerte Welt zu gelangen?“

Die Texte in diesem Band, obwohl nicht immer leicht zu lesen, können bei dieser Änderung der Blickrichtung helfen.

Koray Yilmaz-Günay (Hg): Karriere eines konstruierten Gegensatzes: Zehn Jahre „Muslime versus Schwule“. Sexualpolitiken seit dem 11. September. Eigenverlag, Berlin 2011. Man kann das Buch für 5 Euro zzgl. Porto bei http://www.yilmaz-gunay.de/ bestellen.


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Das Märchen von den schüchternen Frauen

© Mikhail Mishchenko - Fotolia.com

Bei den Piraten wird das ungleiche Geschlechterverhältnis in ihren Reihen ernst genommen. Jedenfalls ist die relative Abwesenheit von Frauen, soweit ich mitbekomme, Gegenstand von Nachdenken und Diskussionen. Schön.

Allerdings bin ich eher skeptisch über die Richtung. Ein Diskussionsstrang dabei ist derzeit das Bemühen, die eher „schüchternen“ Parteimitglieder mehr zu motivieren, sich „in die erste Reihe“ zu stellen. Auf diese Weise soll offenbar vermieden werden, von „den Frauen“ und „den Männern“ zu sprechen, sondern das Problem soll unabhängig vom Geschlecht auf sachliche Kriterien zurückgeführt werden.

Natürlich wissen wir aber in Wirklichkeit alle ganz genau, wer mit den „Schüchternen“ gemeint ist. Die Frauen eben. Es wird vermutet, sie seien schüchterner als Männer und deshalb so selten in Ämtern vertreten.

Aber ist das plausibel? Wo bitte sehr sind Frauen heutzutage schüchtern? Und schon gar junge? Man liest es doch überall: Junge Frauen können besser reden, sind besser ausgebildet, sind selbstsicherer als junge Männer. Natürlich kommt das mal vor, eine schüchterne junge Frau. Schüchterne junge Männer kommen aber mindestens ebenso häufig vor. Wenn ich all die jungen Frauen, die so im Laufe eines Tages an mir vorbeilaufen, beschreiben müsste, würden mir viele Vokabeln einfallen. „Schüchtern“ wäre nicht darunter.

Die Debatte ist noch aus einem anderen Grund aufschlussreich. Denn sie zeigt gewissermaßen in Reinform die Funktionsweise männlich dominierten Denkens: Sobald sich eine Differenz zwischen Frauen und Männern zeigt, darf diese Differenz nicht stehen bleiben, keine Leerstelle markieren, denn das wäre ja weibliche Eigenständigkeit. Die weibliche Differenz muss sofort einverleibt, also mit einem bestimmten Inhalt versehen werden. Dass der Inhalt „Schüchternheit“ in diesem Fall auch noch eher unplausibel ist, ist da nur ein Nebenaspekt.

Bei diesem Prozess der Einverleibung weiblicher Dissidenz in eine pseudoneutrale (männliche) Logik wirkt die Post-Gender-Idee der Piraten offensichtlich als Beschleuniger: Gerade weil das Wort „Frau“ abgelehnt wird, muss umso schneller etwas an dessen Stelle treten, muss die Leerstelle eine Bedeutung zugewiesen bekommen, mit dem paradoxen Ergebnis, dass die Zuweisung an die Frauen (sie sind „schüchtern“, von Ausnahmen natürlich abgesehen, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regeln) nur umso klischeehafter ausfällt.

Deshalb bin ich ja so ein großer Fan des Wortes „Frau“: Im Unterschied zu allem anderen, was man über unsereins sagen kann, hat es den großen Vorteil, inhaltlich erst einmal überhaupt nichts zu bedeuten. Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau. „Frau“ wird erst durch das Handeln und Sprechen (idealerweise von Frauen selbst) mit Bedeutung gefüllt. „Schüchtern“ hingegen ist, wie jedes andere „Ersatzwort“, bereits mit einem klaren Inhalt belegt.

Damit will ich nicht sagen, dass es nicht sinnvoll wäre, zu überlegen, inwiefern „Schüchterne“ in Parteidiskussionen besser einbezogen werden können, damit ihre oftmals wichtigen Beiträge nicht verloren gehen. Aber das alles hat nichts mit Frauen zu tun. Oder nicht mehr mit Frauen als mit Männern. Kurz und gut: Es ist keine Antwort auf den geringen Frauenanteil.

Ich bin der Ansicht, dass das, was hier als weibliche „Schüchternheit“ interpretiert wird (weil man die weibliche Differenz nicht aushält oder wahrhaben will), etwas anderes ist: Unlust, Desinteresse, Skepsis, Vorbehalte. Ein Bild, das in der Debatte oft benutzt wird, ist ja die berühmte „erste Reihe“, in die die Frauen nicht hinwollen. Genau. Aber warum nicht? Die Antwort „Weil sie schüchtern sind“ weicht dem Problem aus. Wäre das so, dann bräuchten sie ja nur mal eine Ermunterung, oder, wenn das nichts hilft, einen Arschtritt, oder, im äußersten Fall, eben eine Quote. Da wäre die Partei aber fein raus.

Könnte man den Fall auch noch anders lösen?

Wir (die Redakteurinnen des Internetforums bzw-weiterdenken) hatten vor einiger Zeit Frauen aus verschiedenen Organisationen und Institutionen zu einem Austausch eingeladen hatten. Es ging um die Frage: Wie werden wir „sichtbar und einflussreich, ohne uns anzupassen“? Die meisten der anwesenden Frauen hatten ihre jeweiligen politischen Anliegen bereits in der einen oder anderen Form „institutionalisiert“, also in eine Organisationsform gebracht, die mit der männergemachten Art gesellschaftlicher Organisation, mit der wir es nun einmal zu tun haben, irgendwie kompatibel ist.

Sie alle hatten dabei oft Schwierigkeiten, die „erste Reihe“ zu besetzen. Keine Frau wollte das machen. Das deutsche Recht erfordert aber genau das: Einen Vorsitzenden, einen Chef, einen Verantwortlichen, einen Repräsentanten. Aber viele Frauen wollen das nicht sein. Auch nicht in reinen Frauenorganisationen, wo der Grund ja nicht gläserne Decken oder männliches Konkurrenzgehabe sein kann. Bei den bei unserer Tagung versammelten Frauen kann es definitiv auch nicht „Schüchternheit“ gewesen sein, denn wir waren allesamt erfahrene politische Aktivistinnen.

Nein, ich glaube, viele Frauen (mehr Frauen als Männer) stehen einfach einer Repräsentationslogik, so wie sie für das männliche politische System typisch ist, skeptisch gegenüber: Diesem Prinzip von „Einer übernimmt ein Amt und spricht dann im Namen der Vielen“. Das ist immer ein Fake, eine Anmaßung, das funktioniert so nicht. Es ist ein Einfallstor für Macht und Hierarchien, also für Un-Politik. Die Politik der Frauen basiert auf anderen Regeln; auf dem Sprechen in erster Person, dem Von sich selbst ausgehen.

In Punkto „Vorsitz“ haben übrigens mehrere Frauen bei dieser Tagung erzählt, dass sie es bei ihren Vereinen und Projekten so machen: Es gibt nicht eine Sprecherin oder Vorsitzende, sondern alle sind es. Wer immer angefragt wird, „im Namen des Vereins xy“ zu sprechen, tut das eben. Jede Frau ist eine Vorsitzende, eine Präsidentin, eine Chefin, bei Bedarf. Wenn alle Vorsitzende sind, dann entziehen sich auch Frauen der Verantwortung nicht. Sie haben nichts dagegen, Entscheidungen zu treffen, sie wollen nur nicht die einzige sein, die das tut, und sie wollen es nicht an Stelle der anderen machen (die sich dann zum Beispiel zurücklehnen und stänkernde Tweets abballern, wenn der Chef mal was macht, was ihnen nicht passt).

Die Politik, so wie Frauen sie sich vorstellen und praktizieren, basiert nicht auf Wahlen, auf Hierarchie und Repräsentation, sondern auf Individualität, auf Vertrauen und Verantwortlichkeit. Auch ich bevorzuge diese Art von Politik, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie funktioniert. Besser funktioniert, als die Repräsentationslogik, nach der die Männer ihre politischen Institutionen geformt haben. Jetzt sind sie auch noch ganz stolz darauf, dass wir Frauen seit der Emanzipation auch dazu Zugang haben. Ich persönlich lehne dankend ab. Dann lieber zweite Reihe. Und Ihr könnt mir glauben: Mit Schüchternheit hat das aber auch gar nichts zu tun.


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Wikipedia ohne Matriarchatsforschung?

Bei Wikipedia wird gerade darüber diskutiert, ob der Artikel zum Stichwort “Matriarchatsforschung” gelöscht werden soll. Kritisiert wird, der Artikel sei zu einseitig auf die Theorien von Heide Göttner-Abendroth ausgerichtet. Ich habe die ganze Löschdiskussion gerade einmal durchgezappt und fand das argumentative Hin und Her ziemlich ermüdend. Wikipedia ist einfach auch nicht mein Ding. Weshalb ich mich selber an der Debatte auch nicht beteiligen will.

Nun finde ich aber die Vorstellung, dass der Artikel gelöscht wird, trotzdem erschreckend. Dass das Projekt Wikipedia sowieso eine ziemlich männerlastige Angelegenheit ist, ist ja schon häufiger mal aufgefallen. Speziell zu feministischen Themen gibt es ohnehin wenig gute Artikel. Einige Frauen, die sich daran mal beteiligt haben, beklagen, dass ihre Beiträge immer wieder schnell von Maskulinisten überarbeitet, sprich verhunzt werden.

Deshalb denke ich, man sollte froh sein, wenn es überhaupt zu solchen Themen Einträge gibt und eher dafür werben, dass sie verbessert werden, anstatt ernsthaft in Erwägung zu ziehen, sie einfach wegzulöschen. Und auch wenn der derzeitige Artikel Matriarchatsforschung etwas Schlagseite haben sollte, so enthält er trotzdem sachliche Informationen, Links und Lesetipps. Jedenfalls wäre es für Wikipedia oberpeinlich, wenn es zu dem Stichwort einfach gar nichts geben würde.

Daher möchte ich hier kurz mal die Aufmerksamkeit in diese Richtung lenken, in der Hoffnung, dass sich welche finden, die sich in die Diskussion einmischen. Vielleicht gibt es ja ein paar Wikipedist_innen unter euch :)

Diejenigen, die keine große Ahnung von Matriarchatsforschung haben, könnten zum Beispiel dahingehend wirken, dass es besser ist, einen nicht ganz perfekten Artikel zu dem Thema zu haben als gar keinen. Gerade angesichts der Tatsache, dass Wikipedia in Punkto Frauen gravierend unterbelichtet ist. Und diejenigen, die sich in dem Feld auskennen, könnten inhaltlich drüber gehen und versuchen, den Eintrag etwas umfassender zu gestalten.

Thanks vor your attention.

Zu dem Thema “Matriarchatsbewegung im Shitstorm” hatte ich kürzlich schonmal gebloggt.


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