Euer Facebook-Gejammere nervt!

Seit geraumer Zeit ärgere ich mich über das Facebook-Gejammere dieser “Netzgemeinde”. Der gefühlt fünfttrillionste Artikel mit der Überschrift “Facebook nervt” von Maik Söhler aus der heutigen taz ist jetzt mal der Anlass, darüber zu bloggen.

Der Hauptgrund, der von den Facebook-Verächterinnen vorgebracht wird, ist natürlich die Bevormundung dieser Plattform. Alle drei Tage werden wieder irgendwelche Einstellungen verändert, man hat keinerlei Kontrolle (haha) über das, was einer so in die Timeline gespült wird. Undurchsichtige Algorithmen schreiben mir vor, was ich lesen soll, lauter langweiliges Zeug kommt da oder – oh Göttin! – Werbung, die ich nicht bestellt habe. Die Daten gehören sowieso Herrn Zuckerberg, alles was ich bei Facebook poste, wird überwacht, ausgenutzt und im Zweifelsfall gegen mich verwendet. Und dann diese ganzen Poesiealbumssprüche.

Ja, das stimmt alles.

Und ja, es gibt viele schönere Orte im Internet, zum Beispiel Blogs oder Twitter oder noch irgendwelche anderen Seiten, die noch viel nerdiger und selbstbestimmter und unüberwachter sind. Und das ist gut so, und es spricht nichts dagegen, sie zu nutzen.

Aber.

Es ist halt einfach so, dass die allermeisten Menschen, wenn sie überhaupt irgendwo in diesem “sozialen Netz” sind, bei Facebook sind und nicht anderswo. Laut aktueller Online-Studie von ARD und ZDF nutzen 43 Prozent der Internetnutzerinnen “soziale Netzwerke” (faktisch: Facebook), während nur 8 Prozent bloggen und nur 4 Prozent bei Twitter sind. Und warum ist das so?

Ich behaupte, dass der Grund gerade der “bevormundende” Ansatz von Facebook ist. Menschen, die nicht schon seit den Anfangsjahren auf Twitter sind, finden sich da nämlich kaum zurecht. Ich kann mich erinnern, dass es mir selbst anfangs ziemlich komisch vorkam, und dabei war Twitter im Jahr 2009 noch lange nicht so komisch wie es jetzt ist. Es ist in der Zwischenzeit praktisch eine eigene Sprache entstanden, eine eigene Kultur, mit eigenen Codes usw., die man beherrschen muss, wenn man irgendwie Spaß haben will. Es ist, als ob man auf eine Party geht, die schon seit Tagen läuft, wo man niemanden kennt (die anderen kennen sich aber schon seit Kindertagen) und das Ganze auch noch auf einem fremden Planeten, ohne Sprachkenntnisse und ohne Wissen, wie man sich hier benimmt. Und wem von diesen Millionen Twitterinnen soll ich folgen? Und wie mache ich auf mich aufmerksam, mit null oder zwei Followerinnen am Anfang?

Von zehn Menschen, die ich überrede, auf Facebook oder Twitter zu kommen, bleiben bei Facebook acht bis neun da, bei Twitter höchstens eine.

Bloggen ist leider auch keine Alternative. Für ein neues Blog Aufmerksamkeit zu bekommen, ist heute viel schwerer als vor drei, vier Jahren noch. Und Mitdiskutieren in den Kommentaren? Meine Güte, reihenweise Bloggerinnen machen neuerdings ihre Kommentare ja wieder zu, weil sie den ätzenden Tonfall, der dort normalerweise herrscht, selbst nicht ertragen. Wieso sollte sich eine Neu-Netz-2.0-Bürgerin das antun?

Es ist schwer, in diesem sozialen Internet-Dingens Fuß zu fassen, wenn man nicht selbst schon lange drin ist.

Bei Facebook ist das anders. Da findet jede Neuanfängerin gleich Freundinnen, die werden ihr praktisch auf die Nase gebunden. Da ist die Hürde, auch selbst mal was in dieses gefährliche Internet hineinzuschreiben, gering, zum Beispiel kann sie erstmal vorsichtig mit einem “gefällt mir” beginnen.

Um sich relevante Timelines zusammen zu stellen, braucht man Know-How, Wissen und Zeit. Bei Facebook nicht, da ist – den bevormundenden Algorithmen sei Dank – gleich schon mal was. Und was versierte Timeline-Konfiguriererinnen als Bevormundung empfinden, ist für Leute, die nicht wissen, was eine Timeline ist, geschweige denn, wie sie funktioniert, ein hilfreiches Tool.

Mir gefällt Facebook auch nicht, aus all den guten Gründen, die momentan so ausufernd ins Internet geschrieben werden.

Mir gefällt Facebook aber sehr, sehr gut, weil ich dort all die Menschen treffe, mit denen ich mich gerne austauschen möchte. Facebook ist der einzige Ort im Internet, wo ich sie treffe. Ich treffe sie nicht auf Twitter, ich treffe sie nicht in meinem Blog (manche lesen, aber fast nie kommentieren sie).

Und da kann ich selbst auch etwas dazu tun, dass sich die notwendige Medienkompetenz etwas verbreitet. Ich kann Bekannte darauf hinweisen, dass es nicht so cool ist, wenn sie Fotos von Dritten posten, ich kann Hinweise zum Urheberrecht und zur Datensicherheit anbringen. Ich kann erklären, was “lol” bedeutet oder wie man Herzchen macht.

Und vielleicht kommt dann irgendwann der Punkt, wo sich die Facebook-Nutzerinnen dann auch jenseits davon umschauen. Der Punkt, wo sie auch mal in einem Blog zu kommentieren, oder sich Twitter anzuschauen, oder was es dann irgendwann mal geben wird. Und deshalb bin ich bei Facebook und werde es auch noch solange bleiben, wie es nötig ist.

Meinen Netzschwerpunkt muss ich dort freilich nicht  haben, aus all den genannten guten Gründen nicht. Aber weil ich daran interessiert bin, dass die Möglichkeiten, die das Internet bietet, nicht nur Spielwiese für ein paar Spezialinteressierte bleibt, sondern ein Tool wird, das für Frau Meier und Frau Müller so selbstverständlich ist wie heute das Telefon – deshalb bin ich  Facebook dankbar dafür, dass es eine Plattform bietet, die den Zugang zum interaktiven Internet leicht macht. Eine Plattform, die die Schwellen niedrig hängt, die lockt und verlockt, und die offenbar schafft, was andere Plattformen eben nicht schaffen.

Facebook ist momentan sozusagen der Durchlauferhitzer, der eine Brücke baut zwischen denen, die “drinnen” sind und denen, die noch “draußen” sind. Und das ist gut so.

109 Gedanken zu “Euer Facebook-Gejammere nervt!

  1. Naja, ich kenne eigentlich niemanden, der erst bei Facebook war und dann das “richtige” Netz betreten hat. Umgekehrt kenne ich aber viele alte Netzhasen, die jetzt viel Content bei Facebook abladen und weniger bei Twitter (das übrigens auch immer schlimmer wird) oder in Blogs oder sonstwo. Für Deine Hoffnung von Facebook als Einstiegsdroge sehe ich keinerlei empirische Evidenz.

    Auch Deshalb: Facebook ist ein vergiftetes Geschenk und je mehr sich davon fern halten umso besser.

  2. sehr schön geschrieben. Eigentlich hab ich nichts hinzu zu fügen. Wollte aber aus Gründen der Wertschätzung dennoch einen Kommentar hinterlassen. Danke!

  3. @Benni – “Facebook ist ein vergiftetes Geschenk und je mehr sich davon fern halten umso besser.” – Auch, wenn sie dann gar nicht ins Internet kommen?

  4. Super Bericht und trifft den Nagel auf dem Kopf! Ich weiß auch nicht warum viele so genervt sind von Facebook. Ich glaube man wird ja nicht dazu gezwungen, oder habe ich was übersehen? ;-)

  5. Facebook dankbar? Muss nicht sein. Es ist eine Datenkrake und es ist gut, gut, gut, wenn das oft und ausdauernd gesagt und geschrieben wird.
    Du musst ja nicht hinhören, wenn du es schon weißt. Aber es ist wichtig, dass es immer wieder Gesprächsstoff ist. Es ist nun mal keine heile Welt. Es ist ein gefährliches Pflaster.

  6. Pingback: Sammelmappe » Blog Archive » Dankbarkeit im Überschwang

  7. @Sammelmappe – Also, ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt, die die Botschaft “Facebook ist eine Datenkrake” bisher verpasst haben. Was man vermitteln muss ist nicht dieses pauschale Wissen als solches, sondern handhabbare Wege, damit umzugehen. Also den bewussten Umgang mit Daten, eine gewisse Übung darin, Gefahren zu erkennen. Und gerade deshalb finde ich es so wichtig, dass Leute mit “Netzkompetenz”, wenn man es mal so ausdrücken will, bei Facebook bleiben.

  8. Wie du schon gesagt hast, ist facebook vor allem deswegen beliebt, weil “alle” dort sind. Das liegt daran, dass der Nutzen von Netzwerken (deswegen heißen sie ja so) für die Teilnehmerinnen mit jeder neuen Teilnehmerin quadratisch wächst.
    Wären “alle” bei twitter (was wohl wegen mangelndem Interesse nicht der Fall ist), würden sich die meisten Leute schnell daran gewöhnen. Alles eine Sache der eigenen Motivation und Zeitinvestition, behaupte ich.
    Den größten Nutzen an möglichst vielen Teilnehmerinnen hat natürlich facebook selber (aufgrund der Werbekundinnen). Vielleicht ist es deswegen so aufgebaut, dass sich die Teilnehmerinnenzahlen möglichst schnell multiplizieren.

    Natürlich ist es nervig, wenn nur gejammert wird. Aber ist es eine Lösung, das Problem zu relativieren? “Facebook hat auch gute Seiten, deswegen jammert nicht darüber, dass es böse ist”? Ich würde eher sagen: Hört auf zu jammern, tut etwas! Klärt die Leute geduldig über interessantere Netzwerke auf!

  9. Zu deiner Antwort an Sammelmappe:
    Es gibt keine gute Art, mit facebook umzugehen. Wir können nichts dagegen tun, was mit unseren Daten dort geschieht. Auch nicht, wenn wir Netzkompetenz erworben haben. Bei facebook sein ist wie Fleisch essen: Entweder nicht darüber nachdenken, wie schlecht es ist, und weitermachen – oder konsequent damit aufhören und mit dem Verzicht leben.

  10. Mir gefällt Ihre unaufgeregte, flüssige Art mit strittigen Themen umzugehen und die Kirche wieder sanft-logisch zurück ins Dorf zu bringen. Aus meiner Beobachtung haben vieler dieser Ängste mit Kontrollverlust zu tun, jedenfalls haben in meinem Umfeld die größten Bedenkenträger keine eigenen Erfahrungen mit Facebook u.ä.. Wussten aber Bescheid! Keine Kontrolle über Vorgänge zu haben, bzw. sie zu verlieren oder abzugeben ist ein Merkmal unserer Zeit geworden. Aber was ist die Alternative?

  11. Ich sehe das genauso. Es führt nichts daran vorbei, dass man auf Facebook viel mehr Menschen erreichen kann, als auf anderen Plattformen. Aus Ärger über die nicht wenigen Nachteile bin nicht nur ich dieser Plattform eine Zeitlang fern geblieben, um nachher aus genau den von Antje angeführten Gründen zurückzukehren, hoffentlich mit erhöhter Kompetenz. Ich überlege ziemlich genau, bevor ich dort etwas einstelle. Genau darum geht es, dass man sehr bewusst entscheidet, wie man damit umgeht. Dazu gehört sicher auch, seinem Ärger einmal Luft zu machen, als Endlosschleife aber ist das nicht besonders konstruktiv.

  12. @Antje: “Auch, wenn sie dann gar nicht ins Internet kommen?” – Ja. Wer das Bedürfnis verspürt zu veröffentlichen wird einen Weg finden. Bei FB schreiben sie nur in einen geschlossenen Datencontainer, davon hat niemand was außer Facebook.

    Mein Problem ist auch weniger der Datenschutz als vielmehr die Umstrukturierung der Öffentlichkeit, die da passiert. Das Internet ist da gut, wo es zu hirarchieärmeren Öffentlichkeiten führt und Zugangsschranken senkt. FB ist unter dem Druck der Aktionäre momentan dabei, genau das zu ändern. Neuerdings kann man dafür zahlen, dass die Freunde Statusmeldungen länger sehen. Was genau unterscheidet dass dann noch von den alten Print- und Fernsehmonopolen und warum sollte ich einen Pfifferling drauf geben?

    Da Du mit “Euer Gejammer nervt” ja schon einen ziemlich bissigen Ton angeschlagen hab, geb ich das jetzt mal zurück: Solche Artikel wie dieser hier sind sehr schädlich, weil es wahrscheinlich hunderte von Leuten wieder darin bestärkt Facebook weiter mit ihrem Content am Leben zu halten (Die Kommentare hier bestätigen dass ja auch). Die meisten Leute bei Facebook haben ein ungutes Gefühl, dass sie da sind und viele ein schlechtes Gewissen.

    Monopolisten wie FB auch noch mit solchen Posts zu unterstützen schadet dem Freien Netz. Wir stehen eh schon an der Kippe ob das Netz sein emanzipatorisches Potential noch entfalten kann oder immer mehr zwischen Monopolisten und Regierungen zerrieben wird, da ist jeder, der den Scheiß nicht mitmacht sehr viel Wert.

    Mich stört auch der pädagogische Impetus, als wüssten die Leute nicht was gut für sie ist und man müsste sie via Facebook zu Netizens erziehen. Wenn wir hier etwas für sie zu bieten haben, dann kommen sie von selbst und jeder Satz, jedes Foto, das bei FB steht und nicht im Freien Netz trägt dazu bei, dass sie nicht hier her kommen.

    Und als letztes noch zum vielgehörten Einwand, der auch hier oben kam, “man wird ja nicht gezwungen”. Doch, wird man eben doch. Es ist der selbe sanfte Druck, der auch sonst unser Leben reguliert. Es erfordert inzwischen mehr Energie nicht bei FB zu sein, als es zu sein (je nach Szene vielleicht). Man wird dauernd drauf angesprochen, gelobt wenn man endlich da ist und mit kleinen Neckereien gepiesakt, wenn man geht. Klar, das ist noch nicht besonders schlimm, aber es wird um so schlimmer je mehr Menschen da sind. Und unter Jugendlichen geht es schon jetzt nicht mehr ohne.

    Facebook ist der Versuch unsere sozialen Beziehungen selbst in Wert zu setzen und deswegen das Ende von Emanzipation, wenn sie damit durchkommen. Warum sollte ich eine Firma unterstützen, die eine ganze Generation in Wert setzen will? Der nächste arabische Frühling jedenfalls wird wohl schon nicht mehr auf FB organisiert es ist dringend Zeit, dass man Alternativen fördert und aufbaut. Die sind technisch auch längst vorhanden oder kurz davor. Im wesentlichen fehlt kritische Masse und solche Artikel hier sind ärgerlich, weil sie die verhindern.

  13. Vielleicht ist facebook irgendwann so bedeutend für den Einstieg ins Internet wie heute AOL (kennt das noch wer?). Aber bis dahin bin ich geneigt, Antje zuzustimmen, wenn es um das soziale Vernetzen im Netz geht.

  14. @Ina Praetorius
    Ich musste mich jetzt erst mal informieren, was „maternalistisch“ bedeutet. Das Wort gehörte bis eben nicht in meinen Sprachgebrauch. Meinst du / meinen Sie mit dem Kommentar, dass Antje mit / bei Facebook die Menschen ins Internet holen will (auf maternalistische Art) oder eher das „System“ Facebook ?

  15. Das Internet selbst ist eine einzige Datenkrake^^
    ALLES wird irgendwo gespeichert, relationiert, statistisch verarbeitet.
    Mit Facebook ist diese Datenerfassung etwas leichter für gewisse Kreise – einen Unterschied macht das aber absolut nicht.

    Wer glaubt, mit social networks die Welt verändern zu können – ich wäre da skeptischer als mancher Apologet, aber bitte, warum nicht?!

    Und wer “intellektuelle” Inhalte, Diskussionen sucht, der ist im Netz sowieso falsch, da dort zwar relevante Infos, Faktenmaterial etc. en masse crawlen, aber nach wie vor keine Technik in Sicht ist, geschweige denn DAU-konform wäre, die intelligent filtern kann.

    Don´t care, just flare…achja, und: suum cuique^^

  16. @benni – Wenn niemand außer Facebook was davon hat, was meinst du denn, warum die Leute alle dorthin gehen? Weil sie Lemminge der Masse hinterherlaufen? Ich glaube das nicht. Facebook bietet wirklich gute Tools, die funktionieren. Wie du schreibst: Die Leute wissen schon, was gut für sie ist :)
    Ich denke, der Zulauf von Facebook ist eben gerade eine Folge davon, dass es “niedrige Zugangsschranken” hat. Vielleicht wäre das ein Thema, womit sich Internettheoretikerinnen etwas genauer beschäftigen müssten: Zugangsschranken sind nämlich vor allem sozialer Natur. Zum Beispiel ist der Zwang zu Klarnamen einerseits eine Zugangsschranke (weil er Leute, die anonym bleiben oder Pseudonyme nutzen wollen, ausschließt), andererseits senkt er aber Zugangsschranken, weil es leichter ist, Menschen zu finden, die man kennt. Die Zugangsschranke zu Twitter ist einerseits ganz niedrig (man braucht nur eine Mailadresse), andererseits aber sehr hoch, weil Leute, die neu dort hin kommen, erstmal völlig isoliert da stehen.
    Ich glaube nicht, dass Facebook oder Regierungsregulierereien die hauptsächliche Ursache dafür sind, dass das freie Netz in Gefahr ist. Das freie Netz macht sich gerade selber kaputt, wie das Sterben der Kommentarfunktion in vielen Blogs ja zeigt: Die einen machen entnervt die Kommentarfunktion dicht, die anderen lassen zu, dass Leute sich da gegenseitig anbrüllen und fertigmachen. Erst gestern habe ich mit einer Frau gesprochen, die gesagt hat, eigentlich hätte sie auch Lust, zu bloggen, aber sie hat Bedenken wegen der Trolle, die das bei feministischen Themen praktisch automatisch anzieht.
    Ich gebe dir recht, dass man fast schon “gezwungen” ist, bei Facebook zu sein, und ich habe in dem Blogpost ja geschrieben, was zum Beispiel mich dazu “zwingt” – nämlich der Wunsch, im Internet nicht nur mit dem engen Zirkel “Netzgemeinde” zu tun zu haben. Allerdings schätze ich die Gefahr von Facebook für eine “freie Öffentlichkeit” nicht so groß ein, wie du. Jeder Blogpost, den ich auf Facebook verlinke, und auf den Leute dort klicken, führt sie ja “raus” aus dem Datenspeicher Facebook (richtig ist, dass man dagegen reden muss, wenn Leute ausschließlich auf Facebook publizieren, weil es so schön einfach ist).
    Was du mit “eine ganze Generation in Wert setzen” meinst, verstehe ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass sich Beziehungen jemals in “Wert” erschöpfen werden, auch wenn es natürlich möglich ist, mit ihnen Geld zu verdienen. Und sicherlich liegen darin Gefahren, auf die man hinweisen muss. Aber für “das Ende der Emanzipation” halte ich das nicht.

  17. Facebook ist schlimm und furchtbar, na klar, da bin ich vermutlich eher die erste als die letzte, das zu sagen. Aber das Problem sind doch eher wir Nerds, die Facebook und Twitter (und auch GitHub) benutzen und die Ökosysteme pflegen und füttern, anstatt Alternativen zu entwickeln.

    Im Moment (und das wird vermutlich immer so sein) ist unser Alternativangebot zu kapitalistisch organisierten geschlossenen Netzen eben genau so hierarchisierend. Eigene Infrastruktur einzurichten ist sauschwer und kostet unglaubliche Zeit, und verschiedene Bedürfnisse sind auch wieder unterschiedlich schwer zu realisieren: Außenkommunikation (Blog, statische Seite) – einfach; gleichwertige Kommunikation (E-Mail, Jabber, soziale Netze) – richtig schwer. Bevor ich da anfange auch nur eine Person wegen Facebook anzumotzen überleg ich mir doch erstmal was wir(tm) bisher so falsch gemacht haben.

  18. Ja, Facebook ist leichtgängiger als Twitter, bietet auch mehr Möglichkeiten – aber dennoch eben nur Bruchstücke von dem, was möglich wäre (in einer eigenen Jammer-Liste ausführlich vorgetragen). Da kann man sagen: so ist das eben, eine Firma bietet an, was sie mag.
    Hier hat – so billig es klingt – vor allem die Politik versagt, die die Bedeutung von Netzwerken (wie Suchmaschinen) nicht erkannt hat und deshalb offene Systeme nicht gefördert hat (und entsprechende Forderungen und Empfehlungen ignoriert hat -das Problem-Thema ist ja nicht neu!). Wer sollte denn heute noch gegen die Marktmacht von Facebook anstinken können? Und was den “Datenschutz” angeht, ist es schon ein enormes Pfund, das man da an FB abliefert, nur damit Leute den Einstieg “ins Internet” schaffen.

  19. Guter Artikel und volle Zustimmung!

    Interessiere mich gerade sehr für das Thema und interessanterweise ist es gerade bei jüngeren, intensiven Twitternutzern die ich gefragt habe so, dass sie kaum noch auf Facebook sind gerade weil dort die ganzen Leute sind die sie kennen. Familie, Nachbarn, (Schul-)Freunde….die größtenteils Inhalte posten die schlicht nicht interessieren.

    Twitter ist meist unpersönlicher aber auch thematischer.

  20. Ich wage einmal den – zugegeben, platt anmutenden– Vergleich Facebooks mit Alkohol:

    Die Vorteile stehen für die Konsumenten außer Frage (sonst würden sie ja nicht…), aber auch die schwerwiegenden Folgen, die beides haben kann sind unbestritten.

    Ich finde es deswegen nicht legitim bei Leuten, die abstinent sind, dafür zu werben und diese überzeugen zu wollen. Auf der anderen Seite finde ich es legitim (wie die Millionen Artikel in der taz) davor zu warnen. Ich glaube das liegt an der Eigenschaft, dass die Nachteile erst mit Verzögerung auftreten, also erst einmal unsichtbar sind, die Vorteile jedoch auf der Hand liegen.

  21. @tischtuch – Alkohol in Maßen hat aber keine negativen Folgen :)) – von daher finde ich den Vergleich eigentlich ganz passend… Man darf sich halt nicht ausschließlich davon ernähren, man darf sich nicht davon abhängig machen.

  22. So war das auch gemeint (Gerade jetzt trinke ich in Maßen).

    Mir kommt es darauf an zu sagen, dass ich es sehr wohl in Ordnung finde, vor Alkohol zu warnen, weniger jedoch dafür zu werben. Zweites erledigen Millionen Vorbilder by doing quasi nebenbei. Ich finde es kritisch Leute zu überreden bei Facebook beizutreten, genauso wie ich es kritisch finde wen zu überreden, Bier doch wenigstens mal zu probieren.

    (Off-Topic: Wo ich dich hier grad mal treffe, auch von mir mal ein dickes Dankeschön für deine Arbeit, lese kaum etwas lieber)

  23. Ist Facebook eine Kommunikationsplattform?
    Ernsthaftiglich?
    Ich bin dort hingekommen, weil ich ein Spiel spielen wollte. Hab da jetzt zig hundert “Freunde” und kenne davon exakt 0…wollen wir das Hin und Hergeschicke von geklauten Fotos und zusammenstümpten Photoshopsprüchen wirklich “Kommunikation” nennen?
    Wie effektiv ist die Vernetzung überhaupt wirklich nutzbar?
    Eigentlich sind es doch wir Menschen die die Verbindung machen- nicht die Anbieter die uns an die Nutzung ihrer Internetseiten binden wollen.

    Ganz ehrlich- wenn ich nicht blöde Blicke ernten müsste und wüßte, die Leute würden mir mindestens soviel Aufmerksamkeit schenken wie den Bildchen im Fratzbuck, würde ich lieber laut im Laden rufen: Gefällt mir!
    oder in der Fußgängerzone von einer Aktion oder auch meinem Blog erzählen.
    Ich finde, dass SO echte Kommunikation aussieht.
    So richtig mit der Plattform die da sei ein Pflasterstein… ganz real und echt.

  24. “Monopolisten wie FB auch noch mit solchen Posts zu unterstützen schadet dem Freien Netz.”

    Da hat Benni recht, finde ich.
    Das Argument, dass es so schön einfach ist, die Zugangshürden so niedrig usw. erklärt zwar was, ist aber analytisch schwach. Die Zugangshürden zu einer 9.99 Euro-Jeans sind auch niedrig. Und ich finde trotzdem nicht, dass man die Käufer_innen für die Produktionsbedingungen dieser Jeans verantwortlich machen sollte, sondern dass es um die strukturellen Probleme dahinter geht. Verwertungsmechanismen eben.

    Ich glaube nicht mal (wie Benni), dass “Die meisten Leute bei Facebook ein ungutes Gefühl [haben], dass sie da sind und viele ein schlechtes Gewissen.” (Der Gründer des Kartoffelkombinats nennt sie “die Ahnungsvollen”). Bei Facebook gibt’s nicht so viele Ahnungsvolle.

    Ich glaube, es gibt 1000 verschiedene Motive und Gründe, bei Facebook zu sein und dass Motivananalyse uns da nicht weiterbringt.
    Mir hat gerade jemand ein Profil bei Facebook angelegt. Das ist nagelneu und ich habe erst ziemlich dumm geguckt und dann beschlossen, das “Leichtgängige” etwas laufen zu lassen, dabei über fb zu lernen,. es ansonsten einfach zu ignorieren (da haben die mit den Freundschaftsanfragen eben Pech), dann mit einem Schlag alle anzunehmen und ein paar “Wechsel-zu-Diaspora” oder so Aktionen zu starten (stimmt schon, dort fehlt die kritische Masse) und dann wieder auszusteigen.

    Ich weiss nicht, ob das sinnvoll ist, aber ich weiss auch nicht, was ich sonst bei Facebook soll, außer eben, deren Marktwert zu steigern und daran habe ich nun wieder kein Interesse.

  25. Ich bin anderer Meinung. Es gibt noch nicht annähernd genug Facebook-Gejammere. Facebook ist ein Internet im Internet, und es ist eine schlechte Alternative.

    Viele jammern auch über den Erfolg der Bild-Zeitung, über Dieter Bohlen, über qualitativ minderwertiges Fastfood und Plastik-Essen aus dem Supermarkt, über die Einheitsmöbel von IKEA usw. usw. Nun gut, alle diese Sachen “bieten wirklich gute Tools, die funktionieren” und man sollte annehmen, “die Leute wissen schon, was gut für sie ist”. Aber weißt du was? Ich finde das Gejammere völlig gerechtfertigt!

  26. Wir reden viel zu viel davon, ob einer davon etwas hat oder nicht Freunde fragen nicht nach dieser Art von “Gewinnmöglichkeit” Facebook hat z.B eine Botschaft eines israelischen Graphikers an die Iraner in zwei Tagen über 50 millionenmal verlinkt oder jetzt Ralph Boes ein glühender Grundeinkommenbefürworter dem
    sein Hartz IV um 90% gekürzt wurde: http://www.facebook.com/ralph.boes?fref=ts
    der bekommt Unterstützung ohne Ende, weil er einfach ein feiner Kerl ist, der alles offen legt https://www.youtube.com/watch?v=XhbGVQI3OAs Wer natürlich etwas zu verstecken hat, der ist in Facebook gefährdet, so werden dort Strategen und Manipulationen häufiger aufgedeckt, wer im Internet arbeitet muss wissen, es lebt sich sorgenfreier wenn der Ruf erst ruiniert. Doch was haben wir in einer Zeit wie dieser denn zu verlieren, wo sowieso alles miteinander verpflochten ist? Wer kann sich da noch verstecken? Wo sein Mobiltelefon auf 5 Meter genau geortet ist? https://www.youtube.com/watch?v=c1qoVEsWs_s

    Wer das sieht von Erwin Pelzig, weiß wie wir ausgeliefert sind, so haben wir nur noch die Fähigkeit wie Kinder “ihre Eltern” mit ihren Sauereien aufzudecken und zu sehen, da gibt es Menschen, die sind an Menschen interessiert und nicht an Geschäften, die uns immer mehr isolieren wollen. Was passiert denn wirklich? Normalerweise werden Menschen von Informationen abgeschnitten, jeder weiß welcher Fotoapparat in 14 Tagen beim Aldi/Hofer angeboten wird, doch die allein lebende Großmutter, die grade im Mietblock einen Herzanfall bekommt, das erfährt man kaum. Wir leben immer isolierter, damit wir immer mehr kaufen und nicht den Nachbarn fragen, der das auch alles schon hat, da hilft Facebook, weil darüber geredet wird und ein immer dichteres Netz von Betroffenen entsteht. Ideologien interessieren immer weniger, doch Menschen, die dort ihre freie Zeit einbringen, wie auch in Blogs sind in der Regel Schenkende, denn hier ist ja ein Bereich des Austausches ohne Gewinnabsichten und das ist der Gewinn für alle.

  27. Ich bin froh, dass zwischen all dem “Super Artikel”-Geschreibe auch kritische Stimmen vorkommen, denen ich mich anschließe. Zum einen trifft der Artikel überhaupt nicht den Kern des Hauptproblems mit Facebook und vergleicht zudem verschiedene Plattformen miteinander, als ob Twitter und Blogs das selbe wie ein Social Network wären.

    Allein deswegen könnte man schon aufhören, den Beitrag zu lesen. So möchte ich an dieser Stelle jedoch all denen recht geben, die erkannt haben, dass wohl das große Manko von Facebook die arrogante und an Größenwahn leidende Vorstellung eines Zuckerbergs ist, das Wort “Privat” neu zu definieren, in dem wir uns komplett der Öffentlichkeit preis geben. Das ist so abwegig, dass es mich immer wieder wundert, dass so viele diesem hörig sind. Der Grundgedanke von Facebook war mal gut, keine Frage – aber das ist lange her. Nun haben wir hier ein Aktienunternehmen, dass irgendwie all die Erwartungen seiner Investoren in Dollar wandeln muss; das Ergebnis haben wir nun vor uns. Ich finde es schade, dass die Argumentation dieses Beitrages teilweise aus dem Kopf 14jähriger Teenager sein könnten, die ohne Facebook nicht mehr fähig sind, soziale Bindungen auf zu bauen. Aber das eine erfahrene Bloggerin, deren Beiträge ich sonst gerne lese, so eine Lanze für Facebook bricht, obwohl so viel dagegen spricht (erst gestern belegten Studien, dass 70% aller Facebook-Seiten inaktiv sind), finde ich überraschend und traurig.

    Grüße
    Christian

  28. @Antje Schrupp: GitHub (https://github.com/) ist der Ort wo heutzutage ein Großteil der hippen Freie-Software-Entwicklung stattfindet. Die ganze Kommunikation, Kollaboration, teilweise sogar das eigentliche Veröffentlichen, ist in vielen Softwarebereichen fast komplett auf GitHub zu finden. Das Fatale ist, dass GitHub (zentralisierter kommerzieller Service) eigentlich git (verteilter, offener Standard) benutzt.

  29. Pingback: Facebook? Es lebe das Blog! « Ende der Ausbaustrecke

  30. Argumentative Kritik “Gejammere” zu nennen, halte ich für eine Diffamierungsstrategie. (Das kann man gedanklich gut durchspielen, wenn man sich Emanzipationsbestrebungen gleich welcher Art vorstellt, denen mit “Euer gleiche-Rechte-Gejammere nervt!” begegnet wird.)

    Wenn es alle machen, muss ich halt auch mitmachen – die Vorstellungsmuster die sich da auftun, wenn dieses Motiv (nein, es ist kein Argument) durchs Dorf gejagt wird, muss ich gar nicht benennen.

    Wer “Facebook dankbar dafür (ist), dass es eine Plattform bietet, die den Zugang zum interaktiven Internet leicht macht. Eine Plattform, die die Schwellen niedrig hängt, die lockt und verlockt,” dass “Frau Meier” und “Frau Müller” ganz einfach das Internet nutzen können, ist die dann eigentlich auch der Bild-Zeitung dankbar dafür, dass es “Frau Meier” und “Frau Müller” zum Lesen bringt und mit interessanten Informationen versorgt?

  31. Habe den Artikel gelesen, habe die Kommentare gelesen.
    Wollte hier eigentlich nicht kommentieren, da mich Facebook in keinster Weise tangiert.
    Hatte (natürlich) auch mal einen FB-Account, den ich nur sporadisch nutzte.
    Aber den habe ich nach dem Börsengang von FB deaktiviert.

    Der einzige Grund für meinen Kommentar ist der Kommentar von @Christian Salzborn:

    Vollste Zustimmung!
    Besser kann man es nicht sagen!!
    Den Nagel mehrfach auf den Kopf getroffen!!!

    Mit einem Wort: Super!

  32. Ich war ein paar mal bei Facebook. Es hat immer nur ein paar Wochen gehalten. Twitter habe ich jüngst abgestellt. Ich bin jetzt wieder im Usenet aktiv.

  33. @Christian – Was verstehst du denn unter “soziale Medien”, wenn nicht Facebook, Twitter und Blogs? Ich verstehe, dass du findest, dass ich nicht verstehe, worüber ich schreibe, aber ich verstehe nicht, warum. Wofür genau ist es ein Argument, dass 70 Prozent aller Facebook-Seiten inaktiv sind?

  34. @Doris – Ja, das “Gejammere” war polemisch formuliert, das gebe ich zu. Allerdings kommt mir die – inhaltlich, wie ich ja geschrieben habe, durch aus berechtigte – Facebookkritik wirklich sehr oft oberflächlich und billig vor. Es steckt dahinter auch oft so etwas wie eine arrogante Haltung gegenüber diesen angeblich so blinden und dummen und unaufgeklärten Facebook-Junkies. Es fehlt das Aufzeigen von Alternativen und es fehlt eine wirklich kulturelle Auseinandersetzung mit dem Problem (vor allem den Aspekt, den @benni anspricht, und den ich durchaus teile). Zum Beispiel habe ich auch hier in den Kommentaren noch keinen Vorschlag gefunden, was ich – außer bei Facebook zu sein – tun kann, um über Internet in Kontakt zu den vielen Menschen zu bleiben, die eben nur auf Facebook sind. Die Kritik an Facebook erschöpft sich eben tatsächlich oft im Anprangern, anstatt aufzugreifen, dass hinter der Facebook-Nutzung vieler Leute eben tatsächlich Bedürfnisse stecken, die dort erfüllt werden. Zum Beispiel auch das, mit Freundinnen und Familie, die in anderen Ländern leben, in Kontakt zu bleiben – das betrifft etwa viele Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind und die Facebook besonders intensiv nutzen.

  35. @Silke – Hm, warum findest du, dass Motivanalyse nichts nutzt? Wenn ich auf die Gefahren von Facebook hinweisen will, muss ich doch erstmal wissen, warum Leute dort sind, was sie dort tun, welche Vorteile sie darin sehen? Bin gespannt, zu erfahren, wie dein Facebook-Experiment funktioniert.

  36. @inneres Stimmchen – Dein Beispiel ist ja ein Gutes dafür, dass Facebook keine wirkliche Ahnung hat von den Beziehungen der Menschen. Bei mir ist es auch so, dass eine Analyse meiner Facebook-Kontakt ein ziemlich falsches Bild von meinem tatsächlichen Beziehungsnetzwerk ergeben würde. Allerdings sieht meine Timeline anders aus als diene :) _ Aber volle Zustimmung zu deinem Satz “Eigentlich sind es doch wir Menschen die die Verbindung machen- nicht die Anbieter die uns an die Nutzung ihrer Internetseiten binden wollen.”

  37. @Antje – Da siehst du es. Du schmeißt von vornherein alle Plattformen in den großen Topf Soziale Medien, was übrigens ein Denglisch darstellt und nichts mit Social Media im Wortsinn zu tun hat. Im Deutschen sind soziale Medien zum Beispiele Angebote der Arbeitsagentur im Sinne karitativer Zwecke; haben also nichts mit Netzwerken zu tun. Aber das nur am Rande. Soziale Medien sind nicht gleich Soziale Medien. Wenn ich einen Blog betreibe, will ich mich nicht unbedingt mit alten Schulfreunden vernetzen und Termine absprechen, etc. Und Twitter ist für viele ein reiner Informationshub und kein primäres Freundenetzwerk. Wenn du Facebook mit Google+ und XING vergleichst, ist das OK. Ansonsten hinkt jeglicher Vergelich. Man vergleicht ja auch keinen SUV mit einem Coupé, obwohl beide Autos sind.

    Und 70% inaktive Seiten zeigt doch die Überschätzung dieses Netzwerkes. Was nützen mir eine Milliarde Anmeldungen, wenn 700 Millionen gar nicht aktiv teilnehmen? Letztlich unterstreicht die Zahl den inhaltslosen Hype, den viele Facebook-Fans immer noch bejubeln und der spätestens seit dem verkorksten Börsengang ein reines Wunschdenken darstellt. Und lies doch die Kommentare auf Google+ oder selbst hier. Da findest du mehr, die den TAZ-Beitrag befürworten als anders herum. Ich bin halt bekennender Facebook-Gegner. Nichts gegen dich ;) Grüße

  38. @Christian – Okay, gegen Bekenntnisse anzukommen, ist natürlich schwer :) _ ich glaube ja auch, dass Facebook überschätzt wird, aber genau deshalb habe ich auch nicht so eine große Angst davor. Und klar: Viele Accounts sind inaktiv, aber ich weiß auch von vielen, die nie etwas posten, aber dennoch aufmerksam lesen (und mir das dann am Telefon erzählen oder beim persönlichen Treffen). Sind diese Seiten dann “inaktiv”?
    Die Frage, wie weit man soziale Medien ausdifferenzieren muss, ist natürlich interessant. Es gibt Leute, die nutzen Blogs tatsächlich, um sich mit Freund_innen zu vernetzen und schreiben nur Privates. Andererseits gibt es welche, die nutzen Facebook nur für das Verbreiten ihrer politischen Ansichten oder zur Werbung für ihre Projekte – das wären aber Sachen, die nach meinem Gefühl besser in einem Blog aufgehoben sind.
    Es ist also immer Sache der persönlichen Nutzung. Xing kann man meiner Ansicht nach überhaupt nicht mit Facebook vergleichen, weil es rein diesen Karriereaspekt hat, während es bei Facebook eben um eine Mischung aus Privatem und Öffentlichem geht. Aber bei all diesen Plattformen ist das Spektrum, wie sie genutzt werden, sehr breit und man kann es kaum verallgemeinern. Jede Timeline sieht anders aus.

  39. Ist Facebook für Einsteiger tatsächlich einfach? Mir als selten-Nutzerin von FB kommt das Ganze doch recht unübersichtlich und überladen vor…. mal so verglichen mit G+ oder auch Blogs.

    Ansonsten finde ich es immer schon traurig und für eine selbstbewusste, unabhängige Netznutzung gar nicht dienlich, wenn Leute massenhaft in einen geschlossenen Kindergarten strömen, wo alles so schön bunt ist und ihnen alles abgenommen wird… zu einem Preis, der alles andere als transparent ist. Nicht jeder liest ja all die FB-kritischen Artikel.

  40. @Antje – ich akzeptiere ja auch jeden, der das Netzwerk nutzt :) Nur ich stehe dem ganzen sehr kritisch gegenüber. Aber das sind persönliche Eindrücke.

    PS: Übrigens bin ich der Meinung, wer es nicht schafft, ohne Facebook mit mir Kontakt zu halten, z.B. über Mail und Telefon, dem kann auch soviel nicht an dem gemeinsamen Kontakt liegen ^^ Freundetest 2.0

  41. @Adrian: Das Ziel ist doch nicht, dass jeder einen Mail/Jabber/Status.net/whatever-Server einrichtet, sondern dass es einen dezentralen offenen Standard gibt und ich mir auf dieser Basis aussuchen kann, ob ich selbst Anbieter werde oder den Dienst eines anderen in Anspruch nehme. Auf diesem Stand sind die genannten “Alternativen” ja längst. Und Jabber ist auch nicht schwieriger einzurichten als andere Chatdienste und status.net nicht komplizierter als Twitter. Das Problem ist zu 90% einfach die fehlende Masse.

  42. @Antje: “Facebook bietet wirklich gute Tools die funktionieren.” Ne, wirklich nicht. FB ist technisch gesehen ne Katastrophe mit einem furchtbaren Userinterface alle wissen das, alle stöhnen drüber und trotzdem machen alle weiter mit. So wie bei Windows.

    Zum Rest vielleicht Sonntag?

  43. Jede Neuerung ist wie eine seltsame Party. Wenn ich mich heute tatsächlich noch mal bei FB anmelden würde, was ich vor einigen Jahren verlassen habe, noch bevor es den großen Hype aller Orten gab, fände ich mich auch nicht zurecht, müßte Menschen suchen, die Funktionalität und die Umgangsformen neu lernen. Wenn ich mich umhöre, scheint es nicht so einfach zu sein.

    Twitter ist für Neue auch komplex und fremd und noch dazu gibt es die Zeichenbeschränkung… auch nicht leicht.

    Pinterest – das große Geheimnis für Neulinge, die nicht mal sicher sind, was das alles nun soll in der bunten Bilderwelt….

    u.s.w. bis hin zurück zu Chats oder alten Messageboards, mit denen man sehr schön fremdeln konnte.

    Die Frage ist für mich eine andere und die kommt bei Deiner Kommentarbetrachtung der Blogs

    -> “Will ich Zuschauer oder Teilnehmer sein”

    Und hier setzt meine Kritik an den meisten Beschwerden ein. Sie suchen sich einen Ort, an dem sie als Zuschauer Nutzen ziehen und ein wenig für sich und ihr Umfeld tun, in dem Glauben, sich in einer Art Privatheitsblase aufzuhalten.

    Eine Auseinandersetzung oder gar ein kreativer Umgang mit dem Medium ist nicht das, was meiner Ansicht nach die Masse ins Netz treibt.

    Deshalb werden alle Maulereien das bleiben, was sie sind und würden es sogar, wenn man in einem Gefüge wie Facebook etwas ändern könnte.

  44. @Christian Salzborn Nachdem Du schon so schulmeisterlich unterwegs bist, eine kleine Korrektur: 70% der SEITEN also Fanpages auf Facebook sind inaktiv. Meistens weil sie nur für einen kurzfristigen Zweck eingerichtet wurden. Bei den Accounts ist es vermutlich eher umgekehrt, aber da habe ich keine aktuellen Zahlen.

    Was mich an den diversen Kommentaren freut ist, dass wenigstens nicht ständig die Gefahr heraufbeschworen wird, dass Facenbook die Bilder und Texte meiner Kochrezepte and die CIA weitergibt. Immerhin! (Oder habe ich es nur übersehen. Ist sonst ein unverzichtbarer Bestandteil der Facebook-Kritik)

    Würde mich mal interessieren, wo Facebook (außer mit seiner dämlichen amerikanischen Prüderie) in die Kommunikation eingreift oder gar zensiert. Warum steht zu befürchten, dass der “nächste arabische Frühling nicht auf Faceboook kommuniziert wird”? Es ist eine Firma, die Geld verdienen will. Das finden viele böse, außer es bei ihrem eigenen Arbeitgeber oder ihrem eigenen Geschäft. Kann man so sehen, ist aber genauso bigott wie die Firmenpolitik von Facebook.

  45. Ich bin “Eigentlich” auch für die Love or Leave it Strategie – wem alles das nicht passt, fern bleiben. Was mich allerdings zu einem genau solch einen Blogbeitrag (1) veranlasste, war die Erkenntniss, dass der Edgerank auch Privatpersonen erfasst. Im Klartext hatte ich jetzt zweimal das Erlebnis, dass ich Photos für den Bekanntenkreis promoten sollte, und auch tatsächlich (nachdem ich es nicht tat) in meinen eher kleinen Kontaktkreis nicht gesehen wurde. Wir sind wohl alle in de Altersklasse, um mit der Schulter zu zucken und zu sagen: Ist halt so. Ob es die Kinderchen sind, bei denen die Likes des neuen Profilfotos Statussymbolcharakter haben, weiß ich nicht.

    lG
    Stephan

    http://linkedinsiders.wordpress.com/2012/10/22/die-wahrung-des-web-2-0-ist-aufmerksamkeit-von-facebook-und-atsch-rank/

  46. Wirklich sehr gut geschrieben! Ich muss leider zustimmen, dass Leser für einen Blog zu finden heute echt schwierig ist. Und da die allerwenigsten Kommentieren, bekommt man nicht ein mal Feedback über das was man schreibt.

    Grüße,
    musicmatze

  47. “Es ist halt einfach so, dass die allermeisten Menschen, wenn sie überhaupt irgendwo in diesem “sozialen Netz” sind, bei Facebook sind und nicht anderswo.”

    Damit könnte ich ebenso sagen: “Es ist halt einfach so, dass die meisten Menschen CDU wählen. Eure CDU-Kritik nervt.”

    Wo schließt sich Kritik an Facebooks Datenschutzpraxis und die Nutzung von Facebook aus? Darf ich nicht mehr Bahn fahren, wenn ich die Bahn kritisiere? Der ganze Artikel beruht auf diesem Missverständnis.

    Natürlich hat Facebook seinen Nutzen, natürlich steigt der Nutzen durch die Anzahl der Nutzer. Das nennt man Netzwerkeffekt und ich betrachte das als Binsenweisheit.

    Nichts neues also, schwacher Artikel aus meiner Sicht.

  48. @Ralph – na “schulmeisterlich” ist was anderes. Und wer nichts dagegen hat, dass facebook mit seinen Daten Geld verdient, kann das gerne machen. ich will das nicht. Mir ist bewusst, dass Google das auch macht, aber hier hält es sich in Grenzen. Und der Kerngedanke von Facebook war es nicht, Geld zu verdienen, das steht fest. Das kam erst später. Und Facebook pauschal mit anderen Unternehmen zu vergleichen, ist dann doch etwas allgemein.

  49. @Benni: Es richtet aber nicht nicht jede einen Jabber/Mail/Status.net-Server ein, sondern eher keine, nicht mal mehr Nerds. Und klar ist Facebook ein Tool, das funktioniert, im Vergleich zu so ziemlich allem anderen. Dass es technisch furchtbar ist und bla, na klar, aber am Ende können sich Leute da anmelden und einfach Dinge teilen, kommunizieren, sowas. Da ist Jabber, E-Mail, whatever Welten von entfernt.

  50. Motiviert durch Ihre Worte werde ich nun auch meinen ersten Kommentar in “diesem Internet” hinterlassen. Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Auch ich habe auf Facebook gleich relativ viele Bekannte getroffen und nun kommen ab und an welche dazu. Das sind aber fast alles Leute, die ich auch im richtigen Leben kenne. Und dann habe ich mich vor ein paar Wochen bei Twitter angemeldet und stand genau vor den von Ihnen geschilderten Problemen. Mittlerweile traue ich mich zwar ab und zu, etwas zu schreiben, aber wehe, man kommentiert mal etwas nicht supertwitterironischwitzigabernichtmainstream. Da möchte man ja am liebsten im Boden versinken. Und wie kommt es, das manche Bloggerin einen Kommentar auf Facebook zwar beantwortet, auf Twitter aber nicht? Mal gucken, wie lange ich bei Twitter durchhalte, bei Facebook werd ich aber erstmal bleiben. Da bleibt man tatsächlich auch mal mit Leuten in Kontakt, die man sonst selten bis gar nicht sieht.

  51. Pingback: Facebook-Battle | popp-ART

  52. Ich habe in den letzten Tagen erstaunlich gute inhaltliche Diskussionen auf Facebook gesehen (nicht zuletzt die eine von Wolfgang Blau initiierte, wo es um die mögliche Zukunft deutscher Printmedien ging), wo erwachsene Menschen zivil miteinander geschrieben haben – und dann auch mit Gedanken, die in 140 Zeichen sicher nicht auszudrücken gewesen wären. Mir fällt kein anderes Medium ein, wo diese Zusammenstellung von Menschen in einer solchen Qualität und eben auch mit einer solchen Offenheit für andere sich austauschen hätten können.
    Und damit meine ich nicht das technische Potenzial dazu: klar ginge das auch über Blogs und Blog-Kommentare, auf Google Plus, über Mailing Listen oder im Usenet. Nein, es geht da schon darum, dass eben die ganzen Menschen, die sich da beteiligt haben, auch bei Facebook aktiv sind und dort in ihrer Timeline das vorbeiblubbern sehen – das ist eben auch die interessante, wunderbare Seite von Facebook.

  53. Mit einem Telefon kann ich Menschen bedrohen; jemandem sagen, dass ich ihn lieb habe; anrufen; nur angerufen werden; es viel oder wenig benutzen; jedem meine Kontodaten durchgeben oder es besser lassen …

    Telefon ist ein Datenübermittler, der in vielfältiger Weise nutzbar ist. Manches ist gut, anders überflüssig, einige Dinge sogar gefährlich.

    Facebook ist auch ein Medium. Praktisch alle Gespräche, die aktuell darüber geführt werden, wurden nach der Einführung des Telefons auch geführt. Ist nur schon sehr lange her. Manche glaubten daran, dass das Telefon die Zivilisation in ganz neue Höhen katapultiert; andere sahen damit das Ende der Welt gekommen.

    Beim Buchdruck war es ebenso. Noch ein bisschen länger her.

    Die Kommerz-Datenkrake Facebook ist ein Medium. Richtig nutzen, um zum Beispiel mit Freunden und Bekannten weit weg in Verbindung zu bleiben oder als reine Plakatwand für Uhupardo-Artikel – oder einfach ganz wegbleiben.

    In jedem Fall kein Aufreger-Thema. Aus keinem Grund.

  54. Ein sehr durchdachter Artikel. Kompliment.

    Wer es schafft seine Sozialen-Netzwerk-Aktivitäten zielgerichtet zu steuern/einzusetzen kann und wird von facebook, Twitter, XING und Co. profitieren.

    In diesem Sinne…

  55. Naja, viele Freunde wieder gefunden hat man auch bei StudiVZ, WKW, myspace oder wie sie hießen. Die haben irgendwann auch genervt und kaum noch jemand nutzt diese Plattformen. Genauso wird’s bei Facebook auch sein.

    Das Problem dort, ist die “Social media”-Truppe, die das Netzwerk als Werbeplattform sehen (was es letztlich auch ist) und immer aggressiver versuchen ihre Kunden in das “soziale Leben” zu integrieren.

    Aber warum in aller Welt will man mit Coca Cola oder McDonald befreundet sein?

    Ich kenne auch viele die mittlerweile immer genervter davon sind, dass sie von 200 ehemaligen Mitschülern wieder entdeckt werden und froh waren, dem Schultrauma entkommen zu sein.

    Es gibt viele Gründe FB zu hassen, aber ich kenne keinen warum ich mich da anmelden soll :-)

  56. Du hast sooo Recht, Antje!
    Gleichwohl erschreckt mich immer wieder diese grenzenlose Unwissenheit und Naivität von gefühlten 90% der FB-Insassen. Viele wissen ja nicht mal, warum das Ding für umme ist. Und so.
    Früher gab’s einen schönen Reklamespruch für einen Baustoff: “Beton – es kommt drauf an, was man draus macht.” Ich würde ergänzen: Wenn du in eine Kneipe gehst, solltest du wissen, wovon genau die Wirtin lebt.

  57. Ich oute mich hiermit als Nicht-Facebook-Nutzerin und, da ich Freunden bereits dabei zugesehen haben, wie sie sich in Facebook sozial vernetzen, kann ich sagen, dass ich persönlich nichts vermisse.

    Auf meinem Blog kommentieren zwar auch nur die Allerwenigsten, aber, wenn ich sehe, dass die Besucherzahlen in den Tagen nach einem neuen Post nach oben gehen, weiß ich, dass jemand meine Texte liest.

    Freunde, die etwas persönliches zu sagen haben, kommen in natura vorbei, rufen mich an, schreiben eine Mail oder greifen tatsächlich zu Papier und Stift, um mir zu schreiben. Das ging früher und heute geht es auch. Vielleicht wäre es nicht einmal falsch zu behaupten, dass Facebook Kommunikation verhindert, obwohl es sie doch vorgeblich unterstützen soll. Kommt halt ganz darauf an, was man unter Kommunikation und Freundschaft versteht.

  58. @Corinna – Ja klar, mit meinen Freundinnen kann ich auch ohne Facebook Kontakt halten. Aber nicht mit den vielen entfernten Bekannten, losen Internetkontakten, Leuten, mit denen ich beruflich zu tun habe und so weiter. Wenn ich mit denen allen telefonieren oder mailen oder Briefe schreiben wollte, käme ich zu nichts anderem mehr.

  59. Es ist doch im Grunde genommen bei Facebook wie überall woanders auch: wenn man wirklich will, kann man dort “ordentlich” kommunizieren, also ausformulierte Fragen stellen, Antworten einfordern, Gedanken entwickeln und per Nachrichtenfunktion verlgeichsweise privat dabei bleiben. Nur muss man das dann halt auch machen und nicht nur Teilen, Liken oder Smilys versenden. (Auf)Schreiben hat in erster Linie mit Denken zu tun. Mit Nachdenken. Und zwar, bevor man aufschreibt. Wem diese Hürde zu hoch ist, der postet eben irgendwelchen Kürzel-Mist oder mit so viel Fehlern behaftet, dass frau diese Beiträge respektive ihren Autor nur noch verbergen oder sperren kann. Die meisten aber tuns gleich gar nicht – das Aufschreiben meine ich. Deswegen finde ich Antj Schrupps Blogs so entspannend – weil man ihnen voller Lust am Denken so schön folgen kann.

  60. Ich glaube nicht an die absolute Wahrheit. Das halbvolle und das halbleere Glas sind und bleiben nunmal das selbe. Nur der Blickwinkel ist anders. Es kommt alles auf die Frage des Umgangs mit Facebook, und mit dem Internet im Allgemeinen, an. Wenn ich Angst vor Datenmissnrauch habe, dann gebe ich halt kiene Daten ein. Wenn ich nicht von Sastemvorschlägen manipuliert werden will, dann ignoriere ich sie eben. Manche mögen diese Gimmicks, andere nicht. Jedoch auch wenn ich sehr restriktriv mit Daten umgehe und zudem Gimmicks ignoriere, bleibt mir immernoch der ursprüngliche Zweck von Social Media. Der simple Austausch mit anderen Menschen. Jedem wie es ihm / ihr beliebt.

  61. Ich bin bei dem Thema irgendwie zwiegespalten. Auf der einen Seite geht mir die ständige Schwarzmalerei auch ein wenig auf die Nerven, zumal (zumindest gefühlt – auch hier in den Kommentaren) die größten Kritiker ohnehin kein FB benutzen.

    Besonders deinen Eindruck von Twitter kann ich nur bestätigen. Ich bin wohl seit irgendwas zwischen 15 und 20 Jahren im Internet unterwegs. Ich bin dadurch auch ziemlich meme-fest und darüberhinaus technikaffin. Aber bei twitter habe ich mich trotzdem gefühlt wie auf dem Mars. Ich hatte keine Ahnung, wie ich überhaupt die Orte finde, an denen die für mich relevanten Diskussionen stattfinden. Am Ende war das twitter Experiment für mich nach nur 5 Tagen und zwei Tweets beendet.

    Andererseits brüte ich z.B. über folgenden Sätzen:

    “Eine Plattform, die die Schwellen niedrig hängt, die lockt und verlockt, und die offenbar schafft, was andere Plattformen eben nicht schaffen. Facebook ist momentan sozusagen der Durchlauferhitzer, der eine Brücke baut zwischen denen, die “drinnen” sind und denen, die noch “draußen” sind.”

    Wenn man (wie ich) kein FB benutzt, könnte man es allerdings auch so auslegen, dass FB Brücken einreißt. Ich finde das ist eine Frage des Standpunkts. Du hast den interessanten Vergleich mit dem Telefon und der Frau Müller gebracht. Auch wenn FB heute weit von der Dominanz des Telefons entfernt ist (ohne das man z.B. nur schwierig eine Beschäftigung finden kann), so erwarte ich in der Zukunft tatsächlich das es mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

    Auch das Telefon ist sozusagen eine gesellschaftliche quasi-Norm. Keinen Anschluß zu besitzen, das führt dazu, das man an wichtigen Aspekten der Gesellschaft nicht mehr teilhaben kann. Auch ein Telefon zu besitzen zwingt mich, den Regeln eines gewinnorientierten Anbieters zu genügen. Mit dem Unterschied allerdings, das es für mich keinen Rolle spielt, ob ich bei der Telekom oder bei Hansenet bin. Und das ist für mich ein zentraler Aspekt. Das Telefon ist sozusagen im Kern auf offene Kommunikation ausgelegt. In dem Sinne, das ich Kontakt mit jedem anderen aufnehmen kann, der ebenfalls ein Telefon besitzt.

    Mit FB ist das etwas anderes. Die Plattform ist darauf ausgelegt keine Kommunikation mit anderen Netzwerkanbietern zu erlauben. Du machst – aus meiner Sicht – einen zentralen Fehler in der Analyse, wenn du annimmst, das alle bei FB sind weil das andere “Plattformen eben nicht schaffen”. Um es zugespitzt zu sagen: Sie sind nur deshalb bei FB, weil alle bei FB sind. Hätte Myspace die kritische Masse erreicht, so wäre heute FB die Plattform, die das eben nicht schafft.

    Mit dem Internet (egal ob wir über usenet, mail, www reden) ist es ähnlich. Es gibt unterschiedliche Anbieter, aber gemeinsame Kommunikationsprotokolle. Wenn jeder Internetanbieter seine eigenen E-Mail oder web-Protokolle benützte, die zudem inkompatibel mit denen aller anderen Anbieter wären, was wäre das Internet dann noch wert? Das meine ich mit Brücken abreißen.

    Je mehr FB zum Standard wird wie das Telefon, desto mehr wird dieser Aspekt m.E. die Leben von Menschen negativ beeinflussen. Ein “ach dann benutz doch halt kein FB” wird dann keine gültige Antwort (mehr) auf diese Fragen sein. Ich will niemandem seinen Spaß an FB madig machen und ich teile deine Ansicht (von Herzen), das Menschen am besten selbst entscheiden was gut für sie ist. Aber genau dort wo selbst Frau Müller und Meier “drinnen” sind werden Normen erzeugt, die dem Ganzen eine tiefe gesellschaftspolitische Dimension geben.
    Ich verstehe im Übrigen deinen Artikel auch ganz und gar nicht so, dass solche Fragen nicht wichtig sind oder nicht besprochen gehören. Den Eindruck will ich nicht aufkommen lassen.

    Einen anderen interessanten Aspekt finde ich die Frage der Niedrigschwelligkeit. Bei klassischen Produkten würde sich das z.B. durch hohe Verfügbarkeit (etwa im Supermarkt) und “niedrige” Preise ausdrücken. Soziale Netzwerke haben aber ein anderes Bezahlmodell. In der Tat bezahlt Frau Meier hier mit ihren Daten. Wenn sie im Supermarkt einen Liter Milch für einen Euro kauft, oder für ihren Telefonanschluß 15 Euro im Monat bezahlt, dann kann sie sich relativ leicht ein Urteil darüber bilden, ob das im Verhältnis zu ihrer Einkommenssituation eine niedrige Schwelle ist. Was aber ihre Daten “wert” sind, das ist eine ganz neue Fragestellung, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Selbst Mark Zuckerberg ist noch dabei das herauszufinden. Geld ist eben nur so lange ein Teil von mir wie ich es besitze. Wechselt es den Besitzer, so gibt es nichts was mich mit dem Geld noch in Verbindung bringt. Mein “Leben” (oder das digitale Abbild davon) aber bleibt immer ein Teil von mir, auch wenn ich es aus der Hand gebe.

  62. Xing kann man meiner Ansicht nach überhaupt nicht mit Facebook vergleichen, weil es rein diesen Karriereaspekt hat

    Mir hat es eher Begegnungen freundschaftlicher Art gebracht. Kommt halt immer darauf an, in welchen Gruppen man ist.

    Vor einigen Jahren habe ich außerdem festgestellt, dass die damals halbwüchsigen Kinder meiner Cousinen bei den Lokalisten waren, die in Südbayern recht beliebt sind. In Rheinland-Pfalz ist es Wer-kennt-wen, wo “alle” sind. Und Spin und Netlog gibt es auch noch.

  63. ein Facebook-Totalverweigerer merkt an: Ich kann Antjes Beiträge auf Facebook nicht lesen. Ich finde es rücksichtslos, andere Leute zu zwingen, diese Plattform nutzen zu müssen, um Antjes Beiträge lesen zu können. Und vergessen wird, daß ich wegen meiner Nichtzugehörigkeit Probleme einhandele, weil man über mich nichts im FB erf&aehrt. Irgendwann einmal, wenn große Teile der Menschheit sich bei FB versammelt hat, werden Bewerber in Einstellungsverfahren mit Hilfe ihres Netzprofils überprüft. In FB wird man die wahren Überzeugungen des Bewerbers erfahren können. Ist die betreffende Person sozial oder gewerkschaftlich engagiert, wie steht sie zu Frauenquote und ähnlichen unternehmerfeindlichen Einrichtungen? Wegen der Klarnamenspflicht kann man diese Einstellungen auch gut dem Bewerber zuordnen. Diese Bewerber haben es gegenüber Bewerbern schwerer, die sich auf FB neoliberal-zynisch gezeigt haben. Und Leute, über die man überhaupt nichts findet, haben es noch schwerer. Das sind doch Außenseiter, wird es heißen. Die sind doch ein bißchen komisch. Die haben doch etwas zu verbergen!

    Frage: Warum sind Facebook-Diskussionen nicht so ätzend? Gibt es da keine Trolle?

    @Adrian Lang: Du kannst auch Deinen git-Server selbst hosten. Den mußt Du dann natürlich selbst bezahlen. Und niemand muß freie Software veröffentlichen. Welches Problem hast Du mit github?

  64. @neumondschein – Erstens: Du kannst meine öffentlichen Posts auf Facebook auch lesen, ohne dort angemeldet zu sein. Ebenso wie meine anderen öffentlichen Äußerungen im Internet: auf Twitter, im Blog, in Kommentaren zu anderen Blogs usw.

    Die nicht-öffentlichen Beiträge auf Facebook habe ich dort mit Absicht nicht öffentlich gepostet, d.h. ich will nicht, dass du sie liest :) – genauso wie eventuelle Arbeitgeberinnen, Polizistinnen usw. sie nicht lesen sollen. Was du schilderst ist kein spezielles Problem von Facebook, sondern des Internet generell, wo jede publizieren kann, generell. Facebook-Diskussionen sind nicht per se weniger trollig, sie sind es aber deshalb, weil ich es so eingestellt habe, dass nur meine Freund_innen meine Beiträge kommentieren dürfen. Das geht beim Blog nicht, es sei denn, ich würde die Kommentare ganz abstellen. Aber erstmal kann dann jeder Troll schreiben, und ich muss es dann löschen.

  65. … weil ich es so eingestellt habe, dass nur meine Freund_innen meine Beiträge kommentieren dürfen.

    Soweit ich das von außen mitbekomme, sind solche Dinge auf Facebook nicht immer leicht zu verstehen.

    Außerdem soll es inzwischen Software geben, mit der man auch solche Facebook-Daten absaugen kann, die auf privat geschaltet sind, zumindest bei Fotos gibt es das. (So wie man auch Werbeanrufe bekommt, weil der Computer des Callcenters nach dem Zufallsprinzip alle möglichen Nummern ausprobiert. Da hilft es dann auch nichts, die Telefonnummer geheim zu halten.)

  66. @Irene – Ja, es ist ein bisschen tricky, aber auch wieder nicht soooo tricky. Generell sollte man Dinge, die nicht bekannt werden sollen, nirgendwo ins Internet schreiben, denn mit etwas krimineller Energie können die sich natürlich dennoch verbreiten, oder auch wenn diejenigen, die sie sehen dürfen, einfach weitererzählen. Das ist genauso wie im analogen Leben. Aber es ist eben doch nicht so, dass man auf die privat gestellten Sachen einfach mal so eben von außen Zugriff hat.

  67. neumondschein: Irgendwann einmal, wenn große Teile der Menschheit sich bei FB versammelt hat, werden Bewerber in Einstellungsverfahren mit Hilfe ihres Netzprofils überprüft.

    … und den wirklich guten Job kriegen dann diejenigen, die nicht mehr bei Facebook sind, wo alle sind, sondern distinktionsmäßig woanders, vielleicht bei Diaspora. Siehe auch “ich will keine Asis als Freunde”:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/soziale-spaltung-im-netz-ich-will-keine-asis-als-freunde-a-757280.html

  68. wenn ich als nicht in Facebook-Eingeloggte deine Facebook-Seite aufrufe, erhalte ich eine Fehlerseite “Dieser Inhalt ist derzeit nicht verfügbar — Die von dir ausgewählte Seite kann derzeit nicht angezeigt werden. Es könnte sein, dass diese vorläufig nicht zur Verfügung steht, der von dir verwendete Link abgelaufen ist oder du nicht die erforderliche Genehmigung hast, um die Seite zu betrachten.”

  69. @Rita – Ah, okay, das stimmt. Offensichtlich sind nur öffentliche Posts von Seiten sichtbar, aber nicht von Personen. Das wusste ich nicht.
    Anyway: Praktisch alles, was ich auf Facebook schreibe, steht auch auf Twitter :) _ und da ist es für alle sichtbar.

  70. Firefox-nutzern sei “Ghostery” empfohlen, ein Addon, dass tracker blockt. in diesem Blog blockt es: facebook social Graph, Quantcast, Scorecardresearch beacon, Twitter button, VG Wort, Word press Stats.

    Also durchaus auch nützliche Tools von Ihnen, Frau Schrupp, aber auch die bösen. Man kann aber mit zwei Klicks selektiv zulassen.

  71. Pingback: Besondere Umstände – Episode 4 « Aus Liebe zur Freiheit

  72. Pingback: Woanders – diesmal mit Märchen, digitalem Spielzeug, Spaghetti und anderem | Herzdamengeschichten

  73. @Rita – Ah, okay, das stimmt. Offensichtlich sind nur öffentliche Posts von Seiten sichtbar, aber nicht von Personen. Das wusste ich nicht.

    Genau das meinte ich. Nicht mal die alten Hasen blicken durch.

  74. @Christian “PS: Übrigens bin ich der Meinung, wer es nicht schafft, ohne Facebook mit mir Kontakt zu halten, z.B. über Mail und Telefon, dem kann auch soviel nicht an dem gemeinsamen Kontakt liegen ^^ Freundetest 2.0″

    Der Vorteil an FB ist meiner Meinung ja gar nicht, dass ich Kontakt halten kann (natürlich halte ich auf ganz anderen Wegen Kontakt mit Leuten, die mir wichtig sind) sondern darin, dass ich Leute finde. Menschen, die man in den 90ern in Mailboxen kennen gelernt hat und von denen man seit dem nie wieder was gehört hat, weil Mailadressen und Telefonnumern damals noch nicht so in waren und man sich aus den Augen verloren hat. Jetzt gibt es bei FB eine Gruppe mit all diesen Leuten und nach und nach trifft man immer mehr von ihnen wieder an. DAS ist meiner Meinung nach der wirkliche Vorteil. Meine jetzigen Freunde kenne ich auch alle so und kann sie erreichen, dafür brauche ich kein FB.

    Und @Majestyx: nein, ich haben von diesen Menschen absolut keinerlei Daten, die ich nutzen könnte, um sie irgendwie anders zu finden. Mailbox! 90er! Da gab es einen Usernamen und wenn du Glück hattest, bei den Usertreffen doch einen realen Vornamen, aber such mal nach einem Sebastian aus Prenzl’berg. ;)

  75. Ich bin nicht bei FB, war es nie und werde es auch nie sein. Weil FB eine profitorientierte Datenkrake ist. Und weil die Nutzerdaten von FB exklusiv genutzt werden. Und weil es die User emotional abhängig macht. Das hat es zu einer Parallelgesellschaft im Netz werden lassen, die wiederum ihre digitale Existenz vollkommen von der Willkür der FB-Eigner abhängig gemacht hat. Wer drin ist, nimmt das kaum mehr wahr. Und isoliert sind die User in FB genauso wie im offenen Netz. Es wird ihnen nur was anderes vorgetäuscht. FB ist imo ähnlich wie ein permanentes Public Viewing. Es ist ein Eintauchen in der Masse. Aber FB-Kontakte sind keine echten sozialen Beziehungen (btw genauso wie Twitter-Follower). Wer das nicht glaubt, mache mal den Test und melde sich bei FB ab. Wetten, dass er nach spätestens 1 Woche kaum noch von jemandem da vermisst wird? Zuguterletzt: Nur drin sein, macht einen nicht zu einem Netizen. Das muss man werden wollen und dafür auch etwas tun – lernen aus dem Überangebot das für einen selbst Interessante auszuwählen, sich kritisch umschauen und sich engagieren. Es ähnelt einem Umzug vom Dorf in eine Großstadt. FB hingegen ist ein Ghetto, voller Einwohner, die zu einem Großteil gar nicht wissen, dass es ein Netz außerhalb gibt und das auch gar nicht wissen wollen (weil das anstrengend wäre und ihnen ja “drinnen” scheinbar nichts fehlt). Ein solches Ghetto wie FB ist kein Gewinn für ein freies Netz, denn es verhindert die Integration von Newbies und ihre digitale Emanzipation, gerade WEIL es ihnen alles abnimmt. Oder um es in einem Satz zu sagen: Facebook hat bei mir von Anfang an Matrix-Alarm ausgelöst.

  76. Liebe Antje Schrupp, ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Facebook eröffnet Möglichkeiten, sich als Internetnutzer selbst in Sachen „Medienkompetenz“ auszubilden, sowohl im Umgang mit Möglichkeiten und Gefahren, als auch im Hinblick auf das Erlernen bestimmter Codes. Und Diskursregeln. Wer sich zum ersten Mal bei facebook in einen öffentlichen Kommentarthread getraut hat und es mit Trollen und penetranten Besserwissern zu tun bekommen hat, hat Gelegenheit zu lernen, wie weit man solche Dinge an sich ranlassen sollte und wie man die Deutungsmacht behält, was an flottierendem Weltwissen und Meinungen für einen selbst wichtig und diskutabel ist. Wenn fortgeschrittene Nutzer sich in facebook nicht wiederfinden, spricht das nicht grundsätzlich gegen die Plattform.
    Ich selbst habe viel Spaß beim Twittern, trotz jämmerlicher 20 Follower, denn ich schreibe für mich und nicht für Aufmerksamkeit. Vielleicht lege ich mir das auch nur so zurecht, wer weiß. Zum Bloggen habe ich (noch) nicht genug Zeit, vielleicht ergibt sich das ja noch. Und facebook läuft einfach nebenher, hilft mir, Kontakte zu halten, und wird nicht weiter wichtig genommen.
    Eine Sache, die mich als Vater von 3 Kindern aber doch sehr beschäftigt, ist das Verhältnis von Kindern/Jugendlichen und Eltern zu facebook. Hatte schon mehrere Elternabende mit unglaublich kontrollwütigen und ängstlichen Eltern, die sich schwer scheinen vorstellen zu können, dass sich ihr Nachwuchs eigentlich bestens zurechtfindet. Erstaunlicherweise scheint es aber leichter zu sein, mit 500 facebook-Freunden klar zu kommen als mit 29 Klassenkameraden. Wie sehen Sie das? Sind 13/14-jährige wirklich so kompetent? Kann ich weiter anderen Eltern sagen, sie sollen ihren Kindern einfach mal vertrauen? :-)

  77. Pingback: Monatsabrechnung: Monats-Links November 2012 | Journelle

  78. Hallo Antje,
    sag mal, wirst Du eigentlich benachrichtigt, wenn hier in Deinem Blog ein neuer Kommentar eingeht? Ich hatte hier nämlich gestern einen gepostet, der dann aber nach dem Absenden kommentarlos verschwunden ist. Ich meine mich zu erinnern, dass mir das hier bei Dir schon mal passiert ist.Drum frag ich jetzt mal direkt: Magst Du mich nicht oder Dein Blog? Wäre gut zu wissen, fürs nächste Mal, wenn ich den Versuch mache, mich hier an einer Diskussion zu beteiligen ;o).

    Herzliche Grüße,
    Iris

  79. Pingback: 46/2012 bis 48/2012 – Webgedöns, Teil 1 | Ach komm, geh wech!

  80. Jetzt habe ich mich einmal durch den Artikel und alle Kommentare gelesen….

    Generell nehme ich FB als eine Plattform war, wie es hunderte andere auch gibt. Es treffen sich dort Menschen, die Diskutieren, ihren Gedankengulasch teilen, konstruktiven Austausch betreiben, etc..

    Ich selbst bin ebenfalls bei Facebook, allerdings eher als Beobachter des Treibens. Ich finde es spannend zu sehen, wie sich Diskussionen entwickeln, habe Spass an so manchen montierten Fotos und sehe zu, wie so mancher Einbrecher genau weiß, wann Ließchen Müller nicht zuhause ist.

    Was ich aber in der gesamten Diskussion in diesem Blog und den entsprechenden Kommentaren vermisse, ist die kritische Betrachtung der generellen Entwicklung in Bezug auf die anhaltende Desozialisierung dieser “Sozialen Netzwerke”.

    Ich finde, dass unsere Kinder sich sehr wohl im Netz zurecht finden, wissen was wo abgeht und wen sie wo dissen können. Und da fängt die Herausforderung an:
    Unsere Kinder haben keinen reichen Erfahrungsschatz, sie lernen indem ihr Verhalten und Handeln “moderiert” wird. Durch Eltern, Lehrer und insbesondere durch nonverbale Kommunikation des Gegenübers.

    Wenn ich heute auf die Straße gehe, dann erlebe ich Kinder, die sich anschreien, Kraftausdrücke um sich schmeißen und gnadenlos einen unliebsamen Klassenkameraden in traumatisch depressive Mobbing-Attacken einbinden.

    Ich ziehe mal eine Schleife:
    Menschen definieren sich über mehrere Statussymbole. Das können materialistische Dinge sein, aber der, der sie sich nicht leisten kann, definiert sich zwangsläufig über seinen sozialen Status.
    Wenn es nun hipp und angesagt ist, dann drängt es diesen Menschen dorthin, wo er das meiste davon am schnellsten erhält – aktuell ist das nunmal FB.
    Was aber ist, wenn es darum geht, dass dieser einzelne Mensch im Reallife sozial interagieren soll? Ist er durch das digitale Leben einmal so massiv isoliert, dann bekommt er diese Aufgabe nicht ordentlich hin.

    Den Kreis schließe ich nun wieder bei den Kindern:
    Definieren sich Kinder über ihren sozialen Status – und das machen sie zwangsläufig – dann gehen sie zu FB. Dort lernen sie die Vorteile der anonymen Digitalwelt kennen. Sie können tun und lassen, was sie wollen, ohne nonverbal Erfahrungen zu sammeln. Sie lernen also, dass Emphatie und “so’n Zeug” nicht existiert bzw. in den nicht mehr sichtbaren Hintergrund rückt.
    Sie werden also zu absoluten Egos, sie erkennen also nur noch an sich selbst, welche Emotion das Gesagte/Geschriebene/Gehandelte gerade auslöst.
    …und wir “Alten” sagen ohne Unterlass “Was ist nur aus der Jugend von heute geworden?”

    Wie komme ich darauf?
    Schaut man sich an, wie Kinder/Jugendliche in der FB-Welt andere Kinder verhetzen, mobben oder gar zu Straftaten anstiften, dann lerne ich daraus, dass man Kindern nicht zu 100% in dem Vertrauen kann, was sie in einem nichtmoderierten Bereich der digitalen Welt so tun und lassen.

    Deshalb plädiere ich für eine Alterskontrolle auf FB, sowie einen moderierten U18-Bereich für Kinder/Jugendliche.

    OnTopic:
    Menschen wollen ihr soziales Leben in FB ausleben. Wenn sie das tun, dann wollen sie das frei und unbedacht tun – da passt eine Verwertung des eigenen Ablasses nicht dazu = ergo: wir beschweren uns mal darüber…..

    Im Reallife wollen wir ja auch nicht, dass ständg ein Diktiergerät mitläuft oder jeder Schritt mit einer Kamera festgehalten wird.
    Ich weiß, und das ist auch meine Praxis, dass ich bei FB selbst entscheiden MUSS, was gesehen wird und was nicht. Und wenn ich mich dazu entschließe, mich nicht darum zu kümmern, dann muss ich mir der Konsequenzen bewusst sein.
    Aber so funktionieren viele Menschen nuneinmal nicht – und da fängt das Konzept an erfolgreich zu werden. Ich sage meinen Usern, ich mach da mal was anders, kannste dort und dort lesen. Den Text schreibe ich dann noch klein und lasse es viel aussehen und – schwups – der User interessiert sich nicht mehr dafür und seine Entscheidung ist dire Nichtentscheidung.
    Dreht man das einmal um, d.h. sage ich dem User willst Du, dass Werbepartner Deine Daten erhalten, willst Du, dass wir selbst gelöschte Posts, Fotos oder sonstigen Content weiterhin speichern? Ich glaube, dann entscheidet sich ein großer Teil genau dagegen.

    Also, Menschen sind, wie sie sind. Das war schon immer so und das wird sich auch nicht so schnell ändern.

    Ich finde nur jene gefährlich, die das für sich Ausnutzen. FB ist da mittlerweile ganz ähnlich, wie Apple aufgestellt: es gibt diverse Merkmale, die man bei der Definition einer Sekte wiederfindet.

    Es gibt einen Guru, einen Vordenker, der wie ein Prophet gefeiert wird (Jobs, Zuckerberg), es gibt Dinge, von denen ich nichts weiß, von denen aber behauptet wird, dass ich es brauche (FB, Ipod, IPhone, etc.) und als Konsequenz daraus bist Du ab sofort abhängig davon, da alles andere mit diesem Produkt nicht mehr funktioniert (Apple ist inkompatibel mit Android, Microsoft, etc.; FB funktioniert nur bei sich selbst am besten, die Außenwelt kommt da nicht so richtig ran).
    Zum Schluss wirst Du aber als Einzelner immer als Teil von etwas ganz besonderem gefeiert (emotionala Abhängigkeit – wer will schon nicht für sein Handeln gelobt werden).

    Den Unterschied auszuloten vermag der, der 1. die Netzentwicklung mitgemacht hat und schon auf andere Erfahrungswerte zurückgreifen kann, und der, der gefestigt genug ist, seine tatsächlichen Netzwerke von den digitalen Netzwerken zu unterscheiden.

    So long
    T.S.

  81. wir erwachsenen leben in einer isolierten welt, jenseits der medien gibt es nur wenig commens. die menschen sind auf konsum getrimmt und jeder weiß welche besonderen angebote hofer/aldi in 14 tagen auf den markt bringt, kaum einer kennt in den städten seinen nachbarn. so sind alle kommunikationsmöglichkeiten, die wir früher nicht genutzt haben eine erweiterung wie fb erscheint da mehr möglichkeiten für den zu eröffnen, der sich mehr ausliefern kann. in wie weit die jugend heute egoistischer ist wie wir, kann ich nicht abschätzen, doch wer seine freizeit mit fb verbringt, hat ja in der regel keine gewinnabsichten im hinterkopf, kontakte schon, die ja auch begegnungen auslösen können, somit muss ich mein eigenes verhalten überprüfen, was ist da egoismus? heute gibt es viele informationsplattformen die möglichkeiten der vernetzung liefern, die so in der kleinfamilie nicht gelebt wurden, couchsurfing z.b. wird immer mehr genutzt, was menschen mit ähnlichen interessen verbindet. denn eins darf gesagt werden, jeder anspruch von begrenzung schafft ein neues feld von grenzen durchbrechen wollen, es ist wie mit ACTA und AD ACTA, wir werden in einer welt aufwachen, wo wir mehr und mehr beschränkt werden sollen, weil der ungezwungene nicht zum kaufen gezwungen werden will, und auch immer weniger einkommen dafür hat, so werden die systeme überleben, die darauf rücksicht nehmen. ich denke prof. peter kruse hat es für unternehmen offen ausgedrückt, sie gehen bei fb auf eine party und müssen offen und autentisch werden, sonst hört ihnen keiner zu : http://www.youtube.com/watch?v=6Fx-gQ7rnFo

  82. @gewalltag
    ich glaube wir können erst nachhaltig verhalten ändern, wenn wir die stategien der schachspieler durchschaut haben, die 23 züge im voraus globalisiert denken, hier so ein offenbarungsversuch: http://www.youtube.com/watch?v=R_C-Y0rfRHQ wer die verpflechtungen sieht, weiß das auch der angeblich mündige bürger ein sklave ist und das schon etwas länger, doch was befreit ihn davon? oder warum ist marc zuckerberg von den bilderbergern eingeladen worden?http://lebebewusster.blogspot.co.at/2011/06/bilderberg-konferenz-das-treffen-der.html

  83. Pingback: Protokoll vom 15. Dezember 2012 « trackback.fritz.de

  84. Puh, 99 Kommentare, die lese ich jetzt nicht alle um zu überprüfen ob schon gesagt wurde was ich sagen möchte :D

    1. Ich kam von Trackback hier her ;-D

    2. Ich möchte dir eigentlich teilweise widerspreche, der offenbare Stein des Anstoßes, der TAZ-Artikel, den du im ersten Absatz verlinkst hat mir **eigentlich** recht gut gefallen. Er wirkt recht selbstreflektiert, also wüsste der oder die AutorIn (ich kann den Namen nicht finden) um seine oder ihre Schwäche und erkennt leider, dass ersie sie nicht überwinden kann.

    Darüber hinaus habe mit Facebook zwei Probleme, ersteinmal: Es lässt mich nicht mit seinen Nutzern kommunizieren. Ich persönlich verwende (schon immer und so) Diaspora als das Netzwerk meiner Wahl, was aber die Öffnung nach außen angeht ist Friendika das Musterbeispiel schlechthin. Die ultimative Kommunikationszentrale, diese Software spricht mit allem was da draußen existiert. Facebook hingegen… spricht nur mit Facebook, selbst Google macht das besser (Google-talk spricht mit mir).
    Zum Zweiten: Ja Facebook nervt und zwar unglaublich und das **obwohl** ich dort nicht mitspiele, ich bekomme ständig irgendwelche Links zu Facebook um die Ohren gepfeffert von der Tagesschau, von Blogs, in Chats, die ganze Zeit. Und wenn ich dann mal einem solchen Link folge sagt mir Facebook wahlweise, dass ich ihn nicht betrachten darf (was okay ist, hier muss ich dem einen Vorwurf machen, der den Link mit mir teilte) oder es zeigt mir theoretisch den eigentlich öffentlichen Inhalt und überlagert ihn dann mit einer bildschirmfüllenden Aufforderung mich zu registrieren oder einzuloggen.
    Keine, ich betone keine Webseite, die ich kenne macht das derart aufdringlich wie facebook.

    Liebe Menschen, ob ihr nun netzaffin seid oder nicht, wenn ihr etwas publizieren wollt, irgendwas an die Welt sagen wollt, dann ist Facebook nicht das richtige Werkzeug, denn Facebook macht es sehr schwer diese Inhalte zu konsumieren (abgesehen von dieser riesigen Aufforderung sind Facebookseiten wenn man diese Aufforderung mal weggeklickt hat auch noch unübersichtlich und unfunktionell).
    Geht doch einfach in ein x-beliebiges Fachforum, auf Beiträge dort kann man auch verlinken und dort zu schreiben erfordert keine technische Expertise.
    Wenn ihr euch zutraut eine Blogsoftware oder ein anderes CMS zu bedienen, dann freilich tut dies.

    Ganz nebenbei @Antje: Wenn man sich bei Diaspora anmeldet hat man auch sofort einen gefüllten stream ;D das ist kein Alleinstellungsmerkmal von Facebook. Während man es dann nutzt kann man ihn mehr und mehr personalisieren (ähnlich wie twitter).

  85. @Deus Figendi – meine Diaspora-Timeline ist nur mit Leuten gefüllt, die ich “aus dem Netz” kenne. Da sind keine Kolleginnen, keine Onkels oder Nachbarinnen oder alte Schulfreunde. Die sind nur auf Facebook, wenn überhaupt. (Sorry, dass es etwas gedauert hat mit dem Freischalten, bin momentan im Urlaub und manchmal ohne netz.)

  86. Nun ich denke du sprichst den Facebook Benutzern aus der Seele. Und den Gegnern gegen den Strich.
    Mir persönlich ist dies Recht egal.Nicht egal ist mir was der Container Facebook einst an Schaden hinterlässt wenn er denn untergeht, das wird bedauerlich. Vor allem für jene die sich eben nicht Im Internet bewegen wollen.
    Und den es auch nicht wirklich darum geht, es als Quelle zu eigenen Meinungsbildung zu verwenden.
    Ich finde diese Plattform untauglich sie will Homepage, Messenger, und Tweets verbinden.
    Keiner misstraut ihr angeblich.Aber egal wie viele “Freunde” der einzelne hat. Er bekommt fast nur Kindergartensprüche? Und warum weil die Idee über sich zu berichten oder Bilder aus seinen Leben zu zeigen, dort Tod ist da keiner dem Laden traut! Wie sollte das auch einer machen, selbst die Chats werden alle mit gelesen und mitgeschnitten.Der Benutzer kann nichts wirklich löschen, alles bleibt auf deren Server gespeichert. Deren Cookies zeichnen alles auf was sich die Leute auch sonst so im Internet ansehen.Und wer glücklich werden will verwendet es auch noch auf dem Handy und das Bewegungsprofil liefert er auch ab.
    Bin ich froh das ich so ein “Netzwerk” nicht brauche. Das ich mir die Mühe mache die Technik die ich verwende kennen zu lernen, und damit umzugehen. Und mich über naive Blog Schreiber in beiden Richtungen zu freuen. Und gerne Kommentare zu hinterlassen. Denn bei Autoren die Werben dafür, frage ich immer gern zum Abschluss. Wie naiv bist du das du dich vor den Karren spannen lässt? Und das du noch glaubst wenn du einige Daten für dich behältst, wissen die weniger über dich? Dieser Film sagt knapp was los ist.Und es ist noch viel Umfang reicher.
    http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html
    http://bjoerntantau.com/erschreckendes-video-was-facebook-ueber-dich-weiss-14122011.html

  87. >> @Deus Figendi – meine Diaspora-Timeline ist nur mit Leuten gefüllt, die ich “aus dem Netz” kenne.

    Das ist bei mir auch so… manche Kontakte materialisieren sich und werden zu Anfass-Freunden, aber nahezu kein Kontakt von mir stammt aus dem realen Leben…. wenige haben es ausprobiert (fast) niemand ist geblieben.

    Du argumentierst aber mit Simplizität, sagst dass es für 0815-Benutzer zu komplex ist einen Blog zu eröffnen oder das Usenet zu benutzen etc. Und dieser Argumentation folgte ich wohl und ich sage dass Facebook (meiner Wahrnehmung nach, ich kenne es ja nur “von außen”) weit komplizierter ist als ein Webforum in dem man einen Beitrag schreibt (nicht als Betreiber eines Forums sondern als Benutzer) und durchaus auch weit komplizierter als Diaspora.

    >> Da sind keine Kolleginnen, keine Onkels oder Nachbarinnen oder alte Schulfreunde. Die sind nur auf Facebook, wenn überhaupt.

    In 80% der Fälle: Gott sei Dank! Mit vielen dieser Leute will ich in meinem Alltag nichts zu tun haben und mit denen mit denen ich was zu tun haben möchte… deren Telefonnummern oder Jabber-IDs und Mail-Adressen habe ich.

    Dein Artikel aber bezieht sich ja im Wesentlichen auf das “Publizieren” und dass normale Menschen nicht die Expertise haben das anders als auf Facebook zu machen und ich behaupte, dass sie sie sehrwohl haben.
    Wer Facebook bedienen kann, kann auch locker ein Webforum bedienen oder eben Diaspora und wahrscheinlich sogar ein Wiki. Wohlbemerkt “bedienen” nicht “administrieren”, das müssen sie bei Facebook ja auch nicht.

    Über dies habe ich noch ganz andere interessante und unangenehme “Nebeneffekte” festgestellt was Facebook betrifft:
    Vor einer Weile ich arbeitete in einem kleinen Betrieb mit 7 Mitarbeitern erzählte mir ein Kollege, dass der neue Azubi (der gerade längerfristig erkrankt war) ihn auf Facebook entfolgt hätte und er erkundigte sich bei den anderen Kollegen ob es ihnen auch so ginge. Sein Verdacht: Der Azubi möchte nicht, dass die Kollegen mitlesen falls er mal auf Party geht oder sonst irgendwas.
    Der Verdacht liegt nahe und ich rate mal dass der auch stimmt. Aber es ist schlicht falsch, dass dem Azubi daraus ein Strick gedreht wird. Es sind Kollegen zum Henker und wenn ich keine Lust habe mein Privatleben mit den Kollegen zu teilen ist das mein Bier.

    Ganz allgemein stelle ich im Bezug auf facebook eine Umkehrung der Wahrnehmung/Bewertung fest. Es ist verdächtig wenn man jemanden nicht befreundet, jemandem nicht folgt, das Netzwerk gar nicht benutzt. Es heißt längst “Warum bist du nicht auf facebook?” (Eine Frage, die mir tatsächlich nicht selten gestellt wird), als gäbe es einen Grund das zu rechtfertigen… “Warum bist du nicht im Fachforum für Amateurfunker?” könnte man ebenso fragen und es wäre ebenso absurd.

    >> (Sorry, dass es etwas gedauert hat mit dem Freischalten, bin momentan im Urlaub und manchmal ohne netz.)

    ;-D Alles cool, Hobby und so :) Andersrum wird ein Schuh draus: Danke fürs Freischalten!

  88. Ich bin 53 und ohne Facebook aufgewachsen. Und es war klasse. Ich bewege mich auch täglich im Netz. Aber Facebook braucht wirklich kein Mensch. Schon gar nicht, wenn man so liest was da gepostet wird. Habe mir mal einen Einblick verschafft. Es ist erschreckend was die Leute so alles mitteilen müssen. Ich bin der Meinung einige, die sich so mit teilen müssen sollten einen geschulten Mann/ Frau auf suchen. Man nennt diesen Menschen auch Psychologen.

  89. Pingback: Links zum Denken 1 « am Röschibach

  90. Pingback: Gelesen und für gut befunden: 30.11.2012 - Kulturblättchen

  91. Bin auf Facebook überwiegend mit Leuten außerhalb meiner eigentlichen Netznische rund um die Bloggerei verbandelt. Das funktioniert auch soweit ganz passabel, aber so richtig heimisch fühle ich mich auf diesem Parkett auch nach über vier Jahren Präsenz noch nicht. Von daher kann ich die Einstellung “ich nutze es, aber ich mag es nicht wirklich” (sinngemäß u.a. von @mspro gäußert) recht gut nachvollziehen. Gleichwohl hat der Beitrag von Antje einen Punkt. Wenn ich bei dem FAZ-Blog Deus ex Machina ab und zu über Themen rund um Facebook geschrieben habe, meldeten sich stets auch die Oberschlauen zu Wort, wie blöd doch alle seien, die das nutzen, man selber brauche das ja so gar nicht undundund. Die Vorstellung, dass Facebook für einen auch ein Stück weit das sein kann, was man selber draus macht, ist diesen Leuten völlig fremd. Ich war da öfters in Versuchung, zu antworten, Facebook-Verweigerung macht Euch noch nicht zu besseren Menschen. ;-)

  92. Wenn ich zu Facebook gehen würde, würde ich ja den Trend verstärken, dass das Netz von wenigen Magnaten beherrscht wird und ansonsten verkümmert (Foren, Blogs, etc.). Es würde mir gefallen, wenn mehr Leute sich mal in Foren trauen, überhaupt mal von der reinen Selbstdarstellung zum Diskurs übergehen.

    Ich will nicht durch meine Verfügbarkeit dort jemanden darin bestärken das Zeug weiter zu benutzen. Die Strärken des Netzes sind der dezentrale Charakter. Es wäre gut, sich vom Glauben zu verabschieden zentrale Instanzen brächten irgendwelche Vorteile.

    Was hier öfter angemerkt wurde, dass man sich schulen könne, zu überlegen was man schreibt und was nicht ist in meinen Augen nichts anderes als Selbstzensur. Wozu soll das gut sein?
    Mit Leuten die sich selbst zensieren, kann man auch nicht offen reden. Klar, es gibt Leute die das nicht machen, und alles schreiben, sind dann aber auch nicht die mit denen man unbedingt Diskurse will. ;)

    Abgesehen davon, warum sollte ich einer Community beitreten, wo sich kritische Geister schon längst zurückgezogen haben? ^^

  93. Ich gehöre zu den erst-auf-Facebook-dann-zu-Twitter-Nutzern und ja, anfangs war ich verwirrt. Mehr als das. Ich für mich hatte das Gefühl, es treffen Welten aufeinander. Nichtsdestominder habe ich inzwischen die Vor- und Nachteiler Beider erkannt und versuche sie zu nutzen.
    Danke für diesen bemerkenswert aunaufgeregten, sehr gut geschriebenen Artikel

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