Letz talk about Schwanger werden können

tamponIm Januar nahm ich an einem Seminar über weibliche Initiationsriten teil, bei dem es auch um den Austausch zwischen europäischen und afrikanischen Sichtweisen zu dem Thema ging. Zur Vorstellungsrunde sollten wir Teilnehmerinnen jeweils einen Gegenstand mitbringen, der für uns das „Frauwerden“ symbolisiert. Ich war sehr überrascht, dass viele der anderen etwas mitgebracht haben, das für den Eintritt der Gebärfähigkeit steht – Tampons oder Stoffbinden zum Beispiel.

Ich war davon so überrascht, weil ich selbst nicht eine Sekunde an so was dachte. Ich hatte vielmehr ein Foto herausgesucht, das meine Mutter als Baby zeigt zusammen mit ihrer Mutter, ihrer Tante und ihrer Großmutter. Denn für mich hängt Frausein vor allem damit zusammen, sich bewusst in eine weibliche Genealogie zu stellen, also sich zugehörig zum „Geschlecht der Frauen“ zu empfinden und zu positionieren.

Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Kinder habe und auch nie welche wollte, dass für mich das Frausein nichts mit Gebären zu tun hat, dass ich mein „Weiblichsein“ nicht mit dem Übergang vom (geschlechtsneutralen?) Kindheitszustand in den menstruierenden Zustand der „erwachsenen“ Frau assoziiere. Aber seit diesem Seminar denke ich darüber nach, ob das nicht auch ein bisschen ein Sich Herausmogeln ist.

In der heutigen, vor allem westlichen Debatte über die Geschlechterdifferenz ist das Thema Schwangerwerdenkönnen ziemlich in den Hintergrund gerückt. Wir verstehen Frausein losgelöst von biologischen körperlichen Phänomenen, denken vor allem über die sozialen Konstruktionen von Geschlecht nach, und das ja auch aus gutem Grund: Es gibt schließlich zahlreiche Frauen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht schwanger werden können oder wollen, und es ist sogar nicht einmal ausgeschlossen, dass Männer schwanger werden, wenn zum Beispiel ein Transmann sich entschließt, seinen Geburtskörper nicht zu verändern, sondern in seiner Gebärfähigkeit zu erhalten.

Fast alles von dem, was wir meinen, wenn wir heutzutage das Wort „Frau“ benutzen, hat also überhaupt nichts mit der Frage des Schwangerwerdenkönnens zu tun. Aber das sollte uns nicht dazu verleiten, diesen Aspekt für gänzlich unbedeutend zu halten. Denn es gibt einen Zusammenhang zwischen der Geschlechterdifferenz und der Frage, wie Menschen sich fortpflanzen. Und auch wenn dieser Zusammenhang in unserer patriarchalen Kultur überwiegend auf sehr grauselige Weise hergestellt und mit Bedeutungen überladen wurde, die der Feminismus mit guten Gründen zurückgewiesen hat, so kann die Alternative doch nicht sein, so zu tun, als gäbe es überhaupt gar keinen Zusammenhang.

Ich habe deshalb beschlossen, eine kleine Serie von Blogposts zu schreiben, mit denen ich dieses Thema gewissermaßen umkreisen will. Mein Ausgangsgedanke dabei ist folgender:

Es gibt Menschen, die können schwanger werden, und Menschen, die können nicht schwanger werden. Und es lässt sich schon bei der Geburt eines Kindes mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob es einmal zu der einen oder der anderen Sorte gehören wird.

Diese unterschiedliche körperliche Beschaffenheit von Menschen im Hinblick auf die Fortpflanzung der Spezies ist die Ursache dafür, dass fast alle menschlichen Kulturen so etwas wie eine „Geschlechterdifferenz“ erfunden haben.

Die gesellschaftliche Konstruktion sozialer Geschlechterdifferenzen ist nicht etwa eine völlig absurde Idee böswilliger Menschen, die irgendwann in grauer Vorzeit beschlossen haben, die Menschheit willkürlich und ohne jeden Anlass in Frauen und Männer einzuteilen. Sondern diese Einteilung reagierte auf eine reale Herausforderung, vor der jede menschliche Kultur steht: Es muss nämlich die Frage beantwortet werden, wie man mit dem Umstand umgehen will, dass nicht alle Menschen gleich sind, sondern manche schwanger werden können und andere nicht.

Der Einfachheit halber will ich diejenigen Menschen, von denen man bereits bei der Geburt aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit weiß, dass sie später mal schwanger werden können, hier Frauen* nennen, und diejenigen Menschen, von denen man bereits bei ihrer Geburt mit ziemlicher Sicherheit weiß, dass sie niemals schwanger werden, Männer*. Mit Sternchen.

Im Allgemeinen werden solche Sternchen oft in genau der gegenteiligen Bedeutung verwendet, nämlich um deutlich zu machen, dass es sich bei „Frauen“ und „Männern“ gerade nicht um natürliche, biologische Phänomene handelt, sondern um soziale Konstruktionen. Ich bin mit dieser Praxis bisher nicht warm geworden, weil ich es für selbstverständlich halte, dass die Begriffe „Frau“ und „Mann“ Konstruktionen sind und keine natürlichen Phänomene – so wie alle Worte übrigens. Wenn ich jetzt das Sternchen doch verwende, dann, um deutlich zu machen, dass ich diesmal gerade nicht – so wie sonst – „Frauen“ und „Männer“ in ihrer vielschichtigen und uneindeutigen und komplexen sozialen Bedeutung meine, sondern in einem tatsächlich auf die Fortpflanzungsumstände reduzierten Sinn: als begriffliche Unterscheidung zwischen „Menschen, die, wenn sie auf eine bestimmte Weise Sex haben, damit rechnen müssen, schwanger zu werden“ (Frauen*) und „Menschen, die sich ihr ganzes Leben über sicher sein können, dass sie unter gar keinen Umständen schwanger werden“ (Männer*).

Warum ist es wichtig, diese Unterscheidung zu treffen?

Heute, wo wir eine gute medizinische Versorgung haben, wo es Verhütungsmittel gibt und wir eine Lebenserwartung von an die achtzig Jahren haben, kann es so aussehen, als ob dieser Unterschied ganz unbedeutend wäre im Vergleich zu allem anderen, was so ein Menschenleben ausmacht und prägt. Selbst bei denjenigen Menschen, die schwanger werden, betrifft das ja meist nur eine relativ kurze Phase ihres Lebens, ganz abgesehen davon, dass sich viele Frauen* auch dagegen entscheiden, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Bis vor hundert Jahren jedoch (und in vielen Gesellschaften bis heute) war das aber anders. Viele Frauen* waren früher zehn Mal oder sogar noch öfter schwanger, bei einer Lebenserwartung von vielleicht vierzig Jahren befanden sie sich also einen Großteil ihres erwachsenen Lebens „in anderen Umständen“. Schwanger sein und Gebären war zudem eine recht gefährliche Angelegenheit, man konnte dabei leicht sterben, was auch oft passiert ist. Außerdem erforderte die Sicherstellung des Lebensunterhaltes in viel höherem Maß als heute körperlichen Einsatz, sodass es einen recht erheblichen Unterschied im Alltagsleben ausmachte, ob ein Mensch schwanger war, kurz vor der Geburt stand oder gerade ein Kind geboren hatte, oder ob das in seinem Leben niemals vorkam.

Dieser Umstand, so meine These, ist ein wichtiger Grund gewesen für die Ausprägung von Geschlechterdifferenzen. Wie diese Geschlechterdifferenzen inhaltlich ausgefüllt werden, ist damit natürlich überhaupt nicht gesagt. Das zeigt sich ja auch schon daran, dass unterschiedliche Kulturen ganz unterschiedliche Systeme der Geschlechterdifferenz hervorgebracht haben und diese auch ständig verändert werden.

Eine Kultur kann sich ausgehend von der körperlichen Differenz zwischen Frauen* und Männern* in Bezug auf die Fortpflanzung alles Mögliche ausdenken oder auch nicht. Das Problem, vor dem wir als Feministinnen stehen, ist doch, dass wir den ganzen vielen Mist dekonstruieren müssen, der in dem Zusammenhang in unserer Kultur und Geschichte erfunden wurde, weil der vor allem zur Unfreiheit von Frauen* aber teilweise auch von Männern* geführt hat. Diesem ganzen Mist müssen wir irgendetwas anderes entgegensetzen, etwas, das idealerweise mit der menschlichen Freiheit vereinbar ist und nicht sie ständig untergräbt.

Ich behaupte aber, dass es uns nicht gelingen wird, eine freiheitliche Bedeutung der Geschlechterdifferenz zu finden oder zu etablieren, wenn wir den Anlass vollständig ignorieren, der dem Schlamassel zugrunde liegt. Wenn wir also so tun, als wäre es vollkommen egal, ob ein Mensch schwanger werden kann oder nicht. Denn wenn Ungleiches gleich behandelt wird, entsteht erneut Ungerechtigkeit und Unfreiheit.

Vielleicht liegt hier auch eine Antwort auf eine Frage, die mich schon länger umtreibt, nämlich warum Geschlechterklischees sich so hartnäckig halten und vielleicht sogar noch krasser werden, obwohl wir doch im Hinblick auf Emanzipation und Gleichberechtigung in den letzten Jahrzehnten so weit vorangekommen sind. Ist es vielleicht so, dass gerade die Abspaltung der Diskussionen um Geschlecht von den realen Ursachen dieser Konstruktionen, nämlich den Unterschieden zwischen Frauen* und Männern* im Bezug auf Fortpflanzung, dazu geführt hat, dass an die Stelle von solchen realen Themen ein übergroßes Imaginäres getreten ist, dass also die Diskurse über Geschlecht sozusagen in einem „freien Raum“ geführt werden und nicht mehr an die reale Bedingtheit der conditio humana geknüpft sind?

Wenn wir im Bezug auf eine freiheitliche Dekonstruktion von Geschlechtssterotypen vorankommen möchten – so meine These – dann besteht die Lösung nicht darin, die körperlichen Umstände der menschlichen Fortpflanzung (ein neuer Mensch entsteht, indem er neun Monate lang im Körper einer Frau* heranwächst) für irrelevant zu erklären. Sondern eine freie Bedeutung des Frau*-Seins (und damit auch des Frau-Seins und des Mann-Seins, ohne Sternchen) hängt davon ab, dass wir gute, menschenfreundliche, freiheitliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen und symbolische Ordnungen schaffen, wie wir als Gesellschaft mit der körperlichen Differenz von Menschen in Bezug auf die Fortpflanzung umgehen.

Ich habe vor, das Thema in nächster Zeit hier im Blog von verschiedenen Perspektiven aus weiter zu verfolgen.

Teil 2: Paarbildung: Schwangerwerdenkönnen und Heteronormativität

Teil 3: Schwangerwerdenkönnen und symbolische Ordnung

Teil 4: Die neuen Väter und ihre Option auf Elternarbeit

Besondere Umstände – Episode 6

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Heute morgen haben Benni und ich wieder eine Stunde gepodcastet, zum Beispiel haben wir darüber geredet, was Demonstrationen bringen, was eigentlich das Gemeinsame und die Unterschiede sind zwischen so verschiedenen Aktionen wie One Billion Rising, Dresden Nazifrei, dem arabischen Frühling oder Freiheit statt Angst.

Dann ging es drum, was eigentlich ein Hype ist (am Beispiel von #Aufschrei und dem mittlerweile vergangenen Hype um die Piratenpartei), ich habe dann noch kurz über die Position der Partei Die Linken zum Sorgerecht gerantet, und am Schluss haben wir sage und schreibe eine Viertelstunde über den Papst als historische Singularität (These von Benni) gesprochen.

Diesmal wieder mit echtem Cliffhanger – hier geht’s lang!

Anschließend haben wir uns noch was zu Essen geholt und unterwegs habe ich Benni von Vine erzählt, mit Ausprobieren :)

Ganz oben. Eine “weibliche Führungskraft” erzählt

ganzobenSo richtig viel Neues darüber, wie es in den Top-Führungsebenen von Unternehmen zugeht, ist aus dem Buch nicht zu erfahren, aber es ist noch einmal schön aufgeschrieben und wird anhand von allerlei konkreten Geschichten anschaulich. Die anonyme Autorin erzählt aus ihrem Leben in der oberen Managemant-Etage. Hat man in einem Tag durchgeschmökert.

Neben den schon fast schon zum Klischee verkommenen Running-Gags à la “Wer hat den Größten?” (den größten Dienstwagen, das größte Büro, Gähn) fand ich vor allem interessant, wie sehr gutes Benehmen in diesen Ebenen offenbar abgelegt werden muss, um es “zu etwas zu bringen”. Mich in meiner Naivität können Informationen wie die noch schocken, dass man, wenn man mit Top-Managern eine gemeinsame Antipasti-Platte gereicht bekommt, keinesfalls darauf warten darf, dass sie einer was übrig lassen – wer sich nicht mit Ellenbogen seinen Anteil verschafft, knabbert am Salatblatt.

Oder auch die, dass Praktikumsplätze ganz ungeniert so vergeben werden, dass zuerst die hübschesten jungen Frauen aussortiert werden, um dann unter denen die Qualifizierteste zu nehmen – das Auge isst ja sozusagen mit. Übrigens gelte das Prinzip “Schönheit hilft weiter” dann aber jenseits des Praktikumsplatzes nicht mehr, schreibt Anonyma. Eine Frau, die in eine Führungsposition kommen will, dürfe weder besonders hübsch noch besonders hässlich sein, sondern muss mittelmäßig aussehen. Klar: Wenn der Mann gegenüber unbedingt mit dir ins Bett will, wird er nicht zuhören, und wenn er sich bei der Vorstellung, mit dir im Bett zu liegen, ekelt, wird er dir auch nicht zuhören.

Ich kann nicht beurteilen, inwiefern das alles noch immer so stimmt, weil ich soziale Orte, an denen ich allein unter Männern bin, meide – dort gefällt es mir nicht. Aber ich finde es gut, wenn diejenigen Frauen, die dort sind und sein wollen, anfangen, über ihre Erlebnisse zu sprechen, allein schon, damit die Diskussion in Gang kommt. Wenn das dann andere dazu bringt, zu beschreiben, was sie anders erleben,  umso besser.

In der Zusammenschau machen die erzählten Begebenheiten auf jeden Fall klar, dass Führungspositionen in Unternehmen immer noch sehr eng mit einer bestimmten Performanz von Männlichkeit verknüpft sind. Es geht hier nicht um die möglichst effektive Organisiation von Wirtschaftsleben, sondern es geht um ein “männliches Imaginäres”, das in einer ermüdenden Endlosschleife immer wieder reproduziert wird.

Und das ist auch das Dilemma jeder Frau, die sich hier bewegt: Ein Mann, der Chef wird, vergrößert seine Männlichkeit. Eine Frau, die Chefin wird, vergrößert jedoch nicht ihre Weiblichkeit, im Gegenteil, sie setzt sie aufs Spiel. Solange das so bleibt, werden diese Positionen für Frauen unweigerlich weniger attraktiv sein. Sie haben dort einfach viel weniger zu gewinnen als Männer.

Anonyma bringt das so auf den Punkt: “Im Prinzip muss man als Frau ein Mann sein, um Karriere zu machen, doch man darf sich keinesfalls so verhalten wie ein Mann. Man muss es schaffen, als Frau geschlechtsneutral betrachtet zu werden und trotzdem die Kompetenzen, die man als Frau mitbringt, einzubringen. Dann kann es funktionieren.”

Anonyma: Ganz oben. Aus dem Leben einer weiblichen Führungskraft. H.C. Beck, München 2013, 160 Seiten, 14,95 Euro.

Das nicht auflösbare Dilemma des “Opfers”

krondorferGerade lese ich ein Buch, das österreichische Feministinnen anlässlich einer großen Demo zusammengestellt haben, mit der 2011 an eine wiederum andere große Frauendemo in Wien hundert Jahre zuvor, also 1911 erinnert wurde. Der Band versammelt zahlreiche Beiträge, die der Frage nachgehen, wie sich feministischer Aktivismus insbesondere seit dem Aufbruch der 1970er Jahre bis heute verändert hat und ist sehr empfehlenswert.

An dieser Stelle nur ein kurzer Ausschnitt aus dem Beitrag von Christina Thürmer-Rohr, der gegenwärtig besonders aktuell ist. Nicht nur, weil “Opfer-Abo” (zurecht) zum Unwort des Jahres erklärt wurde, sondern auch, weil im Zusammenhang mit den Debatten über Alltagssexismus der Vorwurf immer wieder erhoben wurde, Frauen würden sich hier (oder andere Frauen) wieder mal zum Opfer machen. Thürmer-Rohr schreibt also:

Ein nicht auflösbares Dilemma liegt in der Qual dieses Einerseits-Andererseits, diesem Amalgam von Aufwertung und Opfersein. Das Wort “Opfer” wurde in der Frauenbewegung einerseits unentbehrlich, um die Schäden der Gewalt unmissverständlich zu benennen, andererseits suggeriert es die Wehrlosigkeit der Betroffenen und kategorisiert sie als Menschen, die ihre Souveränität und Handlungsfähigkeit verloren haben. Einerseits ist es Ziel feministischer Politik, Frauen zu ermutigen, ihr Leben in eigene Regie zu nehmen, andererseits stehen die Auswirkungen der Gewalterfahrungen diesem Ziel entgegen. Einerseits kann die Gewaltgeschichte zur Wahrnehmung der Frauen als ihr Opfer zwingen, andererseits kann gerade diese Wahrnehmung zur Beherrschung der Gesamtperson anwachsen, so dass die Erfahrungen wesensbildend werden und in Opferidentitäten münden. Einerseits kann die Opfermentalität in eine weithin ignorante Gesellschaft ein wachsendes Unrechtsbewusstsein einbringen, andererseits wird mit dieser Viktimisierung den Tätern eine Macht zugeschrieben, die das gesamte weitere Leben der Opfer verdirbt und die Täterseite stärkt. Einerseits gibt es endlose Belege für die Vergeschlechtlichung der Gewalt, andererseits wird mit dieser Vorgabe vernachlässigt, dass auch Frauen Gewalt ausüben oder unterstützen können. (S. 109)

Genauso ist es eben, und niemand muss so tun, als wäre dieses Dilemma im Feminismus erstens unbekannt und könnte zweitens mit einem einfachen Trick (“die Frauen nicht mehr zum Opfer machen!”) aufgelöst werden. Sondern wie in so vielen anderen Bereichen geht es eben auch bei der Frage, inwiefern Frauen Opfer oder Akteurinnen sind, nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl als auch.

Zum Weiterlesen: Birge Krondorfer/Hilde Grammel (Hg): Frauen-Fragen. 100 Jahre Bewegung, Reflexion, Vision. ProMedia, Wien 2012, 19,90 Euro.

Ebenfalls empfehlenswert in dem Zusammenhang finde ich den Artikel von Marita Blauth: Das Tun und Lassen im Gewaltdiskurs.

#Aufschrei hat gezeigt, wie Internet geht

Aufschrei

Die Dynamik des Geschehens rund um #Aufschrei beobachtete ich mit wachsender Faszination. Denn die Frage, wie Erkenntnisse aus “Nischendiskursen” in den “Mainstream” kommen, interessiert mich als Politikwissenschaftlerin sehr. Werden da nur Säue durchs Dorf getrieben und hinterher bleibt eh nichts davon übrig? In diesem Fall glaube ich, war es nicht so. Der #Aufschrei war eine neue Qualität, kein Hype, sondern etwas anderes, vielleicht der Vorbote einer neuen Art gesellschaftlicher Debatten.

Es war zum Beispiel das erste Mal, dass “das Internet” und “die analoge Welt” wirklich Hand in Hand liefen. Wo man nicht sagen konnte, dass das Thema speziell von einer “Netzgemeinde” diskutiert wurde, während die meisten Menschen “draußen” sich gar nicht sooo sonderlich dafür interessieren, wo aber das Netz auch nicht nur ein bloßer Resonanzboden für “außerhalb” diskutierte Themen war, sondern selbst eine aktive Rolle spielte: Ohne Internet wäre das Ganze anders verlaufen.

Ich glaube, man kann aus den Erfahrungen mit  dem #Aufschrei einiges darüber lernen, wie politische Diskurse funktionieren, wenn alle Beteiligten Zugang zur Öffentlichkeit haben. Wie die unterschiedlichsten Blogs das Thema aufgegriffen haben, sich aufeinander bezogen haben oder auch nicht, fand ich atemberaubend, sowohl in der Masse als auch in der Qualität (unter’m Strich). Eklatant war doch auch, wie unglaublich schlecht das Fernsehen im Vergleich zu anderen Plattformen ausgesehen hat – nicht nur dem Internet, sondern auch im Vergleich zu Print und Radio. Vielleicht war das ja ein Vorgeschmack darauf, wie pluralistische politische Aushandlungen unter den Bedingungen des Internet ablaufen werden.

Es werden sicher noch einige Analysen zu dem, was in den vergangenen Tagen passiert ist, folgen. Lena Schimmel hat schon einen Vorschlag für die technische Auswertung gemacht. Ich mache hier mal den Anfang, indem ich einige vorläufige Punkte zusammentrage, die mir aufgefallen sind.

Expert_innen und “ganz normale Leute”

Für eine interessante und gesellschaftlich relevante politische Debatte ist es offenbar notwendig, dass sich an ihr sowohl “Expert_innen” beteiligen, als auch die “ganz normalen Leute”, die das Thema normalerweise nur am Rande oder gar nicht auf dem Radar haben. Dieser Mix war vor dem Internet fast gar nicht möglich – die Knappheit der Informationsverbreitungsressourcen hatte zwangsläufig zu einer Engführung auf die (meistens ja sogar nur vermeintlichen) “Experten” geführt.

Die sonst oft zu beklagende (oder an die Wand gemalte) Kluft zwischen Feministinnen und Nicht-Feministinnen war zwar auch beim #Aufschrei da, aber auf produktive Weise. Es war für den Erfolg ganz entscheidend, dass beide sich mit ihren jeweils unterschiedlichen Perspektiven beteiligten. Ein entscheidender Faktor war aus meiner Sicht, dass sich gerade nicht nur die üblichen Verdächtigen zu Wort meldeten, sondern sich auch einflussreiche, aber nicht dezidiert feministische Bloggerinnen der Aktion anschlossen wie zum Beispiel Happy Schnitzel oder auch Do-It-Yourself- und Modeblogs.

Ebenso wichtig für die Qualität der Debatte war es aber, dass sich auch Menschen daran beteiligten, die aufgrund ihrer langjährigen Beschäftigung mit dem Thema das Ganze in einen größeren Kontext einordneten, wie zum Beispiel Alice Schwarzer, die daran erinnerte, dass das Thema keineswegs neu ist, oder die Mädchenmannschaft, die darauf hinwies, dass eine solche Aktion auch Gefahren birgt (zum Beispiel die, dass das massenweise Sichtbarmachen von sexuellen Übergriffen traumatische Erinnerungen auslösen kann) oder Medienelite, die unter anderem die heterosexuelle Engführung der Debatte thematisierte.

Plattformübergreifende Vernetzung

Erstmals gelang auch eine wirklich plattformübergreifende Vernetzung, die vermutlich keine noch so abgeschottete Filterbubble unberührt gelassen hat. Es gab ja über Tage hinweg ein regelrechtes “Pingpong” zwischen Twitter, Blogs, etablierten Medien hin und zurück. Im Minutentakt. Ich fand es interessant, wie schnell die Aktion von Twitter aus in die Mainstream-Medien wanderte (wenige Stunden).

Dieses “Occupy Media” geschah aber nicht in einer konzertierten und strategisch geplanten Aktion, sondern gewissermaßen organisch: Jede und jeder hat dort, wo sie jeweils einflussreich ist, die Debatte befördert: Redakteurinnen und Journalistinnen ebenso wie Bloggerinnen oder andere Netzwerkerinnen. Und sie haben diese Vernetzung auch aktiv reflektiert. Sich auf die jeweiligen anderen Plattformen bezogen und kein Konkurrenzding daraus gemacht.

Ich vermute, das hing damit zusammen, dass das Thema selbst für sich stand. Es ging eben gerade nicht um das Medium, es ging ganz allein um die Sache. Und gerade das war paradoxerweise die Voraussetzung dafür, dass das Internet als Medium sein Potenzial wirklich entfalten konnte.

Freund_innen und Feind_innen

Auch wenn es viele (mich auch) natürlich geärgert hat, so war doch gerade die Ausarbeitung von gegensätzlichen Standpunkten, die sich sozusagen über Blogs und Plattformen hinweg zugespielt wurden, der Dynamik sehr förderlich. Es gab auch viele “unfeministische” oder “antifeministische” (zur Unterscheidung siehe hier) Beiträge, und auf den ersten Blick findet das eine Feministin natürlich doof, unter’m Strich glaube ich aber, das war hilfreich.

Denn solche “gegnerischen” Texte (jedenfalls dann, wenn sie nicht trollen, sondern ein ernsthaftes Anliegen dahinter steht), hatten objektiv einen großen Anteil an der Verbreitung der Aktion. Sie boten Anknüpfungspunkte für viele Menschen, die einer feministischen Sichtweise skeptisch gegenüber stehen, aber auf diese Weise sozusagen dennoch in die Debatte mit reingezogen wurden.

Außerdem boten solche Positionen dann wiederum anderen die Möglichkeit, ihrerseits die Schwachpunkte dieser Argumentationslinie herauszuarbeiten, wie zum Beispiel die Kaltmamsell, die sich daran erinnerte dass sie früher auch mal dachte, dass der Feminismus zu sehr auf der Opfer-Schiene rumreiten würde, oder Helga Hansen, die noch einmal ausführte, warum das “Sich wehren” erstens ganz schön gefährlich sein kann und zweitens sehr oft einfach nichts bringt, oder Frau Elise, die sich falsch verstanden fühlte. Auf diese Weise konnten, glaube ich, viele etwas dazulernen.

These: Eine breite Aufmerksamkeit bekommt ein Thema unter den Bedingungen des Internet nur dann, wenn nicht nur unterschiedliche, sondern wirklich gegensätzliche Positionen dazu in Umlauf kommen. Es wird Zeit, sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass eine politische Aktion dann besonders gute Aussichten auf Erfolg hätte, wenn möglichst viele sich hinter einer gemeinsamen Forderung versammeln.

Das Gegenteil ist richtig: Eine politische Aktion ist dann erfolgreich, wenn sie möglichst viele Menschen dazu bringt, ihr Aufmerksamkeit, Ressourcen und Zeit zu schenken. Und das funktioniert nur, wenn auf vielen verschiedenen Ebenen und aus vielen unterschiedlichen Perspektiven debattiert wird. Denn dann finden alle den geeigneten Ort, um sich selbst “anzudocken”.

Nochmal: Filterbubbles

Das berührt natürlich auch die Frage der Filterbubbles, die mich schon seit einer Weile beschäftigt. Nun war es halt diesmal so, dass nicht nur wir die Antifeministen aus unseren Blogs ausgesperrt haben, es wurden in anderen Blogs auch öfter mal feministische Stimmen aus der Debatte ausgesperrt, also ihre Kommentare nicht freigeschaltet.

Skandal? Again, I don’t think so. Ich habe mir überlegt, dass vielleicht genau das das funktionierende Prinzip ist. Gerade wenn wir zu der eingangs gestellten Frage zurückkehren, wie Nischendiskussionen in den Mainstream kommen:

Ist es womöglich kontraproduktiv, wenn in einer Runde, wo Menschen sich austauschen, die sich vielleicht jetzt gerade zum ersten Mal ernsthaft mit dem Thema “Alltagssexismus” auseinander setzen, glühende Feministinnen mitreden, die ihnen die Ergebnisse und Komplexitäten von vierzig Jahren politischer Auseinandersetzung um die Ohren hauen? Ist nicht gerade das “Aussperren” solcher (im wahrsten Sinn des Wortes) “Besserwisserinnen” notwendig, damit innerhalb dieser speziellen Filterbubble “Neues gedacht” werden kann – “neu” nicht im absoluten, sondern im relativen Sinne von “neu für die, die hier diskutieren”?

Es ist bei jedem halbwegs komplexen Thema schlichtweg unsinnig, das so zu diskutieren, dass man ein möglichst breites Spektrum an Positionen aufeinander loslässt. Dies ist das Konzept der meisten Fernseh-Talkshows, und ich glaube, es ist der Grund für deren schlechtes qualitatives Abschneiden. In so einem Setting ist ja nichts anderes als Schlagabtausch möglich, der dann zwar einen “Show-Effekt” hat, aber keine wirkliche Auseinandersetzung ermöglicht.

Natürlich stellen sich hier noch ein paar Fragen, vor allem die, wie man es verhindern kann, dass dieser “Bubble-Mechanismus”, sollte er denn so funktionieren, umschlägt in einen Zirkel der Selbstbestätigung, bei der eben gerade nichts “Neues” herauskommt, sondern man sich nur gegenseitig versichert, dass man ja immer schon recht hatte.

Aber mir fiel in diesem Kontext wieder jene Studie ein (deren Link ich nicht mehr finde), wo gezeigt wurde, dass wenn man zwei Gruppen mit gegensätzlichen Meinungen miteinander streiten lässt, am Ende beide Seiten nicht etwa durch die Argumente der anderen zum Umdenken gebracht worden sind, sondern im Gegenteil sich ihre vorherige Meinung nur noch mehr verfestigt hat. Dieses Ergebnis, das scheinbar zeigt, dass politische Debatten unsinnig sind, hat mich als großen Fan politischer Debatten nachdenklich gemacht.

Pro- und Contra-Debatten bringen  nicht viel. Vielleicht sind aber Filterbubbles, also zum Beispiel Blogdebatten, in denen  die Moderation allzu gegensätzliche Positionen aussperrt, eine Lösung? Zumal das “Aussperren” ja nur bedeutet, dass man einen Link weiter klicken muss, um diese anderen Positionen zu finden?

Ursprung und Wirkung

Etwas lustig fand ich die krampfhafte Suche der etablierten Medien nach dem Ursprung, der Quelle der Kampagne. Sie fanden sie dann bei der Initiative von Kleinerdrei oder dem Tweet von Anne Wizorek, in dem sie das Hashtag vorschlägt.

Aber – ohne die Verdienste der Initiatorinnen schmälern zu wollen – unter den Bedingungen des Internet geht diese Suche nach der Quelle ins Leere. Ein solches Mem hat viele hunderte, tausende Quellen, insofern nämlich jeder und jede, die sich daran beteiligten, ihre eigenen Gründe dafür hat, mitzumachen. Im Internet lässt sich Aufmerksamkeit nicht planen und nicht kaufen.

Vielleicht sollten wir hier also weniger von “Urhebern” sprechen, als vielmehr von Geburtshelferinnen. Diejenigen, die einen Auslöser-Post oder einen Anfangstweet schreiben, der dann von vielen, vielen, vielen “Urheber_innen” aufgegriffen wird, sind die Hebammen für eine Idee, eine Diskursfigur, für ein Thema, das schon lange im Unsichtbaren gereift ist, aber dann eben auch einen Anstoß oder eine Hilfe dabei braucht, um “rauskommen” zu können, um “das Licht der Welt zu erblicken”.

Mir jedenfalls war irgendwie so, als ob das “Bloggen als Bürger_innenpflicht” hier mal so richtig in die Praxis umgesetzt wurde: Viele originelle Urheber_innen, die nur durch das Zusammenspiel aller Stimmen in ihrer Pluralität (und eben gerade nicht in ihrer Einigkeit) den Effekt haben konnte, den es hatte.

Das Kontinuum der Beteiligungsformen

Ob jemand unter einem Post zu #Aufschrei “Gefällt mir” klickt oder eine Fernseh-Redaktion ihre Sendungsplanung umschmeißt, ist natürlich von der Reichweite her gesehen nicht dasselbe. Aber die Unterscheidung zwischen denen, die nur “im Privaten” sprechen, und denen, die eine “öffentliche Beauftragung” zum Sprechen haben, ist – wie wir jetzt wissen – nur eine quantitative, aber keine qualitative.

Beides, der Facebook-Like ebenso wie die Entscheidung einer großen Redaktion trägt dazu bei, einem Thema öffentliche Bedeutung zu geben. Es waren letztlich die Debatten, Blogposts, Tweets und Facebook-Kommentare der Vielen – und nicht die Politikredaktionen oder andere Machtzirkel der “öffentlichen Meinung”, die letztlich darüber entschieden, dass der Stern-Artikel von Laura Himmelreich zum Aufhänger für eine breite gesellschaftliche Kontroverse geworden ist.

Deutlich wurde: Wir alle befinden uns in einem Kontinuum der Beteiligungsformen. Jede und jeder trägt unmittelbar Verantwortung für das eigene öffentliche Sprechen oder Nicht-Sprechen: Die Journalistin in der Redaktionskonferenz ebenso wie der Twitterer, der eine Nachricht retweetet, die Bloggerin, die kürzer oder länger dazu schreibt.

Wahr war das schon vorher, aber jetzt konnten es alle, die beteiligt waren, spüren: Es gibt niemanden, der ganz ohne Einfluss ist. Und niemanden, der stellvertretend für andere einfach entscheiden kann. Eine Meinungsäußerung ist eben nicht einfach bloß eine “Meinung”, sondern politisches Handeln, das Folgen hat und für das die Handelnde entsprechend auch Verantwortung trägt.

Integration der Trolle

Bemerkenswert fand ich auch, wie geschmeidig sich die Trolle in das Ganze einfügten. Mit ihren Störversuchen haben sie nicht nur laufend Beweise dafür geliefert, wie notwendig und richtig das inhaltliche Anliegen von #Aufschrei war, sondern auch Vorlage für Blogposts wie den von Natalie Sprinhart geboten, die die gängigsten dummen Einwände mal systematisch widerlegte. Das natürlich nur zusätzlich zu dem reinigen Effekt auf die eigene Timeline, den sowas immer hat.

Wie geht es jetzt weiter?

Eine solche Debatte ebbt natürlich irgendwann in ihrer Intensität auch wieder ab. Es wäre albern, zu glauben, dass jetzt das Problem der sexuellen Übergriffigkeit gelöst wäre.

Aber es bleibt was. Was bleibt, ist das, was die vielen Gedanken, die sich Leute im Zuge dieser Debatten gemacht haben, an Veränderungen bewirkt haben. Viele, viele Menschen haben sich erstmals überhaupt mit dem Problem sexueller Belästigung beschäftigt (schwer zu glauben für eine Feministin, aber so viele Äußerungen in dieser Hinsicht, die ich in den letzten Tagen gelesen habe, können nicht lügen). Viele viele andere Menschen haben sich erstmals mit anderen über das Thema ausgetauscht. Was das bewirkt hat, lässt sich nicht messen. Aber ich behaupte: Nichts war es nicht.

Was bleibt, ist auch die Erinnerung. Wir haben jetzt eine Referenz. “Wie damals bei Brüderle” werden Journalistinnen – und andere – ab sofort unweigerlich denken, wenn sie in ähnlichen Situationen sind. Und hoffentlich auch die beteiligten Männer – sowohl diejenigen, die übergriffig werden, vielleicht ja auch nur aus alter Gewohnheit, als auch die, die das mit ansehen. Sie alle wissen jetzt, dass es kein Tabu ist, sowas öffentlich zu machen. Und zwar nicht nur für feministische Aktivistinnen (die machen sowas ja schon seit Jahrzehnten öffentlich, leider meist, ohne gehört zu werden), sondern auch für Menschen in Mainstream-Positionen.

Jede Frau, die in Zukunft sexuelle Belästigung erlebt, weiß, dass ihr mehrere Optionen zur Verfügung stehen. Keiner wird es mehr so gehen wie Bettina Gaus vor 15 Jahren, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, ein Öffentlichmachen in Erwägung zu ziehen. Auch in Zukunft werden vielleicht sehr viele, vielleicht sogar die meisten, nichts unternehmen, aus den verschiedensten Gründen. Aber bevor eine Frau sich entscheidet, nichts zu tun, wird sie zumindest darüber nachgedacht haben. Denn sie weiß, andere haben es auch schon gemacht, es ist prinzipiell also möglich – wenn sie dann auch vielleicht zu dem Schluss kommt, dass in ihrem besonderen Fall es nicht möglich ist.

Was bis vor kurzem für viele undenkbar war, ist jetzt gedacht. Und das lässt sich nicht zurückdrehen.

Wenn der Schwarm sich wieder setzt

Ich stelle mir das, was passiert ist, so vor: Wir sind aufgewacht, sind herumgetänzelt, haben nachgedacht und diskutiert, und wenn wir uns irgendwann alle wieder niederlassen – die einen früher, die anderen später – dann doch nicht mehr auf genau demselben Platz.

Ich zum Beispiel habe ein paar neue Argumente geübt. Mein Masseur, mit dem ich vorhin darüber sprach, findet die ganze Geschichte nach wie vor absurd und weiß nicht, worüber wir uns aufregen – aber er weiß jetzt zumindest, dass wir uns darüber aufregen.

Mag sein, dass sich manche nur ihrer Positionen vergewissert haben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die meisten sich “bewegt” haben. Und ich bin auch davon überzeugt, dass wir bei dem allen insgesamt ein Stückchen näher an das gerückt sind, was “richtig” und “gut” ist.