Archive for the 'Arbeit und Geld' Category

Mit dem Cortison-Vergleich in ihrer gleichstellungspolitischen Grundsatzrede hat Bundesministerin Kristina Schröder das Thema Quoten mal wieder in die Debatte gebracht. Ich finde den Vergleich interessant – und einer genaueren Überlegung wert.
Denn wenn Quoten ein Medikament sind, das – wie Schröder sagte – lediglich die Symptome einer Krankheit heilt, nicht aber ihre Ursachen beseitigt, dann stellt [...]


Es brauchte nicht erst die Rhetorik von Guido Westerwelle, um zu wissen, dass die Diskussionen über Arm und Reich in Deutschland schon länger ziemlich schief laufen. Für alle, die sich nicht hinter ideologischen Gewissheiten verbarrikadieren wollen, sondern die tatsächlich gangbare „Wege aus der Armut“ suchen, gibt es jetzt ein klasse Handbuch, in dem alle [...]


Die Diskussionen über die geschlechtsspezifischen Aspekte der Finanzkrise werden gewöhnlich zwischen zwei Positionen geführt, die perfekt in meine kleine Reihe “Falsche Dualismen” passen.
Die einen sagen: Mit Frauen an der Spitze der Banken wäre das nicht passiert, die Krise ist eine “Testosteronkrise”; Frauen wirtschaften nachhaltiger und gehen seltener dumme und waghalsige Risiken ein. Die anderen [...]


Gestern sah ich den Film “Up in the Air”, und er hinterließ mich etwas ratlos. So als Frau meine ich. Mir ist nicht klar, was ich daraus lernen soll.
Ich meine: Das Role-Model, das mir da vorgelebt wurde, war ja eindeutig Alex. Alex (gespielt von Vera Farmiga), eine offensichtlich gut verdienende Karrierefrau, die George Clooney zum [...]


Nach einem Hinweis von @antertainer auf Twitter habe ich heute diesen Vortrag von Nancy Fraser über die ambivalente Beziehung zwischen Feminismus und Kapitalismus gehört, den sie im April 2009 in Frankreich gehalten hat. Ihre Thesen sollten unbedingt auch in Deutschland diskutiert und fruchtbar gemacht werden.
Sie analysiert darin ein Phänomen, das mir selbst auch schon länger Kopfschmerzen bereitet, [...]


Es ist so eine Sache mit den Klischees. Einerseits finde ich sie doof, speziell – aber nicht nur – wenn es sich um Klischees über Frauen und Männer handelt. Andererseits muss ich doch immer wieder über solche dumme Sprüche lachen, auch heute morgen, als ich in der Freiburger Fußgängerzone an diesem netten Postkartenständer vorbeikam.
Warum halten [...]


Kürzlich wurde über eine neue Studie des Sinus-Institutes berichtet, bei der 30 männliche Führungskräfte in Tiefeninterviews nach ihrer Haltung zum Thema “Frauen in Führungspositionen” befragt wurden. Die Ergebnisse, von denen der verantwortliche Soziologe Carsten Wippermann im Interview mit Zeit-online berichtet, sind interessant.
Zunächst einmal haben sich alle Befragten im Prinzip sehr positiv über Frauen in Führungspositionen geäußert. Das sollte [...]


Normalerweise finde ich solche Bücher ja schrecklich: Ratgeber, die Frauen beibringen, im Berufsleben genauso statusfixiert, ellenbogenmentalisiert, rangordnungshickhackig zu sein wie Männer. Und allein schon der Titel: „Das Arroganz-Prinzip. So haben Frauen mehr Erfolg im Beruf“ – Arrrrrgghhhh!
Nun war mir das Buch aber empfohlen worden, es war Wochenende, schlechtes Wetter, den Roman, den ich grade am [...]


In diesen Tagen veröffentlichen die Frauen des Mailänder Frauenbuchladens ein neues „Sottosopra“. Mit diesen programmatischen Flugschriften (Sottosopra heißt in etwa: “drunter und drüber” oder auch: “das untere nach oben bringen”) mischen sie sich schon seit Jahren immer wieder in den politischen Diskurs ein, etwa mit dem „grünen“ Sottosopra (Mehr Frau als Mann) oder dem „roten“ Sottosopra [...]


Er hält sich hartnäckig, der Mythos von der Eigenverantwortlichkeit. Nicht nur neoliberale Leistunsträger-Ideologie, sondern auch die linke Kritik an sozialer Ungleichheit setzt immer noch  auf den autonomen Selbstversorger-Mann/Mensch als Modell für das, was wir uns unter gelungenem Menschsein vorzustellen haben. “Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können” heißt es zum Beispiel in einer kirchlichen Stellungnahme oder, wie in einem [...]