Archive for the ‘Denker_innen’ Category

Das Label „linke Kerle“ ist seit längerem in meinem Kopf. Ich glaube, seit ich mal – vor vielen Jahren – an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Utopien“ teilgenommen habe und einer der Mitdiskutanten plötzlich auf den Tisch schlug: Was wir da sagten, das wäre ja alles viel zu unkonkret, man dürfe nicht so nebulös herumreden, sondern [...]


Louise Aston ist sicher eine der schillerndsten Personen des Vormärz und der Bürgerlichen Revolution von 1848. Bekannt wurde die 1814 geborene Tochter einer ehemaligen Gesellschafterin und eines Theologen wegen ihres „skandalösen Lebens“ und ihren unkonventionellen Ansichten. Mit 17 an einen viel älteren Mann verheiratet, ließ sich scheiden, heiratete wieder, trennte sich erneut. 1844 zog sie [...]


Dass jemand ernsthaft die Abschaffung der politischen Parteien fordert, erscheint uns heute völlig absurd, denn wir haben uns angewöhnt, die Existenz von Parteien als Vorbedingung für jedes demokratische Gemeinwesen anzusehen. Genau das hat aber Simone Weil in einer kleinen Schrift getan, die erst kürzlich aus Anlass ihres 100. Geburtstages auf Deutsch erschienen ist – verfasst [...]


Derzeit wird ja – morgen ist Slutwalk – heftig über den Begriff der „Schlampe“ diskutiert, und die verschiedenen Wortbedeutungen sind aufschlussreich. Ich habe meinen Kommentar zu den Slutwalks schon hier veröffentlicht, außerdem empfehle ich zur Lektüre die Glosse von Luise Pusch dazu. An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass neben den Bedeutungen „sexuell [...]


In meinem Podcast gibt es jetzt ein Gespräch, das ich letzte Woche mit Safeta Obhodjas geführt habe. Sie ist eine Freundin von mir, und eines unserer Dauer-Streitthemen ist die Integrationsdebatte, wo sie – anders als ich – eine „multikulti-kritische“ Position hat. Ich dachte mir, es ist interessant, das mal mitzuschneiden. Es geht um ihre Erfahrungen [...]


Ich bin gerade dabei, einen Workshop vorzubereiten, und dabei ist mir folgender Textabschnitt von Luisa Muraro wieder einmal in die Hände gefallen. Da in den Diskussionen in diesem Blog (und auch sonstwo) immer mal wieder die Frage gestellt wird, warum es heute denn überhaupt noch notwendig und sinnvoll ist, von Frausein zu sprechen, und weil [...]


Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Liebe. Nicht so, wie wir wahrscheinlich alle, nämlich im Alltagsleben, sondern ideengeschichtlich. Also: Mich beschäftigt die Frage, was in unserer (westlich-europäischen) Kultur im Lauf der Jahrhunderte unter Liebe verstanden wurde, was alles unter diesen Begriff gefasst wurde – und was nicht. Dabei lese ich mich natürlich durch [...]


Bei einer Gastvorlesung am vergangenen Mittwoch (23. Juni) an der Frankfurt School for Finance and Management stellte Elinor Ostrom ihre Forschungsergebnisse vor. In mehrjährigen Feldstudien in Afrika, Asien und Lateinamerika hat die 76 Jahre alte Professorin der Indiana University zusammen mit Kollegen und Kolleginnen untersucht, wie, wo und warum sich Menschen für den Schutz und [...]


Der letzte Blogpost von Felix Neumann, in dem er sich über die repräsentative Funktion des Bundespräsidenten Gedanken macht (und zu dem Schluss kommt, dass man dieses Amt doch niemandem zumuten könne) diskutierte heute Nacht in meinem Kopf mit einem Aufsatz von Chiara Zamboni, den ich am Tag davor gelesen hatte, und in dem sie unter [...]


Vor 700 Jahren, am Pfingstmontag des Jahres 1310, wurde in Paris eine etwa fünfzig Jahre alte Frau auf dem Scheiterhaufen verbrannt: Margarete Porete hatte ihr Buch „Der Spiegel der einfachen Seelen“ nicht widerrufen, obwohl eine kirchliche Kommission nach langer Prüfung festgelegt hatte, dass einige seiner Thesen gotteslästerlich seien. Die Ermordung der Autorin konnte aber nicht [...]



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