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	<title>Aus Liebe zur Freiheit &#187; Feminismus</title>
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	<description>Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz</description>
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		<title>Aus Liebe zur Freiheit &#187; Feminismus</title>
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		<title>Anti-Feminismus und Unfeminismus</title>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 15:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist sinnvoll, zwischen Anti-Feminismus und Un-Feminismus zu unterscheiden. Die beiden Haltungen unterscheiden sich dabei nicht so sehr durch die Inhalte als vielmehr durch einen bestimmten Habitus.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5236&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1b901320877d4c4eb26d7c94534005cd" alt="" width="1" height="1" />In Leipzig habe ich auf Einladung des Frauenzentrums <a href="http://monaliesa.wordpress.com/" target="_blank">MonaLiesa</a> neulich einen Vortrag zum Thema Antifeminismus gehalten. Es war das erste Mal, dass ich öffentlich zu dem Thema gesprochen habe, und daher sind meine Thesen dazu vielleicht auch noch ein bisschen unausgegoren. Denn bei den meisten Themen ist es so, dass sich meine Meinung dazu im Laufe der Diskussionen noch weiter entwickelt.</p>
<p>Meine vorläufige These, die ich jetzt gerne auch hier im Blog zur Diskussion stellen möchte, ist Folgende:</p>
<p>Es ist sinnvoll, zwischen Anti-Feminismus und Un-Feminismus zu unterscheiden. Die beiden Haltungen unterscheiden sich dabei nicht so sehr durch die Inhalte, die vertreten werden, als vielmehr durch einen bestimmten Habitus:</p>
<p>Antifeministisch nenne ich Bewegungen, Argumente und Initiativen, die zum Ziel haben, weibliche Subjektivität zu bekämpfen, und die daher versuchen, den öffentlichen Einfluss von frei handelnden Frauen zu unterbinden. Antifeministen und Antifeministinnen <a title="Antifeminismus pur: Warum ich Kristina Schröders Buch nicht lesen werde" href="http://antjeschrupp.com/2012/04/17/antifeminismus-pur-warum-ich-kristina-schroders-buch-nicht-lesen-werde/" target="_blank">(die gibt es leider auch</a>) sprechen Frauen, die von sich selbst und ihren Erfahrungen ausgehend zu Ansichten kommen, die außerhalb des gesellschaftlichen Mainstreams liegen, die Position eines ernst zunehmenden Gegenübers ab. Anstatt sich inhaltlich mit ihnen auseinander zu setzen, qualifizieren Antifeministen solche Frauen zum Beispiel als unwissenschaftlich, irrational oder lächerlich ab.</p>
<p>Unfeministisch hingegen sind Menschen und Positionen, die sich entweder mit Feminismus noch kaum beschäftigt haben – sei es, dass sie noch nie damit konfrontiert waren, dass sie sich für das Thema nicht interessieren oder dass sie die Geschlechterdifferenz für irrelevant halten – oder aber die sich zwar damit beschäftigt haben, jedoch zu einer inhaltlich anderen Ansicht gelangt sind, als die Feministin, mit der sie es gerade zu tun haben.</p>
<p>Die Unterscheidung zwischen Antifeminismus und Unfeminismus ist wichtig, weil sich daran festmacht, ob es sich lohnt, mit dem betreffenden Gegenüber in eine Beziehung zu treten oder nicht – also zum Beispiel sich auf eine Diskussion einzulassen oder einen Kommentar freizuschalten. Es ist sinnlos, mit einem Antifeministen diskutieren zu wollen, weil er mich als Gesprächspartnerin ja gar nicht ernst nimmt. Mit unfeministischen Menschen hingegen ist eine Diskussion möglich, da sie zwar andere Ansichten vertreten, aber wahrnehmen und akzeptieren, dass ich ein eigenständiges Gegenüber bin, mit dessen Freiheit und Subjektivität sie rechnen müssen.</p>
<p>Das heißt natürlich nicht, dass eine Feministin mit unfeministischen Menschen diskutieren <em>muss</em>. Es kann ja viele Gründe geben, sich nicht auf eine Diskussion einzulassen, obwohl es prinzipiell möglich wäre – keine Lust, keine Zeit, was auch immer. Antifeministen erkennt man übrigens auch daran, dass sie eine solche „Beziehungsverweigerung“ nicht als selbstverständliche Option akzeptieren. Sie gehen davon aus, dass sie ein Recht darauf haben, dass eine Frau, die andere Meinungen hat als sie, ihnen das solange erklärt, bis es ihnen persönlich nachvollziehbar ist – eben weil sie nicht akzeptieren, dass da eine Differenz sein könnte, die man eben einfach stehen lassen muss, und dass das in einem pluralen politischen Diskurs etwas ganz Normales ist.</p>
<p>Kompliziert wird das Ganze auch dadurch, dass Antifeministen relativ gemäßigte Positionen zum Verhältnis der Geschlechter vertreten können, während Unfeministen sehr sexistische Ansichten haben können. Nicht alle, die zum Beispiel der Meinung sind, dass Kinder am besten von der biologischen Mutter versorgt werden, sind deshalb schon antifeministisch. Vielleicht haben sie einfach nur zu viele Bücher von Evolutionsbiologen gelesen. Hingegen gibt es durchaus Antifeministen, die für die Gleichberechtigung eintreten – sofern Frauen sich dabei an die von ihnen vorgegebenen Spielregeln halten.</p>
<p>In der Realität kommen die beiden Formen „Antifeminismus“ und „Unfeminismus“ natürlich häufig vermischt vor. Aber dennoch meine ich, dass die Unterscheidung klar und prinzipiell ist. Es gibt ja viele Phänomene, die eng beieinander liegen, wie zum Beispiel <a href="http://www.antjeschrupp.de/rez-markert-welt-der-gabe" target="_blank">Tauschen und Schenken</a>, oder wo der Grat, wo das eine ins andere umschlägt, sehr schmal ist, wie der zwischen<a href="http://www.antjeschrupp.de/macht-und-politik-sind-nicht-dasselbe"> Macht und Politik</a>.</p>
<p>Als praktisch bei der Unterscheidung zwischen Antifeminismus und Unfeminismus hat sich für mich die „Rechtfertigungsprobe“ ergeben: Habe ich den Impuls, mich für meine Ansicht zu rechtfertigen? Werde ich wütend? Bin ich genervt? Fühle ich mich schlecht? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es hier um Antifeminismus geht. Oder fühle ich mich herausgefordert? Habe ich Lust, mich auf ein „argumentatives Kräftemessen“ einzulassen? Dann habe ich es wahrscheinlich einfach nur mit einem Menschen zu tun, der anderer Meinung ist als ich.</p>
<p>Zumindest ist das die These, von der ausgehend ich das Thema experimentell weiter verfolgen werde.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5236&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Gendercamp: Nicht richtig satt geworden</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/05/22/gendercamp-nicht-richtig-satt-geworden/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2012 17:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Barcamps]]></category>
		<category><![CDATA[Gendercamp]]></category>
		<category><![CDATA[Hüll]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gendercamp am vergangenen Wochenende in Hüll war gleichzeitig auch mein erstes Barcamp überhaupt, an dem ich so richtig teilgenommen habe. Und ich bin ein wenig hin- und hergerissen, was &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/22/gendercamp-nicht-richtig-satt-geworden/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5216&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/94bbb4a6d5bf48e991c545a862433048" alt="" width="1" height="1" />Das <a href="http://www.gendercamp.posterous.com" target="_blank">Gendercamp</a> am vergangenen Wochenende in Hüll war gleichzeitig auch mein erstes Barcamp überhaupt, an dem ich so richtig teilgenommen habe. Und ich bin ein wenig hin- und hergerissen, was ich von diesem Veranstaltungsformat halten soll.</p>
<p>Für alle, die es nicht kennen: Bei einem Barcamp gibt es kein vorgegebenes Programm, sondern die Teilnehmer_innen legen selbst fest, welche Themen bearbeitet werden. In Hüll war es so, dass immer vormittags im Plenum alle, die eine „Session“ anbieten wollten, ihr Thema kurz vorstellten, und dann einen Raum und eine Zeit wählten, wo das stattfand.</p>
<div id="attachment_5217" class="wp-caption alignleft" style="width: 316px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/penandpaper.jpg"><img class=" wp-image-5217  " title="penandpaper" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/penandpaper.jpg?w=306&h=194" alt="" width="306" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Die Gendercamp-Session mit dem größtem Informationswert für mich: Pen and Paper-Rollenspiele ausprobieren.</p></div>
<p>Es gab an den zwei vollen Tagen jeweils sechs Zeitfenster für Sessions (am Sonntag auch nochmal zwei, aber da war ich nicht mehr da), und meistens fanden so drei bis fünf davon parallel statt. Sie dauerten immer 45 Minuten, dann war eine Viertelstunde Zeit, um den Raum zu wechseln oder eben auch länger fürs Mittagessen und Kaffeetrinken. Alle entschieden sich relativ spontan, wohin sie gingen. Bei der kleinsten Session, an der ich teilnahm, waren wir zu dritt, bei der größten waren es gut zwanzig Personen. Abends gab es dann nochmal ein Plenum für Organisatorisches. Insgesamt haben so gut fünfzig Leute am Gendercamp teilgenommen.</p>
<p>Im Prinzip finde ich es natürlich gut, dass Barcamps die bei Tagungen sonst übliche Aufteilung zwischen „Expert_innen“ und „Publikum“ aufheben. Allerdings hat mich das Räumchen-Wechsel-Dich auch etwas unzufrieden gemacht. Nicht unbedingt, weil man zwangsläufig die meist auch spannenden Parallel-Sessions verpasst hat, sondern eher, weil auf diese Weise die Themen immer nur grob angerissen wurden.</p>
<p>Ich hatte den Eindruck, dass da eine riesige Fülle von Informationen, Erfahrungen, Ideen vorhanden war, mit denen ich aber immer nur „angefüttert“ wurde, ohne mich jemals richtig satt essen zu dürfen. Das lag, glaube ich, nicht mal nur daran, dass 45 Minuten ja eigentlich für jedes Thema zu kurz sind (wobei es auch „Doppel-Sessions“ von 90 Minuten gab), sondern eher daran, dass es bei den beteiligten Menschen untereinander keine Kontinuität gab. Man hat sich ja alle Stunde wieder in anderen Konstellationen zusammengewürfelt. So konnte eigentlich keine Vertrautheit entstehen, und die Beziehungen blieben für mich im Stadium des „Sich Beschnupperns“.</p>
<p>Natürlich lag das auch daran, dass ich kaum jemanden schon vorher kannte, außer aus dem Internet. Es war schon toll, so viele interessante Menschen auch einmal persönlich zu treffen, aber die Gespräche verliefen eigentlich immer „in Fetzen“, und nie konnte ich sicher sein, die andere noch mal wiederzusehen.</p>
<p>Hinzu kommt, dass in so einem Setting viel Kraft für das Aushandeln von Regeln nötig ist. Gerade bei einem Gendercamp, wo ja der Anspruch besteht, eine bessere Diskussions- und Umgangskultur zu praktizieren als gesellschaftlich sonst üblich (à la „Der Lauteste kriegt den meisten Raum“). Da hatte ein „Awareness-Team“ großartige Vorarbeit geleistet, aber kulturelle Praktiken sind eben nicht nur eine Sache des theoretischen Wissens, sondern vor allem eine der Übung. Und es braucht eine gewisse Zeit und auch gegenseitiges Vertrauen, um sie zu verankern. Ich fand, dass es für die Umstände ziemlich gut gelungen ist, aber es war auch anstrengend, worüber <a href="http://blog.adrianlang.de/?p=909" target="_blank">Adrian schon gebloggt hat</a>.  Vielleicht entwickelt sich das ja im Lauf der Jahre, wenn sich durch Menschen, die wiederholt am Gendercamp teilnehmen, eine gewisse Selbstverständlichkeit einstellt.</p>
<p>Alles in allem hat sich die wohlige „Sattheit“, die ich oft nach feministischen Wochenendtagungen habe, dieses Mal nicht so eingestellt. Eher fühle ich mich wie nach einem Urlaub, wo ich zwar viele Anregungen bekommen habe, aber nicht so wirklich selbst eingestiegen und aufgewühlt worden bin.</p>
<p>Wobei natürlich auch nichts gegen Urlaubmachen spricht, schon gar nicht in netter Umgebung und in interessanter Gesellschaft. Wenn ich es mir einrichten kann (und das Gendercamp wieder stattfindet), fahre ich nächstes Jahr wieder hin.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5216&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Frauen, Männer, Parteipolitik. Ein Zwischenstand.</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 12:41:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze im Zug zurück vom Gendercamp, es gibt W-Lan, ich klappe das Internet auf, und was mir gleich wieder entgegenschwappt sind fehlende Frauen. Aktuell liegt ihr Anteil offenbar auf &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/20/frauen-manner-parteipolitik-ein-zwischenstand/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5202&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c753cde682064344b337e8bf1a836bbb" alt="" width="1" height="1" />Ich sitze im Zug zurück vom <a href="http://gendercamp.posterous.com/" target="_blank">Gendercamp</a>, es gibt W-Lan, ich klappe das Internet auf, und was mir gleich wieder entgegenschwappt sind fehlende Frauen. Aktuell liegt ihr Anteil offenbar auf irgendeiner Piratenliste bei Null. Und sofort gehen die Reflexe los, die eine Seite ruft: „Aber es haben nun mal keine Frauen kandidiert“, die andere Seite skandiert „Quote, Quote“. So weit, so langweilig.</p>
<p>Ich klappe das Internet wieder zu und lese einen Vortrag von Christina Thürmer-Rohr über den Stand des Feminismus, den sie im März gehalten hat. Darin greift sie eine interessante Frage auf, die Barbara Sichtermann vor zwanzig Jahren gestellt hat:</p>
<blockquote><p>Jetzt, wo wir alles sagen dürfen, seien die Männer überrascht und erleichtert. Denn was sie zu hören bekämen, unterscheide sich eigentlich gar nicht vom allseits Gewohnten. Eigentlich könne man sich wundern, warum den Frauen überhaupt ein Jahrtausende altes Redeverbot auferlegt worden war. Denn wenn sie nun das Gleiche wie den Common Sense zu Gehör bringen, wäre die alte Schweigeverordnung ja gar nicht nötig gewesen. Wenn Frauen an den alten Maßstäben gar nicht rütteln, wenn sie gar keine andere Welt anvisieren, hätte man sie doch gefahrlos schon längst reden lassen können.</p></blockquote>
<p>Das war die interessante Frage, damals, 1992. Heute glaube ich, dass wir schon eine Antwort wagen könnten: Denn offenbar haben die Frauen ja wieder damit aufgehört, das Gleiche und Gewohnte zu sagen. Eher bevorzugen sie es, gar nichts zu sagen (Folge: Kandidatinnenmangel).</p>
<p>Aber nicht alle Frauen wenden sich von der Parteipolitik ab. Es gibt einige Frauen, die haben den Ehrgeiz, etwas anderes zu sagen und zu tun, oder es zumindest auf eine andere Weise zu sagen und zu tun, und zwar auch an der Spitze der etablierten Strukturen, Frauen wie Angela Merkel, Petra Roth, Hannelore Kraft (und das sind nur Beispiele für etwas, das ich für einen neuen Trend halte).</p>
<p>Dass diese „Spitzenfrauen“ nicht einfach nur eine weibliche Variante des männlichen Polit-Models darstellen (solche gibt es allerdings auch,  und leider sogar viele), ist im Fall von Angela Merkel noch tabuisiert worden – auch von ihr selbst, die ja immer betont hat, ihr Frausein spiele keine Rolle, was damals wohl noch notwendig war, um überhaupt an die Spitze gelangen zu können. Bei Petra Roth war es schon offensichtlicher, schließlich war die Diskrepanz im Wähler_innenzuspruch zwischen ihr (ganz Frankfurt lag ihr zu Füßen) und ihrem Parteikollegen Boris Rhein (krachende Niederlage gegen einen unbekannten, farblosen Gegner) anders nicht zu erklären.</p>
<p>Jetzt bei Hannelore Kraft ist endlich auch in den Analysen darüber diskutiert worden, dass hier nicht einfach nur weibliche Köpfe gewählt wurden, die das Gleiche sagen und tun wie ihre männlichen Vorgänger, sondern dass es tatsächlich darum geht, dass sie etwas <em>anders </em>machen, unabhängig von Parteiprogrammen.</p>
<p>Ich glaube, das könnte eine große Signalwirkung auf Frauen haben, die derzeit keinen Sinn in der überkommenen Männerpolitik sehen. Ich halte es für möglich, dass so mehr Frauen davon überzeugt werden, es könnte sich lohnen, in die „offizielle Politik“ zu geben. Weil sie sehen, dass es tatsächlich möglich ist, dort etwas anderes zu machen. Dass nicht alle Frauen in Machtpositionen automatisch das Gleiche sagen und machen wie bisher die Männer. Und noch grandioser wäre es natürlich, wenn sich auch noch mehr Männer davon anstecken ließen (ein paar Infizierte gibt es schon).</p>
<p>Der Wunsch, etwas anderes zu machen als die bisherigen Polit-Patriarchen, ist ja auch unter Männern vorhanden. Ihre Kritik tragen sie aber nicht innerhalb der etablierten Parteien aus, sondern viele von ihnen sammeln sich derzeit in der Piratenpartei. Ich glaube, das liegt daran, dass bei ihnen der Wunsch nach einem symbolischen Bruch mit dem Alten sehr groß ist (ein klassisches Motiv im patriarchalen Kampf von Vater und Sohn um die Vorherrschaft).</p>
<p>Unter Frauen ist dieses symbolische Bedürfnis kaum verbreitet, im Gegenteil: Sie verändern die etablierten Parteien, indem sie sogar bewusst auf der symbolischen Ebene den Eindruck erwecken, es würde doch alles beim Alten bleiben.</p>
<p>Es gibt natürlich inzwischen auch in der Piratenpartei Feministinnen, aber sie werden es nicht schaffen, die Partei auch nur annähernd für Frauen so attraktiv zu machen wie sie für Männer ist. Trotzdem ist ihr Engagement sehr wichtig. Sie sorgen dafür (hoffentlich), dass die Piratenpartei nicht von einer männerlastigen und unfeministischen zu einer antifeministischen Partei wird – eine Gefahr, die dort größer ist als bei anderen Parteien, eben weil sie ein Sammelbecken für männliche politische Unzufriedenheit ist. Feministisches Engagement innerhalb der Piraten könnte auch sicher stellen, dass all diejenigen Frauen, die sich für piratige Themen und eine entsprechende politische Kultur interessieren, dort auch tatsächlich mitarbeiten können, ohne dauernd auf Hindernisse und Lästigkeiten zu stoßen.</p>
<p>Aber, wie gesagt, auf einen akzeptablen Frauenanteil werden es die Piraten nicht bringen. Vielleicht muss man sich einfach damit abfinden – und darüber nachdenken, unter welchen Voraussetzungen strategische Bündnisse mit einer Männerpartei möglich sein könnten.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5202&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wir mussten reden</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/05/18/wir-mussten-reden/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 07:34:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern traf ich mich in Berlin zu einem ausgedehnten Vormittagsplausch mit Michael Seemann und Max Winde für deren Podcast „Wir müssen reden“. Wir philosophierten über Organisationen und Institutionen, über feministische &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/18/wir-mussten-reden/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5193&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/wir-muessen-reden.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5195" title="wir muessen reden" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/wir-muessen-reden.jpg?w=300&h=300" alt="" width="300" height="300" /></a>Gestern traf ich mich in Berlin zu einem ausgedehnten Vormittagsplausch mit Michael Seemann und Max Winde für deren Podcast <a href="http://wir.muessenreden.de/" target="_blank">„Wir müssen reden“</a>. Wir philosophierten über Organisationen und Institutionen, über feministische und digitale Weltveränderung, über Frankfurt und Berlin und über einen Igel, der jetzt hier wohnt. Großartig. Die drei Stunden gingen rum wie nix.</p>
<p>Den Podcast gibt es <a href="http://wir.muessenreden.de/2012/05/17/wmr42-der-igel-wohnt-jetzt-hier/" target="_blank">hier</a> zum Anhören und (demnächst?) auch bei itunes, glaube ich.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5193&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Herr Vetter und Herr Freud</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/05/07/herr-vetter-und-herr-freud/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 10:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sache mit Ariane Friedrich, die auf ihrer (inzwischen gelöschten) Facebook-Seite einen Mann, der sie mit übergriffig-sexualisierten Mails belästigt hatte, öffentlich gemacht hatte, ist ja eigentlich inzwischen durch, aber dann &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/07/herr-vetter-und-herr-freud/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5134&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sache mit <a href="http://meedia.de/internet/ariane-friedrich-und-der-facebook-pranger/2012/04/24.html" target="_blank">Ariane Friedrich</a>, die auf ihrer (inzwischen gelöschten) Facebook-Seite einen Mann, der sie mit übergriffig-sexualisierten Mails belästigt hatte, öffentlich gemacht hatte, ist ja eigentlich inzwischen durch, aber dann doch nicht. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/25886b569fa84c09b1d6a15fe03eadcd" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Udo Vetter hat nämlich auf der Republica einen <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/udo-vetter-ruft-zum-rechtsbruch-auf-a-831422.html" target="_blank">Vortrag</a> darüber gehalten, was man im Internet darf und was nicht. Sein erstes Beispiel ist Ariane Friedrich, und durchaus mit Gründen, denn sie hat handfeste Fehler gemacht: Sie hätte keinen sachlich falschen Vorwurf erheben dürfen (der Mann hätte ihr ein Foto von seinem Penis geschickt, was sich, wie sich später herausstellte, nicht stimmte, es war was anderes auf dem Foto &#8211; das sie sich verständlicherweise nicht angeschaut hatte) und vor allem hätte sie Namen und Wohnort nicht auf diese Weise nennen dürfen, weil es dort noch einen zweiten gleichnamigen Mann gab. Einer von beiden war aber unschuldig.</p>
<p>Mit diesen beiden Punkten hätte das Beispiel Ariane Friedrich eigentlich gereicht, um die Fallstricke solcher Veröffentlichungen zu erläutern, aber Udo Vetter ritt auf einem ganz anderen Punkt herum, nämlich dem, dass Ariane Friedrich die <em>Privatsphäre</em> des betreffenden Mannes verletzt hätte. An dieser Stelle musste ich laut loslachen.</p>
<p>Das alles hätte aber noch nicht für einen eigenen Blogpost gereicht. Doch als ich dann zu diesem schönen Satz kam, dachte ich, das darf nicht verloren gehen. Vetter beendet seine Belehrungen nämlich mit den Worten:</p>
<blockquote><p>Ich räume natürlich ein, dass menschlich gesehen das, was Frau Friedrich gemacht hat, ein nachvollziehbarer Zug ist. Also da kann man jetzt nicht&#8230; Also, dass die Verärgerung über solche Belästigungen <em>(an dieser Stelle deutete Herr Vetter mit den Händen Anführungszeichen an)</em> problematisch und nicht erfreulich ist.</p></blockquote>
<p>Wirklich problematisch und unerfreulich, dass Frauen sich heutzutage über &#8220;solche Belästigungen&#8221; nicht nur ärgern, sondern das auch noch öffentlich herumposaunen. Schöner ließ Freud nie grüßen. (Wer&#8217;s sich selbst anschauen möchte: Ungefähr bei 12.30)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5134&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Der Matriarchats-Diskurs in der Frauenbewegung</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/05/02/der-matriarchats-diskurs-in-der-frauenbewegung/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 14:57:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bachofen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Heide Göttner-Abendroth]]></category>
		<category><![CDATA[Helga Laugsch]]></category>
		<category><![CDATA[Matriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Matriarchatsforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gab es in früheren Zeiten ein Matriarchat, also Gesellschaften, in denen Frauen nicht als zweitrangige, über den Mann definierte Wesen galten, sondern im Zentrum standen? Oder handelt es sich dabei &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/02/der-matriarchats-diskurs-in-der-frauenbewegung/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5105&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/matriarchatsdiskurs.jpg"><img class="alignleft  wp-image-5107" title="matriarchatsdiskurs" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/matriarchatsdiskurs.jpg?w=238&h=336" alt="" width="238" height="336" /></a>Gab es in früheren Zeiten ein Matriarchat, also Gesellschaften, in denen Frauen nicht als zweitrangige, über den Mann definierte Wesen galten, sondern im Zentrum standen? Oder handelt es sich dabei um einen Wunschtraum heutiger Feministinnen, um eine Rückprojektion? Sind Matriarchats-Theorien &#8211; die ursprünglich ja von männlichen Denkern wie Bachofen geprägt wurden &#8211; eine Hilfe oder eine Hürde auf dem Weg zu weiblicher Freiheit? <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/56c8aa01f9724162bf863dac42ed6566" width="1" height="1" alt=""></p>
<p>Seit 150 Jahren wird über diese Frage intensiv diskutiert, und teilweise mit harten Bandagen. Die Wissenschaftlichkeit von Matriarchatsforscherinnen wie Heide Göttner-Abendroth wird immer wieder angezweifelt. Doch auch auf der Gegenseite wird häufig unlauter argumentiert.</p>
<p>Es ist offenbar schwer, sich dem Thema von einem neutralen Standpunkt zu nähern. Denn die Frage, ob Gesellschaften grundsätzlich anders organisiert sein können, als wir das nach 5000 Jahren Patriarchat gewohnt sind, ist nicht nur von akademischem Interesse. Sie betrifft den Kern der menschlichen Politik, und daher ist jede Theorie dazu &#8211; ob pro oder contra &#8211; unweigerlich mit einer eigenen politischen Standortbestimmung verknüpft.</p>
<p>Helga Laugsch hat in ihrer Doktorarbeit, die jetzt in einer überarbeiteten und erweiterten Auflage vorliegt, den Diskurs über die Matriarchatstheorien in der zweiten Frauenbewegung dokumentiert. Dabei geht sie davon aus, dass aufgrund der Quellenlage es unmöglich ist, zweifelsfrei zu beweisen, ob es Matriarchate gegeben hat oder nicht. Aber dass es dennoch höchst aufschlussreich ist, die Art und Weise zu betrachten, wie darüber debattiert wurde (<a title="Die “radikal-feministische Matriarchatsbewegung” im Shitstorm" href="http://antjeschrupp.com/2011/05/17/die-radikal-feministische-matriarchatsbewegung-im-shitstorm/">und wird</a>).</p>
<p>Ein detailliertes, quellenreiches und lesenswertes Buch, das einen in der öffentlichen Debatte meist unterbelichteten Diskurs der zweiten Frauenbewegung dokumentiert.</p>
<p><em>Helga Laugsch: Der Matriarchatsdiskurs (in) der Zweiten Deutschen Frauenbewegung. Herbert Utz Verlag, München 2011, 485 Seiten, 50 Euro.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5105&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Um es nochmal klar zu machen: Kristina Schröder hat recht</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/04/18/um-es-nochmal-klar-zu-machen-kristina-schroder-hat-recht/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 07:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige  Reaktionen auf meinen gestrigen Blogpost zum Antifeminismus von Kristina Schröder veranlassen mich, noch mal was klarzustellen, das möglicherweise im Eifer des Gefechts untergegangen ist: Dass man nämlich mit gutem &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/18/um-es-nochmal-klar-zu-machen-kristina-schroder-hat-recht/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5055&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige  Reaktionen auf meinen <a title="Antifeminismus pur: Warum ich Kristina Schröders Buch nicht lesen werde" href="http://antjeschrupp.com/2012/04/17/antifeminismus-pur-warum-ich-kristina-schroders-buch-nicht-lesen-werde/">gestrigen Blogpost</a> zum Antifeminismus von Kristina Schröder veranlassen mich, noch mal was klarzustellen, das möglicherweise im Eifer des Gefechts untergegangen ist: <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ec8ecf43ecf642e599df200a644ef8ef" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Dass man nämlich mit gutem Gewissen sagen kann, dass Kristina Schröder Recht hat. Bei Facebook zum Beispiel schrieb eine, sie würde die von mir aufgelisteten Zitate anders verstehen, denn:</p>
<blockquote><p>Alle politischen Missionen (so auch der Feminismus) bergen in sich die Gefahr, anderen ihren Standpunkt nicht zu lassen, sondern überheblich zu werden gegenüber anderen, und der differenzierten Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Und Ja: es geht um eine Weltanschauung, auch da hat sie recht. Dazu darf man auch stehen. Sowieso beruht jede Überzeugung zunächst mal auf einer spezifischen Sicht auf die Welt. Und die muss nicht notwendigerweise von allen geteilt werden.</p></blockquote>
<p>Ich antwortete bei Facebook: &#8220;Ja, aber das ist eine Binsenwahrheit.&#8221; Natürlich gibt es in der Frauenbewegung Dogmatismus. Natürlich gibt es feministische Überheblichkeit. Natürlich gibt es Tendenzen, sich zu einer Weltanschauung zu erheben, der man einfach glauben oder &#8220;beitreten&#8221; muss, und anderen etwas vorschreiben zu wollen. Aber in welcher politischen Bewegung würde es das nicht geben? Hallo Friedensbewegung? Hallo Umweltbewegung? Hallo Piraten?</p>
<p>Ich finde es völlig falsch, solchen Vorwürfen zu widersprechen oder sich gar zu verteidigen. Das wurde aber in den kritischen Reaktionen auf Kristina Schröders Buch oft versucht. Zum Beispiel wurde darauf hingewiesen, dass es &#8220;den Feminismus&#8221;, den sie angreift, doch gar nicht gebe, dass der Feminismus viel differenzierter, längst weiter sei und so weiter (ein Beispiel für diese Argumentationsweise im Kommentar von <a href="http://www.taz.de/Kristina-Schroeders-Buch/!91514/" target="_blank">Heide Oestreich in der taz</a>, aber auch viele andere).</p>
<p>Das ist natürlich richtig, aber das ist doch ebenfalls eine Binsenwahrheit: Welche politische Bewegung wäre denn <em>nicht</em> in sich differenziert, vielfältig usw.? Nein, das Argument, &#8220;der Feminismus&#8221; sei doch in Wirklichkeit gar nicht so schlimm, wie Schröder ihn darstellt, ist kein gutes Argument, ich würde es nicht benutzen (auch nicht gegenüber anderen Antifeministen!).</p>
<p>Einmal, weil man ihnen damit bereits Autorität zuspricht, denn wenn man anfängt, sich zu rechtfertigen und zu verteidigen, begibt man sich bereits in eine Diskussion, nimmt die Aussagen also ernst.</p>
<p>Der zweite und wichtigere Punkt ist aber, dass wir uns unseren Feminismus nun auch nicht schön reden dürfen. Sagen wir doch, wie es ist: im Detail sind Schröders Vorwürfe fast alle richtig.</p>
<p>Es kommt tatsächlich vor, und gar nicht selten, dass Frauen aus feministischem Impetus heraus anderen bestimmte Rollenbilder vorschreiben wollen, das habe ich selbst oft genug erlebt. Es kommt vor, dass Feministinnen von der eigenen Mission so mitgerissen sind, dass sie anderen nicht mehr zuhören. Es ist gar nicht so selten, dass sie verhörartig mit Andersmeinenden umgehen. Warum sollten wir das nicht zugeben?</p>
<p>Der Punkt ist nicht, ob diese Sachen &#8220;Einzelfälle&#8221; sind, oder ob sie, wie Schröder und die Antifeministen behaupten, den Wesenskern des Feminismus ausmachen. Wie gesagt, wir müssen uns ja nicht rechtfertigen. Deshalb können wir problematische Aspekte am Feminismus souverän zugeben, um uns dann selbstkritisch damit auseinanderzusetzen.</p>
<p>Für alle, die jetzt nicht mehr verstehen, was denn der Unterschied zwischen der von mir geforderten Selbstkritik und der Polemik des Antifeminismus ist: es ist der Gestus, der Habitus, die Zielsetzung der Debatte.</p>
<p>Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob ich in einer Podiumsdiskussion einer Frauenbeauftragten widerspreche, die sagt, Hausfrau und Mutter dürfe heute kein legitimer Lebensweg für Frauen mehr sein, oder ob ich in einem Buch schreibe, der Feminismus würde Frauen verbieten, Hausfrauen und Mütter zu sein.</p>
<p>Es ist ein Unterschied, ob eine Verlegerin sich darüber ärgert, dass sie von feministischen Akademikerinnen nur unverständliche, mit Fremdwörtern gespickte Texte bekommt, während sie feministische Theorien doch gerne einem breiteren Publikum zugänglich machen will, oder ob jemand (jüngstes Beispiel: <a href="http://wir.muessenreden.de/2012/03/21/wmr-38-kabale-und-liebe/" target="_blank">Malte Welding im wmr-Podcast</a>) sich hinstellt und sagt, der akademische Feminismus sei nicht ernst zu nehmen, weil diesen verquasten Kram doch kein normaler Mensch mehr verstehen würde.</p>
<p>Der Unterschied liegt nicht in den Argumenten oder im beschriebenen Sachverhalt als solchem, sondern in der Positionierung, in der Beziehung, in die man sich selbst zu dem setzt, was man kritisiert:</p>
<p>Begebe ich mich mit meiner Kontrahentin in eine politische Auseinandersetzung, tausche ich mit ihr Argumente aus, mache meine andere Meinung deutlich, erkenne aber gleichzeitig an, dass wir uns an einem gemeinsamen Ziel orientieren, nämlich einer Welt, in der Frauen frei sind? Oder benutze ich sie als Beispiel, das illustrieren soll, dass meine Sichtweise die einzig mögliche und legitime ist?</p>
<p>Letzteres ist das, was Antifeministen tun, und was auch Kristina Schröder tut. Und das ist das Problem, nicht die Inhalte ihrer Position.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5055&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wie die Psychoanalyse der Demokratie die Politik ausgetrieben hat</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 20:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Adam Curtis]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Bernays]]></category>
		<category><![CDATA[New Labor]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Piraten wird momentan gerne vorgeworfen, dass sie keine Inhalte hätten. Mal abgesehen davon, ob das stimmt, finde ich die Inhalte gar nicht das Wichtigste an den Piraten. Viel wichtiger &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5029&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Piraten wird momentan gerne vorgeworfen, dass sie keine Inhalte hätten. Mal abgesehen davon, ob das stimmt, finde ich die Inhalte gar nicht das Wichtigste an den Piraten. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a93942c54fea4f29a28c472379e8e324" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Viel wichtiger ist, dass sie Diskussionen darüber anstoßen, wie in einer Demokratie die Ansichten und Meinungen der Vielen übersetzt werden können in konkrete politische Projekte – Liquid Feedback ist ein praktischer Versuch, das anders zu organisieren als mit dem einen Kreuzchen alle paar Jahre. Auch das Pochen auf Transparenz in politischen Prozessen betrifft weniger den Inhalt von Politik als vielmehr deren Verfahrensweisen.</p>
<p>Und genau das – nämlich die Frage, auf welchen Grundlagen wir eigentlich das organisieren, was meist so irgendwie schwammig „Demokratie“ genannt wird – ist, glaube ich, die drängendste Frage.</p>
<p>Die übrigens erst mal gar nichts mit dem Internet zu tun hat. Das wurde mir klar, als ich in den letzten Tagen eine wirklich ganz fantastische vierteilige BBC-Dokumentation gesehen habe, die schon ein paar Jahre alt ist. Sie zeigt, wie sich die westliche Demokratie im Lauf des 20. Jahrhunderts eigentlich nie darauf eingelassen hat, dass die Menschen in ihrer Pluralität politische Prozesse aushandeln.</p>
<p>In „The Century oft the Self“ erzählt Adam Curtis, wie die psychoanalytischen Theorien von Sigmund Freud im Verlauf des 20. Jahrhunderts in der Werbeindustrie und in der Politik eingesetzt worden sind.</p>
<p>Es ging dabei immer auch um die Frage, ob man den Massen eigentlich überhaupt zutrauen kann, sich politisch rational zu verhalten. Sie wurde meistens mit „Nein“ beantwortet. Entweder wurde versucht, die Leute irgendwie ruhig zu stellen, damit die Politiker unbehelligt regieren können (am Anfang des Jahrhunderts) oder aber Politik erschöpfte sich darin, herauszufinden, was sich die Masse der Menschen gerade so wünschte und den Ergebnissen der Meinungsumfragen hinterherzustolpern (am Ende des Jahrhunderts).</p>
<p>Freud hatte ja die Vorstellung entwickelt, dass im Unbewussten ein gewaltiges aggressives Potential von Emotionen schlummert, das gefährlich werden kann (Nazideutschland schien das zu bestätigen). Freuds Neffe Edward Bernays hatte dazu die Idee: Wenn wir die Menschen zu „guten Konsumenten“ machen, machen sie keine Revolutionen.</p>
<p>Schon in den 1920ern hatte Bernays (der Erfinder der „Public Relations“) im Auftrag großer Konzerne vorgemacht, wie man Menschen dazu bringen kann, Produkte zu kaufen, die sie eigentlich gar nicht brauchen, indem man an ihre unbewussten Sehnsüchte appelliert und diese mit Produkten verknüpft. Zum Beispiel brachte er Frauen dazu, Zigaretten zu kaufen, indem er das öffentliche Rauchen mit der Wahlrechtsbewegung und weiblicher Unabhängigkeit verknüpfte – Hammer, dass das tatsächlich funktionierte. Das alles wird im ersten Teil der Doku-Reihe erzählt.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/dFsz886ATKg/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Im zweiten Teil geht es um die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier war neben Bernays auch Anna Freud maßgeblich, die Tochter von Sigmund Freud. In dieser Zeit gab es einen massenhaften Aufstieg der Psychoanalyse. Sie diente dazu, Menschen „anzupassen“ an die Gegebenheiten, ihnen „Anomalien“ auszutreiben. Konformismus war angesagt in den Fifties.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/d2_uFXWo8sw/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Erzählt wird in diesem Teil auch, wie Bernays mit seinen PR-Strategien im Auftrag der Bananenindustrie einen Putsch in Guatemala inszenierte und es auch ganz generell schaffte, die Industrie und den unbegrenzten Konsum (und nicht die Politik) als Garanten für Freiheit zu etablieren – als direkten Affront gegen Präsident Roosevelt und seinen „New Deal“, der noch dem Ideal einer wirklichen Demokratie anhing. Auch mit Gehirnwäsche und regelrechter „Umprogrammierung“ von Menschen wurde experimentiert, finanziert und beauftragt von der CIA.</p>
<p>Doch gegen Ende der 1960er kam es in der Gesellschaft zu einem Aufstand gegen den Konformitätsdruck. Dies erzählt die dritte Folge:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/BT7QK7yJrXk/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Leute wie Herbert Marcuse und Wilhelm Reich argumentierten, dass nicht ein „unbewusst-unzivilisierter“ menschlicher Wesenskern eine Bedrohung für die Gesellschaft sei, sondern dass vielmehr der Zwang zur Konformität, der die Persönlichkeit unterdrücke, das Gefährliche sei.</p>
<p>In der Folge entstanden Versuche, dieses „eigentliche Selbst“ frei zu lassen, die Gefühle nicht mehr zu unterdrücken, sondern rauszulassen. Allerdings wurde dieses „wahre Selbst“, um das es da ging, sehr schnell entpolitisiert. Ging es anfangs noch um den Protest gegen eine Gesellschaft, in der nur der Konsum zählt und es keine Solidarität und Gemeinschaftlichkeit gibt, entstand sehr bald die Vorstellung, dass man auf der Suche nach dem „Selbst“ nicht nur gesellschaftliche Normierungen ablegt, sondern am Ende sozusagen ein „leeres Blatt“ ist, das man dann nach Belieben neu beschriften kann, nach dem Motto „Erfinde dich selbst“.</p>
<p>Die Befreiung von Zwängen wurde so zur Legitimierung dafür, nur nach dem persönlichen Glück zu streben und sich um das allgemeine Gute gar nicht mehr kümmern zu müssen. Auf dieser Folie entstand dann die „Lifestyle“-Industrie mit dem Versprechen, die nötigen Produkte für dieses „individuelle Selbst“ zu verkaufen. Und genau diese auf Individualität und persönliche Selbstfindung Wert legenden Gruppen waren es, die 1980 den Reagans und Thatchers zum Sieg verholfen haben.</p>
<p>Was aber bleibt von der Demokratie übrig, wenn die Menschen nur noch nach ihrem individuellen Glück streben ist? Dies erzählt der vierte Teil der Reihe:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/_WSMx7djYJU/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Hier wird gezeigt, wie die „linken“ Parteien (Clinton in den USA, Blair in UK) umgebaut wurden von Arbeiterparteien mit einer bestimmten inhaltlichen Position hin zu „Meinungsforschungsparteien“, die – genau wie die Werbeindustrie – versuchten, die Bedürfnisse der Leute herauszufinden, um ihnen dann genau das zu versprechen.</p>
<p><em>Update: Man weist mich gerade darauf hin, dass das ungenau formuliert war: In Wirklichkeit wurden natürlich nur die Wünsche und Meinungen der Wechselwähler_innen befragt, weil die den Ausschlag geben. Die Ansichten des &#8220;Stammpublikums&#8221; der Labor Party hingegen spielten dabei keine Rolle, da deren Stimmen sicher waren.</em></p>
<p>Auf diese Weise gelang es ihnen tatsächlich, wieder Wahlerfolge zu erzielen. Aber eben um den Preis, dass sie die Politik letztlich abschafften. Sie selbst haben das freilich nicht so gesehen: Sie glaubten, diese Art des Populismus sei „wahre Demokratie“, denn: Was ist denn falsch daran, den Leuten zu geben, was sie wollen?</p>
<p>Curtis zeigt sehr richtig, dass hier ein Denkfehler liegt: Denn zur Politik gehört, dass wir unterschiedliche Ansichten unter der Fragestellung diskutieren, <em>in welcher Gesellschaft wir leben möchten</em>. Befragt man nur einzelne Leute nach ihren Wünschen, werden sie auch nur ihre individuellen Wünsche preisgeben. Eine konsistente Politik lässt sich daraus nicht ableiten.</p>
<p>Während Bernays in den zwanziger Jahren noch argumentiert hatte: „Wir lullen die Leute in Konsumismus ein, damit die Politiker unbehelligt regieren können“, so ist mit „New Labor“ die Politik (im Sinne von: Organisierung der Gesamtheit der Gesellschaft) vollkommen tot, denn nun machen sich nicht mal mehr die Politiker Gedanken über das allgemeine Gute, sondern stolpern nur den Wünschen der Leute hinterher.</p>
<p>Und da diese Wünsche notwendigerweise disparat und widersprüchlich sind – weil es viele verschiedene Leute sind – kommt nicht einfach eine „falsche“ Politik heraus (in dem Sinne, dass sie nicht Gutes, sondern Schlechtes bewirkt), sondern schlicht unsinnige Politik, die heute dies macht und morgen jenes. Hauptsache immer die Meinungsumfragen, die nächsten Wahlen im Blick.</p>
<p>Was ich an den Piraten nun so spannend finde ist, dass sie tatsächlich wieder so etwas wie politischen Diskurs organisieren wollen. Diskussionen, bei denen sich Menschen darüber auseinandersetzen, was ihrer Ansicht nach dem allgemeinen Guten entsprechen würde. Nicht Lobbyismus eben, nicht bloßes Machtstreben, sondern Politik im eigentlichen Sinne.</p>
<p>Womit ich nicht sagen will, dass das in anderen Parteien und an anderen Orten nicht geschehen würde und auch nicht, dass das den Piraten schon wunderbar gelingt.</p>
<p>Aus vielerlei Gründen  (einer davon ist die Wiedervereinigung, die staatliche Interventionen erforderlich machte, ein anderer ist unser Wahlsystem, das auch kleinere Parteien zulässt und nicht nur einen Kampf zwischen zwei Blöcken inszeniert) ist die Lage der Politik in Deutschland meiner Ansicht nach nicht ganz so „PR-dominiert“ wie im angelsächsischen Raum.</p>
<p>Aber die Probleme, die in dieser Dokureihe aufgeworfen werden, erhellen auch vielerlei, was hierzulande passiert ist.</p>
<p>tl;dr? DANN SCHAUT EUCH DIE VIDEOS AN!!!</p>
<p>(allein schon wegen der fantastischen Zeitdokumente).</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5029/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5029&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Carearbeit und Grundeinkommen</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 19:15:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Christian Müller]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal bin ich einfach frustriert, weil es die „gläserne Decke“ irgendwie wirklich gibt, und ich meine nicht die, die Frauen an einem Aufstieg ins Top-Management behindert, sondern die, die es &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/03/kampf-gegen-windmuhlen-carearbeit-und-grundeinkommen/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4949&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/04/geschweiz.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4950" title="geSchweiz" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/04/geschweiz.jpg?w=547" alt=""   /></a>Manchmal bin ich einfach frustriert, weil es die „gläserne Decke“ irgendwie wirklich gibt, und ich meine nicht die, die Frauen an einem Aufstieg ins Top-Management behindert, sondern die, die es auf seltsame Weise unmöglich zu machen scheint, dass die Ideen von Frauen in den Köpfen von Männern ankommen. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/282d27876edb42b1bd4c65e3aa90d2ce" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Aktueller Anlass für meinen Frust ist das Büchlein „Die Befreiung der Schweiz“, in dem zwei Autoren auf handlichen 115 Seiten die Hintergründe der Grundeinkommensidee erklären, als flankierende Maßnahme zu einer derzeit in der Schweiz laufenden <a href="http://www.bedingungslos.ch/" target="_blank">Volksinitiative</a> für ein Grundeinkommen.</p>
<p>Mein Frust geht – mal wieder – um die Frage, wie die Care- und Fürsorgearbeit in dem Projekt unterkommt. Auf den ersten Blick scheinen Fortschritte gemacht zu sein. Das Thema wird nicht, wie früher, völlig ignoriert, sondern explizit angesprochen. Es gibt zum Beispiel ein Interview mit Ina Praetorius (die ebenso wie ich schon 2004 eine der Autorinnen des Grundeinkommens-Textes <a href="http://www.gutesleben.org/">www.gutesleben.org</a> war). Sie spricht das Problem, das viele Feministinnen mit der Idee haben, klar an:</p>
<blockquote><p>Es besteht die Gefahr, dass die Leute, die heute unsichtbar und ohne Wertschätzung Care-Arbeit leisten, mit dem Grundeinkommen „abgespeist“ werden. Das könnte längerfristig bedeuten, dass Frauen das Notwendige einfach weiter machen, während Männer ihr Grundeinkommen mit Freiheit verbinden. (S. 36)</p></blockquote>
<p>Aber das war‘s dann auch schon. Der Rest des Textes ignoriert diese Problematik wie eh und je. Schön, dass wir mal drüber geredet haben?</p>
<p>Worum es geht: Der Zugang der Frauen zur Erwerbsarbeit ist ja erst vor kurzem erkämpft worden. Bis heute ist die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Punkto (bezahlter) Erwerbsarbeit und (unbezahlter) Haus- und Fürsorgearbeit eklatant. Ein Grundeinkommen – und ich bin eine dezidierte <a href="http://www.antjeschrupp.de/grundeinkommen" target="_blank">Anhängerin</a> der Idee – könnte den Effekt haben, dass diese Spaltung weiter besteht oder sogar zementiert wird. Denn ein Grundeinkommen würde ja lediglich einen Einkommens-Sockel darstellen, das Existenzminimum. Und wenn wir es einfach so laufen lassen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass am Ende vorwiegend Männer gut Geld verdienen, weil sie nämlich trotz Grundeinkommen einer einkommensträchtigen Erwerbsarbeit nachgehen, während vorwiegend Frauen sich mit dem Sockel begnügen und die erwerbsarbeitsfreie Zeit verwenden, um für Kinder, Kranke und Alte zu sorgen.</p>
<p>Genau dies ist einer der Gründe, warum maßgebliche feministische Denkerinnen die Idee eines Grundeinkommens nicht unterstützen. Frigga Haug zum Beispiel hat gerade wieder <a href="http://www.vier-in-einem.de/index.php/2010/12/vier-in-einem-perspektive-und-das-bedingungslose-grundeinkommen/" target="_blank">in einem Vortrag</a> die von vielen Männern in der Grundeinkommensbewegung verbreitete Illusion kritisiert, uns würde eh (durch Produktivitätssteigerung) die Arbeit ausgehen, unter anderem mit diesem Argument:</p>
<blockquote><p>Aber wenn der Diskurs jetzt weitergeht, rutscht es wieder zurück in die Lohnarbeit wegen der Kritik an der Arbeitspflicht, die als Nötigung empfunden und eben durchs Grundeinkommen abgeschafft sein muss. Aber die Arbeitspflicht existiert ja bei Reproduktions-, Pflege oder Sorgearbeit ohnehin immer. Sie kommt ja aus der Sache selbst, sozusagen aus den bedürftigen anderen Wesen. Dazu braucht man niemanden zu verpflichten. Da schreien die Aufgaben einen an wie bei Frau Holle, wo die Apfelbäume rufen: schüttle uns, die Äpfel sind schon lange reif; oder das Brot im Ofen schreit: zieh uns heraus, wir sind schon längst gebacken. Von den wirklich schreienden kleinen und großen Menschen will ich hier gar nicht reden. Das versteht sich von selbst.</p></blockquote>
<p>Frigga Haug hat vollkommen recht: Es ist einfach nicht wahr, dass das Grundeinkommen aufgrund der Produktivitätssteigerung einfach der nächste logische Schritt in der Entwicklung des Kapitalismus ist, wie manchmal suggeriert wird. Die Verwirklichung der Grundeinkommensidee erfordert ein tiefes kulturelles Umdenken, das aus zwei Teilen besteht, die man nicht einzeln betrachten kann: die Idee, dass es normal ist, wenn Menschen etwas bekommen ohne etwas dafür zu leisten, UND die Idee, dass Menschen Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen und das Notwendige tun, auch wenn niemand sie dazu zwingt oder dafür bezahlt.</p>
<p>Leider bekräftigt auch dieses Buch wieder den Eindruck, die Phantasie männlicher Grundeinkommensbefürworter könnte darin bestehen, dass Männer vor allem den ersten Teil und Frauen vor allem den zweiten Teil dieser Gleichung abdecken (was so natürlich niemand sagen würde, ist ja alles hübsch geschlechtsneutral formuliert). Aber wieder einmal wird die Care-Arbeit im Kapitel „freiwillige Arbeit“ untergebracht und auf eine Stufe gestellt mit zum Beispiel der Kunst. Aber Fürsorgearbeit ist keine „freiwillige“ Arbeit in dem Sinne, dass man sie tun kann oder auch nicht. Sondern sie ist notwendige Arbeit, gesellschaftlich ebenso wie in einer konkreten Situation (das schreiende Baby, das dreckige Klo). Notwendige, aber nicht im erwerbsmäßigen Sinne profitable Arbeit muss in der Ökonomie eine eigenständige Rolle spielen und darf nicht einfach unter „Wird durch ein Grundeinkommen möglich gemacht“ subsummiert werden.</p>
<p>Ein garantiertes Grundeinkommen ist also keineswegs „bedingungslos“ (wie es hingegen die Domain der Aktion <a href="http://www.bedingungslos.ch/">www.bedingungslos.ch</a> suggeriert), sondern es ist eben an die Bedingung gebunden, dass wir akzeptable Rahmenbedingungen schaffen, unter denen notwendige, aber nicht „profitable“ Arbeiten erledigt werden. Wer soll diese Arbeit in Zukunft tun und warum, wenn man niemanden mehr unter Androhung von Geldentzug dazu zwingen kann?</p>
<p>Diese Frage, wer denn die „Drecksarbeit“ machen wird, wird in dem Buch zwar gestellt, aber falsch beantwortet. Wieder einmal wird behauptet, es gäbe in einer Gesellschaft mit Grundeinkommen dafür drei Lösungen: Jeder macht sie für sich selbst, wir lassen sie Roboter machen oder wir bezahlen sie besser.</p>
<p>Es gibt aber – wie ich in diesem Blog <a href="http://antjeschrupp.com/2010/09/02/wer-macht-die-unbeliebten-arbeiten-zum-blinden-fleck-des-grundeinkommens/" target="_blank">schon einmal</a> geschrieben habe – leider auch noch weitere Möglichkeiten: dass diese Arbeit gar nicht gemacht wird, oder dass sich einige Menschen dazu „freiwillig“ bereit erklären. Es ist sehr zu vermuten, dass das mehr Frauen als Männer sein werden (aber auch wenn es gleich verteilt wäre, wäre es keine Lösung).</p>
<p>Ich verstehe es einfach nicht: Ist es nicht möglich, auch in einem Büchlein, das das Grundeinkommen als Idee propagieren und unterstützen will, diese Problematik mal einzugestehen und darauf hinzuweisen, dass hier noch weiterer Handlungs- und Diskussionsbedarf besteht? Nicht, um die Grundeinkommensidee zu widerlegen oder zu schwächen. Ganz im Gegenteil: Um den aus guten Gründen skeptischen feministischen Denkerinnen zu signalisieren: Wir haben eure Einwände verstanden und greifen sie in unseren programmatischen Konzepten auf!</p>
<p>Dafür genügt es nicht, auch ein Interview mit einer postpatriarchalen Denkerin abzudrucken, wenn man deren Gedanken dann aber im Rest des Textes einfach ignoriert. Es ist dies ein eklatantes Beispiel für ein Phänomen, das ich leider ziemlich oft im Dialog zwischen Männern und Frauen beobachte: Die Frauen sagen etwas, die Männer nicken freundlich, versichern „Ja, Ja“, und gehen dann wieder zur Tagesordnung über, als wäre nichts gewesen.</p>
<p>Das ist es, was mich frustriert: Nicht, dass hier ein Dissens wäre, ein politischer Konflikt, denn den könnte man ja austragen. Sondern dass ein Dialog überhaupt gar nicht erst zustande kommt, weil das Thema die Männer offenbar nicht <em>interessiert</em>. Momentan bin ich wirklich ratlos, wie sich das ändern ließe.</p>
<p><em>Christian Müller, Daniel Straube. Die Befreiung der Schweiz. Über das bedingungslose Grundeinkommen, Limmat, Zürich 2012, , 15,90 Euro.</em></p>
<p><a href="http://www.bzw-weiterdenken.de/2012/04/postpatriarchal-gedacht-macht-das-grundeinkommen-sinn/" target="_blank">PS: Gerade hat auch Ina Praetorius nochmal was eigenes dazu gebloggt</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/4949/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/4949/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/4949/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/4949/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/4949/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/4949/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/4949/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/4949/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/4949/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/4949/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/4949/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/4949/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/4949/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/4949/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4949&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sie tut gar nichts für die Frauen!</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 21:28:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon seit längerem bereitet mir eine Argumentation Bauchschmerzen, die von feministischer Seite oft gegen Kristina Schröder (aber auch gegen andere Politikerinnen) vorgebracht wird: Dass sie nämlich „nichts für die Frauen“ &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/03/18/sie-tut-gar-nichts-fur-die-frauen/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4905&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4906" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/03/schroeder.jpg"><img class="size-full wp-image-4906" title="schroeder" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/03/schroeder.jpg?w=547" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Deutscher Bundestag / Lichtblick - Achim Melde</p></div>
<p style="text-align:left;">Schon seit längerem bereitet mir eine Argumentation Bauchschmerzen, die von feministischer Seite oft gegen Kristina Schröder (aber auch gegen andere Politikerinnen) vorgebracht wird: Dass sie nämlich „nichts für die Frauen“ tun würde. Denn dies berührt die Frage, wie wir den „feministischen Wert“ von politisch aktiven Frauen beurteilen sollen, und das ist meiner Ansicht nach eine  zentrale Frage.</p>
<p>Klar ist, dass Kristina Schröder Ansichten vertritt, die konträr liegen zu dem, was in frauenpolitisch aktiven Kreisen derzeit vorwiegende Meinung ist – zum Beispiel ist sie gegen Quotenregelungen, vertritt die Ansicht, dass man sich heute mehr um die Benachteiligung von Jungen als um die von Mädchen kümmern sollte, und so weiter. Diese Auffassungen kann man mit guten Gründen für falsch halten, die Frage ist aber, wie dieser politische Konflikt ausgetragen wird und mit welchen Argumenten. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8ba1027aa7384b01805fec5cda7b771a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Ist es denn etwa die Aufgabe einflussreicher Frauen, etwas „für die Frauen“ zu tun? Zeigt sich darin ihre „feministische Qualität“?</p>
<p>Ich meine, Nein. Wenn wir die Sache mit der weiblichen Freiheit ernst nehmen, dann müssen wir es ertragen, dass Frauen unterschiedliche Auffassungen haben. Man würde ja auch von einem politisch aktiven Mann nicht verlangen, dass er „etwas für die Männer tut“, und vollends sinnlos ist es, von einem politischen aktiven Menschen zu verlangen, „etwas für die Menschen“ zu tun. Alle politisch aktiven Menschen sind ja wohl davon überzeugt, dass sie „etwas für die Menschen“ tun, nur dass sie eben unterschiedliche Auffassungen davon haben, was das inhaltlich bedeutet. Das und nichts anderes ist Politik – dass da unterschiedliche Auffassungen von dem, was richtig und falsch ist, aufeinanderprallen und miteinander verhandelt werden müssen.</p>
<p>Frauen sind keine spezielle, schon gar nicht homogene Gruppe. Weibliche Subjektivität bedeutet nichts anderes als dass die Frauen untereinander ebenso plural sind wie Menschen es im Allgemeinen nun mal sind. Und dass eine Frau Auffassungen vertritt, die sich von denen der Mehrheit der Frauen unterscheiden, macht sie nicht weniger „weiblich“, noch nicht einmal weniger feministisch.</p>
<p>Das ist schlicht kein sinnvolles Argument, zumal die interessantesten und folgenreichsten feministischen Auffassungen fast immer von einer Minderheit vertreten wurden. Als die ersten Suffragetten das Wahlrecht für Frauen forderten, hätte man ihnen mit gutem Grund vorhalten können, dass die allermeisten Frauen ihrer Zeit das für eine falsche Forderung hielten, die nicht den „Interessen der Frauen“ entsprach.</p>
<p>Noch problematischer ist es, wenn der Vorwurf, nicht „die Frauen“ zu vertreten, mit der Unterstellung von sachlicher Inkompetenz einhergeht. Die Unterstellung, Frauen, die nicht das tun, was von ihnen erwartet wird, wären „inkompetent“, stammt aus den Tiefen der patriarchalen Mottenkiste. Er bedeutet nichts anderes, als diesen Frauen ihren Status als politische Subjekte abzusprechen. Man schließt sie auf diese Weise aus dem politischen Diskurs aus, weil man in ihnen nicht eine Gegnerin sieht, sondern eine, die es nicht einmal verdient, als Gegnerin ernst genommen zu werden.</p>
<p>Möglicherweise ist Kristina Schröder sogar inkompetent, das kann ich nicht beurteilen, aber aus dem, was ihr inhaltlich vorgeworfen wird, ist das jedenfalls nicht abzuleiten. Sie vertritt vielmehr eine durchaus konsistente Politik, die man zwar falsch finden kann, aber eben im Sinne eines politischen Konfliktes und nicht in dem Sinne, dass sie „ihre Aufgabe nicht erfüllt“.</p>
<p>Es ist ja nicht die Aufgabe einer Politikerin, dieselbe Meinung zu haben, wie ich. Und schon gar nicht darf ich das als Feministin von einer anderen Frau erwarten, zumindest nicht, wenn die Freiheit der Frauen mir wichtig ist. Im Gegenteil. Sobald wir von einflussreichen Frauen verlangen, dass sie „im Namen der Frauen“ Politik machen sollen, untergraben wir selbst die pure Möglichkeit eines freien weiblichen Handelns.</p>
<p>Heißt das, dass es gar keine feministischen Analysekriterien geben kann, um die Politik einer anderen Frau zu beurteilen und dass ich alles akzeptieren muss, was eine tut?</p>
<p>Keineswegs. Der feministische „Wert“, wenn man so will, einer politisch einflussreichen Frau liegt nur eben nicht darin, dass sie eine bestimmte „Frauenmeinung“ vertritt und sich für „Fraueninteressen“ einsetzt. Sondern er liegt darin, dass sie weibliche Subjektivität verkörpert, dass sie also das tut, was sie, eine Frau, für richtig hält – und dass sie sich dabei nicht in vorgegebene Rollenzuweisungen fügt. Oder einfacher gesagt: dass sie in Freiheit handelt und nicht aus Anpassung oder Konformismus.</p>
<p>Im Falle von Kristina Schröder müssten wir uns also fragen: Tut sie das, was sie tut, weil sie davon überzeugt ist? Weil es ihrer eigenen Ansicht entspricht, weil sie es für richtig hält? Oder tut sie das, was sie tut, um innerhalb einer männlichen symbolischen Ordnung Anerkennung zu finden? Nutzt sie ihre Handlungsspielräume, um Einfluss zu nehmen in die Richtung, von der sie überzeugt ist? Oder will sie vor allem Karriere machen, gemocht werden, irgendwelchen Rollenvorgaben anderer entsprechen?</p>
<p>Die Frage kann ich nicht beantworten, dazu weiß ich zu wenig von Kristina Schröder. Solange es aber keine klaren Hinweise in die andere Richtung gibt, gehe ich erst einmal davon aus, dass sie meint, was sie sagt. Dass sie das für richtig hält, was sie tut.</p>
<p>Und von dieser „Unterstellung“ ausgehend nehme ich sie als politische Gegnerin ernst, als eine Frau also, die andere Auffassungen vertritt als ich, über die ich mit ihr streiten und argumentieren kann. Dieser Konflikt kann durchaus hart und unversöhnlich ausgetragen werden, aber er muss als Konflikt ausgetragen werden und nicht entlang der Grenze, dass ich „für die Frauen“ spreche und sie nicht.</p>
<p>Denn so falsch ich es auch finden mag, was sie tut: Eine Frau, also ein freier Mensch, ist sie genauso wie ich.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/4905/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/4905/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/4905/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/4905/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/4905/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/4905/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/4905/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/4905/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/4905/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/4905/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/4905/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/4905/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/4905/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/4905/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4905&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Was zu tun bleibt. Kleine Nachlese zum Frauentag.</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/03/11/was-zu-tun-bleibt-kleine-nachlese-zum-frauentag/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 17:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor ich‘s wieder vergesse, hier ein kleines Journal dessen, was mir in den letzten paar Tagen im Kopf herum ging. § Bei meiner Präsentation zum Thema „Frauen- und Männerbilder in &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/03/11/was-zu-tun-bleibt-kleine-nachlese-zum-frauentag/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4881&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ich‘s wieder vergesse, hier ein kleines Journal dessen, was mir in den letzten paar Tagen im Kopf herum ging. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8d63e07ab8a241b4a3a15a467af6966e" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>§</p>
<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/03/slide0059_image067.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4883" title="slide0059_image067" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/03/slide0059_image067.jpg?w=226&h=300" alt="" width="226" height="300" /></a>Bei meiner Präsentation zum Thema „Frauen- und Männerbilder in der Werbung“ zeige ich immer dieses schöne Motiv aus der Lufthansa-Werbung, das ich persönlich ganz schrecklich finde – eine meiner Thesen ist, dass das, was wir jeweils Schrecklich finden an Werbung, sehr unterschiedlich ist und es schwer ist, objektive Kriterien für die Schrecklichkeit von Werbung zu begründen, und dass es vielmehr darum geht, in konkreten Situationen das persönliche Urteil selbstbewusst zu vertreten. So auch am Freitag abend in Unna.</p>
<p>Hinterher kam eine Frau auf mich zu und erzählte von einem Paarseminar, das sie kürzlich besucht habe. Es seien hauptsächlich „moderne Paare“ dort gewesen (ich nehme an, heterosexuelle), bei denen beide berufstätig sind. Ein häufig von den Frauen genanntes Problem sei dabei angesprochen worden: Dass sie nämlich das Gefühl haben, nicht nur im Beruf „stark“ sein zu müssen, sondern auch zuhause, dass also ihr Image der „starken, erfolgreichen Frau“ auch von ihren Ehemännern zuhause weiter hochgehalten werde, während sie dort eigentlich emotionalen Rückhalt und Unterstützung brauchen.</p>
<p>Dieses Bild der Lufthansa, wo die Frau auch einmal „schwach“ den Kopf an einer starken Schulter ausruhen darf, so die Vermutung meiner Gesprächspartnerin, hätte den Frauen in diesem Seminar sicher gut gefallen. Interessant. Ist das Problem der Frauen heute vielleicht gar nicht mehr, dass ihnen die Rolle der Schwachen zugewiesen wird, sondern dass ihnen dauernd die Rolle der Stärkeren zugewiesen wird?</p>
<p>§</p>
<p>Im Zug fand ich dann die Zeit, die taz vom 8. März nachzulesen, darin den Artikel <a href="http://www.taz.de/Internationaler-Frauentag-2012/!89156/" target="_blank">„Morgen verlass ich ihn“</a>, in dem ein Psychologe erläutert, warum seiner Meinung nach Frauen so ein Problem damit hätten, klare Grenzen in Beziehungen zu ziehen. Gestolpert bin ich über folgenden Absatz:</p>
<blockquote><p>Im Radio appellierte Wolfgang Krüger einmal an die Frauen: „Verliebt euch, aber verliert dabei nicht den Verstand.“ Damit meinte er, dass Frauen enge Bindungen mit Männern eingehen, aber trotzdem darauf achten sollen, sie selbst zu bleiben. Nach der Sendung schrillten im Studio die Telefone, die Frauen waren empört: Wenn wir uns verlieben, riefen manche in den Hörer, dann wollen wir uns auch verlieren, anders geht das doch gar nicht. Wolfgang Krüger sagt: „Das nenne ich Unterwerfung.“</p></blockquote>
<p>Ich finde das Quatsch. Ich behaupte, es ist aus einer bestimmten männlichen Sicht Unterwerfung, und weil diese männliche Sicht in unserer Gesellschaft auch im Bezug auf Liebesdinge vorherrschend ist, entstehen den Frauen dadurch Nachteile. Aber an und für sich haben die Frauen natürlich vollkommen recht: „Wenn wir uns verlieben, dann wollen wir uns auch verlieren, anders geht das doch gar nicht.“ Genau, anders geht das gar nicht. Let’s deal with it.</p>
<p>§</p>
<p>In Göttingen fragte mich eine Teilnehmerin in der Diskussion, warum ich dauernd von Frauen und Männern spreche und nicht, wie sie bevorzuge, von „weiblich bzw. männlich sozialisierten Menschen“.</p>
<p>Mir ist dieser Sprachgebrauch natürlich auch schon oft begegnet, aber ich empfinde dabei immer ein gewisses Unbehagen, wenn mir natürlich auch die Absicht dahinter klar ist, nämlich wegzukommen von einem essenzialistischen Verständnis von Frau-/Mannsein bei gleichzeitiger Anerkennung und Berücksichtigung faktischer – eben ansozialisierter – Unterschiede. Doch dieses Unbehagen war immer eher diffus geblieben.</p>
<p>Jetzt musste ich die Frage aber nunmal beantworten, und dabei fiel mir dann eben auch ein, was mich daran stört: Ich betrachte mich nämlich nicht als bloßes Ergebnis meiner Sozialisation. Und auch wenn man alles Ansozialisierte von mir substrahieren würde, würde nicht ein irgendwie geschlechtsloses „Gefäß“ übrig bleiben, sondern etwas, das ich vorläufig „weibliche Subjektivität“ nenne. Meiner Ansicht nach vollzieht sich das Werden eines Menschen in einer ständigen Wechselbeziehung zwischen mir und den äußeren Einflüssen, die mich prägen, ich bin diesen Einflüssen nicht einfach ausgeliefert, sondern es gibt etwas, das auf sie antwortet. Und mir ist es wichtig, dass auch dieses „Gegenüber“, das da mit meiner Sozialisation quasi in Kommunikation tritt, nichts Ungeschlechtliches ist, sondern ein weibliches Gegenüber.</p>
<p>Woraufhin diese Teilnehmerin dann den Einwand vorbrachte, dass man aber auch den herrschenden Subjektbegriff problematisieren muss, der ja auch „männlich“ geprägt ist, womit sie natürlich vollkommen recht hat. Umso wichtiger ist es aber meiner Ansicht nach, von einer „weiblichen Subjektivität“ auszugehen, auch wenn sie sich nicht klar definieren lässt, und nicht nur von durch Sozialisierung hervorgebrachter Weiblichkeit.</p>
<p>§</p>
<p>Nach meinem letzten Vortrag heute morgen in Wunstorf bot mir eine Teilnehmerin netterweise an, mich im Auto mit zum Bahnhof zu bringen. Dabei erzählte sie mir von einem Kabarettprogramm, in dem der Kabarettist (dessen Namen ich wieder vergessen habe), als running gag den zu der Zeit noch nicht erfolgten, aber bereits sehnlichst erwarteten Rücktritt von Christian Wulff hatte, unter anderem mit der Pointe: „Hätte Wulff nur halb so viel Eier in der Hose wie Margot Kässmann, wäre er schon längst zurück getreten.“</p>
<p>Not funny, sage ich. Margot Kässmann hat keine Eier in der Hose, das ist ja grade der Punkt. Solange wir solche Pointen plausibel finden, ist noch viel Arbeit am Symbolischen zu leisten.</p>
<p>§</p>
<p>Auf der Rückfahrt dann weiter taz-Lektüre, dabei ein Streitgespräch über Karrierechancen von Frauen unter der Überschrift <a href="http://www.taz.de/Internationaler-Frauentag-2012/!89206/" target="_blank">„Chef wird man auf dem Herrenklo“</a> zwischen der Politikwissenschaftlerin Monika Schulz-Strelow und der Managerin Marianne Heiß. Letztere erklärte die Abwesenheit von Frauen aus Führungspositionen in der Wirtschaft so:</p>
<blockquote><p>Ich habe einige Kolleginnen gesprochen, die eingestehen, dass sie nicht in die erste Reihe wollen. Sie wollen ihr geregeltes Leben nicht gegen mein ungeregeltes tauschen: um fünf aufstehen, um den ersten Flieger zu bekommen, und am Montag nicht wissen, ob man am Mittwoch in Amsterdam, Athen oder Paris sein wird. Haben wir genug Frauen, die so arbeiten wollen? Das glaube ich nicht.</p></blockquote>
<p>Sicher hat sie mit der Beobachtung Recht, dass viele Frauen das nicht wollen. Aber so wie sie es hier erzählt, klingt es, als wären sie einfach zu faul. Das ist aber am Punkt vorbei. Frauen sind nicht faul, und wenn es etwas Wichtiges zu tun gibt, sind sie natürlich bereit, morgens um fünf Uhr aufzustehen. Der Punkt ist, dass sie es DAFÜR nicht tun wollen. Aus Gründen, die es eben zu untersuchen und nicht hinzunehmen gilt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/4881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/4881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/4881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/4881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/4881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/4881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/4881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/4881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/4881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/4881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/4881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/4881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/4881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/4881/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4881&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ich fordere nichts von Männern. Was ich stattdessen tue.</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 09:32:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Forderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Pro Quote]]></category>

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		<description><![CDATA[Kürzlich starteten Journalistinnen unter dem Motto www.pro-quote.de eine Initiative, die in den deutschen Medien mehr Frauen in Führungspositionen bringen soll. Genannt wurde die Zahl von zwei Prozent Chefredakteurinnen, und das &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/03/01/ich-fordere-nichts-von-mannern-was-ich-stattdessen-tue/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4843&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich starteten Journalistinnen unter dem Motto <a href="http://www.pro-quote.de/" target="_blank">www.pro-quote.de</a> eine Initiative, die in den deutschen Medien mehr Frauen in Führungspositionen bringen soll. Genannt wurde die Zahl von zwei Prozent Chefredakteurinnen, und das ist in der Tat ja genauso desolat wie in Aufsichtsräten. Von daher ist es der Aktion gelungen, auf eine wirklich krasse Schieflage hinzuweisen. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/e2ff336284d84b30b1f567a3ba285773" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Trotzdem habe ich den Aufruf nicht unterzeichnet. Und zwar nicht nur, weil darin eine <em>Frauenquote</em> gefordert wird und ich ja bekanntlich keine große Quotenfreundin bin.</p>
<p>Was mich noch viel mehr stört ist, dass hier die Frauenquote <em>gefordert</em> wird. Der Aufruf besteht ja aus einem offenen Brief „an die Chefredakteure, Intendanten, Verleger und Herausgeber“, denen – bezeichnenderweise unter Berufung auf die Autorität eines weiteren Mannes, Gabor Steingart vom Handelsblatt – gesagt wird: „Wir fordern, dass mindestens 30 Prozent der Führungspositionen in den Redaktionen im Laufe der nächsten fünf Jahre mit Frauen besetzt werden – und zwar auf allen Hierarchiestufen. … Schaffen Sie das?“</p>
<p>Diesen symbolischen Akt, dass gestandene Frauen, teilweise Chefredakteurinnen, sehr viele Ressortleiterinnen, unter Berufung auf eine männliche Autorität einen Brief an ihre Kollegen und Chefs schreiben und von ihnen etwas fordern, halte ich für sehr problematisch.</p>
<p>Um es einmal ganz klarzustellen: Ich fordere von Chefredakteuren, Intendanten und Verlegern rein gar nichts. Ich glaube nämlich nicht, dass sie in der Lage sind, gesellschaftliche Probleme zu lösen oder dass sie dazu beitragen können, meinen Wunsch nach einer Welt mit mehr öffentlichem Einfluss von Frauen zu verwirklichen. Ich fordere von ihnen nichts, sondern ich trage mit ihnen einen politischen Konflikt aus. In diesem Konflikt bin ich die Handelnde, nicht die Bittende.</p>
<p>Etwas von jemandem zu fordern bedeutet immer auch, ihm Autorität zuzusprechen. Wer etwas von jemandem fordert, sagt damit zugleich aus, selbst nichts tun zu können und für das Erreichen der eigenen Wünsche und Ziele auf die Hilfe des anderen, an den die Forderung gerichtet ist, angewiesen zu sein.</p>
<p>Hierin liegt meines Erachtens ein wichtiger Grund, warum die Frauenbewegung für viele Frauen keine große Autorität hat: Sie stellt zu viele Forderungen und setzt sich damit selbst in die Position derjenigen, die nichts ausrichten kann. Warum soll ich mich mit meinem Wunsch, etwas zu bewirken und etwas zu tun, an einer Bewegung orientieren, die mir eingestandenermaßen gar nicht helfen kann, sondern selbst auf die Hilfe anderer angewiesen ist? Warum sollte ich mich dann nicht direkt an die Mächtigen wenden und ihnen meine Wünsche anvertrauen?</p>
<p>Mit Forderungen muss man sehr vorsichtig sein. Denn mit jeder Forderung bestärkt man die Macht und Wichtigkeit des Gegenübers. In der Tat war die Quoten-Forderungs-Initiative der Medienfrauen auch postwendend eine willkommene Gelegenheit für den einen oder anderen Herren Chefredakteur, sich mit seiner Meinung contra oder pro zu Wort zu melden. Der eine macht den Frauen wohlwollend von oben herab Versprechungen, sichert ihnen sein Mitgefühl und seine Unterstützung zu. Der andere erklärt ihnen, warum ihre Forderung dumm und falsch ist. So oder so: Papa erklärt die Welt und entscheidet, ob die Kinder das Bonbon bekommen oder nicht.</p>
<p>Ich freue mich natürlich, wenn Männer sich für die Ansichten von Feministinnen interessieren, gerne dürfen sie sich auch für Quoten einsetzen und Frauen fördern. Aber wenn sie das tun, dann ist das ihre Sache. Sie sollen es nicht mir oder „den Frauen“ zuliebe tun, sondern weil sie verstehen, warum die Abwesenheit von Frauen ein Problem ist und weil der Einsatz für mehr weiblichen Einfluss ihrer Überzeugung entspricht. Nur dann ist es etwas wert. Aber dann muss ich auch nichts mehr von ihnen fordern, denn sie sind ja sowieso schon bei der Sache.</p>
<p>Männer hingegen, die immer noch im Patriarchatsmodus leben und meinen, sie seien die Herren der Welt und die Repräsentanten der Normalität und könnten sowieso alles besser und seien auf Frauen nicht angewiesen – nun, solche Männer nehme ich hin wie schlechtes Wetter oder eine Lungenentzündung: Ich muss damit zurechtkommen, ich muss Gegenmaßnahmen ergreifen, ich muss sie, wo möglich, bekämpfen und versuchen, sie zu entmachten. Aber von ihnen zu fordern, sie mögen doch bitte eine Frauenquote einführen, ist in etwa so sinnvoll, wie der Lungenentzündung einen Brief zu schreiben, sie möge doch bitte weggehen oder wenigstens nicht so weh tun.</p>
<p>Aber auch wenn ich die Form des Protestes der Medienfrauen ganz falsch finde, so finde ich natürlich das Anliegen vollkommen richtig: nämlich dem lange angestauten Unmut über die Zähigkeit und Ignoranz der so genannten &#8220;Leitmedien&#8221; Ausdruck zu verleihen und etwas dagegen unternehmen zu wollen.</p>
<p>Hier ist also mein Aktionsplan, was wir dagegen unternehmen können (und was ich bereits dagegen unternehme):</p>
<ul>
<li>Ich praktiziere in meinem persönlichen Einflussbereich eine 50 Prozent Frauenquote. Das heißt, ich achte bei allen Aufträgen, die ich zu vergeben habe, bei allen Menschen, über die ich berichte, bei allen Stellen, über deren Besetzung ich mit zu entscheiden habe, bei allen Podien, an deren Konzeption ich beteiligt bin, darauf, dass Frauen qualitativ und quantitativ mindestens die Hälfte ausmachen. Wenn ich mich aufgrund der herrschenden Machtverhältnisse nicht durchsetzen kann, mache ich klar und unmissverständlich deutlich, dass ich mit der getroffenen Entscheidung nicht einverstanden bin und kündige gegebenenfalls meine Mitarbeit auf.</li>
<li>Ich weise bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit öffentlich und privat darauf hin, dass die absurde Männerdominanz in den Führungspositionen von deutschen Medienhäusern Ausdruck ihrer Inkompetenz und zunehmenden Bedeutungslosigkeit ist.</li>
<li>Ich kooperiere nicht mit Männern, die nicht aus freien Stücken heraus ebenso handeln. Ich suche wo immer möglich die Auseinandersetzung mit ihnen und bemühe mich, die Gründe meiner Entscheidung zu vermitteln. Ich gebe diesen Männern aber keinerlei Unterstützung (auch nicht bei anderen Themen), sondern versuche, ihren Einfluss, wo immer es mir möglich ist, zurückzudrängen und ihre Autorität zu untergraben.</li>
<li>Ich unterstütze Frauen, die sich für Führungspositionen in Medienhäusern interessieren, nach allen Kräften und mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Ich fördere sie unter Einsatz meiner Ressourcen, setze mich mit ihnen kritisch auseinander, stehe ihnen als Mentorin zur Verfügung und suche mit ihnen zusammen nach Wegen, wie sie ihren Wunsch auch gegen die Ignoranz der Strukturen und ihrer Kollegen und Chefs umsetzen können.</li>
<li>Ich frage Frauen, die sich für Führungspositionen in Medienhäusern nicht interessieren, nach ihren Gründen und nehme ihre Kritik, ihre Vorbehalte, ihren Unmut aufmerksam zur Kenntnis. Ich setze mich in meinem Einflussbereich aktiv dafür ein, die dabei zu Tage gekommenen Verhältnisse und Strukturen zu verändern und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den Wünschen von Frauen besser entgegenkommen.</li>
<li>Ich weiß, dass ein solches Engagement mit Konflikten und möglicherweise mit Nachteilen für meine eigene berufliche Karriere verbunden ist. Ich bin bereit, diese Konflikte einzugehen und mich mit meinem Engagement bei Chefs und Kollegen unbeliebt zu machen. Ich weiß, dass dieser Konflikt nicht zu umgehen ist und werde von Fall zu Fall versuchen, die Grenzen dessen was mir möglich ist, auszutesten und eventuell sogar zu überschreiten.</li>
</ul>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/4843/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/4843/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/4843/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/4843/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/4843/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/4843/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/4843/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/4843/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/4843/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/4843/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/4843/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/4843/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/4843/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/4843/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4843&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Luxusprobleme</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 09:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Dankbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
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		<category><![CDATA[Genuss]]></category>
		<category><![CDATA[Luxus]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute morgen war ich schwimmen. In einem auf 29 Grad beheizten Außenpool auf  dem Hoteldach, mit Blick über die Donauhügel. Das Hotel, in dem ich als Referentin von den Veranstaltern &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/02/25/luxusprobleme/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4811&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4812" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/02/foto-1.jpg"><img class="size-full wp-image-4812" title="Foto (1)" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/02/foto-1.jpg?w=547" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Mein nasser Bademantel wartet, bis der Blogpost fertig ist. Im Hintergrund die Donau.</p></div>
<p>Heute morgen war ich schwimmen. In einem auf 29 Grad beheizten Außenpool auf  dem Hoteldach, mit Blick über die Donauhügel. Das Hotel, in dem ich als Referentin von den Veranstaltern <a href="http://www.facebook.com/profile.php?id=100003377201720" target="_blank">eines Symposiums</a> untergebracht wurde, hat so einen. Ich war ganz allein. Es war atemberaubend schön. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7bdc83b5e33e424391215eab23195067" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Natürlich dachte ich sofort: Wie pervers ist das denn! Wir haben Energiekrisen und hier wird ein 1,40 Meter tiefer Pool so aufgeheizt, dass Madame Antje vor dem Frühstück ein paar Runden in frischer Luft kraulen kann.</p>
<p>Luxusprobleme.</p>
<p>Normalerweise gibt es bei uns zwei Alternativen, wie Leute damit umgehen: Moral und Ingnoranz.</p>
<p>Die Moral sagt: Das ist böse, das darfst du nicht machen, oder wenn, dann nur mit schlechtem Gewissen. Du verbrauchst Ressourcen, die eigentlich anderen gehören. Du musst, um ein guter Mensch zu sein, gegen solche Ungerechtigkeiten kämpfen. Am Besten gehören beheizte Außenpools im Winter gleich ganz verboten.</p>
<p>Die Ignoranz hingegen – die meiner Ansicht nach eine Reaktion auf Moral ist – ignoriert das Problem. Sie denkt sich Rechtfertigungen aus, die die Illusion erzeugen, es gäbe gar kein ethisches Dilemma. Zum Beispiel: Das hab ich mir verdient. Ich hab ja dafür bezahlt. Dieser beheizte Pool kurbelt den Tourismus an und sichert Arbeitsplätze. Wenn die Leute sich nur mehr anstrengen würden, könnten sie auch in einem beheizten Außenpool schwimmen.</p>
<p>In der Realität treten Moral und Ignoranz sogar meistens gleichzeitig auf. Man redet bei dem einen Problem moralisch und handelt bei dem anderen Problem ignorant, oder – noch schlimmer – redet öffentlich moralisch und handelt insgeheim ignorant.</p>
<p>Hier eine Alternative, die ich mir heute im Pool zu der falschen Wahl zwischen Moral und Ignoranz ausgedacht habe.</p>
<p>Und zwar habe ich mir überlegt, dass man solche Luxusmomente mit Dankbarkeit genießen sollte und in dem Bewusstsein, dass man jetzt ein unfassbares Glück hat. Also wissend, dass man hier etwas genießt, völlig unverdient, worauf man kein Recht und keinen Anspruch hat.</p>
<p>Jedenfalls hatte ich den starken Drang, beim Hin- und Herschwimmen ständig zu rufen „Wow, ist das schön!“ Meiner Ansicht nach ist das eine mögliche Übersetzung von „Danke“, das als Wort wie als Konzept heute ja etwas antiquiert klingt.</p>
<p>Luxus ist etwas Schönes, weil es einfach Dinge auf der Welt gibt, die so unglaublich schön sind, dass sie das „Normale“ übersteigen. Und es stimmt nicht, dass das nur in der Natur oder in spiritueller Innerlichkeit erfahren werden kann. Nein, die von Menschen erfundenen Luxusgüter wie etwa beheizte Außenpools spielen da eine Rolle. Luxus ist hergestellt, ein Produkt.</p>
<p>Luxus bedeutet aber auch, dass diese Dinge selten sind, die Ausnahme von der Regel. Jeden Tag in einem beheizten Außenpool zu schwimmen, das wäre wirklich pervers. Man kann keine Umverteilung von Luxus auf alle fordern, wie man Umverteilung von Brot und Grundeinkommen auf alle fordern kann.</p>
<p>Und noch etwas: Damit Luxus „ethisch okay“ ist, muss wirklich der Genuss im Vordergrund stehen und nicht die soziale Distinktion, also das Sich über andere Stellen. Bei dem meisten, was heute als „Luxus“ gehandelt und verkauft wird, ist es genau andersrum. Wenn man also schon etwas verbieten will, dann Werbung, die nicht mit der Schönheit der Dinge wirbt, sondern mit dem sozialen Status, der damit verbunden ist. Die ist nämlich pervers.</p>
<p>Aber wenn diese drei Punkte bedacht sind: Man ist dankbar für das Großartige, das man momentan genießt, man macht sich klar, dass das ein Glück ist und dass man das nicht selbst verdient hat, und man genießt wirklich die Sache als solche und nicht das „Mehr wert Sein“ als die anderen – dann ist Luxus wirklich okay.</p>
<p>Und in diesem Sinn will ich Luxus für alle. Genau so, wie wir ja auch alle <a href="http://antjeschrupp.com/2011/12/23/tod-einer-konigin/" target="_blank">Königinnen</a> sind.</p>
<p><a href="http://antjeschrupp.com/2011/03/01/die-regeln-der-anderen/" target="_blank">(Ähnliches Thema: Die Regeln der anderen)</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/4811/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/4811/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/4811/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/4811/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/4811/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/4811/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/4811/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/4811/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/4811/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/4811/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/4811/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/4811/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/4811/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/4811/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=4811&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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