Mein Sabbat-Experiment, zweiter Teil

Kürzlich schrieb ich an dieser Stelle, warum ich vor einigen Monaten ein „Sabbatexperiment“ gestartet habe und wie genau es funktioniert. Hier nun die versprochene Bilanz.

Das erste, was mir klar wurde, war, dass einen Tag pro Woche „nichts Profanes zu tun“ zur Folge hat, dass man an den anderen Tagen „mehr Profanes“ tun muss, es sei denn, man reduziert das gesamte Volumen, also etwa den Anteil an bezahlter Arbeit oder politischem Engagement (was ich aber nicht wollte).

Konkret: Wenn etwas am Montag fertig sein musste, dann konnte ich das ja am Sonntag nicht fertigmachen und musste es entweder noch am Samstag abend fertigkriegen oder eben am Montag früher aufstehen. Teilweise hatte das durchaus einen gewissen Charme, denn es gab diesem Experiment Bedeutung. Und es sorgte auch dafür, dass meine Umgebung davon mitbekam, wenn ich etwa sagte: „Nein, ich kann nicht noch eine Folge Firefly gucken, weil ich das und das noch fertig kriegen muss, weil morgen ja Sabbat ist.“

Andererseits stellt sich bei sowas dann immer auch die Frage nach den Ausnahmen. Wie viel an Komplikationen war ich bereit, zu akzeptieren, und wann war der Punkt erreicht, an dem ich nach dem Motto „Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat“ dann doch eben eine Ausnahme machte? Das ist wohl der Unterschied zwischen einer selbst gewählten und einer von außen auferlegten Regel.

In dem Zusammenhang spürte ich auch deutlich, dass es einen großen Unterschied macht, ob man so einen „geheiligten“ Tag im Individualprojekt einrichtet, oder ob es in einem gesellschaftlichen Kontext stattfindet, wo alle anderen auch die „Sonntagsruhe“ einhalten. Überall da, wo kollaborativ gearbeitet wird, hängt das eigene Arbeiten nämlich auch von anderen Menschen ab. Also wenn ich als Redakteurin Texte bearbeiten muss, die montags fertig sein müssen, von den Autorinnen aber erst am Samstagabend oder Sonntagmorgen geliefert werden, habe ich ein Problem. Denn erstens arbeiten sie ja am Sonntag, außerdem denken sie: Die hat ja noch einen Tag Zeit, das zu bearbeiten, obwohl ich nach meiner Rechnung eben keinen Tag Zeit mehr habe, sondern nur die frühen Morgenstunden des Montags.

Ich war in dieser Zeit zufällig für eine Woche in Israel und erlebte da auch den Sabbat mit, zwar nur in Tel Aviv, wo er nicht allzu streng gehandhabt wird, aber es legte sich doch eine deutliche Stille über die Stadt. Noch krasser war es am Tag meines Rückflugs, wo nämlich abends Jom Kippur begann, ein hoher Feiertag, an dem dann wirklich alles still stand. Sogar der internationale Flughafen stellte den Betrieb ein (einige Reisende erzählten, dass ihr Flug gestrichen wurde und sie einen Tag länger bleiben mussten als geplant, meiner wurde am Freitagnachmittag nur um zwei Stunden vorverlegt, damit wir noch wegkamen, bevor der Flughafen geschlossen wurde). Es ist klar, dass das Sabbathalten für die Einzelne um ein Vielfaches einfacher ist, wenn es alle tun, weil eben alles darauf eingerichtet ist.

Schwierig war es auch bei meiner Teilnahme an Wochenendtagungen. Bei der Denkumenta zum Beispiel habe ich eine Ausnahme gemacht, denn es wäre ja blöd gewesen, wenn ich beim Abschlussplenum am Sonntag nicht dabei gewesen wäre.

Und so entwickelte sich mein Experiment durchwachsen. Einerseits habe ich die Sonntage, an denen keine „Komplikationen“ im oben geschilderten Sinne auftraten, als sehr angenehm erlebt. Ich habe es sehr genossen, an einem Tag in der Woche nichts „Profanes“ tun zu dürfen. Die Sonntage jedoch, an denen es Komplikationen gab, erlebte ich als stressig. Und zwar stressig wegen der Notwendigkeit, dauernd entscheiden zu müssen, ob ich nun eine Ausnahme mache oder nicht.

Abgesehen von solchen Komplikationen, die mir von außen, durch andere Menschen oder „die Verhältnisse“ auferlegt wurden, gab es dann auch noch Wochen, in denen ich das Profane gerne aufgeschoben hätte – zum Beispiel wenn es am Samstag tollsten Sonnenschein gab, aber für Sonntag Regen angekündigt war. Wie blöd wäre es dann, den Samstag am Schreibtisch zu verbringen, statt draußen das gute Wetter zu genießen, bloß weil ich die anstehenden Arbeiten nicht am Sonntag machen darf?

Oder wenn es unter der Woche schon viele „heilige“ Zeitfenster gegeben hat, also etwa Gelegenheiten zu ausführlichen Gesprächen mit Freundinnen oder Nachmittage, an denen ich mich in einem Roman festgelesen hatte und so weiter. Vor dem Sabbatexperiment hatte ich sieben Wochentage, über die sich solche Oasen verteilten, jetzt hatte ich nur noch sechs, außer sie fielen rein zufällig auf den Sonntag. Was bedeutete, dass ich auf manche dieser Gelegenheiten verzichten musste, um unterm Strich mit meinem „Profanitätsvolumen“ noch hinzukommen.

Am Ende fand ich mich also vor die Wahl gestellt, entweder meinen Profanitätsanteil, also die notwendigen, bezahlten usw. Arbeiten generell zu reduzieren, was ich, wie gesagt, nicht wollte (teils wegen des Geldes, aber auch, weil mir meine profanen Tätigkeiten ja im Allgemeinen Spaß machen und ich sie wichtig finde). Oder aber auf das Sabbathalten wieder zu verzichten.

Irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, wo ich dieses ganzen Hickhacks überdrüssig war und also verkündete, ich würde das Sabbatexperiment jetzt wieder sein lassen. Das wäre alles zu kompliziert. Was mich dann jedoch überraschte, war die Reaktion des Mitbewohners, der sagte, das wäre aber sehr schade (obwohl er selbst gar nicht an dem Experiment teilnahm). Ich wäre an meinen Sabbaten immer so entspannt und umgänglich gewesen. Ich sollte doch weiter machen.

Das fand ich erstaunlich und aufschlussreich, und es brachte mich dazu, darüber nachzudenken, ob es nicht noch eine dritte Möglichkeit gäbe. Und in der Tat fiel mir was ein:

Ich mache das Sabbatexperiment jetzt erstmal weiter, aber in einer flexibleren Form. Ich versteife mich also nicht auf den Sonntag, sondern entscheide Woche für Woche neu, ob es der Sonntag, der Samstag, der Freitag oder der Montag ist (in dieser Reihenfolge).

Also: Wenn der Sonntag aus den erwähnten Komplikationsgründen schwierig ist, wird es der Samstag, wenn es da auch nicht geht, ist es der Freitag, und wenn es da auch nicht geht, ist es der Montag, und nur wenn das auch nicht geht, bleibt es eben der Sonntag und ich nehme die Komplikationen in Kauf. Wenn also an einem Samstag sowieso etwas genuin „Heiliges“ ansteht, etwa eine Einladung zum Kaffeetrinken oder ein Ausflug oder schönes Wetter usw., dann mache ich den Samstag zu meinem wöchentlichen Sabbattag. Oder wenn am Sonntag etwas „Profanes“ lockt, auf das ich nicht verzichten will, wie etwa ein interessanter Vortrag oder eine Demo.

Wichtig ist, dass dann aber wirklich der ganze Tag von morgens bis abends „profanfrei“ bleibt und auch, dass ich mich bewusst darauf einstelle. Um die Bedeutung hervorzuheben, trage ich mir das jeweils mit einem großen S in den Kalender ein. In gewisser Weise habe ich so die häufigsten Ausnahmen in meine Regel integriert. Denn Regeln, von denen es dauernd Ausnahmen gibt (geben muss), sind Mummpitz und Stressverursacher.

Mal sehen, wie sich das Experiment von hier aus nun weiter entwickelt.

PS.: Habe zwischenzeitlich mitbekommen, dass Plomlompom das so ähnlich macht, oder jedenfalls vermute ich es, denn ich habe nicht so ganz genau verstanden, wie er das regelt :)

(Foto: Roberto Verzo/Flickr.com)

Rope of Solidarity – ein Film über Brustkrebs und Bergsteigen

Brustkrebs und Bergsteigen – es dürfte schwierig sein, zwei Themen zu finden, die mich weniger interessieren, mit denen ich weniger persönliche Emotionen oder Erfahrungen verbinde. Ehrlich gesagt habe ich mir den Film nur angeschaut, weil die Regisseurin, Gabriele Schärer, eine politische Freundin ist und vor elf Jahren einen wunderbaren Film über “Die schönste Revolution des 20. Jahrhunderts” gedreht hat: “Sottosopra” (die schönste Revolution war natürlich der Feminismus).

Nun also einen über hundert von Brustkrebs betroffene Frauen, die gemeinsam einen Berg besteigen – okaaaay.

Umso mehr wunderte ich mich, wie sehr mich der Film in den Bann zog. Dabei ist er ganz simpel gemacht. Die Kamera zeigt die Gruppe, wie sie sich in Zermatt trifft, sich von einem Bergsteiger erklären lässt, wie man einen Berg besteigt, am nächsten Morgen loszieht, großartiges Bergpanorama inklusive diverser Widrigkeiten. Dazwischengeschnitten sind Interviews mit 15 der Frauen, die von ihrer Geschichte erzählen, davon, wie sie mit der Diagnose konfrontiert worden sind, was sie dabei erlebt haben, wie sie damit umgegangen sind, welche Schwierigkeiten sie hatten, was die Krankheit in ihrem Leben verändert hat und was nicht.

Das hört sich nicht sehr spektakulär an, ist es aber. Denn irgendwie gelingt es, dass die Frauen der Zuschauerin nicht als “andere” begegnen, als die, die “dieses Problem” haben, das man selber nicht hat, sondern sie werden zu Vorbildern. Sie sind ganz unterschiedlich, und gerade deshalb erkennt man sich in ihren Schilderungen wieder. Wer hat denn keine Schwierigkeiten damit, sich anderen verständlich zu machen? Wer hat keine Probleme mit dem Aussehen des eigenen Körpers? Wer kennt nicht Schuldfragen gegenüber Kindern oder die Angst vor dem Jobverlust? Wer hat keine Angst vor dem Ungewissen und damit, nicht alles “im Griff” zu haben?

Deutlich wird dabei, dass Verletzlichkeit und Prekarität, das Angewiesensein auf andere eben gerade etwas Normales ist, und dass man trotzdem “das gute Leben in die eigenen Hände nehmen” kann, wie es im Begleittext zum Film heißt. Und dass das gute Leben nichts ist, was “trotz” Krankheit, Unglück, schlechtem Wetter möglich ist, sondern gerade in und durch alle Widrigkeiten hindurch.

Zum Thema Brustkrebs hat Gabriele Schärer schon vor einigen Jahren einen Kurzfilm mit Interviews veröffentlicht, lest hier, was sie dazu sagt.

Ansonsten: Schaut euch den Film an. Er kommt am 19. Oktober in der Schweiz ins Kino, aber vielleicht lässt sich ja auch in Deutschland was organisieren? www.ropeofsolidarity.ch

Keine Ziele haben. Eine Frage zur Grinsekatze im Wunderland.

Foto: fronx (cc by)

Foto: fronx (cc by)

Gestern hatte ich mal wieder eine Begegnung der dritten Art. Damit meine ich Situationen, in denen ich auf Menschen treffe, denen ich das, was ich sagen will, partout nicht vermitteln kann.

Der Witz an der gestrigen Begegnung war nun, dass sie im Rahmen einer Fortbildung stand, die ich genau zum Thema “Ideen anderen vermitteln” machen wollte. Vielleicht war es ein bisschen naiv von mir, zu glauben, dass es solche Fortbildungen wirklich geben könnte. Jedenfalls stellte sich bei dem Seminar recht schnell heraus, dass die Veranstaltung eigentlich daraufhin konzipiert war, anderen Dinge zu verkaufen. Es ging um Werbung, nicht um Vermittlung von Ideen.

Zum Beispiel diskutierten wir über das Kommunikationsmodell “AIDA”, wonach eine erfolgreiche Kommunikation vier Stationen umfassen muss: Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Decision (Entscheidung) und Action (Handlung). Ich kann nachvollziehen, dass das Kriterien für eine Werbekampagne sind, denn wenn ich Werbung schalte, will ich damit nicht nur Aufmerksamkeit generieren, sondern auch erreichen, dass es konkrete Folgen hat, also eben zu Handlungen führt.

Vielleicht hängt es mit dem Internet zusammen, dass ich dieses Modell aber nicht mehr für Kommunikation generell akzeptieren kann. In gewisser Weise ist dieser Blog hier ja auch Werbung in dem Sinne, dass es eine Plattform für meine Ideen, Gedanken, Thesen oder Vorschläge sein soll. Und erfolglos wäre der Blog, wenn er nicht die nötige Aufmerksamkeit hätte. Aber schon der zweite Schritt, nämlich das Interesse, ist aus meiner Sicht offen. Denn es gibt Leute, die an meinen Ideen, Gedanken, Thesen oder Vorschlägen nicht interessiert sind, und das ist natürlich ihr gutes Recht.

Wenn also jemand auf diesen Blog kommt und dann feststellt, “das interessiert mich nicht”, würde ich das durchaus als erfolgreiche Kommunikation einordnen. Misslungen wäre die Kommunikation lediglich, wenn jemand, obwohl sie oder er sich inhaltlich eigentlich dafür interessiert, durch die Art der Präsentation abgeschreckt würde, also glaubt, es sei uninteressant für sie oder ihn, obwohl es in Wahrheit doch interessant wäre.

Wie auch immer: Angesichts der schier unendlichen Fülle von Informationen, die mit dem Internet zugänglich sind, ist es wirklich die Pest, wenn durch Marketingkonzepte sozusagen falsche Interessen suggeriert werden, wenn ich also zehn Mal klicken muss, weil ich anfangs denke, dass mich etwas interessiert, nur um dann hinterher festzustellen, dass es mich eben doch nicht interessiert. Ich bin inzwischen sehr, sehr intolerant gegenüber Leuten geworden, die mich so auf falsche Fährten locken und also meine Zeit verschwenden. Umso schlimmer, wenn das mit Absicht geschieht.

Würde ich Kurse zum Ideenvermitteln geben, würde ich in etwa Folgendes raten: Versucht nicht, Leute für das zu interessieren, was euch im Kopf oder wichtig ist, sondern versucht, eure Ideen, Thesen und Vorschläge in eine konstruktive und hilfreiche Beziehung zu dem zu setzen, was andere interessiert. Nur dann könnt ihr nämlich mit gutem Gewissen deren Aufmerksamkeit beanspruchen.

Ein anderes Thema, das während dieser Fortbildung aufkam, war die Frage der Ziele. Ich bin gegen Ziele, weil sie den Raum des Unvorhersehbaren einengen. Ich versuche, mir möglichst keine Ziele zu setzen, sondern offen zu bleiben für Entwicklungen, die ich mir momentan noch gar nicht vorstellen kann (und das Problem an Zielen ist ja, dass sie vom jetzigen Zeitpunkt her die Zukunft definieren wollen).

In diesem Zusammenhang brachte die Seminarleiterin das Beispiel von Alice im Wunderland und der Grinsekatze. Der entsprechende Dialog geht so: Alice trifft auf ihrem Weg durch das Wunderland eben diese Grinsekatze und fragt sie, welchen Pfad sie einschlagen soll. Die Katze antwortet: “Das kommt ganz darauf an, wo du hin willst.” – “Das ist mir ziemlich egal”, erwidert Alice, woraufhin die Grinsekatze sagt: “Dann ist es egal, welchen Weg Du nimmst.”

Als ich eben wegen des genauen Wortlauts nach dieser Geschichte googelte, stellte ich fest, dass das in Fortbildungen und Coachings offenbar ein weit verbreitetes Beispiel ist, das nicht nur von meiner Seminarleiterin gestern, sondern generell als Parabel dafür genommen wird, wie wichtig es ist, Ziele zu haben, weil man sonst nicht weiß, wo man lang laufen soll.

Ich hingegen hatte die Geschichte spontan ganz anders verstanden, nämlich so, dass wenn ich keine Ziele habe, ich frei bin, jeden beliebigen Pfad einzuschlagen und mich einfach auf das einzulassen, was mich dort erwartet. Mich also von der Zukunft überraschen zu lassen. Das ist jedenfalls bisher meine Praxis, und damit bin ich in den vergangenen 48 Lebensjahren recht gut gefahren.

Jetzt würde mich interessieren, wie diese Episode in der Geschichte von Alice und der Grinsekatze eigentlich im Kontext gemeint ist, aber ich habe keine Lust, die ganze Alice im Wunderland-Geschichte zu lesen. Vielleicht ist es ja auch zweideutig. Und mich würde mal interessieren, wie Ihr das mit den Zielen handhabt und welche Erfahrungen Ihr damit habt.

Alles, was ich machen muss, ist nichts kaputt

Keine Ambitionen: Kwai Chang Caine.

Seit der unvergleichliche Kwai Chang Caine (whatever happened to such Männerbildern?) in einer Kung Fu-Folge neulich die Frage „What are your ambitions?“ mit einem schlichten „I have no ambitions“ beantwortete, geht mir das im Kopf herum. Der Weg des Tao. Keine Ambitionen haben. Yeah. Wie schön.

Und welch ein Kontrast zu den heutigen Imperativen Leistung, Effizienz, Motivation, Commitment.

Aber Caine hat recht: Ambitionen sind zu nichts gut. Sie lenken davon ab, was notwendig ist, weil sie immer das Weltverbessern (das natürlich notwendig ist) mit persönlicher Ehre und Ruhm vermengen. Es ist kein Zufall, dass die Weltretter meistens die Katastrophen erst selbst herbeiführen, die sie dann hinterher wieder fixen müssen.

„I have no ambitions“ – das ist auch ein Männer-Frauen-Ding. Den Frauen war es früher ja erlaubt, keine Ambitionen zu haben, es war sogar die ihnen zugeschriebene Rolle. Heute hingegen stehen, Imperativ der Gleichstellung, vor allem sie in der Pflicht, Ambitionen zu haben. Wo kämen wir denn sonst hin mit der Emanzipation.

Die Männer hingegen dürfen manchmal auch faul sein. Das ist dann sozialkritisch. Sie bejubeln gerne in rhythmischen Abständen das olle Buch „Recht auf Faulheit“. Aber Faulheit ist nur die andere Seite der Medaille. Es ist NICHT das Gegenteil von Ambitioniertsein. Bei beidem steht nämlich das Ego im Zentrum des Handelns (oder Nicht-Handelns), nicht die Welt und ihre Notwendigkeiten.

Ich bin leider oft auch faul und ambitioniert, eben ein Kind meiner Zeit. Aber ich glaube, Kwai Chang Caine, Simone Weil und die anderen Mystiker_innen, die das seit Jahrhunderten predigen, haben Recht: Es ist ein Fehler.

Momentan mache ich jedenfalls gute Erfahrungen damit, mir jedesmal, wenn ich wieder etwas unglaublich Wichtiges zu tun vorhabe, sage: „I have no ambitions.“ Das ist wie eine Befreiung im Geist. Und eine echte Erleichterung. Denn mir wird klar:

Alles, was ich machen muss, ist nichts kaputt.

Luxusprobleme

Mein nasser Bademantel wartet, bis der Blogpost fertig ist. Im Hintergrund die Donau.

Heute morgen war ich schwimmen. In einem auf 29 Grad beheizten Außenpool auf  dem Hoteldach, mit Blick über die Donauhügel. Das Hotel, in dem ich als Referentin von den Veranstaltern eines Symposiums untergebracht wurde, hat so einen. Ich war ganz allein. Es war atemberaubend schön.

Natürlich dachte ich sofort: Wie pervers ist das denn! Wir haben Energiekrisen und hier wird ein 1,40 Meter tiefer Pool so aufgeheizt, dass Madame Antje vor dem Frühstück ein paar Runden in frischer Luft kraulen kann.

Luxusprobleme.

Normalerweise gibt es bei uns zwei Alternativen, wie Leute damit umgehen: Moral und Ingnoranz.

Die Moral sagt: Das ist böse, das darfst du nicht machen, oder wenn, dann nur mit schlechtem Gewissen. Du verbrauchst Ressourcen, die eigentlich anderen gehören. Du musst, um ein guter Mensch zu sein, gegen solche Ungerechtigkeiten kämpfen. Am Besten gehören beheizte Außenpools im Winter gleich ganz verboten.

Die Ignoranz hingegen – die meiner Ansicht nach eine Reaktion auf Moral ist – ignoriert das Problem. Sie denkt sich Rechtfertigungen aus, die die Illusion erzeugen, es gäbe gar kein ethisches Dilemma. Zum Beispiel: Das hab ich mir verdient. Ich hab ja dafür bezahlt. Dieser beheizte Pool kurbelt den Tourismus an und sichert Arbeitsplätze. Wenn die Leute sich nur mehr anstrengen würden, könnten sie auch in einem beheizten Außenpool schwimmen.

In der Realität treten Moral und Ignoranz sogar meistens gleichzeitig auf. Man redet bei dem einen Problem moralisch und handelt bei dem anderen Problem ignorant, oder – noch schlimmer – redet öffentlich moralisch und handelt insgeheim ignorant.

Hier eine Alternative, die ich mir heute im Pool zu der falschen Wahl zwischen Moral und Ignoranz ausgedacht habe.

Und zwar habe ich mir überlegt, dass man solche Luxusmomente mit Dankbarkeit genießen sollte und in dem Bewusstsein, dass man jetzt ein unfassbares Glück hat. Also wissend, dass man hier etwas genießt, völlig unverdient, worauf man kein Recht und keinen Anspruch hat.

Jedenfalls hatte ich den starken Drang, beim Hin- und Herschwimmen ständig zu rufen „Wow, ist das schön!“ Meiner Ansicht nach ist das eine mögliche Übersetzung von „Danke“, das als Wort wie als Konzept heute ja etwas antiquiert klingt.

Luxus ist etwas Schönes, weil es einfach Dinge auf der Welt gibt, die so unglaublich schön sind, dass sie das „Normale“ übersteigen. Und es stimmt nicht, dass das nur in der Natur oder in spiritueller Innerlichkeit erfahren werden kann. Nein, die von Menschen erfundenen Luxusgüter wie etwa beheizte Außenpools spielen da eine Rolle. Luxus ist hergestellt, ein Produkt.

Luxus bedeutet aber auch, dass diese Dinge selten sind, die Ausnahme von der Regel. Jeden Tag in einem beheizten Außenpool zu schwimmen, das wäre wirklich pervers. Man kann keine Umverteilung von Luxus auf alle fordern, wie man Umverteilung von Brot und Grundeinkommen auf alle fordern kann.

Und noch etwas: Damit Luxus „ethisch okay“ ist, muss wirklich der Genuss im Vordergrund stehen und nicht die soziale Distinktion, also das Sich über andere Stellen. Bei dem meisten, was heute als „Luxus“ gehandelt und verkauft wird, ist es genau andersrum. Wenn man also schon etwas verbieten will, dann Werbung, die nicht mit der Schönheit der Dinge wirbt, sondern mit dem sozialen Status, der damit verbunden ist. Die ist nämlich pervers.

Aber wenn diese drei Punkte bedacht sind: Man ist dankbar für das Großartige, das man momentan genießt, man macht sich klar, dass das ein Glück ist und dass man das nicht selbst verdient hat, und man genießt wirklich die Sache als solche und nicht das „Mehr wert Sein“ als die anderen – dann ist Luxus wirklich okay.

Und in diesem Sinn will ich Luxus für alle. Genau so, wie wir ja auch alle Königinnen sind.

(Ähnliches Thema: Die Regeln der anderen)

Öffentliche Räume bewohnen: 20 Jahre Labyrinthplatz Zürich

Die Labyrinthdame. Das Logo entwarf Agnes Barmettler für den Labyrinthplatz in Zürich.

Labyrinthe im öffentlichen Raum, meist von Frauen initiiert und gestaltet, sind inzwischen an vielen Orten zu finden. Das erste dieser Art entstand vor zwanzig Jahren in Zürich, auf einem ehemaligen Kasernengelände. Einige Frauen hatten das Projekt im Zuge der 700-Jahr-Feiern der Stadt vorgeschlagen und konnten es mit städtischer Unterstützung realisieren.

In diesem schön gestalteten Band mit vielen farbigen Fotos erläutern die Initiatorinnen ihr Konzept, erzählen von Begegnungen und Diskussionen, ziehen Bilanz ihrer Arbeit und ihres Engagements.

Dabei wird deutlich, dass es hier um eine politische und kulturelle Intervention geht. Die Schweizer Labyrinthbetreiberinnen verstehen sich als „öffentliche Hausfrauen“, die sich dem Pflanzen und Ernten, dem Wohnlichmachen von Räumen und der Pflege von Beziehungen widmen, zum Beispiel zu den Anwohnerinnen und Anwohnern, den Randständigen, die in der Nachbarschaft des Labyrinths ihre Tage verbringen, zu Durchreisenden oder zu den Gästen bei den zahlreichen Veranstaltungen dort.

Das Buch enthält außerdem Beiträge zur historischen Bedeutung von Labyrinthen, zur Arbeitsweise des Projektes und sogar ganz praktische Anleitungen, wie man ein Labyrinth entwirft und realisiert.

Agnes Barmettler u.a.: Erzähl mir Labyrinth. 20 Jahre Labyrinthplatz Zürich. Christel Götter Verlag, Rüsselsheim 2011, 25 €

Zum Weiterlesen:

http://www.labyrinthplatz.ch/

Ursula Knecht: Öffentliche Räume „bewohnen“

Gespräch zwischen Cornelia Jacomet und Ursula Knecht zur Frage, ob Labyrinthe spirituelle Orte sind

Thanks for sharing

Endlich. Eine Bank.

Nachdem es nun Herbst geworden ist und die Gelegenheiten zum Wandern wohl rar werden (ich bin Schönwetter-Outdoor), möchte ich zum Saisonabschluss an dieser Stelle mal ein fettes Dankeschön ins Internet schreiben, für all diejenigen, die dafür sorgen, dass an vielen schönen Stellen mitten in der Landschaft Bänke stehen. Stellvertretend für viele sei hier die Vereinsgemeinschaft “Waldweihnachtsmarkt” Wenighösbach (im Spessart) genannt, die uns neulich mit ihrer Bank eine wundervolle, sonnenbeschienene Pause ermöglicht hat.

Danke schön!

Diese Plaketten finde ich übrigens wunderbar. Sie regen die Phantasie an. Wer mögen wohl die Menschen sein, die dahinter stehen? Wahrscheinlich sind es Leute, die selbst gerne in dieser Gegend spazieren gehen, die hier wohnen und ihre Umwelt wohnlich gestalten. Denn Natur ist schön, aber eben nur in Kombination mit Kultur. Die Mischung macht’s. Und ich rubriziere das jetzt mal unter “Wirtschaftspolitik”.

Schöne Aussicht.


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Danke für die Spende!

Lebenspartnerschaft für alle!

Foto: Sabimm/Fotolia.com

Die überalligen Artikel heute zum zehnjährigen Bestehen der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ für Schwule und Lesben haben mich an ein unentschiedenes Thema in meinem Kopf erinnert: Der Tatsache nämlich, dass ich schon immer sowohl für als auch gegen die „Homo-Ehe“ bin.

Dagegen bin ich, weil ich eigentlich die Theorien über die „freie Liebe“, die im 19. Jahrhundert weit zirkulierten (vertreten zum Beispiel von der fabelhaften Victoria Woodhull) und mit denen ich mich im Studium ziemlich beschäftigt habe, sehr passend finde. Sie verglichen im Allgemeinen die Ehe mit einer Form von Prostitution: Frau verkauft (nicht nur sexuelle) Dienstleistungen gegen wirtschaftliche Sicherheit.

Nun mag man einwenden, dass das zwar im 19. Jahrhundert so gewesen sein mag, aber in heutigen emanzipierten Zeiten doch nicht mehr, und das stimmt auch im Großen und Ganzen. Trotzdem finde ich, dass der Kernsatz der „Freie Liebe“-Bewegung, dass nämlich Liebesbeziehungen nicht per Gesetz geregelt sein sollten, noch immer seine Berechtigung hat. Konkret: Sollte man nicht besser die Ehe als Rechtskonstrukt für klar definierte Frau-Mann-Beziehungen abschaffen, als sie auf (ebenfalls klar definierte) Frau-Frau oder Mann-Mann-Beziehungen ausweiten?

Andererseits bin ich auch für die „Homo-Ehe“, weil damit erstens handfeste Benachteiligungen von lesbischen und schwulen Paaren verringert wurden und weil sich tatsächlich gezeigt hat, dass das Mainstream-Denken über Homosexualität auf diesem Weg ein wenig in Bewegung geraten ist. Das Thema hat gewissermaßen an Monstrosität verloren, indem deutlich wurde, dass „die“ letztlich genauso sind, wie „wir“. Allerdings funktioniert genau das nur, weil eine gehörige Portion „Verspießerung“ zu der ganzen Angelegenheit dazu gehört hat.

Ich konnte aber auch deshalb schon nicht wirklich etwas gegen die Ehe sagen, weil ich selbst bereits mit 19 zum ersten Mal geheiratet hatte. Es war also nicht ganz fair, wenn ich meinen lesbischen Freundinnen zumutete, die Revolution in Sachen Zweierkiste auszutragen. Ich war – als heterosexuell Lebende – ja in der gewissermaßen komfortablen Situation, die Ehe qua Vollzug aushebeln zu können: Heiraten, aber dann nicht das tun, was Verheiratete normalerweise tun: Zusammenziehen, Kinder kriegen und so weiter.

Meine Meinung war schon immer, dass die Ehe ein Rechts- und kein Liebeskonstrukt ist – übrigens ist das ein Allgemeinplatz in der europäischen Ideengeschichte: Dass Liebe und Ehe nicht miteinander vereinbar sind, wurde häufiger behauptet als das Gegenteil. Und in der Tat: Man kann verheiratet sein, aber sich nicht lieben, und man kann sich lieben, ohne verheiratet zu sein. Anders als die klassischen Ehekritiker_innen sehe ich diesen Zusammenhang aber auch nicht als eindeutig an: Denn definitiv kann man sich auch lieben und verheiratet sein, und man kann sich nicht lieben und nicht verheiratet sein.

Wie geht es nun also weiter? In welche Richtung laufen wir?

Ich denke, es genügt nicht, das Konstrukt Ehe von der Festlegung auf das Mann-Frau-Paar zu befreien und auf jede Art von Paar auszuweiten. Sondern ich würde vorschlagen, tatsächlich Liebesbeziehungen und das rechtliche Konstrukt der „Lebenspartnerschaft“ voneinander zu trennen.

Konkret schlage ich vor, die problematische Tendenz der Lebenspartnerschaft zur Verspießerung, zum Errichten neuer Normativitäten und letztlich zur Befestigung der heterosexuell konnotierten Beziehungsnorm (mehr dazu hier) nicht etwa dadurch zu lösen, dass wir Lebenspartnerschaften abschaffen. Sondern dadurch, dass wir sie im Gegenteil noch weiter ausdehnen: Auf alle menschlichen Beziehungskonstellationen nämlich, die sich einen verbindlichen Rechtsstatus für gemeinsames Leben, Versorgen und Wirtschaften geben möchten.

Zum Beispiel kenne ich zwei Schwestern, die mit ihren jeweiligen Kindern zusammen leben. Sie haben ein Haus gekauft, teilen ihr Einkommen und die Familienarbeit – sind aber kein romantisches „Liebespaar“. Warum sollen sie nicht in den Genuss von Ehegattensplitting, Hinterbliebenenrente, Ehegattenzuschlägen und so weiter kommen?

Denkbar wären auch Lebenspartnerschaften zwischen mehr als zwei Menschen, die – ob mit sexueller Komponente oder nicht – ihr Leben gemeinsam planen und füreinander Verantwortung übernehmen möchten: Warum sollen sich nicht auch drei oder vier Leute miteinander „verpartnern“ können?

Oder auch Beziehungen zwischen verschiedenen Generationen, die nicht durch Blutsverwandtschaft, sondern durch gegenseitige Sympathie begründet sind. Oder Beziehungen zwischen Deutschen und Menschen ohne Aufenthaltsrecht hierzulande: Dass jemand durch eine Heirat (also die persönliche Übernahme von Verantwortung) jemandem aus einem anderen Teil der Welt die Möglichkeit verschafft, in Deutschland zu leben, ist ja ohnehin schon länger einer der sinnvolleren Aspekte der Ehe, so wie wir sie derzeit kennen – und dass dabei romantische Liebe inszeniert und vorgegaukelt werden muss, ist oft eher lästig.

Die Idee, dass der Staat verbindliche Lebenspartnerschaften durch entsprechende Regelungen unterstützt, finde ich also prinzipiell gut. Wir alle hätten dann die Wahl, ob wir uns in dieser Hinsicht lieber individuell aufstellen (mit eigenem Einkommen, mit individueller sozialer Absicherung, mit entsprechender Steuerlast und entsprechenden Ansprüchen auf Versorgung im Bedarfsfall), oder ob wir uns auf Dauer mit anderen zusammentun möchten (und zum Beispiel rechtlich abgesichert Einkommen und Fürsorge miteinander teilen, also weniger Steuern zahlen, dafür aber auch im Bedarfsfall erst einmal füreinander einstehen, bevor wir staatliche Leistungen in Anspruch nehmen).

Romantische Liebe kann ein Motiv für eine solche Verpartnerung sein, es sind aber noch viele andere Motive denkbar. Ich sehe nicht ein, warum diese anderen Motive weniger wert sein sollen. Was zählt, ist die Verbindlichkeit, die Ausrichtung auf eine gewisse Dauerhaftigkeit, die Übernahme von Verantwortung füreinander und der Wunsch, das Leben gemeinsam zu planen. Und anders herum ist romantische Liebe auf ein solches Konstrukt nicht unbedingt angewiesen; je nachdem, welche Liebesformen jemand bevorzugt, kann es dabei sogar hinderlich sein.

Von daher: Lebenspartnerschaft für Zweierkisten unabhängig vom Geschlecht der Beteiligten ist gut. Lebenspartnerschaft für alle, die das wollen, wäre noch  besser.


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Danke für die Spende!

Zwölf Punkte für das gute Leben

Heute bekam ich eine Einladung der Belgischen Frauenliga, die im Oktober einen Studientag zum Thema Elternschaft plant. Leider werde ich daran nicht teilnehmen können, aber diese Vereinigung scheint mir sehr interessant zu sein – und ich muss zugeben, dass ich sie bisher nicht kannte. Trotz Europa und allem ist die Frauenbewegung doch leider viel weniger international, als das wünschenswert wäre.

Die Liga besteht bereits seit 1931 und versteht sich als feministische Bewegung mit traditioneller Verankerung in der ArbeiterInnenbewegung – und genau dieser breite Fokus ist es, den ich sehr gut finde, und der mir in der deutschen Diskussion über die “Gleichstellung der Geschlechter” manchmal etwas zu kurz kommt.

Im Mai 2010 haben rund 300 Frauen bei einem Kongress der Liga “Zwölf Bedingungen für eine gleichberechtigte, solidarische und gerechte Gesellschaft” erarbeitet. Vorausgegangen war dem ein zweijähriger Diskussionsprozess. Mir gefallen diese Punkte sehr gut – auch wenn ich natürlich bei dem ein oder anderen Detail etwas anders formulieren würde – und vielleicht könnten sie ja auch eine Inspiration für entsprechende Diskussionen in Deutschland sein. Sie verbinden jedenfalls genau die Aspekte, die auch mir im Zusammenhang mit feministischen Impulsen wichtig sind: Die Verbindung von weiblicher Freiheit, Verantwortung für Hilfsbedürftige und den Fokus auf ein gutes Leben für alle.

Da ich mir vorstellen kann, dass diese Initiative aus Belgien nicht nur mir bisher unbekannt war, sondern in Deutschland generell nicht groß registriert wurde, stelle ich die Punkte auch hier einmal vor und zur Diskussion:

In einer gleichberechtigten, solidarischen und gerechten Gesellschaft

1. befinden sich würdige Erwerbstätigkeit und Privatleben im Gleichgewicht.

2. ist die lebenslange finanzielle Unabhängigkeit aller Frauen garantiert.

3. wird Konsum allen zugänglich gemacht und erfolgt auf der Basis von Nachhaltigkeit und fairem Handel.

4. ist die Pflege hilfsbedürftiger Menschen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

5. werden Pflege- und Betreuungsberufe gesellschaftlich anerkannt und wertgeschätzt.

6. verfügen Frauen über ausreichend Zeit, über die sie frei entscheiden können.

7. existieren keine sexistischen, stereotypen Frauenbilder, die Frauen unter Druck setzen.

8. ist Mutterschaft weder verpflichtend noch Anlass zur Diskriminierung.

9. werden Gewalt und Unrecht gegen Frauen als Ausdruck des patriarchalischen Gesellschaftssystems erkannt und als solche bekämpft.

10. werden in Politik und Verwaltungswesen die Interessen und Bedürfnisse von Frauen berücksichtigt.

11. wird die Initiative der Frauen selbst zum Motor für gesellschaftliche Veränderung.

12. schaffen Frauen Solidarität untereinander.

In dem Papier werden diese Punkte anschließend im Einzelnen ausgeführt und in weiteren Unterpunkten konkretisiert. Es steht als pdf-Dokument auf der Homepage der Liga. Dort gibt es sämtliche Texte auch auf Französisch.