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	<title>Aus Liebe zur Freiheit &#187; Politik</title>
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	<description>Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz - von Antje Schrupp</description>
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		<title>Aus Liebe zur Freiheit &#187; Politik</title>
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		<title>Slavoj Žižek, linke Kerle und die Revolution</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 20:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/01/zizek-cover.jpg"><img class="size-full wp-image-4609 alignleft" title="zizek cover" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/01/zizek-cover.jpg?w=500" alt=""   /></a></p>
<p>Das Label „linke Kerle“ ist seit längerem in meinem Kopf. Ich glaube, seit ich mal – vor vielen Jahren – an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Utopien“ teilgenommen habe und einer der Mitdiskutanten plötzlich auf den Tisch schlug: Was wir da sagten, das wäre ja alles viel zu unkonkret, man dürfe nicht so nebulös herumreden, sondern wir müssten strategisch denken. Überall sei doch längst Krise, nichts würde mehr funktionieren, und wenn deshalb morgen Gerhard Schröder (ja, so lange ist das schon her:)) alles hinwerfen würde, weil er nicht mehr weiter weiß – ja, dann müssten wir doch konkrete Pläne in der Schublade haben, nach denen wir sofort mit der Revolution anfangen könnten. Es gelang mir damals irgendwie, nicht lauthals loszulachen. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/183d760fe11c4926a83a6e53f568a2bb" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Die letzten Tage habe ich wieder mit so einem Kerl verbracht, und zwar mit Slavoj Žižek, dessen neues Buch „Die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Der linke Kampf um das 21. Jahrhundert“ ich tatsächlich ganz durchgelesen habe. Das gelingt mir bei solchen Büchern nicht immer, bei Negri/Hardts „Empire“ zum Beispiel hab ich schon nach dem ersten Viertel das Handtuch geworfen. Žižek kann Hardt und Negri übrigens auch nicht leiden (was er ständig betont). Vielleicht haben wir uns deshalb ganz gut verstanden.</p>
<p>Žižek gibt sich viel Mühe, zerrissen zu werden. Etwa indem er erstaunlich viele gute Aspekte an Kerlen wie Robespierre, Heidegger, Stalin oder Mao findet. Man könnte jetzt jede Menge Zitate aus dem Zusammenhang reißen und massenweise Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber das will ich gar nicht tun. Ich finde seine Argumente im Großen und Ganzen ziemlich klug, wenn man sich denn für Robespierre, Heidegger, Stalin oder Mao interessieren würde, was ich aber nicht tue.</p>
<p>Wofür ich mich aber sehr wohl interessiere, das ist die Frage, wie man aus einer „linken“ oder meinetwegen auch „kommunistischen“ Perspektive heraus die Welt verändern kann. Wobei mir die Begriffe „links“ und „rechts“ , ebenso wie „kommunistisch“, nichts sagen, aber ich denke, vieles von dem, was Žižek meint, wenn er sie verwendet, kann ich durchaus teilen.</p>
<p>Leider hat mich das Buch aber trotzdem in meiner Auffassung bekräftigt, dss von den linken Kerlen keine Revolution zu erwarten ist, und man muss sagen, glücklicherweise.</p>
<p>An einer Stelle zum Beispiel charakterisiert Žižek das, was er das „revolutionäre Subjekt“ nennt. Als Beispiel nimmt er eine Szene aus dem Film „Die üblichen Verdächtigen“. Darin kommt ein Mann nach Hause und findet seine Frau und seine kleine Tochter in der Gewalt einer rivalisierenden Bande vor. Seine Reaktion: Er erschießt selber Frau und Kind und droht dann den „Feinden“, er werde sie gnadenlos verfolgen und sie, ihre Familien, Eltern und Freunde allesamt umbringen. Žižek analysiert diese Szene so:</p>
<blockquote><p>In einer Situation der erzwungenen Wahl trifft das Subjekt die verrückte, unmögliche Entscheidung, gewissermaßen sich selbst zu schlagen und seine Liebsten zu töten; seine Tat ist keineswegs ein Fall von ohnmächtiger, gegen sich selbst gerichteter Aggressivität, sondern verändert die Koordinaten der Situation, in der das Subjekt steckt. Indem es sich von dem kostbaren Objekt löst, durch dessen Besitz der Feind es in Schach halten konnte, verschafft sich das Subjekt Handlungsspielraum. Der Preis dieser Freiheit ist natürlich entsetzlich. Die einzige Möglichkeit, wie das Subjekt die Schuld ausgleichen kann, sein kostbarstes Objekt (seine kostbarsten Objekte) geopfert zu haben, besteht darin, … auf alle persönlichen Eigenarten zu verzichten und sein gesamtes Leben der Vernichtung derer zu widmen, die es gezwungen haben, die Opfertat zu begehen. Eine solche „unmenschliche“ Position der absoluten Freiheit (in meiner Einsamkeit kann ich tun und lassen, was ich will, niemand hat Gewalt über mich) gepaart mit absoluter Hingabe an eine Aufgabe (der einzige Sinn meines Lebens besteht darin, Rache zu üben) charakterisiert vielleicht am treffendsten das revolutionäre Subjekt. (S. 114f)</p></blockquote>
<p>Frau und Kind, die „kostbaren Objekte“ des männlichen Subjektes, my ass. Der Mann, der seine „Liebsten“ tötet, fügt nicht etwa anderen etwas zu, sondern sich selbst. Bindungen und Verantwortlichkeiten zu anderen Menschen stehen dem entschlossenen revolutionären Handeln des Mannes im Weg. Zum Glück gibt es solche „Subjekte“ im wirklichen Leben selten, selbst unter männlichen Menschen sind sie krasse Ausnahmen. Zur Rettung der Welt sollten wir daher besser nicht auf sie setzen. Oder anders gesagt: Wenn das Freiheit sein soll, dann gibt es keine Freiheit.</p>
<p>Es gibt übrigens viele Stellen in dem Buch, an denen deutlich wird, dass Žižek die feministische Revolution offenbar komplett verschlafen hat. Ich habe auch eine Ahnung, warum das so ist. Wenn ich seine Argumentation richtig verstanden habe (ich bin mir da nicht sicher, denn er springt ziemlich hin und her), sieht er den Hauptfehler der bisherigen Männer-Revolutionen darin, dass es ihnen im Anschluss an eine Umwälzung nicht gelungen sei, dann auch wirkliche Veränderungen im Alltagsleben umzusetzen. Dies sei im Gegenteil dem Kapitalismus gelungen, weshalb der auch einstweilen „gewonnen“ hätte.</p>
<p>Ich denke, dass genau an dieser Stelle bei Žižek (wie bei anderen linken Kerlen, zum Beispiel dem auf dem Podium, das ich eingangs geschildert habe), eine falsche Reihenfolge in der Analyse dessen liegt, was Revolution bedeutet und wie sie sich abspielt. Ihre Vorstellung ist, dass Revolutionen ein „Ereignis“ erfordern, eine krisenhafte Situation, die alles umwälzt, und dass entschlossen handelnde „revolutionäre Subjekte“ dann in der Lage sind, diese Krisensituation zu nutzen, um etwas Neues (den Kommunismus oder so) einzuführen.</p>
<p>Entsprechend käme es für eine „linke“ Bewegung darauf an, sich auf diesen Moment „vorzubereiten“ (und Pläne in der Schublade zu haben), damit sie diese Zeit der weltgeschichtlichen Öffnung möglichst so nutzen können, dass die eingeführten Veränderungen auf eine bessere Gesellschaft hin später nicht mehr rückgängig gemacht werden können.</p>
<p>Meiner Ansicht nach verhält es sich aber genau anders herum: Durch viele erst einmal unscheinbare Handlungen und Diskussionen verändert sich der Alltag ohnehin laufend, und jede Menge „Revolutionäre“ (und „Revolutionärinnen“) haben daran Anteil. Die müssen dafür gar nicht „kerlig“ sein und auch nicht ihre Frauen und Kinder erschießen. Es reicht, wenn sie neue Lebens- und Wirtschaftsformen ausprobieren, wenn sie Einfluss nehmen auf die öffentliche Meinung, wenn sie überkommene Denkmuster hinterfragen, neue politische Praktiken erfinden und so weiter. Eben das tun, womit wir alle laufend beschäftigt sind.</p>
<p>Wenn dann ein „Ereignis“ eintritt, zeigt sich, wie erfolgreich sie damit waren. Es ist doch immer so, dass die symbolische Ordnung (die Werte, die Sitten, die Gesetze, das, was als „normal“ gilt) dem wirklichen Leben fast überall hinterherhinkt. Um nur mal ein ganz banales Beispiel zu nennen: Das Ehegattensplitting ist heute schon vollkommen unterminiert, niemand will es eigentlich so wirklich mehr haben. Aber das Gesetz existiert noch, als Zombie sozusagen. Ich wette meinen Kopf, dass, wenn wir mal eine „revolutionäre Situation“ haben sollten, das Ehegattensplitting hinterher weg ist.</p>
<p>Zumindest in der Geschichte der Frauen war es immer so. Nehmen wir etwa das allgemeine, geschlechtsunabhängige Wahlrecht. Über Jahrzehnte hinweg haben Frauen (und auch einige, gar nicht mal so wenige Männer) dafür gestritten und argumentiert, in Parlamenten, an Küchentischen und an Marktständen. Als dann Revolution war, wurde es überall quasi auf einen Schlag eingeführt (außer in Frankreich und der Schweiz, die zickten noch ein bisschen rum).</p>
<p>Revolutionäre Ereignisse oder andere Krisen, so wäre jedenfalls meine These, können nur das in die Realität umsetzen (oder eher: ermöglichen, dass es ans Licht kommt), was vorher in alltäglichen Experimenten und Debatten bereits vorbereitet wurde. Nicht mehr. Das jüngste Beispiel dafür ist die so genannte „arabische Revolution“. Die hauptsächlichen Akteure und Akteurinnen dieses „Ereignisses“ waren säkulare, „linke“ Aktivist_innen. Aber sie hatten, wie sich nun herausstellt, keinen nennenswerten Rückhalt in der Alltagskultur. Das, was dort vorbereitet worden war, ist vielmehr eine islamisch geprägte „Kulturrevolution“, wie die Wahl in Ägypten gezeigt hat, wo Muslimbrüder und Salafisten zusammen drei Viertel der Stimmen bekommen haben. Gegen diese Entwicklung im Anschluss an das krisenhafte „Ereignis“ hätte auch kein noch so entschlossen vorgehendes „revolutionäres Subjekt“ etwas unternehmen können.</p>
<p>Wenn wir also die Revolution wollen, dann müssen wir sie VOR dem „Ereignis“ so gut wie möglich vorbereiten, denn wenn das Ereignis erst einmal da ist, ist es zu spät.</p>
<p>Das zu wissen, erleichtert mich übrigens sehr, denn auch bei einer anderen „kerligen“ These Žižeks habe ich Bauchschmerzen. Er macht sich nämlich über jene Linken lustig, die sich vor einer wirklichen Krise fürchten, zum Beispiel vor einem richtigen Zusammenbruch der Finanzmärkte. Er geht zwar nicht mehr so weit wie die Theoretiker_innen der RAF, die eine solche Krise auf Teufel komm raus aktiv provozieren wollten, aber er sagt auch, dass man nicht zu ihrer Vermeidung beitragen sollte, dass man keine Angst haben darf, vieles von dem, was man hat und schätzt, zu verlieren.</p>
<p>Ich habe, ehrlich gesagt, schon Angst davor. Denn es ist einfach Fakt, dass bei solchen Krisen und „Ereignissen“ massenweise Menschen sterben und ebenso massenweise Menschen unvorstellbar leiden müssen. Ob es nun die zusammenbrechenden Finanzmärkte, der nächste Krieg oder die Klimakatastrophe sind – ich muss die nicht haben.</p>
<p>Aber wenn ein solches Ereignis, was wahrscheinlich ist, ganz ohne mein Zutun und ohne, dass ich es verhindern könnte, früher oder später eintritt – dann will ich wenigstens meinen Teil dazu beigetragen haben, dass wir darauf so gut wie möglich vorbereitet sind. Weil das, was dann geschehen wird, nämlich nichts anderes sein wird als das unausweichliche Ergebnis dessen, was wir vorher (also jetzt) tun.</p>
<p><em>Slavoj Žižek: Die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Der linke Kampf um das 21. Jahrhundert. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2011.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(Dieser Text erscheint in Graswurzelrevolution Nr. 367, März 2012)</p>
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		<title>Kleines Einmaleins des Fehlermachens</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 22:13:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Fehler]]></category>

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		<description><![CDATA[Momentan scheinen sich alle darüber einig zu sein, dass wir die Modalitäten des Fehlermachens und wie es danach weiter gehen kann im Bereich der Öffentlichkeit neu zu überdenken haben. Es sieht so aus, als müsste es neben dem üblichen Verfahren der Rechtsstaatlichkeit (etwas ist per Gesetz verboten oder erlaubt) noch weitere Kriterien geben, um mit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=4515&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Momentan scheinen sich alle darüber einig zu sein, dass wir die Modalitäten des Fehlermachens und wie es danach weiter gehen kann im Bereich der Öffentlichkeit neu zu überdenken haben. Es sieht so aus, als müsste es neben dem üblichen Verfahren der Rechtsstaatlichkeit (etwas ist per Gesetz verboten oder erlaubt) noch weitere Kriterien geben, um mit menschlichen Schwächen auch im Bereich von öffentlichen Ämtern umzugehen (in privaten Beziehungen praktizieren wir das meistens sowieso schon). <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c3701e88d6844b04ba0ebb8ba85f2747" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Aber wie soll das gehen, das Fehlermachen öffentlicher Personen und der anschließende Umgang damit? Vorab möchte ich vor allem betonen, dass ich darin nicht eine moralische Frage sehe oder ein persönliches Vergehen einzelner Personen. Das Problem ist, dass die Strukturen unserer öffentlichen Institutionen mit ihren bürokratisierten Abläufen und ihrem formalen Gerechtigkeitsverständnis so eine Haltung gar nicht vorsehen. Dazu hat Dorothee Markert schon einmal <a href="http://dorotheemarkert.wordpress.com/2011/04/15/weitermachen-mit-kainsmal/" target="_blank">Lesenswertes</a> gebloggt.</p>
<p>Wenn man innerhalb der darin geltenden Machtlogiken bleibt, ist es deshalb vielleicht sogar kontraproduktiv, sich an meine Vorschläge zu halten. Die folgenden Punkte verstehe ich also nicht als Forderungen, sondern eher als eine Beschreibung von Notwendigkeiten, die erfüllt sein müssten, damit eine andere „Fehlerkultur“ entstehen kann.</p>
<p>Ich beschreibe sie hier aus der Perspektive der Person, die einen Fehler gemacht hat. Es gehört aber nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass dazu auch eine Gegenseite gehört, die ein entsprechendes Verhalten honorieren würde, anstatt nachzutreten oder die Fehler der anderen für die eigenen instrumentellen Zwecke auszuschlachten. Also:</p>
<p>Erstens: Man muss den Fehler einsehen, und er muss einer Leid tun – und zwar nicht nur Leid tun in dem Sinn, dass man sich in den Arsch beißen könnte, weil man jetzt dadurch so einen Ärger am Bein hat, sondern Leid tun in dem Sinn, dass man es wirklich bereut, dass man sich in gewisser Weise für das, was man getan hat, schämt. Weil man verstanden hat, dass es falsch war. Man muss auch wissen, dass man sich nicht mehr im Bereich der Rechtsstaatlichkeit befindet (und es also in dem Zusammenhang kein Argument ist, dass man nicht gegen Gesetze verstoßen hat).</p>
<p>Zweitens: Man muss die Kontrolle über das weitere Verfahren aus der Hand geben. Das bedeutet: Um Entschuldigung bitten. Nicht: Sich entschuldigen. Ob eine Ent-Schuldigung stattfindet, das entscheidet nicht man selbst, sondern die anderen. Und zwar – und das ist das Schwierige – nicht nach objektiven, einklagbaren und transparenten Maßstäben wie bei einem Gerichtsverfahren, sondern, tja, mehr oder weniger unvorhersehbar. Man hat keinen Anspruch darauf, dass die eigene Bitte um Entschuldigung angenommen wird. Man kann es nur hoffen.</p>
<p>Drittens: Man muss natürlich auch die richtigen Leute um Entschuldigung bitten. Um es an einem derzeit viel diskutierten Beispiel zu sagen: Wenn ein Bundespräsident unliebsame Berichterstattung mittels Drohungen am Telefon unterbinden will, dann schädigt er damit nicht den betreffenden Chefredakteur, sondern die Zivilgesellschaft, in der Pressefreiheit als hohes Gut gilt. Er müsste also auch diese Zivilgesellschaft um Entschuldigung bitten, die Meinung des Chefredakteurs ist hierbei eher unerheblich.</p>
<p>Viertens: Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man da nicht ungeschoren herauskommt, egal wie es ausgeht. Man wird immer der- oder diejenige mit dem damaligen Fehler sein, auch wenn er verziehen wurde. Entschuldigungen machen das Geschehene nicht rückgängig, sie ermöglichen lediglich einen neuen Anfang – nun eben auf einer neuen Grundlage. Ein Zurück auf Null gibt es im Leben nicht.</p>
<p>Fünftens: Wenn die anderen zu der Auffassung kommen, dass man nicht weitermachen kann, muss man das akzeptieren. Zumindest sollte man sich im Klaren darüber sein, dass dies ein möglicher Ausgang ist. Die Möglichkeit eines Rücktritts zum Beispiel gar nicht in Erwägung zu ziehen (oder das zumindest zu behaupten), ist in so einem Fall entweder ignorant oder gelogen.</p>
<p>Sechstens: Wenn man hingegen die Möglichkeit bekommt, trotz des begangenen Fehlers weitermachen zu können, ist Dankbarkeit angebracht. Dankbarkeit dafür, dass man eine Möglichkeit bekommen hat, die man sich nicht selbst verdient hat. (Man kann sich aber ein bisschen damit trösten, dass es den meisten anderen Leuten genauso geht.)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/4515/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/4515/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/4515/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=4515&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tod einer Königin</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 12:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Weite Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Cesaria Evora]]></category>
		<category><![CDATA[Königin]]></category>
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		<category><![CDATA[Souveränität]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangenen Samstag starb die kapverdianische Sängerin Cesaria Evora. Obwohl ich ihre Musik seit langem mag, hätte mich die Nachricht wahrscheinlich nur so nebenbei berührt, wäre ich nicht zu dieser Zeit selbst in Mindelo gewesen, der kleinen Stadt, in der Cesaria Evora lebte. Stundenlange Hupkonzerte, Evoras Lieder aus allen Lautsprechern, überall Betroffenheit und Trauer und überhaupt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=4472&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4475" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/12/evoraklein.jpg"><img class="size-full wp-image-4475" title="evoraklein" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/12/evoraklein.jpg?w=500&#038;h=230" alt="" width="500" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Begräbniszeremonie für Cesaria Evora.</p></div>
<p>Vergangenen Samstag starb die kapverdianische Sängerin Cesaria Evora. Obwohl ich ihre Musik seit langem mag, hätte mich die Nachricht wahrscheinlich nur so nebenbei berührt, wäre ich nicht zu dieser Zeit selbst in Mindelo gewesen, der kleinen Stadt, in der Cesaria Evora lebte. Stundenlange Hupkonzerte, Evoras Lieder aus allen Lautsprechern, überall Betroffenheit und Trauer und überhaupt die Vorstellung, dass das alles nur ein paarhundert Meter von mir selbst passiert war.</p>
<p>Zwei Tage Staatstrauer wurden ausgerufen. Am Dienstag war die Beerdigung, die gesamte Prominenz des kleinen Landes reiste an, der Sarg mit Nationalflagge wurde im Volkspalast aufgebahrt. Der Staatspräsident hielt eine lange Rede (die ich im Fernsehen verfolgte), militärische Ehren, Gottesdienst mit Bischof, Prozession auf den Straßen.</p>
<p>Das, dachte ich, ist doch ziemlich interessant. Nationale Trauertage und Staatsbegräbnis – für eine Sängerin?</p>
<p>Sicher, Kapverden ist ein kleines Land, es hat weniger Einwohner_innen als Frankfurt. Und vermutlich war Cesaria Evora tatsächlich die einzige Kapverdianerin mit einigermaßen internationaler Bekanntheit. Aber trotzdem. Zwei Tage Staatstrauer und solch ein Begräbnisakt, das ist schon erklärungsbedürftig.</p>
<p>Das Fernsehen feierte Evora als „die größte Botschafterin Kapverden in der Welt.“ Aber Botschafter werden normalerweise auch nicht mit Staatstrauer beerdigt. Der Präsident bemühte in seiner Rede den Begriff der „Heldin“, denn ja, Helden werden schon mit militärischen Ehren zu Grabe getragen. Aber er merkte selber, dass der Begriff auf Cesaria Evora überhaupt nicht passt. Denn was bitte soll an dieser alten Frau heldenhaft sein, die erst mit knapp 50 ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben hatte und einfach nur ihre Lieder sang? Deren schlichte, fast schüchterne Art auf den großen Bühnen dieser Welt immer etwas fehl am Platz gewirkt hatte?</p>
<p>Eine bessere Erklärung fand die Straßenreporterin, die, nachdem sie verschiedene Leute ihre Trauer ins Mikrofon hatte sprechen lassen, resümierte: „Sie war unsere Königin.“</p>
<p>Dabei fiel mir der Artikel „Souveräninnen“ von Annarosa Buttarelli ein, den ich gerade für die deutsche Ausgabe des neuen Diotima-Buches <a href="http://www.antjeschrupp.de/macht-und-politik-sind-nicht-dasselbe" target="_blank">„Macht und Politik sind nicht dasselbe“</a> übersetzt habe. Denn tatsächlich ist Cesaria Evora ein gutes Beispiel dafür, was Buttarelli meint, wenn sie sich mit weiblicher Souveränität, Regentschaft und Königinnentum beschäftigt.</p>
<p>Eine Königin ist nämlich nicht dasselbe wie ein König. Ihre Souveränität hängt zum Beispiel nicht davon ab, dass sie die Einzige ist, sie ist keine Alleinherrscherin, keine Monarchin. Sondern ihre Souveränität zeigt sich in der Entschiedenheit und Eigenwilligkeit ihres Handelns. Eine Königin folgt nicht den Strömungen der Zeit, sondern ihrem eigenen Begehren, und das bringt ihr Respekt und Bewunderung ein, natürlich auch Feinde und Neid. Eine Königin „repräsentiert“ auch nicht ihr Volk, sie repräsentiert nur sich selbst. Aber dadurch, wie sie sie selbst ist, bietet sie Anknüpfungspunkte für andere, gibt ihnen Orientierung, Zuversicht, Inspiration.</p>
<p>Fast alle Königinnen, so zeigt Buttarelli an historischen Beispielen, werden, anders als die meisten Könige, nicht schon mit Krone geboren (außer ganz neuerdings in Schweden). Wenn Frauen institutionelle Macht und Regentschaften zufallen, dann meist zufällig – weil es zum Beispiel keine männlichen Thronfolger gibt oder weil sich Krisen so zuspitzen, dass sich im geregelten Ablauf männlicher Herrschaft Lücken auftun (das war bei Cesaria Evora nicht anders als bei Queen Victoria oder Kanzlerin Merkel).</p>
<p>Buttarelli ist der Ansicht – und ich stimme ihr zu – dass gerade diese Zufälligkeit hilfreich ist, um von der althergebrachten symbolischen Ordnung unabhängig zu werden, also Dinge wirklich zu verändern und positiv zu gestalten anstatt sie bloß zu reproduzieren. Weil diese nämlich in so einer Situation ohnehin schon Risse bekommen hat.</p>
<p>Souveränität, Königinnentum also, bedeutet, dass eine Frau, der – aus welchen Gründen auch immer, ob selbst erarbeitet oder aufgrund günstiger Gelegenheit – Macht und Einfluss zufallen, dies dann konsequent und verantwortungsbewusst und in Freiheit nutzt. Also nicht einfach nur die herkömmliche Nummer abzieht und versucht, möglichst „genauso gut“ zu regieren wie ein Mann, sondern so, wie sie es selbst für richtig hält. Souverän eben.</p>
<p>Eine Königin ist nicht der Mehrheitsmeinung verpflichtet, sie hat keine demokratischen Verpflichtungen. Sie kann zum Beispiel darauf bestehen, während ihrer Konzerte auf der Bühne in aller Ruhe eine Zigarette zu rauchen. Königinnenhafte Souveränität bedeutet aber auch, die mit dem öffentlichen Einfluss einhergehende Verantwortung anzunehmen, also nicht die Macht nicht zur Selbstbeweihräucherung zu missbrauchen, sondern das allgemeine Gute dabei zum Maßstab zu machen.</p>
<p>Cesaria Evora zum Beispiel ist immer barfuß aufgetreten, um trotz allen Weltstar-Glamours eine symbolische Verbindung zu ihrer Herkunft aus armen Verhältnissen zu bewahren. Ich hatte das immer für einen etwas schlichten Marketinggag gehalten. Letzte Woche ist mir klargeworden, dass das arrogant von mir war, weil ich nämlich völlig zu Unrecht davon ausgegangen bin, ich selbst wäre die Adressatin dieser Geste. Nein, die Geste galt den Menschen in Kapverden, denen, die tatsächlich barfuß laufen. Und sie haben sie auch genau so verstanden, wie sie gemeint war.</p>
<p>„Afrikanische Frauen unterschiedlichster Herkunft sind sich darüber bewusst, dass es notwendig ist, Königin zu sein, um eine Frau mit Autorität zu sein“, schreibt Annarosa Buttarelli am Ende ihres Textes. „Ich habe einige afrikanische Schriftstellerinnen gesehen, die durch meine Stadt gingen und auf ihren bunten Kleidern einen Button trugen mit der Aufschrift ‚Ich bin eine Königin‘. Ich besitze einen davon, ich hüte ihn wie meinen Augapfel, und ich würde gerne Tausende davon herstellen, um sie zu verschenken und all den Mut und all die Kraft zu verbreiten, die ich in jenem Gestus erblickt habe.“</p>
<p>Jede Frau kann eine Königin sein, denn keine einzige von uns ist völlig ohne Einfluss. Weibliche Souveränität bedeutet, das, was eine an Einfluss und Macht hat (sei es viel oder wenig), im oben beschriebenen Sinn zu nutzen. Und in diesem Sinn ist es völlig zutreffend, die Staatstrauer für Cesaria Evora als Folge davon zu interpretieren, dass sie eine Königin war.</p>
<p>Ich finde übrigens, es spräche nichts dagegen, wenn sich auch Männer an alldem ein Beispiel nehmen würden. Denn „weiblich“ ist das Königinnentum nicht, weil es ein exklusives Privileg von Frauen wäre, sondern deshalb, weil es vor allem Frauen waren und sind, die es praktizieren. Prinzipiell ist diese politische Haltung aber für alle Menschen zu empfehlen.</p>
<p>Und vielleicht ist das ja auch eine Alternative zu dem unfruchtbaren Gegenüber von „absoluter Monarchie“ und „repräsentativer (populismusanfälliger) Demokratie“, in dem das männliche Verständnis von Politik nun schon seit ein paar Jahrhunderten zappelt.</p>
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		<title>Hört bitte mal auf, von „Frauenrechten“ zu reden</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 10:56:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht und Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>

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		<description><![CDATA[In Zusammenhang mit den Wahlen in Tunesien poppt jetzt dauernd wieder das merkwürdige Wort „Frauenrechte“ auf. Die seien möglicherweise in Gefahr, schreibt etwa die taz, wenn eine islamistische Partei die Regierungsbildung übernimmt. Von „Frauenrechten“ ist aber auch sonst gerne die Rede. Aber was soll das bitteschön sein, „Frauenrechte“? Verwendet wird das Wort im Allgemeinen dafür, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=4319&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4328" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/10/frauenrechte_fotolia.jpg"><img class="size-full wp-image-4328" title="Frauenrechte_fotolia" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/10/frauenrechte_fotolia.jpg?w=500&#038;h=261" alt="" width="500" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">Auch sehr aufschlussreich: Diese Auswahl bekommt man bei Fotolia, wenn man das Stichwort &quot;Frauenrechte&quot; eingibt. Facepalm allerorten.</p></div>
<p>In Zusammenhang mit den Wahlen in Tunesien poppt jetzt dauernd wieder das merkwürdige Wort „Frauenrechte“ auf. Die seien möglicherweise in Gefahr, schreibt etwa die taz, wenn eine islamistische Partei die Regierungsbildung übernimmt. Von „Frauenrechten“ ist aber auch sonst gerne die Rede. Aber was soll das bitteschön sein, „Frauenrechte“? <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bd5b1447c36d4393ad25ba90f652f90a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Verwendet wird das Wort im Allgemeinen dafür, dass Frauen Rechte haben wie die Männer auch. Allerdings: Dann handelt es sich nicht um „Frauenrechte“, sondern ganz einfach um allgemeine Rechte. Die Alternative dazu sind Rechte als männliches Privileg. Also Männerrechte.</p>
<p>Genau das sind jedenfalls die zwei Varianten, die der Rechtsstaat hervorgebracht hat: Männerrechte und allgemeine Rechte. Wobei letztere historisch aus ersteren hervorgegangen sind. Die meisten Rechtsstaaten basierten zunächst auf Männerrechten, die später zu allgemeinen Rechten ausgeweitet wurden.</p>
<p>Ein Land, in dem der Staat auf „Frauenrechten“ basiert – also auf einem Rechtssystem, aus dem Männer qua Geschlecht ausgeschlossen sind – hat es meines Wissens noch niemals irgendwo auf der Welt gegeben. Was es gab, sind Gesellschaften, die unterschiedliche Rechte und Pflichten für Frauen und Männer kennen, aber die gelten normalerweise nicht als rechtsstaatlich.</p>
<p>Von daher: Hört bitte auf, von Frauenrechten zu reden. Frauenrechte gibt es nicht. Es gibt Männerrechte und allgemeine Rechte (wobei beide Varianten normalerweise noch weitere Kriterien kennen, die Menschen von Rechten ausschließen, etwa Alter, Staatszugehörigkeit, früher auch Hautfarbe oder Klassenzugehörigkeit. Der Ausschluss von anderen ist dem Rechtsstaat inhärent und betrifft nicht nur die Frauen).</p>
<p>Die Rede von den angeblichen „Frauenrechten“ (und die Tatsache, dass das Wort auch Linken und sonstigen Frauenfreund_innen leicht über die Lippen kommt) ist entlarvend. Sie macht nämlich deutlich, dass zwischen „Männerrecht“ und „allgemeinem Recht“ noch immer kein prinzipieller Unterschied gemacht wird. Indem der Begriff „Frauenrecht“ gebraucht wird, um ein System allgemeiner (also wirklich gleicher) Rechte zu bezeichnen, erklärt man die Frage, ob nur Männer Rechte haben oder wirklich alle Menschen, im wörtlichen Sinn zu einem „Frauenproblem“. Also zu etwas, worum man sich kümmern kann, wenn man nett ist oder etwas „für die Frauen“ tun möchte.  Aber man begreift es nicht als etwas, das das eigene politische Universum im Kern berührt.</p>
<p>Mental befinden wir uns offenbar immer noch im Begriffszustand jener Schul- und Geschichtsbücher, die die Abschaffung des Klassenwahlrechts unter dem Begriff „Einführung des allgemeinen Wahlrechts“ kategorisiert haben (noch zu meiner Schulzeit, wie ist das eigentlich heute?)</p>
<p>Aber so wird das nie was mit der Revolution.</p>
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		<title>Social Media: Handbuch für soziale Bewegungen</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 14:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziale Bewegungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute kam das Päckchen mit den Belegexemplaren des wirklich schön gewordenen Handbuchs &#8222;Soziale Bewegungen und Social Media&#8220; an, und während ich vorhin bei der Friseurin darauf wartete, dass meine Haare orange wurden, habe ich ausgiebig drin geschmökert. Das aufwändig und mit liebevoller Geduld von den Herausgebern Hans Christian Voigt und Thomas Kreiml zusammengetragene Material macht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=4179&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4180" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/10/foto-1.jpg"><img class="size-full wp-image-4180" title="Foto (1)" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/10/foto-1.jpg?w=500&#038;h=373" alt="" width="500" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Jetzt auch auf Papier da: Handbuch für den Einsatz von Web 2.0</p></div>
<p>Heute kam das Päckchen mit den Belegexemplaren des wirklich schön gewordenen Handbuchs &#8222;Soziale Bewegungen und Social Media&#8220; an, und während ich vorhin bei der Friseurin darauf wartete, dass meine Haare orange wurden, habe ich ausgiebig drin geschmökert. Das aufwändig und mit liebevoller Geduld von den Herausgebern Hans Christian Voigt und Thomas Kreiml zusammengetragene Material macht wirklich gut anschaulich, wie soziale Medien von politischen Initiativen, Akteur_innen, Gruppen und non-profit-Organisationen eingesetzt werden können. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8acdefe7d18c403d807afa77a52a6e09" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Gut war die Entscheidung, gleich mit Fallbeispielen einzusteigen &#8211; darin hab ich mich gleich festgelesen. Und entgegen meiner eigenen Theorie festgestellt, dass Print durchaus Vorteile hat, weil man Zusammenhänge mal an einem Stück nachliest. Natürlich habe ich von Stuttgart 21 oder von Unibrennt über die diversen Kanäle immer was mitbekommen, natürlich lese ich schon lange den <a href="http://annalist.noblogs.org/">Blog von Anne Roth</a>, aber schön, die Projekte hier mal auf den Punkt gebracht umrissen zu bekommen. Ich könnte mir denken, dass diese Praxisberichte Leuten Lust machen, auch mit ihren eigenen Themen was zu machen.</p>
<p>Der zweite Teil enthält &#8222;Manuals&#8220; mit ganz konkreten Anleitungen dazu, was man wofür braucht und ist hilfreich sowohl für totale Newbies als auch für Leute und Initiativen, die schon im Web 2.0 zu gange sind, denn die meisten fangen damit ja an irgend einer Ecke an und kaum jemand kennt sich mit sämtlichen Kanäle und Möglichkeiten aus. Schön über das Buch verteilt, aber optisch hervorgehoben ist übrigens auch ein Glossar, in dem die gängigen Fachbegriffe gut verständlich erklärt werden.</p>
<p>Der dritte Teil heißt &#8222;no borders&#8220; und wirft, dem Inhaltsverzeichnis nach, einen Blick auf die internationalen Zusammenhänge, den habe ich noch nicht gelesen. Und das Abschlusskapitel ist mit &#8222;Visionen&#8220; überschrieben, darin befindet sich auch <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/diskurs/" target="_blank">mein eigener Text</a>.</p>
<p>Alles Weitere auf der <a href="http://www.sozialebewegungen.org" target="_blank">Webseite</a>. Das Buch ist noch nicht über Amazon zu haben (kommt aber sicher bald), man kann es aber schon beim <a href="http://www.oegbverlag.at/servlet/ContentServer?pagename=V01/Page/V01_Index&amp;n=V01_0.a.d" target="_blank">ÖGB-Verlag</a> bestellen. Es ist 396 Seiten dick und kostet 29,90 Euro.</p>
<p><a href="http://flattr.com/thing/411699/Soziale-Bewegungen-und-Social-Media" target="_blank"><br />
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Danke für die Spende!</p>
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		<title>Politische Praxis: Regeln ausdenken, ausprobieren, evaluieren</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 17:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem ich vorgestern über Parteien und Frauen gebloggt hatte – und in den Kommentaren viel über die Piraten diskutiert wurde – war ich gestern Nachmittag bei einem Arbeitstreffen mit politischen Freundinnen. Wir sprachen auch über die Unterscheidung von Macht und Politik, die ich sehr wichtig finde (ich übersetze zusammen mit Dorothee Markert gerade ein Buch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=4124&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich vorgestern über <a href="http://antjeschrupp.com/2011/09/19/die-etablierten-parteien-die-piraten-und-die-frauen/" target="_blank">Parteien und Frauen</a> gebloggt hatte – und in den Kommentaren viel über die Piraten diskutiert wurde – war ich gestern Nachmittag bei einem Arbeitstreffen mit politischen Freundinnen. Wir sprachen auch über die Unterscheidung von Macht und Politik, die ich sehr wichtig finde (ich übersetze zusammen mit Dorothee Markert gerade ein <a href="http://www.bzw-weiterdenken.de/2011/07/politik-und-macht-sind-nicht-dasselbe/" target="_blank">Buch</a> zu dem Thema), die anderen aber standen meinen Thesen skeptisch gegenüber. Sie verwiesen auf die Erfolge, die es in vielen Institutionen, auch bei den etablierten Parteien, durch eine gezielte feministische Machtpolitik gegeben habe. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/4a1b11f05a3744d49d1092f428e97cf7" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Eine erzählte zum Beispiel von den guten Erfahrungen, die sie bei den Jusos mit quotierten RednerInnenlisten gemacht hat: Männer und Frauen reden immer abwechselnd, und sobald sich zu einem Thema keine Frau mehr meldet, wird darüber auch nicht weiter diskutiert (ich habe nicht gefragt, ob das andersrum auch für Männer gilt).</p>
<p>Das Verfahren besticht durch seine Einfachheit und seine Vorteile. Bekanntlich ist es ja ein wesentlicher Punkt, der vielen Frauen an der derzeitigen parteipolitischen Kultur nicht gefällt, dass viel über Sachen geredet wird, die die Frauen nicht so wichtig finden, und sie beklagen sich häufig, dass Männer durch lange und redundante Wortbeiträge Sitzungen in die Länge ziehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Parteisitzungen (oder auch die anderer Organisationen), bei denen so verfahren wird, für Frauen attraktiver sind.</p>
<p>Aber natürlich liegen auch die Nachteile auf der Hand. Zum Beispiel ist es ja auch möglich, dass zu einem Thema Männer mehr zu sagen haben als Frauen. Außerdem spitzt ein solches Verfahren die Differenzen zwischen Menschen auf die eine prinzipielle Differenz zwischen Frauen und Männern zu, womit diese Kategorie in gewisser Weise zementiert wird, während andere Unterschiede (Herkunft, Alter, soziale Position) nicht berücksichtigt werden.</p>
<p>Gibt es eine Möglichkeit, aus diesem Dilemma rauszukommen?</p>
<p>Mir fiel auf dem Nachhauseweg ein <a href="http://www.bzw-weiterdenken.de/2007/03/ein-philosophischer-und-politischer-streit-uber-das-verstandnis-von-praxis/" target="_blank">Text von Chiara Zamboni</a> über politische Praxis ein. Darin schreibt sie: „Eine Praxis ist ein Prozess, der in Gang gesetzt wird, um erfinderisch auf einen bestimmten Kontext zu reagieren und damit dafür zu sorgen, dass er sich verändert. Ihre Auswirkungen sind weder planbar noch vorhersehbar, aber sie können während des Prozesses selbst wahrgenommen und eingeschätzt werden.“</p>
<p>Als Beispiel führt sie eine Praxis der Philosophinnengemeinschaft Diotima an. Eine ihrer Schwierigkeiten war anfangs, dass beim Diskutieren sehr häufig Bezug genommen wurde auf das, was andere („berühmte“) Philosophen gesagt hatten – wie es ja in akademischen Kontexten häufig der Fall ist. Statt also selbst zu sprechen und die eigenen Ideen zu formulieren, wurden die in universitärer Weise immer gleich in Beziehung zu einer vorgegebenen Tradition gesetzt. Das machte die Diskussionen langweilig und unfrei. Daher gaben sie sich eine Regel: Nicht mehr zitieren. Niemals und niemanden.</p>
<p>Diese einfache,  kleine Regel erwies sich im Lauf der Jahre als überaus fruchtbar. Die Denkerinnen lösten sich im Lauf der Zeit von der ständigen Bezugnahme auf die überlieferte symbolische Ordnung und wurden sich selbst (und sich gegenseitig) der Maßstab ihrer Diskussionen. Das in der gegenwärtigen Debatte gesprochene Wort wurde wichtiger als der Bezug auf vorausgegangene und kanonische Texte.</p>
<p>Nachdem das passiert war, wurde die Regel wieder aufgegeben, weil sie nicht mehr nötig war. Die neue Praxis hatte dazu geführt, dass sich die Diskussionskultur auf eine Weise verändert hatte, dass die Bezugnahme auf „berühmte“ Philosophen keine Gefahr mehr für das eigenständige Denken und Sprechen der beteiligten Frauen darstellte.</p>
<p>Ich denke, dass dieser Prozess das eigentliche Wichtige dabei ist, wenn sich Organisationen, die mit einer bestimmten Situation unzufrieden sind, Regeln geben. Der Prozess, dass durch die Regeln eine neue Kultur entsteht, wodurch die Regel als solche dann überflüssig wird.</p>
<p>So wäre das eine Herangehensweise, um das oben angesprochene Dilemma zu lösen. Formale Regeln, die sich eine Partei, eine Organistion gibt, die zum Beispiel unzufrieden damit ist, dass Frauen sich nicht in gleichem Maße beteiligen wie Männer – Quoten, abwechselnde RednerInnenlisten etc. – sind nicht zu verstehen als endgültige Lösungen, sondern als der Versuch, eine neue Praxis auszuprobieren.</p>
<p>Die Frage wäre also nicht, ob Quoten oder abwechselnde RednerInnenlisten per se gut oder schlecht, sinnvoll oder sinnlos sind, sondern ob sie in dem bestimmten Kontext hilfreich sind, die Realität in eine bestimmte, gewünschte Richtung zu bewegen. Tun sie das nicht, so besteht die Aufgabe darin, andere Regeln, andere Vereinbarungen zu erfinden. Damit zu experimentieren.</p>
<p>Und noch etwas ist wichtig: Es ist nicht möglich, schon vor der Vereinbarung, eine neue Praxis auszuprobieren, zweifelsfrei vorherzusagen, wie sie sich auswirken wird. Es ist immer ein Experiment, ein Anfang, und man muss beobachten und reflektieren, wie sich das entwickelt.</p>
<p>Regeln als experimentellen Weg für eine politische Praxis zu sehen (und nicht als Patentlösungen) wäre meiner Meinung nach ein Ausweg aus der falschen Alternative, die derzeit zum Beispiel im Zusammenhang mit der niedrigen Attraktivität der Piratenpartei für viele Frauen geführt wird: Frauenquoten einführen oder Nichtstun? Das ist genau nicht die Frage. Jede Organisation muss die für sich und ihren Kontext geeigneten Vereinbarungen und Experimente erfinden (wobei ich aber durchaus der Meinung bin, dass die Piraten sich ruhig für die Erfahrungen, die andere Parteien mit ihren Regeln machen, interessieren könnten).</p>
<p>Wenn bestimmte Kulturen eingeschliffen sind, dann ist Nichtstun jedenfalls keine Option. Das zeigt mir das Beispiel von Diotima, wo es ja noch nicht einmal feministisch geschulten Philosophinnen gelungen ist, sich von der Verhaftung in der traditionellen akademischen Zitiererei zu lösen, ohne sich eine klare, einfache Regel zu geben. Regeln sind natürlich immer eine Einschränkung der situationsbezogenen Freiheit, aber ohne Regeln – oder besser: klare, experimentelle Vereinbarungen zum gemeinsamen Vorgehen – ändern sich eingefahrene Strukturen nun einmal nicht. Weil sie uns allen in Fleisch und Blut und Kopf drinstecken.</p>
<p>Allerdings ist es – und das ist ein Problem, das ich bei den quotierten Parteien beobachte – eben auch nicht damit getan, fixe Regeln wie Quoten oder abwechselnde RednerInnenlisten einzuführen. Das ist nur der Anfang. Genauso wichtig ist, zu beobachten, wie sie funktionieren, ob sie die erwünschte Wirkung haben oder nicht, sie gegebenfalls auch wieder aufzugeben – zum Beispiel dann, wenn sie unerwünschte Folgen haben, wenn sie wirkungslos sind, oder auch (was natürlich das Beste wäre), wenn sie nicht mehr gebraucht werden.</p>
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		<title>Von Schlampen, Ludern und der Politik</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 12:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denker_innen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Harriet Beecher-Stowe]]></category>
		<category><![CDATA[Slutwalk]]></category>
		<category><![CDATA[Victoria Woodhull]]></category>

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		<description><![CDATA[Derzeit wird ja &#8211; morgen ist Slutwalk &#8211; heftig über den Begriff der &#8222;Schlampe&#8220; diskutiert, und die verschiedenen Wortbedeutungen sind aufschlussreich. Ich habe meinen Kommentar zu den Slutwalks schon hier veröffentlicht, außerdem empfehle ich zur Lektüre die Glosse von Luise Pusch dazu. An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass neben den Bedeutungen &#8222;sexuell [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=3963&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3968" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/08/woodhull.jpg"><img class="size-full wp-image-3968" title="Woodhull" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/08/woodhull.jpg?w=500&#038;h=352" alt="" width="500" height="352" /></a><p class="wp-caption-text">Victoria Woodhull. Schlampe und Präsidentschaftskandidatin.</p></div>
<p>Derzeit wird ja &#8211; morgen ist Slutwalk &#8211; heftig über den Begriff der &#8222;Schlampe&#8220; diskutiert, und die verschiedenen Wortbedeutungen sind aufschlussreich. Ich habe meinen Kommentar zu den Slutwalks schon <a href="http://www.publik-forum.de/politik-gesellschaft/artikel/zieh-an-was-du-willst-20105" target="_blank">hier</a> veröffentlicht, außerdem empfehle ich zur Lektüre die Glosse von <a href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/blog/slutwalk-und-schlampenmarsch/" target="_blank">Luise Pusch</a> dazu. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/30930987f53145fc9b874ead08412da0" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass neben den Bedeutungen &#8222;sexuell aufreizend&#8220; und &#8222;unordentlich, ungepflegt&#8220; auch noch die Bedeutung von &#8222;eine Frau, die beansprucht, in die Politik zu gehen&#8220; eine Rolle spielt.</p>
<p>Ein besonders schönes Beispiel ist dieses Zitat, das von Harriet Beecher-Stowe, der Autorin von &#8222;Onkel Toms Hütte&#8220;, gegen das Vorhaben der amerikanischen Feministin <a href="http://www.antjeschrupp.de/woodhull" target="_blank">Victoria Woodhull</a> vorgebracht wurde, die im Jahr 1872 mit einer Aufsehen erregenden Kampagne ihre Kandidatur für die Präsidentschaft der USA angekündigt hat. Beecher-Stowe kritisierte Woodhulls Initiative mit den Worten:</p>
<blockquote><p>Wer immer auch Präsident der Vereinigten Staaten werden will, muss sich darauf einstellen, dass sein Charakter in Stücke gerissen wird, dass er verletzt, geschlagen und mit Schmutz überzogen wird von jedem unflätigen Blättchen im ganzen Land. Keine Frau, die nicht wie ein alter Putzlumpen durch jede Gosse und jedes dreckige Wasserloch gezogen werden will, würde jemals einer Kandidatur zustimmen. Es ist eine Qual, die einen Mann umbringen kann. Was für ein unverschämtes Luder von einer Frau muss das sein, die so etwas aushält, ohne dass es sie umbringt?</p></blockquote>
<p>Ich weiß leider gerade nicht, wie das Wort im englischen Original heißt, aber ich denke &#8222;Schlampe&#8220; und &#8222;Luder&#8220; ist hier relativ wesensverwandt.</p>
<p>Das Hauptproblem, das die bürgerliche Frauenbewegung mit Victoria Woodhull hatte: Sie war nicht &#8222;respektabel&#8220; &#8211; was sozusagen das Gegenteil von &#8222;schlampig&#8220; ist. Sie kam aus der Unterschicht, sie war nicht &#8222;ehrbar&#8220;, sie trat ein für freie Liebe und sexuelle Selbstbestimmung. Und sie schrieb ihre Briefe nicht auf Briefpapier, sondern auf ihrendwelche Zettel. Insofern schließt sich hier der Kreis zwischen den verschiedenen Bedeutungen von &#8222;Schlampe&#8220;.</p>
<p>Denn so unterschiedlich, wie die verschiedenen Konnotationen des Wortes auch sein mögen, so haben sie doch eines gemeinsam: Sie bezeichnen &#8222;unordentliche&#8220; Frauen, also solche, die sich der althergebrachten Ordnung dessen, was weiblich sei, widersetzen. Schlampen beziehen Freiheit auch auf ihre Sexualität, sie sind &#8222;unordentlich&#8220; in dem Sinne, dass sie überlieferte Rollenvorgaben verweigern, und &#8211; und das ist der Punkt &#8211; sie beanspruchen, trotzdem Politik zu machen!</p>
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		<title>Von Brüsten und Bärten</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 21:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschlechterdifferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Girls and Boys]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Im alten Ägypten gab es bekanntlich nicht nur Pharaonen, sondern auch Pharaoninnen (allerdings nicht viele, drei oder so), und als Zeichen ihrer Königswürde trugen sie einen Bart. Dass Geschlechtsmerkmale losgelöst vom biologischen Geschlecht getragen werden, ist also ein schon sehr altes Phänomen. Dass Frauen sich vermännlichen müssen, um &#160;Macht repräsentieren zu können, leider auch. Und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=3937&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3938" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/08/rimg0371.jpg"><img class="size-full wp-image-3938" title="Exif_JPEG_PICTURE" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2011/08/rimg0371.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Hatschepsut, Königin mit Bart.</p></div>
<p>Im alten Ägypten gab es bekanntlich nicht nur Pharaonen, sondern auch Pharaoninnen (allerdings nicht viele, drei oder so), und als Zeichen ihrer Königswürde trugen sie einen Bart. Dass Geschlechtsmerkmale losgelöst vom biologischen Geschlecht getragen werden, ist also ein schon sehr altes Phänomen. Dass Frauen sich vermännlichen müssen, um &nbsp;Macht repräsentieren zu können, leider auch. Und ein bis heute ungelöstes Problem. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/300c176d7d3f4c208cfa44bcf17ea006" width="1" height="1" alt=""></p>
<p>Seit ich die Statuen von Königinnen mit Bart kürzlich bewundert habe, überlegte ich, wie es wohl wäre, wenn weibliche Geschlechtsmerkmale symbolische Zeichen für Einfluss wären. Man stelle sich vor: Ein Staatspräsident, der sich Brüste umschnallen muss, um würdevoll an der Spitze einer Gesellschaft zu stehen. Leider kennen wir Männer, die sich Brüste vorbinden, bisher nur aus Komödien: Männer mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen sind albern.</p>
<p>Morgen ist &#8211; so erfuhr ich grade auf dem Heimweg &#8211; #boobsday bei Twitter. Soweit ich verstanden habe, werden da Frauen ihre Brüste in den Avatar rücken. Die Tweets unter dem Hashtag zu lesen, ist aufschlussreich. Wer mitmacht, ist offensichtlich albern, wer nicht mitmacht, ist Spielverderberin.</p>
<p>Hat eigentlich schon mal jemand ernsthaft über die politische und symbolische Bedeutung von in der Öffentlichkeit gezeigten Brüsten nachgedacht? Ich habe so eine Ahnung, dass das ein interessantes Thema sein könnte.</p>
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		<title>Zwischen Kulturen. Ein Gespräch mit Safeta Obhodjas.</title>
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		<comments>http://antjeschrupp.com/2011/07/14/zwischen-kulturen-ein-gesprach-mit-safeta-obhodjas/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 15:07:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denker_innen]]></category>
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		<category><![CDATA[Bosnien]]></category>
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		<category><![CDATA[Multikulti]]></category>
		<category><![CDATA[Safeta Obhodjas]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem Podcast gibt es jetzt ein Gespräch, das ich letzte Woche mit Safeta Obhodjas geführt habe. Sie ist eine Freundin von mir, und eines unserer Dauer-Streitthemen ist die Integrationsdebatte, wo sie &#8211; anders als ich &#8211; eine &#8222;multikulti-kritische&#8220; Position hat. Ich dachte mir, es ist interessant, das mal mitzuschneiden. Es geht um ihre Erfahrungen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=3866&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem <a href="http://antjeschrupp.podspot.de/" target="_blank">Podcast</a> gibt es jetzt ein Gespräch, das ich letzte Woche mit <a href="http://antjeschrupp.com/2010/04/04/konflikt-als-produktive-praxis-am-beispiel-von-safeta-helene-und-antje/" target="_blank">Safeta Obhodjas</a> geführt habe. Sie ist eine Freundin von mir, und eines unserer Dauer-Streitthemen ist die Integrationsdebatte, wo sie &#8211; anders als ich &#8211; eine &#8222;multikulti-kritische&#8220; Position hat. Ich dachte mir, es ist interessant, das mal mitzuschneiden. Es geht um ihre Erfahrungen mit multikulturellem Zusammenleben im früheren Jugoslawien, die Schwierigkeit, Kritik an der (eigenen) muslimischen Community zu üben und ihre Eindrücke vom Stand der Integrationsdebatte in Deutschland.Das Gespräch dauert eine knappe Stunde. <a href="http://antjeschrupp.podspot.de/post/zwischen-kulturen-gesprach-mit-safeta-obhodjas/" target="_blank">Direkt zum Podcast hier.</a> <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8ee3abbb97ee48dfbcb72f308a249090" width="1" height="1" alt=""></p>
<p>Hier noch die Links zu den Texten, die wir dabei ansprechen:</p>
<p><a href="http://www.bzw-weiterdenken.de/2007/02/dzammilas-vorbild/" target="_blank">Safetas Erzählung &#8222;Dzammilas Vorbild&#8220;<br />
</a><a href="http://www.bzw-weiterdenken.de/2007/05/das-erbe-unserer-vorfahrinnen/" target="_blank">Ihr Essay über die Frauenbewegung in Jugoslawien<br />
</a><span class="Apple-style-span" style="color:#000000;"><a href="http://www.bzw-weiterdenken.de/author/safeta-obhodjas/" target="_blank">Weitere Texte von ihr auf bzw-weiterdenken.de<br />
</a></span><span class="Apple-style-span" style="color:#000000;"><a href="http://www.safetaobhodjas.de/" target="_blank">Ihre Homepage</a></span></p>
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		<title>Das einzige Mittel gegen Fakes: Körperkontakt!</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2011/06/13/das-einzige-mittel-gegen-fakes-korperkontakt/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Jun 2011 16:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kann im Internet eine falsche Identität vortäuschen, das ist lange bekannt. Und man kann sie sogar sehr gut vortäuschen, wie Tom Mac Master uns gerade bewiesen hat: Mit seinem Blog, in dem er so tat, als sei er eine junge lesbische Aktivistin in Syrien, hat er weltweite Aufmerksamkeit bekommen hat. Viele haben ihm geglaubt. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&amp;blog=6476496&amp;post=3765&amp;subd=antjeschrupp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann im Internet eine falsche Identität vortäuschen, das ist lange bekannt. Und man kann sie sogar sehr gut vortäuschen, wie Tom Mac Master uns gerade bewiesen hat: Mit seinem Blog, in dem er so tat, als sei er eine junge lesbische Aktivistin in Syrien, hat er weltweite Aufmerksamkeit bekommen hat. Viele haben ihm geglaubt. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/400254341d3f4095ad9fbeb14f6ea55a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Die moralische Entrüstung ist nun groß, und natürlich ist auch der Schaden groß. “You took away my voice, Mr MacMaster, and the voices of many people who I know” schreibt etwa Daniel Nassar, Herausgeber des  <a href="http://gaymiddleeast.com/news/news%20317.htm" target="_blank">Gay Middle East blog</a>. „Weiße Privilegienpimmel, die sich als Lesbians of Color ausgeben. Diese Form von Gewalt ist perfide, ekelerregend und macht sprachlos“, <a href="http://twitter.com/#!/lantzschi/statuses/80286157648310273" target="_blank">twitterte</a> @lantzschi.</p>
<p>Aber mit Moral kommt man im Bereich des Politischen nicht weit. Das Ganze ist nur zum Teil eine ethische Frage, sondern es ist eigentlich eine erkenntnistheoretische: Inwiefern hängt die eigene Identität mit dem Inhalt dessen, was man sagt, zusammen? Tom Mac Master etwa versteht das Problem nicht. Er verteidigt sich mit dem Argument, dass er zwar nicht sei, wer er vorgegeben hat, zu sein, aber was er geschrieben hat, war doch richtig? Und man muss zugeben: Das war es ja offenbar auch, wenn viele es so gut fanden und sogar große internationale Medien ihn/sie um Interviews baten.</p>
<p>Was also macht die Aussage einer lesbischen Syrierin zu einer solchen? Die mediale Antwort ist klar: Die Medien schätzen es, wenn eine lesbische Syrierin möglichst gut, mitreißend und eloquent das sagt, wovon sie glauben, dass eine lesbische Syrierin es so sagt. Und genau das hat Tom Mac Master geliefert. Etwas anderes konnte er ja auch gar nicht liefern, weil er nämlich keine lesbische Syrierin ist, sondern ein amerikanischer Student. Er musste also sich vorstellen, was eine lesbische Syrierin wohl so sagen würde, und das hat er – offenbar sehr überzeugend – aufgeschrieben.</p>
<p>Genau so funktioniert mediale Aufbereitung von politischer Dissidenz generell: Zu Wort kommt und Aufmerksamkeit bekommt, wer als Teil einer identitären Gruppe möglichst das aufschreibt, was man im Allgemeinen von einer Person aus dieser Gruppe erwartet. Bricht eine Person diese Erwartungen, wird es kompliziert, stimmt nicht mehr mit den üblichen Zuweisungen und Vorurteilen überein, erfordert Differenzierungen – und schon ist kein Platz mehr dafür in den Medien.</p>
<p>In meinem Text <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/diskurs" target="_blank">„Jenseits von Mainstream und Nische“</a>, den ich für das demnächst erscheinende Buch<a href="http://www.sozialebewegungen.org/" target="_blank"> „Soziale Bewegungen und Social Media“</a> geschrieben habe, geht es genau um dieses Thema. Darin vertrete ich die These, dass das Internet helfen kann, dieser Verengung in den Mainstreammedien entgegen zu treten.</p>
<p>Nach der Mac-Master-Affäre muss ich präzisieren: Das stimmt nur dann, wenn wir die Vernetzung über das Internet bewusst und aktiv mit körperlichen Begegnungen kombinieren. Politischer Aktivismus nur über das Netz reicht nicht. Denn es gibt nur genau eine Möglichkeit, um zu überprüfen, ob diejenigen, mit denen wir uns via Internet vernetzen, auch die sind, die sie vorgeben, zu sein: Wir müssen sie treffen. Körperkontakt haben, sozusagen.</p>
<p>Tatsächlich merke ich an mir selbst, dass das Bedürfnis, Menschen auch persönlich zu treffen, mit denen ich mich im Internet anfreunde, sehr groß ist. Inzwischen habe ich auch schon viele getroffen. Von ihnen weiß ich, dass sie „echt“ sind und kein Fake. Und ich habe auch gemerkt, dass ich sie dann jedes Mal nach anderen ausfrage: Kennt Ihr die und den? Habt Ihr die schon gesehen?</p>
<p>Das ist kein Voyeurismus. Sondern Zeuginnenschaft. Wenn @ihdl mir erzählt, dass sie @lantzschi schon getroffen hat, dann bezeugt sie mir gegenüber deren Echtheit. Die Frage ist dann quasi nicht mehr, ob @lantzschi überzeugend vorgibt, die zu sein, die sie behauptet, sondern die Frage ist, ob ich @ihdl glaube, von der ich ja schon mal weiß, wer sie ist, jedenfalls so grob.</p>
<p>Die Frauenbewegung (und, wie ich meine, jede ernst zu nehmende soziale Bewegung) ist eine Bewegung persönlicher Beziehungen. Eben deshalb, weil es darum geht, von der eigenen Position ausgehend Neues zu denken. Also um zu erfahren, was die lesbische Syrierin möglicherweise anderes denkt, als ich selbst – die ich nämlich eine heterosexuelle Deutsche bin – mir vorstellen könnte, was eine wie sie sagen würde.</p>
<p>Diese Möglichkeiten sind im Internet viel besser geworden als früher. Aber eben nur dann, wenn ich mir sicher sein kann, dass die anderen kein Fake sind. Das lässt sich über moralische Forderungen nicht gewährleisten. Wir kommen, Internet hin oder her, nicht ohne Treffen aus. Nicht ohne Zeuginnenschaft für die Echtheit der anderen. Nicht ohne gemeinsames <a href="http://antjeschrupp.com/2009/08/11/die-politik-der-frauen/" target="_blank">&#8222;Denken in Gegenwart“</a>, wie Chiara Zamboni es formuliert hat. Ohne das laufen wir Gefahr, den Klischees unserer eigenen Vorurteile zum Opfer zu fallen.</p>
<p>Kurz und gut, wir müssen, hin und wieder, gleichzeitig im selben Raum sein. Kein Medium – auch nicht das Internet – kann das jemals ersetzen.</p>
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