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	<title>Aus Liebe zur Freiheit</title>
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	<description>Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz</description>
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		<title>Anti-Feminismus und Unfeminismus</title>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 15:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist sinnvoll, zwischen Anti-Feminismus und Un-Feminismus zu unterscheiden. Die beiden Haltungen unterscheiden sich dabei nicht so sehr durch die Inhalte als vielmehr durch einen bestimmten Habitus.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5236&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1b901320877d4c4eb26d7c94534005cd" alt="" width="1" height="1" />In Leipzig habe ich auf Einladung des Frauenzentrums <a href="http://monaliesa.wordpress.com/" target="_blank">MonaLiesa</a> neulich einen Vortrag zum Thema Antifeminismus gehalten. Es war das erste Mal, dass ich öffentlich zu dem Thema gesprochen habe, und daher sind meine Thesen dazu vielleicht auch noch ein bisschen unausgegoren. Denn bei den meisten Themen ist es so, dass sich meine Meinung dazu im Laufe der Diskussionen noch weiter entwickelt.</p>
<p>Meine vorläufige These, die ich jetzt gerne auch hier im Blog zur Diskussion stellen möchte, ist Folgende:</p>
<p>Es ist sinnvoll, zwischen Anti-Feminismus und Un-Feminismus zu unterscheiden. Die beiden Haltungen unterscheiden sich dabei nicht so sehr durch die Inhalte, die vertreten werden, als vielmehr durch einen bestimmten Habitus:</p>
<p>Antifeministisch nenne ich Bewegungen, Argumente und Initiativen, die zum Ziel haben, weibliche Subjektivität zu bekämpfen, und die daher versuchen, den öffentlichen Einfluss von frei handelnden Frauen zu unterbinden. Antifeministen und Antifeministinnen <a title="Antifeminismus pur: Warum ich Kristina Schröders Buch nicht lesen werde" href="http://antjeschrupp.com/2012/04/17/antifeminismus-pur-warum-ich-kristina-schroders-buch-nicht-lesen-werde/" target="_blank">(die gibt es leider auch</a>) sprechen Frauen, die von sich selbst und ihren Erfahrungen ausgehend zu Ansichten kommen, die außerhalb des gesellschaftlichen Mainstreams liegen, die Position eines ernst zunehmenden Gegenübers ab. Anstatt sich inhaltlich mit ihnen auseinander zu setzen, qualifizieren Antifeministen solche Frauen zum Beispiel als unwissenschaftlich, irrational oder lächerlich ab.</p>
<p>Unfeministisch hingegen sind Menschen und Positionen, die sich entweder mit Feminismus noch kaum beschäftigt haben – sei es, dass sie noch nie damit konfrontiert waren, dass sie sich für das Thema nicht interessieren oder dass sie die Geschlechterdifferenz für irrelevant halten – oder aber die sich zwar damit beschäftigt haben, jedoch zu einer inhaltlich anderen Ansicht gelangt sind, als die Feministin, mit der sie es gerade zu tun haben.</p>
<p>Die Unterscheidung zwischen Antifeminismus und Unfeminismus ist wichtig, weil sich daran festmacht, ob es sich lohnt, mit dem betreffenden Gegenüber in eine Beziehung zu treten oder nicht – also zum Beispiel sich auf eine Diskussion einzulassen oder einen Kommentar freizuschalten. Es ist sinnlos, mit einem Antifeministen diskutieren zu wollen, weil er mich als Gesprächspartnerin ja gar nicht ernst nimmt. Mit unfeministischen Menschen hingegen ist eine Diskussion möglich, da sie zwar andere Ansichten vertreten, aber wahrnehmen und akzeptieren, dass ich ein eigenständiges Gegenüber bin, mit dessen Freiheit und Subjektivität sie rechnen müssen.</p>
<p>Das heißt natürlich nicht, dass eine Feministin mit unfeministischen Menschen diskutieren <em>muss</em>. Es kann ja viele Gründe geben, sich nicht auf eine Diskussion einzulassen, obwohl es prinzipiell möglich wäre – keine Lust, keine Zeit, was auch immer. Antifeministen erkennt man übrigens auch daran, dass sie eine solche „Beziehungsverweigerung“ nicht als selbstverständliche Option akzeptieren. Sie gehen davon aus, dass sie ein Recht darauf haben, dass eine Frau, die andere Meinungen hat als sie, ihnen das solange erklärt, bis es ihnen persönlich nachvollziehbar ist – eben weil sie nicht akzeptieren, dass da eine Differenz sein könnte, die man eben einfach stehen lassen muss, und dass das in einem pluralen politischen Diskurs etwas ganz Normales ist.</p>
<p>Kompliziert wird das Ganze auch dadurch, dass Antifeministen relativ gemäßigte Positionen zum Verhältnis der Geschlechter vertreten können, während Unfeministen sehr sexistische Ansichten haben können. Nicht alle, die zum Beispiel der Meinung sind, dass Kinder am besten von der biologischen Mutter versorgt werden, sind deshalb schon antifeministisch. Vielleicht haben sie einfach nur zu viele Bücher von Evolutionsbiologen gelesen. Hingegen gibt es durchaus Antifeministen, die für die Gleichberechtigung eintreten – sofern Frauen sich dabei an die von ihnen vorgegebenen Spielregeln halten.</p>
<p>In der Realität kommen die beiden Formen „Antifeminismus“ und „Unfeminismus“ natürlich häufig vermischt vor. Aber dennoch meine ich, dass die Unterscheidung klar und prinzipiell ist. Es gibt ja viele Phänomene, die eng beieinander liegen, wie zum Beispiel <a href="http://www.antjeschrupp.de/rez-markert-welt-der-gabe" target="_blank">Tauschen und Schenken</a>, oder wo der Grat, wo das eine ins andere umschlägt, sehr schmal ist, wie der zwischen<a href="http://www.antjeschrupp.de/macht-und-politik-sind-nicht-dasselbe"> Macht und Politik</a>.</p>
<p>Als praktisch bei der Unterscheidung zwischen Antifeminismus und Unfeminismus hat sich für mich die „Rechtfertigungsprobe“ ergeben: Habe ich den Impuls, mich für meine Ansicht zu rechtfertigen? Werde ich wütend? Bin ich genervt? Fühle ich mich schlecht? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es hier um Antifeminismus geht. Oder fühle ich mich herausgefordert? Habe ich Lust, mich auf ein „argumentatives Kräftemessen“ einzulassen? Dann habe ich es wahrscheinlich einfach nur mit einem Menschen zu tun, der anderer Meinung ist als ich.</p>
<p>Zumindest ist das die These, von der ausgehend ich das Thema experimentell weiter verfolgen werde.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5236/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5236/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5236&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Gendercamp: Nicht richtig satt geworden</title>
		<link>http://antjeschrupp.com/2012/05/22/gendercamp-nicht-richtig-satt-geworden/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2012 17:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Barcamps]]></category>
		<category><![CDATA[Gendercamp]]></category>
		<category><![CDATA[Hüll]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gendercamp am vergangenen Wochenende in Hüll war gleichzeitig auch mein erstes Barcamp überhaupt, an dem ich so richtig teilgenommen habe. Und ich bin ein wenig hin- und hergerissen, was &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/22/gendercamp-nicht-richtig-satt-geworden/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5216&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/94bbb4a6d5bf48e991c545a862433048" alt="" width="1" height="1" />Das <a href="http://www.gendercamp.posterous.com" target="_blank">Gendercamp</a> am vergangenen Wochenende in Hüll war gleichzeitig auch mein erstes Barcamp überhaupt, an dem ich so richtig teilgenommen habe. Und ich bin ein wenig hin- und hergerissen, was ich von diesem Veranstaltungsformat halten soll.</p>
<p>Für alle, die es nicht kennen: Bei einem Barcamp gibt es kein vorgegebenes Programm, sondern die Teilnehmer_innen legen selbst fest, welche Themen bearbeitet werden. In Hüll war es so, dass immer vormittags im Plenum alle, die eine „Session“ anbieten wollten, ihr Thema kurz vorstellten, und dann einen Raum und eine Zeit wählten, wo das stattfand.</p>
<div id="attachment_5217" class="wp-caption alignleft" style="width: 316px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/penandpaper.jpg"><img class=" wp-image-5217  " title="penandpaper" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/penandpaper.jpg?w=306&h=194" alt="" width="306" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Die Gendercamp-Session mit dem größtem Informationswert für mich: Pen and Paper-Rollenspiele ausprobieren.</p></div>
<p>Es gab an den zwei vollen Tagen jeweils sechs Zeitfenster für Sessions (am Sonntag auch nochmal zwei, aber da war ich nicht mehr da), und meistens fanden so drei bis fünf davon parallel statt. Sie dauerten immer 45 Minuten, dann war eine Viertelstunde Zeit, um den Raum zu wechseln oder eben auch länger fürs Mittagessen und Kaffeetrinken. Alle entschieden sich relativ spontan, wohin sie gingen. Bei der kleinsten Session, an der ich teilnahm, waren wir zu dritt, bei der größten waren es gut zwanzig Personen. Abends gab es dann nochmal ein Plenum für Organisatorisches. Insgesamt haben so gut fünfzig Leute am Gendercamp teilgenommen.</p>
<p>Im Prinzip finde ich es natürlich gut, dass Barcamps die bei Tagungen sonst übliche Aufteilung zwischen „Expert_innen“ und „Publikum“ aufheben. Allerdings hat mich das Räumchen-Wechsel-Dich auch etwas unzufrieden gemacht. Nicht unbedingt, weil man zwangsläufig die meist auch spannenden Parallel-Sessions verpasst hat, sondern eher, weil auf diese Weise die Themen immer nur grob angerissen wurden.</p>
<p>Ich hatte den Eindruck, dass da eine riesige Fülle von Informationen, Erfahrungen, Ideen vorhanden war, mit denen ich aber immer nur „angefüttert“ wurde, ohne mich jemals richtig satt essen zu dürfen. Das lag, glaube ich, nicht mal nur daran, dass 45 Minuten ja eigentlich für jedes Thema zu kurz sind (wobei es auch „Doppel-Sessions“ von 90 Minuten gab), sondern eher daran, dass es bei den beteiligten Menschen untereinander keine Kontinuität gab. Man hat sich ja alle Stunde wieder in anderen Konstellationen zusammengewürfelt. So konnte eigentlich keine Vertrautheit entstehen, und die Beziehungen blieben für mich im Stadium des „Sich Beschnupperns“.</p>
<p>Natürlich lag das auch daran, dass ich kaum jemanden schon vorher kannte, außer aus dem Internet. Es war schon toll, so viele interessante Menschen auch einmal persönlich zu treffen, aber die Gespräche verliefen eigentlich immer „in Fetzen“, und nie konnte ich sicher sein, die andere noch mal wiederzusehen.</p>
<p>Hinzu kommt, dass in so einem Setting viel Kraft für das Aushandeln von Regeln nötig ist. Gerade bei einem Gendercamp, wo ja der Anspruch besteht, eine bessere Diskussions- und Umgangskultur zu praktizieren als gesellschaftlich sonst üblich (à la „Der Lauteste kriegt den meisten Raum“). Da hatte ein „Awareness-Team“ großartige Vorarbeit geleistet, aber kulturelle Praktiken sind eben nicht nur eine Sache des theoretischen Wissens, sondern vor allem eine der Übung. Und es braucht eine gewisse Zeit und auch gegenseitiges Vertrauen, um sie zu verankern. Ich fand, dass es für die Umstände ziemlich gut gelungen ist, aber es war auch anstrengend, worüber <a href="http://blog.adrianlang.de/?p=909" target="_blank">Adrian schon gebloggt hat</a>.  Vielleicht entwickelt sich das ja im Lauf der Jahre, wenn sich durch Menschen, die wiederholt am Gendercamp teilnehmen, eine gewisse Selbstverständlichkeit einstellt.</p>
<p>Alles in allem hat sich die wohlige „Sattheit“, die ich oft nach feministischen Wochenendtagungen habe, dieses Mal nicht so eingestellt. Eher fühle ich mich wie nach einem Urlaub, wo ich zwar viele Anregungen bekommen habe, aber nicht so wirklich selbst eingestiegen und aufgewühlt worden bin.</p>
<p>Wobei natürlich auch nichts gegen Urlaubmachen spricht, schon gar nicht in netter Umgebung und in interessanter Gesellschaft. Wenn ich es mir einrichten kann (und das Gendercamp wieder stattfindet), fahre ich nächstes Jahr wieder hin.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5216/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5216&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Frauen, Männer, Parteipolitik. Ein Zwischenstand.</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 12:41:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Parteipolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze im Zug zurück vom Gendercamp, es gibt W-Lan, ich klappe das Internet auf, und was mir gleich wieder entgegenschwappt sind fehlende Frauen. Aktuell liegt ihr Anteil offenbar auf &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/20/frauen-manner-parteipolitik-ein-zwischenstand/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5202&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c753cde682064344b337e8bf1a836bbb" alt="" width="1" height="1" />Ich sitze im Zug zurück vom <a href="http://gendercamp.posterous.com/" target="_blank">Gendercamp</a>, es gibt W-Lan, ich klappe das Internet auf, und was mir gleich wieder entgegenschwappt sind fehlende Frauen. Aktuell liegt ihr Anteil offenbar auf irgendeiner Piratenliste bei Null. Und sofort gehen die Reflexe los, die eine Seite ruft: „Aber es haben nun mal keine Frauen kandidiert“, die andere Seite skandiert „Quote, Quote“. So weit, so langweilig.</p>
<p>Ich klappe das Internet wieder zu und lese einen Vortrag von Christina Thürmer-Rohr über den Stand des Feminismus, den sie im März gehalten hat. Darin greift sie eine interessante Frage auf, die Barbara Sichtermann vor zwanzig Jahren gestellt hat:</p>
<blockquote><p>Jetzt, wo wir alles sagen dürfen, seien die Männer überrascht und erleichtert. Denn was sie zu hören bekämen, unterscheide sich eigentlich gar nicht vom allseits Gewohnten. Eigentlich könne man sich wundern, warum den Frauen überhaupt ein Jahrtausende altes Redeverbot auferlegt worden war. Denn wenn sie nun das Gleiche wie den Common Sense zu Gehör bringen, wäre die alte Schweigeverordnung ja gar nicht nötig gewesen. Wenn Frauen an den alten Maßstäben gar nicht rütteln, wenn sie gar keine andere Welt anvisieren, hätte man sie doch gefahrlos schon längst reden lassen können.</p></blockquote>
<p>Das war die interessante Frage, damals, 1992. Heute glaube ich, dass wir schon eine Antwort wagen könnten: Denn offenbar haben die Frauen ja wieder damit aufgehört, das Gleiche und Gewohnte zu sagen. Eher bevorzugen sie es, gar nichts zu sagen (Folge: Kandidatinnenmangel).</p>
<p>Aber nicht alle Frauen wenden sich von der Parteipolitik ab. Es gibt einige Frauen, die haben den Ehrgeiz, etwas anderes zu sagen und zu tun, oder es zumindest auf eine andere Weise zu sagen und zu tun, und zwar auch an der Spitze der etablierten Strukturen, Frauen wie Angela Merkel, Petra Roth, Hannelore Kraft (und das sind nur Beispiele für etwas, das ich für einen neuen Trend halte).</p>
<p>Dass diese „Spitzenfrauen“ nicht einfach nur eine weibliche Variante des männlichen Polit-Models darstellen (solche gibt es allerdings auch,  und leider sogar viele), ist im Fall von Angela Merkel noch tabuisiert worden – auch von ihr selbst, die ja immer betont hat, ihr Frausein spiele keine Rolle, was damals wohl noch notwendig war, um überhaupt an die Spitze gelangen zu können. Bei Petra Roth war es schon offensichtlicher, schließlich war die Diskrepanz im Wähler_innenzuspruch zwischen ihr (ganz Frankfurt lag ihr zu Füßen) und ihrem Parteikollegen Boris Rhein (krachende Niederlage gegen einen unbekannten, farblosen Gegner) anders nicht zu erklären.</p>
<p>Jetzt bei Hannelore Kraft ist endlich auch in den Analysen darüber diskutiert worden, dass hier nicht einfach nur weibliche Köpfe gewählt wurden, die das Gleiche sagen und tun wie ihre männlichen Vorgänger, sondern dass es tatsächlich darum geht, dass sie etwas <em>anders </em>machen, unabhängig von Parteiprogrammen.</p>
<p>Ich glaube, das könnte eine große Signalwirkung auf Frauen haben, die derzeit keinen Sinn in der überkommenen Männerpolitik sehen. Ich halte es für möglich, dass so mehr Frauen davon überzeugt werden, es könnte sich lohnen, in die „offizielle Politik“ zu geben. Weil sie sehen, dass es tatsächlich möglich ist, dort etwas anderes zu machen. Dass nicht alle Frauen in Machtpositionen automatisch das Gleiche sagen und machen wie bisher die Männer. Und noch grandioser wäre es natürlich, wenn sich auch noch mehr Männer davon anstecken ließen (ein paar Infizierte gibt es schon).</p>
<p>Der Wunsch, etwas anderes zu machen als die bisherigen Polit-Patriarchen, ist ja auch unter Männern vorhanden. Ihre Kritik tragen sie aber nicht innerhalb der etablierten Parteien aus, sondern viele von ihnen sammeln sich derzeit in der Piratenpartei. Ich glaube, das liegt daran, dass bei ihnen der Wunsch nach einem symbolischen Bruch mit dem Alten sehr groß ist (ein klassisches Motiv im patriarchalen Kampf von Vater und Sohn um die Vorherrschaft).</p>
<p>Unter Frauen ist dieses symbolische Bedürfnis kaum verbreitet, im Gegenteil: Sie verändern die etablierten Parteien, indem sie sogar bewusst auf der symbolischen Ebene den Eindruck erwecken, es würde doch alles beim Alten bleiben.</p>
<p>Es gibt natürlich inzwischen auch in der Piratenpartei Feministinnen, aber sie werden es nicht schaffen, die Partei auch nur annähernd für Frauen so attraktiv zu machen wie sie für Männer ist. Trotzdem ist ihr Engagement sehr wichtig. Sie sorgen dafür (hoffentlich), dass die Piratenpartei nicht von einer männerlastigen und unfeministischen zu einer antifeministischen Partei wird – eine Gefahr, die dort größer ist als bei anderen Parteien, eben weil sie ein Sammelbecken für männliche politische Unzufriedenheit ist. Feministisches Engagement innerhalb der Piraten könnte auch sicher stellen, dass all diejenigen Frauen, die sich für piratige Themen und eine entsprechende politische Kultur interessieren, dort auch tatsächlich mitarbeiten können, ohne dauernd auf Hindernisse und Lästigkeiten zu stoßen.</p>
<p>Aber, wie gesagt, auf einen akzeptablen Frauenanteil werden es die Piraten nicht bringen. Vielleicht muss man sich einfach damit abfinden – und darüber nachdenken, unter welchen Voraussetzungen strategische Bündnisse mit einer Männerpartei möglich sein könnten.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5202/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5202/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5202&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wir mussten reden</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 07:34:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern traf ich mich in Berlin zu einem ausgedehnten Vormittagsplausch mit Michael Seemann und Max Winde für deren Podcast „Wir müssen reden“. Wir philosophierten über Organisationen und Institutionen, über feministische &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/18/wir-mussten-reden/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5193&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/wir-muessen-reden.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5195" title="wir muessen reden" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/wir-muessen-reden.jpg?w=300&h=300" alt="" width="300" height="300" /></a>Gestern traf ich mich in Berlin zu einem ausgedehnten Vormittagsplausch mit Michael Seemann und Max Winde für deren Podcast <a href="http://wir.muessenreden.de/" target="_blank">„Wir müssen reden“</a>. Wir philosophierten über Organisationen und Institutionen, über feministische und digitale Weltveränderung, über Frankfurt und Berlin und über einen Igel, der jetzt hier wohnt. Großartig. Die drei Stunden gingen rum wie nix.</p>
<p>Den Podcast gibt es <a href="http://wir.muessenreden.de/2012/05/17/wmr42-der-igel-wohnt-jetzt-hier/" target="_blank">hier</a> zum Anhören und (demnächst?) auch bei itunes, glaube ich.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5193/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5193&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ohne jede Moral: Was Frauen Sex bedeutet</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 07:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Sichtermann]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Frauen und Sex ist ein mühsames Thema, vor allem weil es normalerweise nie diskutiert wird, ohne die Antwort mit den Männern zu vergleichen. Wunderbar anders geht Barbara Sichtermann an das Thema heran...<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5175&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/was-frauen-sex-bedeutet-barbara-sichtermann.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5177" title="Was Frauen Sex bedeutet Barbara Sichtermann" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/was-frauen-sex-bedeutet-barbara-sichtermann.jpg?w=211&h=300" alt="" width="211" height="300" /></a><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/617a3f599b364f0c8d79e376e66a7f5f" alt="" width="1" height="1" />Frauen und Sex ist ein mühsames Thema, vor allem weil es normalerweise nie diskutiert wird, ohne die Antwort mit den Männern zu vergleichen: Wollen Frauen seltener Sex oder genauso oft? Wollen sie &#8220;kuscheligeren&#8221; Sex oder ist das nur anerzogen?</p>
<p>Wunderbar anders geht Barbara Sichtermann an das Thema heran. Sie lässt sieben Frauen ihre Geschichte erzählen und verpackt das Ganze in Romanform: Ihre fiktive Ich-Erzählerin soll Frauen für eine sozialwissenschaftliche Studie zum Thema Sex befragen und gibt dabei nichts vor, sondern lässt die Interviewpartnerinnen einfach frei erzählen, was ihnen dazu einfällt.</p>
<p>Ich vermute, dass dem Ganzen wirkliche Gespräche zugrunde liegen, die Barbara Sichtermann selbst geführt hat, die sie aber aus (nachvollziehbaren) Gründen vor der Veröffentlichung verfremden wollte. Eine kurze Runde bei Google konnte mir diese Frage nicht beantworten, und auch das Buch selbst lässt die Leserin in Bezug auf seine Entstehungsgeschichte im Dunkeln, was auch sein einziges Manko ist. Denn die Geschichten sind so spannend, interessant, aufschlussreich, dass ich einfach gerne gewusst hätte, welche Mischung von Authentizität und Fiktion dahinter steht.</p>
<p><em>(Update: Ein_e Blogleser_in hat bei Barbara Sichtermann nachgefragt und eine ausführliche Antwort bekommen, die <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/15/ohne-jede-moral-was-frauen-sex-bedeutet/#comment-19408">unten in den Kommentaren</a> steht)</em></p>
<p>Aber gut: Die Geschichten sind individuelle Geschichten, die Ansichten und Erfahrungen der Frauen unterscheiden sich stark, widersprechen sich teilweise krass, Gemeinsamkeiten finden sich eigentlich kaum, wenn man die äußeren Fakten ihres Umgangs mit Sexualität betrachtet oder ihre Einstellungen dazu.</p>
<p>Aber gerade deshalb tritt das, was sie gemeinsam haben, umso frappierender zu Tage: Und das ist die vollständige Abwesenheit jeglicher Moral. Das ist ein sehr interessanter Befund, denn schließlich hat man das den Frauen doch lange zugeschrieben &#8211; dass sie moralisch wären, gerade im Bezug auf Sexualität. Doch das sexuelle Begehren scheint sich, auch wenn es sich bei jeder Frau völlig anders äußert, genau nicht in konventionelle Beziehungsformen leiten zu lassen, selbst bei den Frauen nicht, die dieses Bild nach außen aufrechterhalten. Das Begehren folgt einer anderen Logik, es überwältigt, schmeißt Konventionen um, ist unverfügbar, bringt Dinge durcheinander.</p>
<p>Gleiches gilt im Übrigen von der biologischen Folge der Sexualität: dem Mutterwerden. Auch hierzu nehmen die Frauen eine erstaunlich selbstbestimmte Haltung an. Insofern ist das Buch auch eines über das weibliche Begehren in einem weiteren Sinn, das sich &#8211; gerade in der Sexualität, aber ich meine, das Prinzip ließe sich auch darüber hinaus ausweiten &#8211; einen Weg in die Welt bahnt, die nicht immer erfreulich ist, sondern von komplizierten Beziehungen, von Gewalt, von Zwängen, von ungleichen Chancen geprägt.</p>
<p><em>Barbara Sichtermann: Was Frauen Sex bedeutet. 183 S., Brandes &amp; Apsel, Frankfurt 2012, 17,90 Euro.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5175/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5175&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Herr Vetter und Herr Freud</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 10:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht und Gesetz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sache mit Ariane Friedrich, die auf ihrer (inzwischen gelöschten) Facebook-Seite einen Mann, der sie mit übergriffig-sexualisierten Mails belästigt hatte, öffentlich gemacht hatte, ist ja eigentlich inzwischen durch, aber dann &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/07/herr-vetter-und-herr-freud/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5134&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sache mit <a href="http://meedia.de/internet/ariane-friedrich-und-der-facebook-pranger/2012/04/24.html" target="_blank">Ariane Friedrich</a>, die auf ihrer (inzwischen gelöschten) Facebook-Seite einen Mann, der sie mit übergriffig-sexualisierten Mails belästigt hatte, öffentlich gemacht hatte, ist ja eigentlich inzwischen durch, aber dann doch nicht. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/25886b569fa84c09b1d6a15fe03eadcd" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Udo Vetter hat nämlich auf der Republica einen <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/udo-vetter-ruft-zum-rechtsbruch-auf-a-831422.html" target="_blank">Vortrag</a> darüber gehalten, was man im Internet darf und was nicht. Sein erstes Beispiel ist Ariane Friedrich, und durchaus mit Gründen, denn sie hat handfeste Fehler gemacht: Sie hätte keinen sachlich falschen Vorwurf erheben dürfen (der Mann hätte ihr ein Foto von seinem Penis geschickt, was sich, wie sich später herausstellte, nicht stimmte, es war was anderes auf dem Foto &#8211; das sie sich verständlicherweise nicht angeschaut hatte) und vor allem hätte sie Namen und Wohnort nicht auf diese Weise nennen dürfen, weil es dort noch einen zweiten gleichnamigen Mann gab. Einer von beiden war aber unschuldig.</p>
<p>Mit diesen beiden Punkten hätte das Beispiel Ariane Friedrich eigentlich gereicht, um die Fallstricke solcher Veröffentlichungen zu erläutern, aber Udo Vetter ritt auf einem ganz anderen Punkt herum, nämlich dem, dass Ariane Friedrich die <em>Privatsphäre</em> des betreffenden Mannes verletzt hätte. An dieser Stelle musste ich laut loslachen.</p>
<p>Das alles hätte aber noch nicht für einen eigenen Blogpost gereicht. Doch als ich dann zu diesem schönen Satz kam, dachte ich, das darf nicht verloren gehen. Vetter beendet seine Belehrungen nämlich mit den Worten:</p>
<blockquote><p>Ich räume natürlich ein, dass menschlich gesehen das, was Frau Friedrich gemacht hat, ein nachvollziehbarer Zug ist. Also da kann man jetzt nicht&#8230; Also, dass die Verärgerung über solche Belästigungen <em>(an dieser Stelle deutete Herr Vetter mit den Händen Anführungszeichen an)</em> problematisch und nicht erfreulich ist.</p></blockquote>
<p>Wirklich problematisch und unerfreulich, dass Frauen sich heutzutage über &#8220;solche Belästigungen&#8221; nicht nur ärgern, sondern das auch noch öffentlich herumposaunen. Schöner ließ Freud nie grüßen. (Wer&#8217;s sich selbst anschauen möchte: Ungefähr bei 12.30)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5134/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5134/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5134&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Dekoration und Reichweite. Oder: Was ist Relevanz?</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 13:20:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Relevanz bemisst sich  nicht an Klick-Zahlen: Ein Blogpost, der zwei Leute zum Umdenken anregt, ist objektiv „relevanter“ als einer, der zwanzigtausend in ihrer Meinung bestätigt....<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5118&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5120" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/aliens.jpg"><img class="size-full wp-image-5120" title="Aliens" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/aliens.jpg?w=547" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Alienaugen im Deko-Dschungel.</p></div>
<p style="text-align:left;">Ich bin auf einer Mottoparty zum Thema „Raumstation“. In einer Privatwohnung, drei Zimmer, Flur, Bad, alle phantasievoll dekoriert. Ein Raum ganz dunkel zum Chillen, mit leuchtenden Planeten am Himmel, einer metallisch-silbern verkleidet, einer mit grünem Dschungel. Eine Woche Urlaub haben sich die Gastgeber genommen, um das so hinzukriegen, monatelang Ebay durchstöbert.</p>
<p>Ich kann mich nicht beherrschen und schicke Bilder auf Instagram. Es ist einfach zu schade, dass nur wir paar Partygäste dieses grandiose Kunstwerk sehen dürfen. Und dann kommt mir dieser bescheuerte Gedanke: Wenn es einen Wettbewerb für die am besten dekorierte Partywohnung gäbe, dann würden die hier gewinnen. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/af890c63c4be41188e0748a02e125d31" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Und sofort weiß ich auch: Wenn es einen solchen Wettbewerb gäbe, dann wäre das ganze Schöne futsch. Dann kämen nämlich die Mikrofone, die Reporterinnen, die Dekorationsexperten. Die objektiven Maßstäbe. Dann würden auf einmal die unwahrscheinlichsten Leute anfangen, dekorierte Parties zu veranstalten, nicht für sich und ihre Gäste, sondern für den Preis, den Ruhm, das Rampenlicht. Es wäre Mist.</p>
<p>Das Schöne und Erstaunliche an unseren Gastgebern ist aber gerade, dass sie es einfach so machen. Weil es ihnen Freude bereitet, weil es uns Freude bereitet. Weil die Welt ein bisschen schöner und besser wird dadurch. Sie haben es nicht auf Reichweite abgesehen, sondern auf das gute Leben. Es geht ihnen <a href="http://dorotheemarkert.wordpress.com/2010/04/17/rationalisierung/" target="_blank">nicht um Effizienz, sondern um Sinn.</a></p>
<p>Mir kommt eine Passage aus dem <a href="http://wir.muessenreden.de/2012/04/25/wmr40-urgesteinheberei/" target="_blank">wmr-Podcast</a> in den Sinn, wo Johnny Haeusler über die Reichweite von Blogs und Podcasts spricht. 3000 Leute, die den Podcast hören, das sei doch keine Reichweite. 100000 Leute, das wäre Reichweite. Ich höre raus: Drunter ist es doch nichts.</p>
<p>Ich bin nicht überzeugt. Denn Reichweite an Zahlen zu bemessen, das ist irgendwie 20. Jahrhundert. Wenn man sich bei dem, was man tut, an der Quantität orientiert, also an den Zahlen, hat man unweigerlich für das, was man tut, einen gefährlichen Maßstab eingeführt: den der messbaren Resonanz von anderen.</p>
<p>Ich bezweifle stark, dass jemand, der die Relevanz des eigenen Handelns daran misst, wie viele Leute „draufklicken“, sich der Versuchung erwehren kann, das eigene Tun entsprechend zu modellieren. Das traurige Extrem sind dann diese aus Keywords zusammengerotzten Texte, die für Werbekram Klickzahlen generieren sollen. Sie haben ganz offensichtlich überhaupt keine Relevanz, sie sind nämlich komplett sinnfrei. Aber sie haben Reichweite. Reichweite zu haben, ist ihr einziger Zweck.</p>
<p>Relevanz ist ja eine relative Angelegenheit. Sie ist keine objektive Eigenschaft einer Information, sondern ergibt sich erst aus der Wechselbeziehung zwischen einer Information und den Interessen und Wünschen anderer: Was für mich relevant ist, muss für jemand anderen nicht auch relevant sein.</p>
<p>Wahre Relevanz bemisst sich also nicht an Zahlen, sondern an der Passgenauigkeit dieses Scharniers: Ein Blogpost, der zwei Leute zum Umdenken anregt, ist objektiv „relevanter“ als einer, der zwanzigtausend in ihrer Meinung bestätigt.</p>
<p>Reichweite in Quantität zu messen ist 20. Jahrhundert. Aufgrund der physikalischen Knappheit von Verteilungsressourcen gab es ja vor dem Internet keine andere Möglichkeit für eine Idee, zu diesem Scharnier vorzudringen, als die der massenhaften Verbreitung. Je höher die Auflage, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass jemand es findet. Bekanntlich wurde diese Chance aber permanent durch den redaktionellen Zwang zum Konformismus unterlaufen.</p>
<p>Heute ist das anders. Was für mich wichtig ist, wird mich finden. Auch wenn ich möglicherweise die einzige Person auf dieser Welt bin, für die das wichtig ist.</p>
<p>Das ist im Übrigen ja auch schon eine einfache mathematische Gleichung. Wenn alle Menschen publizieren können, dann können die quantitativen Reichweiten nicht mehr so sein wie in Zeiten, wo Publizieren ein Privileg von wenigen war. Wenn alle Blogs die Reichweite der Bildzeitung hätten, würde niemand mehr ihnen Aufmerksamkeit widmen können, denn wir müssten alle nur ständig klicken. Zum Lesen hätten wir gar keine  Zeit mehr.</p>
<p><a href="http://antjeschrupp.com/2011/01/16/ich-schreibe-nicht-fur-euch/" target="_blank">Ich schreibe meinen Blog deshalb nicht für euch</a>. Aber auch nicht nur für mich. Sondern ich schreibe meinen Blog, weil ich der Meinung bin, dass das, was ich hier schreibe, geschrieben werden <em>muss</em>, weil ich glaube, dass die Welt das braucht. Ob das auch noch andere so sehen, ist für mich kein Kriterium. Natürlich freue ich mich, wenn das so ist. Aber ich habe es halt nun mal nicht in der Hand. That’s life.</p>
<p>Das Wichtige am Bloggen ist nicht die quantitative Verbreitung, sondern diese Qualität: Ich muss meine Ideen und Gedanken bloggen, denn nur so können diejenigen, für die das eventuell relevant ist, sie auch finden (das geht nämlich nicht, wenn ich es in meinem Kopf oder auf meiner Festplatte lasse). Deshalb bemühe ich mich auch, diesen Prozess des „Scharnierfindens“ zu befördern: Ich verlinke, ich vernetze, ich mische mich in Debatten ein, ich formuliere (hoffentlich) halbwegs verständlich etcetera. Aber erhöhen will ich damit  nicht die Klickzahlen, sondern die „Scharnierfindungswahrscheinlichkeit“.</p>
<p>Darin liegt nämlich die wirkliche wahre Qualität jeder Sache, die getan wird – sei es die Dekoration einer Wohnung zu Partyzwecken oder das Schreiben eines Blogposts oder was sonst auch immer: Dass jemand etwas tut, weil er oder sie findet, dass das getan, gesagt, gemacht werden muss. Jeder schöpferische Prozess ist sozusagen eine Wechselwirkung zwischen dem Subjekt und der Welt, die gegenseitig aufeinander antworten. Es ist das Ergebnis einer Notwendigkeit, eines inneren Drangs, eines Wunsches, es möge so sein (oder es möge anders werden) – und genau <em>nicht</em> das Ergebnis einer Konkurrenz um Preise, Anerkennung des Mainstreams, Reichweiten und so weiter.</p>
<p>Benchmarking und Klickzahlenmessung ist bullshit. Weil Benchmarking und Klickzahlenmessung implementierter Konformismus sind, die Neues per default ausschließen.</p>
<p><em>Update 1: Lest als Ergänzung bitte unbedingt auch diesen Blogpost von <a href="http://dasnuf.de/wunderbare-technikwelt/relevanz-und-firlefanz/" target="_blank">das Nuf über &#8220;Relevanz und Firlefanz&#8221;</a></em></p>
<p><em>Update 2: Und bitte auch den von Journelle über <a href="http://www.journelle.de/1288/kleinstadtische-relevanz/" target="_blank">Kleinstädtische Relevanz</a></em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5118/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5118&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Der Matriarchats-Diskurs in der Frauenbewegung</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 14:57:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bachofen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Heide Göttner-Abendroth]]></category>
		<category><![CDATA[Helga Laugsch]]></category>
		<category><![CDATA[Matriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Matriarchatsforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gab es in früheren Zeiten ein Matriarchat, also Gesellschaften, in denen Frauen nicht als zweitrangige, über den Mann definierte Wesen galten, sondern im Zentrum standen? Oder handelt es sich dabei &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/05/02/der-matriarchats-diskurs-in-der-frauenbewegung/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5105&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/matriarchatsdiskurs.jpg"><img class="alignleft  wp-image-5107" title="matriarchatsdiskurs" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/05/matriarchatsdiskurs.jpg?w=238&h=336" alt="" width="238" height="336" /></a>Gab es in früheren Zeiten ein Matriarchat, also Gesellschaften, in denen Frauen nicht als zweitrangige, über den Mann definierte Wesen galten, sondern im Zentrum standen? Oder handelt es sich dabei um einen Wunschtraum heutiger Feministinnen, um eine Rückprojektion? Sind Matriarchats-Theorien &#8211; die ursprünglich ja von männlichen Denkern wie Bachofen geprägt wurden &#8211; eine Hilfe oder eine Hürde auf dem Weg zu weiblicher Freiheit? <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/56c8aa01f9724162bf863dac42ed6566" width="1" height="1" alt=""></p>
<p>Seit 150 Jahren wird über diese Frage intensiv diskutiert, und teilweise mit harten Bandagen. Die Wissenschaftlichkeit von Matriarchatsforscherinnen wie Heide Göttner-Abendroth wird immer wieder angezweifelt. Doch auch auf der Gegenseite wird häufig unlauter argumentiert.</p>
<p>Es ist offenbar schwer, sich dem Thema von einem neutralen Standpunkt zu nähern. Denn die Frage, ob Gesellschaften grundsätzlich anders organisiert sein können, als wir das nach 5000 Jahren Patriarchat gewohnt sind, ist nicht nur von akademischem Interesse. Sie betrifft den Kern der menschlichen Politik, und daher ist jede Theorie dazu &#8211; ob pro oder contra &#8211; unweigerlich mit einer eigenen politischen Standortbestimmung verknüpft.</p>
<p>Helga Laugsch hat in ihrer Doktorarbeit, die jetzt in einer überarbeiteten und erweiterten Auflage vorliegt, den Diskurs über die Matriarchatstheorien in der zweiten Frauenbewegung dokumentiert. Dabei geht sie davon aus, dass aufgrund der Quellenlage es unmöglich ist, zweifelsfrei zu beweisen, ob es Matriarchate gegeben hat oder nicht. Aber dass es dennoch höchst aufschlussreich ist, die Art und Weise zu betrachten, wie darüber debattiert wurde (<a title="Die “radikal-feministische Matriarchatsbewegung” im Shitstorm" href="http://antjeschrupp.com/2011/05/17/die-radikal-feministische-matriarchatsbewegung-im-shitstorm/">und wird</a>).</p>
<p>Ein detailliertes, quellenreiches und lesenswertes Buch, das einen in der öffentlichen Debatte meist unterbelichteten Diskurs der zweiten Frauenbewegung dokumentiert.</p>
<p><em>Helga Laugsch: Der Matriarchatsdiskurs (in) der Zweiten Deutschen Frauenbewegung. Herbert Utz Verlag, München 2011, 485 Seiten, 50 Euro.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5105/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5105&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bücher von Freundinnen. Heute: Ein Fette-Leute-Krimi</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 10:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Diät]]></category>
		<category><![CDATA[Dicksein]]></category>
		<category><![CDATA[Fasten]]></category>
		<category><![CDATA[Fettberg]]></category>
		<category><![CDATA[Phyllis Kiehl]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Frage, welche Romane ich lesen soll, spielt eine immer größere Rolle, ob ich die Autorin kenne oder ob ich jemanden kenne, die die Autorin kennt. Dank Internet kann &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/29/bucher-von-freundinnen-heute-ein-fette-leute-krimi/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5096&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/04/fettberg.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-5097" title="fettberg" src="http://antjeschrupp.files.wordpress.com/2012/04/fettberg.jpg?w=547" alt=""   /></a>Bei der Frage, welche Romane ich lesen soll, spielt eine immer größere Rolle, ob ich die Autorin kenne oder ob ich jemanden kenne, die die Autorin kennt. Dank Internet kann man ja heute ziemlich viele Leute kennen, und wenn man selbst irgendwie &#8220;was mit schreiben&#8221; macht, lernt man im Lauf der Zeit bei Twitter und Facebook eine ganze Reihe von Menschen kennen, die auch &#8220;was mit schreiben&#8221; machen. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/e5bd176c520e49e4957407becf787bbb" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Ich glaube, ich habe in den letzten zwei Jahren nicht einen einzigen Roman gelesen, zu dem ich nicht irgendwie eine &#8220;persönliche Beziehung&#8221; hatte. Zuletzt war das &#8220;Suna&#8221; von Pia Ziefle (alias <a href="http://www.twitter.com/frauziefle" target="_blank">@frauziefle</a>), ein wunderschöner Familienroman, über den ich aus Zeitmangel damals nichts gebloggt habe, aber den ich unbedingt empfehle. Es gibt eine ganze Reihe von Rezensionen, zum Beispiel <a href="http://maennig.de/irrwege" target="_blank">die hier</a>.</p>
<p>Eine andere internetbekannte Romanautorin ist Phyllis Kiehl, die ich noch nie getroffen habe, mit der ich aber aus den üblichen zufällig-unzufälligen Affinitätsgründen seit einiger Zeit auf Facebook befreundet bin, und deren Roman &#8220;Fettberg&#8221; ich grade durch habe.</p>
<p>Leider kann ich von der Geschichte nicht viel erzählen, weil dann wäre der Witz raus. Es ist nämlich irgendwie so was wie ein Krimi, und da muss man das Buch schon selber lesen, damit man den Plot so richtig genießen kann.</p>
<p>Aber vielleicht kann euch das Setting ein bisschen anfüttern: Die Geschichte spielt in einer Fasten-Klinik für extrem übergewichtige Menschen. Es geht um einen mysteriösen Direktor, um eine Freundschaft zwischen zwei sehr ungleichen &#8220;Patientinnen&#8221; und um eine dubiose Geheimgesellschaft hinter den Kulissen. Dynamik kommt in die Geschichte, als ein neuer Arzt kommt, der so seine ganz eigenen Methoden hat, um die Leute zum Abnehmen zu bringen&#8230;</p>
<p>Wer also einmal einen Einblick in die Gefühls- und Lebenswelt von sehr dicken Menschen bekommen möchte (mir war vieles neu) und gleichzeitig gute Literatur-Unterhaltung schätzt, bitte hier entlang:</p>
<p><em>Phyllis Kiehl: Fettberg. KulturMaschinen, Berlin 2012, 16,90 Euro. </em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5096/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5096/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5096/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5096/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5096/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5096/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5096/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5096/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5096/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5096/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5096/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5096/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5096/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5096/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5096&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wie das Betreuungsgeld für mich doch noch zum Aufreger wurde</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 07:28:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fürsorgearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuungsgeld]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Betreuungsgeld, von dem derzeit so viel die Rede ist (also dass Familien, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken, einen monatlichen Geldbetrag bekommen sollen) ist für mich eigentlich &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/25/wie-das-betreuungsgeld-fur-mich-doch-noch-zum-aufreger-wurde/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5069&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Betreuungsgeld, von dem derzeit so viel die Rede ist (also dass Familien, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken, einen monatlichen Geldbetrag bekommen sollen) ist für mich eigentlich nicht so der Aufreger. Ich verstehe auch nicht, warum das von manchen zur feministischen Bekenntnisfrage hochgejazzt wird.</p>
<p>Der Trend zu einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz von öffentlicher Kinderbetreuung ist doch sowieso unaufhaltsam und kann von keinem Betreuungsgeld der Welt verhindert werden. Einfach deshalb, weil hier zwei starke gesellschaftliche Kräfte an einem Strang ziehen: Die Frauen, die heute mit sehr großer Mehrheit und Klarheit darauf bestehen, dass sie <em>sowohl</em> berufstätig sein <em>als auch</em> Kinder haben möchten, und die Unternehmen, die mehr und mehr qualifizierte Fachleute brauchen und nicht länger auf die <em>Human Ressources</em> in Form von gut ausgebildeten jungen Frauen verzichten möchten.</p>
<p>Diese Entwicklung ist also längst beschlossene Sache, und was jetzt passiert, ist nur noch die Umsetzung. Und dass da einige Alte-Zeiten-Nostalgiker und -Nostalgikerinnen hoffen, die Umstellung auf die neuen Zeiten mit Hilfe des Betreuungsgeldes noch ein bisschen zu verlangsamen &#8211; meine Güte. Ich vermute ja, dass auch noch etwas anderes dahinter steckt: dass die Kommunen es rein organisatorisch nicht schaffen, bis 2013 genügend Kita- und Krabbelstuben-Plätze bereit zu stellen.</p>
<p>Die offizielle Politik hat den Wunsch der Frauen, berufstätig zu sein und Kinder zu haben, über Jahrzehnte hinweg ignoriert, obwohl Feministinnen sie seit vier Jahrzehnten stetig darauf hinweisen. Die Ignoranz den Wünschen der Frauen gegenüber hatte enorme Fehlplanungen zur Folge, sodass man jetzt plötzlich ganz überrascht davon ist, wie viele Mütter einen Kita-Platz in Anspruch nehmen. Als vor wenigen Jahren der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz eingeführt wurde, wurde für 2013 (das Jahr der Einführung) ein Bedarf von 35 Prozent prognostiziert. Das war natürlich lächerlich. In Wahrheit wird der Bedarf vermutlich bei um die 80 Prozent liegen. Nun kann man die Zahl Kitas aber nicht mal so eben verdoppeln: Man muss Gebäude planen und bauen, qualifiziertes Personal finden (und ausbilden), und so weiter.</p>
<p>Von daher glaube ich, dass das Betreuungsgeld kein ideologisches Mutterbild-Gefecht ist (wie sollte das auch möglich sein, mit einer Kanzlerin Angela Merkel) sondern vor allem ein pragmatischer Versuch, die Nachfrage nach Kita-Plätzen noch eine Weile künstlich niedriger zu halten, als sie in Wirklichkeit ist. Ist das ein Aufreger? Ist das wirklich ein Thema, auf auf das man Feminismusdebatten oder gar Wahlkämpfe zuspitzen sollte? Come on, Ladies, come on, SPD!</p>
<p>Es gibt allerdings doch einen Aspekt, unter dem das Thema Betreuungsgeld für mich zu einem politischen Aufreger wird, und zwar den der sozialen Unterschiede. Wie schon das <a title="Der falsche Systemwechsel beim Elterngeld" href="http://antjeschrupp.com/2010/06/07/der-falsche-systemwechsel-beim-elterngeld/" target="_blank">Elterngeld</a> so soll nun auch das Betreuungsgeld mit den Hartz IV-Leistungen <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/23/0,3672,8509623,00.html" target="_blank">verrechnet</a> werden. Oder, im Klartext: Wer von Hartz IV leben muss, bekommt keines. Das Betreuungsgeld ist, ebenso wie das Elterngeld, für diejenigen gedacht, die es nicht so nötig brauchen. Es ist &#8211; mal wieder &#8211; eine Umverteilung von unten nach oben.</p>
<p>Im Übrigen ist genau das auch der Punkt, wo die Pro und Contra-Seiten im Bezug auf das Betreuungsgeld auf traurige Weise einer Meinung sind: In ihrer Verachtung für die Armen, in ihrer Arroganz, mit der sie auf die &#8220;Unterschichten&#8221; herunterblicken.</p>
<p>Die <em>gegen</em> das Betreuungsgeld sind, argumentieren ja gerne mal mit dem Vorwurf, dass dann diese ganzen Unterschichts-Assis ihre Kinder nicht mehr der wertvollen staatlichen Erziehung aussetzen, sondern sich lieber die Kohle selbst einstecken (das Argument wird gerne noch mit einem Schuss Rassismus angereichert, wenn dann noch der &#8220;Migrationshintergrund&#8221; ins Spiel gebracht wird). Und genau dieser Ball ist es, der jetzt von denen aufgegriffen wird, die <em>für</em> das Betreuungsgeld sind: Keine Sorge, kontern sie, diese Unterschichts-Assis kriegen eh keines.</p>
<p>Deshalb meine ich, es ist falsch, politische Kämpfe entlang der Linie Pro- und Contra Betreuungsgeld zu inszenieren. Die wichtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen spielen sich ganz woanders ab.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5069/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5069/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5069/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5069/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5069/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5069/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5069/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5069/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5069/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5069/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5069/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5069/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5069/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5069/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5069&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Um es nochmal klar zu machen: Kristina Schröder hat recht</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 07:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige  Reaktionen auf meinen gestrigen Blogpost zum Antifeminismus von Kristina Schröder veranlassen mich, noch mal was klarzustellen, das möglicherweise im Eifer des Gefechts untergegangen ist: Dass man nämlich mit gutem &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/18/um-es-nochmal-klar-zu-machen-kristina-schroder-hat-recht/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5055&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige  Reaktionen auf meinen <a title="Antifeminismus pur: Warum ich Kristina Schröders Buch nicht lesen werde" href="http://antjeschrupp.com/2012/04/17/antifeminismus-pur-warum-ich-kristina-schroders-buch-nicht-lesen-werde/">gestrigen Blogpost</a> zum Antifeminismus von Kristina Schröder veranlassen mich, noch mal was klarzustellen, das möglicherweise im Eifer des Gefechts untergegangen ist: <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ec8ecf43ecf642e599df200a644ef8ef" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Dass man nämlich mit gutem Gewissen sagen kann, dass Kristina Schröder Recht hat. Bei Facebook zum Beispiel schrieb eine, sie würde die von mir aufgelisteten Zitate anders verstehen, denn:</p>
<blockquote><p>Alle politischen Missionen (so auch der Feminismus) bergen in sich die Gefahr, anderen ihren Standpunkt nicht zu lassen, sondern überheblich zu werden gegenüber anderen, und der differenzierten Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Und Ja: es geht um eine Weltanschauung, auch da hat sie recht. Dazu darf man auch stehen. Sowieso beruht jede Überzeugung zunächst mal auf einer spezifischen Sicht auf die Welt. Und die muss nicht notwendigerweise von allen geteilt werden.</p></blockquote>
<p>Ich antwortete bei Facebook: &#8220;Ja, aber das ist eine Binsenwahrheit.&#8221; Natürlich gibt es in der Frauenbewegung Dogmatismus. Natürlich gibt es feministische Überheblichkeit. Natürlich gibt es Tendenzen, sich zu einer Weltanschauung zu erheben, der man einfach glauben oder &#8220;beitreten&#8221; muss, und anderen etwas vorschreiben zu wollen. Aber in welcher politischen Bewegung würde es das nicht geben? Hallo Friedensbewegung? Hallo Umweltbewegung? Hallo Piraten?</p>
<p>Ich finde es völlig falsch, solchen Vorwürfen zu widersprechen oder sich gar zu verteidigen. Das wurde aber in den kritischen Reaktionen auf Kristina Schröders Buch oft versucht. Zum Beispiel wurde darauf hingewiesen, dass es &#8220;den Feminismus&#8221;, den sie angreift, doch gar nicht gebe, dass der Feminismus viel differenzierter, längst weiter sei und so weiter (ein Beispiel für diese Argumentationsweise im Kommentar von <a href="http://www.taz.de/Kristina-Schroeders-Buch/!91514/" target="_blank">Heide Oestreich in der taz</a>, aber auch viele andere).</p>
<p>Das ist natürlich richtig, aber das ist doch ebenfalls eine Binsenwahrheit: Welche politische Bewegung wäre denn <em>nicht</em> in sich differenziert, vielfältig usw.? Nein, das Argument, &#8220;der Feminismus&#8221; sei doch in Wirklichkeit gar nicht so schlimm, wie Schröder ihn darstellt, ist kein gutes Argument, ich würde es nicht benutzen (auch nicht gegenüber anderen Antifeministen!).</p>
<p>Einmal, weil man ihnen damit bereits Autorität zuspricht, denn wenn man anfängt, sich zu rechtfertigen und zu verteidigen, begibt man sich bereits in eine Diskussion, nimmt die Aussagen also ernst.</p>
<p>Der zweite und wichtigere Punkt ist aber, dass wir uns unseren Feminismus nun auch nicht schön reden dürfen. Sagen wir doch, wie es ist: im Detail sind Schröders Vorwürfe fast alle richtig.</p>
<p>Es kommt tatsächlich vor, und gar nicht selten, dass Frauen aus feministischem Impetus heraus anderen bestimmte Rollenbilder vorschreiben wollen, das habe ich selbst oft genug erlebt. Es kommt vor, dass Feministinnen von der eigenen Mission so mitgerissen sind, dass sie anderen nicht mehr zuhören. Es ist gar nicht so selten, dass sie verhörartig mit Andersmeinenden umgehen. Warum sollten wir das nicht zugeben?</p>
<p>Der Punkt ist nicht, ob diese Sachen &#8220;Einzelfälle&#8221; sind, oder ob sie, wie Schröder und die Antifeministen behaupten, den Wesenskern des Feminismus ausmachen. Wie gesagt, wir müssen uns ja nicht rechtfertigen. Deshalb können wir problematische Aspekte am Feminismus souverän zugeben, um uns dann selbstkritisch damit auseinanderzusetzen.</p>
<p>Für alle, die jetzt nicht mehr verstehen, was denn der Unterschied zwischen der von mir geforderten Selbstkritik und der Polemik des Antifeminismus ist: es ist der Gestus, der Habitus, die Zielsetzung der Debatte.</p>
<p>Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob ich in einer Podiumsdiskussion einer Frauenbeauftragten widerspreche, die sagt, Hausfrau und Mutter dürfe heute kein legitimer Lebensweg für Frauen mehr sein, oder ob ich in einem Buch schreibe, der Feminismus würde Frauen verbieten, Hausfrauen und Mütter zu sein.</p>
<p>Es ist ein Unterschied, ob eine Verlegerin sich darüber ärgert, dass sie von feministischen Akademikerinnen nur unverständliche, mit Fremdwörtern gespickte Texte bekommt, während sie feministische Theorien doch gerne einem breiteren Publikum zugänglich machen will, oder ob jemand (jüngstes Beispiel: <a href="http://wir.muessenreden.de/2012/03/21/wmr-38-kabale-und-liebe/" target="_blank">Malte Welding im wmr-Podcast</a>) sich hinstellt und sagt, der akademische Feminismus sei nicht ernst zu nehmen, weil diesen verquasten Kram doch kein normaler Mensch mehr verstehen würde.</p>
<p>Der Unterschied liegt nicht in den Argumenten oder im beschriebenen Sachverhalt als solchem, sondern in der Positionierung, in der Beziehung, in die man sich selbst zu dem setzt, was man kritisiert:</p>
<p>Begebe ich mich mit meiner Kontrahentin in eine politische Auseinandersetzung, tausche ich mit ihr Argumente aus, mache meine andere Meinung deutlich, erkenne aber gleichzeitig an, dass wir uns an einem gemeinsamen Ziel orientieren, nämlich einer Welt, in der Frauen frei sind? Oder benutze ich sie als Beispiel, das illustrieren soll, dass meine Sichtweise die einzig mögliche und legitime ist?</p>
<p>Letzteres ist das, was Antifeministen tun, und was auch Kristina Schröder tut. Und das ist das Problem, nicht die Inhalte ihrer Position.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5055/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5055/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5055&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Antifeminismus pur: Warum ich Kristina Schröders Buch nicht lesen werde</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 11:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Antifeminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mir ein Rezensionsexemplar von Kristina Schröders Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber!“ bestellt, weil ich mich gerne und regelmäßig auch mit den politischen Ideen von Menschen beschäftige, die &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/17/antifeminismus-pur-warum-ich-kristina-schroders-buch-nicht-lesen-werde/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5040&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir ein Rezensionsexemplar von Kristina Schröders Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber!“ bestellt, weil ich mich gerne und regelmäßig auch mit den politischen Ideen von Menschen beschäftige, die andere Positionen vertreten als ich. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/5acfa188f8ab43cca4e4c22f5a5b616c" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Dass ich mit der Art und Weise, wie Schröder manchmal kritisiert wird, nicht einverstanden bin, hatte ich ja <a title="Sie tut gar nichts für die Frauen!" href="http://antjeschrupp.com/2012/03/18/sie-tut-gar-nichts-fur-die-frauen/">schon mal hier gebloggt</a>. Außerdem kann ich sogar manches von dem, was sie sagt, nachvollziehen. Bekanntlich bin auch ich keine Freundin der Quote, auch ich denke, dass das Ideal der Vollzeit-Karrierefrau keines ist und so weiter. Nicht einmal die ganzen Verrisse, die gestern schon über das Buch die Runde machten, haben mich also davon abgehalten, erwartungsvoll einen Blick hinein zu werfen.</p>
<p>Was ich dort vorfand, war allerdings ein solch plattester, billigster Antifeminismus, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.</p>
<p>Ich bereite derzeit einen Vortrag zum Thema Antifeminismus vor (den gibt’s am 15. Mai im Frauenzentrum <a href="http://monaliesa.leipzigerinnen.de/" target="_blank">MonaLiesa</a> in Leipzig) und habe mich dafür etwas vertraut gemacht mit der Struktur und Argumentationsweise des organisierten Antifeminismus. Kristina Schröder bedient sie alle. Die unten aufgeführten  Zitate sind eine kurze Auswahl, ich habe sie beim Durchblättern auf die Schnelle gefunden, wahrscheinlich sind also noch viel mehr Klöpse drin.</p>
<p>Was durch dieses Buch klar wird ist, dass es Kristina Schröder nicht um einen politischen Diskurs geht, sondern um reine antifeministische Polemik. Wer sich in einen Diskurs einbringen will, wählt nicht so einen Sprachstil (außer vielleicht in der Hessen-CDU? Möglich wäre das!).</p>
<p>Jedenfalls: Was immer Kristina Schröder eventuell an inhaltlichen Punkten anzubringen hat, wird durch diesen ätzenden Ton konterkariert. Meine These, die ich in Leipzig zur Diskussion stellen möchte, ist, dass Antifeminismus sich nicht anhand des Inhalts einer Position identifizieren lässt (es gibt auch „unfeministische“ Menschen, die eventuell sogar „sexistische“ Ansichten vertreten, aber nicht „antifeministisch“ sind), sondern in erster Linie anhand des Duktus, des Gestus, der Abwertung und des Lächerlichmachens des Gegenübers. Genau dieser Punkt ist es, an dem es sich entscheidet, ob eine Diskussion, eine Auseinandersetzung möglich und sinnvoll ist oder nicht.</p>
<p><strong>Auf welcher Seite davon Kristina Schröder steht, das beurteilt einfach selbst:</strong></p>
<p>„Feministinnen … erheben ein Rollenbild, das sie für sich selbst als vorzugswürdig erkannt haben, zum Rollenleitbild, das für alle gelten soll, und ziehen damit in den Kulturkampf um das richtige Frauenleben“ (8)</p>
<p>„Der Weltanschauungsfeminismus sorgt dafür, dass das grelle Licht der Verhörlampe nicht ausgeht. Mit seiner weltanschaulichen Attitüde fördert dieser Feminismus heute nicht mehr den Fortschritt in Sachen Chancengleichheit, sondern einfach nur das Fortdauern der Erregung. Zu dieser Attitüde gehört die Selbstgefälligkeit, mit der Feministinnen Emanzipation predigen, aber Bevormundung üben.“ (34)</p>
<p>„Emanzipation predigen, aber Bevormundung ausüben – das ist die Selbstwidersprüchlichkeit, in die Feministinnen den Feminismus hineinmanövriert haben.“ (36)</p>
<p>„Dabei hätten Feministinnen es gar nicht nötig, Frauen umzuerziehen.“ (39)</p>
<p>„Man darf die Warnung vor der Degradierung der Frau zum Objekt männlicher Sexualität wohl getrost vor allem als raffinierte Form feministischer Herrschaftssicherung im öffentlichen Diskurs interpretieren.“ (57)</p>
<p>„Der Feminismus setzt die Schwäche und Unmündigkeit der Frauen als Prämisse voraus, um seine Existenzberechtigung aus der Absicht ableiten zu können, sie zu schützen.“ (57)</p>
<p>„Doch wenn diese Wahrnehmung nicht der feministischen Wahrnehmung entspricht, greifen Weltanschauungsfeministinnen zum Totschlagargument“. (58)</p>
<p>„Wenn es in unserer Gesellschaft also einen Ort gibt, an dem die Unterlegenheit der Frau unverändert fortbesteht, dann ist es die Wahrnehmung des Weltanschauungsfeminismus.“ (59)</p>
<p>„Der Feminismus hatte für den Mann nie viel mehr übrig als die Forderung, sich gefälligst anzupassen an die Ansprüche der emanzipierten Frau.“ (135)</p>
<p>„Was Feministinnen denen, die sie im Kampf gegen Diskriminierung und Benachteiligung auf die Barrikaden treiben wollen, wohlweislich verschweigen, ist das Kleingedruckte.“ (169)</p>
<p>„Das von Feministinnen … befeuerte Diktat der Rollenbilder sollten wir dorthin verbannen, wo es im 21. Jahrhundert hingehört: in die Mottenkiste.“ (215)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/antjeschrupp.wordpress.com/5040/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/antjeschrupp.wordpress.com/5040/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/antjeschrupp.wordpress.com/5040/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/antjeschrupp.wordpress.com/5040/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/antjeschrupp.wordpress.com/5040/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/antjeschrupp.wordpress.com/5040/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/antjeschrupp.wordpress.com/5040/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/antjeschrupp.wordpress.com/5040/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/antjeschrupp.wordpress.com/5040/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/antjeschrupp.wordpress.com/5040/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/antjeschrupp.wordpress.com/5040/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/antjeschrupp.wordpress.com/5040/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/antjeschrupp.wordpress.com/5040/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/antjeschrupp.wordpress.com/5040/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5040&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">katharinalll</media:title>
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		<title>Wie die Psychoanalyse der Demokratie die Politik ausgetrieben hat</title>
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		<comments>http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 20:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Schrupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Adam Curtis]]></category>
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		<description><![CDATA[Den Piraten wird momentan gerne vorgeworfen, dass sie keine Inhalte hätten. Mal abgesehen davon, ob das stimmt, finde ich die Inhalte gar nicht das Wichtigste an den Piraten. Viel wichtiger &#8230; <a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/" class="read-more">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=antjeschrupp.com&#038;blog=6476496&#038;post=5029&#038;subd=antjeschrupp&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Piraten wird momentan gerne vorgeworfen, dass sie keine Inhalte hätten. Mal abgesehen davon, ob das stimmt, finde ich die Inhalte gar nicht das Wichtigste an den Piraten. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a93942c54fea4f29a28c472379e8e324" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Viel wichtiger ist, dass sie Diskussionen darüber anstoßen, wie in einer Demokratie die Ansichten und Meinungen der Vielen übersetzt werden können in konkrete politische Projekte – Liquid Feedback ist ein praktischer Versuch, das anders zu organisieren als mit dem einen Kreuzchen alle paar Jahre. Auch das Pochen auf Transparenz in politischen Prozessen betrifft weniger den Inhalt von Politik als vielmehr deren Verfahrensweisen.</p>
<p>Und genau das – nämlich die Frage, auf welchen Grundlagen wir eigentlich das organisieren, was meist so irgendwie schwammig „Demokratie“ genannt wird – ist, glaube ich, die drängendste Frage.</p>
<p>Die übrigens erst mal gar nichts mit dem Internet zu tun hat. Das wurde mir klar, als ich in den letzten Tagen eine wirklich ganz fantastische vierteilige BBC-Dokumentation gesehen habe, die schon ein paar Jahre alt ist. Sie zeigt, wie sich die westliche Demokratie im Lauf des 20. Jahrhunderts eigentlich nie darauf eingelassen hat, dass die Menschen in ihrer Pluralität politische Prozesse aushandeln.</p>
<p>In „The Century oft the Self“ erzählt Adam Curtis, wie die psychoanalytischen Theorien von Sigmund Freud im Verlauf des 20. Jahrhunderts in der Werbeindustrie und in der Politik eingesetzt worden sind.</p>
<p>Es ging dabei immer auch um die Frage, ob man den Massen eigentlich überhaupt zutrauen kann, sich politisch rational zu verhalten. Sie wurde meistens mit „Nein“ beantwortet. Entweder wurde versucht, die Leute irgendwie ruhig zu stellen, damit die Politiker unbehelligt regieren können (am Anfang des Jahrhunderts) oder aber Politik erschöpfte sich darin, herauszufinden, was sich die Masse der Menschen gerade so wünschte und den Ergebnissen der Meinungsumfragen hinterherzustolpern (am Ende des Jahrhunderts).</p>
<p>Freud hatte ja die Vorstellung entwickelt, dass im Unbewussten ein gewaltiges aggressives Potential von Emotionen schlummert, das gefährlich werden kann (Nazideutschland schien das zu bestätigen). Freuds Neffe Edward Bernays hatte dazu die Idee: Wenn wir die Menschen zu „guten Konsumenten“ machen, machen sie keine Revolutionen.</p>
<p>Schon in den 1920ern hatte Bernays (der Erfinder der „Public Relations“) im Auftrag großer Konzerne vorgemacht, wie man Menschen dazu bringen kann, Produkte zu kaufen, die sie eigentlich gar nicht brauchen, indem man an ihre unbewussten Sehnsüchte appelliert und diese mit Produkten verknüpft. Zum Beispiel brachte er Frauen dazu, Zigaretten zu kaufen, indem er das öffentliche Rauchen mit der Wahlrechtsbewegung und weiblicher Unabhängigkeit verknüpfte – Hammer, dass das tatsächlich funktionierte. Das alles wird im ersten Teil der Doku-Reihe erzählt.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/dFsz886ATKg/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Im zweiten Teil geht es um die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier war neben Bernays auch Anna Freud maßgeblich, die Tochter von Sigmund Freud. In dieser Zeit gab es einen massenhaften Aufstieg der Psychoanalyse. Sie diente dazu, Menschen „anzupassen“ an die Gegebenheiten, ihnen „Anomalien“ auszutreiben. Konformismus war angesagt in den Fifties.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/d2_uFXWo8sw/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Erzählt wird in diesem Teil auch, wie Bernays mit seinen PR-Strategien im Auftrag der Bananenindustrie einen Putsch in Guatemala inszenierte und es auch ganz generell schaffte, die Industrie und den unbegrenzten Konsum (und nicht die Politik) als Garanten für Freiheit zu etablieren – als direkten Affront gegen Präsident Roosevelt und seinen „New Deal“, der noch dem Ideal einer wirklichen Demokratie anhing. Auch mit Gehirnwäsche und regelrechter „Umprogrammierung“ von Menschen wurde experimentiert, finanziert und beauftragt von der CIA.</p>
<p>Doch gegen Ende der 1960er kam es in der Gesellschaft zu einem Aufstand gegen den Konformitätsdruck. Dies erzählt die dritte Folge:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/BT7QK7yJrXk/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Leute wie Herbert Marcuse und Wilhelm Reich argumentierten, dass nicht ein „unbewusst-unzivilisierter“ menschlicher Wesenskern eine Bedrohung für die Gesellschaft sei, sondern dass vielmehr der Zwang zur Konformität, der die Persönlichkeit unterdrücke, das Gefährliche sei.</p>
<p>In der Folge entstanden Versuche, dieses „eigentliche Selbst“ frei zu lassen, die Gefühle nicht mehr zu unterdrücken, sondern rauszulassen. Allerdings wurde dieses „wahre Selbst“, um das es da ging, sehr schnell entpolitisiert. Ging es anfangs noch um den Protest gegen eine Gesellschaft, in der nur der Konsum zählt und es keine Solidarität und Gemeinschaftlichkeit gibt, entstand sehr bald die Vorstellung, dass man auf der Suche nach dem „Selbst“ nicht nur gesellschaftliche Normierungen ablegt, sondern am Ende sozusagen ein „leeres Blatt“ ist, das man dann nach Belieben neu beschriften kann, nach dem Motto „Erfinde dich selbst“.</p>
<p>Die Befreiung von Zwängen wurde so zur Legitimierung dafür, nur nach dem persönlichen Glück zu streben und sich um das allgemeine Gute gar nicht mehr kümmern zu müssen. Auf dieser Folie entstand dann die „Lifestyle“-Industrie mit dem Versprechen, die nötigen Produkte für dieses „individuelle Selbst“ zu verkaufen. Und genau diese auf Individualität und persönliche Selbstfindung Wert legenden Gruppen waren es, die 1980 den Reagans und Thatchers zum Sieg verholfen haben.</p>
<p>Was aber bleibt von der Demokratie übrig, wenn die Menschen nur noch nach ihrem individuellen Glück streben ist? Dies erzählt der vierte Teil der Reihe:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://antjeschrupp.com/2012/04/16/wie-die-psychoanalyse-der-demokratie-die-politik-ausgetrieben-hat/"><img src="http://img.youtube.com/vi/_WSMx7djYJU/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Hier wird gezeigt, wie die „linken“ Parteien (Clinton in den USA, Blair in UK) umgebaut wurden von Arbeiterparteien mit einer bestimmten inhaltlichen Position hin zu „Meinungsforschungsparteien“, die – genau wie die Werbeindustrie – versuchten, die Bedürfnisse der Leute herauszufinden, um ihnen dann genau das zu versprechen.</p>
<p><em>Update: Man weist mich gerade darauf hin, dass das ungenau formuliert war: In Wirklichkeit wurden natürlich nur die Wünsche und Meinungen der Wechselwähler_innen befragt, weil die den Ausschlag geben. Die Ansichten des &#8220;Stammpublikums&#8221; der Labor Party hingegen spielten dabei keine Rolle, da deren Stimmen sicher waren.</em></p>
<p>Auf diese Weise gelang es ihnen tatsächlich, wieder Wahlerfolge zu erzielen. Aber eben um den Preis, dass sie die Politik letztlich abschafften. Sie selbst haben das freilich nicht so gesehen: Sie glaubten, diese Art des Populismus sei „wahre Demokratie“, denn: Was ist denn falsch daran, den Leuten zu geben, was sie wollen?</p>
<p>Curtis zeigt sehr richtig, dass hier ein Denkfehler liegt: Denn zur Politik gehört, dass wir unterschiedliche Ansichten unter der Fragestellung diskutieren, <em>in welcher Gesellschaft wir leben möchten</em>. Befragt man nur einzelne Leute nach ihren Wünschen, werden sie auch nur ihre individuellen Wünsche preisgeben. Eine konsistente Politik lässt sich daraus nicht ableiten.</p>
<p>Während Bernays in den zwanziger Jahren noch argumentiert hatte: „Wir lullen die Leute in Konsumismus ein, damit die Politiker unbehelligt regieren können“, so ist mit „New Labor“ die Politik (im Sinne von: Organisierung der Gesamtheit der Gesellschaft) vollkommen tot, denn nun machen sich nicht mal mehr die Politiker Gedanken über das allgemeine Gute, sondern stolpern nur den Wünschen der Leute hinterher.</p>
<p>Und da diese Wünsche notwendigerweise disparat und widersprüchlich sind – weil es viele verschiedene Leute sind – kommt nicht einfach eine „falsche“ Politik heraus (in dem Sinne, dass sie nicht Gutes, sondern Schlechtes bewirkt), sondern schlicht unsinnige Politik, die heute dies macht und morgen jenes. Hauptsache immer die Meinungsumfragen, die nächsten Wahlen im Blick.</p>
<p>Was ich an den Piraten nun so spannend finde ist, dass sie tatsächlich wieder so etwas wie politischen Diskurs organisieren wollen. Diskussionen, bei denen sich Menschen darüber auseinandersetzen, was ihrer Ansicht nach dem allgemeinen Guten entsprechen würde. Nicht Lobbyismus eben, nicht bloßes Machtstreben, sondern Politik im eigentlichen Sinne.</p>
<p>Womit ich nicht sagen will, dass das in anderen Parteien und an anderen Orten nicht geschehen würde und auch nicht, dass das den Piraten schon wunderbar gelingt.</p>
<p>Aus vielerlei Gründen  (einer davon ist die Wiedervereinigung, die staatliche Interventionen erforderlich machte, ein anderer ist unser Wahlsystem, das auch kleinere Parteien zulässt und nicht nur einen Kampf zwischen zwei Blöcken inszeniert) ist die Lage der Politik in Deutschland meiner Ansicht nach nicht ganz so „PR-dominiert“ wie im angelsächsischen Raum.</p>
<p>Aber die Probleme, die in dieser Dokureihe aufgeworfen werden, erhellen auch vielerlei, was hierzulande passiert ist.</p>
<p>tl;dr? DANN SCHAUT EUCH DIE VIDEOS AN!!!</p>
<p>(allein schon wegen der fantastischen Zeitdokumente).</p>
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