Feministischer Streit über Religiosität

Im Internetforum „beziehungsweise weiterdenken“, das Anfang des Jahres gestartet ist, hatten wir im Frühjahr eine Auseinandersetzung über weibliche Spiritualität. Das Thema ist ja geradezu ein Klassiker inner-feministischer Streitigkeiten: Unterscheidet sich weibliche von männlicher Spiritualität und wenn ja, wie? Können etablierte, patriarchale Religionen feministisch umgestaltet werden oder machen sich Frauen dadurch mitschuldig? Sind matriarchale Göttinnen-Vorstellungen ein besserer Weg oder können sie Geschlechtsrollenklischees begünstigen? Schnell waren bei unserer Mailinglisten-Debatte die Emotionen geladen, der Ton wurde rauer. „Als dieser Streit so plötzlich und unerwartet aufflammte, konnte ich besser nachvollziehen, warum Religionskonflikte oft schnell so heftig werden. Es geschah nicht irgendwo weit weg von unserer Zivilisation, im Irak, in Indien oder in Afrika, sondern hier bei uns, in einer Redaktion einer Zeitung für Philosophie und Politik.“ schreibt Dorothee Markert, auf deren Anregung hin wir uns entschlossen haben, diese Diskussion öffentlich zu machen. Denn immerhin hatten wir uns ja vorgenommen, in unserem Forum gerade auch Konflikte und Differenzen unter Frauen zu thematisieren. Den Text „Weibliche

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„Methusalems Mütter“ auf Englisch

Mit ihrem Lob für nationalsozialistische Familienpolitik hat sich Eva Herman ja nun endgültig ins Aus katapultiert. Der Ausrutscher ist aber vielleicht nicht so zufällig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Denn tatsächlich könnte das eine Erklärung für die in der Demografiedebatte oft als so „komplex“ geschilderte Frage sein, warum sich die industrialisierten westlichen Länder in zwei Gruppen spalten, eine mit einer niedrigen Geburtenrate (Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Griechenland), und eine mit einer hohen (Frankreich, USA, England, Skandinavien). Der Unterschied liegt nicht in der Religion – in beiden Gruppen sind evangelische wie katholische Länder – und auch nicht im Sozialstaat – in beiden Gruppen sind neoliberale und stark wohlfahrtsstaatliche Länder vertreten. Der Unterschied ist vielmehr: Alle Länder der ersten Gruppe haben eine faschistisch-nationalsozialistische Vergangenheit, aber kein Land aus der zweiten Gruppe. Im September gab es zum Thema „Women in an ageing Europe“ eine Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll, und es war sehr interessant, Berichte aus den verschiedenen

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