Brauchen wir „große Frauen“? zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir

Am 9. Januar ist der 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir. Sicher eine der wichtigsten Vordenkerinnen des Feminismus, aber vor allem war sie Philosophin (Mitbegründerin des Existenzialismus) und Schriftstellerin. Ihr freies Leben – ohne Heirat, ohne Kinder, Wohnen im Hotel, verschiedene Liebhaber – hat eine ganze Frauengeneration begeistert. Die Frage ist aber, wie eine weibliche Geschichtsschreibung, eine weibliche Erinnerungskultur aussehen könnte. Brauchen wir „große“ Frauen, so wie die männliche Geschichtsschreibung ihre „großen Männer“ feiert? Sind Frauen in der bisherigen Historie einfach nur „vergessen“ oder gar „unsichtbar gemacht“ worden, oder stellt ihre Abwesenheit aus den traditionellen Geschichtsbüchern vielleicht einen Ausgangspunkt für ein ganz neues Verständnis von Geschichte dar? Über den Sinn und Unsinn historischer Frauenforschung habe ich kürzlich einen Artikel geschrieben: http://www.antjeschrupp.de/grosse_Frauen_artikel.htm Was beim feministischen Erinnern meiner Meinung nach vor allem wichtig ist, ist dass wir die Frauen früherer Zeiten nicht zu „Repräsentantinnen“ ihres Geschlechtes erklären. Genau dieses Schicksal erfuhr nämlich Simone de Beauvoir: Nachdem sie „Das andere Geschlecht“ geschrieben hatte,

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