Zwanzig Jahre „Mailänderinnen“ und zehn Jahre „Flugschrift“

Die Frage, wie Frauen politisch sichtbar und einflussreich sein können, ohne sich anzupassen, beschäftigt uns immer wieder im Internetforum http://www.bzw-weiterdenken.de. Deshalb veranstalten wir im Oktober in Rüsselsheim eine kleine Tagung für Selbst- und Weiterdenkerinnen. Gefeiert werden sollen dabei auch zwei Jubiläen, die in diesem Jahr anstehen: 1989, also vor zwanzig Jahren, erschien auf Deutsch das wegweisende Buch „Wie weibliche Freiheit entsteht“ des Mailänder Frauenbuchladens, und 1999, also vor zehn Jahren, unsere Flugschrift „Liebe zur Freiheit, Hunger nach Sinn“. Herzliche Einladung also an alle, die Interesse an einer persönlichen Begegnung und intensivem feministischen Austausch haben. Alles weitere hier.

Ein paar Überlegungen zu Freiheit und Gerechtigkeit

Das Nachdenken über Begriffe wie „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“ muss sich zunächst einmal einer besonderen Schwierigkeit stellen. Und zwar der Tatsache, dass unsere moderne, aufgeklärte, westeuropäische Kultur, die sich ja unter dem Banner von „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“ formierte, dies explizit unter Ausschluss der Frauen tat. Diejenigen, die über Jahrhunderte hinweg über „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“ nachgedacht und diskutiert haben und diese Begriffe damit auch mit einer Bedeutungsgeschichte angefüllt haben, hatten bis vor kurzem keine Problem damit, dass all dies für Frauen gerade nicht gelten sollte. Die Freiheit der Frauen haben sie im besten Fall ignoriert, im schlechten Fall ausdrücklich verneint. Gleiches gilt für die „Gerechtigkeit“, da die Gesetze, die unter diesem Label entstanden, eklatante Ungerechtigkeiten den Frauen gegenüber festschrieben. Das bedeutet: Die männliche Freiheit ist offensichtlich nicht dasselbe wie die weibliche Freiheit. Und wenn Männer über Gerechtigkeit sprechen, bedeutet das nicht automatisch, dass damit gemeint ist, auch den Frauen gerecht zu werden. Freilich, es ist natürlich auch nicht ausgeschlossen. Aber beides ist

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Die Gewänderfrage…

Gerade bekam ich eine Mail von einer Freundin, die mich auf diesen Hammer-Artikel im Zeit-Magazin hinweist: Ursula März disst Ulla Schmidt, weil sie sich immer so einfallslos anziehe. Jacke und Jackett und Einheitsfrisur. Und nicht nur sie, sondern alle diese Damen , die es in die Machtpositionen geschafft haben. Und dann kommt, er, dieser Spruch, der mir die Haare zu Berge stehen lässt:  Sie „macht“ nichts aus sich! Wie oft habe ich das als junges Mädchen zu hören gekriegt. Und ich gebe es zu: Auch ich „mache nichts aus mir“ – jedenfalls meistens, denn es ist praktisch. Es war schon immer ein Teil meiner Aufsässigkeit. Es ist übrigens auch eine alte feministische Strategie, schon Victoria Woodhull, die erste amerikanische Präsidentschaftskandidatin, hat sich die Haare kurz geschnitten, weil das den Zeitaufwand für die tägliche Körperpflege enorm reduziert. Und sie war übrigens trotzdem ziemlich beliebt bei Frauen und Männern – in jedweder Hinsicht. – und: So revolutionär und anders-weiblich wie frau es sich nur wünschen kann.  Außerdem ist die Schönheits-Verweigerung

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