Kann man diesen Text teilen oder ist er zu pastoral?

Liebe Leser_innen, kirchliche und nicht-kirchliche, jetzt spreche ich euch beide zusammen mal an, denn ich habe eine Frage.

Wie Ihr (vielleicht) wisst, schreibe ich manchmal für piqd Empfehlungen. Deshalb lese ich Texte immer auch mit einem Auge daraufhin, ob sie empfehlenswert sind. Die Kriterien sind nicht überraschend: Ist der Text gut geschrieben, hat er originelle/neue/wichtige Informationen und Gedanken, kann ich es verantworten, die darin vertretene Position weiterzuverbreiten?

Beim Lesen diesen Textes hier (von einer 36-Jährigen, die darüber nachdenkt, ob sie Kinder will oder nicht) aber merkte ich, dass sich noch ein weiteres Kriterium in meinen Kopf schob, nämlich: Ist er nicht zu pastoral? Kann man das diesem Internet, in dem doch alle atheistisch sind, zumuten?

Die erste Irritation bemerkte ich, als ich las, dass die Autorin des Textes Pfarrerin ist. Spontan schoss mir durch den Kopf: „Oje, dann kann ich den nicht teilen.“ Aber ich bin ja nicht doof und machte mir klar, dass Pfarrerinsein im Internet genauso okay ist wie Lehrerinsein oder Bäckerin sein. Die Leute sind ja nicht engstirnig.

Und diese Pfarrerin hier predigt auch gar nicht, sondern sie bloggt ganz normal wie alle anderen auch. Trotzdem hatte ich irgendwie den Eindruck, der Text ist nicht ganz „normal“, sondern schwebt so ein bisschen in diesem pastoralen Duktus, der Kirchensprache vom „normalen“ Sprechen unterscheidet.

Vielleicht bin ich aber da auch als Insiderin bereits viel zu empfindlich … Deshalb möchte ich euch fragen: Würdet Ihr diesen Text bei piqd (oder sonst in einem säkularen Rahmen) empfehlen bzw. empfohlen bekommen wollen?