Die Ehe für alle gibt es bislang nur für Männer 

Hört mal auf, die Ehe für alle zu feiern, denn es die Ehe gibt es bisher anscheinend immer noch nur für heterosexuelle Paare und für homosexuelle Männerpaare. Jedenfalls ist das, was ich heute Morgen in meiner Timeline lese. (Falls es nicht stimmen sollte, betrachtet das Ganze hierfür erledigt. Ich bin zur Zeit in den USA und unterwegs und daher nicht in der Lage, es jetzt ausführlich gegen zu checken. Falls es aber stimmen sollte, macht bitte einen großen Skandal daraus!)

Wie ich gerade lese,  (Absatz Stiefkindadoption) sind lesbische Paare offenbar auch mit dem neuen Gesetz immer noch nicht rechtlich gleichgestellt. Denn bei Kindern, die in eine Ehe hinein geboren werden, gilt immer noch nicht automatisch die Ehefrau der Mutter als Elternteil, sondern muss das Kind weiterhin aufwändig und mühsam und teuer adoptieren. 

Bei heterosexuellen Paaren ist das anders, der Ehemann einer Mutter ist automatisch als Vater akzeptiert, auch wenn er aufgrund von längerer Abwesenheit zum Beispiel unmöglich der biologische Vater sein kann. 

Dies ist natürlich ein substantieller und sehr wichtiger Punkt bezüglich einer angeblichen rechtlichen Gleichstellung – zumindest für Menschen, die schwanger werden können. Menschen, die nicht schwanger werden können, sind davon natürlich nicht betroffen und denen kann es entsprechend auch egal sein. 
Ist es offenbar auch. Sonst würden sie jetzt ja nicht feiern.

Daher gilt weiterhin: letz talk about Schwangerwerdenkönnen

Update 11.7: jetzt ist das Thema auch in der Taz 

Zahlen zum Genderdingens

So, da gab es also wieder Zahlen zum Genderdingens und aus diesem Anlass schreibt jemand in der Zeit:

„Nach der Geschlechterrolle befragt, die sie am ehesten beschreibt, gaben darin 3,3 Prozent der deutschen Bevölkerung an, entweder ein anderes Geschlecht zu haben als bei ihrer Geburt zugewiesen oder sich schlicht nicht als weiblich oder männlich zu definieren. Das heißt: Knapp 2,5 Millionen Deutsche haben keine Lust, sich von fremden Erwartungen oder ihren Geschlechtsteilen in ein gesellschaftlich erwünschtes Leben pressen zu lassen.“

Daher hier an dieser Stelle mal fürs Protokoll: Auch Cis-Personen haben in der Regel „keine Lust, sich von fremden Erwartungen oder ihren Geschlechtsteilen in ein gesellschaftlich erwünschtes Leben pressen zu lassen“.

Habe ich schon gesagt, wie sehr ich die Dümmlichkeit so vieler Texte aus dem deutschen Lifestylefeuilleton zu feministischen Themen hasse?

(Im Zeit-Magazin muss dazu noch ein schlimmerer Text erschienen sein, wenn Hengameh recht hat. Zum Glück hinter einer Paywall, sodass ich ihn nicht lesen muss).