Debatten vor dem Facebook-Grab gerettet, Teil 3

Politische Debatte ist nicht Propaganda: Gestern habe ich auf Facebook ein bisschen darüber gerantet, wie unfruchtbar die Debatte ist, die sich derzeit zwischen Alice Schwarzer/Emma (man muss sich registrieren, um das lesen zu könne) und Judith Butler/Sabine Hark abspielt. Das gab dann recht angeregte Diskussionen. Was ist das, was Weiblichkeit ausmacht? Kritisch geäußert habe ich mich auch zu einem Text von Lann Hornscheidt in der Süddeutschen, wo Lann erklärt, warum Lann  sich nicht als Frau identifiziert, nämlich „weil ich mich nicht mit dem, was Weiblichkeit ausmacht, identifizieren kann.“ Finde ich ganz ganz problematisch, denn was soll das denn sein? Ich kann diese Begründung nicht akzeptieren, ich finde sie essenzialistisch. Es gibt nichts, was Weiblichkeit ausmacht, das wissen wir dem Feminismus sei Dank doch längst. Wir (Frauen) sind es, die Weiblichkeit ausmachen, sonst nichts. Reproduktionstechnik, aktueller Stand: Last not least empfehle ich einen Text von Kirsten Achtelik, der den derzeitigen Stand von Reproduktionstechnologien zusammenfasst, die neuesen Gerichtsurteile sowie die Positionen der maßgeblichen Akteure darstellt. Kritisch sehe ich die

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Feminismus-Comic: Jetzt auch auf Englisch!

Den Feminismus-Comic, den Patu und ich vor zwei Jahren beim Unrast-Verlag herausgebracht haben, gibt es jetzt auch auf Englisch, übersetzt von Sophie Lewis! This graphic novel is one of the best guides to world history I’ve seen… —schreibt ein Rezensent, und auch die Verlagsankündigung ist ziemlich knorke: The history of feminism? The right to vote, Susan B. Anthony, Gloria Steinem, white pantsuits? Oh, but there’s so much more. And we need to know about it, especially now. In pithy text and pithier comics, A Brief History of Feminism engages us, educates us, makes us laugh, and makes us angry. It begins with antiquity and the early days of Judeo-Christianity. (Mary Magdalene questions the maleness of Jesus’s inner circle: “People will end up getting the notion you don’t want women to be priests.” Jesus: “Really, Mary, do you always have to be so negative?”) It continues through the Middle Ages, the Early Modern period, and the Enlightenment (“Liberty, equality, fraternity!” “But fraternity means brotherhood!”).

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Warum Antifeminismus mich (nicht) interessiert

Vor zwei Wochen hat die Heinrich Böll Stiftung zwei neue Projekte online gestellt (PS: Update – Ich erfahre gerade, dass es gar kein Projekt der Böllstiftung ist, sondern ein ehrenamtliches Projekt, das das Gunda-Werner-Institut in der Böllstiftung lediglich „beherbergt“ und unterstützt), und zwar: Eine Broschüre „Gender raus“ und ein Lexikon über Antifeministin namens „Agentin“, die sich kritisch mit antifeministischen Argmenten, Strömungen, Organisationen und Personen beschäftigen. Seither ist eine halbwegs aufgeregte Debatte darüber in Gange,  ob man das (so) machen darf, und einige haben mich gefragt, was ich davon halte, und warum ich mich dazu nicht äußere. Grund ist: Ich habe mir die Seiten bisher nicht angeschaut, weil mich das Thema nicht interessiert. Nicht jede Feministin muss sich ja mit allem beschäftigen. Und ich interssiere mich nicht für Antifeminismus. Was natürlich nicht bedeutet, dass das Thema nicht wichtig ist. Es gibt einen organisierten, mit Rechtspopulismus verbandelten Antifeminismus, es gibt gezielte Angriffe und Diffamierungen gegen Gender Studies, es gibt einen fließenden Übergang zwischen

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