Diskurse am Rande: Über Relevanz und Weltveränderung

Gestern war ich bei der Frankfurter Buchmesse und hörte einen Talk mit Jakob Augstein über die Frage, ob und wie Blogs den Journalismus verändern. Kurz zusammengefasst seine These: Gar nicht sehr, denn die klassischen Medien bestimmen weiterhin den Diskurs, und das kann angesichts ihrer Professionalität, ihrer finanziellen Ressourcen und ihrer Reichweite auch gar nicht anders sein. Unterm Strich seien Blogs und Internetdiskussionen eigentlich nur Resonanzverstärker für die Themen, die von den großen Zeitungen gesetzt werden, letzten Endes nützen sie diesen höchstens zur Verbesserung ihrer Qualität und dienen damit dem weiteren Ausbau ihres Machtvorsprungs. Verbloggen möchte ich aber nicht so sehr dieses Thema, sondern vielmehr das starke Gefühl von Fremdheit, das ich bei dieser Veranstaltung empfand. Der spontane Impuls entsprang dabei sicherlich dem Umstand, dass Augstein von Habitus und Körpersprache her ziemlich exakt jenen Typus von Männlichkeit verkörpert, den ich vor einigen Jahren schon am Beispiel von Frank Schirrmacher analysiert habe. Dieser Gestus einer inszenierten „Virilität“ ist etwas, das mir immer

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