Corine Pelluchon: Die Durchquerung des Unmöglichen

Also es ist nicht so, dass ich jetzt alle zwei Tage ein ganzes Buch lese, sondern ich bin die ganze Zeit nicht dazu gekommen, Videos zu sprechen und zu schneiden. Jetzt aber gleich hier schon ein weiteres hinterher. Ich hoffe, der Verlag verzeiht mir, dass ich dauernd „HC Beck“ sage statt „CH Beck“, aber es war auch kein Rezensionsexemplar sondern selbst gekauft, von daher hab ich das Video nicht neu gemacht, sondern so gelassen. Aber interessante Gedanken von Corine Pelluchon über „Die Durchquerung des Unmöglichen. Hoffnung in Zeiten der Klimakatastrophe“.

Wie kann man ernsthaft streiten, ohne Krieg zu führen?

Wie kann man ernsthaft streiten, ohne Krieg zu führen? Solange wir als Linke und als Feministinnen dafür keine Praxis zu finden, brauchen wir uns eigentlich nicht zu wundern, wenn eine von Macht und Profitgier getriebene Welt das auch nicht tut. Unfertige Gedanken zum Alte, zum 7. Oktober und zu unserer Unfähigkeit, Konflikte auszutragen. Mein neuer Newsletter ist da.

Frausein und Schwarzsein verschlechtert nicht die Chancen, gewählt zu werden

Das ist ein interessantes Interview, wenn auch die Ergebnisse nur so überraschend sind, wenn man den oberflächlichen Diskurs über Gender und andere Identitäten zum Maßstab nimmt. Dass Frausein und Schwarzsein für Hoffnung auf Veränderung stehen kann, ist doch seit Merkel und Obama offensichtlich. Meine Theorie ist ja, dass so nach 9/11 und Finanzkrise ungefähr dieser Trend aufgekommen ist, Leute nach vorne zu schieben (und zu wählen), die KEINE weißen Männer sind, als ein Ausdruck davon, dass sich etwas Grundlegendes ändern soll. Ich halte das Erstarken von Trump, AfD und Co. (gewissermaßen die „Rückkehr“ der Alten weißen Männer) als eine Reaktion darauf, dass das nicht wirklich funktioniert hat, also auf die Erfahrung, dass Obama, Merkel etc. eben keine grundsätzlich andere Politik gemacht haben und sogar viele Probleme einfach ausgesessen haben und nicht strukturell angegangen sind. Jetzt ist die Hoffnung darauf, dass etwas „grundsätzlich anders“ werden möge, nach Rechtsaußen gewandert (und zwar, hab ich neulich irgendwo gelesen, vor allem bei den Jungen,

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Erstmal die Konfliktlinien klarkriegen

In a nutshell was hier schief läuft. Statt zwischen autoritär/menschenfeindlich und freiheitlich/demokratisch eine Linie zu ziehen, werden rassistische und nationalistische Kategorien gezogen – gegen „die Migranten“ oder „die Asylanten“. Das heißt dann auch, dass wir die, mit denen wir zusammen für Freiheit und Solidarität kämpfen sollten, autoritären Regimen wie Erdogan ausliefern. Leider machen Teile der Linken das Spielchen mit, wenn sie in Nahost genauso wenig zwischen autoritär/menschenfeindlich und freiheitlich/demokratisch unterscheiden, sondern Hamas/Hisbollah verharmlosen oder sogar gemeinsame Sache mit den Islamofaschisten machen, weil sie den Konflikt dort ebenfalls als einen entlang von Nationalität oder Race darstellen (Kolonialismus-Keks oder die absurde Idee, sich Araber als Indigene und Israelis als Weiße zu phantasieren). Die Linke des Konflikts verläuft nicht zwischen „Deutschen“ und „Ausländern“ oder zwischen „Weißen“ und „PoC“ oder zwischen „Israel“ und „Palästina“ oder zwischen „Muslimen“ und „Ungläubigen“. (Was nicht heißt, dass es entlang dieser Linien nicht auch Konflikte gibt, aber es sind nicht die entscheidenden). Sondern die Konfliktparteien stehen sich innerhalb all

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Hannah Arendts Metapher von der Entlaubung

Nachdem ich neulich in meinem Text zum Sechzigwerden darüber schrieb, werde ich von vielen nach der Quelle der Metapher von der „Entlaubung“ gefragt, mit der Hannah Arendt das Alter beschreibt. Jaja, wie das so ist mit den Quellen, man findet sie nur so mühsam wieder. Aber ich hab sie gefunden, und damit das in Zukunft nicht wieder passiert und weil es vielleicht auch noch andere interessiert, schreibe ich es jetzt hier für Googlebarkeit auf: Das Bild stammt aus einem Brief, den Arendt im Dezember 1973 an ihre Freundin Mary Mc Carthy geschrieben hat, und in dem es um den Tod alter Freund*innen geht. Sie schreibt wörtlich (im Original auf Englisch): „I must admit that I mind this relentless defoliation (or deforestation) process. As though to grow old does not mean, as Goethe said, „gradual withdrawal from appearance“ – which I do not mind – but the gradual (rather sudden) transformation of a world with familiar faces (no matter, foe or friend)

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