Neue Rezensionen bei Youtube

Kleiner Hinweis zwischendurch: Auf meinem Youtube-Kanal gibt es wieder ein paar neue Bücher. wie Ihr sehen werdet, war ich mir zwischendurch bei der Frisörin 🙂 Hengameh Yaghoobifarah: Ministerium der Träume (Roman über Schwestern) Florence Hervé (Hg): Louise Michel oder die Liebe zur Revolution (Kleines Bändchen, prima Einstieg, wenn man sich mit der berühmten Kommunardin mal beschäftigen möchte) Margarete Susman: Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes (1945 geschrieben als unmittelbare Reaktion einer der wichtigsten jüdischen Denkerinnen ihrer Zeit auf den Holocaust, sehr interessant!) Beate Hausbichler: Der verkaufte Feminismus (Kritik an der kapitalistischen Einverleibung feministischer Ideen, fand ich nicht ganz neu und auch nicht restlos überzeugend) Dass die Welt wohnlich wird – eine Festschrift zum 65. Geburtstag von Ina Praetorius (Ein Sammelband mit Texten rund um Inas Themen Care, Ökonomie, Ethik, von mir ist auch ein Beitrag drin)

Youtube-Reihe „Antje las ein Buch“

Hier eine kurze Information: Seit einiger Zeit habe ich angefangen, meinen Youtube-Kanal wieder etwas zu bespielen, unter andere mit der Reihe „Antje las ein Buch“, in der ich Bücher vorstelle, die ich gelesen habe. Bisher sind zum Beispiel Videos online über: Hanna Poddig, Leo: Kleine Geschichte der Umweltbewegungen Riane Eisler: Die Verkannten Grundlagen der Ökonomie Ina Praetorius: Im postpatriarchalen Durcheinander Mieko Kawakami: Brüster und Eier Naika Foroutan, Jana Hensel: Die Gesellschaft der anderen Veronika Kracher: Incels Susanne Kaiser: Politische Männlichkeit Jacinta Nandi: Die schlechteste Hausfrau der Welt Carel van Schaik, Kai Michel: die Wahrheit über Eva Das ist jetzt nicht ganz die chronologische Reihenfolge, aber ihr könnt nicht nur am Datum, sondern auch an meiner Frisur sehen, was früher oder später war, denn ich habe mit der Reihe ungefähr angefangen, als ich das letzte Mal bei der Friseurin war, lol. Da nicht alle Youtube abonnieren möchten, werde ich euch in Zukunft hier ungefähr einmal im Monat auf die neuen Buchrezensionen

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Mit Aliens reden

Im Redaktionsteam des Internet-Forums Beziehungsweise Weiterdenken hatten wir die Idee, ein neues Format auszuprobieren: So eine Art Zoom-Quartett zu Themen, die jeweils eine von uns interessieren. Den Anfang machte Anne Newball Duke (links unten): Sie schlug uns vor, über den Film „Arrival“ von Denis Villeneuve und die dahinter stehende Kurzgeschichte „Story of your Life“ von Ted Chiang zu sprechen. Das machten wir auch. Neben mir (rechts oben) mit dabei waren Jutta Pivecka (links oben) und Maria Coors (rechts unten). Es geht um Sprache, Feminismus, die Verständigung mit Aliens und um die Frage, ob Geschichte immer linear verläuft oder ob man das auch anders sehen kann. Enjoy!

Die zornigen Töchter Berlins

Wer immer etwas über die Frauenbewegung in Berlin (aber eigentlich auch darüber hinaus in ganz Deutschland) wissen will, sollte sich dieses Buch besorgen. Annett Gröschner hat mit viel Aufmerksamkeit fürs Detail die Geschichte aufgeschrieben, von der preußischen Berlinerin (beginnend bei der Ersten Frauenbewegung), über die Westberlinerin und die Ostberlinerin bis zur Hauptstädter*in nach 1989. Dabei schafft sie eine gute Balance aus Darstellung der Fakten (vieler, vieler Fakten) und deren Interpretation und Einordnung in einer größere Erzählung und den  Kontext der jeweiligen zeitgenössischen Debatten. Besonders interessant sind auch die vielen O-Töne von Protagonistinnen, die ihre Sicht der Dinge erzählen. Sehr wohltuend und sehr notwendig in Zeiten, wo Feminismus wieder En Vogue ist, gerade auch bei jüngeren Frauen, die Darstellung der Geschichte der Frauenbewegung aber oft holzschnittartig auf wenige Big Names und Big Dates reduziert wird. Unbedingt lesenswert! Und keinesfalls nur für Berlinerinnen! Und ganz groß auch die zahlreichen Abbildungen von zeithistorischen Plakaten und Flyern… (Disclaimer: Im letzten Kapitel wird ab und

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Bücher, die ich nicht gelesen habe

Ich glaube, ich brauche eine neue Rubrik im Blog, und zwar mit Hinweisen auf Bücher, die ich nicht gelesen habe. Es ist ja Tatsache, dass es viel mehr interessante und diskussionswürdige Veröffentlichungen gibt als man lesen kann. Was mein Fachgebiet – weibliche politische Ideengeschichte nämlich – betrifft, so ist es in den vergangenen Jahren quasi täglich mehr geworden. Feminismus und Frauenbewegung sind heute mehr denn je maßgebliche politische Akteurinnen, und entsprechend haben sich auch die Veröffentlichungen dazu explosionsartig vermehrt. Immer häufiger kommt es vor, dass ich Sachen nicht lesen kann, obwohl sie aktuell diskutiert werden und einige Gedanken wert wären. Daher will ich sie an dieser Stelle wenigstens sammeln oder zu Rezensionen verlinken. Germaine Greer: On Rape. Bloomsbury 2018, 92 Seiten, 12,99 Euro (Englisch). Neulich etwa stieß ich bei Facebook auf diesen Text, den Mithu M. Sanyal über das neue Buch „On Rape“ von Germaine Greer geschrieben hat. Greer vertritt darin offenbar sehr diskussionsbedürftige (um nicht zu sagen: falsche) Thesen

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Der Sound der Macht

Wenn der Aufstieg der extremen Rechten in Europa und ihrer parlamentarischen Ableger diskutiert wird, ist meist von den Formen oder den Inhalten ihrer Politik die Rede. Aber das ist immer auch etwas schwierig, und zwar weil es aufgrund des Phänomens der „gefährlichen Nähe“ oft Ähnlichkeiten gibt. Nicht nur haben sie Aktionsformen und Rhetorik linker Bewegungen übernommen, auch inhaltlich lässt sich keineswegs scharf zwischen ihnen und den „akzeptablen“ Parteien und Bewegungen unterscheiden, was man daran sieht, wie leicht große Bereiche ihrer Agenda in den normalen Diskurs überwechseln konnten. Deshalb möchte ich dieses aktuelle Buch von Astrid Séville empfehlen. Ich habe sie im Juni bei einer Podiumsdiskussion der Frauenstudien in München kennengelernt. In ihrer Analyse des Gesamtschlamassels fokussiert sie sich auf das, was sie den „Sound der Macht“ nennt. Damit gemeint sind weniger konkrete Inhalte und Aktionsformen, als vielmehr die Sprache und die Gedankenwelten, in denen sie geäußert werden. Anhand von vier rhetorischen Formeln geht sie den Entwicklungen auf den Grund, die

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Lese- und Hörempfehlungen

Die Hitze zermatscht mir das Gehirn, aber nein, ich beklage mich nicht. Allerdings bin ich froh, dass ich gerade keine dringenden Deadlines vor mir habe, und daher auch nichts Großartiges produzieren muss. Immerhin schaffe ich es, Sachen zu lesen oder anzuhören, und hier hab ich zwei Tipps für euch. Einmal Olivia Rosenthals Buch „Wir sind nicht da, um zu verschwinden“. Es wurde mir von meiner Verlegerin Ulrike Helmer ans Herz gelegt, die diese französische Autorin entdeckt und das Buch auf Deutsch herausgebracht hat. Hier gibt es auch einen Film des Hr darüber. Es ist nicht ganz einfach, zu beschreiben, worum es in dem Buch geht. Vordergründig erzählt es die Geschichte eines Alzheimerkranken, der auf seine Frau einsticht, aber sich hinterher nicht mehr erinnern kann. Hintergründig geht es aber auch um Rosenthals Familiengeschichte und den Holocaust. Und schließlich beschäftigt sich ein weiterer Erzählstrang mit dem Doktor Alzheimer und dessen Schicksal, den eigenen Namen an eine Krankheit zu verlieren, vor der sich alle fürchten.

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„Das Hauptproblem besteht natürlich darin, dass erfolgreiche Revolutionen so selten sind“

Gelesen: Den kürzlich erst veröffentlichten Text „Die Freiheit, frei zu sein“ von Hannah Arendt, der wohl um 1966 oder 1967 entstand. Sie schreibt darin über Revolutionen und die Frage, was und wer sie warum macht. Dabei wählt sie auffällig oft – eigentlich dauernd – die Formulierung: „Die Männer der Revolution“. Die Französische Revolution, schreibt Arendt, scheiterte, weil die „Männer der Revolution“ mit der Idee von der Gleichheit aller Menschen sehr viel mehr eingeläutet hatten als nur, wie sie dachten, einen Wandel der Regierungsform. Die Frauen mit ihrem Marsch auf Versaille (le peuple) hätten vielmehr sichtbar gemacht, dass Freiheit nur möglich ist, wenn Menschen auch die Freiheit haben, frei zu sein. Oders anders: Es reicht nicht, keine Furcht (vor denen da oben) zu haben, man braucht auch was zum Essen. Damit hoben die Frauen, le peuple, die Idee der Revolution auf ein neues Level: auf das der sozialen Verhältnisse. Die Französische Revolution ist an der Größe dieser Aufgabe gescheitert, aber die

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Stoff zum Lesen

Hier sind drei Bücher, die ich in den vergangenen Wochen gelesen habe und euch empfehlen möchte. „Die Argonauten“ von Maggie Nelson ist schon vor zwei Jahren erschienen. (Korrektur: Das Original ist vor zwei Jahren erschienen, die deutsche Übersetzung ist neu) : Der Verlag hat mir das Buch zugeschickt mit dem Hinweis, es könnte mich interessieren, vermutlich wegen meiner Beschäftigung mit dem Schwangerwerdenkönnen – und tatsächlich war dem auch so. Maggie Nelson erzählt die Geshcichte einer quasi doppelten Körpererfahrung: Sie selbst ist schwanger, ihr Ehemann Harry Dodge durchläuft eine Testosterontherapie und geschlechtsangleichende Operation, wobei es dann auch um das Familienleben mit Harrys Sohn geht, den er zuvor selbst geboren hatte. Also eine sehr spannende Geschichte um Geschlecht als sowohl körperliche Erfahrung als auch soziale Konstruktion, und das Ganze so intelligent wie unterhaltsam erzählt mit jeder Menge philosophischer Referenzen. Also wirklich nach meinem Geschmack und vielleicht auch nach eurem. (Maggie Nelson: Die Argonauten, Hanser 2015, 20 Euro, 188 Seiten) „Fa(t)shionista“ von Magda Albrecht ist

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