Konfliktvermeidende Zustimmung: der freundliche Weg, Feminismus nicht ernstzunehmen

„Jede Menge Geschlechter, die aber alle männlich sind“ schrieb eine Bekannte in den Facebook-Thread, in dem ich mich gestern Abend ein bisschen über dieses (lesenswerte) Interview in der ZEIT mit Lann Hornscheidt geärgert habe. Hornscheidt macht Gender-Forschung an der Humboldt-Universität und lehnt für sich die Einordnung als weiblich oder männlich ab und will daher auch nicht mit entsprechenden Pronomen angesprochen werden.

Die ZEIT nimmt das zum Anlass für ein ausführliches Interview zum Thema Geschlecht, Konstruktion, Abschaffung der binären Ordnung und so weiter. Geschlecht, so Hornscheidt, sei „eine Erfindung von Sexismus“ und es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis Menschen bei der Geburt kein Geschlecht mehr zugewiesen wird. Interessante, aber sicher auch diskussionswürdige These.

Allerdings: Diskutiert wird in dem Interview nicht. Heikle Punkte, zum Beispiel die Frage, was dann mit dem Schwangerwerdenkönnen ist (denn in der Biologie wird „weiblich“ und „männlich“ ja entlang der jeweiligen Funktion bei der Reproduktion definiert), werden nicht angesprochen. Dabei ist dieser Aspekt ja wohl auch im Bezug auf menschliche Geschlechterkonstruktionen nicht ganz unerheblich – worüber ich kürzlich mit Jutta Pivecka ausführlich diskutiert habe.

In meiner Reihe von Blogposts zu dem Thema hatte ich anfangs darüber geklagt, dass das Thema Schwangerwerdenkönnen in der queerfeministischen Debatte so oft ignoriert wird, hatte aber in letzter Zeit den Eindruck, dass es langsam doch zum Thema wird. Deshalb nehme ich an, dass auch Lann Hornscheidt sich den ein oder anderen Gedanken zu all dem gemacht hat. Warum gab es dazu keine Fragen? Hatten die Interviewer_innen Angst davor, diese Frage zu stellen? Oder ist sie ihnen wirklich nicht eingefallen?

Lann Hornscheidt bietet in dem Gespräch noch mehr diskussionswürdige Thesen: Ist die Geschlechterdifferenz wirklich genauso konstruiert wie die Unterscheidung von „Rassen“, wie Lann behauptet? Ich finde nicht. Ist es wirklich so falsch vom Feminismus, die Kategorie „Frau“ ins Zentrum zu rücken? Ich finde, ein Blick auf die Welt zeigt, dass das ein ziemlich vernünftig gewählter Fokus ist. Und so weiter.

Dass Hornscheidt nicht dazu herausgefordert wird, die Thesen zu begründen und argumentativ zu vermitteln, ist schade, denn auf diese Weise bleiben sie einfach Behauptungen, die wohl kaum jemanden überzeugen werden, der_die nicht ohnehin schon bekehrt ist.

Interviewer_innen haben die Aufgabe, komplizierte Angelegenheiten allgemeinverständlich zu vermitteln und dazu gehört, die Thesen von Wissenschaftler_innen kritisch zu befragen. Denn nur so kann etwas von dem, was in akademischer Forschung passiert, für diejenigen verständlich werden, die nicht so in dem Thema drin sind. Da nicht nachgefragt wurde, sind aber wesentliche Punkte von Hornscheidts Ansatz unerklärt geblieben. Vielleicht hätte Hornscheidt ja zum Beispiel Antworten auf die Frage gehabt, wie Geschlecht und Schwangerwerdenkönnen zusammenhängen? Wir wissen es nicht.

Meiner Ansicht ist das die andere Seite der medialen Unbeholfenheit im Umgang mit radikalen feministischen Ideen, also mit solchen Ideen, die nicht unmittelbar für das Alltagsverständnis einleuchtend sind. Die eine Seite dieser Medaille ist das Lächerlichmachen, das Ausschließen aus dem Sagbaren, das Diffamieren, das Beschimpfen und Bedrohen – und leider hat gerade Lann Hornscheidt die Unbarmherzigkeit und Aggressivität dieses antifeministischen Impetus schon mit voller Wucht zu spüren bekommen.

Aber – das Gegenteil ist genauso falsch.

Hannah Arendt hätte all die interessanten Dinge in dem berühmten ZDF-Interview mit Günter Gaus nicht gesagt, wenn Gaus nicht kritisch und interessiert nachgefragt, ihr nicht auch mal widersprochen hätte. Feminist_innen einfach bloß das Mikrofon hinzuhalten, ohne kritische Nachfragen, selbst zu ganz offensichtlich erklärungsbedürftigen Punkten, ohne also ein eigenständiges Gegenüber zu der Person zu sein, die interviewt wird – das kann es nicht sein. Es sieht zwar erstmal toll aus – sie geben uns ein Forum – aber letzten Endes ist das genauso wenig ein Ernstnehmen radikalfeministischer Ideen, wie wenn man sie diffamiert.

Ina Praetorius hat diesen Mechanismus mal „konfliktvermeidende Zustimmung“ genannt und darin ein Muster erkannt, wie vor allem wohlwollende Männer häufig mit radikalfeministischen Ideen umgehen: Sie lassen sich gar nicht auf Diskussionen ein, sie widersprechen nicht und stellen keine Fragen, sondern nicken nur. Es fühlt sich auf den ersten Blick gut an, so mit Samthandschuhen angefasst zu werden, gerade wenn wir uns sonst so oft in feindlicher Umgebung behaupten müssen.

Aber es hilft uns und unseren Ideen leider auch nicht weiter. Es führt nicht dazu, dass unser Denken aufgegriffen und diskutiert wird, dass unsere Vorschläge in der Welt zirkulieren und Wirksamkeit entfalten. Sondern es ist letztlich eben doch auch ein Mechanismus, der dazu dient, uns aus dem ernsthaften Diskurs auszuschließen – wenn auch ein freundlicherer, weniger schmerzhafter und häufig auch gut gemeinter.

Warum es nicht „binär“ ist, wenn ich von Frauen und Männern spreche

Immer wenn ich mit jüngeren Feminist_innen diskutiere, dauert es nicht lange, und es kommt die Frage, ob meine Art, über Frauen und Männer zu sprechen, nicht „binär“ wäre. Ich möchte hier einmal aufschreiben, warum ich das nicht finde.

Ein „binäres“ Verständnis von Geschlecht geht ja davon aus, dass es genau und nur zwei Geschlechter gibt, männlich und weiblich. In dieser binären Logik ist „Frau“ gleichbedeutend mit „nicht Mann“ und andersrum „Mann“ gleichbedeutend mit „nicht Frau“.

Genau dieser Auffassung bin ich nicht. Ich interessiere mich für die Freiheit der Frauen, das ist mein politisches Anliegen: die Freiheit der Frauen zu vergrößern. Dafür ist es logisch wichtig, dass es Frauen gibt, aber nicht, diese binär zu denken, also als Gegenstück zum Mann. Ganz im Gegenteil: Ich unterscheide zwischen „Frauen“ und „Nicht-Frauen“. Die „Nicht-Frauen“ können alle möglichen Geschlechter haben. Es ist mir vollkommen egal, ob es zwei, fünf, oder dreihundert Geschlechter gibt – Hauptsache, es gibt nicht nur eines (denn Eingeschlechtlichkeit ist immer männlich), und ein Geschlecht davon ist meines, das weibliche.

„Frauen“ definiere ich überhaupt nicht inhaltlich, und schon gar nicht als Gegenstück, Komplementäres oder Gleiches des Mannes. Das Frausein ist eine Evidenz, die nicht näher begründet oder erklärt werden muss, es genügt, sie zu konstatieren (etwa durch einen Satz wie: „Ich bin eine Frau“ oder dadurch, dass man „als weiblich gelesen“ wird und nicht widerspricht).

Frausein ist das, was ich bin, Frausein ist das, was Frauen tun. Frausein hat keine weitere inhaltliche Bestimmung, und schon gar keine, die in Beziehung auf andere Geschlechter definiert ist. Das heißt: Für das, was Frausein bedeutet, ist es vollkommen unerheblich, ob Männer (oder andere Geschlechter) dasselbe oder etwas anderes tun.

Eine Vorstellung oder Beschreibung von Geschlecht als „Skala“, deren Enden Männlichkeit und Weiblichkeit darstellen und dazwischen gibt es fließende Übergänge, lehne ich explizit ab. Ich halte eine solche Vorstellung für gefährlich, was die Freiheit der Frauen betrifft. Denn sie stellt uns vor die Wahl, entweder „weiblichkeitskonform“ zu sein oder unsere Weiblichkeit aufs Spiel zu setzen. Denn im Bild der Skala kann ich mich nur vom bestehenden Weiblichkeitsklischee entfernen, indem ich mich dem „männlichen Ende“ der Skala annähere. Mir ist aber wichtig, dass die Erweiterung dessen, was Frausein bedeutet, in alle möglichen und denkbaren unerforschten Richtungen gehen kann. Allerhöchstens zufällig geht sie hin und wieder auch einmal in Richtung auf das Männliche zu.

TestosteronWenn ich Kuchen backe, ist das genauso „weiblich“ wie mein aggressives Diskussionsverhalten. Und sogar mein Testosteron ist weiblich, wie ich mir neulich aufs T-Shirt druckte: Denn es ist das Testosteron einer Frau. Alles, was ich tue, ist zu 100 Prozent weiblich. Und ich bestreite, dass Männer irgend etwas „weibliches“ an sich haben können – was nicht bedeutet, dass sie nichts von Frauen lernen könnten, für meinen Geschmack müssten sie das viel öfter tun. Aber eben, indem sie sich die dort abgeschauten Verhaltensweisen aneignen und dann eben NICHT mehr als weiblich verstehen. So wie die Frauen, als sie in Europa anfingen, Hosen zu tragen: Sie machten aus einem bis dahin männlichen Kleidungsstück ein weibliches. So funktioniert das.

Wenn ich also in Vorträgen und Texten von „Frauen“ spreche, dann meine ich nicht Nicht-Männer, sondern eben: Frauen. Wenn ich zum Beispiel einen Begriff verwende wie „weibliche Souveränität“, dann bedeutet das nicht, dass Männer oder andere Geschlechter diese Souveränität nicht haben könnten. Sondern es bedeutet, dass ich hier von etwas spreche, das Frauen betrifft. Die Frage, ob es auch andere Leute betrifft, ist davon ganz unabhängig, das bleibt abzuwarten, zu sehen, zu untersuchen. So wie der Satz „Frauen essen Gemüsesuppe“ ganz unabhängig davon wahr oder falsch ist, ob auch Männer oder andere Geschlechter Gemüsesuppe essen oder nicht.

Dasselbe gilt andersherum, wenn ich von Männern spreche, zum Beispiel sage: „Die parlamentarische Demokratie ist eine von Männern erfundene Institution.“ Damit konstruiere ich nicht Männer binär als Gegenstück zu Frauen, sondern ich konstatiere eine Tatsache. Ich drücke damit aus, dass die „Männlichkeit“ in der Entstehungsgeschichte dieser Institution von Bedeutung ist, und nichts Nebensächliches. Und ich sage, dass inwiefern das alles auch für Frauen (und andere Geschlechter) relevant ist, nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann, sondern mit offenem Ausgang diskutiert werden muss.

Das Missverständnis kommt vielleicht daher, dass es im Queerfeminismus (aus dem heraus mir der Vorwurf der „Binarität“ oft entgegenkommt) vor allem um das Verhältnis geschlechtlicher Identitäten zueinander geht. Mich interessiert das jedoch weniger, mein Thema ist das Verhältnis von Geschlecht und Welt. Das heißt, ich spreche, wenn ich die Wörter „Frauen“ und „Männer“, „weiblich“ oder „männlich“ benutze, über das Verhältnis von Frauen zur Welt und über das Verhältnis von Männern zur Welt – und nicht, oder gewissermaßen nur „über Bande“, über ihr Verhältnis zueinander oder zu anderen Geschlechtern.

 

Elternschaft muss freiwillig sein! Warum es für Väter ein Opt-Out geben sollte

Kürzlich sprach ich bei einem Thementag des Elternreferats des AstAs an der Uni Mainz über das Schwangerwerdenkönnen, und in der anschließenden Diskussion sorgte eine Fragestellung für Kontroversen, die ich so nicht erwartet hätte: Ob es für Väter (beziehungsweise für die Männer, mit deren Sperma eine Frau schwanger geworden ist) die Möglichkeit eines „Opt-Out“ geben sollte.

Irgendwo hatte ich das nämlich mal gefordert (weiß jetzt aber grade nicht mehr, in welchem Blogpost oder Text, falls jemand schlauer ist, bitte in die Kommentare, danke!) und bin auch weiterhin der Meinung, dass das richtig wäre.

Denn während eine Schwangere nach der Zeugung darüber entscheiden kann, ob sie das Kind austrägt oder nicht, hat der Samenspender diese Möglichkeit nicht, da es nicht sein Körper ist, der schwanger ist. Er kann zwar seine Meinung äußern, aber die Entscheidung selbst kann nur die Schwangere fällen. Es sei denn, wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, die die körperliche Selbstbestimmung von Frauen durch Gesetze und Machtverhältnisse unterbindet.

Wenn wir uns jetzt aber einig sind, dass das nicht geht und dass auch eine schwangere Person jederzeit über ihren Körper selbst bestimmen darf (und das waren wir in Mainz), bedeutet das eine Ungleichheit zwischen den beiden Zeugenden: die Frau kann das Kind austragen oder nicht, der Mann muss ihre Entscheidung akzeptieren.

Was bedeutet das nun für die Notwendigkeit, Regelungen für diese Situationen zu treffen? Wie ich an anderer Stelle schrieb, ist die Erfindung des heteronormativen Paares die klassisch-patriarchale Antwort: Jeder Frau wird genau ein Mann zu geordnet. Historisch ist das der Ehemann der Schwangeren, heutzutage ist das der Samenspender (beides muss ja nicht dieselbe Person sein).

Meiner Ansicht nach sollte diese Hetero-Formation aufgegeben werden. Ich plädiere dafür, dass nicht nur die Schwangere, sondern auch der Samenspender die Möglichkeit haben sollte, vom Projekt „Kindhaben“ zurückzutreten. Wählt er den Opt-Out, ist er raus, muss sich um nichts kümmern, keinen Unterhalt bezahlen und so weiter. Das kann natürlich nicht bedeuten, dass die Frau allein für das Kind aufkommen muss, aber diesen Part würde dann eben jemand anderes übernehmen – entweder ein freiwilliges Elternteil (im Fall von lesbischen Paaren eine wichtige Möglichkeit), oder die Gesellschaft als ganze, die für finanziellen Unterhalt und Infrastruktur oder andere Hilfen aufkommt.

Ich war überrascht, dass doch von zahlreichen Diskutant_innen vehementer Widerspruch gegen dieses Modell kam. Sie bestanden darauf, dass der Samenspender die Verantwortung nicht ablehnen dürfe. Mein Argument mit der Ungerechtigkeit, die darin liege, dass er – anders als die Schwangere – nach einer erfolgten Zeugung keine Entscheidungsmöglichkeit mehr hat, sei nicht stichhaltig, denn mit dem Vollzug eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs habe er implizit in die Vaterschaft eingewilligt.

Mich überzeugt das nicht wirklich, denn dieses Argument ließe sich auch Frauen, die abtreiben, entgegen halten. Außerdem würde ich die Opt-Out-Möglichkeit auch auf die schwangeren Frauen ausweiten: Sie müssten ebenfalls die Möglichkeit haben, aus der Beziehung zu dem Samenspender auszusteigen – Vaterschaft setzt meiner Ansicht nach nicht nur eine Spermaspende, sondern auch die Einwilligung der Schwangeren voraus, mit dem Samenspender eine Beziehung haben zu wollen. Denn das ist im Fall gemeinsamer Elternschaft ja unvermeidbar.

Ich finde, es gibt sowohl auf Seiten der Männer als auch auf Seiten der Frauen eine Vielzahl von möglichen Gründen, die gegen eine gemeinsame Elternschaft von Samenspender und Schwangerer sprechen. Positiv und für alle Beteiligten (speziell auch das Kind) fruchtbar wird eine gemeinsame Elternschaft nur verlaufen, wenn alle Beteiligten sich freiwillig und mit guten Absichten dafür entscheiden – und selbst dann kann hinterher noch vieles schieflaufen.

Männer, die Väter werden wollen, müssen dafür eben eine vertrauensvolle Beziehung zu einer Frau aufbauen, die freiwillig darin einwilligt, mit ihnen die Elternschaft zu teilen. Und Frauen, die einen Vater für ihr Kind haben wollen, müssen dafür eben eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Mann aufbauen, der freiwillig darin einwilligt, die Elternschaft mit ihnen zu teilen.

Ist eine solche vertrauensvolle und auf völliger Freiwilligkeit basierende Beziehung zwischen den beiden Erwachsenen nicht vorhanden, ist meiner Ansicht nach eine gemeinsame Elternschaft auch nicht sinnvoll. Und wir als Gesellschaft sollten für diese Fälle Alternativen bereitstellen.

Discuss!

Zum Thema: Mann schüttet einer Schwangeren Abtreibungsmittel ins Essen, damit sie das von ihm mitgezeugte Kind nicht gebiert.

Wie man „Sexismus in bestimmten Einwanderermilieus benennen kann“

Allen, die Sexismus bekämpfen möchten, ohne dabei auf rassistische Stereotype zurückzugreifen, wird in letzter Zeit regelmäßig vorgeworfen, wir würden Sexismus verharmlosen, der von nicht-deutschen Männern begangen wird. Denn, so die Unterstellung: Wenn man einen Migranten für sexistisches Verhalten kritisiert, wird man ja von unseresgleichen sofort als Rassist beschimpft.

Wenn so eine Behauptung von Rechtsaußen kommt, ist das zu erwarten und eigentlich nicht weiter der Rede wert. Aber der Vorwurf kommt immer wieder auch von Menschen, die man eigentlich für Verbündete hielte. Grade erst hat zum Beispiel Heide Oestreich in der taz so etwas geschrieben. Sie versucht, zwischen „uns“ und Alice Schwarzer so eine Art Mittelweg einzunehmen und schreibt:

Die „Ausnahmslos“-Menschen müssen sich fragen lassen, wie man denn Sexismus in bestimmten Einwanderermilieus, die von einem reaktionären Frauenbild geprägt sind, überhaupt benennen kann und wie man ihm so begegnen kann, dass Frauen, die darunter vor allem zu leiden haben, geschützt sind. Die Antwort bleiben sie bisher schuldig.

Ich verstehe das nicht, denn die Antwort ist doch ganz einfach: Man kann Sexismus in jeglicher Lebenssituation einfach thematisieren, indem man ihn thematisiert. Und genau wie in jeder anderen Lebenssituation gibt es keinen Zwang, dass man dabei rassistisch sein muss.

Die Behauptung, wir „Ausnahmslos“-Menschen hätten ein Problem damit, Sexismus in bestimmten Milieus zu thematisieren, ist eine Unterstellung, die nie begründet wird, und die sich auf diese Weise nach und nach zur Binsenweisheit verfestigt (ganz ähnlich übrigens, wie Alice Schwarzers Behauptung, der Differenzfeminismus würde Unterschiede zwischen Frauen und Männern essenzialistisch zementieren. Das haben irgendwann auch alle nachgeplappert).

Ich selbst kann auf jeden Fall mit gutem Gewissen sagen, dass ich mir noch nie eine Kritik an Sexismus aus Gründen der politischen Korrektheit verkniffen habe. Ich kritisiere Musliminnen für Interpretationen des Kopftuchs, die ich sexistisch finde, diskutiere auf Facebook mit Islamvertretern über patriarchale Koranauslegungen, und bekomme dafür nicht mehr oder weniger Ärger als für andere Meinungen, die ich vertrete, auch. Wirklich: Sexismus in migrantischen Kontexten zu kritisieren, ist nicht schwerer oder leichter, als Sexismus generell zu kritisieren.

(Jedenfalls für eine nicht-migrantische Deutsche wie mich. Was Feministinnen innerhalb migrantischer Communities betrifft, so bin ich mir da nicht so sicher, denn ich kann mir vorstellen, dass sie gerade durch den rassistischen Diskurs rundum in Legitimationsprobleme gedrängt werden, aber das ist ein anderes Thema, zu dem übrigens einiges Lesenwerte im akutellen Heft vom Missy Magazine steht).

Whatever, das einzige, was man tun muss, um „Sexismus in bestimmten Einwanderermilieus“ zu benennen, ohne dabei rassistisch zu sein, ist ein paar kleine Punkte beachten:

  1. Man soll Sexismus benennen, kritisieren und anprangern, wo immer er auftritt. Ausnahmslos.
  2. Man soll alle von sexualisierter Gewalt betroffenen Opfer gleichermaßen ernst nehmen, ihnen glauben, sie fragen, was sie brauchen, und ihnen unbürokratische Hilfe und Ressourcen anbieten.
  3. Man soll beim Versuch, die Ursachen sexualisierter Gewalt zu verstehen, eine breite Palette von Möglichkeiten in Betracht ziehen: individuelle ebenso wie strukturelle Gründe, soziale ebenso wie kulturelle und weltanschauliche Gründe.
  4. Man soll nicht mit zweierlei Maß messen, also selbstkritisch prüfen, ob und inwiefern die eigene Einschätzung der Situation eventuell von Vorurteilen oder ungeprüften Vorannahmen über Kulturen und Gewohnheiten geprägt sein könnten, die einer selbst fremd sind. Am besten, indem man sich dafür mit Menschen aus diesen Kulturen, die einer selbst fremd sind, bespricht.
  5. Und vor allem: Man soll nie, nie, nie, niemals bei der Bekämpfung sexualisierter Gewalt noch andere politische Agenden verfolgen, man soll nie, nie, nie das Leid der Betroffenen dafür instrumentalisieren, andere politische Kämpfe auszufechten.

Warum sind diese Punkte wichtig? Nicht aus politischer Korrektheit heraus, sondern weil man ein Problem nur dann angehen kann, wenn man sich wirklich darum bemüht, es zu verstehen. Wer das Phänomen der sexualisierten Gewalt in migrantischen Kontexten auf „den Islam“ oder „die sind eben patriarchal drauf“ verkürzt, wird es nicht lösen, sondern verschärfen. Wer sich vorschnell eine eindimensionale Ursache zusammenrauft, kann keinen praktikablen Hebel finden, bei dem sich ansetzen ließe. Markige Sprüche, wonach man es „denen“ endlich mal mit aller Härte zeigen muss, hinterlassen zwar ein schönes Gefühl der eigenen Zampanohaftigkeit, helfen aber niemandem, vor allem nicht den Opfern (höchstens der AfD zu noch ein paar Prozentpunkten mehr).

Sexualisierte Gewalt ist nun mal nichts, was man einfach nur mit Gesetzen, quasi von außen, lösen könnte. Sexualisierte Gewalt ist in Kulturen sehr tief eingebettet, und eben in unterschiedliche Kulturen auf unterschiedliche Weise. Wir haben mit der Frauenbewegung in Deutschland die Erfahrung gemacht, dass es hier um eine Politik der Beziehungen geht. Sexualisierte Gewalt findet überwiegend im Privaten statt, deshalb kann man ihr nur etwas entgegensetzen, indem der Widerstand von innen und von außen gleichzeitig kommt. Es ist von ganz entscheidender Wichtigkeit, dass die betroffenen Frauen selbst aktiv werden, dass sie Vertrauen haben zu denen, die Hilfsangebote bereitstellen, dass es für sie gangbare Brücken gibt zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, dass von ihnen nicht erwartet wird, sich gegen ihre gesamte Herkunft und Geschichte zu stellen, bevor sie Unterstützung finden.

Ich erinnere mich an eine Diskussionsveranstaltung vor vielen Jahren, in der Luisa Muraro einen Vortrag zum Thema Freiheit lehren gehalten hat und dabei die Frage diskutierte, wie wir weg kommen von weiblichem Konformismus, hin zu weiblicher Freiheit. Im Anschluss erzählte eine Zuhörerin aus dem Publikum von einer jungen Frau in ihrer Nachbarschaft, die von ihrem Vater in ihrer Freiheit stark eingeschränkt wird, die gezwungen wird, ein Kopftuch zu tragen, nicht auf Feste und Klassenfahrten darf, ständig im Haushalt helfen muss. Dagegen müsse man doch etwas tun! rief die Frau empört.

Ja, stimmte ihr Muraro zu, und fragte: Und, was tust du?

PS: Falls Ihr diesen Blogpost wieder zu nebulös findet, dann könnt Ihr gerne Beispiele in die Kommentare schreiben von Situationen, in denen Ihr das Gefühl hattet, vor der Wahl zu stehen, entweder Sexismus zu kritisieren und dafür einen Rassismusvorwurf zu kassieren, oder aber aus politischer Korrektheit den Mund zu halten. Vielleicht finden wir ja in einer gemeinsamen Diskussion raus, wo genau es bei diesem Thema hakt.

PPS: Zum Thema kulturelle Differenzen schrieb ich auch hier mal was.

Ist Leihmutterschaft Arbeit?

Im Zusammenhang mit meinem kleinen Projekt des Nachdenkens übers Schwangerwerdenkönnen ist ein besonders wichtiges Thema das der Biotechnologie. Schwangerwerdenkönnen ist ja längst nicht mehr einfach die Art und Weise, wie Menschen sich reproduzieren. Es ist auch seit langem ein Feld juristischer, moralischer und sozialer Aushandlungsprozesse, die sich hauptsächlich um die Frage drehen, wie Kulturen die Ungleichheit regeln, die darin besteht, dass manche Menschen schwanger werden können und andere nicht, woraus sich dann sowohl formale Regelungen als auch kulturelle Geschlechternormen entwickelt haben.

Aber inzwischen ist das Schwangerwerdenkönnen auch in den kapitalistischen Markt eingetreten, und zwar nicht mehr nur im Sinne des Konsums, mit Schwangeren als Zielgruppe etwa, sondern direkt die Reproduktion selbst. Frauen* verkaufen das Austragen und Gebären von Kindern als Dienstleistung für Menschen, die selbst nicht schwanger werden können. Und sie verkaufen ihre Eizellen an Menschen, die selbst keine reproduktionsfähigen Eizellen produzieren, oder auch für die biotechnologische Forschung.

FEDERICICOVER_newtry300812In der Reihe „Kitchen Politics“ bei Edition Assemblage ist zu diesem Thema jetzt ein sehr lesens- und vor allem diskutierenswertes Bändchen erschienen. Es trägt den Titel „Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit“, womit auch schon eine der zentralen Thesen benannt ist: Denn bisher wird dieser Reproduktions-Markt nicht als Markt benannt, sondern es wird von Spenden oder Gefälligkeitsdiensten gesprochen, und das Geld, das dabei gezahlt wird, als Entschädigung bezeichnet, aber eben nicht als „Lohn“. Diese Verbrämung verhindert, so die Autorinnen, eine politische Organisation der Leihgebärerinnen und Eizellen-Verkäuferinnen beziehungsweise die Durchsetzung klarer Rechte und so weiter.

Bei der Leihmutterschaft trägt eine Frau* ein Kind im Auftrag anderer aus, in der Regel nach einer künstlichen Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation/IVF), wobei die Eizelle und die Samenzelle ganz oder teilweise von den beauftragenden Personen stammen, die auf diese Weise einen genetischen Anteil an dem beauftragten Kind sicherstellen (das, was dann als „eigenes“ Kind verstanden wird). Größtes Anbieterland ist Indien, wo es inzwischen rund 3000 Reproduktionskliniken gibt, die Leihmutterschaft anbieten, mit 400 bis 500 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, in einigen europäischen Ländern (Belgien, Großbritannien, Ukraine) und US-Bundesstaaten (Kalifornien) allerdings mit Bedingungen erlaubt.

Eizellen-„Spenden“ (pro Eizelle werden ca. 800 bis 1000 Euro bezahlt) werden verwendet, um Frauen* eine Schwangerschaft zu ermöglichen, die selber keine Eizellen produzieren, oder wenn eine Leihmutter etwa in Indien beauftragt wird, das Kind aber „weiß“ sein soll. In Europa sind vor allem Spanierinnen und Osteuropäerinnen beliebte Eizellenspenderinnen, weil sie eben „weiß“ aussehen. In  Zukunft wird aber vermutlich auch der Markt für Eizellen nicht-weißer Frauen zunehmen, wenn die embryonale Stammzellforschung sich weiter ausbreitet.

In diesem Band sind nun zwei Texte der australischen Sozialwissenschaftlerinnen Melinda Cooper und Catherine Waldby abgedruckt, die sich seit langem mit dem Thema beschäftigen, ergänzt um ein Mail-Interview zwischen ihnen und den deutschen Herausgeberinnen Felicita Reuschling und Susanne Schultz, die dann jeweils noch mit einem eigenen Text das Thema im hiesigen Diskurs verankern.

Ihre auf den ersten Blick provokante Herangehensweise: Sie plädieren dafür, diese Tätigkeiten als Arbeit zu verstehen und entsprechend politisch für die Rechte der Eizellen-Verkäuferinnen und Leihgebärerinnen einzutreten. Die derzeitige Verschwurbelung, die noch an der symbolischen Idee festhält, es handele sich hierbei um altruistische Spenden, während es faktisch ums Geldverdienen geht, solle über Bord geworfen werden. Ich finde diese Herangehensweise interessant, deren Tücken liegen aber natürlich gleichwohl auf der Hand – in dem Moment, wo wir diese Tätigkeiten als Arbeit verstehen, haben wir nämlich gleichzeitig akzeptiert, dass auf diese Weise gewirtschaftet wird. Diese Probleme dröselt Susanne Schultz in ihrem Beitrag gut auf. Unter anderem zeigt sie, warum Leihgebären und Eizellenverkauf etwas anderes sind als Sexarbeit und daher die Argumente zur Legalisierung letzterer nicht einfach auf Erstere übertragen werden können. Und sie plädiert dafür, Verbote wie in Deutschland noch möglichst lange aufrechtzuerhalten, auch um in der Zwischenzeit vielleicht alternative Strategien zu entwickeln.

Aber natürlich haben Cooper und Walby recht, wenn sie darauf hinweisen, dass die Kommerzialisierung des Schwangerwerdenkönnens global gesehen längst eine Realität ist, der man besser ins Auge schaut anstatt sie sich schön zu reden.

Ist aber die Interpretation des Geschehens in marxistischer Logik die richtige Antwort darauf? Ich glaube das nicht. Ich habe schon mal die steile These aufgestellt (finde gerade nicht mehr, wo das war), dass wir eigentlich gar nicht mehr im Kapitalismus leben, sondern wieder im Feudalismus, und die Entwicklungen auf dem Gebiet der Biotechnologie scheinen mir dafür ein Beleg zu sein. Denn offensichtlich geht es hier nicht nur um Geschlechterdifferenzen, sondern auch um rassistische Körpervorstellungen und globale Unterschiede in den Lebensverhältnissen. Es mag zwar auch Geld fließen in diesem Verhältnis, aber das scheint mir nicht das Wesentliche dessen zu sein, was hier geschieht.

Klassische Forderungen des „Arbeitskampfes“ (Gesundheitsschutz, bessere Bezahlung, Arbeitsbedingungen) sind nicht der zentrale Punkt, sondern meiner Ansicht nach wird über das Thema „Eigentum am eigenen Körper“ verhandelt – und damit sind wir exakt im Bedeutungsfeld von „Leibeigenschaft“. Während der Schwangerschaft können die Auftraggeber teilweise sehr krass über den Körper der Schwangeren befinden, es ist ja „ihr“ Kind, das da heranwächst, die Schwangere ist lediglich das Gefäß, das keinerlei eigene Rolle dabei zu spielen hat. Genau in diesen Bedeutungsfeldern spielen sich nicht zufällig auch die Streitigkeiten ab, die in diesem Verhältnis ausgetragen werden – und nicht bei der Höhe des Preises. Sondern es geht um solche Dinge wie: Muss die Schwangere ein „behindertes“ Kind abtreiben, wenn die Auftraggeber_innen das so wollen? Dürfen diese der Gebärenden untersagen, das Kind nach der Geburt an die Brust zu nehmen, um jegliche „unstatthafte“ Bindung zu vermeiden? In der Regel wird hier im Sinne der Auftraggeber_innen entschieden.

Genau bei solchen Dingen müssten politische Kämpfe meiner Ansicht nach ansetzen: Am Körper der Schwangeren und der Frage, ob jemand über ihren Körper verfügen kann. Ein Embryo ist Teil des Körpers der schwangeren Frau, er ist kein eigenständiges Individuum. Das ist er erst nach der Geburt. Und nur von ihr können andere das geborene Kind empfangen – in Freiwilligkeit. Der entscheidende politische Kampf müsste darin liegen, klarzustellen, dass alle Verträge sittenwidrig sind, die etwas anderes sagen.

Mein Vorschlag wäre: Leihmutterschaft kann es durchaus geben, aber jeglicher Vertrag dazu wird erst in dem Moment gültig, wo eine Frau, die ein Kind geboren hat, dieses Kind ihren „Auftraggebern“ freiwillig überreicht. Jede Schwangere muss während der gesamten Schwangerschaft Herrin ihrer eigenen Lage bleiben, und sie darf auch nicht dazu gezwungen werden, das Kind, das sie ausgetragen und geboren hat, abzugeben. Sie kann sich alles jederzeit anders überlegen – bis zu dem Moment, wo sie das Kind physisch in die Obhut anderer Personen abgibt (und dann eventuell dafür Geld entgegen nimmt). Erst ab diesem Moment ist es nicht mehr „ihres“.

Auf Seiten der Auftraggeber_innen wäre eine Arbeit an der symbolischen Ordnung derart wichtig, jegliche Idee, es gebe ein „Recht auf Fortpflanzung“, wie es von der Reproduktionslobby derzeit massiv propagiert wird, konsequent zurückzuweisen. Ein Recht auf Fortpflanzung kann es so wenig geben wie das Recht auf drei Beine. Dass nicht alle Menschen schwanger werden können, ist einfach ein normaler Begleitumstand des Menschseins, darin liegt keine Ungerechtigkeit gegenüber den Betroffenen und keine Diskriminierung, die auf Kosten der Gesellschaft ausgeglichen werden müsste. Dass Menschen nicht schwanger werden können, ist ganz normal und erfordert keinerlei Maßnahmen, schon gar nicht solche, die auf Kosten anderer Menschen gehen.

Das festzustellen, schließt natürlich keineswegs aus, nach Möglichkeiten zu suchen, wie auch der Kinderwunsch von Menschen, die nicht schwanger werden können, erfüllt werden kann. Mein Punkt ist: Diese Möglichkeiten können nicht auf einer Ebene von Rechten diskutiert werden, sondern nur auf einer Ebene von Möglichkeiten, von Chancen, von Umständen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass Menschen ein Kind aufziehen, das von einer anderen Person geboren worden ist. Aber das darf nicht auf Kosten und unter Abwertung dieser Frauen* geschehen. Sondern nur auf einer respektvollen Beziehungsebene.

Meine Vermutung ist: Genau um diese Beziehungsebene soll sich durch den Umweg eines Vertrags und einer Bezahlung „gedrückt“ werden, denn genau das ist der Sinn von Verträgen und Geldzahlungen: Die Beziehung wird entpersönlicht, formalisiert. Die Frage, um die es mir geht, ist also die, in welchem Verhältnis man sich zueinander sieht. Wenn eine Person (oder zwei), die nicht schwanger werden können, eine andere findet, die an ihrer Stelle ein Kind austrägt und zur Welt bringt und es dann in ihre Obhut übergibt – prima, Glückwunsch, das soll meinetwegen dann auch rechtlich und vertraglich gesichert werden. Aber eben nur dann.

(Hier müsste jetzt natürlich noch ein ethischer Diskurs stehen über die Ausnutzung materieller Notlagen in einer global kapitalistischen Welt hin und über die Grenzen von Freiwilligkeit in einer solchen Welt, aber den denkt euch bitte selber dazu, hier geht es mir um etwas Prinzipielles).

Noch eine Frage: Was ist eigentlich mit dem Recht des Kindes auf Kenntnis der Frau, die es geboren hat? Wo doch symbolisch so unglaublich viel Bohei gemacht wird darum, dass Kinder auf jeden Fall das Recht hätten, zu erfahren, von wem genau die Eizelle und das Sperma stammten, mit deren Hilfe diese Person schwanger wurde? Darf man ihnen vorenthalten, wer genau es war, die sie am Anfang ihres Lebens neun Monate im eigenen Körper herumgetragen und sie dann geboren hat? Wenn ja, warum? Weil das ja nichts bedeutet, nichts Wert ist, weil Schwangere ja nur ein bedeutungsloses Gefäß sind? Das hat ja auch schon Aristoteles so gesehen.

Kitchen Politics (Hg): Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit. Biotechnologie, Reproduktion und Familie im 21. Jahrhundert. Edition assemblage, Münster 2015, 9,80 Euro.

„Speculum, the Other man. Eight points on the spectres of Cologne“

„Listening to the other – her experience, her story, her needs, her desires, her traumas, her resources – is a necessary condition for repairing the pattern of civilisation, and in a direction opposite to that of the clash of civilisations. In this, the racket of the media machine, wholly programmed not to listen but to shout, is no help to us – rather, it is an obstacle.“

Italienische Feministinnen – darunter einige Freundinnen der Philosophinnengemeinschaft Diotima – haben unter dem Titel „Speculum, the Other man. Eight points on the spectres of Cologne“ eine lange, meiner Meinung nach sehr gute Analyse der Debatten nach den Köln-Ereignissen geschrieben.

Verzeiht, dass ich immer noch kein anderes Thema hier habe.

Hier ist der Link zum (englischen) Text.