Neue Buchtipps

Ihr seid auf der Suche nach Romanlektüre in Pandemiezeiten? Lest „New York Ghost“ von Ling Ma! Ebenfalls ganz interessant fand ich die politisch-persönliche Autobiografie von Christina von Braun: Geschlecht.

Ein exzellentes Statement zur Care Economy aus Kanada

Eine Gruppe von kanadischen Wirtschaftswissenschaftler:innen hat ein Care-Economy-Statement veröffentlicht, das in einer komprimierten Form die zentralen Punkte aufführt, um die es beim Umbau zu einer Care-zentrierten Ökonomie gehen sollte. Die Covid-Pandemie habe gezeigt, dass die Vernachlässigung des Care-Sektors gravierende Folgen hat. Daher werden hier Vorschläge für einen Neuansatz gemacht. So sollten sich künftige politische und Budget-Entscheidungen an sechs Prinzipien orientieren: 1. Bezahlte wie unbezahlte Care Arbeit als grundlegende Komponente der Infrastruktur verstehen 2. Sowohl die, die Care benötigen, als auch die, die sie geben in den Blick nehmen und unterstützen 3. Care als qualifizierte Arbeit verstehen und Ausbildung und Arbeitsplätze entsprechend gestalten 4. Die ganze Bandbreite (Gesundheit, Kinderbetreuung, Pflege, Arbeitsbedingungen, usw.) der Politikfelder sehen 5. Öffentliche Investitionen in soziale Infrastruktur6. Feministische, intersektionale, antikoloniale und antirassistische Ansätze Außerdem werden traditionelle Mythen rund um Care-Arbeit widerlegt. Beeindruckend ist die Liste der Erstunterzeichner:innen, die zeigt, wie weit ein solches Verständnis von Wirtschaft als Care in Kanada bereits gesellschaftlich verankert ist.  In Deutschland hingegen gilt

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Neues auf Youtube

Es gibt wieder Neuigkeiten von mir auf Youtube: Zusammen mit den Kolleginnen Anne, Maria aus der Redaktion von bzw-weiterdenken.de sowie wieder Julia Fritzsche als Gast diskutiere ich im jüngsten Videogespräch der Reihe „Aus der Zeit gefallen“ über aktuelle Entwicklungen im Film. Konkret geht’s um die Netflix-Produktionen „I care a lot“ und die Miniserie „Damen-Gambit“. Hier zum Artikel auf bzwHier direkt um Video auf Youtube Auf Einladung der Uni Gießen habe ich mit Studierenden über mein Buch „Schwangerwerdenkönnen“ diskutiert, der Mitschnitt steht ebenfalls online. Hier ist der Link. Und in meiner Reihe „Antje las ein Buch“ stelle ich das neue Buch von Care-Aktivistin Gabriele Winker vor. Es heißt „Solidarische Care-Ökonomie“ und verbindet die Themen Care und Klimakrise. Hier gehts zum Video.

Corona mal wieder: Warum ich die nächsten Monate extra vorsichtig sein werde

Hier mal wieder ein kleiner Update zur Corona-Lage, weil wir momentan in einer schwierigen Phase sind und auch unter denen, die nicht schwurbeln und verharmlosen, zurzeit ein paar Irrtümer kursieren. Es deutet einiges darauf hin, dass es in Deutschland trotz aller Unwägbarkeiten (vor allem bezüglich der Mutationen und der Dauer der Impfungen) weiterhin keine Zero-Covid oder auch No-Covid-Strategie geben wird, sondern so viel wie möglich geöffnet wird, sobald die Intensivstationen wieder etwas mehr Kapazitäten haben. Das heißt, man will mehr Inzidenzen und Neuinfektionen zulassen und sich bei Maßnahmen eher nach schweren Erkrankungen und freien Intensivbetten richten. Zum Beispiel Hessens Ministerpräsident Bouffier, der die Lockerungen ab März begründet mit: „Die Inzidenzwerte sollen an Bedeutung zur Beurteilung der Lage verlieren, weil Altenheime vor allem durch Impfungen besser geschützt und die Kliniken nicht überlastet sind.“ Was sich jedoch viele nicht klar machen, ist, dass das auf deutsch heißt: Wir lassen dann jetzt halt 50-70-Jährige sterben. Denn es stimmt: Wenn die über-80-Jährigen geimpft sind,

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Neue Bücher

Hier ein Update für diejenigen, die nur dem Blog folgen: Es gibt neue Beiträge in der Reihe „Antje las ein Buch“ Mithu M. Sanyal: Identitti (Roman über eine Studentin der Postcolonial Theory, deren verehrte Professorin sich plötzlich als Weiß herausstellt) Lamya Kaddor (Hg): Muslimisch und liberal (Sammelband mit interessanten Beiträgen zum Islam heute) Doris Lessing: Die Memoiren einer Überlebenden (Science Fiction Roman von 1974) Letzteres las ich, weil es das Thema unseres jüngsten Zoom-Gespräches aus der bzw-Redaktion ist. Hier der Text dazu von Anne, die das Buch vorgeschlagen hat Hier der Link direkt zum Video Als Special Gästin mit dabei ist diesmal übrigens die wunderbare Julia Fritzsche, Autorin von „Tiefrot und radikal bunt“.

Nicht Marxistin und auch nicht Anarchistin gibts jetzt als E-Book

Weil im Vorfeld des 150. Jubiläums der Pariser Kommune im März einige Leute Interesse an meiner Diss hatten, in der es auch viel um die Kommune geht, habe ich sie jetzt nochmal für 5 Euro als E-Book veröffentlicht. Das Buch war nämlich schon lange nicht mehr über den Verlag und inzwischen auch kaum noch antiquarisch zu bekommen. Ihr könnt das E-Book im einschlägigen Online-Buchhandel als E-Pub oder für Kindle kaufen. Titel: „Nicht Marxistin und auch nicht Anarchistin“. Ich schreibe darin über die politischen Ideen von vier Sozialistinnen, die im 19. Jahrhundert aktiv waren und sich unter anderem auch in der Ersten Internationale engagierten: Virginie Barbet, Elisabeth Dmitrieff, André Léo und Victoria Woodhull. Zwei von ihnen – Dmitrieff und Léo – sind gleichzeitig auch Führungsfiguren der Pariser Kommune 1871 gewesen, die ja zu einem erheblichen Teil auch von der Internationale geprägt war. Meine Diss erschien bereits 1999, das heißt, sie ist nicht mehr so ganz taufrisch, aber abgesehen von Victoria Woodhull,

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Youtube-Reihe „Antje las ein Buch“

Hier eine kurze Information: Seit einiger Zeit habe ich angefangen, meinen Youtube-Kanal wieder etwas zu bespielen, unter andere mit der Reihe „Antje las ein Buch“, in der ich Bücher vorstelle, die ich gelesen habe. Bisher sind zum Beispiel Videos online über: Hanna Poddig, Leo: Kleine Geschichte der Umweltbewegungen Riane Eisler: Die Verkannten Grundlagen der Ökonomie Ina Praetorius: Im postpatriarchalen Durcheinander Mieko Kawakami: Brüster und Eier Naika Foroutan, Jana Hensel: Die Gesellschaft der anderen Veronika Kracher: Incels Susanne Kaiser: Politische Männlichkeit Jacinta Nandi: Die schlechteste Hausfrau der Welt Carel van Schaik, Kai Michel: die Wahrheit über Eva Das ist jetzt nicht ganz die chronologische Reihenfolge, aber ihr könnt nicht nur am Datum, sondern auch an meiner Frisur sehen, was früher oder später war, denn ich habe mit der Reihe ungefähr angefangen, als ich das letzte Mal bei der Friseurin war, lol. Da nicht alle Youtube abonnieren möchten, werde ich euch in Zukunft hier ungefähr einmal im Monat auf die neuen Buchrezensionen

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Warum „Eigenverantwortung“ bei einer Pandemie nur bedeutet, die Arschkarte nach unten durchzureichen

Die Inzidenzen sinken, die ersten Lockerungsdiskussionsorgien gehen schon wieder los, aber wenn die Wissenschaftler:innen, die sich mit dem Thema auskennen, Recht behalten (und das haben sie seit Anfang der Corona-Pandemie immer), dann steht uns ein harter Frühling bevor, und ein Wettlauf zwischen Impfstoff und neuen Mutationen, den wir vielleicht verlieren. Das würde bedeuten, das Corona-Schlamassel geht noch bis nächstes Jahr Minimum so weiter. Zur Lage möchte ich zwei Beobachtungen aus den vergangenen Tagen beisteuern, bei denen mir klar geworden ist, warum das Konzept der „Eigenverantwortung“ nur heißt, die Arschkarte nach unten weiterzugeben. Und warum wir nur dann überhaupt eine Chance haben, noch dieses Jahr aus dem Permanent-Lockdown rauszukommen, wenn es endlich klare verbindliche Vorgaben zum Umgang mit dem Virus gibt, für die auch die Menschen in leitenden Positionen Verantwortung übernehmen. Erstes Beispiel im Foyer eines Verwaltungsgebäudes. Es ist später Nachmittag, nicht mehr viel Publikumsverkehr. Pförtner, Hausmeister und Reinigungskräfte insgesamt fünf Personen, stehen eng zusammen und unterhalten sich angeregt, ohne Maske.

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