Wie das Betreuungsgeld für mich doch noch zum Aufreger wurde

Das Betreuungsgeld, von dem derzeit so viel die Rede ist (also dass Familien, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken, einen monatlichen Geldbetrag bekommen sollen) ist für mich eigentlich nicht so der Aufreger. Ich verstehe auch nicht, warum das von manchen zur feministischen Bekenntnisfrage hochgejazzt wird. Der Trend zu einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz von öffentlicher Kinderbetreuung ist doch sowieso unaufhaltsam und kann von keinem Betreuungsgeld der Welt verhindert werden. Einfach deshalb, weil hier zwei starke gesellschaftliche Kräfte an einem Strang ziehen: Die Frauen, die heute mit sehr großer Mehrheit und Klarheit darauf bestehen, dass sie sowohl berufstätig sein als auch Kinder haben möchten, und die Unternehmen, die mehr und mehr qualifizierte Fachleute brauchen und nicht länger auf die Human Ressources in Form von gut ausgebildeten jungen Frauen verzichten möchten. Diese Entwicklung ist also längst beschlossene Sache, und was jetzt passiert, ist nur noch die Umsetzung. Und dass da einige Alte-Zeiten-Nostalgiker und -Nostalgikerinnen hoffen, die Umstellung auf die neuen Zeiten mit Hilfe

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Antifeminismus pur: Warum ich Kristina Schröders Buch nicht lesen werde

Ich habe mir ein Rezensionsexemplar von Kristina Schröders Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber!“ bestellt, weil ich mich gerne und regelmäßig auch mit den politischen Ideen von Menschen beschäftige, die andere Positionen vertreten als ich. Dass ich mit der Art und Weise, wie Schröder manchmal kritisiert wird, nicht einverstanden bin, hatte ich ja schon mal hier gebloggt. Außerdem kann ich sogar manches von dem, was sie sagt, nachvollziehen. Bekanntlich bin auch ich keine Freundin der Quote, auch ich denke, dass das Ideal der Vollzeit-Karrierefrau keines ist und so weiter. Nicht einmal die ganzen Verrisse, die gestern schon über das Buch die Runde machten, haben mich also davon abgehalten, erwartungsvoll einen Blick hinein zu werfen. Was ich dort vorfand, war allerdings ein solch plattester, billigster Antifeminismus, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Ich bereite derzeit einen Vortrag zum Thema Antifeminismus vor (den gibt’s am 15. Mai im Frauenzentrum MonaLiesa in Leipzig) und habe mich dafür etwas vertraut gemacht mit

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Ein Hoch auf Schröders Schwangerschaft

Als ich heute früh die Meldung las, dass Familienministerin Kristina Schröder schwanger ist, habe ich mich gefreut. Ich stellte mir nämlich vor, was wohl in den Köpfen ihrer Parteikollegen und vielleicht auch mancher Parteikollegin vorgegangen ist. Es gab bestimmt nicht wenige, die gedacht haben: So ein Mist, muss das gerade jetzt sein. Kann die dann noch ihre Arbeit machen. So als junge Mutter. Ich wette, so mancher in Berlin findet ihre Familienplanung „suboptimal“ (wie es etwa der Spiegelfechter in seinem Rant zum Thema formulierte). Wie ich drauf komme? Wieso ich das unterstelle, wo doch die offiziellen Verlautbarungen vor Jubel nur so barsten? Ich komme drauf, weil ich über das Thema „Kinderkriegen während man mitten im Karrieremachen ist“ häufig mit Frauen diskutiere. Es gibt nämlich kaum eine frauenpolitische Veranstaltung, wo das nicht zur Sprache kommt. Und oft, sehr oft, erzählen da Frauen von Chefs oder Chefinnen, die ihnen klar zu verstehen geben, dass es jetzt aber sehr ungünstig wäre, schwanger zu

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