Kein weiblicher „Messias“ in Sicht

Mit „Messias-Faktor“ hat der Spiegel den gegenwärtigen Höhenflug Barack Obamas im Rennen um die demokratische Präsident/inn/en-Kandidatur treffend umschrieben. Der US-amerikanische Vorwahlkampf ist nämlich für eine feministische Analyse von großer Bedeutung: Die „weiße Frau“ und der“schwarze Mann“ kandidieren für dieselbe Partei, ihre Programme unterscheiden sich praktisch gar nicht voneinander. Aus der drohenden Niederlage Hillary Clintons können wir so einiges über die symbolische Politik der Frauen lernen: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-2-105.htm

Kein weiblicher „Messias“ in Sicht

Mit „Messias-Faktor“ hat der Spiegel den gegenwärtigen Höhenflug Barack Obamas und die drohende Niederlage von Hillary Clinton im Rennen um die demokratische Präsident/inn/en-Kandidatur treffend umschrieben. Jedenfalls können wir daraus einiges über die symbolische Politik der Frauen lernen. Die hat nämlich unter anderem mit dem Problem zu tun, dass es eine weibliche Form von „Messias“ nciht gibt: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-2-105.htm

Lesbischer Iranerin droht Abschiebung

Diese Nachricht habe ich eben von einer Freundin bekommen. Ein Berliner Gericht hat die Abschiebung einer 31jährigen lesbischen Iranerin beschlossen, obwohl diese von einem iranischen Gericht in Abwesenheit aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zum Tode verurteilt worden ist. Das deutsche Gericht beruft sich bei ihrer Entscheidung auf ein Gespräch mit Beamten des deutschen Außenministeriums mit der im Iran lebenden Mutter der Betroffenen, die aus Angst abgestritten hat, dass ihre Tochter lesbisch sei. Mit der Ignoranz gegenüber dem von den Anwälten nachgewiesenen Todesurteil macht sich die deutsche Gerichtsbarkeit der Beihilfe zum Mord schuldig. Das Strafrecht der Islamischen Republik Iran ist eindeutig. Nach § 110 steht auf homosexuelle Handlungen die Todesstrafe. Auf explizit lesbische Handlungen 100 Peitschenhiebe. Nach der vierten Verurteilung ebenfalls die Todesstrafe. Die Tötungsart steht im Ermessen des religiösen Richters. Bei Jasmin wurde der Tod durch Steinigungbeschlossen. Unter Präsident Ahmadinejad hat der Tugendterror drastisch zugenommen. Im Mai hatte die iranische Sittenpolizei in Teheran über 1000 Männer festgenommen, die im Verdacht des

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G8 in Heiligendamm

Massenweise Razzien. Ein 12 Kilometer langer Zaun. 16.000 Polizisten. Kostenpunkt: Hundert Millionen Euro Steuergelder. Heiligendamm ist eine Festung. Mir kam grade eine ketzerische Idee: Wie wär’s wenn kein einziger Demonstrant, keine einzige Demonstrantin dort auftauchte? Wenn wir die Bilder verweigern, an denen sie sich in den Redaktionen und zuhause aufgeilen? Wenn wir sagen: Macht euren Scheiß alleine, bei euch ist eh Hopfen und Malz verloren? Mir fällt ein Abschnitt aus dem schönen SciFi-Roman Winterplanet von Ursula K. Le Guin ein: Gegen etwas opponieren, bedeutet, es zu erhalten. Man sagt hier: „Alle Wege führen nach Mishnory“. Doch wenn man Mishnory den Rücken kehrt und es verlässt, ist man ganz eindeutig immer noch auf dem Weg nach Mishnory. Gegen Vulgarität opponieren bedeutet unvermeidlich, selbst vulgär zu sein. Nein, man muss woanders hingehen; man muss sich ein anderes Ziel setzen. Dann beschreitet man einen anderen Weg.“ Lassen wir sie doch mit ihren Ritualen allein. Gehen wir anderswo hin.

Verschiedene Vorstellungen von politischer Praxis

Ich möchte euch auf einen neuen Text im Internet hinweisen – es ist die Übersetzung eines Textes der italienischen Diotima-Philosophin Chiara Zamboni ins Deutsche. Darin zeigt Zamboni an Beispielen, was in der italienischen Frauenbewegung unter einer Praxis verstanden wird. Sie kontrastiert dies mit dem Praxisverständnis angloamerikanischer feministischer Denkerinnen, die stark durch Foucault beeinflusst wurden. http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-3-55.htm

Neues Internetforum für Philosophie und Politik

Zum neuen Jahr haben wir im Internet ein neues Forum für Philosophie und Politik gestartet: „Beziehungsweise weiterdenken“ ist der Titel, http://www.bzw-weiterdenken.de/ die Internetadresse. Wir wollen hier feministische Denkrichtungen und Initiativen ins – gerne auch kontroverse – Gespräch bringen. Eine festgelegte inhaltliche Ausrichtung gibt es nicht, und kann es ja auch nicht geben, wenn freies Denken möglich sein soll. Trotzdem ist die Seite nicht beliebig. Wir organisieren uns über die Beziehung, das heißt, es arbeiten Frauen mit (in der Redaktion sind wir derzeit zu siebt, aber demnächst kommen wahrscheinlich noch drei oder vier dazu), die sich persönlich kennen und schätzen und einander vertrauen. Und auf diese Weise soll der Kreis wachsen, aber nicht uferlos, sondern eben gegründet auf Beziehungen (was ja eine alte Praxis der Frauenbewegung ist). Die Initiative zu dem Projekt ging von Christel Göttert aus (der Verlegerin), mit dabei ist zum Beispiel auch Dorothee Markert (die Autorin). Für die Startausgabe haben wir Autorinnen angefragt, die wir für ihr originelles

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Freiheit und Gerechtigkeit

Zur Zeit gibt es eine merkwürdige Diskussion: Die CDU, heißt, setze auf Freiheit, die SPD hingegen auf Gerechtigkeit. Komische Alternative. Wenn man die Wahl zwischen beidem hat, wird sich doch wohl jeder vernünftige Mensch für die Freiheit entscheiden, oder ? Naja, den meisten scheint das nicht so eindeutig zu sein, wie mir. Sie ist leider ziemlich heruntergekommen, die Freiheit. Kein Wunder, wenn ausgerechnet die Partei, die nichts so sehr fürchtet, wie freie Menschen – also solche, die vom vorgegeben Pfad deutscher Spießbürgerlichkeit (heute: Leitkultur) abweichen – sich als letzte Verfechterin der Freiheit aufführen kann. Von der SPD ist da nichts zu hoffen – wie alle staatstragenden Linken seit Marx opfert sie gerne die Freiheit, um dann durchzusetzen, was sei für gerecht hält. Aber leider ist sie damit nur Sprachrohr von vielen Leuten, die mit ihrer Freiheit eben auch gar nix anzufangen wissen und denen sie auch völlig egal ist. So erklärt sich auch die Sehnsucht zurück nach DDR-Zeiten: Ist ja

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Anti-Zwangsprostitutions-Kampagne war kostenlose Puff-Werbung

Ein „Ortsbesuch“ eines taz-Reporters im Berliner „Artemis“, das als WM-Puff im Schlepptau der Anti-Zwangsprostitutions-Kampagnen durch die Weltpresse ging, hat ergeben: Eine bessere und dazu völlig kostenlose Werbung hätten sich die Betreiber nicht träumen lassen können. Hunderte von Männern aus aller Welt wurden durch die vermeintliche Anti-Kampagne aufmerksam und strömen nach dem Ende der Spiele nur so herbei. Hier ist der Artikel: http://www.taz.de/pt/2006/06/19/a0164.1/text. Dass gut gemeint in diesem Fall ziemlich mies gemacht war, hätte man sich auch vorher denken können: http://www.antjeschrupp.de/zwangsprostitution.htm