Cambiamento oder Trasformazione?

Gestern Abend hörte ich im Mailänder Frauenbuchladen einen Vortrag von Annarosa Buttarelli, die eine neue philosophische Buchreihe vorstellte. Dabei sprach sie auch über einen Unterschied, der mir sehr sinnvoll erscheint, den aber die deutsche Sprache begrifflich nicht so hergibt wie die italienische (und der mir deshalb bisher gar nicht so klar war), und zwar den Unterschied zwischen cambiamento und trasformazione. Übersetzen könnte man das mit Veränderung und Wandel, aber die unterschiedlichen Bedeutungsebenen sind (für mein Gefühl jedenfalls) im Italienischen klarer. Ein cambiamento ist eine Veränderung, die nicht unbedingt eine tiefere Bedeutung haben muss, die auch einfach das Alte in neuem Gewand sein kann, während eine trasformazione ein tiefgehender Wandel ist, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Also der Unterschied zwischen „Ich lege mir eine neue Frisur zu“ und „meine Haare werden langsam grau“. Oder der Unterschied zwischen „Ich habe einen Kurs in Feminist Studies besucht“ und „Ich habe verstanden, dass Frauen freie Menschen sind.“ Annarosa führte diese Unterscheidung ein, um den Rahmen ihrer neuen

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Merkels Schmach oder Merkels Triumph? Quark!

Na klar, ich weiß auch nicht, was im Kopf von Angela Merkel vor sich geht, aber was ich weiß ist, dass ich die übliche Gewinner-und-Verlierer-Logik der politischen Analysen absolut nervig finde. Michael Seemann twitterte vorhin: Und nun zu den analysen: gauck ist merkels meisterwerk: http://t.co/aNtwLSBu vs. merkels größte schmach: http://t.co/uh0SpUJi wer hat recht? Wirklich tolle Kategorien: Triumph oder Schmach. Das zeigt schon das ganze traurige Ausmaß der Desolatheit unserer offiziellen politischen Unkultur. Offensichtlich ist es in dieser verquarzten Logik gar nicht mehr möglich, Dinge, die geschehen, in ihrer ganz normalen Normalität zu sehen. Natürlich hat keiner der beiden Kommentatoren Recht, denn sie spielen auf einer idiotischen Skala. Nämlich auf der Skala pseudo-strategischer Ausgebufftheit, die in weiten Bereichen dessen, was heutzutage „öffentlich“ genannt wird, inzwischen so vorherrschend ist, dass man sich nicht wundern muss, dass immer mehr Menschen (deutlich mehr Frauen als Männer) sich davon fernhalten. Warum Angela Merkel ihren Job eigentlich noch nicht hingeschmissen hat, frage ich mich übrigens jedes Mal, wenn

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