Wer macht die unbeliebten Arbeiten? Zum blinden Fleck des Grundeinkommens

Das Grundeinkommen ist eine wunderbare Idee, wie ich finde. Es würde helfen, eine Menge ungelöster Fragen zu beantworten. Hätten wir ein Grundeinkommen, bräuchten wir uns nicht mehr über Hartz IV zu ärgern, könnten das Urheberrecht entsorgen, wären weniger erpressbar im Hinblick auf „Arbeitsplätze abbauen“ und so weiter. Dass das Grundeinkommen eine Idee ist, die sich auch sehr gut mit feministischer Wirtschaftsethik verträgt, habe ich zusammen mit politischen Freundinnen bereits 2004 in einem Text geschrieben. Allerdings darf man nicht meinen, das Grundeinkommen wäre so eine Art Wunderrezept, das uns ganz automatisch ins Paradies bringt. Insbesondere ein Aspekt ist daran problematisch, und ich finde es inzwischen sehr ärgerlich, wie hartnäckig sich insbesondere männliche Grundeinkommens-Befürworter weigern, das Thema anzugehen: die Frage, wie das mit der Haus- und Fürsorgearbeit geregelt werden soll. Viele scheinen sich das so vorzustellen, dass Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Kranken und Alten doch umso besser im Privaten geregelt werden kann, wenn wir erstmal ein Grundeinkommen haben. Denn es sei doch

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