Care-Arbeit ist ein Begriff für die Übergangszeit

Gerade bloggte ich drüben bei Fischundfleisch darüber, was meiner Ansicht nach ein wichtiger Grund dafür ist, warum viel weniger Mädchen als Jungen sich für (gut bezahlte) Industrieberufe interessieren: Alles, was mit (vor allem industrieller) Produktion zu tun hat, ist nicht wirklich sichtbar als etwas, das zum guten Leben aller beiträgt, sondern es steht in dem Ruf, nur dem Profit und dem Kapitalismus zu dienen. Deshalb wählen Menschen, die bei der Berufswahl vor allem auf den Sinn ihrer Arbeit Wert legen und weniger auf Geld oder Status tendenziell die so genannten „helfenden“ Berufe, also Krankenschwester, Erzieherin, Altenpflegerin und so weiter – mehr Frauen als Männer, aber natürlich nicht nur. Dass das Problem dabei nicht dieser Wunsch nach sinnvoller Arbeit ist, sondern die systematische Niedrigerbezahlung dieser Berufe, haben Feministinnen schon immer betont, obwohl gerade wieder anlässlich des Equal-Pay-Days lauter Texte geschrieben werden, deren Tenor lautet: Der Gender Pay Gap ist doch keine Ungerechtigkeit, weil Frauen ja freiwillig in die niedriger bezahlten Berufe gehen. omg. Es ist ja sowieso

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Gender Pay Gap: Abstrakte Gleichheit und konkrete Freiheit

Derzeit diskutieren wir wieder mal über die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männer, wohl nicht zufällig ein Dauerbrennterthema in einer Gesellschaft, in der Geld schon länger zum entscheidendem Maßstab für alles mögliche geworden ist. Zwei neue Studien zeigen, dass das viel beklagte Gender Pay-Gap (Männer verdienen viel mehr Geld als Frauen) nicht nur auf krasse Diskriminierungen seitens der Unternehmen zurückzuführen ist, nicht nur darauf, dass Frauen und Männer unterschiedliche Berufe und Karrierewege wählen, nicht nur darauf, dass Frauen weniger Geld für sich fordern und weniger selbstbewusst (wahlweise: großkotzig) auftreten, nicht nur darauf, dass Frauen im Schnitt, wenn sie denn forsch und fordernd auftreten, unsympathischer wirken als genauso forsch und fordernd auftretende Männer, sondern auch… … darauf, dass Frauen offenbar selbst der Ansicht sind, dass Frauen richtigerweise weniger verdienen als Männer. Über die Studien berichtet die SZ, und bei der Mädchenmannschaft hat sich schon eine angeregte Debatte zum Thema entwickelt. Nun, die Feministin in mir ist nicht sonderlich überrascht, denn die Mehrheit der

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