Die Armseligkeit des Herrn Martenstein (und des ZEITmagazin)

Harald Martenstein verkündet, dass er demnächst auf ZEITmagazin online jeden Tag einen Kommentar beantworten will, und naiv wie ich bin, denke ich spontan, Hey, toll, vielleicht entdecken die Mainstream-Medien ja auch langsam, dass Kommentarfunktionen etwas Tolles sind. Oder jedenfalls sein könnten, wenn man sich als Gastgeberin einer Internetseite ein kleines bisschen darum bemüht. Ja, nennt mich naiv, allein beim Namen Martenstein hätte ich es natürlich besser wissen müssen. Aber wirklich, für einen Moment erschien es mir denkbar. Ich Träumerin. Herr Martenstein hält natürlich prinzipiell nichts davon, dass jeder Honk einfach so seine Meinung ins Internet tippen kann. Und die großen Zeitungen haben ja mit ihrem absichtsvoll fehlenden Bewusstsein für Kommentarkultur alles nur Erdenkliche dazu beigetragen, dass man ihre Diskussionsspalten nun wirklich nicht lesen kann. Aber, klar, man kann sich natürlich einen Spaß draus machen. Und so hofft Martenstein nun „auf wütende, beleidigte oder unsachliche Kommentare“, die er „gerne in gleicher Tonlage zu beantworten bereit“ ist. Er scheint wirklich stolz auf sich zu sein. Sowas Armseliges.