Drei Gedanken zur autoritären NS-Erziehung

Heute morgen habe ich auf Facebook diesen Artikel geteilt über den Anteil, den autoritäre Erziehung an den Kindheitstraumata der heute älteren Generation hat. Daraus ergab sich eine rege Debatte, die bei mir drei Gedanken aufkommen ließ, die ich hier im Blog gerne festhalten möchte. Erstens die Frage nach der Besonderheit nationalsozialistischer Erziehungsmethoden. Viele weisen in diesem Diskussionsstrang darauf hin, dass nicht nur nach NS-Ideologie, sondern auch schon viel früher und noch viel länger solche „schwarze Pädagogik“ praktiziert wurde, andere meinen, dass das im NS eine besondere Ausprägung hatte. Sicher ist an beidem was Wahres dran, ich glaube aber, dass die NS-Ideologie der Pädagogik doch noch einmal eine andere Qualität hatte als „nur“ die bürgerlich-patriarchale. Was meint Ihr? Zweitens die Erkenntnis, wie fatal es ist, Kindererziehungsmethoden für Privatsache zu halten. Vorstellungen über die Rolle von Müttern und Vätern und pädagogische Ratgeberbücher wie das von Johanna Haarer konnten ja nur deshalb weit über 1946 hinaus noch aufgelegt und verbreitet werden, weil man das für unpolitisch

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So viele Frauen, damals…

Gerade habe ich das Buch „Hammerstein oder Der Eigensinn“ von Hans Magnus Enzensberger ausgelesen. Es ist ein sehr interessantes Buch, es geht um den Chef des Deutschen Heeres, General Kurt von Hammerstein-Equord, der ein Gegner des Nationalsozialismus war und 1934 deshalb zurückgetreten ist. Es geht um die ambivalenten Diskussionen im Militär und unter Adligen darüber, was man von Hitler halten sollte (die meisten hielten nichts von ihm) und ob man aktiv was gehen ihn unternehmen sollte (dabei waren die meisten bekanntlich zu zögerlich – Hammerstein starb 1943 an Krebs, also vor dem Attentat vom 20. Juli 1944). Das alles ist höchst interessant und gut gefiel mir auch, wie Enzensberger das aufschreibt (mit verschiedenen Formen, u.a. fiktiven Interviews mit den Protagonistinnen und Protagonisten). Was mich aber am meisten frappiert hat, das war die große Anzahl von Frauen, die hier eine aktive Rolle gespielt haben. Man könnte fast sagen, das Buch wimmelt nur so von ihnen. Und das bei so einem Thema:

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