Provokation und Skandal

Aus Anlass all der Millionen Jahresrückblicke, bei dem meines Wissens nicht einer ohne den Sarrazin auskam, habe ich ein paar Tage lang über den Unterschied oder das Verhältnis von Skandal und Provokation nachgedacht. Ausgangspunkt war ein Tweet, den ich am 6. Januar nach einer spontanen Eingebung rausgeschickt hatte: „These: Skandal ist gut, Provokation ist schlecht. #geistesblitz“ Wie komme ich darauf? Beides, Skandal wie Provokation, sind quasi „Stilmittel“ des politischen Handelns, und zwar solche, die außerhalb der formalisierten Institutionenpolitik von Parteien, Parlamenten, Ausschüssen und Wahlen stattfinden. Sie bringen die „öffentliche Meinung“ mit ins Spiel, den ungeregelten Diskurs, die Schlagzeilen, die Aufregung, die Emotionen, das „Unsachliche“. Und es gibt eine Seite daran, die mir gut gefällt – eben das Ungeregelte, das Unvorhersehbare, und vor allem dass hier oft Akteure oder Akteurinnen eine Rolle spielen können, die keinen Posten haben, die nicht ihren Standort in der Hierarchie haben und also „von Amts wegen“ eigentlich gar nicht dazu befugt sind, etwas zu bewegen. Doch

read more Provokation und Skandal