Sexarbeit und Care

Im November haben wir im Netzwerk Care Revolution über das Verhältnis von Sexarbeit und Care diskutiert. Drüben im Forum „Beziehungsweise Weiterdenken“ habe ich dazu was geschrieben – falls euch das auch interessiert, hier entlang!

Mit Katrin Rönicke und Carmen Amicitiae über Sexarbeit gepodcastet

Hier kommt noch ein Hinweis für euch (urlaubsbedingt mit ein paar Tagen Verspätung): Katrin Rönicke hatte mich und die Sexarbeits-Aktivistin Carmen Amicitiae im Juli zu einem Gespräch über Sexarbeit und Prostitution eingeladen. Es erschien jetzt in ihrem Podcast „Erscheinungsraum“ unter dem schönen Titel „Es gibt keine Notwendigkeit, dass mit allen Männern geschlafen wird“ – hier ist der Link. Zum Abschied bekam ich Katrin Rönickes neues Buch „Bitte freimachen. Eine Anleitung zur Emanzipation“ geschenkt. Ich hab es gleich im Zug in den Urlaub gelesen. Es ist ein schönes, sehr persönlich gehaltenes Einführungsbuch, das die derzeit wichtigen Feminismusthemen (Körer, Sex, Kinder, Pink, Equal Pay, Armut, Netz undsoweiter) anhand der eigenen subjektiven Erfahrungen der Autorin entfaltet. Katrin Rönicke: Bitte Freimachen. Metrolit, Berlin 2015, 22 Euro (Print), 16,99 Euro (E-Book).      

Fünf Thesen zu Prostitution

Angesichts der jüngsten Debatten rund um das Thema Prostitution habe ich mal fünf Punkte aufgeschrieben, die mir in diesem Zusammenhang wichtig erscheinen und mir bei den Diskussionen fehlen. Sie beziehen sich ausschließlich auf die freiwillige Prostitution, also nicht auf Zwangsprostitution und Menschenhandel, was ein völlig anderes (und, nebenbei, wichtigeres) Thema ist. Aber bei der Ablehnung von Zwangsprostitution und Menschenhandel sind sich ja alle einig. Uneinigkeit besteht im Hinblick auf die Einschätzung von freiwilliger Prostitution. Doch Freiwilligkeit allein ist noch kein Beweis für die Okayheit einer Handlung, es sei denn, man würde sich völlig einer neoliberalen Logik des „anything goes, Hauptsache es lässt sich damit Geld verdienen“ verschreiben. Freiwilligkeit ist nicht das Ende der Diskussion über Prostitution, sondern höchstens ihr Anfang. Denn alles, was nicht freiwillig geschieht, ist sowieso indiskutabel. Hier also meine 50 Cent. 1. Prostitution ist keine Naturerscheinung, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt Von der Prostitution wird gerne behauptet, sie sei das „älteste Gewerbe der Welt“, was so viel bedeutet

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