Die Macht von Stuttgart und die Suche nach der Politik

Es ist eine interessante Zeit, um in Schwaben ein Seminar über politische Philosophie zu halten. Als Politikwissenschaftlerin interessiert mich natürlich sehr, was derzeit in Stuttgart passiert. Dass es hier nicht um einen Bahnhof geht, sondern um viel mehr, nämlich um einen Streit über das, was Politik und Demokratie bedeutet, war von Anfang an klar, und viele haben seither dazu geschrieben – manche sind auch verärgert, dass gerade so ein Randthema so viel Aufmerksamkeit bekommt (gäbe es da nicht noch Hartz IV, Atomkraftwerke, Rassismus und ähnliches?). Es gehört aber zum Wesen von politischen Bewegungen, dass sie sich ungeplant, unerwartet und an unvorhergesehenen Orten formieren. Das gefällt mir gut, nicht nur wegen meiner Neigung zum Anarchismus, sondern auch, weil es die Möglichkeit offen hält, dass auf dem Gebiet der Politik Sachen geschehen können, die nicht der Planung eines Politstrategen entspringen (sei er nun links oder rechts oder sogar eine „sie“), sondern einem tatsächlichen Bedürfnis von Menschen. Dass die Gefahr des Populismus dabei

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