Was in „Methusalems Mütter“ fehlt

Bei den Vorbereitungen für anstehende Vorträge über das Älterwerden habe ich ein Zitat von Carolyn Heilbrun wieder gefunden, auf das ich vor einigen Jahren schon einmal gestoßen war, das ich aber in meinem Buch „Methusalems Mütter“ dummerweise gar nicht aufgeführt habe (diese blöde Vergesslichkeit!). Deshalb möchte ich es wenigstens auf diesem Weg noch verbreiten: „Für die meisten Frauen bedeutet das Alter, meist mit Hilfe anderer Frauen, die Ankunft jener Freiheit, die die Männer schon immer hatten, die Frauen dagegen nie, und zwar vor allem die Freiheit, nicht länger die Bedürfnisse der anderen erfüllen zu müssen und nicht länger das Frausein repräsentieren zu müssen. Ich glaube nicht, dass der Tod die Chance haben sollte, uns zu erwischen, wie wir es uns auf unseren Sofas bequem gemacht haben. Wir müssen vielmehr die Sicherheit und die Vorteile, die wir aufgrund unserer Position erreicht haben, nutzen, um Risiken einzugehen, um Krach zu schlagen, um mutig zu sein, um unbequem zu werden. Die alte Frau muss erst noch entdeckt werden hinter all den Masken, die ihr nach herkömmlicher Meinung das Recht vorenthalten, noch eine Frau genannt zu werden. Vielleicht ist sie dann zum ersten Mal wirklich eine Frau.“ Carolyn Heilbrun ist vielleicht besser bekannt unter ihrem Pseudonym Amanda Cross, unter dem sie sehr schöne Krimis geschrieben hat – ein echter Lesetipp sind die!

Gelegenheit zur Diskussion über das Älterwerden, den demografischen Wandel und so weiter gibt es am Dienstag, 22. Mai, um 20 Uhr in der Melanchthon-Akademie in Köln (Kartäuserwall 24b) sowie am Donnerstag, 31. Mai, um 19.30 Uhr in Herford (Kreishaus, Amtshausstr. 3). Und hier noch ein Tipp für alle, die dort nicht hinkommen können: Letztens hat mich zu dem Thema ein Redakteur des Bayerischen Rundfunks interviewt für eine Radiosendung zum Demografie, die möglicherweise am Sonntag, 3. Juni, um 22 Uhr in B2 gesendet wird (ansonsten irgendwann anders in der Sendung „Zündfunk“, die immer sonntags um diese Zeit läuft).

Ein Gedanke zu „Was in „Methusalems Mütter“ fehlt

  1. Konsequent bis zum Schluss

    Carolyn Gold Heilbrun, alias Amanda Cross starb am 9. Oktober 2003 in New York, fast 78 jährig durch Selbstötung. Sie hatte sich bereits 1997 in ihrem Buch „The Last Gift of Time: Life Beyond Sixty“ (Das letzte Geschenk: Leben jenseits der 60er) mit dem Gedanken an Selbsttötung befasst.

    Ajda

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