„Die Liebe der Frauen zur Freiheit hat die Welt verändert“: Zehn Jahre Flugschrift

Auf das zehnjährige Jubiläum des Büchleins „Liebe zur Freiheit – Hunger nach Sinn. Flugschrift über Weiberwirtschaft und den Anfang der Politik“ haben dreißig Frauen aus verschiedenen feministischen Kontexten am Wochenende in den Räumen des Rüsselsheimer Christel Göttert-Verlags angestoßen. Im Rahmen einer Tagung des Online-Forums www.bzw-weiterdenken.de zum Thema „Sichtbar und einflussreich, ohne sich anzupassen“ (über die demnächst noch ausführlicher berichtet wird) feierten wir auch die vielfältigen Initiativen und Beziehungen, die die Flugschrift angestoßen hat.

Bzw-Redakteurin Astrid Wehmeyer zog in ihrem Eingangsvortrag eine Linie von der Flugschrift hin zu den heutigen feministischen Bewegungen und betonte, wie viele der Flugschrift-Thesen heute immer noch aktuell sind (der Vortrag wird demnächst in „Beziehungsweise Weiterdenken“-Forum dokumentiert).

Dorothee Markert, die (neben Ulrike Wagener, Andrea Günter und mir selbst) eine der Autorinnen der Flugschrift war, schilderte den Entstehungsprozess des Textes, der das Ergebnis eines „gemeinsamen Denken und Schreibens“ war. Bei mehreren Wochenendtreffen haben wir die Thesen diskutiert und schließlich formuliert. Dorothee betonte zum Jubiläum auch, dass es nicht darum ging, fixe Thesen in die Welt zu stellen, sondern Diskussionen über Grundlage, Sinn und Perspektiven der Frauenbewegung anzustoßen und öffentliche Wirkung zu entfalten. Zum Beispiel hatten wir damals die Idee, die folgenden Eingangsworte der Flugschrift auf Brötchentüten zu drucken, um sie in der Welt zu verbreiten (zwar haben wir das dann nicht verwirklicht, aber eine gute Idee ist es gewesen 🙂

Flugschrift„Die Liebe der Frauen zur Freiheit hat die Welt verändert. Frauen glauben nicht mehr an das Patriarchat, sie lassen sich nicht mehr von der Vorstellung beirren, schwächer und weniger wert zu sein als Männer. Sie haben die Verantwortung für ihr Leben und für die Welt übernommen und die Herausforderung akzeptiert, die das bedeutet. (Einleitung und 1. Kapitel der Flugschrift stehen hier)

Die Flugschrift war das erste „kleine philosophische Quadrat“ im Christel-Göttert-Verlag, inzwischen ist daraus eine beliebte Reihe geworden. Mit ihren schönen, bunt gestalteten Covers, dem praktischen Format und dem überschaubaren Umfang, dem bezahlbaren Preis (5 Euro) und vor allem dem Konzept, innovative feministische Philosophie in verständlicher Sprache zu vermitteln, eignen sich die Büchlein nämlich auch gut als Geschenk. 13 Bändchen sind inzwischen erschienen.

Aber auch andere Initiativen sind aus der Flugschrift hervorgegangen. Zum Konzept hatte damals gehört, dass wir in den drei Folgejahren jeweils eine Tagung veranstaltet haben, die ein Forum bot für Frauen, die die Flugschrift lasen und diskutierten. Daraus hervorgegangen sind vielfältige Initiativen, weitere Publikationen und Vernetzungen.

Hier noch ein Artikel über die Tagung aus der „Mainspitze“

3 Gedanken zu „„Die Liebe der Frauen zur Freiheit hat die Welt verändert“: Zehn Jahre Flugschrift

  1. Thesen diskutiert und schließlich formuliert. Dorothee betonte zum Jubiläum auch, dass es nicht darum ging, fixe Thesen in die Welt zu stellen, sondern Diskussionen über Grundlage, Sinn und Perspektiven der Frauenbewegung anzustoßen und öffentliche Wirkung zu entfalten.

  2. Was haltet ihr davon?

    To Believe in Women: What Lesbians Have Done For America – A History by Lillian Faderman
    Taking up where her 1981 classic, Surpassing the Love of Men, left off, Lillian Faderman reveals that many of the early leaders who fought for women’s suffrage, higher education for women, and women’s entrance into „male“ professions would in today’s parlance be called lesbians: „women who lived in committed relationships with other women.“ Unencumbered by the duties of marriage and motherhood, they were more likely to have the time, energy, and freedom to work for women’s rights. In fact, they were more or less obliged to try to better women’s lives, Faderman argues, for there was no man to represent them at the polls or support them financially. (Although Elizabeth Cady Stanton’s husband and seven children failed to distract her from the cause, her friend Susan B. Anthony used to help her with the children and housework before they settled down for political strategy meetings.) During the Depression, when women’s social and economic gains began to dwindle, it was these „single“ women who kept professions open while married women were being fired in favor of men. Faderman gracefully surveys a century of advancement and retreat, shedding light on America’s debt to women-loving women.

    Quelle: http://www.queertheory.com/histories/f/faderman_lillian.htm

  3. Hallo Claudia, ja klar war das so. Ich finde die These nicht so besonders neu oder aufregend… Beziehungen unter Frauen als Grundlage weiblicher Freiheit eben.

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