Der Islam ist bäh, aber die Muslime ganz okay?

In den absurdistanischen Abgründen der derzeitigen Debatten über „den Islam“ und „die Muslime“ wird es grade irgendwie Mode, zwischen beidem einen Unterschied zu machen. So nach dem Motto „der Islam“ ist bäh, aber die meisten Muslime sind ganz in Ordnung. Gegen die haben wir ja nichts (gefolgt dann meistens von einem „aber“ und einem „solange“ oder etwas dergleichen).

Natürlich ist der oberflächliche Sinn dieses argumentatorischen Eiertanzes, dass man irgend einen Weg sucht, um „den Islam“ aus Deutschland rauszuhalten, während man aber die Muslime und Musliminnen nicht loswerden kann, zumindest wenn man noch ein kleines Restzipfelchen Demokratie (um deren Verteidigung es ja angeblich gehen soll) retten möchte. Schließlich leben sie hier, sind überwiegend Deutsche und, soweit man mit ihnen zu tun hat im wirklichen Leben, auch ganz normale Menschen.

Der tiefere Sinn der Unterscheidung zwischen „dem Islam“ und „den Muslimen“ ist aber nicht nur offensichtlich arrogant und überheblich. Diese Unterscheidung ist auch – und das ist der Grund, warum ich sie so erschreckend finde – letzten Endes ein Kotau vor den Islamisten, den konservativen muslimischen Patriarchen, denen man auf diese Weise nämlich die Deutungshoheit über das zuspricht, was „der Islam“ angeblich ist.

Eine Religion ist aber nichts anderes als das, was ihre Mitglieder in Summe tun. Erstmal. Natürlich gibt es in allen Religionen Institutionen, also innerweltliche Systeme und Hierarchien, die für sich beanspruchen, den Glauben zu verwalten und zu strukturieren und zu definieren – was im Christentum mit Papst und Synoden und so weiter im Übrigen sehr viel stärker ausgeprägt ist als im Islam, der gar keine formale Mitgliedschaft kennt, und dessen Hierarchien für die einzelnen Gläubigen sehr viel unverbindlicher sind.

Aber: Dass sich Religionen institutionalisieren ist einerseits ganz normal, andererseits mehr oder weniger sinnvoll und vielleicht auch unumgänglich. Aber diese Strukturen machen niemals das Wesen der Religion aus. Tut mir leid, jetzt muss ich mal die Religiöse raushängen: Der Part, zu entscheiden, was „fromme Menschen“ tun sollen, fällt immer noch Gott zu.

Vielleicht ist unsere Gesellschaft ja einfach schon so areligiös, dass das in allgemeine Vergessenheit geraten ist. Bei denen, die sich von jeglicher Religion bewusst verabschiedet haben (und das sind ja inzwischen viele) ist das natürlich nachvollziehbar. Für sie ist „Gott“ eben kein relevanter Begriff, und das ist ihr gutes Recht und immerhin in sich logisch. Darüber kann man sich dann sogar interessant auseinandersetzen.

Das eigentlich Spannende ist aber, dass auch diejenigen, die jetzt das „christlich-jüdische Fundament“ unserer Kultur so vehement zu verteidigen vorgeben, durch ihre Argumentationen deutlich machen, dass für sie „Gott“ ebenso wenig eine Rolle spielt wie für die Atheisten.

Dass „der Islam“ eine Gemeinschaft von Leuten sein könnte, die „hingebungsvollen Gehorsam“ (so die wörtliche Übersetzung) gegenüber Gottes Willen üben wollen, übersteigt offenbar ihre Vorstellungskraft. Auch für sie scheint es diesen „Willen Gottes“ gar nicht zu geben, sondern sie sehen nur die Ansichten jener konservativen Imame, die für sich beanspruchen, diesen Willen besser als alle anderen zu kennen.

Ein bisschen entschuldigt sind diese „christlichen Atheisten“ (interessantes Konstrukt, nicht?), weil es im Christentum ja tatsächlich solche Instanzen gibt – den Papst zum Beispiel. Und vielleicht (das kann ich als Evangelische nicht wirklich beurteilen) gibt es im Katholizismus auch tatsächlich ein strukturelles Auseinanderdriften von „dem Christentum“ und „den Christen“, die sich ja auch katholischerseits im Alltagsleben eher nicht so um das Verhütungsverbot und andere Vatikanideen scheren. Aber der Rest ist Projektion.

Schon für die Evangelischen gilt das nicht, die haben das „Priestertum aller Gläubigen“. Und es gilt auch nicht für den Islam, dessen religiöse Institutionen vielfältig und oft national geprägt sind, und für die Einzelne erstmal nicht den ausschlaggebenden Maßstab bilden (es sei denn, sie erklärt sich speziell dieser inner-islamischen Gruppierung zugehörig). Aber die letzte Instanz ist, wie gesagt, Gott. Oder sollte es zumindest sein.

Religion ist jedenfalls immer nur im Gesamtpaket zu haben – die Menschen, die sich ihr zurechnen, und die Institutionen, die sich zu ihrer Verwaltung herausbilden. Beides voneinander zu trennen, ist schlichter Unfug. Religiöse Institutionen, festgeschriebene Gebote und Verbote, ausformulierte Kodizes sind immer innerweltliche, säkulare Angelegenheiten. Ob diese Institutionen dann wirklich Gottes Willen abbilden oder bloß die Machtinteressen oder meinetwegen auch Wahnvorstellungen ihrer Anführer, bleibt im Einzelfall zu beurteilen, auszuhandeln und auszustreiten.

Als zum Beispiel evangelische Frauen (und einige Männer) durchgesetzt haben – gegen erhebliche Widerstände seitens „des Christentums“ bekanntlich – dass Frauen Pfarrerinnen werden können, haben sie dabei ja keineswegs gegen „das Christentum“ argumentiert, im Gegenteil: Sie sind gegen eine ihrer Ansicht nach falsche Auslegung dessen angetreten, was angeblich Gottes Wille sei – in dem Fall die Meinung, Gott wolle nur Männer als Pfarrer haben (komische Idee, btw).

Zum Wesen von Religion gehört es, dass der „Wille Gottes“ nicht verfügbar, also auch nicht allzu leicht zugänglich und schon gar nicht festzunageln ist. Es wird immer welche geben, die Gott auf ihre eigenen egoistischen Fähnlein schreiben, es ist auch immer möglich, sich diesbezüglich zu irren (sogar für Feministinnen, haha). Die Leute diskutieren und streiten sich darüber. Dabei haben immer mal welche die Oberhand, die versuchen ihre Ansichten mit Unterdrückung und Macht durchzusetzen (das nennt man dann Gotteslästerung), dann gibt es aber auch immer welche, die dagegen angehen, dann gibt es welche, die sich abspalten und so weiter.

Was Gott will, wird also in keiner Religion jemals definitiv klar sein. Eine Religion erkennt man nicht an ihren fixierten Glaubenssätzen, sondern daran, ob da welche sind, die sich diese Frage – was Gott will – überhaupt noch ernsthaft stellen. Wer „die Gläubigen“ und „die Religion“ als zwei getrennte Phänomene ansieht, zeigt damit, dass er diese Frage gar nicht mehr versteht. Mit anderen Worten: Dass er längst Atheist geworden ist (oder Atheistin). Denn er kann in Religion nicht mehr erkennen als das, was ihre jeweiligen Päpste, Mullahs, Schriftgelehrten sagen.

Das wäre dann also eine schön unheilige Allianz von angeblichen Gläubigen und angeblichen Ungläubigen. Sie beide erzählen – und das nur als Beispiel – muslimischen Frauen in einstimmigem Chor, dass der Islam ihre Unterordnung beschlossen hätte.

Aber da hat eben zum Glück Allah auch noch ein Wörtchen mitzureden.


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49 Gedanken zu „Der Islam ist bäh, aber die Muslime ganz okay?

  1. Bist gerade in argumentativer Hochform was? Nur nicht nachlassen. Der Topos der „atheistischen Christen“ ist reine Weltklasse. Bigots! Würde der Engländer sagen.

  2. „Zum Wesen von Religion gehört es, dass der „Wille Gottes“ nicht verfügbar, also auch nicht allzu leicht zugänglich und schon gar nicht festzunageln ist“

    Ist das Wesen einer Religion nicht, dass man einen Gott als Authorität ansieht und die von diesem vorgegebenen Gebote und Verhaltensregeln nach Möglichkeit anwendet, ob man sie nachvollziehen kann oder nicht?

    Wie kann man eine Handlung denn als „religiös“ motiviert darstellen, wenn sie nicht auf dem Willen Gottes beruht?
    Ein „es wird schon Gottes Wille sein“ ist ja letztendlich kein Glauben. Und um so freier man die von der jeweiligen Religionsgemeinschaft als authentisch angesehenen verfügbaren Willensbekundungen des jeweiligen Gottes interpretiert um so beliebiger wird letztendlich die Religion (und raubt sich damit auch ihrer Glaubensbasis).
    Ich denke, dass genau hierauf die Vorliebe relativ strikter Religionen beruht: Sie geben Halt. Um so weiter man auslegt um so eher kommt man zu Figuren wie dem „Christlichen Atheisten“.

  3. Auf der einen Seite sind Muslime und auch Juden ganz für sich allein verantwortlich, oder treten, wie sich der religiöse Mensch ausdrückt, ohne Vermittlung vor Gott, um sich für seine Handlungen zu rechtfertigen. Auf der anderen Seite gibt es das Gesetz, also die Scharia bzw. die Thora. Das sichert Rechtstaatlichkeit und verhindert Willkürherrschaft, hat aber den Nachteil, daß der Gesellschaft patriarchalische Strukturen aufgezwungen werden, die kaum mit der Zeit Schritt halten können, weil das Gesetz sich auf ein unveränderliches Schriftwerk bezieht. Christlichen Kirchen fällt es da leichter, sich veränderten Wertvorstellungen anzupassen. Auf der anderen Seite räumen sich Muslime und Juden einen größeren Freiraum in ihrem Glaubensbekenntnis ein. Christliche Kirchen und gewisse buddhistische Schulen tun sich ziemlich schwer damit, weshalb sie sich in früherer Zeit gegenseitig der Ketzerei bezichtigten und verfolgten. Die alten Religionen haben alle Schwächen.

  4. @Christian – Ich finde nicht, es geht um „eng“ oder „weit“ auslegen. Sondern um die Auseinandersetzung mit der Frage: Legen wir die Schriften und Gebote richtig aus? Oder phantasieren wir uns da was rein? Die Phantasie mancher christlicher Männer ging zum Beispiel schon mal so weit, aus der Apostelin „Junia“ (wie es in der Bibel steht) einen „Junias“ zu machen. Weil sie sich das anders nicht vorstellen konnten. Wenn Theologinnen das dann korrigierten und das reingemogelte „s“ aus dem Namen wieder strichen, dann haben sie ja nicht die Bibel „weiter“ ausgelegt als die Männer. Im Gegenteil.

  5. „Legen wir die Schriften und Gebote richtig aus? Oder phantasieren wir uns da was rein?“

    Mir scheint die Bibel aus der damaligen Zeit heraus sehr Frauenfeindlich. Wenn man das Wegbekommen möchte, dann kommt glaube ich mit Auslegung nicht sehr weit. Vielleicht kann man eine „Junias“ korrgieren (vielleicht weil ich keine Ahnung habe, was da bibelhistorisch richtig ist) aber den konservativen Grundtenor bekommt man dennoch nicht raus.

    Für die Auslegung der Bibeltexte kommt es meiner Meinung nach darauf an, was für ein Gottesbild man hat.

    Nehmen wir an wir haben einen Gott, dem die Einhaltung seiner Gebote wichtig sind und der die Regeln für sich aufgestellt hat. Dann sieht es eh schlecht für mich aus. Ich esse Schweinefleisch, ich haben vorehelichen Sex, ich halte den Sabbat und auch das Sabbatjahr nicht ein, ich tue allerlei was gegen die unzähligen Gesetze verstößt, die in der Bibel stehen. Ich steinige zB auch keine Ehebrecherinnen oder Schwule und ich spreche und (schlafe gelegentlich) mit Frauen, die unrein sind. Auf all dies möchte ich auch nicht verzichten.Ich habe mir „Living biblically“ durchgelesen und es scheint mir in der heutigen Zeit unzumutbar alle Regeln der Bibel einzuhalten. Meine Chancen in den Himmel zu kommen sind demnach bei einem Gott, dessen Regeln man nicht interpretieren darf sehr gering. Denn alle modernen Kirchen haben die Regeln ja stark interpretiert. Und angesichts des Verhaltens einiger Kirchenoberhäupter ist die Gefahr recht hoch, dass sie dabei nicht Sprachrohr eines Gottes waren. Mal ganz davon abgesehen, dass mein Risiko ja recht hoch ist auf die falsche Religion zu setzen.

    Wenn wir hingegen einen „guten Gott“ haben, bei dem die Regeln für uns, also das menschliche Wohlbefinden gemacht sind, dann kann ich die Bibeltexte im wesentlichen ignorieren und muss mein Handeln nur daran ausrichten, was ein gutes und gerechtes Verhalten sein könnte. Ob ich dann an Gott glaube ist relativ nebensächlich. Ansonsten müsste er all die Menschen, die einer anderen Religion angehören und nie die Chance hatten an ihn zu glauben (aufgrund ihrer Erziehung und Herkunft) aber ein gutes Leben geführt haben und andere Leute glücklich gemacht haben nicht ins Paradies lassen, was ja ein guter Gott wohl kaum machen würde. Demnach habe ich auch ohne Glauben an Gott die gleichen Chancen wie ein Gläubiger. Vielleicht sogar bessere Chancen, denn wenn Gott die Regeln für Menschen macht, dann ist jedes unreflektierte Hinnehmen der Regeln was Leid verursacht eher eine Sünde als das Gegenteil. Den schließlich hat uns Gott ein wunderbar funktionierendes Gehirn gegeben (oder es uns entwickeln lassen).

  6. @Christian – ganz so negativ wie du sehe ich die religiösen Traditionen nicht. da ist auch viel Wertvolles dabei, wenn man genauer hinschaut. Also: Ja, im Prinzip kannst du die Bibeltexte ignorieren und trotzdem zu Gott kommen. Aber meiner Erfahrung nach sind sie, wenn du da hin willst, nicht so unnütz wie manchmal getan wird, trotz aller der Patriarchen, die daran herumgebosselt haben.

  7. Mhm. Ich sehe was anderes. Ich sehe nicht, daß diese Unterscheidung so gemacht wird. Ich sehe auch eigentlich keine Debatte über den Islam. Also keine Religionskritik. Wenn es die gäbe, würde deine Argumentation erst relevant.
    Ich sehe eine rassistische Kampagne, bei der alles durcheinandergemengt wird, Islam, Koran, Muslime, Islamisten, und jeder pickt sich was raus, was er ganz schlimm findet. Ich habe bei mir deshalb gerade die Unterscheidung eingeführt:
    Islamkritik = Religionskritik = OK.
    „Islamkritik“ = Antimuslimismus / Muslimfeindlichkeit = Rassismus = zu bekämpfen.
    Dabei, beides auseinanderzuhalten, helfen mir deine Gedanken diesmal nicht weiter. Aber daß die derzeitige Debatte absurd ist, hast Du schön begründet. Das haben rassistische Diskurse wohl so an sich.

  8. Hier mal ein Artikel, der es wert ist, im Rahmen dieser Debatte gelesen zu werden:

    „Die islamische Welt wird zerbrechen“
    Der ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad über Spiritualität, Muslime in der Isolation und die Notwendigkeit eines postkoranischen Diskurses
    http://www.freitag.de/politik/1041-die-islamische-welt-wird-zerbrechen

    Der Autor fordert eine Unterscheidung zwischen dem spirituellen und dem politisch-juristischen Islam. (Er wirft den politischen bzw. islamistischen Moslems vor, Gott lange schon nicht mehr im Herzen zu haben und deshalb so militant/aggressiv gegen „Ungläubige“ aufzutreten). Insbesondere europäischen Muslims legt er nahe, sich für diese Unterscheidung einzusetzen und quasi eine Aufklärung bezüglich des Korans nachzuholen, die dann bedeuten würde

    a) spiritueller Islam ist kein Problem, sondern Privatsache
    b) politisch-juristischer Islam ist im Rahmen der Tradition als bloß zeitgebunden (7.Jahrhundert!) zu verstehen – also ohne Verbindlichkeit fürs moderne Leben, bzw. in kontroversen Debatten neu zu interpretieren.

    Er tritt also für das Recht ein, die Regeln und Gesetze des Korans endlich genauso zu debattieren und „neu auszulegen“, wie es in anderen Religionen mehrheitlich üblich ist.

    Da es im Islam ja doch deutlich WENIGER Institutionalisierung gibt als etwa im Christentum, frag ich mich, WARUM das so schwer fällt. Vielleicht gerade deshalb?

    Obwohl mir der Gedanke unsympathisch ist, könnte es doch so sein, dass die ungeklärte „Deutungshoheit“, WAS der Islam ist, eben dazu führt, dass solche rassistischen Diskurse wie jetzt gerade aufkommen können. (Die ja verrückterweise dann auch alle in einen Topf werfen, auch atheistische Türken, Araber etc.)

    Blöderweise können Nicht-Muslime an der (offenbar fehlenden) inner-islamischen Debattenkultur nichts ändern. Man kann nur sagen: die Moslems, die wir persönlich kennen, sind nicht SO. Nicht so politisch-islamisch, nicht extremistisch und zunehmend auch nicht mehr so patriarchalisch…

    Und damit ist man bei der Unterscheidung, die Antje kritisiert.

  9. @Claudia – also ich kenne Musliminnen, die das offen diskutieren. Ich halte das für ein Klischee, dass „im Islam“ es keine kritischen Debatten gibt. Das Zentrum für islamische Frauenforschung in Köln macht da großartige Arbeit, zum Beispiel haben sie diese Buch geschrieben, indem sie zeigen, dass diese eine Koranstelle, die immer zitiert wird und wonach Ehemänner ihre Frauen schlagen dürfen, ganz anders interpretiert werden müsste. http://www.zif-koeln.de/7788.html – Also das „neu auslegen“ des Koran findet längst statt, es wird nur nicht medial zur Kenntnis genommen.

  10. In den Medien liest man ab und an von weiblich-emanzipatorischer Kritik, ja doch! Aber wird diese denn auch bei denjenigen diskutiert, die im Islam „das Sagen über die Linie“ haben? (Das ist es wohl, was der ägyptische Politologe meinte – wie sich das in Europa darstellt, davon weiß ich tatsächlich nichts).

  11. Es ist gut und richtig, dass die Diskussionen innerhalb der muslimischen Glaubensgemeinschaft beginnt und dadurch die gottgegebenheit des Koran in Frage gestellt wird.

    Aber das eigentliche Problem ist doch noch, dass zwar für Sie vielleicht etwas kein Maßstab ist, aber die Betroffenen das durchaus anders sehen werden. Fragen Sie doch mal einen Juden, der gerade (noch) in Malmö lebt, wie er zum Zentrum für islamische Frauenforschung steht. Oder eine Schülerin, die sich als deutsche Schlampe beschimpfen lassen muss weil sie einen vermeintlich zu kurzen Rock anhat. Oder einen Schwulen, der im Iran gerade den Galgen am Baukran vor sich sieht. Oder eine Nonne, die gerade von einem Mob verfolgt wird, weil in einem tausende Kilometer entfernten Land jemand vor Monaten eine schlechte Karikatur gezteichnet wurde.

    Ich begrüße jede Anstrengung, den Islam zu reformieren und die menschenverachtende, totalitäre und frauenfeindliche Auslegung abzuschaffen, aber es ist noch ein sehr weiter Weg, siehe Konvertit Vogel und ähnliche Konsorten. Und das ist im Sinne der der Deutung „Religion ist, was die Gläubigen in Gesamtheit tun“ die Grundlage für die Ablehnung, die Muslimen eben in Gesamtheit entgegenschlägt. Das führt auch im gleichen Kontext zu der Differenzierung zwischen Muslimen und dem Islam, da ein einzelner Moslem sich von der Scharia distanzieren kann – nicht aber der Islam.

  12. @Oliver Müller – Die Konflikte, die Sie ansprechen, sind ernst zu nehmen. Worauf ich mit meinem Blogpost hinauswollte ist, dass eine pauschale Ablehnung „des Islam“ dabei gerade nicht hilfreich ist (mal ganz abgesehen davon, dass man ähnliche Beispiele von Intoleranz natürlich auch bei anderen Religionen finden könnte). Also, an Ihrem Beispiel: Es kann nicht darum gehen, von „dem Islam“ oder auch „den Muslimen“ zu verlangen, dass sie sich von der Scharia distanzieren, sondern sie zu fragen, ob sie sie wirklich so menschenfeindlich, totalität und brutal auslegen wollen, wie das in den von Ihnen genannten Beispielen geschieht. Ebenso wenig, wie man von einem Christen ernsthaft verlangen kann, er soll sich von der Bibel distanzieren (in der ja ganz genauso gruselige Dinge drinstehen, wie im Koran, wenn man sie fundamentalistishc und engstirnig liest).

  13. Hallo erstmal.

    Bevor ich mich zum Thema äußere, stelle ich meine Meinung vor:
    Ich bin mir sicher, jedes Glaubenssystem, welches sich Religion nennt, dient nur dazu, die Menschen zu manipulieren, sie willenlos und stumpfsinnig zu machen, bis am Ende aus frei Geborenen eine Herde indoktrinierter Wesen geworden ist. Das lehne ich vehement ab.

    Eine Sache ist wirklich wichtig: Behandle deine Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Jeder Gedanke, jedes Wort und jede Tat fällt immer nur auf mich selbst zurück.

    Alle so genannten religiösen Bücher haben Menschen verfasst. Manche eben im Gotteswahn, andere während eines geistigen Anfalls -z. B. Epilepsie- und wieder andere haben ihre Erlebnisse während einer Meditation oder so aufgeschrieben. Das ist alles gut und schön, doch in der Vergangenheit geschehen und schon lange vorbei.

    Wir alle sind komplett für unser Leben allein verantwortlich. Ich sehe Gott als die Gesamtheit aller Wesen an und durch uns drückt er sich aus.

  14. Eine kurze Ergänzung: ich sprach davon, sich von der Scharia zu distanzieren, nicht vom Koran. Leider ist der Islam ja nun als solches nicht nur Religion, sondern auch eine auf Weltherrschaft ausgelegte Gesellschaftsform inklusive Rechtssystem. Da dieses vormittelalterliche Rechtssystem nicht kompatibel mit unserem Grundgesetz ist, ist es natürlich strikt abzulehnen. Darum ist es ja auch äußerst bedenklich, wenn für viele Muslime die religiösen Regeln Vorrang vor den weltlichen haben (2007: 46% waren dieser Meinung, 9% befürworteten sogar die Strafen der Scharia – immerhin 300.000 Muslime).

    Auch in der Bibel stehen grausame Handlungsanweisungen und widersprüchliche Aussagen („Aug um Aug“ vs. „Halte auch die andere Backe hin“), wenn auch in entgegengesetzter Gültigkeit zum Koran (dort haben ja die späten, eher aggressiven Suren Vorrang). Das hat aber in der Tat wenig Relevanz für die gelebte Religion. Auch wenn ich generell Religionen äußerst skeptisch gegenüber stehe, bleiben mir doch zwei Zitate für immer im Gedächtnis:

    – Das Selbstverständnis meiner Oma als Christin: „Was Du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu“ – sehr prägend für mich, auch wenn es nicht originär christlich ist
    – Die Bibelstelle(?): „Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie messen“ – eigentlich die ideale Handlungsanweisung dafür, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen

  15. Prinzipiell begrüße ich Ihre sachliche und rationale Auseinandersetzung mit dem Thema. Es ist wichtig, von pauschalen Unterstellungen zu einem Diskurs auf Augenhöhe zu gelangen. Leider unterlaufen Ihnen dabei aber mehrere Fehler,d ie ich Ihnen im Folgenden aufzeigen möchte.

    a) Sie sprechen sehr oft von einer „Auslegung“ oder Interpretation des Islam und vergleichen dies mit der christl. Wissenschaft der Bibelinterpretation.
    Eine solche Auslegung findet im Islam allerdings nicht statt, ja ist sogar streng verboten. Im Gegensatz zur Bibel betrachten Muslime den Koran als das Wort Gottes. Nicht in irgendeinem metaphorischen Sinne, sondern wortwörtlich. Gott diktierte dieses Buch Wort für Wort, Zeile für Zeile. Daran gibt es nichts zu interpretieren oder auszulegen. Es ist ganz einfach: In den wenigen Fällen, in denen sich Koranverse tätsächlich gegenseitig widersprechen sollten, gilt das später gesagte. Lesen sie einen chronologischen Koran, dann wird einiges klar..

    b) Sie behaupten, aufgrund der fehlenden Institutionalisierung des Islam gäbe es keine verbindlichen, für alle geltenden Regeln.
    Auch das ist falsch. Im Unterschied zum Christentum gibt es fürwahr keinen „Übervater“ wie den Papst, der die absolute Meinungshoheit hat. Aber jeder Imam ist befugt, religiöse Gebote anhand des Koran und der Hadithen zu erlassen bzw. zu verkünden, welche für alle Muslime gültig sind, jedenfalls alle, die der selben Strömung angehören. (Die sogenannten Fatwas)

    c) Mit der fehlenden Unterscheidung zwischen Muslim und Islam tun sie einigen Millionen Menschen in unserem Land Unrecht. Ich hoffe, das ist ihnen klar.
    Der Kern dieser Argumentation basiert auf folgender Säule:
    Während der Islam an sich nicht moderat ist und es aus verschiedenen Gründen nicht sein kann, gibt es sehr wohl moderate Muslime. Diese sind allen Deutschen(bis auf wenige Unverbesserliche, die sich leider auch in die Reihen der Islamkritiker einschleichen) herzlich willkommen.
    Der Islam ist, wird er wörtlich befolgt (Taliban bedeutet auf Deutsch Koranschüler!), eine totalitäre Idelogie, die das Leben der Gläubigen ganzheitlich regelt und diese in die Pflicht nimmt, ihn zu verbreiten. Es wird alles geregelt über Kleidungs- und Speisevorschriften bis ins Straf- und Zivilrecht hinein.
    Es ist unfair, jeden Moslem damit gleichzusetzen! Es gibt genügend grundgesetztreue Bürger mit muslimischem Glauben in unserer Mitte, die sich von solchen Vorschriften distanzieren. Dass bedeutet aber nicht, dass wir in der Kritik an der Ideologie zaghaft sein dürfen. Wir müssen lediglich klar machen, wem oder was die Kritik gilt und wem nicht. Ihr Artikel ist dabei nicht hilfreich.

  16. @Oliver: Deutschland und die übrigen westlichen Länder sind friedliche Länder, auch wenn viele Menschen aus muslimischem Kulturkreis in ihnen wohnen. Da, wo junge deklassierte Leute gewaltsam aufbegehren wie in Malmö oder in Frankreich, muß man sich fragen, welche Rolle der Islam dabei wirklich spielt. Die wirkliche Gewalt spielt sich in den Kriegsgebieten des Nahen Ostens ab. Das ist aber auch leicht damit zu erklären, da diese Länder vom Westen militärisch angegriffen wurden. Dieser Kampf des Westens um die Hegemonie in der Welt ist weit aus realistischer als die „islamische Weltherrschaft“.

    Ich selbst habe hier in Deutschland zahlreiche Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis kennengelernt, meist Schüler und Kommilitonen auf der Uni, und finde die Aussagen aus den Medien ihnen gegenüber nicht bestätigt. Meine ägyptischen Kollegen waren ausgesprochen freundlich, und mit den palästinensichen, algerischen und libanesischen kam ich auch klar. So richtig prüde sind türkische Schüler durchaus nicht (auch wenn sie nicht gerade lieb sind). Verklemmt und prüde sind in erster Linie Menschen aus dem protestantischen Kulturkreis. Stephanie von Guttenberg und ihr Mob belegen ja, was im aufgeklärten Europa an Bigotterie möglich ist. Das ist weit aus schlimmer als von einem frustrierten armen Schwein als Schlampe bezeichnet zu werden.

  17. @Hewo @rausgucker
    Ich sehe das genauso wie Sie – der Glaube an einen Gott, der alles irgendwie von oben aus regelt, ist nur deshalb entstanden, weil die Menschen als einzige Lebewesen auf dieser Erde sich ihrer Endlichkeit im voraus bewusst sind. Und nicht damit fertig werden können, dass nach dem Tod „nichts“ übrig bleiben soll. Wobei vom Standpunkt der Natur sehr wohl etwas übrig bleibt – wie bei allen Lebewesen bilden die Toten in einem Kreislauf, aus dem nie etwas verschwindet sondern sich nur umwandelt Nahrung und Substanz für alles Lebende, was danach folgt.

    Als Kind habe ich mich oft gefragt, wenn es wirklich einen „Himmel“ geben soll, wieso es diesen nur für Menschen geben soll. Wenn es das „ewige Leben“ gibt (also zuerst auf der Erde, dann im Himmel) wieso dann nur für Menschen? Sind wir vielleicht etwas besseres als Tiere, Pflanzen oder Bakterien? Auch wir sind schließlich nur ein Teil der Natur – eine besondere Art zweibeiniger Affen, deren Überlegenheit sich nur daraus ergab, dass der Mensch es geschafft hat im Laufe der Evolution das Gehirnvolumen im Vergleich zu seinem Körpergewicht so stark zu vergrößern wie kein anderes Tier vor ihm, und durch den Aufbau sozialer Gruppen, die Frauen und die Kinder beim Aufwachsen schützte, eine Kultur der Erziehung und der Weitergabe von Wissen das über das Notwendige zum Überleben hinaugeht entstehen zu lassen.

    Das einzige, was Menschen von Natur aus können, ist Saugen – alles andere muss gelernt werden. Menschen, die allein oder bei Tieren aufgewachsen sind, lernen noch nicht mal das Laufen und Sprechen.

    Deshalb brauchen Menschen die Gruppe zum Überleben, und in diesen Gruppen muss es natürlich Regeln geben, weil sie sonst nicht funktionieren, da Menschen von Natur aus egoistische Wesen sind. Die „Religionsführer“ haben das nur ausgenutzt, um Regeln zu installieren, die dann göttlich genannt wurden – manche davon sind gut, wie das Tötungsverbot, manche davon sind schlecht, wie die Bewertung dass Frauen besser sind als Männer, und alle sind anfällig dafür als Machtinstrumente ausgenutzt zu werden.

    Entscheidendes Kriterium für die Bewertung einer Religion ist das, was dabei herauskommt. Und ich finde durchaus, dass eine Religion das ist, was ihre Mitglieder daraus machen, das heisst inwieweit sie sich den vorgegebenen Regeln der Institutionen unterwerfen.
    Denn zu jedem Opfer gehört ein Täter: wenn Frauen unterdrückt werden, gibt es immer einen Unterdrücker, der eine Religion benutzt um sein Verhalten zu legitimieren.
    Wenn alle (!) muslimischen Männer sagen würden, nein ich unterdrücke meine Frau nicht und ich sehe auch unverschleierte Frauen nicht als Sexualobjekte an weil sie die gleiche Menschenwürde und das gleiche Recht auf Respekt hat wie ein Mann egal was sie anhat könnten die Islame doch predigen was sie wollen (Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin…)

    Sowohl im unreformierten Christentum (das in Spanien und Irland noch teilweise erhalten ist) als auch im Islam gilt das Patriachat; Männer sind den Frauen gewissermaßen überstellt und werden als wertvoller betrachtet.
    Und das, obwohl ohne die Frauen die Menschen und damit auch die Religionen schnell aussterben würden. Frauen bringen die Kinder unter Schmerzen und unter Lebensgefahr zur Welt (in Deutschland sterben pro 100.000 geborener Kinder immer noch 12 Frauen unter der Geburt, und das ist weltweit ein Spitzenwert) . Zum Dank dafür werden sie von den Religionsführern die angeblich im Namen Gottes sprechen als das schwächere Geschlecht bezeichnet und von vielen Mitgliedern der Religionsgemeinschaften auch so behandelt.

    Und wenn ich mich als Frau dagegen wehre und sowohl die katholische Kirche als auch den Islam für diese unmenschliche Herabwürdigung der Frauen kritisiere wehre ich mich entscheiden dagegen, deshalb als Rassist oder als fremdenfeindlich oder als Nazi oder politisch rechts bezeichnet zu werden!
    Mal ganz abgesehen davon, dass Muslime keine Rasse sind, Kritik an ihrer Religionsgemeinschaft und den dort geltenden Regeln also gar nicht rassistisch sein kann.

    Adolf Hitler hat mal gesagt: Wer Jude ist bestimme ich.
    Sind Sie, Herr rausgucker, der neue Führer, der entscheidet, was religionskritisch ist und was nicht?

  18. @Quer\denker zu a) – Laut Papst ist es auch verboten, abzutreiben und Verhütungsmittel zu nehmen, aber trotzdem gibt es viele Christinnen und Christen, die das tun. Und die würden sich sehr dagegen verwahren, wenn man ihnen ihr Christsein absprechen würde. Von daher ist Ihr Argument nicht wirklich schlüssig. Sie tun genau das, was ich in meinem Blogpost kritisiert habe: Sie zitieren die ANsichten extrem konservativer Imame und erklären sie als verbindlich für alle Muslime. Im übrigen ist es ein fach sachlich falsch: Eine solche kritische Auslegung des Koran FINDET statt. Ich war selbst schon dabei.
    zu b) Ja, jeder Imam ist befugt, religiöse Gebote zu verkünden. Aber kein Muslim ist dazu gezwungen, sich an gerade diesen Imam zu halten. Die Gebote eines Imams sind also jeweils nur für diejenigen Muslime verbindlich, die sich diesem Imam anschließen. Sie können sich genauso gut einem anderen anschließen, der etwas anderes sagt. Schon rein logisch kann eine Rechtsauslegung eines Imams ja gar nicht für alle Muslime verbindlich sein, weil verschiedene Imame unterschiedliches sagen.
    c) Ja, der Koran ist, wörtlich befolgt, totalitär. Ebenso wie die Bibel. Nicht zufällig gibt es „bibeltreue“ Fundamentalisten genauso wie „korantreue“ Fundamentalisten. Das liegt einfach daran, dass ein Buch, das vor so langer Zeit geschrieben wurde, unmöglich eins zu eins auf heute „angewendet“ werden kann. Es muss AUF JEDEN FALL ausgelegt werden, und auch die korantreuen Islamisten legen es aus, halt auf eine bestimmte Art und Weise. Richtig ist, dass die Tradition der Auslegung im Bezug auf Bibel und Koran unteschiedlich ist, aber das würde hie rzuweit führen.

  19. ZITAT:
    Wer „die Gläubigen“ und „die Religion“ als zwei getrennte Phänomene ansieht, zeigt damit, dass er diese Frage gar nicht mehr versteht. Mit anderen Worten: Dass er längst Atheist geworden ist. Denn er kann in Religion nicht mehr erkennen als das, was ihre jeweiligen Päpste, Mullahs, Schriftgelehrten sagen.
    ENDE ZITAT

    Wichtiger als was die Mullahs etc. sagen ist noch, was die jeweilige HEILIGE SCHRIFT sagt. Es ist schön einfach, das abzutun, was Mullahs, Papst und Schriftgeleherte sagen, nach dem Motto: „Pah, was der Papst sagt, ist doch für meinen Glauben irrelevant“. Aber kannst Du das ebenso mit der Bibel sagen: „Pah, was die Bibel sagt, ist für meinen Glauben irrelevant“? Und da haben wir das Problem. Es gibt einen Haufen Leute, die – unter Preisgabe ihrer Vernunft – die Inhalte von Bibel/Koran für die 100%ige Wahrheit halten, von „der man kein Jota rauben darf“. Ein Islamproblem haben wir, weil es im gelebten Islam viel, viel mehr Menschen dieser Sorte gibt als im gelebten Judentum und Christentum.

    Und der Koran enthält eben ziemlich grausige Gebote, ebenso wie die Bibel. Ich beschränke mich hier mal auf die Bibel, denn die ähnlich lautenden Koranstellen sind ja im Moment sowieso in aller Munde (und gefährlicher, da mehr Menschen sie ernstnehmen und da der Koran auch die militärische Eroberung der gesamten Welt durch die Muslime verlangt, Stichwort globales Kalifat).

    Christen und Juden, die die ganze Bibel glauben, müssen Homosexuelle steinigen (Lev 20.13), ebenso Hexen („Esoteriker“ würde man heute wohl sagen) (Ex 22.17), Ehebrecherinnen (Lev 20.10), vorehelich Beischlafende (Dtn 22.13-21) oder auch ehelich während der Menstruation Beischlafende (Lev. 18.29), ruppige pubertierende Jugendliche (Dtn 21.21), etwa wenn sie gegen die als Erziehungsmittel einzusetzenden Prügel (Ps 34.11) resistent bleiben. Alle diese Leute sind nach Gottes Gebot zu töten.

    Gott betrachtet Frauen auch als den Männern minderwertig und gibt ihnen auf, sich den Männern unterzuordnen (z.B. Lev 27.3-7, Gen 3.16). Wenn ein Mann einen Eid schwört, so gilt dieser vor Gott. Der Eid einer Frau gilt dagegen nur, wenn ihr Ehemann – oder, wenn sie unverheiratet ist: ihr Vater – den Eid für gültig erklärt (Num. 30).

    Moderne, freiheitliche Gesellschaften sollten von allen Gläubigen verlangen, sich von solchen Gesetzen klar zu distanzieren. Das bedeutet im Klartext: sie müssen vom Gläubigen verlangen, Teile der Schrift nicht anzuerkennen. Etwa so: „Jawohl, ich glaube an Allah/Jahwe/Gottvater und das Mysterium XYZ meiner Religion, aber die Steinigungsgebote für Esoteriker, für Homosexuelle, voreheliche Beischläfer, für während der Menstruation Beischlafende, für ruppige Jugendliche usw. lehne ich als für meine Religion irrelevant ab. Insbesondere glaube ich nicht an die ganze Bibel/den ganzen Quran, sondern nur an einige Teile, die der Vernunft und menschlichen Freiheit nicht widersprechen. Die anderen Teile lehne ich ab, sie stammen nicht von Gott/Jahwe/Allah, sondern von Priestern, die vor Jahrtausenden auch soziale Ordnungsfunktionen innehatten und die Bibel benutzten, um den Sittenkodex ihres Wüstenvolkes schriftlich zu fixieren.“

    Können das Deine muslimischen Freunde so formulieren? Die meisten meiner christlichen Freunde haben damit kein Problem! 🙂

    Gruss,
    Rüdiger

  20. @ Anna P.
    Ich bin ja fast komplett auf deiner Seite. Ich habe gar nichts dagegen, menschenfeindliche Strukturen und Lehren im Islam wie im Christentum zu kritisieren. Allerdings nehme ich auch zur Kenntnis, daß es in beiden Religionen (besser: Konfessionen) Strömungen gibt, die sich längst vom Mittelalter verabschiedet haben. Es gibt auch fortschrittliche und emanzipierte Frauen mit Kopftuch.

    Nur gehen solche Differenzierungen bei der gegenwärtigen Debatte (die wohl auf diesen blonden Holländer zurückgeht) völlig verschütt. Und es interessiert Niemanden mehr, welcher Mensch, welches Denken sich da unter Kopftuch und hinter dunklen Bärten versteckt.

    Rassismus hat mit „Rassen“ generell gar nichts zu tun. Allein schon darum, weil es beim Menschen ja keine „Rassen“ gibt. Aber die Kritik an Religionen – nein, eben nur die Kritik an einer bestimmten Religion – wird heute massiv für eine rassistische Kampagne eingesetzt und mißbraucht. Ich maße mir nicht an, beides allgemeingültig auseinanderhalten zu können. Ich meine aber, daß das Jeder für sich hinbekommen sollte. Da ich nicht weiß, wann, wo, wem und wie Du deine Religionskritik vorträgst, habe ich auch keinen Anlaß, dich z.B. als Rassistin zu verdächtigen. (Einen Herrn Sarrazin werde ich aber weiterhin einen Rassisten nennen, was ich auch schon getan habe, als er noch zuforderst gegen Hartz-4-ler gehetzt hat.)

    Ich finde es aber traurig, wenn man heute in Deutschland die Parallele zur Judenfeindschaft vom Beginn des letzten Jahrhunderts nicht bemerkt. Nach deiner Logik hätte man damals wohl gesagt:
    „Mal ganz abgesehen davon, dass Juden keine Rasse sind, Kritik an ihrer Religionsgemeinschaft und den dort geltenden Regeln also gar nicht rassistisch sein kann.“

    Deinen letzten Satz finde ich ziemlich daneben.

  21. Ein guter artikel! Danke einmal dafür.

    @Quer\Denker:
    „Sie sprechen sehr oft von einer „Auslegung“ oder Interpretation des Islam und vergleichen dies mit der christl. Wissenschaft der Bibelinterpretation.
    Eine solche Auslegung findet im Islam allerdings nicht statt, ja ist sogar streng verboten.“

    Die Koranauslegung ist sogar eine komplizierte Wissenschaft (wie die Hadithwissenschaften), die jahrelang studiert werden muss. Oder warum gibt es Tafsire? Ein Tafsir ist nichts anderes als eine Erklärung des Korans und da gibt es sehr wohl unterschiedliche Meinungen. Zum anderen nehmen Muslime den Koran NICHT wortwörtlich, was einen Tafsir überflüssig machen würde. Sehr viele Stellen im Koran beziehen sich auf damalige Gegebenheiten und Situation, diese muss man auch im historischen Kontext sehen. Und das, was ich geschrieben habe, ist keinesfalls eine Reform, so wird es schon jahrhundertelang gehandhabt.

    „Aber jeder Imam ist befugt, religiöse Gebote anhand des Koran und der Hadithen zu erlassen bzw. zu verkünden, welche für alle Muslime gültig sind, jedenfalls alle, die der selben Strömung angehören. (Die sogenannten Fatwas)“

    Wie schon von der Bloginhaberin richtig geschrieben wurde: Fatwas gibt es wie Sand am Meer, da ist der eigene Verstand und die Vernunft gefragt, welche man annimmt, bzw. welcher man folgt. Im Endeffekt steht irgendwann jeder ganz allein vor Gott und muss sich rechtfertigen.

    „Es wird alles geregelt über Kleidungs- und Speisevorschriften bis ins Straf- und Zivilrecht hinein.
    Es ist unfair, jeden Moslem damit gleichzusetzen! Es gibt genügend grundgesetztreue Bürger mit muslimischem Glauben in unserer Mitte, die sich von solchen Vorschriften distanzieren.“

    Das heißt, erst wenn Muslime Schweinebraten essen und das Kopftuch abnehmen, dann sind sie gesetzestreu? Damit tun Sie aber Millionen von Muslimen unrecht und tragen nicht gerade zu einer vernünftigen Debatte bei.

  22. Guten Tag,

    ich habe mit großem Interesse diese Debatte gelesen. Ich verfolge die ganze Angelegenheit auch aus dem Blickwinkel der Niederlande, wo gegen Geert Wilders derzeit ein Strafprozess läuft, weil er den Islam beleidigt haben soll. Er behauptet aber, er habe keine Muslime beleidigen wollen.

    Was die Angelegenheit schwierig macht, ist meiner Ansicht nach die politische Korrektheit, die ich eigentlich in vielen Punkten begrüße. Wenn sie dazu führt, die Probleme nicht mehr ansprechen zu können, die tatsächlich da sind, entsteht ein Problem, und wenn man es wagt, diese Tabugrenze zu überschreiten, wird man in die rechte Ecke gedrängt. Ayaan Hirsi Ali, die in Somalia geborene Frauenrechtlerin und Islam-Dissidentin, hat einmal gesagt: „Gebt uns einen Voltaire.“ Natürlich muss dieser muslimische Voltaire aus der Religion selbst kommen, aber ich verstand und verstehe ihren Ruf nach Aufklärung. Der Islam hat Machtstrukturen. Eben weil sie bis zu einem gewissen Punkt dezentral sind, sind sie näher an den Gläubigen. Deshalb ist die Zahl der radikalen Muslime viel größer als die der radikalen Christen, meiner bescheidenen Ansicht nach. Der Islam ist nicht in der Hauptsache eine Religion. Er wurde geschaffen als Rechtssystem für eine kleine Kolonie, als Macht- und Herrschaftsinstrument eines Fürsten. Das sollten wir nie vergessen. Und so hat sich der Islam auch ausgebreitet. War er am Anfang noch recht tolerant, sind die späteren Koranzitate, die übrigens die weniger radikalen abgelöst haben, hier zu beachten. Der Islam ist nicht vor allem eine Religion, sondern ein politisches Herrschaftssystem. Das ändert nichts daran, dass rund 80 Prozent der Muslime in Europa, so eine Studie vor einigen Monaten, den Islam als friedliche Religion begreift. Glaube ist Privatsache, jeder kann selbst entscheiden, ob er oder sie sich an die Regeln hält, wenn der gesellschaftliche Druck nicht all zu groß ist. Aber wir vergessen dabei, dass in mindestens 21 Staaten dieser Erde mehr oder minder vollständig der Islam nicht nur Staatsreligion ist, sondern die Sharia auch staatliches Recht, das von Polizei und Sittenwächtern ausgeübt wird. Der gesellschaftliche Druck ist daher sehr hoch. Darum kann ich eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Islam als Fundament, und den einzelnen Muslimen sehr gut verstehen. Denn so wird Raum geschaffen für die Beurteilung jedes einzelnen Menschen, ohne in nach seiner Gruppenzugehörigkeit vorzuverurteilen.

    Alles Gute

    Jens Bertrams

  23. @Rüdiger – Ich bezweifle, dass das die meisten christlichen Leute so sagen würden, dass sie nur „Teile der Bibel“ glauben. Solche Heiligen Schriften sind als Gesamtes eine Grundlage des Glaubens, aber eben immer auslegungsbedürftig, wie ich in einem obigen Kommentar schon geschrieben habe. Und was immer ein gläubiger Mensch meint, daraus an Verbindlichem abzuleiten, muss er immer noch politisch vermitteln und anderen gegenüber verantworten. Das ist dann der politische Aspekt, wo es eben Konflikte auszuhandeln gilt. Das (aus Sicht eines religiösen Menschen) Problematische an deinem Vorschlag, der ja letztlich darauf hinausläuft, dass wir aus Heiligen Schriften nur das übernehmen sollten, was uns jeweils gefällt ist, dass sie dann die Qualität verlieren, ein Maßstab zu sein, der mich auch herausfordert. Also es wäre dann zu leicht, zu sagen, in der Bibel steht zwar „Du sollst nicht Töten“ oder man soll den Armen vom eigenen Wohlstand was abgeben, aber das vergessen wir jetzt mal, weil es grade nicht in den Zeitgeist passt. Also: Ja, die Bibel ist für mich verbindlich, aber ich muss das, was ich daraus ableite, politisch vertreten auch denjenigen Menschen gegenüber, die darin für sich keinen Maßstab sehen. Und ich muss mich fragen, ob das, was ich da herauslese, auch wirklich Gottes Wille ist.

  24. @Jens – Ja, klar muss man Probleme ansprechen, aber ich kann nicht sehen, dass das nicht geschehen würde. Ich bin schon in vielen interreligiösen Dialogveranstaltungen gewesen, und dabei wurden immer KOnflikte und Differenzen ausdiskutiert und Probleme angesprochen. Im Übrigen sollte sich meiner Meinung nach jede Diskussion auf die Situation beziehen, um die es jeweils geht. Ich bin immer skeptisch gegenüber pauschalen und verallgemeinerten Lösungen. Wenn ich zum Beispiel in Saudi Arabien leben würde, wäre ich vermutlich auch für ein Verbot der Vollverschleierung. Einfach weil ich die problematisch finde (sie macht den Frauenkörper in der Öffentlichkeit unsichtbar) und ich in so einer Gesellschaft, in der Frauen als körperliche Wesen unsichtbar sind, nicht leben wollen würde. Hierzulande sind aber so wenige Frauen vollverschleiert, dass ich das eine Ablenkungsdiskussion finde. Von daher kann ich Frauen wir Ayaan Hirsi Ali in gewisser Weise verstehen, weil sich ihre Kritik aus den Erfahrungen speist, die sie in anderen Ländern gemacht haben. Aber hier müssen wir uns eben mit den Problemen beschäftigen, die es in unserer Gesellschaft und Kultur gibt.

  25. Hallo liebe Autorin.

    Sehr schöner Beitrag.Ganz einfach objektiv und nüchtern geschrieben. Da sie aber mit Ihrer Meinung vielen Deutschen gegen den Strich gehen, haben genau diese Ihren Beitrag auf der Seite von PI gepostet und dazu aufgerufen, hier Kommentare gegen den Islam zu posten. Deswegen würde ich vorbeugen und die Kommentarfunktion abstellen. Ihr Bericht spricht für sich und muss nicht durch irgendeinen Müll schlecht gemacht werden. Da ich aber denke das Sie eher gegen Zensur sind, drücke ich Ihnen schonmal die Daumen gegen den Hass und die Dummheit!

  26. Nur zur Info. Dieser Beitrag ist heute um 12.05 auf einem politischen Blog, von einem User gepostet worden, der ziemlich bekannt ist für seine antiislamischen und rassistischen Beiträge.
    Da ich keine Werbung für diese abscheuliche Seite machen möchte, habe ich die entsprechenden Stellen auf der die Seite genannt wird, rausgenommen.

    An das ……. und an alle …….. !
    Habe gerade folgenden Blog-Eintrag mit vielen Argumenten, die GEGEN ISLAMKRIKTIK geschrieben worden sind und würde euch bitten diesen Eintrag mit “guten Gegenargumeten” (ohne Beleidigungen) zu widerlegen. Also es wird ordentlich viel Arbeit für uns werden. Vielleicht traut sich ja … das sogar als THEMA zu benutzen. (ich werde jedenfalls alle guten Gegenargzumente bündeln und auf meinen eigenen Blog bald veröffentlichen, wenn die Arbeit erledigt ist)
    Für alle die NICHT auf …. angemeldet sind, können mir ihre Gegenargumente auch via email senden.

    Thomasberlin1982 (at) web.de

    Um besser auf den Text eingehen zu können, habe ich die Einzelnen Abschnitte nummeriert!

    ———
    von:
    https://antjeschrupp.com/2010/10/14/der-islam-ist-bah-aber-die-muslime-ganz-okay/

  27. @Info – Danke für den Hinweis. Das hatte ich schon mitbekommen. Es kamen von diesem Blog heute schon eine Reihe von Kommentaren an, die meisten schalte ich nicht frei, weil ich hier polemische oder hetzerische Kommentare, solche, die sich im Ton vergreifen oder die persönliche Meinungen als Tatsachen ausgeben, nicht haben will. Im Interesse derjenigen, die ernsthaft diskutieren möchten.

  28. @Quer\Denker, @Kira

    Weder Bibel noch Koran, überhaupt kein geschriebener Text kann wortwörtlich „verstanden“ werden, denn bereits der Prozess des Verstehens an sich setzt eine Auseinandersetzung mit dem Gelesenen und somit eine – ganz persönliche – Interpretation zwingend voraus. Voraussetzung ist jedoch, dass der Lesende das Recht des Verstehens (mit dem Verstand oder auch dem „Herzen“) für sich auch beansprucht und wahrnimmt und sich das Denken nicht von irgendwelchen Hohepriestern oder Hasspredigern abnehmen lässt. Das bloße Auswendiglernen der vermeintlich heiligen Schrift, wie es von vielen Moslems praktiziert wird, ist diesbezüglich nicht hilfreich.
    Koranauslegung ist daher meiner Überzeugung nach keine „komplizierte“ und schon gar keine „Wissenschaft“, sondern gemeingefährliche Anmaßung einer herrschenden Elite. Wer wissen will, welche Auswirkungen die auf der Auslegung des Koran basierenden Fatwas tatsächlich auf das Leben der Menschen haben, der sollte sich mal den desaströsen Zustand vor Augen führen, in dem sich nahezu die gesamte islamische Welt befindet. Dieser kann meiner Meinung nach längst nicht mehr auf die europäische Kolonisationspolitik vergangener Jahrhunderte zurückgeführt werden, sondern hat diese vielmehr erst mit ermöglicht.

    @Rüdiger
    „Wichtiger als was die Mullahs etc. sagen ist noch, was die jeweilige HEILIGE SCHRIFT sagt“
    Und noch wichtiger als das sollte sein, was das eigene „Herz“ bzw. Gefühl sagt. 😉

    @Antje
    „Also es wäre dann zu leicht, zu sagen, in der Bibel steht zwar „Du sollst nicht Töten“ oder man soll den Armen vom eigenen Wohlstand was abgeben, aber das vergessen wir jetzt mal, weil es grade nicht in den Zeitgeist passt.“

    Aber genau so halten es die Menschen leider seit jeher. Am Ende ist es wurscht, was da im heiligen Buch steht, wenn es den eigenen Interessen zuwider läuft. Genau das war das Problem des Katholizismus, der stellvertretend für das Christentum stand. Andernfalls hätte es weder Kreuzzüge gegeben noch sonstige christlich motivierte Glaubenskriege; schließlich sagte Jesus, eigentlich unmissverständlich: „Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.“ (Mt 26,52).

    Ein anderes Beispiel:
    Im alten Testament steht, dass Ehebrecherinnen gesteinigt werden sollen (Lev 20.10). Jesus jedoch sagte, wer ohne Sünde sei, der solle den ersten Stein werfen. Dadurch läuft das Gebot des AT faktisch ins Leere. Vergleichbares gilt für die sog. Talionsformel des AT; dennoch wurde und wird bei Bedarf auf eine dem Zeitgeist entsprechende Auslegung zurückgegriffen, um bestimmte Handlungen wie Rache und Vergeltung zu rechtfertigen oder den christlichen Glauben zu diskreditieren.

    Wer nun jedoch denkt, vergleichbare Koranstellen ließen sich ebenso leicht „entschärfen“ wie jene der Bibel, der sollte sich zunächst einen genauen Einblick in selbigen verschaffen, d.h. den Koran tatsächlich lesen und „verstehen“. Die Bibel ist eben nicht mit dem Koran zu vergleichen. Letzten Endes kann eine Aufklärung der islamischen Welt in dem zuvor geschildertern Sinne, wenn überhaupt, nur von innen heraus erfolgen. Solange das nicht geschehen ist, plädiere ich für eine deutliche Distanzierung und, selbstredend, strikte Nichteinmischung in innere Angelegenheiten islamischer Staaten.

  29. @Info

    Sie zensieren also Informationen, weil Sie Ihre Mitmenschen nicht für fähig halten, diese angemessen und differenziert zu bewerten. Das finde ich anmaßend. Falls es sich um einen (rechts-)radikalen Blog handeln sollte, wird jeder vernünftige Leser schon selbst wissen, was er davon zu halten hat, oder etwa nicht?

  30. AzUL

    @Claudia Klinger: Hamed Abdel-Samad Aussagen sind ehe in der Ecke der Islamfeindlichkeit zu stellen !

    warum ?

    nicht weil er der Islam kritisiert denn es gibt breit der Deutscher Islamwissenschaftler von Uni Goettingen Bassam Tibi, der breit vor Abdel-Samad fast die selbe Gedanke geaussert hat, jedoch mit viele überlegende wissenschaftliche Arbeit als der oberflächliche Betrachtung von Hamed Abdel-Samad der sich Main-Stream orientierte und gezielte vorwuerfe gegen islam und Muslime auessert , eine selbsbefriedigung !

    sondern aus einfach grunde dass Hamed Abdel-Samad aus private grunde, eine kafka-prozess gegen der Islam und Muslime vorgeht , und diese private haupgrunde ist naemlich :

    Hamed Abdel-Samad wurde in seine Kindheit in Egypten misshandelt(vergewaltigt ), er hat spaeter kein Therapie gemacht um diese schwerige Phase seine Lebens zu ueberwinden !

    Diese Phase hat so schlimm und schmerzliche Verletzungen hinterlassen, und statt es mit mit Hilfe ein Therapie zu behandeln, leider Hamed Abdel-Samad hat es vor diese zu Tun mit eine Abrechnung und Rasche mit der Islam und Muslime.

    Das wäre genauso wie man Kritik Thesen gegen christliche Glauben zu lesen bzw. zu glauben, die aus einem, opfer der Kindesmissbrauch, Sexuellermissbrauch der katolische oder evanglische Kirsche stammt !

    das ist aus reine wissenschaftlich Sicht unseriöse und nicht glaubhaft ! denn es mischte sich das private komplexe und schmerzen Probleme mit dem wissenschaftliche Betrachtung !

    Der Französische Islamwissenschaftler Prof .Dr Mohamed Arkon (der leider vor kurzem verstorben: http://en.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Arkoun ) eine Genie ist meine Meinung nach , der beste Denker in diese Thema , in Princeton und la Sorbonne war er Proffesseur , und Deutschland leider er ist fast eine Unbekannte : ich nehme an weil die meisten seines Buecher nicht auf Deutsche ubersetzt wuerde ..

    Mohamed Arkon hat diese Thema wissenschaftlich sehr gut bearbeitet ! und er ist fast die wenige Islamwissenschaftler, die aus die -europaesche Schule stammen, der so viel Debate und Einfluss in der islamische Länder !

    Denn er kritisiert der aktuell Situation wie die Islamische Gelehrte mit der Islam umgehen , und ihre

    Ich empfehle von Ihm folgende Buecher zu lesen !

    Rethinking Islam : Common questions, Uncommon answers, today, Westview Press, Boulder 1994.

    The Unthought in Contemporary Islamic Thought, London 2002.
    Islam: To Reform or to Subvert, Saqi Books, London, 2006.

    Ouvertures sur l’islam, 1e éd. J. Grancher 1989.

    L’islam. Approche critique, Le livre du mois, Club du livre 2002.

    Mit amazighische Gruesse aus Nord-afrika
    Ticonius

  31. @Michael – Zensur wäre, wenn ich verhindern wollte, dass diese Posts veröffentlicht werden. Das will ich aber nicht. Ich will sie nur nicht in meinem Blog haben. Das ist was anderes. Anderswo können sie ja gerne gepostet werden und jeder kann sein eigenes Blog aufmachen.

  32. @autorin

    in den letzten tagen, bin ich durch himmel und hölle gegangen, da mich die mediale hinrichtung des islams und dessen angehörige, sehr verletzte.

    ich war erstaunt und bestürzt, mit welcher sorglosigkeit die medialen einrichtungen sich dieses themas annahmen.

    und nun habe ich deinen artikel gelesen und weiß, es gibt doch noch eine intelligente auseinandersetzung mit dem thema no.1. danke hierfür.

    mich wundert es sehr, wie vor dem hintergrund der globalisierung, dessen idee es auch war die völker zusammen zu bringen, genau ein gegensätzlicher trend einsetzt. in der jetzigen islamdiskussion, die zu keinem zeitpunkt eine integrationsdebatte ist, werden unbescholtene muslime auf einer sehr verletzenden art beschimpt und sogar unterstellt verfassungsfeindlich zu sein. das ist schon allerhand.

    das selbsternannte bärtige führer mit geschickt platzierten skils den islam missbrauchen um den islam zu implementieren, ist für mich – nicht nur als muslim – unerträglich. wieso will mir das, außer michel friedmann, niemand glauben?

    losgelöst von herkunft, ist voneinander lernen eine der grundlagen einer funktionierenden gesellschaft. miteinander reden und die achtung des gegenüber helfen uns dabei. aufeinander losgegehen aber nicht.

    die herablassende art mit der der islam zurzeit in den schlüsselmedien analysiert wird, macht es sehr schwer eine funktionierende gesellschaft aufrecht zu erhalten.ich habe große befürchtung das wir damit den rechten und den selbsternannten bärtigen führern in die hände spielen.

    besten gruß an alle hier versammelten.
    musta mesaoudi

    vernunft ist eine gabe, deren potenial schier unendlich ist.

  33. @Musta: Meiner Ansicht nach ist das größte Problem, dass eine sachliche Diskussion gar nicht erst zustande kommt. Auf der einen Seite die Hetzmedien, die sich sehr besserwisserisch mit dem Islam und den Muslimen befassen, aber auf der anderen Seite war auch in Deutschland lange ein Schweigen darüber verordnet worden, dass es z. B. an Schulen religionsbedingte Auseinandersetzungen und sogenannte Deutschenfeindlichkeit gibt, obwohl ich den Begriff ablehne. Um tatsächlich weiterzukommen, müssten alle Beteiligten sagen: „Okay, wir reden miteinander und lassen alle unsere vorgefassten Meinungen jetzt mal links liegen.“ Das ist schwierig, und ich nehme mich da nicht aus. Ich finde, es finden sich kaum Menschen, mit denen man ernsthaft debattieren kann, weil *jede* *Kritik* oder *Anmerkung* schon als ehrverletzende Beleidigung betrachtet wird. Solange nicht gehetzt wird, muss man aber die Meinungsfreiheit akzeptieren, nur dann kann man fruchtbar debattieren.

    @Antje: Ich finde, wir können die Situation in Deutschland nicht von den Situationen in den Herkunftsländern loslösen. Beispiel Vollverschleierung: Eine in Saudi Arabien erzogene Frau wird auch hier in Deutschland vollverschleiert gehen, ohne Erlaubnis das Haus nicht verlassen usw. Selbst wenn sie es anders wollte: Wer würde ihr denn helfen? Sie muss in der Familie weiterleben, und die ist auch in Saudi Arabien erzogen. Manche wenden sich sogar enttäuscht in der zweiten Generation wiederr stark und radikaler als die Eltern dem Islam zu, Beispiel Mohammed B., der Mörder von Theo van Gogh. Man mag das als Einzelfall betrachten, aber z. B. Heinz Buschkowski, Bezirksbürgermeister von Neukölln, würde da etwas anderes sagen. Wir sollten über ein komplexes Thema ohne Scheuklappen dabattieren. Wir sollten sowohl über westlichen Kolonialismus, als auch über islamische Weltherrschaftsideen sprechen, sowohl über die Abschottung der deutschen gegenüber Zuwanderern, als auch überr Gewalt der Kinder, die sich nicht wohl und nicht integriert fühlen können und in unerträglichen Spannungsfeldern leben müssen. Und ich finde, bei dem Versuch dieser offenen Debatte stoßen wir schon auf Grenzen. Grenzen des Besserwissertums und der Ehrverletzung.

  34. @Jens Bertram – Na natürlich werden Verhaltensweisen aus Ursprungsländern nach Deutschland mitgebracht, und daher kann man beides nicht völlig voneinander loslösen. Aber sie nehmen doch einen ganz neuen Charakter an. Um an dem Beispiel zu bleiben. In Saudi Arabien ist die Vollverschleierung ein Problem, weil sie die Welt und die Öffentlichkeit „vermännlicht“, indem der Frauenkörper unsichtbar gemacht wird. Dagegen würde ein Verbot evtl. helfen. In Deutschland besteht diese Gefahr aber nicht, eine Frau, die hier vollverschleiert geht, ist insofern keine Gefahr für die Öffentlichkeit. Natürlich kann es sein, dass sie häuslicher Gewalt ausgesetzt ist und von ihrer Familie gezwungen oder genötigt wird, Niquab zu tragen. Aber genau das ist der Punkt: Ein Verbot würde ihr gar nicht helfen, im Gegenteil, möglicherweise dürfte sie dann erst recht das Haus nicht verlassen, was auch ihre Chancen mindern würde, Leute zu treffen, die sie evtl. unterstützen könnten. Das heißt, wir müssten überlegen, wie wir diesen Frauen tatsächlich helfen können. Frauenhäuser und -beratungsstellen gegen häusliche Gewalt haben damit viel Erfahrung. Auch mit Frauen aus muslimischen Familien.
    Wobei natürlich klar ist, dass man nicht an der Vollverschleierung erkennt, ob eine Frau häuslicher Gewalt ausgesetzt ist. Es kann ein Hinweis sein, muss aber nicht. Gerade in Deutschland gibt es auch Niquab-Trägerinnen, die das bewusst und aus religiösen Gründen tun. Ich finde diese Gründe falsch, und wenn ich eine vollverschleierte Frau kennen würde, würde ich mich darüber auch mit ihr streiten, aber ich könnte ihr natürlich nicht unterstellen, sie wäre unterdrückt. Diese Frau könnte etwa eine aus dieser „zweiten Generation“ sein, von der du sprichst, die sich aus Enttäuschung oder Ablehnung „des Westens“ radikalisiert hat. Antiislamische Maßnahmen werden sie natürlich in dieser Haltung nur bestärken. Das ist auch das, was mir an der gegenwärtigen Diskussion Angst macht: Dass sie den islamistischen Fundamentalismus und patriarchale Strukturen in der muslimischen Community eher stärkt. Beides schaukelt sich gegenseitig hoch. Das ist das Unverantwortliche an dem. Die offene und ehrliche Auseinandersetzung, die du einklagst, finde ich in dem jetzt so sehr diskreditierten „Multikulti“-Milieu viel eher. Es ist einfach sachlich falsch zu sagen, da gehe es dauernd um Eiapopeia. Soweit ich dort beteiligt war, stimmt das schlicht und einfach nicht.

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  36. @Musta

    „das selbsternannte bärtige führer mit geschickt platzierten skils den islam missbrauchen um den islam zu implementieren, ist für mich – nicht nur als muslim – unerträglich.“

    Diesen Satz verstehe ich nicht ganz, aber ich glaube er trifft den Kernpunkt der notwendigen Diskussion. Wird der Kommunismus missbraucht um den Kommunismus zu implementieren? Wird der Nationalsozialismus missbraucht um den Nationalsozialismus zu implementieren? Wird der Kapitalismus missbraucht um den Kapitalismus zu implementieren? Sorry wegen der verwendeten Beispiele, die sollen keinen Vergleich darstellen, es geht mir um die Verwendung von Begrifflichkeiten.

    Wie kann etwas missbraucht werden um sich selbst umzusetzen? Diese Aussage birgt doch die implizit die Auffassung, dass der Begriff im gleichen Satz jeweils etwas anderes bedeutet. Umgemünzt auf obige Sätze wäre das damit gleichzusetzen, dass man bspw. sagt, dass „der Kommunismus missbraucht wird, um eine Diktatur zu implementieren“ oder umgekehrt.

    Womit wir beim eigentlichen Thema wären, was ist der Islam? Die Haltung in den islamischen Ländern kennen wir, Sunniten und Schiiten als größte Glaubensrichtungen haben ihr Verständnis des Islam, mit den bekannten Auswirkungen. Es gibt natürlich auch bspw. die Aleviten, die eine deutlich fortschrittlichere und mit der westlichen Welt kompatiblere Weltsicht haben, aber innerhalb der muslimischen Gemeinde und auch teils innerhalb ihrer eigenen Gruppierung nicht als Muslime gesehen werden.

    Was also ist der hier gemeinte „wahre“ Islam, der von dem abweicht, was fast alle Muslime unter dem Islam verstehen? Und wie kann dieser gegen den Willen der Glaubensgemeinschaft etabliert werden? Das sind die Fragen, die jeder reformwillige Muslim als erstes beantworten muss.

  37. @Oliver – Mein Blogpost argumentierte ja gerade so, dass die Suche nach dem „wahren“ Islam unsinnig ist, da man den Islam nicht von dem trennen kann, was Muslime unter dem Islam verstehen. Und: Ja, na klar kann man eine Religion „missbrauchen“ um die eigene Vorstellung von dieser Religion anderen überzustülpen. Das ist es, was ich im Blogpost selbst Gotteslästerung genannt habe, weil Gott hier instrumentalisiert wird, um andere zu bevormunden und zu unterdrücken. Das ist es glaube ich, was @musta an „den selbsternannten bärtigen Führern“ ärgert. Und noch etwas: Kein Muslim „muss“ irgendwelche Fragen „erstmal“ beantworten, um sich für irgendwas zu rechtfertigen. Das wäre ja so, als ob man von mir als evangelischer, feministischer Christin „erstmal“ verlangen würde, mich für den Papst zu rechtfertigen oder mich mit ihm auseinanderzusetzen, bevor ich selbst etwas über Gott und Christentum sagen kann. Nein. Muss ich nicht. Und genauso wenig müssen das Muslime.

  38. AzUL

    @Antje
    „In Saudi Arabien ist die Vollverschleierung ein Problem, weil sie die Welt und die Öffentlichkeit „vermännlicht“, indem der Frauenkörper unsichtbar gemacht wird. Dagegen würde ein Verbot evtl. helfen“ dixit Antje Schrupp

    Das ist wieder mal eine westliche Klischee, die glücklicherweise nicht nicht das gringste mit der heutige Realität zu tun hat !

    ich war/bin letzte Jahre in Saudi Arabien und zwar mehr als eine Jahre ich kann widerlegen was Sie hier behaupten ! zu mindeste in der meinten saudische Städten sprich die Hauptstadt Riyad, aber auch Jeddah und andere Staedten ..

    ich sah kein unterschied zwischen die Frauen Dubai und die Frauen Riyad und Jeddah : es gab Frauen mit Niqab (Vollverschleierung) sind aber ich habe viele Frauen auf die öffentliche leben die nicht Niqab tragen !

    darum es ist fälschlich zu behaupten das die Frauen sind unsichtbar !

    es reicht schon wenn sie auf die erste und zweite offiziell saudische TV säender und die mit Frauen mit sichtbar Gesicht zu sehen ..

    Zur Info Es gibt mein Wissens kein Gesetzt in der Golf Staaten allgemein der verbietet ein Frau ihre gesicht zu zeigen , und sie zwingt ein Niqab zu tragen !

    und die ausländische Frauen sei aus Westliche Laender aber auch andere arabische oder asiatische Laender laufen mit alle Freiheit ohne Kopftuch (Haar frei ) !

    natürlich darf man nicht übertreiben das ist auch nicht wie in Stockholm oder Amsterdam aber immer hin mit relative Freiheit ,,,

    Ticonius

  39. @Ticonius – kann sein, ich kann das in der Tat nicht beurteilen, weil ich noch nie in einem dieser Länder war. Aber ich weiß, dass es Feministinnen in diesen Ländern gibt, die ein Verbot der Vollverschleierung begrüßen. Ich wollte mit dem Beispiel nur sagen, dass ich es bei dieser Frage wie bei anderen es falsch finde, absolute und verallgemeinerbare Lösungen und Forderungen aufzustellen. Also: Ich bin gegen ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland oder anderen westlichen Ländern, weil ich hier lebe und beurteilen kann, dass das unsinnig wäre. Aber das heißt nicht, dass ich mir nicht vorstellen könnte, in einer anderen gesellschaftlichen Situation vielleicht doch für ein Verbot zu sein.

  40. Daher habe ich ja „wahre“ in Anführungszeichen geschrieben, bezogen auf den Widerspruch, dass Der Islam missbraucht würde um den Islam zu implementieren. „Wahr“ meint daher also die persönliche Einstellung/Sichtweise, die in diesem Fall Musta hat, nicht bezogen auf den Islam an sich. Er drückt ja aus, dass nach _seiner_ Auffassung nicht der „wahre“ Islam von den „selbsternannten bärtigen führern“ gepredigt wird.

    Also bleibt die Frage bestehen, sowie die daraus folgenden. Wie steht er zur Gleichberechtigung der Frau? Was sagt er zu den Strafen der Scharia, und deren Stellung zu unseren Gesetzen? Wie steht er zu Homosexuellen, Ex-Muslimen oder Atheist_innen? Wie interpretiert er einschlägige Suren, und in welchem Verhältnis steht seine Einschätzung zu einer evtl. abweichenden eines Muftis? Toleriert er Mohammed-Karikaturen? Wie versteht die Teilung der Welt in das „Haus des Islam“ und das „Haus des Krieges“?

    Die Beantwortung dieser Fragen ist er jedem schuldig, der mit ihm ernsthaft über dieses Thema diskutieren will. Weil diese Fragen die ersten sind, die gestellt werden müssen. Das hat nichts mit einer Rechtfertigung für die Sichtweise anderer zu tun, sondern mit der Darlegung seiner eigenen. Genauso wie man Sie vielleicht fragen würde, wie Sie zum Kondomverbot in der Dritten Welt stehen.

    Und um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: „Der Islam“, verstanden als der Durchschnitt der Meinungen aller Muslime, beantwortet diese Fragen derzeit nur zur deutlichen allgemeinen Unzufriedenheit aller freiheitlich denkenden Menschen. Daher würde ich in diesem Sinne auch eine Trennung zwischen einzelnen Muslimen und dem Islam sehen. Darin liegt dann auch die zweite Frage begründet, inwiefern er Kritik am „Islam“ als unbegründet ansieht, wenn doch der Islam in dem obigen Verständnis weit mehr als kritikwürdig ist und es keinesfalls danach aussieht als würde sich an diesem Zustand in der näheren Zukunft etwas ändern.

    BTW, die Gotteslästerung als Straftatsbestand würde ich auch gerne schnellstmöglich abgeschafft sehen.

  41. Hierzulande geschieht es nicht so oft, dass einem vollverschleierte Frauen über den Weg laufen, daher handelt es sich eher nicht um ein gesellschaftliches Phänomen. Ein Verbot käme m.E. allenfalls für bestimmte öffentliche Bereiche in Betracht. Auch ein Kopftuchverbot würde nichts bringen, wäre wohl auch kaum mit rechtsstaatlichen Mitteln durchzusetzen (repressive Regime haben da ganz andere Möglichkeiten). Ich bin aber auch ganz zuversichtlich, dass die Attraktivität und das Integrationspotential der westlichen Gesellschaft groß genug sind, um zumindest den Niqab hierzulande ein Kuriosum bleiben zu lassen.

    Wenn „der Islam“ nun das ist, was „die Muslime“ unter dem Islam verstehen, dann geht das zu Lasten derer, die sich nicht artikulieren, also der schweigenden und friedlichen Mehrheit. Jedenfalls, solange eine Religion nichts anderes ist als das, was ihre Mitglieder in Summe tun. Wer es nicht erträgt, dass selbsternannte „bärtige Führer mit geschickt platzierten skils den islam missbrauchen“, der muss dagegen aktiv werden, beispielsweise eine Menschenkette von Berlin bis Istanbul bilden, wenn irgendwo im Namen Allahs gemordet wird. Und diese Führer zum Teufel jagen. 😉

    @Antje
    Wichtig ist doch, dass nicht weggeschaut wird nach dem Motto, damit habe ich doch nichts zu tun. Wenn Christen, Moslems oder Deutsche im Namen des Christentums, des Islam oder des deutschen Volkes morden, dann stehen alle Christen, Moslems oder Deutsche in besonderer, kollektiver Verantwortung.

  42. @Michael – Tja, mit dem „muss“ des politischen Aktivismus. Das ist so eine Sache. Ich finde ja auch, jeder Mann müsste sich erstmal klar und deutlcihnvon jeder Frauenfeindlichkeit glaubwürdig distanzieren und regelmäßig Menschenketten gegen Frauenunterdrückung weltweit organisieren, bevor er sich zu irgend etwas anderem politisch äußern darf. Aber, ach. Sie machen’s einfach nicht, die bösen … :))

  43. Nunja. Gehöre ich nun zur Schicksalsgemeinschaft der Männer? In dem Fall sähe es wohl böse aus. Die Zukunft ist schließlich weiblich. 😉

    Aber ernsthaft: könnte ich’s einem Vergewaltigungsopfer übel nehmen, wenn sie mich allein deshalb ablehnt, weil ich ein Mann bin? Oder würde ich mich bitterlich über diese Ungerechtigkeit beschweren? Was wäre, wenn mir gegenüber bei einer Bewerbung eine Frau bevorzugt wird aufgrund einer gesetzlichen Vorschrift, die nur deshalb existiert, weil andere (Männer) Frauen lieber am Herd sehen als im Konferenzsaal?

    Ich kann nicht mit Gewissheit sagen, was ich als Moslem tun würde, um das in Folge diverser Ereignisse doch recht negative Bild des Islam zu korrigieren. Ich kann auch nicht sagen, ob ich das überhaupt noch wollte, falls ich mich deshalb von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt fühlte. Ich weiß nur, dass es sichtbarer Zeichen bedarf, um der so genannten „Islamophobie“ entgegen zu wirken.

  44. Ich würde behaupten, dass es dringend notwendig ist, zwischen Religion und Mensch zu unterscheiden. Sogar: Es nicht zu tun wäre unverantwortlich und ungerecht.

    Auch reicht es nicht zwischen Religion und Mensch zu unterscheiden, sondern es gehört auch eine Unterscheidung in was die Religion in sich sagt (tut, ist, usw.), was die „Kirchen“ sagen, was der Klerus sagt, und was die Laien sagen.

    Die spezifische Behauptung „Eine Religion ist aber nichts anderes als das, was ihre Mitglieder in Summe tun.“ ist eine sehr irreführende Übervereinfachung, die „Religion“ auch in einem völlig anderen Sinn benutzt als diejenige, die zwischen Religion und Mensch unterscheiden wollen. (Selbst bei dieser Benutzung, jedoch, ist eine Trennung notwendig, da man sonst implicit die Mitglieder der Gruppe nicht individuell beurteilt, sondern eben als Gruppe.)

  45. @Antje : ja liebe Antje ich habe es verstanden, das Problem deine Gedanke wird ebenso von Frauen oder Männer, die aus nicht westliche Länder stammen :
    d.h sie sind für eine Verschleierung in der westliche Länder sei Frankreich oder Deutschland .. somit ist wie ein Stereo-Type Verurteilung aus beide Seite unter der Motto :
    Du als westliche Frau bist gegen ein verbot von Burqa in Deutschland und westliche Laender , jedoch du kannst gut für eine Burqa verbot unter andern in der islamische Länder !
    andere Frauen und Männer aus nicht-westliche laender stammen , sind dagegen fuer ein Burqa verbot in der westliche Länder !

    das ist eine interessante aber absurde Stereotype aus beide Seite : hier zu lande ja nein, aber dort ( bei euch ganz weit wo ich mich nicht auskenne ) Ja fuer ein Verbot !

    zum Schluss hier eine exklusive ganz neu beeindruckende Bild fuer dich liebe Antje die von letzte frische HRW Human Right Watch Bricht(auf die erste seite bitte) , wo der König der Saudi höchste persönlich mit die saudische Frauen Bewegung und Intellektuelle Aertze, Professoren und andere Frauen Eliten aus Busniess Area aufgenommen wurde ..
    das kanst ruhig suchen wievielt saudische Frauen Vollverschleierung Burqa tragen lol 🙂

    das ist glaube ich eine gute Darstellung der saudische Frauen in der heutige Zeit ..

    http://www.hrw.org/sites/default/files/reports/saudi0910arwebwcover.pdf

    Ticonius

    ps : es gibt überall Feministin fuer burqa verbot sind, aber ebenso Feministin gegen Burqa verbot .. das ist eine subjektive Meinung ! in Saudien auch !

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