„Fri“ heißt lieben

Gerade schickte eine Freundin dieses Zitat, das praktisch das Motto dieses Blogs wiedergibt. Es stammt aus dem Buch „Duft der Zeit“ von Byung-Chul Han (transcript Verlag, Bielefeld 2009,  S 38):

Frei-Sein heisst nicht einfach Ungebunden- und Unverbindlich-Sein. Frei machen nicht Entbindungen und Entbettungen, sondern Einbindungen und Einbettungen. Die totale Beziehungslosigkeit wirkt beängstigend und beunruhigend. Die indogermanische Wurzel fri, worauf Wendungen wie frei, Friede und Freund zurückgehen, bedeutet „lieben“. So bedeutet „frei“ ursprünglich „zu den Freunden oder Liebenden gehörend“. Man fühlt sich frei gerade in der Beziehung von Liebe und Freundschaft. Nicht Bindungslosigkeit, sondern Bindung macht einen frei. Die Freiheit ist ein Beziehungswort par excellence. Ohne Halt gibt es auch keine Freiheit.“

Ich kenne mich mit Etymologie nicht so gut aus, aber natürlich würde ich diesen Strang gerne verfolgen. Über sachdienliche Hinweise in den Kommentaren freue ich mich.

Ich bin Journalistin und Politologin, Jahrgang 1964, und lebe in Frankfurt am Main.

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