Schwangerwerdenkönnen und symbolische Ordnung

Dies ist Teil 3 der Reihe „Letz talk about Schwangerwerdenkönnen“

Das Schwangerwerdenkönnen ist ein realer Vorgang, das heißt, es gibt dabei einen materiellen Hintergrund: Im Körper einer Frau* wächst ein neuer Mensch heran und wird, wenn alles gut verläuft und von der Schwangeren gewünscht, nach einer gewissen Zeit geboren.

Doch in der gegebenen Realität (was ich mit dem Unterschied zwischen „Realität“ und „Realem“ meine, habe ich neulich beschrieben, am Ende dieses Blogposts) ist dieser Prozess der Schwangerschaft untrennbar mit einer bestimmen symbolischen Ordnung verwoben, wobei diese Ordnung gleichzeitig für die Betroffene vorgegeben ist, als auch von ihr verändert werden kann.

Diese symbolische Ordnung prägt dabei das Erleben aller Frauen*, also aller Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schwanger werden können, und zwar unabhängig davon, ob sie tatsächlich schwanger werden können oder irgendwann schwanger werden.

Ich zum Beispiel weiß nicht, ob ich schwanger werden kann, denn ich habe es nie ausprobiert (und werde es wohl auch nie erfahren), aber dennoch ist mein Heranwachsen ganz erheblich vom Schwangerwerdenkönnen geprägt gewesen. Vom Eintritt meiner Pubertät an war ich mit dieser Möglichkeit konfrontiert und musste mich damit auseinandersetzen.

Zum Beispiel verboten mir meine Eltern als Jugendliche bestimmte Sachen, etwa gemeinsames Zelten ohne Aufsicht mit Jungens, mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, dass ich schwanger werden könnte. Dabei spielte es keine Rolle, wie wahrscheinlich das wäre, der springende Punkt war, dass es nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden konnte.

In meiner Jugend, also ab Ende der 1970er Jahre, hing das Schwangerwerdenkönnen noch wie ein Damoklesschwert über dem Frausein, ich weiß nicht genau, wie das heute ist. Aber damals, zumindest auf dem Dorf, war das Schwangerwerden außerhalb des dafür vorgesehenen Eherahmens der größte anzunehmende Unfall, der einer Frau widerfahren konnte. „Heiraten müssen“ war eine gängige Formulierung dafür, dass mit dem Schwangerwerden ein schlimmer Lebensweg vorgezeichnet war, nämlich die Alternative, lebenslang mit einem Mann verbunden zu sein, den man möglicherweise nicht liebte, oder das ehrlose Leben einer „unehelichen Mutter“ zu führen. Also eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Entsprechend panisch erlebte ich Sexualität mit Jungs. Jedesmal, wenn sich die Menstruation um ein paar Tage verzögerte, durchlebte ich diese Panikphasen, und zwar allein, ohne mit jemandem darüber sprechen zu können. Auch dabei nützte es mir nicht viel, mir zu sagen – soweit mir die biologischen Vorgänge dabei bekannt waren – dass es sehr unwahrscheinlich wäre, dass ich schwanger bin. Für die Panik genügte es, dass ich es nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen konnte.

Später habe ich erfahren, dass diese Panik bei älteren Frauen oft noch viel krasser gewesen war. Denn ich wusste als Jugendliche immerhin, dass ich nur dann schwanger werden konnte, wenn in irgendeiner Weise männlicher Samenerguss involviert war. Andere waren weniger „aufgeklärt“ und hatten befürchtetet, dass vielleicht schon Küssen und Streicheln zu einer Schwangerschaft führen könnte.

Dass der allergrößte Teil dieser Panik nicht von dem realen Umstand des Schwangerwerdenkönnens verursacht war, sondern von einer symbolischen Ordnung, die bestimmte Geschlechterverhältnisse voraussetzte, wurde mir klar, als meine persönliche „kopernikanische Wende“ zu dem Thema eintrat. Mitte der achtziger Jahre, als ich zwanzig war, erfuhr ich von der Existenz der Frauenbewegung und damit von der Möglichkeit, abzutreiben. Ab diesem Zeitpunkt war alles anders und die Panik weg: Ich wusste, dass das Schwangerwerdenkönnen nicht bedeuten würde, dass mein Leben ab nun versaut wäre, sondern dass ich auch dann noch ein freier Mensch mit Handlungsoptionen wäre. Ich könnte nämlich abtreiben, oder ich könnte mich entscheiden, das Kind auszutragen ohne den Mann, mit dem ich Sex hatte, mein Leben lang am Hals zu haben. Von diesem Moment an war ich nicht mehr panisch, sondern nur noch leicht besorgt, wenn die Menstruation mal ein paar Tage ausblieb.

Die Frauenbewegung und die Idee eines freien weiblichen Umgangs mit einer eventuellen Schwangerschaft hat die symbolische Ordnung unserer Kultur auf ganz entscheidende Weise verändert, und zwar so, wie symbolische Veränderungen immer ablaufen: Als gesellschaftlicher Wandel, der einerseits objektiv vorhanden ist, gleichzeitig aber von jedem Individuum persönlich und subjektiv angeeignet werden muss. Die Idee des „Mein Bauch gehört mir“ musste in der Welt sein, damit ich überhaupt davon erfahren konnte, gleichzeitig aber musste ich auch tatsächlich davon erfahren und mir diese Idee aktiv aneignen, um davon profitieren zu können. Oder anders gesagt: Es ist ein sozialer Prozess, der erfordert, das eigene Beziehungsnetz und symbolische Bezugssystem zu verändern – ich akzeptierte nicht mehr die Autorität meiner Eltern oder der Dorfgemeinschaft in Bezug auf das, was ein eventuelles Schwangerwerden meinerseits bedeuten würde, sondern übertrug diese Autorität der Frauenbewegung beziehungsweise meinen feministischen Freundinnen.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch die Rolle meiner männlichen Sexualpartner dabei. Ich hatte nie verstanden, warum sie mit diesem ganzen Vorgang so unbeteiligt umgehen konnten, warum also so viele Männer, mit denen ich schlief, keinen gesteigerten Wert auf Verhütung legten. Sie schienen diese Panik nicht zu kennen, obwohl sie von einem eventuellen „heiraten müssen“ doch ebenso betroffen gewesen wären, wie ich. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie das Thema verdrängten (und von der symbolischen Ordnung dazu ermutigt wurden, es zu verdrängen), oder ob es daran lag, dass es für sie tatsächlich ein äußerliches Thema war, weil es ja nicht ihr Körper wäre, der schwanger würde. Vielleicht war mein eventuelles Schwangerwerden für sie ein Problem wie jedes andere, aber kein so existenzielles wie für mich.

Später habe ich allerdings auch Männer kennengelernt, die ebenso panische Angst vor meinem Schwangerwerden hatten wie ich selbst, sogar noch größere: Denn nach meiner kopernischen Wende wären sie im Fall der Fälle ganz meiner Entscheidung ausgeliefert, was ich ihnen mit feministischem Furor auch unmissverständlich klar machte. Von dem Moment an, wo ich Feministin geworden war, hätte kein Mann mich mehr dazu bringen können, ein Kind auszutragen, das ich nicht gewollt hätte, oder dazu, ein Kind abzutreiben, das ich gewollt hätte.

Ich denke, dass dieser radikale und reale Unterschied zwischen Frauen* und Männern*, also dass die einen schwanger werden können und die anderen nicht, ein wirklicher Konflikt ist, der nicht so leicht gelöst werden kann. Der reale Vorgang des Schwangerwerdens bedeutet, dass die letzte Entscheidung über das Austragen eines Kindes allein bei der schwangeren Person liegt, denn es ist ein Vorgang, der sich innerhalb ihres Körpers abspielt. Ohne die Anwendung von purer Gewalt oder die Installation einer gewaltförmigen symbolischen Ordnung, die die Freiheit von Frauen* prinzipiell einschränkt, ist an dieser Tatsache nichts zu ändern.

Mit der kopernikanischen Wende, die die Frauenbewegung in Bezug auf das Schwangerwerdenkönnen gebracht hat, hat unsere Kultur einen sehr gewaltigen Schritt in Richtung auf mehr weibliche Freiheit getan. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Die ganzen offenen Debatten rund um die Elternschaft lesbischer und schwuler Paare (was zwei sehr unterschiedliche Angelegenheiten sind), um biologische versus soziale Vaterschaft, um die Organisation von Kindererziehung und so weiter und so fort hängen letztlich mit diesem Konflikt zusammen.

Meine Vermutung ist, dass wir hier gute Lösungen nur finden werden, wenn wir uns diesem Konflikt stellen, also die körperliche Geschlechterdifferenz in Punkto Schwangerwerdenkönnen thematisieren – anstatt sie, wie derzeit oft üblich, unter einem „neutralen“ Labels namens „Elternschaft“ zu verstecken.

(Titelfoto: adesigna/cc/Flickr.com)

13 Gedanken zu „Schwangerwerdenkönnen und symbolische Ordnung

  1. Meine allergrößte „Panik“ war nicht die der unerwünschten Schwangerschaft, sondern die der absoluten Einsamkeit… Weil ich eben als junge Frau nicht das tat, was fast alle Frauen in meinem Alter taten….sich (sexuell) mit Männern einzulassen…

  2. Ok, wenn mein Kommentar auch ein bisschen am Thema vorbei ist, möchte ich mich trotzdem diesbezüglich auf deinen Artikel einlassen, insofern ich behaupten möchte, dass die Freiheit einen anderen Menschen willentlich zu töten immer besteht und bestanden hat. Schade ist es meiner Meinung nur, wenn eine Frau sich dafür entscheidet, gerade den Menschen zu töten oder töten zu lassen, der ihr am meisten ausgeliefert ist. Schade ist es, wenn der Blick für andere Zukunftsmöglichkeiten so verstellt ist, dass keine Alternative möglich scheint.

  3. Interessant, Antja, dass du das Schwangerwerdenkönnen anscheinend immer primär als etwas Unerwünschtes, Problembehaftetes, potenziell Freiheitsberaubendes gesehen hast – wobei du den sozialen und symbolischen Hintergrund, vor dem das geschah, ja sehr genau beschrieben hast. Der ist bei uns beiden nicht so verschieden – wir sind ungefähr gleich alt -, und ich kenne diese Befürchtungen aus der Pubertät und danach durchaus. Sehr viel präsenter ist für mich allerdings die Erinnerung, dass ich schon als sehr kleines Mädchen, lange vor der Pubertät, vermutlich noch vor der Einschulung, dachte, was ich für ein Riesenglück habe, irgendwann mal Kinder bekommen zu können und dass sie in meinem Bauch wachsen und dass ich sie zur Welt bringen werde – und dass die Jungen wahrscheinlich wahnsinnig neidisch sein müssen, dass sie das nicht können. War das jetzt schon eine Folge der herrschenden symbolischen Ordnung und der Mutterglückideologie? Ich weiß es nicht. Aber so klar mir war, dass ich mit dem Schwangerwerdenkönnen ein gigantisches Potenzial hatte, so klar war mir auch, dass ich dabei immer arbeiten, immer unabhängig sein wollte.
    Diese Fixierung, insbesondere der deutschen Frauenbewegung auf die Abtreibunsgfrage (und das Gewaltthema) war mir von daher gefühlsmäßig immer fremd. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ oder ein funktionierendes System qualitativ guter Kinderbetreuung, was ja in den 70er und 80er Jahren hierzulande praktisch überhaupt kein feministisches Thema war, soweit ich das überblicke, sind mir für die Freiheit von Frauen, wenigstens seitdem es sichere Verhütungsmittel gab, immer sehr viel bedeutsamer vorgekommen als die Frage, ob ich mich vor einer Abtreibung beraten lassen muss oder nicht. (Ich verstehe, dass man daraus eine Prinzipienfrage machen kann, ich hab nur persönlich anderes wichtiger gefunden und von daher da emotional immer etwas gefremdelt.) Nachdem ich nun die Beiträge deiner Reihe „Letz talk about Schwangerwerdenkönnen“ gelesen habe, frag ich mich, ob diese Fixierung nicht viel damit zu tun hatte, diese (einzige) Differenz zu tilgen, wobei es dann eben nicht um das Schwangerwerdenkönnen, sondern um das (Nicht-)Schwangerwerdenmüssen ging. Und ob das dann nicht ein – inerhalb der gegebenen symbolischen Ordnung nachvollziehbarer – Weg der Angleichung an Männer ist, der zwar mit einem persönlichen Freiheitsgewinn einhergeht, aber um den Preis, die zentrale Differenz irgendwie einzuebnen, anstatt sie wirklich ernst zu nehmen. Anders gesagt: Wenn sichere Verhütungsmittel und Abtreibungsmöglichkeiten verfügbar sind, spielt das Schwangerwerdenmüssen als Differenz nicht mehr diese Rolle. Aber was ist mit dem Schwangerwerdenkönnen – im Hinblick auf Leihmutterschaft und andere Formen künstlicher Reproduktion, aber auch im Hinblick darauf, dass Frauen heute älter werden und der Anteil ihrer potenziell reproduktiven Jahre nur noch bei der Hälfte bis einem Drittel ihrer Lebenszeit liegt? Und auch im Hinblick auf den realen Machtzuwachs von Frauen, den du oben beschreibst.

  4. „Elternschaft“ ist doch lediglich ein inkludierender Begriff, der deutlich manchen soll, dass Frauen UND Männer für Kinder zuständig sein und Verantwortung tragen sollen (und tragen dürfen sollen). Niemand leugnet, dass Schwangerwerdenkönnen ein „weiblicher Fakt“ ist.

    Mir ist nicht klar, worauf du hinaus willst. An der unterschiedlichen Betroffenheit von Schwangerschaften wird sich nichts ändern lassen – jedenfalls nicht, so lange Schwangerschaft nicht komplett aus Körpern ausgelagert werden kann. Darüber wird allerdings schon nachgedacht und geforscht:

    Die künstliche Gebärmutter – Maschine statt Mama (lang, aber sehr interessant!)
    http://www.doku-one.de/die-kuenstliche-gebaermutter-maschine-statt-mama

    „Grausige Voraussage“ für die schöne neue Welt: Ektogenese in Sicht – Die künstliche Gebärmutter macht Frauen und Männer gleichermaßen an
    http://www.heise.de/tp/artikel/15/15553/1.html

    Nun würden auch dann Frauen immer noch „einfach so“ schwanger werden können, doch würden sich vermutlich Langzeit-Verhütungsmethoden mehr etablieren – oder Frauen lassen vermehrt Eier einfrieren und sich dann sterilisieren.

    Aber das ist es vermutlich nicht, was dir als „gute Lösung“ vorschwebt!

  5. Ich habe auch früher die Erfahrung gemacht, dass viele Männer überhaupt keine Panik im Bezug auf Schwangerschaft haben, wobei ich am „allertollsten“ diejenigen finde, die einem lang und breit erklären, ein Kind gehe ja gerade gaaar nicht, aber gleichzeitig keinen Gedanken an Verhütung verschwenden, wenn sie mit einer Frau Sex wollen. Ich glaube, das hat zum einen mit der unterschiedlichen Erziehung von Jungs und Mädchen in dem Bereich zu tun, aber auch damit, dass Männer eben nicht davon ausgehen müssen/mussten, im Falle einer Schwangerschaft die Frau und/oder das Kind für immer an der Backe zu haben, sondern es gab und gibt für sie auch die durchaus reale Möglichkeit sich einfach aus dem Staub zu machen. Dann müssen sie vielleicht später Unterhalt dafür zahlen, aber ansonsten muss das ihr Leben nicht weiter tangieren. Ich habe einen Cousin, der das genau so gemacht hat, und der wird dafür nicht mal groß kritisiert, sondern es wird noch über die Mutter seines Kindes hergezogen, dass die ihm „ein Kind angehängt“ hätte. Über diesen Ausdruck „jemandem ein Kind anhängen“ könnte ich mich jetzt noch seitenlang aufregen, aber ich lass das jetzt mal. Bei einem Mann, der ein uneheliches Kind hat, muss das ja auch nicht jeder erfahren, das lässt sich leicht verheimlichen. Eine Frau hat diese Möglichkeiten ja normalerweise nicht, der sieht jeder die Schwangerschaft an und auch das Kind lässt sich kaum verstecken.

  6. Sehr gut beschrieben. Für mich war die Aktion „Mein Bauch gehört mir“ ein Schlüsselerlebnis. Denn dass ich darüber selbst entscheiden kann, stand für mich nie in Frage. Der Schock war, zu erfahren, dass dies durch Gesetze beschnitten war. Ich selbst hätte wahrscheinlich nie abgetrieben, da ich mir immer sehnlichtst ein Kind wünschte (und als das dann kam, auch alleine großzog). ich verstand und verstehe aber Frauen immer, wenn sie dies nicht wollen. Dieses Recht muss jeder Frau zugestanden werden – ohne Einschränkung.

    Dass Männer dies lockerer sehen ist für mich nachvollzeihbar, denn sie haben nicht das Gefühl für dieses Lebewesen, das im Bauch heranwächst, zu 100% verantwortlich zu sein. Das hat sich zwar geändert, aber noch nicht „flächendeckend“ bis zu der Stufe, wie dies bei Frauen wirkt. (wie immer: Ausnahmen bestätigen die Regel).

    Hier sind aber beide Geschlechter gefragt: Die Frauen zum Loslassen und die Männer zum Zugreifen:“Meine Vermutung ist, dass wir hier gute Lösungen nur finden werden, wenn wir uns diesem Konflikt stellen, also die körperliche Geschlechterdifferenz in Punkto Schwangerwerdenkönnen thematisieren – anstatt sie, wie derzeit oft üblich, unter einem „neutralen“ Labels namens „Elternschaft“ zu verstecken.“

  7. @Karin – nein, ich habe nicht nur die problematischen Seiten des Schwangerwerdenkönnens gemeint, sondern ich schreibe ja zum Beispiel, dass es auch zu Konflikten kommen kann, wenn eine Schwangere das Kind gebären möchte, der Mann, mit dem sie Sex hatte, aber nicht.

  8. @AntjeSchrupp:

    „…wenn eine Schwangere das Kind gebären möchte, der Mann, mit dem sie Sex hatte, aber nicht.“

    Diese Konflikte können natürlich auch nur existieren, weil für den Mann ein ziemlich umfangreicher Repressionsapparat existiert, welcher ihn dazu zwingen kann, einen Teil seiner Lebenszeit dem Kind zu opfern.

    Hätte die Entscheidung der Schwangeren keine unfreiwilligen Folgen für den Vater, gäbe es hier keine Konflikte.

  9. @ sicariinan5 – “ Hätte die Entscheidung der Schwangeren keine unfreiwilligen Folgen für den Vater, gäbe es hier keine Konflikte. “

    Dazu ein interessanter Text:
    „Ein Plädoyer für Adoption und gegen Zwangs-Elternschaft“

    http://www.futuristen.de/hurra.htm

  10. @Ute Plass bei den Futuristen wäre ich doch etwas vorsichtig.

    Ihr Motto „Lust ohne Strafe“ erinnert mich an die Pädos (Indianerkommune etc.),
    die in den 80ern die Grünen aufgemischt haben.

    Natürlich würde eine anonyme Geburt Leihmutterschaft und das Geschäft mit Babies begünstigen (im schlimmsten Fall Kinderhandel/Diebstahl verschleiern).
    Kinderhandel hat aber auch meistens etwas mit Kindesvergewaltigungen und Kinderprostitution zu tun.

    Für arme Frauen und deren Kinder könnte so das Schwangerwerdenkönnen zur schlimmsten Ausbeutung, die ich mir als Mutter nur vorstellen kann, werden.

    I

  11. @Valerie –
    Mir ging es bei diesem Text weniger um die Fragen zur anonymen Geburt, sondern um den Hinweis der bewussten und freien Annahme eines Kindes und Übernahme von Sorgeverantwortung. Diese stellt sich nicht qua Schwangerschaft und Geburt automatisch ein und kann auch nicht von Frauen/Männern, die „biologisch Mutter/Vater geworden sind, erzwungen werden.
    Das dürfte in diesem Text mit „Lust ohne Strafe“ gemeint sein. Verantwortlicher Umgang mit Lust, egal welcher, wird dadurch ja nicht in Abrede gestellt.

    Die Entscheidung für Kinder zu sorgen ist, nach Auffassung der Autorinnenen dieses futuristischen Textes, eine gesamtgesellschaftliche. Das sehe ich auch so und plädiere für ein existenzsicherndes Ein/Auskommen von Lebensbeginn an, vielfältige Betreuungs/Bildungsangebote und und und….

    Meine Hoffnung ist, dass, wenn wir solche sorgenden Verhältnisse entwickeln könnten, der Ausbeutung von Menschen durch Menschen der ’nährende Gewaltboden‘ entzogen würde.
    Klar: Eine schöne Utopie. Und eine hochnotwendige dazu, wie ich meine. 🙂

  12. Ich habe die Indianer-Kommune noch live erlebt.
    Wesshalb ich, vielleicht auch zu Unrecht, hinter diesem Pamphlet pädohile Interessen erkenne. Die Wortwahl ist sehr ähnlich. Auch damals wurde von Zwangselternschaft, von Lust ohne Strafe, von befreiter Sexualität, von Entkoppelung biologischer Elternschaft zu sozialer Elternschaft, von Anomysierung der Geburt geredet.

    Der einzige Unterschied war damals, dass Kindersex nicht tabuisiert war.
    Ich empfand mich bei den Auftritten der Indianer immer gedemütigt, denn es war für mich nicht Recht was sie forderten aber niemand stand auf und trat ihnen entgegen.
    Einmal bin ich dann doch aufgestanden und habe das Podiumsmikrofon genommen, vor hunderten von Leuten, um mich gegen sie zu wenden. Nun ja, ich wurde übel ausgebuht, Ich war damals gerade 17 Jahre. Heute als erwachsene Frau, sage ich mir: wehret den Anfängen!

    Ich möchte nicht behauten, dass die Futuristen Pädophile sind, genauso wenig wie die Grünen in ihrer Gesammtheit es damals waren, aber sie bedienen/bedienten eindeutig pädophile Interessen.

  13. Pingback: Letz talk about Schwangerwerdenkönnen | Aus Liebe zur Freiheit - Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz

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