Neonorangener Feminismus

Wenn ich ein Buch empfehle, das weitgehend im generischen Maskulinum geschrieben ist, das gleich am Anfang behauptet, Feminismus bedeute, dass Frauen die gleichen Rechte haben wollen wie Männer, das mit der Aufforderung „Geh wählen!“ endet und „Das Spiel von Eis und Feuer“ als Roman für das feministische Herz anpreist – dann wundert Ihr euch wahrscheinlich.

Trotzdem finde ich das Feminismusbuch von Julia Korbik „Stand Up – Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene“ nicht schlecht. Mir wurden zwar beim Lesen meine nun fast fünfzig Jahre ziemlich bewusst, und das eben nicht nur weil die blassgraue Schrift für meine inzwischen gleitsichtbebrillten Augen etwas mühsam war, sondern auch weil die alte Besserwisserin in mir immer mal wieder die Hände über dem Kopf zusammenschlug.

Aber vor allem für zwei Zielgruppen ist das Buch wirklich ein Tipp.

korbikErstens mal für jüngere Frauen und Männer, die eine handliche Einführung haben wollen, sowohl in die Geschichte der Frauenbewegung, über die verschiedenen Ideen und Ansätze der einschlägigen „Grande Dames“ und über alles, was derzeit dazu so diskutiert wird.

Das Buch ist aber auch noch für eine zweite Zielgruppe sehr interessant, und zwar für die älteren Feministinnen, die sich immer fragen, wo denn „die jungen Frauen“ feministisch so stehen und was sie umtreibt.

Julia Korbik bildet nämlich sehr ausführlich die feministischen Netzdebatten der vergangenen zwei, drei, vier Jahre ab, inklusive Vorstellung einiger Akteurinnen, ihrer Blogs. Alle, die sich darüber mal schnell schlau machen wollen, ohne tagelang das Internet zu durchforsten, sind mit dem Buch ebenfalls bestens bedient.

Insofern ist es auch ein gutes Geschenk: Für eure Töchter, Enkelinnen, Nichten oder auch für eure örtliche Frauenbeauftragte.

Julia Korbik: Stand Up. Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene, Rogner und Bernhard, 415 Seiten, 22,95 Euro.

5 Gedanken zu „Neonorangener Feminismus

  1. Schade – ich wollte dem Link zu „das Spiel von Eis und Feur“ (https://antjeschrupp.com/2013/01/23/die-neue-lust-auf-patriarchat/) folgen und bekam statt dessen diese Warnmeldung angezeigt:

    „Dieser Verbindung wird nicht vertraut Sie haben Firefox angewiesen, eine gesicherte Verbindung zu antjeschrupp.com aufzubauen, es kann aber nicht überprüft werden, ob die Verbindung sicher ist.

    Wenn Sie normalerweise eine gesicherte Verbindung aufbauen, weist sich die Website mit einer vertrauenswürdigen Identifikation aus, um zu garantieren, dass Sie die richtige Website besuchen. Die Identifikation dieser Website dagegen kann nicht bestätigt werden.
    Was sollte ich tun?

    Falls Sie für gewöhnlich keine Probleme mit dieser Website haben, könnte dieser Fehler bedeuten, dass jemand die Website fälscht. Sie sollten in dem Fall nicht fortfahren.“

    Gibt es irgendeine andere Möglichkeit, den in diesem Link veröffentlichten Text zu lesen?

    mit freundlichem Gruß
    Ulrike

  2. Schön, ich bin auch bei diesem Link stecken geblieben und habe ihn jetzt nochmal geklickt, danke 😉

    Das Buch wurde mir kürzlich schon mal empfohlen, und auch diese Person, die mir das Buch empfahl, fand es irritierend, dass „Game of Thrones“ da so gut bei weg kommt, O-Ton war „geht gaaar nicht“.
    Da hilft ja nur eins:
    Angucken. Bisher ist das an mir vorbei gegangen, weil ich nicht so auf Fantasy/Schwertkampf/Mittelalterthematik…stehe.
    Aber jetzt sind wir in der Mitte der ersten Staffel – und tja, ich finde tatsächlich, dass man aus feministischer Sichtweise dem ganzen durchaus was abgewinnen kann.
    Mal sehen wie es weiter geht.
    Aber Ihr habt ja „drüben“ in dem anderen Artikel schon ausgiebig darüber diskutiert 😉

    Meinst Du mit „alte Besserwisserin in Dir“ dass Du tatsächliche Fehler gefunden hast, z.B. historische Fakten, die falsch dargestellt wurden, oder sind es mehr Schlussfolgerungen und Interpretationen, die Dich die Haare raufen lassen?

  3. @Sternenguckerin – zur Besserwisserin: das meint die Schlussfolgerungen und Interpretationen, die Fakten sind soweit ich das beurteilen kann korrekt 🙂

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