Dilbert hat auch nicht immer recht

Zufällig bin ich neulich darüber gestolpert, dass Scott Adams nicht nur Dilbert-Comics malt, sondern auch einen Blog schreibt. Unter anderem meint er, es wäre wichtiger, schön zu sein, als klug. Für einen Mann mag das vielleicht stimmen, für eine Frau nicht, meine ich.

Das verbloggte ich allerdings drüben.

2 Gedanken zu „Dilbert hat auch nicht immer recht

  1. Die Frage ist für mich sicher leichter zu beantworten, da ich beide soziale Rollen lebe: als Mann, wie auch als Frau. Als Frau ist mein Passing so, dass sie mich dort wo ich bin eher nicht mehr weglassen wollen. Also die Besten Vorraussetzungen für eine Annäherung der gestellten Frage aus Erster Hand,
    aus einer Person heraus. oops!

    Die Frage ist ja so gestellt, dass eine Gewichtung geprüft werden soll.
    Ich formuliere die Frage um:
    Welches Werkzeug nimmst Du mit, wenn Du erfolgreich sein möchtest (ich unterstelle ökonomischen Erfolg, das ist leider in der Frage nicht beinhaltet).
    Du darfst also nur auswählen: Klug ODER Schön.

    Um die Frage befriedigend beantworten zu können, müssen wir wenn wir Klug auswählen als Aussehen unauffälig als Parameter eintragen. Häßlich hätte hier schon wieder eine Verzerrung des Bildes und bedüfrte eines eigenen Vergleiches.

    Wir unterstellen also für Klug und Schön wenn nicht ausgewählt unaufälliges Mittelmaß.

    Mann: Klug vs. Schön
    Es ist ein Trugschluss zu glauben, das gutaussehende Männer keine Vorteile haben, diese sind immens.
    Nur sind diese undercover, sie werden nur im Nahkampf wahrgenommen und auch Privilegien die der gutaussehende Mann bekommt werden „undercover“ übermittelt.
    Vom schwulen, bisexuellen (Vorgesetzten, Chef) Mann sowieso, da er sich meist nicht outen will in einem heteronormativen Umfeld.
    Der gutaussehende bekommt vom schwulen oder bisexuellen Chef aber eher eine Beförderung, als der mittelmässige, der gleiches leistet.
    Besonders dann wenn die Firma auch nach außen wirken will, sprich werben will für sich.
    Der häßliche wird dann befördert, wenn der Chef keinen Nebenbuhler in seinem Harem möchte. Hier ist es egal ob er hetero, bi oder schwul ist. Dass ist aber kein Vorteil per se, sondern ein Synergieeffekt eines Umstands und eine Ausnahme.
    Aber nicht nur von Männern, auch von Frauen bekommt der Mann Vorteile, von den verheirateten Frauen besonders, dann ebenfalls „besonders“ undervover versteckt, und hier ist das „Geschenk, der Vorteil“, sogar meist noch höher dotiert, da das Schweigegeld mit beinhaltet ist.
    Für einen Mann scheint es nur so, dass Schönheit weniger bringt, Da nicht darüber geredet wird, dadurch diese Schönheit im „Markt“ im Wert nicht sichtbar steigt, unsichtbar im Wert ist.
    „Geredet“ oder „verhandelt“ wird Männerschönheit nur im Modebereich, auf dem Laufsteg, im Werbebiz. Im Alltag ist es die unausgesprochene Wertigkeit, die einfach wirkt, ohne dass man darüber spricht. Ausnahme: die Frau die den Mann begehrt, und anbaggert, ganz offiziell, Nur die ist wiederum die Ausnahme von den 200 anderen Kolleg_innen, mit denen der Mann in einem Bürokomplex einer Firma zu tun haben könnte. Nur um diese Metapher als Gesellschaft heranzuziehen.

    Der entscheidende Punkt für mich in diesem Rennen zwischen Klug und Schön für den Mann ist, dass es für Kluge wenige Jobs ganz oben gibt. Die Pyramide wird da immer schmaler, wo sich allein der Parameter „klug“ gewinnbringend verwerten läßt, unten in den breiteren Bereichen der Pyramide, wenn Klugheit immer unwichtiger wird, ist aber viel Platz zum Aufsteigen für Schöne.
    In der Masse ist also mehr Bewegung für Schöne in der breiteren Pyramidenstruktur ein entscheidendes Stück nach oben zu rutschen durch ihr Aussehen.
    Von den sehr Klugen sind mehr vorhanden als sie gebraucht werden. Diese Plätze die hier zu besetzen sind, sind begrenzt.

    Daher würde ich auf jeden Fall die Schönheit wählen als Mann, ohne nur einmal zu überlegen.

    Diese bringt mir Anerkennung abends im Cafe, im Schwimmbad, an der Hotelbar, beim Einkaufen beim Flirt mit der Verkäuferin, bei der Geliebten und bei der Nachbarin, die mir immer Kekse zu Weihnachten einpackt.
    Dagegen ist ein einsamer hochdotierter Job im ThinkTank des obersten Stockwerks der Chefetage doch ein Nichts.
    Und ja – hier habe ich das Lebensglück mit in die ökonomische Rechnung aufgenommen.
    Das ist dann legitim, wenn ich Geld spare für Antidepressivas, Burn-Out-Verdienstausfälle, die anschließende Scheidung wegen Frust, Verlust des Hauses und wohnen in der Harz IV Wohnung, nachdem mein Chef meinte, er wird jetzt lieber Gärtner und verkauft alles.
    Will sagen: Wird mir der Vorteil entzogen, meine Klugheit zu konvertieren, in der Wirtschaft, evt. weil ich irgendwo meine Verbindung verliere zu meinen Menschen, die meine Klugheit brauchen, sehe ich extrem alt aus in allen anderen Lebensbereichen. Roger Moore lässt das kalt, er bekommt auch in hohem Alter noch Besuch und grinst unangestrengt verschmitzt die hübschesten Frauen an, ohne einen Finger zu rühren oder zu sagen. (Ist er klug ? => wen interessiert es)

    Frau Klug vs. Schön

    Hier ist es noch einfacher, da hier die Schönheit nicht undercover verhandelt werden muss, sondern sie einen direkt sichtbaren Marktwert hat.
    Die Messe-Hostess wird von allen Firmenchefs und Assistenten angebaggert, ohne das diese sich gegenseitig dafür schämen oder verstecken müssen, die Nachfrage lässt den Preis ins unermessliche steigen, sobald das „Stückgut der Ware“, ja das war Absicht 🙂 in der richtigen Auslage liegt.
    Den Preis pushen geht über verschiedenste Kanäle, heute ist Marketing für schöne Frauen ständig und überall möglich.
    Früher benötigten sie da Helfer, die ihnen die Tür ins Business öffneten, der Verlag, der endlich das Buch auflegt, der Chef der die Empfehlung schreibt, der Musiker der die Vebindung knüpft zum Label und zum Vertrag usw. – das war früher sehr wichtig, auch für hübsche Frauen, ohne Vitamin B saßen diese hinter dem Ofen und keine hat sie entdeckt. Und: Entdeckt wurden sie (meist) nur weil sie hübsch waren, wenn sie dann noch etwas konnten, war es perfekt. Eine unauffällige Frau wird schwer entdeckt, früher fast gar nicht und heute zwar schon etwas eher aber hübsche fallen bedeutend mehr auf, und es gibt nicht endlos Möglichkeiten und freie Plätze da oben. Nur für Kluge Frauen weit oben sind sehr wenige Plätze da, für hübsche und normal intelligente aber schon sehr viele Plätze – klar dass diese Masse dann von eher hübschen Frauen belegt wird, und die unauffälligen und mittelmässig intelligenten noch weiter nach unten rutschen. Von den rein quantitativen Möglicheiten also schon besser die obere MIttelschicht zu avisieren, als den Olymp. Das geht hübsch bedeutend einfacher und geräuschloser. Die hübschen verdrängen also die unaufälligen, keine Frage.

    Wenn wir also die Pyramide nehmen, mit den vielen Möglichkeiten in der mittleren Ebene, wo sie noch breit ist, was ökonomische Vorteilsplätze in jeder Variante beschreiben soll, haben wir für die hübschen klare Vorteile, sie bekommt den schönsten Tisch im Cafe zugewiesen, und der Ferrari-Fahrer entdeckt sie schon vom Eingang aus und lässt ihr einen Cocktail kommen.

    Klugheit spielt für die Frau desshalb auch eine nicht so grosse Rolle, da die Frau einen offen verhandelten Marktwert im Patriarchat bedeutet. Männer definieren sich im Patriarchat über Anerkennung von anderen patriarchen Männern, die nichtpatriarchen Männer sitzen meist nicht in den Managerabteilungen, da sie eher am Kochkurs teilnehmen und in einer WG wohnen…., wil sagen, ökonomisch wichtige Positionen werden vom Patriarchen eingenommen, der schmückt sich mit hübschen Frauen wie mit seiner Rolexuhr, um von anderen (patriarchisch denkenden) Männern Anerkennung zu bekommen. Sein Wert steigt nochmal in seiner Männerriege, wenn er sein Starlet abends zur Geschäftsbesprechung mitbringt.
    Was will dieser Mann mit einer klugen Frau ?
    Seinen Wert der Firma steigern ? Nein es geht um ihn, und wenn es um eine Frau geht, geht es um seine Person.
    Betriebsmittel, die seine Firma hochheben durch Klugheit, kann er auch mit Männern besetzen, dazu braucht es keine Frauen.
    Und schon der Personal-Entscheider, sorgt für das richtige Klima: Hübsche Frauen werden bevorzugt, für den „Normalfall“, wenn die Frau nicht gerade rechnen muss wie Einstein, oder der Job etwas ganz spezielles erfordert.
    Die Sektretärin im Chefzimmer ist hübsch. Punkt. Oder die Chefin ist der Chef und entscheidet. Aber dann ist sie auch hübsch. Weil die Chefin sich eben auch gerne sich mit hübschen Frauen umgibt, Vielleicht ist sie bi oder lesbisch, und/oder sie will die Firma gut repräsentiert wissen. Die Dame am Empfang…
    Den Effekt, dass eine Chefin eine hässliche Frau einstellt, um evt. ihre eigenen Chancen zu erhöhen, ihre Reichweite bei Männern in der Firma zu erhöhen – das kommt vor, ist aber eher die Ausnahme. Genauso ist es eher die Ausnahme, aus 10 Bewerberinnen, eine unauffällige einzustellen, weil sie extrem klug ist, und nicht die hübscheste von den 4 hübschen von den 10 zu nehmen. Die anderen 5 kamen eh nicht in Frage.

    Frauen müssen hübsch sein, klug sein ist eine Option. Keine Bedingung. Desshalb ist hübsch dann zu wählen, wenn ich die Wahl habe. Im Kapitalismus ist eine hübsche Frau eine Ware, nichts anderes sehen wir jeden Tag überall (Werbung einschalten) und desshalb kann ich, wenn ich mich als Frau prostituiere – auch eine Ehefrau prostituiert sich, wenn sie ihren Mann erpresst, dass er mit ihr endlich auf die Seychellen fahren soll und wochenlang schmollt, das Wort Ehenutte dürfte auch bekannt sein, böse böse, aber Überzeichnungen müssen sein um den Sachverhalt besser darlegen zu können.
    Für kluge, unaufällige Frauen ist es wahrlich besser als für durchschnittlich intelligente und unauffällige, aber durchschnittlich intelligente und hübsch ist absolut probemlos für ein sorgenfreies Leben als Frau, und wichtig:
    Oft ist hübsch und klug zusammen schon schädlich, da es das hübsche anfängt zu „neutralisieren“:
    Beides ist in der Tat meist schwer zu konvertieren ökonomisch, Frauen die hübsch und klug sind, verschweigen lieber ihre Klugheit; Lasziv, naiv, obszön, Erotik und Klugheit schliessen sich für manche Männeraugen absolut aus, das ist nur ein scheinbares Paradoxum, es beweist dass hübsch das Feuer ist, und Klugheit das Wasser. Und der Winter in dem ein Mann friert ist lang.
    Er möchte sich wärmen, ständig und immer. Trinken muss er nur gelegentlich.
    Nicht umsonst gibt es diese Klischee einer Marilyin Monroe oder Brigit Bardot,
    Die beide alles andere als dumm waren, aber klug genug sich naiv zu produzieren, um nochmals ihre Schönheit zu pushen.
    Da irritiert, stört Klugheit nur, lenkt von den Lippen, vom Schmollmund ab. wenn der Mann, auch die Frau, sich auf den Sinn von Worten konzentrieren soll, da genügt ein Hauchen, ein Stöhnen.
    Daniela Katzenberger hat hier gut gelernt. Ein David Gilmour hätte eine Kate Bush nicht entdeckt, wenn sie ausnahmslos hübsch gewesen wäre, dass sie eine begnadete Sängerin dazu noch war, spielte erst nach dem Schubs ins Musikbiz für sie selbst eine Rolle, aber nicht für den Mann, der sie schubste.
    Tori Amos, eine begnadete Künstlerin und Kate Bush Vereehrerin, die Kate Bush imitiert, ohne das es die Hörer direkt bemerken, hat Erfolg, und ihr Können reicht deshalb nicht zum Superstar, da ihr die entscheidenden Grade der Aura der Schönheit fehlen.
    Dann bleibt das Können und die Klugheit – ist doch auch wenigstens etwas.
    Kate Bush

    Tori Amos

    Für mich selbst, in meiner Wahrnehmung bedeutet beides sehr viel: Schönheit ist wie Marzipan und Intellekt wie Rosinen – ich geniesse beides gerne, zusammen ist es rund und bezaubernd, für sich jeweils allein aber nicht weniger süss und lecker. Jasmin.

    Dieser Kommentar wurde auch hier veröffentlicht:
    http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=31&t=591&p=977#p977

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