Musste Hannah Hayes diesen Mann erschießen?

In der siebten Folge der siebten Staffel der Fernsehserie „Blacklist“ (Hannah Hayes, Nr. 125) gibt es ein interessantes ethisches Dilemma, das mit dem Schwangerwerdenkönnen und der vaterrechtlichen Kontrolle von Mutterschaft zusammenhängt. Ich möchte das hier zur Diskussion stellen. Allerdings muss ich dafür die Episode spoilern, sodass alle von euch, die sie noch nicht gesehen haben, aber noch sehen wollen, hier jetzt bitte nicht weiter lesen. In der Folge geht es um eine Reihe mysteriöser Entführungen. Wie sich herausstellt, sind die Opfer allesamt einflussreiche konservative Männer, zum Beispiel republikanische Politiker oder evangelikale Pfarrer. Sie werden für einige Monate entführt und bekommen in dieser Zeit eine Gebärmutter transplantiert, in die ein Embryo eingesetzt wird. Die Entführten werden erst wieder freigelassen wenn bei diesem Herztöne zu hören sind. Ziel ist offensichtlich, die Haltung dieser Männer zum Thema Abtreibungsverbote zu problematisieren, indem sie selbst gezwungen werden, die Erfahrung einer ungewollten, durch Vergewaltigung zustande gekommenen Schwangerschaft zu machen. Die Täterin ist eine Gynäkologin, die selbst

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Sieben Thesen zur Leihmutterschaft feat. Ukraine und Little Fires Everywhere

Aus Anlass der von Leihmüttern geborenen Kinder in der Ukraine, die die ersten Wochen ihres Lebens ohne Eltern verbringen mussten, habe ich etwas für den Blog 10 nach 8 auf Zeit online geschrieben. Dann habe ich die neue Amazon-Prime-Minisserie „Little Fires Everywhere“ geschaut und schon wieder ging es um sowas: Welche „Rechte“ ergeben sich aus dem Gebären? Und wie können Menschen, die selbst nicht gebären können (oder wollen) Eltern werden? (Achtung, kleiner Spoiler im Text…) Die Frage nach der moralischen Legitimität von Leihmutterschaft und danach, wie sich Beziehungen zwischen Erwachsenen und Babies konstituieren, steht heute oben auf der Agenda. Geschlechterdifferenz, rassistische Zuschreibungen, Armut und soziale Ungleichheit gehen hier Hand in Hand, Leihmutterschaft ist ein durch und durch „intersektionales“ Thema. Deshalb ist es auch so unbefriedigend, dass es meistens als „Pro“ und „Contra“ diskutiert wird. Ich jedenfalls kann weder völlig dafür noch völlig dagegen sein. Dass sich die Frage, welche Rolle es für eine Familiengründung spielt, wer mit dem Kind schwanger

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Mit Aliens reden

Im Redaktionsteam des Internet-Forums Beziehungsweise Weiterdenken hatten wir die Idee, ein neues Format auszuprobieren: So eine Art Zoom-Quartett zu Themen, die jeweils eine von uns interessieren. Den Anfang machte Anne Newball Duke (links unten): Sie schlug uns vor, über den Film „Arrival“ von Denis Villeneuve und die dahinter stehende Kurzgeschichte „Story of your Life“ von Ted Chiang zu sprechen. Das machten wir auch. Neben mir (rechts oben) mit dabei waren Jutta Pivecka (links oben) und Maria Coors (rechts unten). Es geht um Sprache, Feminismus, die Verständigung mit Aliens und um die Frage, ob Geschichte immer linear verläuft oder ob man das auch anders sehen kann. Enjoy!

Was ist eine Frau?

JK Rowlings Tweet, in dem sie sich über die Formulierung „menstruierende Personen“ lustig macht, hat wieder einmal zu Diskussionen über die Frage geführt, was denn eigentlich genau eine „Frau“ ist. Es gibt eine recht große Gruppe von Feministinnen, die darauf bestehen, dass nur Menschen mit weiblichen Genitalien/reproduktiven Körpern wirklich Frauen sein können. Auch wenn ich mich schon ab und zu in diese Diskussion eingemischt habe (zum Beispiel hier), so stört mich das Ganze inzwischen doch arg, weil kaum noch Argumente ausgetauscht werden. So wie man es ja auch in Rowlings Tweet sieht – sie bringt keine Argumente dafür, warum sie es albern findet, von menstruierenden Personen zu sprechen, sondern sie setzt auf die billigen Lacher ihrer Anhänger*innen – der gesunde Menschenverstand, höhöhö, weiß doch, was für ein Blödsinn das ist. Auch die Gegenseite argumentiert allerdings nicht immer gerne. Ich selbst werde regelmäßig als „transfeindlich“ kategorisiert, zum Beispiel wenn ich die unkritische Aneignung des Vaterbegriffs durch trans Männer kritisiere. Da zählen

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Sachen auf den Herbst verschieben? Keine gute Idee.

Hier noch ein Corona-Tipp: Verschiebt kein Zeugs auf den Herbst. Plant möglichst viele Dinge, die Ihr gerne machen wollt, JETZT, im Sommer, im Juni, Juli und August, und zwar im Freien. Treffen mit Menschen im Freien (mit Abstand) ist, so wie es derzeit ausschaut, unproblematisch. Treffen mit Menschen in geschlossenen Räumen hingegen ist ziemlich problematisch. Offenbar wird das Virus von Wärme nicht verlangsamt. Aber es ist im Sommer halt deutlich einfacher, sich im Freien aufzuhalten als im Winter. Also: Geht raus! Verabredet euch! Jetzt! Sammelt im Sommer Begegnungen und Erlebnisse, damit ihr im Herbst und Winter davon zehren könnt, wenn nötig. Ich stelle mich jedenfalls darauf ein, die Wintermonate eher in der eigenen Wohnung zu verbringen. Außerdem: Wenn Ihr zum Beispiel regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt wahrnehmen müsst, dann vereinbart die JETZT, verschiebt sie nicht auf Herbst und Winter. Jetzt sind die Infektionszahlen niedrig, und die Praxen relativ leer. Es ist also jetzt eine gute Zeit, zum Arzt zu gehen. Das

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Was häusliche Gewalt und Virusepidemien gemeinsam haben

Gerade geht die Meldung herum, dass bedingt durch die Kontaktsperren wegen der Coronavirus-Epidemie offenbar die Gewalt gegen Kinder stark zugenommen hat. Die Überschrift „Nebenwirkungen des Lockdown“ zeigt übrigens sehr gut den symbolischen Fehler: Dass Kinder geschlagen werden, ist keine Nebenwirkung des Lockdown. Sondern es ist eine Nebenwirkung gewaltförmiger Sozialbeziehungen, die durch den Lockdown nur ausgelöst wurden. Kein Kind bekommt Blutergüsse, weil es einen Lockdown gibt. Kinder bekommen Blutergüsse, weil sie geschlagen werden. Und diese zivilisatorische Bankrotterklärung namens „patriarchale Kleinfamilie“ genießt auch noch den besonderen Schutz der Grundgesetzes. Auch darüber wünsche ich mir für nach Corona mal eine stärkere gesellschaftliche Debatte. Es gibt übrigens interessante Parallelen zwischen Gewaltprävention und Infektionsschutz: In beiden Fällen ist ein System, das darauf angelegt ist, bloß Opfer und Risikogruppen zu „schützen“, nicht akzeptabel. Sondern wir brauchen eine Lösung, die an die Wurzel des Problems geht. Weg mit dem Virus. Weg mit Gewalt gegen Schwächere. Beides muss im Keim erstickt werden, es genügt nicht, es auf einem

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Manifest: Perspektive Care-Gesellschaft

Das Thema Care ist momentan ja vielen Menschen ins Bewusstsein geschwappt, und das ist gut so. Entsprechend viele Texte/Manifeste etc… dazu gibt es, viele davon unterstütze ich auch als Erstunterzeichnerin. Aber dieses hier aus der Schweiz finde ich besonders gut und möchte es euch daher auch ganz besonders ans Herz legen; Plädoyer für eine Erneuerung des Gesellschaftsvertrags – lokal und global. Möge es – hm- viral gehen!

Warum?

Wir sind derzeit bei R<0,7, d.h. die Ausbreitung des Virus verlangsamt sich. Noch drei Wochen Lockdown, und wir wären vielleicht bei 0,3. Damit wären wir bald in einem Bereich, wo wir wieder einzelne Infektionsherde identifizieren, Ketten unterbrechen, Tracken usw. könnten: Wir bräuchten keinen Lockdown mehr, weil der Virus eingedämmt wäre. Wir wären viel besser aufgestellt als im Februar, als uns das überrannt hat, keine Daten da waren, keine Tracking App in Aussicht. Die Wirtschaft könnte wirklich wieder „hochfahren“ und nicht nur ein bisschen und mit Vorbehalt. Aber aus irgendeinem Grund scheinen das viele Leute in Deutschland nicht zu wollen. Sondern die meisten haben sich irgendwie fatalistisch mit „Virus ist halt da“ arrangiert, d.h. sie stellen sich auf Monate bis Jahre Lockdown-Pingpong ein (zwischen Anziehen und Lockern von Maßnahmen, je nach Anschlag im Gesundheitssystem), dauerhafte Kontakteinschränkungen, Tausenden weiterer Toten, und das alles in einer vagen Aussicht, dass es irgendwann einen Impfstoff gibt (für HIV gibt es übrigens immer noch keinen). Ich

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