Lust auf feministisch-politische Sommertage in Österreich?

Wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich Mitveranstalterin einer feministisch-politischen Sommertagung in Österreich zum Thema „Über_setzen. Gutes Leben für die ganze Welt“. Vom 16. bis 19. August (mit Möglichkeit eines Verlängerungstages) treffen wir uns im schönen Tagungshaus St. Arbogast (in der Nähe von Feldkirch und nicht weit vom Bodensee). Das Programm wird von den Teilnehmer*innen selbst gestaltet, und die Liste der Workshops ist inzwischen schon lang und fein.  Vor sechs Jahren haben wir schon einmal so eine Konferenz gemacht, am selben Ort, und es bestand der allgemeine Wunsch nach Wiederholung. 2013 war auch das Jahr der Dokumenta in Kassel, deshalb haben wir unsere Veranstaltung „Denkumenta“ genannt. Denn wir wollen eben kein klassisches Konferenzformat haben, sondern eher etwas Fluides, mit genügend Raum für Spontanes, für Begegnungen, für wirklichen Austausch. Ich habe jetzt schon ein paarmal gehört, dass welche glauben, die #Denkumenta wäre nur für Fortgeschrittene oder Eingeweihte, und deshalb zögern, sich anzumelden, weil sie uns* noch nicht kennen oder nicht persönlich kennen.

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Die Macht der Commons

Buchtipp: Silke Helfrich und David Boller: Frei, Fair und Lebendig. Die Macht der Commons. Transcript Verlag 2019, unter Creativ Commons Lizenz lizensiert Oh, ja, das Wirtschaftssystem. Einerseits wissen wir alle, dass kleine Veränderungen an einzelnen Stellschrauben nicht ausreichen, andererseits aber sieht es auch nicht nach Revolution oder einer bald bevorstehenden Abschaffung des Kapitalismus aus. Auf einer guten Schwelle zwischen Realismus und Radikalismus befindet sich dieses Buch. Schon dass es fast ganz ohne Marxzitate auskommt, ist ein gutes Zeichen (in theoretischer Hinsicht stützt es sich überwiegend auf Elinor Ostrom, im Anhang findet sich eine kurze Zusammenfassung der „Design Prinzipien für Commons-Institutionen nach Elinor Ostrom“). Die Autor*in entwirft eine un-kapitalistische Vision von Ökonomie, schwebt dabei aber nicht in abstrakten Gedankenspielen, sondern schildert das anhand von Beispielen aus dem richtigen, real existierenden Leben. Es geht um Commons, also um gemeinschaftliches Wirtschaften, und darum, was sich aus bestehenden Commons-Organisationen, Projekten und Theorien schließen und lernen lässt. Anhand einer Handvoll konkreter Beispielen wird erklärt, was

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Klassenkampf und Klimawandel

Nach langer Zeit haben Benni und ich heute pünktlich zum 1. Mai mal wieder gepodcastet. Passend zum Datum ging es um den Klassenkampf (und ob das Konzept heute noch aktuell ist) und passend zur Zeit um den Klimawandel und speziell auch um Klimaleugnung von links. Listen and have fun!

Es gibt keine ungeborenen Kinder

Auf Facebook löste ich mit diesem Satz gestern eine ausführliche Debatte aus, die viele interessante und unterschiedliche Aspekte hervorbrachte und aus der ich auch selbst nochmal viel gelernt habe. Gleichzeitig kann sie auch als Anschauungsmaterial dafür dienen, dass gute Diskussionen auch bei sehr emotional aufgeladenen Themen und sehr kontroversen Ansichten in diesem Internet möglich sind. Hier könnt Ihr das nachlesen. Auf Twitter habe ich zu dem Thema noch eine andere These ins Wasser gewofen, und zwar: „Jede Gesellschaft, die Abtreibung illegalisiert, ist menschenverachtend. Man darf niemanden dazu zwingen, ein Kind zu gebären.“ Auch hier waren die Diskussionen weitgehend entspannt und teilweise durchaus interessant. Den Thread findet ihr hier. Zum Anfang des Themas: Letz Talk about Schwangerwerdenkönnen

Abtreibung und kategorischer Imperativ

Gerade gibt es hier eine interessante und komplexe Debatte zu den ethischen Fragen rund um Abtreibung. Eine offene Frage ist zum Beispiel, wie sich die moralische Bewertung des Schwangerschaftsabbruchs zum kategorischen Imperativ verhält. Das „Handle stets so“ ist ja offenbar in diesem Fall keine mögliche Maxime, denn Menschen ohne Uterus können ja nie in die Situation kommen, dass sie diesem Imperativ ausgesetzt wären. Weiß jemand hier eventuell, ob sich in der Bibliothekenhaften Flut von Kant-Literatur schon mal jemand mit speziell dieser Frage auseinander gesetzt hat Denn der kategorische Imperativ ist ja deshalb so kategorisch, weil er eine formale menschliche Bedingtheit thematisiert. Aber diese Art „Allgemeinheit“ oder „Universalität“ ist in der moralischen Beziehung zwischen einer Schwangeren und dem Embryo in ihrer Gebärmutter nicht gegeben. Natürlich gibt es immer moralische Themen, von denen manche Menschen prinzipiell nicht betroffen sind. Aber gibt es noch eine andere Frage, bei der so systematisch die Hälfte der Menschheit nicht betroffen sein kann wie beim Schwangerwerdenkönnen? Mich

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Wie die SPD dafür sorgte, dass die Information über Abtreibungen endgültig illegal wurde

Also. Der §219a wird, wenn die jetzigen Pläne durchkommen, schlimmer als vorher, denn Informationen über die Art und Weise eines Abbruchs sind dann offiziell illegal. Vorher waren sie das nur aufgrund richterlicher Rechtsprechung gewesen, während der Gesetzestext selbst uneindeutig war. Aber laut diesem „Kompromiss“ dürfen Ärztinnen nun ausdrücklich nur über die Tatsache informieren, dass sie Abtreibungen vornehmen, aber sie dürfen keine weiteren Informationen darüber geben. Diese dürfen nur über den Umweg staatlich beauftragter Stellen bereitgestellt werden, den Ärztinnen wird lediglich erlaubt, auf diese zu verlinken. Es wurde also tatsächlich Rechtsklarheit geschaffen, leider halt bloß im Sinne der Abtreibungsgegner.  Der Gesetzestext lautet nach Vorschlag: Das Werbeverbot gilt nicht, wenn die Ärtztinnen „auf die Tatsache hinweisen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche unter denVoraussetzungen des § 218a … vornehmen, oder auf Informationen einer insofern zuständigen Bundes- oder Landesbehörde … hinweisen“. Was das für die Verfassungsklage bedeutet, die von Kristina Hänel momentan läuft, kann ich noch nicht einschätzen, jedenfalls ist das jetzt dringender als je. Denn

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Konferenz „Denkumenta 2“: Gutes Leben für die ganze Welt

Alle, die sich für das Denken der Geschlechterdifferenz interessieren, das ABC des guten Lebens gelesen haben und sich fragen, was Feminismus zu aktuellen politischen Entwicklungen und Fragestellungen beitragen kann, sind eingeladen, vom 16. bis 19. August zur Denkumenta 2 nach St. Arbogast in Österreich zu kommen. Vier Tage lang gibt es dort bei einer internationalen (deutschsprachigen) Konferenz Gelegenheit, sich mit Frauen, Aktivist*innen, politisch Interessierten auszutauschen – bei der Denkumenta 1 vor sechs Jahren waren Teilnehmerinnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden da. Das Treffen wird von zehn Frauen veranstaltet, die aus der Autorinnengruppe des „ABC“ hervorgegangen sind: Lorena Gulino, Liv Kägi, Caroline Krüger, Michaela Moser, Anne-Claire Mulder, Ina Praetorius, Cornelia Roth, Antje Schrupp, Andrea Trenkwalder-Egger, Katrin Wagner – sie alle sind auch Autorinnen, Redakteurinnen oder Patinnen des Internetforums Beziehungsweise Weiterdenken. Thema der Konferenz wird sein: Über_setzen. Gutes Leben für die ganze Welt. Das Programm wird von den Teilnehmerinnen selbst erarbeitet. Natürlich bereiten die Veranstalterinnen auch selbst Programmpunkte vor, aber alle sind eingeladen,

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Zehn Thesen zum Frauenwahlrecht – gezeichnet von Sybille Reichel (c)

Mit dieser schönen Zeichnung hat die Illustratorin Sybille Reichel meine zehn Thesen zum Frauenwahlrecht gezeichnet. Wir waren gemeinsam als Referentinnen in November bei einer Veranstaltung zum Thema auf Einladung des Thüringer Landesfrauenrats im Landtag in Erfurt. Nette Begegnung, schöne Zeichnung falls Ihr mal auf der Suche nach einer Zeichnerin für Graphic Recording seid: Voila.