Landleben, Liebe und Veganismus

Auf den ersten Blick könnte man meinen, das neue Buch von Hilal Sezgin sei ziemlich monothematisch. Landleben, oh je. Landleben, wow.

Ehrlich gesagt, habe ich es nur wegen der Autorin gelesen. Mit dem Land habe ich es nämlich nicht so; nachdem ich dort meine Kindheit und Jugend verbracht habe, ist mein Bedarf eigentlich mehr als gedeckt. Aber seit Hilal Sezgin vor vier Jahren aus Frankfurt weg und aufs Land gezogen ist und angefangen hat, sich mit Schafen anzufreunden, war ich sehr neugierig, zu erfahren, warum. Sämtliche meiner offenen Fragen wurden in diesem Buch beantwortet. Allein das ist schon interessant, und lesen tut es sich wie ein Roman.

Wirklich überrascht war ich aber davon, dass das Buch so überhaupt nicht monothematisch ist. Es geht um vieles, um Philosophie, um pragmatische Lebensplanung, um die Suche nach Sinn und Glück, um Erinnerung, um das Verhältnis zwischen Mensch und Tier, um Beziehungen und Freundschaften.

Aus der Fülle der Denkanstöße, die man beim Lesen mitnimmt, möchte ich hier zwei vorstellen:

Erstens Sezgins Reflektionen darüber, wie sich die Art, Menschen zu begegnen, verändert, wenn man nur wenige Menschen zur Auswahl hat: „Man hat mehr Zeit, sich jedem Einzelnen zu widmen, es geht ungleich schneller, die positiven wie schwierigeren Eigenschaften der anderen zu erkennen (oder die eigenen preiszugeben), weil man sich weniger leicht verstecken kann.“ (Seite 77). In der Stadt hingegen hat man es mit so vielen anderen Menschen zu tun, dass man sie zwangsläufig schnell in Schubladen sortiert, um überhaupt zurecht zu kommen: Ein Blick muss genügen, um das Gegenüber einzusortieren, es ist gar nicht möglich, sich auf alle einzulassen und ihnen im Einzelnen gerecht zu werden. Das ist wirklich ein interessanter Gedanke, und er ist umso wichtiger für das Leben im Internet, wo man es ja mit noch viel mehr Leuten zu tun hat und die Möglichkeiten, Unerwünschtes herauszufiltern, noch viel größer sind.

Meiner Ansicht nach wirkt sich das nämlich auch auf unser Verständnis von Liebe aus,vielleicht auch auf unsere Fähigkeit zu lieben (darüber habe ich mich hier schonmal Gedanken gemacht). Denn Liebe ist ja eigentlich die Fähigkeit, oder sogar die aus uns heraus drängende Notwendigkeit, uns mit Menschen in Beziehung zu setzen, mit denen uns gerade nicht gemeinsame Interessen verbinden. Es gibt eine schöne Geschichte in dem Buch „Jauche und Levkojen“ von Christine Brückner, die das anschaulich macht. Darin beschreibt sie das Leben in Pommern vor dem Zweiten Weltkrieg auf einem abgelegenen Gut. Dort lebt zurückgezogen ein alleinstehender Mann, der Gutsinspektor. Und jede Hauslehrerin, die auf dieses Gut kommt, verliebt sich in ihn, einfach weil es der einzige Mann weit und breit ist. So ein geringes Angebot an möglichen Liebespartnern erscheint uns heute absurd, wo wir im Internet das Profil von tausenden Kandidaten durchstöbern können und dann den herauspicken, der am besten unseren Anforderungen entspricht. Sicher sind beide Alternativen extrem, aber die Unendlichkeit der Auswahl ist der Sache eben nicht unbedingt förderlich.

Ein zweites Thema, über das ich seit der Lektüre dieses Buches erneut nachdenke, ist die Sache mit dem Veganismus. Daran knabbere ich nämlich schon, seit ich vor ziemlich genau zwei Jahren diesen Artikel von Hilal Sezgin in der taz gelesen habe, dessen Argumente mich 100pro überzeugen. Aber trotzdem lebe ich immer noch nicht vegan. Woran liegt das, frage ich mich? Bin ich ein schlechter Mensch, und sie ist ein guter, weil sie aus den richtigen Argumenten Konsequenzen zieht und ich nicht?

So wäre wahrscheinlich die allgemeine moralische Schlussfolgerung. Moral heißt letztlich, dass man konsequent sein muss und das tun, was man als richtig erkannt hat. Philosophisch gesprochen die Anwendung des kategorischen Imperativs. Im alltäglichen Leben funktioniert genau das aber bekanntlich allzu oft nicht, oder nur schlecht, weshalb man eigentlich nur zwei Möglichkeiten hat: Ein schlechtes Gewissen zu kriegen oder ignorant zu werden. Ignorant der eigenen besseren Einsicht gegenüber. Also zum Beispiel sich Scheinargumente erfinden, warum das Vegansein doch falsch oder unnütz oder überflüssig ist. Oder das Ganze einfach verdrängen.

Beim Lesen des Buches ist mir klar geworden, was der Unterschied zwischen Hilal Sezgin und mir im Bezug auf den Veganismus ist: Sie ist aufs Land gezogen und ich nicht. Das heißt, sie hat sich leibhaftig dem Thema ausgesetzt, hat Hühnerfarmen besucht und ist tagtäglich mit Tieren zusammen. Und sie beschreibt in dem Buch sehr gut, wie sie an einem bestimmten Punkt gar nicht mehr anders konnte, als die Konsequenzen zu ziehen. Ich nicht. Ich habe das Thema quasi nur theoretisch in meinem Kopf. Daher kommt es nicht an mich ran.

Meine vorläufige These ist diese: Dass wir an ethische Fragen (und der Veganismus ist dafür nur ein Beispiel, im Prinzip gilt das für alle ethischen Fragen) mit einer moralischen Perspektive herangehen, führt unterm Strich leicht dazu, dass wir uns gerade nicht ethisch verhalten. Denn wir verknüpfen die Einsicht und die Tat unmittelbar miteinander: Wer etwas eingesehen hat, muss es dann auch umsetzen, sonst ist er ein schlechter Mensch. Und daher muss, wer kein schlechter Mensch sein will, die Einsicht leugnen, sich also irgendwie rechtfertigen oder rausreden.

Wenn aber der eigentliche entscheidende Punkt die Aufmerksamkeit ist, die wir einer Sache oder einem Thema widmen, dann wird klar, dass zwischen Einsicht und Konsequenz überhaupt kein direkter Zusammenhang besteht (ein Punkt, der übrigens auch für die Philosophie von Simone Weil zentral ist). Der Vorteil dieser Sichtweise ist, dass langfristig die Wahrscheinlichkeit für ethisches Verhalten ansteigt. Denn man kann immerhin einstweilen die Argumente stehen und quasi in sich wirken lassen. An diesem konkreten Beispiel: Ich muss nicht die theoretischen Argumente, die für ein veganes Leben sprechen, widerlegen oder leugnen, denn ich verstehe, warum sie nicht unmittelbar zu einer Verhaltensänderung meinerseits führen. Und natürlich ist auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, dass es bei mir auch irgendwann so ist, dass ich nicht mehr anders kann.

Einstweilen gehe ich bewusst mit meiner Aufmerksamkeit um – und überlege genau, welchen Dingen ich sie widme und welchen nicht.

Hilal Sezgin: Landleben. Von einer, die raus zog. Dumont 2010, 19,99 Euro.


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37 Gedanken zu „Landleben, Liebe und Veganismus

  1. Interessantes Buch – bringt mich direkt dazu, es lesen zu wollen, obwohl es sonst durchaus nicht meine „Richtung“ ist. Dann aber der Link zum Taz-Artikel. Unterschlagen dort wie so oft: echter Veganismus ist Mangelernährung. Tierische Eiweiße sind auf Dauer nur extrem schwer über pflanzliche zu kompensieren. Keine Tiere töten: OK. Aber auf Eier, Milch und gar Honig (die armen Bienen!) verzichten verdreht einen an sich guten Gedanken mal wieder ins Totalitäre (schreibt ein Teilzeitvegetarier mit gelegentlich schlechtem Gewissen). Die ganze Chose dann auch noch mit Passagen aus der Genesis begründen zu wollen weist dann direkt den Weg, dem der taz-Artikel gebührt: zum nächsten Recycling-Hof. Wüsste jetzt gerne: Wird im „Landleben“ auch die Hälfte biblisch hergeleitet, oder findet Hilal Sezgin auch Rationales in ihre Reflexionen? Da kommt dann der Punkt, wo ich dann ein Buch, das ich zunächst interessant finde, gleich auf die rote Liste „meine Lebenszeit zu schade für“ setzen möchte.

  2. @Enno – Biblisch argumentiert Hilal als Muslimin schon mal gar nicht 🙂 – und nein, in dem Buch geht es nicht um eine wie auch immer religiöse Begründung, sondern es ist ganz rational sachlich und mit anschaulichen Beispielen aus dem Alltagsleben, wie es dir sicher gefällt! (Wobei Veganismus ja nur ein Kapitel ist)

  3. Nicht, dass ich wirklich Daten hätte, aber ich wette die allermeisten Veganer_innen leben in der Stadt. Wie passt jetzt das?

  4. @Benni – Hm, guter Einwand. Obwohl, irgendwo sein und einer Sache Aufmerksamkeit widmen sind ja nochmal zwei verschiedene Dinge. Man kann lange auf dem Land leben, ohne jemals einen Stall von innen gesehen zu haben (wie ich aus Erfahrung weiß). Vielleicht gibt es ja in der Stadt auch manche, die vegan sind, weil es die Peergroup so macht, oder weil es „in“ ist. Oder auf dem Land sind sie alle mit Fleisch- und Hühner-Bauern verwandt? Vielleicht geben ja weitere Kommentare Aufschluss!

  5. Pingback: Tweets that mention Landleben, Liebe und Veganismus « Aus Liebe zur Freiheit -- Topsy.com

  6. Ich frage mich immer öfter, warum die Frage Veganismus vs. Fleischessen so extrem moralisch/ethisch verknüpft wird – zweifellos halte ich es für richtig und wichtig, darüber nachzudenken, wie wir mit Tieren umgehen und darüber Konsequenzen zu ziehen, grad angesichts der furchtbaren Massentierhaltung zur reinen Fleischproduktion etc. Darauf will ich jetzt aber nicht hinaus. Aber es käme doch niemand auf die Idee, diesen „Moral-Knopf“ bei anderen Fragen zu drücken „Wie? Du engagierst dich nicht ehrenamtlich, spendest kein Geld an soziale Projekte oder anderen Hilf- / Öko-/ Menschenrechtssorganisationen … ? etc und ich behaupte mal, das würde auch bei weitem nicht so gut funktionieren.

  7. @63mg – Hm, ist das so? Vielleicht in bestimmten „Szenen“. Ich habe in meinem näheren Bekanntenkreis keine Veganer_innen, und wenn ich mal sage: Hm, man könnte eigentlich, und es gibt doch Gründe dafür, dann höre ich eher rigide Ablehnung. Vielleicht hängt ja beides miteinander zusammen, die Moral auf der einen und die harsche Ablehnung auf der anderen Seite. Vielleicht hilft ja auch ein „mehr oder weniger vegan“ einzuführen, so wie man sich mehr oder weniger engagieren oder mehr oder weniger spenden kann..

  8. ps. Bzw. die Ablehnung, die ich oft höre, ist eigentlich gar nicht harsch oder rigide, sondern eher uninformiert. Man hat über das Thema noch nicht wirklich viel nachgedacht, aber bereits eine Meinung dazu.

  9. @63mg: Genau das habe ich mich auch gefragt.

    Udo Pollmer sagt ja immer, dass Essen heute das ist, was früher der Sex war. Man hat die Wahl zwischen Sünde und Verzicht. Er bezieht das zwar auf das Bemühen um gesunde Ernährung, aber es passt auch hier.

    Der Infokasten neben dem Taz-Artkel (über geringe tierische Spuren in allen möglichen Produkten) ist zwangsneurotisch.

    Ist Ölverbrauch tierfreundlich und vegan? Spätestens seit der Ölpest im Golf von Mexiko dürfte ja klar sein, dass das nicht so einfach ist. Aber vielleicht ist ja deshalb der Hyperfokus aufs Essen so beliebt – aus Überforderung.

  10. @ Antje / Kommentar 7: Veganer sind auch nicht wirklich informiert, wenn es um diverse Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten geht, die vielen Menschen eine vegane Ernährung unmöglich machen.

  11. Gerade Leute vom Land haben oft das größte Unverständnis für eine vegane Lebensweise. Irgendjemand baut und betreibt diese Massentierhaltungen ja auch. Vielleicht ist der Unterschied, dass Hilal von der Stadt aufs Land gezogen ist. Und dann erstmal mit wachem Geist die gängige Praxis hinterfragt hat. Wer immer schon auf dem Land wohnt, findet es vermutlich ganz normal, wie mit Kuh und Huhn umgegangen wird (siehe „Den Kühen platzen doch die Euter, wenn sie nicht gemolken werden“ etc). Vor allem Menschen mit persönlichen Beziehungen zu Bauern fühlen sich oft richtig vor den Kopf gestoßen, wenn man den Konsum tierische Produkte aus „ethischen Gründen“ ablehnt. Nun gut, auch irgendwie verständlich – impliziert man doch, dass sie oder ihre Verwandten, sich unethisch verhalten.
    Der Zugang von Städtern zur Tierliebe erfolgt meiner Erfahrung nach oft über Haustiere, die in einem Familienmitglied-ähnlichen Status gehalten werden. Vielleicht liegt da die Erkenntnis, das Nutztiere ja ähnliche Emotionen wie der geliebte Hund haben könnten, einfach näher.

  12. @Irene Dass manche Menschen pflanzliches Eiweiß nicht gut vertragen und daher auf tierisches angewiesen sind, ist mir bewusst. Dass aber wirklich viele Menschen von derartigen Problemen betroffen sind, ist mir nicht bekannt. Hast du zu diesem Thema weitere Informationen?
    Bin übrigens selbst (95%ige) Veganerin. Eigentlich hauptsächlich aus dem Grund, weil ich damit einfach und ohne große persönliche Einschränkungen etwas tun kann, von dem ich glaube, dass es gut für die Welt ist. Ja, vielleicht auch aus Überforderung – denn wo soll man bei den anderen großen Problemen denn als Privatperson ansetzen? Ob mein Konsum dann tatsächlich einen großen Einfluss auf das Gesamtbild hat, sei natürlich dahingestellt. Es beruhigt zumindest mein Gewissen, an manchen Dingen nicht direkt über den eigenen Konsum beteiligt zu sein.

  13. Das Thema Moral und das Sich-selbst-etwas-zurecht-lügen wird übrigens sehr gut von Richard David Precht in seinem neuen Buch, das sich allein um unsere Moral dreht, behandelt. Ein wirklich lesenswertes Buch, das sich auch mit Fragestellung beschäftigt, wie wir zu einer besseren Welt kommen könnten.

  14. Gerade Leute vom Land haben oft das größte Unverständnis für eine vegane Lebensweise. Irgendjemand baut und betreibt diese Massentierhaltungen ja auch.

    Die Rechnung geht jetzt nicht ganz auf. Je größer der Betrieb, umso weniger Betriebe sind ja nötig, um das nachgefragte Fleisch zu produzieren. Auch auf dem Land bevorzugen viele Leute eine bäuerliche Landwirtschaft gegenüber der Agrarfabrik. Was natürlich auch nicht unbedingt heißt, dass entsprechend konsumiert wird.

    http://blog.br-online.de/quer/schnelle-brueter-huehnermast-offensive-trotz-dioxin-skandal-26012011.html

    Die Hühner, die man in den Dörfern herumlaufen sieht, dienen vor allem der Selbstversorgung und dem Verkauf an Bekannte.

  15. @Irene Dass manche Menschen pflanzliches Eiweiß nicht gut vertragen und daher auf tierisches angewiesen sind, ist mir bewusst. Dass aber wirklich viele Menschen von derartigen Problemen betroffen sind, ist mir nicht bekannt. Hast du zu diesem Thema weitere Informationen?

    Fruktose-Malabsorption nimmt zu, je mehr Obst konsumiert wird (das gilt ja als gesund). Dann werden z.T. auch Vollkornprodukte, Nüsse, Hüldenfrüchte und Rohkost nicht mehr richtig vertragen. Mit Zöliakie dürfte vegane Ernährung ebenfalls schwierig sein.

  16. @Irene ah, danke! In den USA gibt es mW schon einige Ernährungsratgeber und Kochbücher, die sich speziell mit der Kombination von Veganismus mit diversen Lebensmittelunverträglichkeiten beschäftigen. Aber gut, dass Veganismus nicht für jeden geeignet ist, ist mir durchaus klar. Es erfordert ja auch durchaus ein bisschen Wissen darüber, was der Körper so braucht – sonst steht man unter Umständen tatsächlich in der Gefahr, sich selbst irgendwann zu schaden (wobei das ja auch viele Menschen mit herkömmlicher Ernährung tun).

  17. @AntjeSchrupp Den ethisch/moralischen Knopf drücken wir doch freiwillig, sobald wir nähere Kenntnis über Massentierhaltung etc. bekommen, oder täuscht mich der Eindruck? Das schlechte Gewissen isst plötzlich mit, und das in einem Ausmaß, wovon andere, wenigstens gleichberechtigte Anliegen, nur träumen können. Ich schlußfolgere hier durchaus auch von mir auf andere 😉

  18. Wieder mal ein sehr inspirierender Text!

    Mit dem Thema „Veganismus“ setze ich mich seit ein paar Monaten intensiver auseinander – seit dem durch die widerliche Massentierhaltung motivierten Entschluss, mich künftig vegetarisch zu ernähren und ein Blog dazu aufzumachen .

    Erst da bekam ich mit, was für krasse (und viele verschreckende!) Auseinandersetzungen zwischen Veganern, Vegetariern, Lacto-Vegetariern, Ovo-Lacto-Vegetariern, Flexitariern (=nur bio) und natürlich „Omnivoren“ geführt werden. Wobei sich mit letzteren schlecht streiten lässt (die sind ja eh verblendet bzw. böse – oder beides). Also gehts eben zwischen den verschiedenen vegetarisch-veganen Szenen und Individuen zur Sache.

    „Vielleicht hilft ja auch ein „mehr oder weniger vegan“ einzuführen, so wie man sich mehr oder weniger engagieren oder mehr oder weniger spenden kann.“

    Meine Rede. Das kommt aber nicht bei allen gut an. Ganz oder gar nicht, schwarz oder weiß, gut oder böse – insbesondere Menschen, die sich selbst viel Veränderung abverlangen, neigen dazu, andere runter zu machen, die es lockerer angehen. Was nicht unbedingt der gemeinsamen Sache dient!

    Immerhin haben mich viele Argumente pro vegan beeindruckt, so dass ich selbst versuchte, veganer zu leben als geplant. Dabei entdeckte ich selbst herstellbare Fleisch-Alternativen, die mir wirklich schmecken – wow! Doch prompt gab es auch da wieder Kritiker, die es falsch fanden, überhaupft solche Gelüste zu haben. Für sie ist es quasi „sündhaft“, das Fleisch noch nachahmen zu wollen – ziemlich pietistisch-lustfeindlich, wie ich finde. Und unnötig, denn der „Ersatz“ ist schließlich voll vegan.

    Veganismus ist ja eine sehr jugendliche Bewegung, getragen von mehrheitlich sehr jungen Menschen. Ihnen fällt es noch nicht so schwer, die eigene Ernährung komplett umzustellen, schließlich hatten sie noch gar nicht soviel Zeit, sich „eingefleischte“ Gewohnheiten zuzulegen. Und eine persönliche „Koch-Tradition“ mit einem Kanon von 20 bis 30 Gerichten, über die man nicht mehr nachdenkt und seit Jahrzehnten gerne öfter isst…

    Du nennst den Faktor AUFMERKSAMKEIT als Grund, warum ein „moralisch konsequentes Handeln“ dem Denken nicht unbedingt folgt. Die Macht der GEWOHNHEITEN ist aus meiner Erfahrung noch weit einflussreicher. Neu belehrt und rundum informiert weiß man recht schnell, was für miese Produktionsbedingungen und wieviel Tierleid mit dem einen und anderen Nahrungsmittel einher gehen. Und übt sich im Weglassen, Ersetzen und Erlernen einer neuen Praxis: Sojamilchprodukte statt Milch zum Beispiel, Käse-Verzicht etc.

    – tja, und nach ein paar Wochen oder Monaten begegnet man eben jener Macht der Gewohnheit und Geschmackstraditionen. Es gibt Dinge, auf die ich nicht „für immer“ verzichten will (z.B. ab und an Parmesan-Käse auf Nudeln). Auch möchte ich nicht fortwährend das Kleingedruckte studieren, ob nicht irgendwo ein paar Milligramm Gelatine oder Milcheiweis drin sind. Zuviel Veränderung auf einmal klappt nicht. Nicht, wenn die Gewohnheiten schon zwanzig, dreißig, vierzig Jahre alt sind… und nicht erst fünf oder zehn, wie bei den vielen jugendlichen Veggies. 🙂

    Nun bin ich ja zum Glück nicht gezwungen, mich in Streitgesprächen um die einzig moralisch akzeptable Linie aufzureiben – sondern kann meinen eigenen Weg Richtung „veganer Leben“ gehen, so gut ich das eben einbauen kann.

    Ganz ohne Milchprodukte und Käse auskommen zu wollen, war für mich erstmal NICHT nachhaltig, aber: ohne den Einfluss der oft stressig militant-moralisch argumentierenden Veganer hätte ich gar nicht drüber nachgedacht und wäre nicht zu der immensen Reduktion gekommen, die jetzt gut lebbare Praxis ist.

    Von daher: es braucht auch Radikale! 🙂

    Es stimmt übrigens nicht, dass vegan immer „Mangelernährung“ bedeutet. Gut geplant, geht da durchaus ausgewogene, vollwertige Ernährung. Einzig B12 müssen Veganer extra einnehmen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

  19. @Claudia – Danke für die Details

    @63mg – Ja, das schlechte Gewissen ist eine Begleiterscheinung der Moral, allerdings sehe ich genau darin das Problem. Denn nur den Wenigsten gelingt es dann wie dir, sich auch entsprechend zu verhalten. Viele verdrängen das schlechte Gewissen und mit ihm auch die guten Argumente. Oder sie halten sich verbissen daran und werden schlecht gelaunt und intolerant. Simone Weil hat deshalb mal gesagt, man soll nur soweit in Richtung des Guten gehen, wie man ohne Anstrengung kann, und keinen Schritt weiter. Und dann soll man quasi „trainieren“, um sich in einen Zustand zu versetzen, dass man noch etwas weiter gehen kann ohne Anstrengung. (Vielleicht das, was Claudia mit Gewohnheit meint). Denn das ist auch nachhaltiger. Wenn ich mich sehr anstrengen muss, um etwas Gutes zu tun, dann will ich wenigstens irgend eine Belohnung, mich toll fühlen, und ich ärgere mich über andere, die sich nicht anstrengen. Wenn ich es einfach ganz selbstverständlich normal mache, weil ich es so gewohnt bin und es mich nicht anstrengt, dann kann ich auch viel besser andere inspirieren.

  20. @Claudia danke für deinen Kommentar! Ich ärger mich auch manchmal über die argen Hardcore-Veganer und frage mich, ob sie nicht viele Leute verschrecken. Zumindest bestimmen sie ja doch maßgeblich das Bild, das Leute von „den Veganern“ haben (=unbequeme, sich moralisch überlegen fühlende Klugscheißer). Andererseits hast du schon Recht: Mich hat auch ein radikaler Veganer zum letztlichen Schritt bewogen. Mit meiner häufig schon im voraus entschuldigenden larifari-Einstellung (naja, mir fällt das halt leicht; ich kann eh verstehen warum nicht… etc) wird mir ähnliches vermutlich schwerer gelingen. Zugegebenermaßen hätte ich besagten Veganer aber auch nicht gerne zum Freund – ich hab keine Lust, auf jede meiner „Verfehlungen“ (Wollpulli, Labello, etc) hingewiesen zu werden. Er würde mich vermutlich „Pseudo“ nennen 🙂
    Übrigens (und da entschuldige ich mich gleich für meine plumpe Art): Gibt es da nicht auch irgendwie Parallelen zum Feminismus? Also in den unterschiedlichen ideellen Ausprägungen bis hin zur Radikalisierung und dem gegenseitigen Absprechen des Status?

  21. @Manu – Interessante Frage, der Vergleich mit dem Feminismus. Der Unterschied ist natürlich, dass sich die Inhalte des Feminismus – anders als beim Veganismus – nicht definieren lassen. Das heißt, Feministinnen mit vollkommen unterschiedlichen Positionen werfen sich gegenseitig fehlende Radikalität vor bzw. halten das, was die andere sagt, für „unfeministisch“. Beim Veganismus ist die Sache etwas eindeutiger 🙂

  22. @Manu – Noch zu dem radikalen Veganer. Ich kann schon nachvollziehen, dass solche Radikalinskis manchmal für andere der Anstoß sind, auch tatsächlich etwas zu machen. Allerdings sind die „Kollateralschäden“ auch groß. Und die liegen nicht nur darin, dass für jeden, den sie zum konsequent werden animieren, zehn andere da sind, die sei abstoßen bzw. dazu bringen, das Thema zu verdrängen oder zu ignorieren. Die Kollateralschäden sind auch die geschädigten Beziehungen, wie du es beschreibst (man mag sie nicht zum Freund haben). Häufig verabsolutieren sie auch ein Thema. Ich verstehe unter Politik eigentlich, dass man die Welt insgesamt im Blick hat und nicht alles auf ein bestimmtes Thema zuspitzt. Es gibt keine „Nebenwidersprüche“ sozusagen. Klar kann sich ein einzelner Mensch nicht um alle Probleme der Welt kümmern, aber man kann sich gegenseitig würdigen. Also: Ich mache Feminismus und applaudiere aber denen, die Tierrechte machen oder Armutsbekämpfung oder dritte Welt-Gerechtigkeit oder Anti-AKW oder was auch immer. Und ich bin skeptisch gegenüber allen, die ihr Ding als das einzig wichtige ansehen.

  23. Ich möchte kurz aus der Veganismus-Diskussion ausscheren und einen weiteren Punkt aus dem Ursprungspost aufgreifen: „In der Stadt hingegen hat man es mit so vielen anderen Menschen zu tun, dass man sie zwangsläufig schnell in Schubladen sortiert, um überhaupt zurecht zu kommen (…)“.

    Ist das wirklich so? Meine Landerfahrungen sagen eher, dass man nirgendwo so schnell in eine Schublade gestopft wurde wie auf dem Land. Und vor allem: dass man aus dieser Schublade auch nicht mehr raus kam. Es reichte, dass man ein wenig anders war als die Mehrheitsgesellschaft, schon war man als schwul (alles, was nicht ganz traditionellen Geschlechterbildern nachhing), kommunistisch (alles links von der CDU), irgendwie komisch (alles, was sich für Kunst und Kultur interessierte) abgestempelt. Schon als Brillenträger hatte man es auf dem Land schwer: Eine Brille war ein Hinweis darauf, dass man lesen konnte.
    Ich will nicht behaupten, dass im Vergleich in der Stadt alles gut ist. Aber immerhin sind die Schubladen geringfügig differenzierter.

  24. Hm, schwieriges Thema. Für mich selbst weiß ich, dass ich wohl weder Vegetarierin noch Veganerin werden könnte, einfach, weil ich Fleisch, Käse und Milch für mein Leben gern esse. Und doch finde ich Massentierhaltung zum Kotzen, wie sicherlich die meisten. Aber es ist gerade in einer Großstadt so wahnsinnig schwierig, z. B. nur Produkte von einem bestimmten Bauernhof zu erhalten, von dem ich weiß, dass es eine natürliche Aufzucht von Tieren gibt und keine Schweine mit drei Rippen mehr zusammengezüchtet werden. 😦 Es ist ja oft schon schwierig, überhaupt die Herkunft und vor allem Behandlung von Lebensmitteln bzw. deren „Quellen“ herzuleiten. Und selbst wenn ich mich vegan ernähren würde, wären die Tomaten und Zucchinis, die ich verspeise, eventuell unter menschenunwürdigen Zuständen in Spanien gezüchtet.

    Ebenso schwierig finde ich es übrigens, darauf zu achten, dass meine Kleidung nicht unter den schrecklichsten Bedingungen hergestellt wird, wie es ja gerade bei Billigmarken oft der Fall ist. Am besten wäre, alles selbst zu nähen, aber selbst die Stoffe sind ja oft schon fragwürdig… wo fange ich also an, „gut“ zu sein? Soll ich selbst auf den Bauernhof ziehen und leben wie im 18. Jahrhundert? Eigentlich eine nette Vorstellung, aber nach drei Wochen hätte ich als verwöhnter Mensch des 21. Jhs sicherlich die Schnauze voll. Wie kann ich denn mein Gewissen mit dem alltäglichen Leben vereinbaren?

    Ich finde es toll, wenn jemand für sich entdeckt, vegan leben zu können, solange ich dann nicht stundenlang mit diesem Thema „bearbeitet“ werde (wie es leider oft vorgekommen ist). Aber das ist auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn dieselben Freunde_innen, die mir ihren Veganismus schmackhaft machen wollten, waren z. T. mit allen möglichen Apple-Produkten ausgestattet, deren Herstellung z. B. in meinen Augen mehr als fragwürdig in Bezug auf Menschenrechte ist.

    Der Apfel ist leider an vielen Stellen faul in unserer Konsum-gierigen Welt, und mein „Beitrag“ ist es, mich maßvoll zu verhalten und darauf zu achten (soweit möglich), woher meine konsumierten Produkte stammen und wie sie hergestellt wurden – mehr kann ich mir oft einfach nicht leisten (zeitlich und finanziell), und trotzdem würde ich mir nicht einreden lassen, ein schlechter Mensch zu sein.

  25. @22: Mit der Kacke die Beete düngen vielleicht? Und ganz ernsthaft: Ohne Tierhaltung gäbe es praktisch keinen Bio-Landbau. Kunstdünger ist ja nicht erlaubt.

    @15: Manu, ich glaube nicht an Ernährungsratgeber, dafür sind manche Beschwerden einfach zu individuell.

    @21: Antje, genau dieses Unbehagen spüre ich auch.

  26. Mir will scheinen, und das ist ja in ein paar Kommentaren auch angeklungen,
    dass vegetarische/vegane Lebensstile doch stark von Leuten bevorzugt werden
    die selbst keinen unmittelbaren biographischen Kontakt zu
    Nutztieren/Nutztierproduktion haben oder hatten. Was ich dann so von
    Studienkollegen die in der Stadt aufgewachsen sind mitbekommen hab, entsteht oft diese Vorstellungskombination von den Tier-KZs die unser täglich
    Wurscht liefern auf der einen Seite, und von dem idyllischen Kleinbauernhof
    mit den ganzen liaben Schaferln, Kalberln und Schweinderln (alle halt viel zu lieb
    um ihnen was zuleide zu tun) auf der anderen Seite. Vielleicht erwächst daraus
    dann diese moralische Gewissheit auf den Konsum von tierischen Produkten
    verzichten zu müssen? Ich kann mich erinnern vielleicht mit 4, 5 das erste Mal
    meinem Opa beim „Schafabstechen“ zugeschaut zu haben und für mich war’s immer
    „normal“, wenn man so will, dass die liaben Lamperln mit denen wir als Kinder
    tagtäglich gespielt haben, wenn sie dann groß sind, von uns aufgegessen werden.

    Und auch heute, wenn wir mal explizit von den „großen“ moralischen Themen wie ökologischer fooprint von tierischer Lebensmittelproduktion, Massentierhaltung etc. absehen, tu ich mir persönlich schwer ein moralisches Problem darin zu sehen ein Viech, dass ich zum Zwecke des Verzehrs großgezogen habe, wenn’s denn soweit is auch tatsächlich umzubringen und aufzufressen. Und diesem atavistischen Bauern in mir stellt sich die gleiche Frage wie dem Bibliohelmis: Za wos hält sich
    die Hilal Sezgin ihre Schafe, Goaßn und Hendeln wenn sie sie nicht isst? Und Frau Schrupps Antwort, Na zusammenleben!, löst bei mir dann dieses leicht ratlose innere Achselzucken aus, das ich von g’standenen Altbauern ganz gut kenne wenn
    sie mit aus der Stadt zugezogenen Neobauern konfrontiert werden die sich halt
    auch einen Hof gepachtet haben um dort ihren persönlichen Streichelzoo zu
    verwirklichen.

  27. @Gerhard – Genau darauf will Hilal ja hinaus – dass es nicht darum geht, dass Tiere geschlachtet werden, sondern darum, wie sie auf industrielle Produktoptimierung hin leben und leiden müssen. Also nicht das Tiere töten ist das Problem, sondern die Art und Weise, wie Tiere gehalten werden. Die Hühner, mit denen sie zusammenlebt, sind übrigens welche, die sie in einer Halle gefunden hat, nachdem die anderen zur Schlachtung abtransportiert worden sind und die dabei vergessen worde waren (offenbar „findet“ man dann nicht immer alle), Sie wären ansonsten einfach verhungert, und da hat sie sie eben mit zu sich genommen.

  28. @29 Antje – Mit dieser Sicht kann ich was anfangen. Wenn allerdings das Töten von Tieren zum Zwecke des Verzehrs (für Hilal Sezgin) nicht per se das Problem darstellt, sondern die Art und Weise wie das Töten bzw. das Leben vorher vonstatten geht, erschließt sich mir nicht ganz woher dann ein moralischer Imperativ zum veganen Lebenstil kommen soll. (Den sie vielleicht so eh gar nicht vertritt, der aber ein bisserl darin anklingt wenn man Veganismus zu einer ethischen Frage (und nicht bloß zu einer persönlichen Wahl des Lebensstils) macht.) Als meines Erachtens moralische Alternative bliebe dann immer noch der halbjährliche Gang zum Bauern deines Vertrauens um dort die halbe Sau oder das ganze Schaf abzuholen (muss nicht mal Bio sein – ich kenn Almwirtschaften ohne Biolabel wo’s den Viechern wahrscheinlich besser geht als in jeder Biowirtschaft im Flachland (ok, das ist jetzt subjektiv)).

  29. @30 Gerhard, aber wenn alle, die derzeit täglich Fleisch essen, ihren Fleischkonsum jetzt beim Almbauern ihres Vertrauens decken wollen würden, dann wird das nicht hinhauen. Da ist dann halt schon – Achtung: böses Wort – Verzicht angesagt. Hardcore-vegan muss niemand werden, aber weniger Fleisch essen wäre schon mal ein Riesenfortschritt.

    @Paula: Wegen Kleidung kannst du mal hier gucken: http://korrekte-klamotten.de. Eine preisgünstigere Alternative ist Second Hand – machst du ja vielleicht schon.

  30. Das Fleisch vom Almbauern können sich eh nicht alle leisten.

    Das ist ja auch ein Teil des Problems, dass viele mit ihrem heutigen Einkommen nur die Wahl zwischen Aldi und Lidl haben.

  31. Subkulturell würde ich vegetarischen und veganen Moralismus bei der neuen Bürgerlichkeit der Grünen einordnen.

  32. Oh, eine Veganismus-Diskussion unter offenbarer Abwesenheit von VeganerInnen, das liebe ich. 😉

    @Irene: Der Moralismus teilt sich eher auf verschiedene Subkulturen auf. Bei den Grünen ist meiner Wahrnehmung nach hauptsächlich der Typ Biofleisch-EsserIn heimisch, aber auch, da hast du sicher recht, viele VegetarierInnen „des Klimas wegen“.

    VeganerInnen sind wohl häufiger in der linksalternativen Szene, bei den Anarchos, dem Straight-Edge-Hardcore und den (autonomen) TierbefreierInnen anzutreffen. Theoretisch gibt es verschiedene Richtungen, die sich hauptsächlich gegenseitig bekämpfen. Letztlich gibt es viele, die an Theorie eher desinteressiert sind und kein Mitglied einer Subkultur sind.

    Dass denen mehr oder weniger gemein ist, dass sie über relativ viel ökonomisches und „kulturelles Kapital“ verfügen (und sie deshalb vegan ernähren können), stimmt schon. Je nach Ansätzen kann das aber von Anarchismus bis ins konservative Milieu reichen.

    Tja, und das mit den Allergien ist wirklich schwierig. Ich vermute jedoch, dass die meisten VeganerInnen das nachvollziehen können, weil sie selbst stark auf ihre Ernährung „achten“ und im Übrigen genauso häufig betroffen sind wie Omnivore. Insofern trifft ihr Moralismus weniger die, deren Speiseplan etwa wegen Soja-, Gluten- oder Fruktose-Unverträglichkeit ohnehin eingeschränkt ist. Nehme ich zumindest so wahr.

  33. Ich hatte nie das Gefühl, dass sich die Menschen in meinem Heimatdorf mit mir als Mensch mehr befasst hätten. Ich wurde in die Schublade zu meinen Eltern gesteckt und dort nicht mehr rausgelassen. Der Vorgang dauerte vermutlich Sekunden. Wenn ich zu Besuch komme, dann bin ich wieder in der Schublade. 30 Jahre gleiche Schublade. Da ist für mich keine Romantik darin. Sich mit den Menschen zu befassen, das war immer nur einseitig. Ich mich mit ihnen. Sie sich nie mit mir. Stadtluft machte mich endlich frei.

    Ich vermisse die Landschaft und ihre Weite. Die Menschen vermisse ich nicht, sie wollten mich nie so leben lassen wie ich leben will.

  34. Hey, na 🙂 ich bin gerade durch Zufall auf dieser Seite gelandet und freue mich sehr zu lesen, dass es jemanden gibt, der sich durch das Landleben für eine vegane Lebensweise entschieden hat. Ich selbst lebe auf dem Land und liebe es, abgesehen von der Vergewaltigung der Natur und der Ausbeutung der Tiere, das sind sozusagen die Schandflecken, denen ich nicht aus dem Weg gehen kann, aber ich versuche da zuversichtlich zu bleiben.Nun ja, eigentlich sollte ich das Buch wohl erstmal lesen, bevor ich etwas dazu schreibe… aber ich setzte es auf meine „Lese-Merkliste“ und sage im Vorraus „Danke“ für die Verknüpfung von Landleben und Veganismus in Form des geschriebenen Wortes 🙂 Sonnige vegane Grüße, Lille

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