Besondere Umstände – Episode 6

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Heute morgen haben Benni und ich wieder eine Stunde gepodcastet, zum Beispiel haben wir darüber geredet, was Demonstrationen bringen, was eigentlich das Gemeinsame und die Unterschiede sind zwischen so verschiedenen Aktionen wie One Billion Rising, Dresden Nazifrei, dem arabischen Frühling oder Freiheit statt Angst.

Dann ging es drum, was eigentlich ein Hype ist (am Beispiel von #Aufschrei und dem mittlerweile vergangenen Hype um die Piratenpartei), ich habe dann noch kurz über die Position der Partei Die Linken zum Sorgerecht gerantet, und am Schluss haben wir sage und schreibe eine Viertelstunde über den Papst als historische Singularität (These von Benni) gesprochen.

Diesmal wieder mit echtem Cliffhanger – hier geht’s lang!

Anschließend haben wir uns noch was zu Essen geholt und unterwegs habe ich Benni von Vine erzählt, mit Ausprobieren 🙂

26 Gedanken zu „Besondere Umstände – Episode 6

  1. Hallo Frau Schrupp,

    alle Ihre schönen Wort entpuppen sich als neoliberale Heuchelei, wenn Sie die einzige Partei, die nicht Entstaatlichung, Sozialabbau und Kriegsführung das Wort redet, wegen einem singulären Punkt bzw Antrag verdammen. Wer sich gleichzeitig mehr um die Oberen Zehntausend sorgt als um die Millionen Menschen, die von der derzeitigen Politik entrechtet und den Rand der Existenz gedrückt werden, überführt sich selber als bourgeoise und menschenfeindliche Ideologin.

    Reineke, empört…

  2. „Was Demonstrationen bringen“, ist so pauschal ja nicht zu beantworten, sondern
    die Antworten dürften sehr von den Motiven und Erwartungen der Person abhängen , die an einer Demonstration teilnimmt oder eben auch nicht teilnimmt.

    Auch wenn sich die ‘herrschenden Eliten’ von Massendemonstrationen (nach aussen) unbeeindruckt zeigen mögen, werden sie als gesellschaftliches Stimmungsbarometer wahrgenommen und beeinflussen auch Entscheidungen unserer gewählten Volksvertretung und der nicht gewählten Lobbyisten.
    Anti-Nazi-Demos erscheinen mir derzeit wie gutbürgerliche Pflichtveranstaltungen, die den Anschein erwecken (sollen), als hätten wir eine Gesellschaft die sich engagiert gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen stellt. Das Phänomen Thilo Sarrazin spricht da eine andere Sprache. Die selben Leute, die eifrig gegen ein paar Glatzköpfe und Springerstiefel demonstrieren, finden Sarrazins ‘Deutschland schafft sich ab’ gut und richtig.

    Benni hat auf die antikapitalistischen „Occupy-Maifestspiele“ in Frankfurt im vergangenen Jahr hingewiesen, die von den Ordnungsbehörden untersagt wurden (bis auf die Samstagdemo) mit der Begründung, es seien gewaltsame Ausschreitungen zu befürchten. Das Aushebeln des Demonstrationsrechts hat viele Menschen zu einem „jetzt erst recht“ zur Demo nach Frankfurt gebracht.
    Sicherlich hängt die Teilnahme an einer Demo auch von der Art und Weise ab, mit der Menschen ihren Empörungen, Forderungen und Protesten Ausdruck verleihen wollen.
    Jedoch glaube ich nicht, dass dies für Massendemonstrationen entscheidend ist. Sobald die bedrohliche soziale, wirtschaftliche Verelendung, die wir europaweit erleben, hier vermehrt angekommen ist, dürften wir ähnliche Proteste auf der Straße erleben wie in Griechenland, Spanien, Irland………

    Auch wenn mir das one-billion-rising irgendwie zu glatt und fast ein bisschen peinlich daherkommt durch den großspurigen Aufruf: “ Diese Welt-Revolution wird das Leben aller verändern!” werde ich trotzdem teilnehmen. Kann meine Befindlichkeit zurückstellen, weil mich das Leiden der Frauen angeht, und ich es für wichtig erachte, dies im öffentlichen Raum in Erinnerung zu bringen.

    Was mir fehlt ist, dass solch ein Aufruf nicht von Männern an Männer ergeht , um weltweit gegen Männergewalt aufzustehen!!

  3. Ps. Damit der letzte Satz nicht mißverständlich rüberkommt: Mir fehlt ein Aufruf von
    Männern an Männer, damit diese weltweit gegen Männergewalt aufstehen.

  4. @ Uze Plass

    Da waere ich als friedfertiger Mann auch dafuer, denn die meisten Gewaltopfer auf der Welt sind auch maennlich.

  5. @Reineke: Aakademische, politisch korrekte Neulinken aus der Mittelklasse kümmern sich schon seit Jahrzehnten nur um „weiche“ Themen wie Rassismus, Sexismus usw. und nicht umd „harte“ Themen wie Ökonomie oder Krieg.

    David Cameron bietet hier ein schönes Prisma. Für Altlinke wie uns ist er wie alle europäischen Eliten der Feind wegen Austerität, für Neulinke ist er ganz toll weil er für die Homoehe ist. Und das macht, wie Du schon gesagt hast, diese Neulinken zu Pseudolinken die in ideologischer Hinsicht neoliberal sind.

  6. @ Ute

    Welche Ideen meinst du denn konkret?

    Die beiden links scheinen mir doch etwas suspekt, gerade der Letztere da ich mit Kirche nichts am Hut habe waehrend die erste den Mann nur als Taeter sieht und nur Frauen und Maedchen als Opfer.

    Bringt uns auch nicht viel weiter, gerade das habe ich ja angesprochen.

  7. @Horatio – Interessante Neuauflage von „Haupt- und Nebenwiderspruch“, ich dachte, das wäre inzwischen sogar bei „Altlinken“ ausgestorben, aber wohl doch nicht 🙂

  8. @Dirk – Ich dachte an den ‚weltweiten Besinnungs- Aufschrei von Männern‘,
    der Männern Mut macht sich mit den vorherrschenden Bildern und Mythen von
    Männlichkeit und Mannsein zu konfrontieren, und die aufklären und bewußt machen, dass und wie Mann sich und andere Menschen beschädigt und zerstört.

    Finde schon, dass Männerbüros von Kirchen, aber auch andere Organisationen , die sich dieser Bewußtseinsarbeit verpflichtet haben, recht gut als mögliche Initiatoren solcher „Aufklärungskampagnen“ eignen würden.

    Natürlich fände ich es klasse, wenn Mann zusammen mit anderen Männern eine Art von „one-billion-rising“ bewegen könnte, auch wenn mannfrau befürchten muss, dass es dagegen (noch) große Vorbehalte und Widerstände geben könnte.
    Ist allerdings kein Grund es sein zu lassen.
    Naiv gefragt: Wie wäre es, wenn sich die Männer hier im Blog für solche Aktionen zusammenfänden?

  9. @Ute Plass – Ich finde es falsch, wenn Männer ohne dass sie eine Beziehung zur Mutter zu haben, automatisch das Sorgerecht bekommen, wenn sie die Vaterschaft anerkennen. Denn so wie das Sorgerecht in Deutschland geregelt ist, schränkt das die Mutter erheblich in ihrer Lebensführung ein, zum Beispiel darf sie ohne die Einwilligung des Mannes nicht mehr umziehen. Man muss ja sehen, dass solche Gesetze nur in Fällen greifen, in denen es zwischen der betreffenden Frau und dem Mann Konflikte gibt. Sind sie sich einig, dass sie ein gemeinsames Sorgerecht wollen, ist das ganz unkompliziert möglich (nicht unkompliziert möglich ist es übrigens bei lesbischen Paaren, was ich ein Unding finde). Das heißt, es geht hier um Fälle, in denen die Mutter nichts mit dem Mann zu tun haben will, mit dem sie geschlafen hat, bevor sie schwanger wurde. Im Prinzip ist das die Wiedereinführung von „Sex nur in der Ehe“, denn es bedeutet, dass Frauen keine Kinder haben können, ohne rechtlich an den Mann gebunden zu sein, von dem sie schwanger geworden sind.

    Der Antrag der LINKEN sagte: „Eltern erhalten, unabhängig von ihrem eherechtlichen Status, mit der Anerkennung der Vaterschaft ein gemeinsames Sorgerecht, sofern der Vater die Übernahme der gemeinsamen Sorge erklärt.“ Ich würde gerne wissen, wie das im umgekehrten Fall bei der Mutter ist, kann sie auch einfach nach der Geburt erklären, dass sie KEINE Sorge übernehmen will? (Denn der Vater kann ja einfach die Übernahme der gemeinsamen Sorge nicht erklären und ist aus der Sorgepflicht raus). Ich denke, dem Kindeswohl dient es nicht, wenn es von Anfang an Eltern hat, die sich streiten und nichts miteinander zu tun haben wollen. Anders ist es natürlich, wenn die Trennung der Eltern erst zu einem späteren Zeitpunkt geschieht, also bereits eine tatsächliche Beziehung zwischen Vater und Mutter besteht.

    Ich bin dafür, dass in dem Fall, dass die Mutter schon vor der Geburt des Kindes kein gemeinsames Sorgerecht mit dem Vater will, es auch keines gibt. Oder anders: Ich bin der Meinung, in Fällen, wenn Kinder nicht in einer bestehenden Paarbeziehung (egal ob Ehe oder nur so Lebenspartnerschaft) geboren werden, nur ein Elternteil für die Sorge zuständig sein sollte (Recht und Pflicht) und dass der andere Elternteil höchstens „abgestuft“ einbezogen wird. Wer nicht mit dem Kind zusammenlebt und die hauptsächliche Sorge übernimmt, sollte auch in Alltagsdingen nicht überall mitreden dürfen. Allerdings bin ich auch dafür, dass der Vater (oder, falls es in Einzelfällen andersrum ist, die Mutter) in diesen Fällen dann nicht unterhaltspflichtig ist, sondern die Allgemeinheit dann für den finanziellen Lebensunterhalt des Kindes aufkommt.

  10. Noch ein Update zum letzten Kommentar: Eltern haben eine Sorgepflicht, soweit ich bisher rausfinden konnte, gibt es für eine unverheiratete Frau, die ein Kind geboren hat, keine Möglichkeit, von dieser Pflicht zurückzutreten, es sei denn, der Vater erklärt sich dazu freiwillig bereit. Das heißt, der Antrag der Linken bedeutet: Wenn der unverheiratete Vater möchte, kriegt er das gemeinsame Sorgerecht, wenn nicht, muss die Mutter das allein machen.

  11. Okay, nochmal zurück: Die Mutter kann das Kind natürlich zur Adoption freigeben. Ich muss mich da nochmal genau über die Modalitäten schlau machen. Also wie es in diesen Fällen dann mit Umgangsrecht etc. ist, das ein Vater ja auch dann hat, wenn er kein Sorgerecht hat.

  12. Natürlich kann die Mutter das Kind zur Adoption freigeben, mal abgesehen davon, dass sie auch abtreiben kann.

    „Im Prinzip ist das die Wiedereinführung von “Sex nur in der Ehe”, denn es bedeutet, dass Frauen keine Kinder haben können, ohne rechtlich an den Mann gebunden zu sein, von dem sie schwanger geworden sind.“

    Dazu kann man nur sagen, dass das wohl Quatsch ist – erstens gibt es Verhütung. Zweitens kann man von erwachsenen Frauen wohl auch verlangen und erwarten, dass sie niemanden zum Vater ihrer Kinder machen, mit dem sie dann nicht Elternschaft teilen wollen, es sei denn, sie haben sich vorher explizit darauf geeinigt, dass das für den Mann ok wäre, zu seinen Kindern kein Verhältnis zu haben.

    Allerdings dann bitte auch so konsequent und kein Umgangsrecht und auch keine finanziellen Verpflichtungen für den Vater.

  13. PS. Die Farce ist ja auch, dass Mütter in so ziemlich jeder Form auf die Verantwortung für ihre Kinder verzichten können – Babyklappe, Adoptionsfreigabe usw. usf.

    Der Vater aber mitnichten diese Freiheiten hat, trotzdem aber mindestens für die nächsten zwanzig Jahre blechen darf, aber bitte, ohne die Freuden eines familiären Lebens zu haben.

    Im Sorgerecht ist noch so einiges gerade zu ziehen.

  14. PPS.

    „Das heißt, es geht hier um Fälle, in denen die Mutter nichts mit dem ann zu tun haben will, mit dem sie geschlafen hat, bevor sie schwanger wurde. “

    Auch das ist nicht richtig – das BVerfG hat ein früheres Urteil unter anderem deswegen so bereitwillig auf Veranlassung durch den EuGH abgeändert, weil mittlerweile die Ergebnisse aus den anlässlich des früheren Urteils der Bundesregierung aufgegebenen Beobachtungen vorliegen: Und das Ergebnis war, dass in der Mehrzahl der Fälle Frauen das Sorgerecht schlicht aus Machterwägungen den Vätern vorenthalten, und nicht, weil sie etwa nichts mit denen zu tun haben wollten.

  15. Antje – Eine Mutter, die sich nicht imstande sieht, der Sorgepflicht zu entsprechen hat natürlich die Möglichkeit „Hilfer zur Erziehung“ in Anspruch zu nehmen (ob mit oder ohne sorgeberechtigten Kindsvater). Mit den zuständigen Jugendamtsmitarbeiter-innen wird dann ein Hilfeplan erarbeitet, der sich am sog. Kindeswohl orientiert, welches das Wohl der Kindesmutter mit einbezieht (sollte jedenfalls idealerweise so sein).

  16. @Andreas – Naja, genauso gut kann man sagen, dass viele Väter das Sorgerecht nur haben wollen, um Macht auszuüben und nicht deshalb, weil sie wirklich die Kinderbetreuung und -erziehung übernehmen wollen.

    …“Kann man von erwachsenen Frauen wohl auch verlangen und erwarten, dass sie niemanden zum Vater ihrer Kinder machen, mit dem sie dann nicht Elternschaft teilen wollen“, ja, das ist ja genau dasselbe wie „kann man von erwachsenen Frauen wohl auch verlangen, dass sie nicht unehelich schwanger werden“. Das klingt doch so ähnlich wie das frühere „die musste heiraten“ nachdem sie schwanger geworden war.

    Was den Unterhalt betrifft, so gebe ich dir recht, das habe ich ja schon geschrieben. Und wenn man andererseits automatisches gemeinsames Sorgerecht fordert, dann dürfte es für die Männer logischerweise ebenfalls keine Wahl mehr geben, d.h. unverheiratete Väter hätten dann gezwungenermaßen das Sorgerecht und die Sorgepflicht (und könnten es sich nciht, wie im Vorschlag der LINKEN, nach Belieben aussuchen). Das wäre aber natürlich auch Murks, denn man kann niemanden zwingen für andere zu sorgen.

  17. @AntjeSchrupp:

    Mir persönlich wäre nicht klar, wie man nun das Sorgerecht missbrauchen kann, um Macht auszuüben – ausserdem kann doch eine Frau in dem Fall das alleinige Sorgerecht leicht beantragen.

    „Das klingt doch so ähnlich wie das frühere “die musste heiraten” nachdem sie schwanger geworden war.“

    Also bitte – es ist doch ein Riesenunterschied, ob ich mit jemandem verheiratet bin, oder ob ich nur die Elternschaft teile.
    Und gegeben diesen Unterschied, ja – da ist es eine Abwägung, was stärker wiegt: Der Wunsch der Mutter, eventuell das Kind ohne den Mann aufzuziehen, oder der Wunsch des Vaters, sich um sein Kind zu kümmern.
    Das beantwortet sich in meinen Augen schon dadurch, dass der Wunsch der Mutter ein rein egoistischer ist, während der Wunsch des Vaters darauf abzielt, soziale Verantwortung zu übernehmen.
    Die Freiheit des einen ( auch von Frauen ) endet eben, wo die des anderen ( hier von Männern ) beginnt.

    Und auch Deinem letzten Absatz kann ich nicht zustimmen – Frauen haben keinerlei Sorgepflicht und tragen in der Regel auch keinerlei finanzielle Verantwortung ( wie gesagt, sie können z.B. zur Adoption freigeben, und selbst wenn sie es nicht tun, schulden sie dem Kind in der Regel keinen finanziellen Unterhalt ), haben aber trotzdem freie Wahl, das Sorgerecht zu bekommen.
    Warum willst Du das bei Männer anders handhaben?
    Eine vernünftige Lösung wäre für mich, dass Männer genauso wie Frauen die Wahl haben, das Sorgerecht zu übernehmen, und nur in dem Fall auch eine Sorgepflicht erhalten, in dem sie dieses Recht beanspruchen.

  18. Naja, genauso gut kann man sagen, dass viele Väter das Sorgerecht nur haben wollen, um Macht auszuüben und nicht deshalb, weil sie wirklich die Kinderbetreuung und -erziehung übernehmen wollen.

    Beispiele dafür gibts übrigens in Stalking-Foren. Und die meisten Stalker sind Männer.

  19. @Andreas – Mütter schulden dem Kind keinen finanziellen Unterhalt? Weil sie es von Luft und Liebe ernähren? Was ein Quatsch. Außerdem haben Mütter qua Geburt die Sorgepflicht für das Kind, wenn sie die nicht wollen, müssen sie etwas aktiv unternehmen. Bei Vätern ist es nicht so: Solange sie nicht erklären, es haben zu wollen (oder mit der Mutter verheiratet sind), haben sie keine Sorgepflicht/recht.

  20. @Antje – Danke für die ausführliche Antwort, die mir deinen Ärger sehr nachvollziehbar macht.

    In dem Konstrukt : Mutter hat qua Schwangerschaft-Geburt Sorgerecht/pflicht und der unverheiratete Vater nur auf Antrag, scheint noch archaisches Denken durchzuschimmern: Geburtsfähigkeit wird gleichgesetzt mit Sorgefähigkeit/pflicht – sozusagen die alte Gleichung : Frau = Natur = abhängig!!

    Dagegen wird die Zeugungsfähigkeit des Vaters nicht mit Sorgefähigkeit/pflicht gleichgesetzt, sondern mit Entscheidungsfähigkeit/macht. Patriarchale Spuren im Sinne von: Mann überwindet die Natur = Kultur = frei !

    Mannomann!!!:-D

  21. …eigentlich wollte ich fern bleiben, aber…muss das noch loswerden…:
    Jede Frau und jeder Mann die miteinander Kinder Zeugen, haben die Pflicht fuer ihren Nachwuchs zu sorgen! und sie in das Leben hinein zu begleiten und Gesellschaftsfaehig werden zu lassen.
    Wenn aus gesundheitlichen Gruenden es nicht immer moeglich sein kann, werden andere diese Aufgaben uebernehmen muessen/wollen/koennen.
    Eine eventuelle Scheidung der Eltern, sollte bis zum 18. Lebensjahr der Kinder hinausgeschoben werden (getrennt wohnen sei zugestanden).

  22. Nachfrage bei der Fraktion DIE LINKE: (von unten nach oben zu lesen)
    ——————————————————————————————————

    From: Claudia Nier
    Sent: Thursday, February 21, 2013 2:49 PM
    To: uteplass
    Subject: AW: Neuregelung des Sorgerechts für nicht miteinander verheirateter Eltern

    Liebe Ute Plass,

    ich kann leider nicht mit Ihnen in einen Dialog treten,

    dennoch ein Hinweis: im Grundgesetz wird die Ehe besonders geschützt,

    daraus folgen viele Unterschiede, auch oft m.E. unangebrachte.

    Wir müssen sie trotzdem „im Hinterkopf“ haben.

    Freundliche Grüße,

    Claudia Nier

    —————————————————————–
    Claudia Nier
    Mitarbeiterin für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

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    Von: uteplass
    Gesendet: Donnerstag, 21. Februar 2013 13:40
    An: Claudia Nier
    Betreff: Re: Neuregelung des Sorgerechts für nicht miteinander verheirateter Eltern

    Sehr geehrte Frau Nier,

    meine Fragestellung zielt auf den unterschiedlichen Umgang mit dem Status: “verheirateter Vater/nicht verheirateter Vater”. Die ‘automatische’ gemeinsame Sorgepflicht erhält ein verheirateter Vater, ein unverheirateter nicht. In dieser Logik erhebt Ihre Partei den Ehestatus zum Kriterium für das Kindeswohl. Ein Widerspruch zu dem, was DIE LINKE doch
    postuliert, wenn sie (zu Recht, wie ich finde, ) darauf besteht dass im Sinne des Kindeswohls die Bereitschaft des Vaters zur Sorgeübernahme mit entscheidend ist. Ist der verheiratete Vater denn glaubwürdiger als der unverheiratete, da letzterer ja mit einem Antrag seine Glaubwürdigkeit zur Sorgepflicht belegen soll/muss?

    Herzliche Grüße.

    Ute Plass

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    From: Claudia Nier

    Sent: Wednesday, February 20, 2013 5:13 PM

    To: uteplass

    Subject: AW: Neuregelung des Sorgerechts für nicht miteinander verheirateter Eltern

    Sehr geehrte Ute Plass,

    eine Frage zurück: haben Sie bereits Kinder geboren? Bei der Geburt ist die Mutter naturgemäß anwesend und entscheidet sich spätestens in diesem Moment, ob sie die Verantwortung übernimmt oder das Kind z.B. zur Adoption freigibt. Damit erklärt sie sich.

    Bei Vätern ist das – auch naturgemäß – anders.

    Die biologische Mutter ist nicht „sogleich eine sozial-fürsorgliche“, in der übergroßen Mehrheit der Fälle allerdings schon.

    Um einen etwas hinkenden Vergleich zu bemühen: wenn über Gewalt gegen Frauen berichtet wird, gibt es immer auch Einige Menschen, die von prügelnden Ehefrauen (ihre Männer prügelnd) erzählen. Sie kennen keine solchen Frauen selbst, haben davon aber schon gehört.

    Habe ich Ihre Frage wieder falsch verstanden?

    Falls das so ist oder Sie weitere Fragen an uns oder auch Anregungen für uns dazu haben, schreiben Sie uns bitte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia Nier

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    Von: uteplass
    Gesendet: Mittwoch, 20. Februar 2013 14:42
    An: Claudia Nier
    Betreff: Re: Neuregelung des Sorgerechts für nicht miteinander verheirateter Eltern

    Sehr geehrte Frau Nier,

    herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung, die mir nachvollziehbar ist, jedoch meine Frage unbeantwortet läßt, warum unverheiratete Mütter dann nicht ebenso wie unverheiratete Väter ihre Bereitschaft zur Sorgeübernahme erklären sollen/müssen? Der Antrag suggeriert ein biologisch begründetes Sorgerecht, dass also qua Geburt, die biologische Mutter sogleich eine sozial-fürsorgliche ist und sein will? Ist das im Sinne der AntragstellerInnen, bzw. der Partei DIE LINKE?

    Mit freundlichem Gruß

    Ute Plass

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    From: Claudia Nier

    Sent: Wednesday, February 20, 2013 2:14 PM

    To: uteplass

    Subject: AW: Neuregelung des Sorgerechts für nicht miteinander verheirateter Eltern

    Sehr geehrte Ute Plass,

    haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich im Namen der Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE im Bundestag beantworten möchte. Die Zielstellung der Formulierung ist folgende: Die Väter müssen das Sorgerecht auch wollen und deswegen ihre Bereitschaft zur Sorgeübernahme erklären. Denn Sorge zu übernehmen, heißt Verantwortung zu übernehmen. Denn das Sorgerecht sollen diejenigen haben, die diese Verantwortung und die damit verbundenen Pflichten zum Wohle des Kindes auch übernehmen wollen. Leider machen viele alleinerziehende Mütter immer wieder die Erfahrung, dass die Väter zwar das Sorgerecht haben wollen, sich aber wenig um die Kinder kümmern oder mitunter gar der Mutter das Leben schwer machen.

    Mit der Erklärung soll ein Automatismus verhindert werden und nur die sorgewilligen Vätern das Sorgerecht erhalten. Mit dieser Erklärung müssen sie sich dazu bekennen. Den letztendlich geht es immer um das Wohl des Kindes und Kinder brauchen klare Verantwortlichkeiten und einen Verantwortungsvollen Umgang der Sorgeberechtigten mit ihren Rechten, die vor allem Pflichten sind.

    Falls Sie weitere Fragen an uns oder auch Anregungen für uns dazu haben, schreiben Sie uns bitte. Wir freuen uns über Ihre Post.

    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia Nier

    —————————————————————–

    Claudia Nier

    Mitarbeiterin für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

    Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

    Platz der Republik 1, 11011 Berlin

    Telefon +4930/227-51190

    Telefax +4930/227-56128

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    Von: uteplass

    Gesendet: Montag, 18. Februar 2013 15:14
    An: Jörn Wunderlich; Fraktion DIE LINKE; diether.dehm@bundestag.de; Nicole Gohlke; Harald Koch; Jan Korte; Ralph Lenkert; wolfgang.neskovic@bundestag.de; Jens Petermann; Raju Sharma; sabine.stuebner@bundestag.de; Frank Tempel; Halina Wawzyniak; Harald Weinberg
    Betreff: Neuregelung des Sorgerechts für nicht miteinander verheirateter Eltern

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    über folgenden Podacast https://antjeschrupp.com/2013/02/13/besondere-umstande-episode-6/ bin ich auf den Antrag der Partei DIE LINKE zur Neuregelung des Sorgerechts für nicht miteinander verheiratete Eltern aufmerksam geworden.

    Nicht nur mir bleibt unverständlich, wieso der Mann bei Anerkennung der Vaterschaft automatisch ein gemeinsames Sorgerecht erhält, sofern “der Vater die Übernahme der gemeinsamen Sorge erklärt”.

    Mütter (ob verheiratet oder nicht) haben qua Geburt die Sorgepflicht für das Kind! Unverheiratete Väter nicht?

    Welche Logik wollen Sie Ihren Wählerinnen und Wählern damit vermitteln?

    In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

    mit bestem Gruß

    Ute Plass

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