Die denkwürdigen Sorgen der Frau Lewitscharoff


8668329083_a46ff3f9aa_bÜber die denkwürdige Rede von Sibylle Lewitscharoff habe ich heute beim Spaziergehen nachdenken müssen. Nicht über ihre krasse Wortwahl, über die sich ja schon alle aufgeregt haben, denn mir gefallen krasse Wortwahlen eigentlich: Ansichten werden ja auch nicht dadurch besser, dass sie in diplomatische Vokabeln verpackt werden.

Die Frage, die mich interessiert, ist nicht, warum Lewitscharoff sich so krass ausdrückt, sondern was sie dazu bringt, solche Ansichten zu haben. Ich glaube nicht, dass ihr Fall sarrazinesk ist, dass es ihr also vor allem um Aufmerksamkeit und Selbstinszenierung geht. Ich glaube, dass sie sich tatsächlich irrt, weil sie etwas Wichtiges nicht verstanden hat.

Der inhaltliche Punkt ihrer verbalen Ausfälle war eine „Abscheu“ vor künstlicher Befruchtung  und zwar speziell, wenn es sich um lesbische Frauen handelt. Bei heterosexuellen Paaren hat sie eher Verständnis, es handelt sich also nicht um Technikkritik, die Technik ist ja in beiden Fällen dieselbe, sondern um Gesellschaftskritik.

In einem Interview in der FAZ hat Lewitscharoff noch einmal konkretisiert, was genau es ist, das sie für eine „katastrophale Entwicklung“ hält:

„Die Selbstermächtigung der Frauen. Ich finde, zu einem Kind gehört auch der Mann.“

Und weiter:

„Es geht mir wirklich auch darum, den Mann nicht zu beseitigen aus der Erziehung. Das ist mir wichtig. Ich finde, die Männer sind in unserer Gesellschaft stark im Rückzug begriffen, was Erziehungsfragen angeht. Das halte ich für schwierig.“

Diese Einschätzung ist ja nun ganz und gar erstaunlich, weil wir uns seit einiger Zeit doch mitten in einem riesigen Transformationsprozess zur Einbeziehung von Männern in „Erziehungsfragen“ befinden. Sowohl auf politischer Ebene (Vätermonate, neue Arbeitszeitmodelle), als auch auf gesellschaftlicher („Mehr Männer in Kitas“, organisierte Väterbewegungen, Feuilletonserien über Vaterschaftserfahrungen) wie auch auf individueller (heterosexuelle Paare, die sich bemühen, die Erziehungsarbeit aufzuteilen, Kampf schwuler Männer ums Adoptionsrecht).

Es ist also rundheraus falsch, dass Männer, was Erziehungsfragen betrifft, „stark im Rückzug begriffen“ wären, das genaue Gegenteil ist der Fall. Und zwar in einem Ausmaß, das lesbische Frauen mit Kinderwunsch ganz sicher nicht unterminieren können.

Was also hat Lewitscharoff im Kopf, wenn sie so etwas offensichtlich Irreales behauptet?

Als ich darüber nachdachte, fiel mir auf, dass es bei diesem Thema tatsächlich etwas gibt, das „im Rückzug begriffen“ ist, allerdings sind das nicht Männer generell, sondern eine ganz spezielle Sorte Mann: der typische Vater von früher. Während das Wort „Mutter“ heute mehr oder weniger noch dasselbe bedeutet wie vor hundert, zweihundert oder dreihundert Jahren, hat das Wort „Vater“ einen radikalen Bedeutungswandel hinter sich.

Was ist denn eine Mutter? Eine „Mutter“ ist eine Person, die für ein Kind die volle Verantwortung trägt. In sehr vielen Fällen (aber nicht notwendigerweise) ist diese Person identisch mit der Person, die das Kind geboren hat. Sie erledigt die für das Kind notwendige Care-Arbeit, vermittelt ihm die Welt, lehrt das Kind sprechen, und dafür verbringt sie einen Großteil ihrer nicht-erwerbstätigen Zeit gemeinsam mit dem Kind. Das ist, wohlgemerkt, eine phänomenologische Beschreibung „real existierender“ Mütter, keine normative Definition. Im konkreten Fall kann diese Person auch ein Mann sein oder jemand, die_der das Kind nicht selbst geboren hat, und es gibt natürlich auch Mütter, die von ihrem Kind getrennt leben. Aber die große Mehrzahl der Mütter, so behaupte ich, dürften sich mehr oder weniger in diesem Bild wiederfinden.

Und was ist ein Vater? Noch vor hundert Jahren war ein Vater ein Mann, der mit einer Mutter verheiratet war und durch diesen Status die Befugnis hatte, über Mutter und Kinder zu bestimmen und deren Rechte stellvertretend nach außen wahrzunehmen. Er war häufig, aber nicht notwendigerweise, auch der biologische Erzeuger der Kinder. In die notwendigen Erziehungsarbeiten war er im Alltag fast gar nicht involviert, fungierte aber als Autoritätsperson, die das letzte Wort hat („Warte nur, bis dein Vater nach Hause kommt!“). Er verbrachte nur wenig Zeit zusammen mit den Kindern, vielmehr hatte er meist einen eigenen Bereich, den die Kinder nur mit Erlaubnis betreten durften. Die Mutter hatte dafür zu sorgen, dass der Vater von seinen Kindern „nicht gestört wird“.

Ich behaupte mal, die Väter, die sich heute noch in dieser Beschreibung wiederfinden, lassen sich an einer Hand abzählen. Die meisten würden sich wahrscheinlich eher in dem wiederfinden, was ich oben über Mütter schrieb.

Betrachtet man diesen Bedeutungswandel des Wortes „Vater“, so wird deutlich, dass es sich tendenziell dem angenähert hat, was Muttersein schon immer bedeutete. Noch nicht unbedingt in der Realität – dass es mit der „aktiven Vaterschaft“ noch an vielen Ecken hapert und warum, muss ich hier ja nicht näher ausführen. Aber es ist doch klar, dass viele der heutigen „real existierenden Väter“ irgendwie in diese Richtung wollen, und die beteiligten Mütter übrigens auch. Manche vielleicht nur halbherzig, andere entschlossener, aber einige sind auch schon dort angekommen.

Wenn sich aber Väter nur noch dadurch von Müttern unterscheiden, dass sie die Kinder nicht selbst geboren haben (was ich übrigens keineswegs für einen trivialen Unterschied halte, aber für meine hiesige Argumentation fällt er nicht groß ins Gewicht), dann…

… ja, dann gibt es keinen logischen Grund mehr dafür, warum die Gruppe der Erwachsenen, die ein Kind „bemuttern“, sich unbedingt aus einer Frau und einem Mann zusammensetzen muss. Es können dann genauso gut zwei Frauen oder zwei Männer sein. Oder drei oder vier.

Der entscheidende Punkt ist hier, dass der patriarchale Vater nicht mehr gebraucht wird. Ich weiß nicht, ob er jemals „gebraucht“ wurde, aber zumindest hatte er früher eine gesellschaftliche Funktion. Die hat er heute nicht mehr. Sie ist in dem Moment obsolet geworden, als Frauen gleichberechtigt wurden, wo sie sich selbst nach außen vertreten und eigenes Geld verdienen konnten. Oder vielleicht sogar noch früher: in dem Moment, wo Frauen das patriarchale Familien-Arrangement nicht mehr akzeptierten und beschlossen, für ihre Gleichberechtigung zu kämpfen.

Sibylle Lewitscharoff hat also Recht, wenn sie eine „Selbstermächtigung der Frauen“ diagnostiziert. Aber diese Selbstermächtigung bezieht sich nicht darauf, einem technologischen Machbarkeitswahn zu frönen und dabei die Bedingtheit und Begrenztheit der Welt zu missachten (wie Lewitscharoff es ihnen vorwirft). Um es in Lewitscharoffs religiösem Bezugsrahmen auszudrücken, den sie ja ausdrücklich zu ihrer Rechtfertigung ins Feld führt: Frauen setzten sich mit ihrer Selbstermächtigung keineswegs selbst an die Stelle Gottes, sie lassen bloß nicht mehr zu, dass Männer sich (ihnen und ihren Kindern gegenüber) an die Stelle Gottes setzen.

Deshalb ist die Selbstermächtigung der Frauen, die unter sehr vielem anderem auch die In-Vitro-Fertilisation für lesbische Frauen mit Kinderwunsch brachte, auch keine Gefahr für die Welt und das Zusammenleben der Menschen. Es geht dabei nämlich gerade nicht um Machbarkeit und Ich-Bezogenheit, sondern um ein gutes Leben für alle, um gelingende Beziehungen.

Na klar gibt es einen medizinisch-pharmazeutischen Komplex und neoliberale Ideologen, die aus all dem Profit schlagen wollen, und es ist sehr wichtig, dies kritisch im Auge zu behalten (ein Bemühen, dem Lewitscharoff leider gerade einen Bärendienst erwiesen hat).

Es dauert immer eine Weile, bis ein so grundlegender Wandel wie das Ende des Patriarchats – und genau darum handelt es sich hier im genauesten Wortsinn – sich auch „herumspricht“, also in die symbolische Ordnung einer Gesellschaft eingeschrieben wird und auch die konkrete Realität sich entsprechend sichtbar ändert. Sibylle Lewitscharoff, so scheint es mir, gehört zu denen, die diese Veränderung nicht sehen (und sie ist ja wahrlich nicht die einzige). Sie sieht nur das Durcheinander, das dieser Wandel ebenfalls mit sich bringt, und sehnt sich daher zurück nach einer alten Ordnung. Die aber zum Glück nicht wiederkommen wird.

Denn, wie italienische Feministinnen schrieben: „Es ist passiert – nicht aus Zufall“.

Foto: Flickr.com/jenssissel cc by-sa

31 Gedanken zu „Die denkwürdigen Sorgen der Frau Lewitscharoff

  1. Liebe Antje Schrupp,
    m. E. geht es bei der Dresdner Rede von Sibylle Lewitscharoff nicht nur um das hoffentlich sich nahende Ende des Patriarchats, wie Sie es hier beschreiben.
    Es geht für meine Wahrnehmung um die zur Disposition stehende Möglichkeit von im Reagenzglas gezeugten Menschen, sich ihres Ursprungs zu vergewissern: Wenn ich als heranwachsender, mehr und mehr bewusst werdender Mensch, der/die gelernt hat, dass ein Mensch in der Vereinigung einer Samen- und einer Eizelle seinen/ihren Ursprung hat – , wenn ich nicht weiss, wer mein Vater ist, und wenn vielleicht auch meine Mutter dies nicht weiss oder mir nicht erzählen will, weil sie diesen Menschen nie kennengelernt hat — , wie fühle ich mich dann – ?
    Entsteht in mir dann vielleicht eine sehr tief, nämlich in meinem Körper sitzende Verunsicherung (eine Beeinträchtigung meiner Lebenskraft), ein u.U. lebenslanges Suchen und vielleicht nie Finden meiner Identität? Das sind die Fragen, um die wir m. E. in diesem Gespräch miteinander ringen sollten.

    Mit besten Wünschen

    Ruth Priese

  2. Liebe Frau Priese, eine solche Verunsicherung ist aber immer auch schon eine Folge gesellschaftlicher Diskurse. Menschen (und auch Kinder) halten das für wichtig, was alle um sie herum auch wichtig finden. Es ist also eine Frage gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse, welche Bedeutung wir der biologischen Vaterschaft geben wollen. Aber dieses Thema der Verunsicherung darüber, wer der biologische Vater ist, spricht sie in ihrer Rede ja gar nicht an.

  3. „Menschen (und auch Kinder) halten das für wichtig, was alle um sie herum auch wichtig finden.“

    Das ist eine leere Floskel. Frau Lewitscharow findet z.B. etwas völlig anders wichtig, als Sie, Frau schrupp.

  4. Ich halte dein Vaterbild von der Vergangenheit für ein Klischee aus Romanen über großbürgerliche Familien oder Familien hoher Beamter und Kirchenfunktionäre. Noch vor 100 Jahren hat die große Mehrheit der Menschen in Deutschland sehr sehr eng gewohnt (vor allem in den Städten), da hatten Väter kein Refugium. Sie brauchten auch keines, weil sie im Durchschnitt an 6 Tagen je 9-10h gearbeitet haben (wir wollen nicht von vor 150 Jahren sprechen): 1900 wurde in Deutschland die 60h-Woche eingeführt und 1918/19 dann die 48h-Woche. In der Regel harte körperliche Arbeit.
    Die Arbeitszeit wurde erst in den 50 und 60 auf heute übliches gekürzt (die 40h-Woche an 5 Werktagen kam 1965).

    Zum Verdrängen der Väter in Erziehungsfragen: keine Ahnung, was Lewitscharoff damit meint. Vielleicht meint sie die hohe Scheidungsrate, es werden ja so die Hälfte der Ehen wieder geschieden. In wie viele dieser Paare gemeinsame Kinder haben, weiß ich nicht. Auf ARD habe ich vor kurzem gesehen, dass ca. bei der Hälfte der Scheidungen, in denen es gemeinsame Kinder gibt, die Kinder den Kontakt zum anderen Elternteil verlieren, meist weil derjenige, bei dem die Kinder leben, den Kontakt verhindert.

    Vielleicht meint sie auch, dass früher viel mehr Männer Lehrer waren?

    Wieso Lewitscharoff künstliche Befruchtung bei lesbischen Paaren problematischer findet (und eine natürliche besser?), kann ich nicht verstehen. Das ist einfach irrational, vermutlich hat sie einfach was gegen homosexuelle Menschen (zumindest dagegen, dass sie sich fortpflanzen).

  5. Hallo Zusammen,

    was ich besonders schlimm finde ist die Verallgemeinerung, dass lesbische Frauen mit Kinderwunsch sich mit dem Problem der Herkunft nicht beschäftigen würden. Noch krasser ist der direkte Vorwurf, dass alle lesbische Frauenpaare den leiblichen Vater ausgrenzen wollen. Genau diese Vorwürfe lese ich aus der Rede heraus und auch genau mit dieser Verallgemeinerung. Meine Erfahrung ist allerdings eine völlig andere. Der Großteil der Frauenpaare mit Kinderwunsch, die ich kenne, wünscht sich nichts mehr als das der Vater am Leben des Kindes teilnimmt oder zumindest für die Fragen der Herkunft zur Verfügung steht. Ich kenne Paare, die aus genau diesem Grund, nämlich keinen entsprechenden Vater zu finden, sich den Wunsch ganz versagen oder lange zögern. Frau Lewitscharoff behauptet einfach irgendwas ohne Beleg, ohne Hintergrundwissen und ohne Nachzudenken. Sie erstickt damit, für mich, auch jede Diskussion.

    @Antje: Ich habe in der Rede schon herausgehört, dass sie viel über die Verunsicherung der biologischen Herkunft spricht. Ich weiß nur nicht, wie sie darauf kommt dieses Problem auf lebische Frauenpaare mit Kindern zu beschränken.

  6. Krasse Wortwahl ist eine Sache – derbe Beleidigungen eine andere.

    Was in Frau L.’s Kopf passiert ist recht einfach, sie wünscht sich die Vergangenheit zurück. Aber das allein erklärt nicht die Verunglimpfungen, die sie von sich gibt. Auch nicht die Überheblichkeit mit, der sie sich und ihre Ansichten über andere Menschen stellt und Verletzungen in Kauf nimmt.

  7. Die „Selbstermächtigung der Frauen“ – da muss ich mich wirklich zusammennehmen, um kein böses Wort in Richtung der Frau L. zu schleudern.
    Wir fassen also die letzten paar 1000 Jahre zusammen:
    – der Mann verfügt vollständig über die Frau
    – er entscheidet, wann sie mit ihm Sex zu haben hat
    – er entscheidet in manchen Fällen, ob sein Kind am Leben bleiben darf (Rom)
    – er entscheidet, wie er den Körper der Frau nutzt…

    …und hat dabei i. d. Regel das Recht auf seiner Seite.

    Und jetzt haben Frauen erstmals überhaupt die Möglichkeit, selbst über ihre Reproduktion zu entscheiden und Frau L. ruft den Untergang des Abendlandes aus?
    Selten so gelacht.

    Abgesehen halte ich es für einen Mythos, dass Frauen versuchen, Männer aus dem Bereich der Kindererziehung zu drängen. In den meisten Fällen, die ich kenne, versuchen Frauen händeringend, ihre Männer zu mehr Engagement in Sachen Kinder zu bewegen. Ich kenne keine einzige Frau, die sich bewußt dafür entschieden hat, als alleinstehende Frau ein Kind zu bekommen.

    Ich hatte beim Anhören der Rede ganz stark den Eindruck, dass die gute Frau L. aus persönlichen Neurosen heraus einen gesamtgesellschaftlichen Verfall zu konstruieren versucht.

  8. Ich habe nur ein paar Ausschnitte aus der Rede von Frau Lewitscharoff in der abendlichen Kultursendung des Deutschlandfunks gehört, und obgleich das nun nicht das zentrale Medium für die Kundgabe linker Positionen ist, waren die Redeausschnitte, die dort ausgewählt wurden, schon so, dass mich der Hass, der aus ihnen hervortrat, erschreckte. Natürlich waren es auch die Inhalte, die mich erschreckten, aber eben auch, wie sie Menschen beleidigte, wie sie eben die ReproduktionsmedizinerInnen als Herrn und Frau Doktor Frankenstein bezeichnete.

    Ich suche gerade nach dem Beitrag und habe bei dieser Gelegenheit einen weiteren gefunden, in dem sie die durch künstliche Befruchtung gezeugten Kinder als „Halbwesen“ bezeichnet, außerdem ein Vergleich der modernen Reprodutionsmedizin mit dem „Lebensborn“ der Nazis. Verräterisch ist auch, wie sie die Leihmutterschaft kritisiert: nicht in erster Linie damit, dass die wirtschaftliche Not einer Frau ausgenutzt wird, sondern damit, was dem Kind angetan wird.

    Erschreckend ist jetzt auch, wie manche Leute aus dem Literaturbetrieb so zahm reagieren.

  9. Hallo Frau Friese,
    anscheinend ist die Frage nach den biologischen Eltern für die meisten Menschen wichtig, so dass Adoptionskinder, wenn sie achtzehn sind, manchmal gerne wissen, wer nun die leiblichen Eltern sind, sie sind aber nicht das, was bestimmt, wer oder was ein Mensch ist. Wer oder was ein Mensch ist, wird nicht durch die Gene bestimmt oder durch die Art der Zeugung, sondern dadurch, wie ein Mensch groß wird, wie er geliebt wird, und später auch dadurch, welche Entscheidungen er selbst in seinem Leben trifft. (Ich würde auch gerne wissen, wie die Adoptionskinder nun auf die leiblichen Eltern reagieren. Sagen sie: endlich weiß ich, wer ich wirklich bin, oder sagen sie: Interessant, jetzt weiß ich, wer sie sind, jetzt kann ich mir ein Bild davon machen, was aus mir geworden wäre, wenn ich nicht adoptiert worden wäre, das wäre meine Heimat gewesen, wenn ich nicht adoptiert worden wäre, aber im wesentlichen haben mich eben doch meine Adoptionseltern geprägt.)
    Außerdem: Leihmutterschaft, In-Vitro-Fertilisation und PID und auch PND können kritisiert werden – aber die beteiligten Menschen, vor allem die Kinder, können nicht als Halbwesen beleidigt werden.

  10. Sehr geehrte Antje Schrupp,

    ist es „Zufall“, dass auf Ihrer BLOG-Seite vom 4. März 2014 mit dem Aufmacher: „BEIM EIGENEN KÖRPER ENDET DER ARM DES STAATES“, ein YouTube-Link zu einer Familien-/Systemaufstellung von Bert Hellinger anzuklicken ist, mit dem Thema: „Der Verlorene Freund – The lost friend?“

    Wie Frau/Mann mit diesen Aufstellungen tolerant umgehen kann, umgeht, lasse ich offen – wobei ich das Wissen darum, auch zur Allgemeinen Bildungen zähle, ist in den Aufstellungen (Eigenerfahrungen) immer wieder zu sehen/erleben, dass immenses Leid in den Generationen herrscht/herrschen kann, wenn „Geheimnisse“ in den vorangegangenen Sippen nicht geklärt wurden/werden, und dieses Leid viel Positives im Leben verhindern kann/verhindert!

    Somit stelle ich mir auch die Frage – auch wenn ich mit den Familien-/Systemaufstellungen immer noch konstruktiv kritisch umgehe – wird mit den künstlichen Befruchtungen automatisch „Leid“ erzeugt?
    Welche Eltern, gleichgültig welchen Geschlechtes gehen o f f e n später mit diesen Themen/eigenemThema um, sodass die erwachsenen Kinder ebenfalls ein „wissendes“ Leben führen können?

    An der Ansicht von Frau Lewitscharoff stört mich die Kurzsichtig- wie Engstirnigkeit ihres Geistes, und dass sie sich im Nachhinein auch noch entschuldigt für ihre „Wortwahl!“

    Wenn diese – „künstlich“ – erzeugten Kinder erwachsen werden/sind, haben sie A L L E Probleme mit der Frage ihrer Herkunft, und diese Probleme müssen zu A L L E R Wohl gelöst werden/gelöst werden können. Das ist Aufgabe einer Gesellschaft, nicht wer „künstlich“ erzeugte Kinder „groß zieht!“

    Immer wieder D A N K E für die facettenreichen Themen auf Ihrem BLOG. Bin eine begeisterte, ältere Leserin.

  11. @Barbara – Der Link zu dem Hellinger-Video ist sicher in den Kommentaren geposted worden, nicht von mir. Ob „alle“ Kinder, die per künstliche Befruchtung entstanden sind, später mit ihrer Herkunft Probleme haben, das halte ich für eine schwer überprüfbare Behauptung. Was genau sind denn „Probleme“, wodurch entstehen sie? Von welchen „Fällen“ hört man – die unproblematischen sind ja nicht so in den Medien. Und nicht bei allen In-Vitro-Fertilisationen ist der Samenspender anonym. Es gibt eine sehr breite Palette von Möglichkeiten, leider herrscht derzeit in Deutschland so etwas wie der „Tanz um das goldene Kalb des biologischen Vaters.“ Finde ich jedenfalls (wobei wir allerdings auch wieder bei künstlicher Befruchtung wären, denn viele Frauen aus heterosexuellen Beziehungen unterziehen sich gerade dieser aufwändigen und teueren Prozedur, weil unbedingt sicher gestellt werden muss, dass der Ehemann auch der genetische Vater ist, selbst im Fall seiner „Unfruchtbarkeit“. Das hat sie aber nicht thematisiert).

  12. @Antje – Unter „Probleme/n“ verstehe ich immer gefühlsmäßige wie körperliche – oft existenzbedrohende – Auswirkungen in unserem Leben, die in „unerklärlicher“ Weise auftreten. Oft nicht bewältigt werden/bewältigt werden können, aufgrund von Unwissen.

  13. Ich glaube kaum das Thilo Sarrazin mit Sibylle Lewitscharoff zu vergleichen ist.
    Aufmerksamkeit und Selbstinszenierung?
    Da steht man also vor den leeren Worthülsen, die provokant sein sollen.

    Frau Lewitscharoff geht es nicht nur um die Kinder, die nicht wissen, wer Vater oder Mutter ist. Sondern sie „verabscheut“ grundsätzlich die „Retortenkinder“.
    Sie folgt ihrem Menschenbild: Was nicht sein soll, was nicht sein darf!

  14. Was die eigenen Herkunfts-Probleme betrifft, so thematisiert Frau Lewitscharoff diese in ihrer Dresdner Rede ziemlich ausführlich:
    http://www.staatsschauspiel-dresden.de/download/18986/dresdner_rede_sibylle_lewitscharoff_final.pdf

    Schon grotesk, wenn Frau Lewitscharoff ihre vermeintlich „natürliche Zeugung“ als die wahre Menschwerdung preist und Kinder, die nicht dem vermeintlich ’normalen Geschlechtsakt‘ entsprungen sind,
    als Halbwesen bezeichnet.
    Es braucht nicht sehr viel Wissen über psychosoziale Zusammenhänge um zu sehen, dass die mehr als schrecklichen Kindheitserlebnisse der Büchner-Preisträgerin dieser so etwas wie eine neurotische Zeugungsfixiertheit beschert haben.

    Es scheint, als gäbe es im sog. Literaturbetrieb so etwas wie religiös-antiquierte Geister, die in besonderer Weise der kath. Morallehre anhängen. Der Büchner-Preisträger Martin Mosebach hält z.B. sehr viel davon,
    wenn wir in Deutschland ein Blasphemie-Gesetz einführten und die Freiheit von Kunstschaffenden ruhig beschnitten werden sollte, weil das ihrer Kreativität förderlich sei. Siehe folgenden Beitrag: http://www.freitag.de/autoren/stefanhetzel/religios-korrekt

  15. @Ruth Priese
    Ihre Position vertrete ich aus folgendem Grund. Die Menschheit besteht ja nicht erst seit 250 Jahren, wo wir immer mehr auch auf Menschen mit technischen Erungenschaften Einfluss nehmen. Doch was in Bezug auf Reproduktionsmedizin passiert, ist nicht mit den Ahnen abgesprochen, so wie natürlich viel Unglück existiert durch die Vorstellungen, das ist richtig und jenes ist falsch. Der Vater aus meiner Vergangenheit, den ich nicht kenne, kann mir persönlich keine Kraft geben. Somit sind wir dem atheistischen Denken von der Machbarkeit des Menschen ausgeliefert, Dem Konstruktivismus, nur wie findet Versöhnung statt? Wie kann ich mich im anderen wiedererkennen? In Worten? Das ich nicht lache: Unser Universum wird nicht durch Worte gesteuert, sondern wir lernen auch durch Nachahmung und das schon sehr früh. Was haben wir denn gelernt? Dass diejenigen mit einer besseren Wortwahl andere besser manipulieren können. Das lernen wir. Doch ist das nicht das alte Spiel der Konkurrenz? Fakt ist für mich, wir haben noch nicht in der Überzahl die Väter, von denen die Söhne etwas Lebenswertes nachahmen. Und wenn die Mütter dann SoldatInnen oder Boxerinnen werden, glaube ich auch nicht, dass da das Gefühl von mehr Miteinander beobachtet werden kann. Was würde eine Frau tun, die ausreichend versorgt, nicht auf einen Job oder einen Mann angewiesen wäre? Würde sie lesbisch und würde Kinder nur mit einer Frau großziehen? Würde sie meinen Männer, die zum Beispiel dann auch ausreichend versorgt wären, würden kein Gefühl zu ihren Kindern haben? Wenn wir etwas beurteilen, müssen wir immer die verbogenen gesellschaftlichen Verhältnisse im Auge haben, und nicht die neuen Normen, die man uns heute einreden will, die aus dem Kopf kommen und nicht aus der Erfahrung,siehe die Beschwerden dieses Komikers https://www.youtube.com/watch?v=pyTfxPlE9cI

  16. @Antje – ja das dürfte stimmen. Evangelisch mit pietistischer Prägung scheint mir allerdings von der kath. Morallehre gar nicht so verschieden.;-)
    Diese wendet sich gegen künstliche Befruchtung, geht allerdings nicht so weit, daraus gezeugte Kinder
    als „Halbwesen“ zu degradieren. http://kath.net/news/45182

  17. Zitat Antje: „Frauen setzten sich mit ihrer Selbstermächtigung keineswegs selbst an die Stelle Gottes, sie lassen bloß nicht mehr zu, dass Männer sich (ihnen und ihren Kindern gegenüber) an die Stelle Gottes setzen.“

    Ich möchte das sehr unterstreichen und eine weitere Beobachtung dazu legen:
    Frau Lewitscharoff begründet ihre Haltung ja dezidiert christlich bzw. religiös. Gleichzeitig scheint sie aber die christliche Tradition nur recht einseitig wahrzunehmen.
    Die biblische Figur Onan (von deren Name das Wort Onanie kommt, die Lewitscharoff gern verboten sähe) wird von Gott dafür bestraft, dass er nicht bereit ist, mit seiner Frau ein Kind zu zeugen, das einen anderen Vater haben soll als ihn. Im Prinzip verweigert er eine Samenspende. Die ganze Geschichte (Genesis 38: http://www.die-bibel.de/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/1/380001/389999/ch/0115d999d32938e2838376c0e1a956e5/) handelt von einer sehr originellen Selbstermächtigung der Frau Tamar, die auf skandalöse Weise dafür sorgt, ein Kind zu haben – und dafür ausdrücklich gelobt wird und später eine der Stammmütter Jesu wird.
    Dies ist nur ein Beispiel. Die Bibel kennt etwa auch Leihmutterschaft.

    Was mir als Christin in den letzten Wochen (Sarazzin, Matussek, Lewitscharoff, Bildungsplan-Gegner_innen in Baden-Württemberg, Verhalten meiner Kirchenleitung dazu) zunehmend Sorge macht, ist, dass eine bestimmte Lesart der christlichen Tradition (nämlich die vom rechten Rand) für sich beansprucht, DAS Christentum zu vertreten – und von den Medien und allen, die wenig mit Kirche zu tun haben, auch so wahrgenommen werden. Im Lila Podcast hieß es etwa „Sie ist auch sehr, sehr gläubig.“
    Ich möchte schreien: ICH AUCH! Und ich vertrete nicht derart lieblose Positionen.

  18. @Frau Auge – Ja, das „ich auch“ möchte ich auch gerne oft schreien 🙂 _ Aber leider merke ich immer, dass die Leute mir das nicht richtig abnehmen, wie ja auch Benni neulich im Podcast sagte, sie halten mich für „eigentlich“ eine Atheistin. Vielleicht sollten wir uns zu dem Thema mal irgendwo austauschen.

  19. Emanzipation als sektorale Frauendomaine und die Vernichtung gesamtgesellschaftlicher Handlungs- und Unterlassungsge- und -verbote, scheinen nicht wirkllich ein Beitrag zu Emanzipation der Frau zu sein. Die Alleinstellung als extremste Form menschlicher Schwäche und menschlichen Unvermögens mag ja als Ausdruck grösstmöglicher Freiheit definiert werden. Sie ist dennoch so intelligent und klug wie eine Scheibe trockenen Brotes.

  20. Was Sibylle Lewitscharoff beklagt, ist, dass Frauen mit diesem „Fortpflanzungsgemurkse“ eine Macht in die Hände gelegt wird, die u.a. auch zugleich eine Bürde sei. Mir scheint, sie hat Angst davor, dass Frauen solch eine Macht haben und beklagt deshalb die Abwesenheit eines Vaters. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass sie ihren Held Pong aus gleichnamigem Buch als „einen ‚Ratschbürtigen‘ portraitiert hat, fern von allem mütterlichen Körperhokuspokus.“ Also im Prinzip ein Halbwesen! Mir war Pong jedoch sehr symphatisch. Und sie selbst sagt in dem FAZ-Interview: „Natürlich würde ich niemals einem Kind, das auf solchen Wege entstanden ist (künstliche Fertilisation) und das mir sympathisch ist, meine Zuneigung verweigern.“ Also vielleicht im Grunde genommen alles nichts weiter als eigensüchtige Polemik?

    Ansonsten ist mein Eindruck, dass Sibylle Lewitscharoff ein generelles Problem mit Frauen hat. Kein Wunder allerdings, wenn man sich ihre Kindheitsgeschichte anhört. Mir scheint auch, dass ihre ersten Erfahrungen mit Feministinnen die einzigen geblieben sind und sie derart geprägt haben, dass sie davon auszugehen scheint, dass alle Frauen, die damals „mein Bauch gehört mir“ proklamierten, dies allein aus „Eigensucht“ gemacht haben. Vielleicht ist sie an der FU Berlin damals tatsächlich nur solchen Frauen begegnet. Es kommt mir auch so vor, als hätte sie da was Grundlegendes nicht verstanden. Frau Lewitscharoff, lesen Sie Antje Schrupps Blog!

  21. Igrndwie nehme ich das locker, fast schon positiv auf.
    Frau Lewitscharoff argumentiert (das gibt sie ja zu) hauptsächlich aus dem Bauch heraus, nicht mit analytischem Gedankengang oder so.
    Und wenn die Leute (wie sie), die immer noch die klassisch patriarchale Mutter/Vater/Familien/…-Rollen fr das A und O halten, derart verunsichert werden, wie die Rede das zeigt, dann sind wir auf einem guten Weg.

  22. @axel-valentin Tigges
    Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen und den link zu diesem wunderbaren Komiker! https://www.youtube.com/watch?v=pyTfxPlE9cI
    Es tut mir leid, dass Sie keinen guten Vater erleben konnten! Und ich stimme Ihnen und diesem Kabarett-schöpfer voll zu, dass viele Frauen und Mütter – leider!!! – die Achtung ihrer Kinder vor den – und die Liebe zu ihren Vätern (den biologischen und den sozialen) auch noch untergraben. Was, meinen Sie, könnten wir dagegen tun?

  23. @Antje Schrupp & @Frau Auge:
    „Yep. Gerne!“
    Ich fände einen Austausch dazu auch sehr, sehr spannend, denn da besteht so derart viel Dialog-Bedarf finde ich, weil sich (so ähnlich wie ich es zu Eurem letzten Podcast zum Thema Naturwissenschaften geschrieben hatte) über die Jahre auch und gerade medial vermittelt so vieles festgesetzt hat, was an den tatsächlichen Vorstellungen und Überzeugungen von gläubigen und nicht-gläubigen Menschen komplett vorbei geht.
    Deutungen nach dem Motto „ach, sie ist ja sehr gläubig, da braucht man sich ja nicht zu wundern, wenn Frau L. so argumentiert“ stoßen auch mir als nicht-gläubigem Menschen auf, weil wieder mal viel zu kurz geschlossen wird. Von Frau L. nämlich auf „die Gläubigen“ …autsch.
    Gut, aber so ähnlich trifft das ja auch auf „den Feminismus“ oder „den Atheismus“ zu oder was weiss ich…
    Genauso wie @Frau Auge oder @Antje bei solchen „Schubladisierungen“ schreien möchten, möchte man auch andersrum manchmal schreien, wenn einem als nicht-gläubiger oder sogenannter atheistischer Mensch irgendwas unterstellt oder abgesprochen wird 😉

    Ich habe die Rede nur ausschnittweise angehört, ich war durch das Lesen hier und anderswo wanatürlich dann doch auch voreingenommen, und als dann die ersten „Klopper“ kamen habe ich ausgemacht.
    Unerträglich für mich, egal ob es „aus dem Bauch“ raus oder analytisch durchdacht ist.

  24. Liebe Frau Schrupp, ich hab grad endlich die Rede von Frau Lewitscharoff gelesen und habe sie zunächst mal als eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit Leben und Tod empfunden. Insbesondere im ersten Teil über das Sterben verschiedener naher Menschen lässt Frau L. die Zuhörer sehr nahe an sich ran, indem sie von ihrem Erlebnis konkreter Situationen und ihren daraus erwachsenden Ansichten über lebensverlängernde Massnahmen erzählt, die ich als Leserin sehr gut nachvollziehen kann und teilweise auch teile. Im zweiten Teil ist dieser Prozess von persönlichen Erlebnissen zu politischer Auseinandersetzung mit Fortpflanzung viel weniger deutlich. Oder viel ungefilterter und wütender.

    Indem Sie in Ihrem Kommentar bei den Vätern beginnen, die nach Frau L. bei der Erziehung nicht fehlen dürfen, sehe ich diesen zweiten Teil plötzlich sehr nahe am ersten. Im ersten erzählt Frau L. von ihrem Vater, der sich umbringt, als sie 11 ist. Im zweiten wütet sie dagegen, dass es neuerdings Familienmodelle gibt, in denen der Vater fehlen darf – wo es doch für sie offensichtlich traumatisch gewesen war, dass sich ihr Vater entschied, zu gehen. Ausserdem war ihr Vater Gynäkologe – einer von denen, die solche Menschen unterstützen, die mit anderen Methoden Kinder kriegen als durch Geschlechtsverkehr, sodass (bei lesbischen Paaren oder Single-Müttern) kein Vater mehr (als Erzeuger) selbstverständlicher Teil der Familie sein muss. Dass Frau L. in diesem Vorgang ihr Erlebnis, nämlich dass ihre Mutter alleine zurückblieb und überfordert war, wiederholt sieht, könnte der Grund für ihren „Rundumschlag“ gegen die In-Vitro-Fertilisation sein. Dass es 1000de von Gründen gibt, die Menschen in verschiedensten Lebenslagen und Geschlechterkonstellationen zur Erwägung einer IVF führen können, lässt sie ja unerwähnt – auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass sie nicht davon gehört hätte. Dass sich in ihr alles zusammenzieht, wenn sie an Kinder denkt, die so entstanden sind, erschliesst sich m.E. so ebenfalls, schliesslich haben diese keine Sicherheit zu wissen, wer ihr Vater ist, und ohne Vater zu sein war für sie sehr schlimm. Ich finde trotz der strittigen Worte, die sie verwendet, den Text wegen seiner persönlichen Auseinandersetzung weiterhin ziemlich stark bzw. sehr traurig.

    Die Auseinandersetzung damit, dass wir als Menschen in einem einzigen Durcheinander leben (das zu allem dazu heute noch postpatriarchal ist), war noch nie einfach – für niemanden. Wie können wir mehr Mitgefühl im öffentlichen Umgang miteinander praktizieren – gerade dort, wo Menschen mit der Welt am Kämpfen sind und dabei Wörter benutzen, die andere zu Recht verletzen?

  25. Wir sind auch höchst empört. Wir sind eine Klinik, die seit Jahren den kinderlosen Paaren hilft. Hilft das Elternglück zu erleben.
    „Bücherfrauen sind lesbisch, bi- und heterosexuell, Mütter und Großmütter oder kinderlos, vor allem aber respektieren wir uns für die Entscheidungen und Lebenswege, die wir jeweils getroffen haben, und freuen uns für jede, die auf ihre Weise glücklich ist.“ Alle menschen sind unikal, einigen einzigartigen Menschen muss man helfen, das Licht der Welt zu erblicken, sonst werden wir nie die Vielfalt des Lebens erleben.
    Wir danken Ihnen für diesen Artikel und für Ihre Ünterstützung und demokratisches Denken!

  26. Pingback: Väter, Mütter und der Elefant im Raum | Aus Liebe zur Freiheit

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