Trump, Obama, Emcke usw. – Besondere Umstände, Episode 24

Mit Benni und Eva habe ich heute morgen wieder gepodcastet, und zwar über

Donald Trump und die Faszination für ihn die Frage, ob das ein  Zeichen für das Ende des Patriarchats ist. Und was das mit der Demokratie zu tun hat. Wie man die retten kann. Nicht.
Die Reden von Michelle Obama und Carolin Emcke
Die Menschheitsgeschichte, das Recht auf Fortpflanzung und Ghostbusters

Hier ist der Link

6 Gedanken zu „Trump, Obama, Emcke usw. – Besondere Umstände, Episode 24

  1. Wer sagt denn, dass eine Version des Patriarchats die Männer gegenüber den Frauen diszipliniert? Trump ist durchaus eine Ausprägung des Patriarchats und keine Karikatur dazu. Das Bild, dass sich Frauen von Männern, die „Stars“ sind alles gefallen lassen (weil sie doch alles Schlampen sind…) ist doch ein Bild aus dem Patriarchat.

  2. Dass Kritik am vorherrschenden Parlamentarismus und den entsprechenden Institutionen aufgrund des Vorhandenseins von Pegida, AfD & Co. jetzt nicht angesagt wäre, weil das ja Wasser auf die Mühlen dieser Demokratiefeinde, Rassisten usw, wäre, ist doch ein sehr kurz gesprungenes Argument.

    Gab es auch Überlegungen, wie die „irre geleiteten“ AfD-Wählerinnen und ‚besorgte Bürgerinnen (zurück) zu gewinnen wären?

  3. Die Rede von Michele Obama war eine Wucht, sie kam nur aus dem völlig falschem Nest (Obama als Bestredner und Schlechtmacher) und wurde von vielen Menschen nur als verspätestes „frommes Wunschdenken“ der Obamas aufgenommen.
    Michel hätte statt Hillary kandidieren sollen, das hätte gefunzt.

    Und „für“ Donald Trump gibt es keinesfalls eine „Faszination“, wie sich inzwischen herausstellt, ist das statt Faszination die Erkenntnis, dass Trump der einzige Weg ist, um die USA vor Hillary und ihrer bekannten Kriegslüsternheit überall in der Welt zu schützen. Die meisten USA-Bürger haben es satt, für die Weltherrschafts-Ansprüche von Oligarchen und zum Füllen deren Taschen in den Krieg ziehen zu müssen.
    So schnell kann die erste PräsidentschaftskandidatIN auch zum schlechten Omen dafür werden, eine Frau in dieses wichtige Amt zu wählen. Wichtig dafür bleibt der Mensch, nicht das Geschlecht, und wenn es DANN ein Frau ist, ist das ok.

    Wie peinlich ist das denn für Frauen, wenn erst ein K(l)otz wie Trump als einziger Verhinderer der ewig kriegslüsternen Schwindlerin Hillary gewählt werden muss, um weibliche Qualitäten vor dem nachhaltigem Reinfall zu bewahren.
    Und ja, wenn das dann nur so geht, wie sich Trump aufführt, schwächt das das Patriarchat – aber ENDE dessen?
    Das wäre es nur dann, wenn klar wäre bzw. ein Mensch darlegen könnte, wovon den Patriarchat“ anzulösen ist – was bisher noch niemandem in der Theorie verwendbar gelang, also allein aus diesem Grunde „noch nicht dran“ ist.
    Auch „nach dem Oatriarchat“ hilft nur Demokratie, solange diese nicht ihrer selbst willen z.B. im „stärksten“ Land der Erde durchgesetzt ist, dürfen wir wohl ewig auf eine „Ablösung des Patriarchats“ spekulieren, ist wohl der alte Prüfstand immer wieder der neue, ob mit oder ohne Trump, ob mit oder ohne Hillary – solange es nur diese kriegsmachtaffine ist.

  4. Ich denke man kann Trump und die Faszination, die er nicht nur bei rechten auslöst, nicht ohne Clinton und Sanders erklären. Eine Stimme für Trump ist für viele einfach eine Stimme gegen die Polit-Elite, die Clinton mit all ihren Skandalen und Vernetzungen verkörpert. Bei den Vorwahlen hat sich gezeigt, dass der politische Gegensatz von etablierten Politikern und unzufriedenen Bürgern mindestens genauso groß ist wie der zwischen links und rechts. Clinton ist auch für für viele Linke der wirkliche Feind, das politisch Andere, oder wie immer man es nennen will.
    Die wollen nicht „die Welt brennen sehen“, wie Benni sagte, sondern vor allem die Führungsspitze der Demokratischen Partei. Man sieht es auch an den jüngsten Entwicklungen: jetzt kommen einige alte und neue Skandale hoch. Die Emails, die Fragen des TV-Duells die ihr vorher zugespielt wurden und ihre antidemokratischen Äußerungen zur Wahl in den Palästinensergebieten („wenn wir schon wählen lassen, dann sollten wir etwas tun um zu bestimmen, wer gewinnt“).
    Das alles hat sichtbar direkten Einfluss auf die Umfragewerte, und das zeigt, dass die komplexe Trump und Clinton zusammen erörtert werden müssen. Wobei es natürlich nicht um die Personen geht, sondern um die Probleme, für die sie stehen. Dass die politischen Eliten nur ihr Wohl und das ihrer Spendenfirmen im Blick haben, war ja sowohl bei Sanders als auch bei Trump ein zentrales Thema.
    Insofern gibt es aus dieser linken Sicht (die ich übrigens nicht zu 100% teile) einige Gründe, gegen Clinton zu sein und mit einem Funken Wut kann man es sich auch schmackhaft machen, dass Trump den Politikern einen gehörigen Schrecken einjagt.
    Dass das bei linken Frauen weniger der Fall ist, könnte damit zusammenhängen, dass Männer immer noch zu mehr Risikobereitschaft und Aggressionspotential erzogen sind. Nicht unbedingt zu Gewalt, aber die Clintons durch Trump vom Amt verdrängen zu wollen, ist eine Form politischer Aggression. Das muss nicht negativ sein. Sanders hatte mit seiner Kampagne der „politischen Revolution“ auch mehr Erfolg bei Männern als bei Frauen – und Gegenstand der geplanten Revolution war weniger Trump, sondern vor allem die Wahlkampfspender und die Wall Street und ihre politischen Arme in Washington.

  5. Wie kriegslüstern Trump ist, werden wir ja nun erleben. Das Problem dieser Wahl zeigt sich aber genau in solchen Gegenfrage exemplarisch. Ein Problem war, dass viele ihrer Wähler nicht erschienen sind. Die haben zwar am Telefon gesagt, dass sie für sie sind. Aber begeistert genug um dann auch am Wahltag in der Schlange zu warten waren sie nicht.

    Es hätte jemanden als Kandidaten gebraucht, der positiv gesehen wird und nicht nur als das kleinere Übel. Das hätte Sanders sein können, der den Demokraten auf dem Silbertablett die progressive Bewegung serviert hat, aber die Partei spitze hat ihn niedergebügelt. Jetzt hat Trump die Frustrierten abgegriffen und wir haben den Salat.

    Hillarys Ansprache nach der Niederlage fand ich aber stark. Da hat sie wirklich Größe gezeigt.

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