5 Gedanken zu „Frage:

  1. Nein, glaube ich nicht. Man kann sich aber weniger in seine eigene (Glaubens-)Welt zurückziehen. Der religiöse Tunnelblick verschwindet sozusagen.
    Wenn man also vorher als Christ oder Muslim z.B. viel Kritik einstecken musste oder auf bestimmte, immer wiederkehrende Themen festgenagelt wurde die oft aus dem moralischen Bereich kamen, sieht man jetzt dass man einander wieder zuhört, und zwar selbst dann, siehe da, wo die einen nicht der Selben Meinung wie die anderen sind.
    Dann gab es ja im Christentum auch einen gewissen Aberglauben welcher uns zu suggerieren scheint, nur derjenige der alles ablehnt, was Geist ist, sei Christ. Selbst wenn es Bibelstellen gibt die einen Beleg darstellen, oder auch jahrtausendealte Traditionen. Dieser Aberglauben verflüssigt sich durch das Internet, weil man die Existenz manch ernsthaften Christentums nicht mehr einfach so verleugnen kann.
    Wie gesagt, der Tunnelblick verschwindet und das ist sehr gut, vor Allem natürlich für diejenigen die ihm vorher gern zum Opfer gefallen sind.

  2. Was mich betrifft: ja. Weil, wie meine Vorrednerin schon sagte, der Tunnelblick verschwindet. Weil man viel mehr Information viel leichter finden kann. Weil sich plötzlich Parallelen zeigen, an die man vorher gar nicht gedacht hatte. Allerdings erscheinen auch Gegensätze sehr viel greller, einfach dadurch, dass das Internet viel Raum für Schreihälse bietet. Und es ist zu bedenken, dass vieles, was im schnelllebigen Internet als Ergebnis tiefen Nachdenkens präsentiert wird, auf der Stufe des „allmählichen Verfertigens“ stecken geblieben ist.

  3. Liebe Trippmadam,
    was ist denn allmähliches Verfertigen… Lassen Sie nur akademisches Nachdenken gelten, oder auch die Herzensbewegungen Aller?
    Menschen sind ja nicht gleich, aber Gott spricht doch zu allen, so wie ja auch jeder Mensch geboren wird, Todeserfahrungen hat und sein Leben lebt, auch ohne „Führerschein“. Gott wirkt ja nicht durch die Autorität eines Unversitätsstudiums, trotzdem man das natürlich haben darf.

  4. Liebe Antje,
    für mich ist glaube ich sogar so, dass ich nur wegen des Internets noch über Gott rede. Ich finde im Internet inspirierende Worte, Mitstreiterinnnen und Anregungen in Blogs, Podcasts oder auf Internetseiten. Zum Beispiel deinen Satz „Gott ist das, was die Menschen meinen, wenn sie Gott sagen“
    Und das hilft mir dann dabei, nicht aufzugeben über Gott zu reden oder an Gott zu denken – denn in meiner „analogen“ Umgebung ist Inspiration nicht leicht zu finden oder weit weg.
    Herzliche Grüße!

  5. Ich glaube schon, denn die vorher unorganisierten atheistischen Stimmen haben sich dadurch vernetzt und finden mehr Gehör. Das gilt sicher auch für religiöse Richtungen, die nicht den großen Strömungen entstammen. Zumindest in den Anfängen war das Internet ja auch von einer tendenziell atheistischen Nerd-Kultur geprägt.
    Zu Trippmadam und „der Stufe des ‚allmählichen Verfertigens'“: Teilweise werden die Gedanken dann von anderen weiter gedacht – so wie hier. Das ist nichts Schlechtes, oder?

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